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TAKTIKTAFEL: TSV 1860 München – Karlsruher SC (Achtelfinale)

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL vor dem DFB-Pokalspiel des TSV 1860 München gegen den Karlsruher SC.

Der seit Beginn der Saison 20/21 im Amt befindliche Trainer Christian Eichner lässt seinen Karlsruher SC meist im 4-3-3 (offensiv) antreten. Zwei Mal liefen die Badener im 4-1-4-1 und einmal im 4-2-3-1 auf. Im Pokal trat der KSC bisher im 4-2-3-1 (2. Runde – Gegner Bayer 04 Leverkusen) und im 4-3-3 (offensiv) (1. Runde – Gegner Sportfreunde Lotte) an.

Ich gehe davon aus, dass Eichner gegen den TSV 1860 München auf das 4-3-3 (offensiv) setzen wird. Einerseits, weil seine Mannschaft in diesem System eingespielt ist und andererseits, weil dieses System durchaus flexibel ist sowie Verschiebungen taktischer Natur schnell realisierbar sind, um sich dem Geschehen auf dem Platz optimal anzupassen.

Nur der Sieg zählt in einem Pokalfight. Von daher erwarte ich angriffslustige Karlsruher, die auf fremdem Platz gegen einen unterklassigen Gegner ihr Spiel durchbringen wollen, um in die nächste Runde einzuziehen.

Die wichtigsten Statistiken des KSC

  • Ballbesitz 50%
  • Passgenauigkeit 82%
  • Defensive Zweikampfquote 63% (drittbester Wert der zweiten Liga)
  • Flankengenauigkeit 39% (drittbester Wert der zweiten Liga)
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 10,4

Wie spielt der Karlsruher SC?

Christian Eicher passt die taktische Herangehensweise im Spiel dem jeweiligen Gegner an. Die Karlsruher können also einerseits abwartenden Konterfußball spielen und andererseits auch selbst mit der Offensivkraft, über die sie verfügen, über das Positionsspiel Kontrolle auf dem Platz übernehmen.

Grundsätzlich ist das Spiel des KSC leicht linkslastig. Die rechte Abwehrseite des TSV 1860 wird also vermutlich am Dienstag mehr zu tun haben als gewöhnlich. Beim Kreieren von Strafraumsituationen hilft den Karlsruhern ihre hohe Flankengenauigkeit. Mit knapp achtzehn Ballkontakten pro Spiel im gegnerischen Strafraum belegen die Karlsruher in dieser Kategorie den sechsten Platz in der zweiten Liga.

Da der KSC aber in der Box oft schlecht sortiert wirkt und auch im Abschluss eher ungenau agiert, entspringen den durchaus vielen Ballkontakten in der gegnerischen Box relativ wenig Schüsse aufs gegnerische Tor. Mit einer Schussgenauigkeit von knapp 32% liegen die Badener in dieser Kategorie sogar auf dem drittletzten Platz.

Hervorzuheben ist die Stärke des KSC bei Eckstößen. Bereits sechs Treffer konnten die Badener nach Ecken erzielen.

Schüsse aus der zweiten Reihe sind beim KSC eher die Ausnahme als die Regel. Nur Rostock und Sandhausen schließen noch seltener von außerhalb des gegnerischen Sechzehnmeterraumes ab.

Karlsruhe bevorzugt Kombinationsfußball, um Raumgewinn auf dem Spielfeld zu erzielen. Im Vergleich mit den anderen Teams der zweiten Liga sind nur Ingolstadt und Sandhausen hinter dem KSC bei versuchten eins gegen eins-Duellen. Wenn aber ein Spieler des Karlsruher SC das direkte Duell mit seinem Gegenspieler sucht, kann man davon ausgehen, dass es gewonnen wird. Nur drei Teams (Nürnberg, Kiel und Regensburg) haben eine höhere Erfolgsquote im Dribbling und bei Laufduellen.

Stärken und Schwächen des 4-3-3 (offensiv)

Die Stärken

Im Offensivspiel kann eine Mannschaft, die ein 4-3-3 praktiziert, sehr variabel auftreten. Durch die drei Stürmer wird Stress für die Abwehr des Gegners ausgelöst. Das rührt daher, dass durch die Variabilität, die mit drei Spitzen hergestellt wird, in Puncto Breite oder Enge des Spiels und dem Wechselspiel beider Varianten die Angreifer schwer ausrechenbar sind. Somit können in jedem Spielzug andere Laufwege zum Tragen kommen. Dadurch überlagern sich manchmal die im Raum zu verteidigenden Schnittstellen, wodurch eine Überzahl für die Angreifer bei kreuzenden Stürmern entstehen kann.

Wenn die Mannschaft, die 4-3-3 spielt, obendrein auf Ballbesitzfußball mit hohem Pressing gegen den Ball setzt, ist die Chance für sie sehr hoch andauernden Druck auf den Strafraum bzw. das Tor des Gegners auszuüben.

Dadurch, dass die beiden Außenstürmer mit relativ wenig Energieleistung zwischen Sturm und Mittelfeld pendeln können, ist auch eine gute Anpassung an das Spielsystem des Gegners möglich. Es kann gegen den Ball leicht eine Überzahl generiert werden, die für den Gegner – wenn die Räume gut verteidigt werden – zu Ballverlusten führen kann. Dafür müssen beide Außenstürmer gegen den Ball konsequent nach hinten mitarbeiten.

Mit drei Stürmern geht vom 4-3-3 obendrein eine hohe Gefahr für Kontergegenstöße nach Ballgewinn aus. Es kann schnell umgeschaltet werden und die Sturmreihe wird, auch wenn sich die Außenstürmer in der Rückwärtsbewegung ins Mittelfeld haben fallen lassen, schnell wieder besetzt sein, da der Außenstürmer vom Anforderungsprofil ein sehr schneller Spieler ist.

Schwächen des 4-3-3

Wenn der Gegner schnell spielt entstehen Lücken im Raum, die dann durch entstehende Überzahl ausgenutzt werden können. Schnelle Spieler im Mittelfeld gepaart mit vertikalem Spiel helfen den Gegnern diese Räume gegen ein 4-3-3 zu schaffen. Man erinnere sich an das Pokalfinale vor einigen Jahren. „Bruder… Spiel den Ball lang…“ war die Devise der Frankfurter gegen den Gegner aus der Säbener Straße, der damals dieses System auf den Platz brachte und siehe da: Frankfurt gewann damit 3:1. Das ist zwar nicht gerade attraktiv, aber höchst effizient.

Im Defensivspiel gegen Positionsangriffe sind die Halbräume und/oder Außenbahnen eine Schwäche des 4-3-3, da diese mit nur drei Mittelfeldspielern ohne Unterstützung der Außenstürmer nie vollständig zugestellt werden können.

Auch gegen diagonales Spiel (Seitenwechsel) ist das System anfällig, wenn die Defensivunterstüzung durch die Außenstürmer nicht konsequent geboten wird, weil in diesem Fall im Mittelfeld ein Spieler abgeht, um beide Flanken abzudecken.

Die Schlüsselspieler

Nachdem Stammtorhüter Marius Gersbeck (#35) in beiden bisherigen Pokalspielen im Kasten stand gehe ich davon aus, dass er auch gegen den TSV 1860 München das Tor hüten wird. Gersbeck ist ein kompletter Torhüter, der auch mal den ein oder anderen “unhaltbaren” Ball abwehrt. Seine Strafraumbeherrschung ist exzellent, und auch im eins gegen eins hat er die Ruhe weg. Aber er hält nur 55% der Schüsse, die auf seinen Kasten gehen. Im Umkehrschluss heißt das: spätestens der dritte Schuss, der nicht von der Defensive vor ihm verhindert werden kann, schlägt im Kasten ein. Das sollte uns positiv stimmen.

Innenverteidiger Christoph Kobald (#22) gewinnt mehr als 70% seiner defensiven Zweikämpfe. Er besticht durch herausragendes Stellungsspiel und tritt auch gern mal den Weg nach vorne an. Im Aufbau zeigt er sich passsicher und besonnen. Lieber ein Querpass mehr als das Spielgerät beim Gegner ist sein Credo. Mehr als die Hälfte seiner Pässe sind Quer- oder Rückpässe.

Bester Vorlagengeber des KSC ist der linke Verteidiger Philip Heise (#16). Der 30-jährige Routinier auf der linken Außenbahn ist Zweikampfstark, schnell und einer der genauesten Flankengeber der Liga. Fast jede zweite seiner Hereingaben findet ihr Ziel.

Kapitän und Schaltzentrale im Mittelfeld ist der 33-jährige Jérome Gondorf (#8). Das hohe Laufpensum auf seiner Position kompensiert er trotz seines leicht fortgeschrittenen Alters sehr gut. Gegen den Ball arbeitet er akribisch. Sowohl seine defensiven Zweikampfwerte als auch die Abfangquote gegnerischer Pässe liegen im Ligadurchschnitt. Offensiv ist er ein Stratege mit gutem Auge für sich entwickelnde Situationen. Er hat die meisten Ballkontakte pro Spiel beim KSC. Kaum ein Angriff läuft nicht in irgendeiner Phase über ihn.

Mit bereits acht Treffern ist der 1,95 m große Mittelstürmer Phillipp Hofmann (#33) der beste Schütze des Karlsruher SC. Er ist kopfballstark, gut im eins gegen eins offensiv, hat für einen Stürmer eine erstaunlich hohe Passgenauigkeit und auch gegen den Ball ist er sich nicht zu schade mitzuarbeiten. Eine gewisse Eigensinnigkeit seinerseits verhindert allerdings noch mehr Scorerpunkte. Hofmann hat erst eine Torvorlage diese Saison zu Buche stehen. Erst siebenmal hat er überhaupt versucht seinem Nebenmann den Ball zum Schuss aufs Tor aufzulegen. Seine Schussgenauigkeit liegt knapp über dem Mannschaftsdurchschnitt. Ihn unter Kontrolle zu halten ist die halbe Miete.

Fazit: was ist drin gegen den Karlsruher SC?

Einen größeren Nachteil als im eigenen Stadion unter Flutlicht ohne Fans antreten zu müssen kann ich mir nicht vorstellen. Das Sechzgerstadion an einem Pokalabend mit Geisterkulisse… Wenn der TSV 1860 München verliert, egal wie hoch, ist in erster Linie die bayerische Staatsregierung mit ihren übervorsichtigen Coronaregeln zur Verantwortung zu ziehen. Während in anderen Bundesländern vor teilweise großer Kulisse gespielt werden darf, gibt es in Bayern und damit für den TSV 1860, der als letztes verbliebenes Team aus dem Freistaat das Fähnchen im Wettbewerb noch hochhält, null Zuseher.

Aber nun mal realistisch: haben die Löwen eine Chance? Ja, die haben sie. Mit Disziplin, defensiv kompakter Spielweise und einem Quäntchen Glück wird der TSV 1860 München auch die Badener in ihre Schranken weisen. Gegen Darmstadt und Schalke wurde das Team von den großartigen Fans getragen. Nun müssen sie sich auf sich selbst verlassen und für die Fans von der ersten Minute ab kämpfen als ginge es um Leben und Tod, damit im Viertelfinale wenn vielleicht wieder Zuseher zugelassen sind, die Mannschaft von der Tribüne Richtung Halbfinale gepeitscht wird. Ich wünsche mir natürlich einen Sieg. Der ist machbar. Wer Darmstadt und Schalke besiegt, kann auch den KSC schlagen.

Wenn der TSV 1860 München ausscheiden sollte, wäre es auch kein Beinbruch. Stolz dürfen wir auch in diesem Falle sein. Als letzter Vertreter des Freistaats und als letzter Vertreter der 3. Liga aus dem Wettbewerb zu gehen ist ein durchaus achtbarer Erfolg.

Sieg oder Niederlage: was wird es werden? Wir werden sehen. Die Spieler des TSV 1860 haben es selbst in der Hand weiter im Wettbewerb zu bleiben. Die Aufgabe ist lösbar, wenn Konzentration und Einsatzwille stimmen.

So könnte der Karlsruher SC heute Abend in Giesing beginnen

 

Datenquelle: wyscout

Winningers Wirtshaus Weisheiten vor TSV 1860 – KSC (DFB-Pokal)

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Kurz und kompakt: Winningers Wirtshaus Weisheiten
Kurz, kompakt, kompetent: Winningers Wirtshaus Weisheiten

DFB-Pokal, Achtelfinale, Giesing, Flutlicht. Es könnte so schön sein, doch leider sind bekanntermaßen heute Abend keine Zuschauer zugelassen. Der TSV 1860 muss den Karlsruher SC also ohne Fanunterstützung rauskegeln. Da das Spiel auch nicht im Free-TV gezeigt wird, werden sich wohl zahlreiche Löwen in diversen Lokalitäten treffen, um das Match zu verfolgen. Und was gibt es da Besseres, als mit Winningers Wirtshaus Weisheiten zu glänzen und sein Wissen über die Gäste vom KSC auspacken zu können?

Winningers Wirtshaus Weisheiten zum KSC

Sieben Minuten Basiswissen über den KSC, dessen Stärken, Schwächen und Ambitionen – ideal fürs Wirtshaus. Gegen Mittag folgt natürlich noch die ausführliche TAKTIKTAFEL, aber hier findet Ihr schonmal reichlich Informationen, auf die Ihr aufbauen könnt.

Nicht zu vergessen auch die Rubrik “Den Gegner im Fokus”, in der Christian Jung den Karlsruher SC durchleuchtet und einen Blick in die Historie wirft.

Pokalvorbereitung mal anders: Rayo Majadahonda – Atletico Madrid

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Während sich unsere Löwen Anfang Januar unter der türkischen Sonne von Belek für den weiteren Drittliga- & DFB-Pokal-Saisonverlauf fitmachten, weilte ich selbst in Spanien und fand dabei meine ganz eigene Variante, mich auf das heutige Pokalspiel gegen den Karlsruher SC vorzubereiten. Eine Rundreise durch Andalusien endete in Madrid und da gerade das 1/16-Finale der Copa del Rey auf dem Spielplan stand, musste ich nicht lange über einen Stadionbesuch nachdenken.

Blick ins noch spärlich gefüllte Rund.

Drittligist im Pokal – da kennen wir uns aus

CF Rayo Majdahonda, ein Klub aus einem westlichen Vorort von Madrid hatte nach Siegen in den ersten beiden Pokalrunden das große Los gezogen: Den amtierenden La Liga-Meister. Da das eigentliche Stadion des Drittligisten den Ansprüchen für ein solches Spiel allerdings nicht genügt, wurde das Heimrecht kurzerhand getauscht und die Partie fand im großen Wanda Metropolitana – seit fünf Jahren die Heimstatt von Atletico – statt. Für Majadahonda war der Umzug übrigens nichts ganz neues: Als man in der Saison 2018/19 für ein Jahr der zweiten spanischen Liga angehörte, musste man für die Heimspiele bereits in das große Stadion umziehen, das ein wenig den – zweifelhaften – Charme der Allianz Arena in München versprüht: Irgendwo im nirgendwo vor den Toren der Stadt steht es und von Außen kann es illuminiert werden. Ich fühlte mich am 6. Januar 2022 ganz stark an unselige Löwenzeiten am Fröttmaninger Müllberg erinnert.

20.000 Zuschauer am wichtigen Dreikönigs-Abend

Der Dreikönigstag ist in Spanien der im Prinzip wichtigste Weihnachtsfeiertag, an dem – wie bei uns am Heiligabend – die Familie zusammenkommt. Daher – und wohl auch aufgrund der generell eher geringen Popularität des Pokals in Spanien – fanden sich an jenem Abend zum Anpfiff um 21.30 Uhr nur rund 20.000 Zuschauer im weiten Rund zusammen. Die hohe, steile Haupttribüne wurde erst gar nicht geöffnet. Die anwesenden Fans verbreiteten aber – trotz eisiger Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt – eine fröhliche erwartungsvolle Stimmung. Auch aus Majadahonda hatten sich einige Anhänger quer durch die Stadt in den Nordosten begeben.

Engagierter Drittligist ohne Chance…

Für den extrem engagiert auftretenden Drittligisten begann das Spiel gleich ganz blöd: In der 2. Spielminute verletzte sich der Keeper bei einem Luftkampf im Fünfmeterraum an der Hand und musste nach längerer Behandlungspause direkt ausgewechselt werden. Was für ein Schreck! Die formalen Gastgeber konnten dem Zauberfußball des Championsleague-Achtelfinalisten immerhin 17 Minuten Paroli bieten, sie verteidigten mit Mann und Maus und warfen sich in jeden Abschlussversuch, dass dies sogar den Atletico-Fans spürbar Respekt abverlangte. Und dann war es – wie so oft – ausgerechnet ein kapitaler Abwehrschnitzer, der den Favoriten auf die Siegerstraße führte. Neun Minuten nach der Führung und dann kurz vor der Pause erhöhte Atletico auf 3:0. In der 2. Halbzeit folgten zwei weitere Treffer und für Majadahonda war das Pokalabenteuer diese Saison beendet.

Zur Pause ist schon alles entschieden: Der Atletico-Block freut sich über ein 3:0

Anders machen, Löwen!

Welche Lehren habe ich persönlich aus dem Pokalabend im fernen Madrid für die heutige Herausforderung für den TSV 1860 gezogen? Wir Löwen sind zwar auch nur Drittligist, haben aber heute Abend keineswegs einen so überlegenen Gegner vor der Brust. Zum Vorbild könnten sich Neudecker & Co. auf jeden Fall den Einsatzwillen von Rayo Majadahonda am 6. Januar nehmen. Auf der Anzeigentafel im Sechzgerstadion wünsche ich mir natürlich ein ganz anderes Resultat!

Zum Abschied leuchtet sogar das Stadion (endlich) in der richtigen Farbe!

 

 

Den Gegner im Fokus: TSV 1860 – Karlsruher SC

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TSV 1860 München DFP-Pokal Fan-Schal

Technische Daten

Karlsruher Sport-Club
Mühlburg-Phönix e.V.
Gründung:
6. Juni 1894
Mitglieder:
11.126
Vereinsfarben: blau-weiß
Weitere Sportarten: Boxen, Leichtathletik
Website der Fußball-Gesellschaft

Zum Reinhören: Das Vereinslied


Heimbilanz gegen Karlsruhe

30 Spiele
18 Siege
6 Unentschieden
6 Niederlagen

Gesamtbilanz gegen Karlsruhe

59 Spiele
24 Siege
12 Unentschieden
23 Niederlagen

Das erste Mal

Sonntag, 13. Januar 1946
Karlsruher FC Phönix – TSV 1860 5:0 (1:0)
Oberliga Süd, 11. Spieltag
Phönix-Stadion am Wildpark
Zuschauer: 4.000

Etabliert in Liga 2

Seit dem Wiederaufstieg 2019 spielt der Karlsruher SC aktuell seine dritte Zweitligaspielzeit in Serie, die insgesamt 25. im Unterhaus. Nachdem die Badener im ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg am Ende nur aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem 1. FC Nürnberg die Relegation vermeiden konnten, landeten sie im Sommer 2021 auf einem starken sechsten Platz. In der laufenden Saison ist der KSC Zweitligazehnter mit neun Punkten Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz und sieben Punkten Rückstand auf den 3. Rang.

Das letzte Mal

Samstag, 27. April 2019
TSV 1860 – Karlsruher SC 0:2
3. Liga, 35. Spieltag
Sechzgerstadion
Zuschauer: 15.000
Torschützen:
0:1 Pisot (3.)
0:2 Wanitzek (90.)

Bislang ein Pokalduell

Einmal standen sich die beiden heutigen Kontrahenten schon im DFB-Pokal gegenüber. Und das ist noch gar nicht so lange her: Am 20. August 2016 setze sich 1860 in der 1. Runde gegen den damaligen Zweitligakonkurrenten mit 2:1 durch. Den entscheidenden Treffer markierte in der mit 16.800 Zuschauern sehr spärlich gefüllten Allianz Arena Karim Matmour wenige Augenblicke vor dem Abpfiff. Am Ende der Saison stieg der KSC als abgeschlagener Tabellenletzter in die 3. Liga ab, für die Löwen ging es – nach der Relegation gegen Regensburg – bekanntlich gleich noch eine Liga weiter runter.


Pokalsiege und Finalteilnahme

Der Karlsruher SC ist – wie unsere Löwen – zweifacher Titelträger im deutschen Pokal. 1955 besiegte man in Braunschweig den FC Schalke 04 (wie 1860 13 Jahre zuvor). Ein Jahr später verteidigten die Badener den Cup direkt durch ein 3:1 im kurz zuvor fertig gestellten neuen heimischen Wildpark gegen den HSV. Vierzig Jahre später stand man dann sogar ein drittes Mal im Finale: Am 25. Mai 1996 unterlag der KSC dem gerade aus der Bundesliga abgestiegenen 1. FC Kaiserslautern im Berliner Olympiastadion mit 0:1. Der TSV 1860 triumphierte bekanntlich zum zweiten Mal 1964 gegen Eintracht Frankfurt in Stuttgart.

1860 – der Zweitligaschreck

Nachdem es im Sommer 2021 für die Löwen ja leider nicht zur Rückkehr in die 2. Liga reichte, lehren wir diese Saison eben im Pokal dieser Spielklasse das Fürchten: Nach dem Sieg im Elferschießen gegen Darmstadt am 6. August waren die Schalker Ende Oktober das nächste Opfer. Ausgerechnet am vergangenen Samstag trafen sich im Abendspiel der 2. Liga nun Darmstadt 98 und der KSC am Böllenfalltor. Das rassige Spiel endete 2:2. Ob sich die Gäste bei den Lilien Tipps abholten, wie es sich anfühlt gegen den TSV 1860 im Pokal den Kürzeren zu ziehen, ist nicht überliefert. Nächste Gelegenheit zu einem vergleichbaren Austausch böte sich am 26. Februar: Dann gastiert das andere Pokal-Opfer der Löwen, nämlich der FC Schalke im Karlsruher Wildpark.

21. Spieltag der dritten Liga: Das Montagsspiel SV Waldhof – Dortmund II

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Nach dem gelungenen Auftakt unserer Löwen in die Restsaison stand heute Abend das erste Montagsspiel des neuen Jahres an. Es standen sich der SV Waldhof Mannheim und Borussia Dortmund II im mit 500 Zuschauern gefüllten Carl-Benz-Stadion gegenüber.

Früher Führungstreffer für Waldhof

Beide Teams starteten mit vollem Elan ins neue Fußballjahr. Zunächst scheiterte Taz mit einem sehenswerten Freistoß an Königsmann, der den Ball noch an den Pfosten lenken konnte (6. Minute). Nun drei Minuten später gingen die Waldhof-Buben dann bereits in Führung. Nach hohem Pressing gewannen die Mannheimer den Ball im Strafraum der Dortmunder. Martinovic hatte dann ein gutes Auge und legte den Ball zurück auf Schnatterer, der vom Elfmeterpunkt lässig zum 1:0 einschob.

Munteres Spiel bis zum Pausenpfiff

Das Spiel wogte hin und her, so dass es Chancen auf beiden Seiten gab. Drljaca im Tor der Borussen musste gegen Boyamba klären. Auf der anderen Seite musste Königsmann einen Fernschuss von Pherai klären. Vor der Pause boten sich dann Martinovic drei gute Einschussmöglichkeiten. In der 39. Minute parierte Drljaca einen Schuss aus ca. 18 Metern. In der Nachspielzeit scheiterte er frei vor dem Dortmunder Schlussmann und eine weitere Minute später überwand er Drljaca, aber Pfanne konnt den Ball noch am Tor vorbei grätschen. Damit ging es mit einem für die Borussen schmeichelhaften 1:1 in die Pause.

Viele Räume für beide Teams

Auch der zweite Durchgang bot ein attraktives Spiel. Der neutrale Zuschauer fragte sich allerdings, wieso sich Wadhof und Dortmund II gegenseitig so große Räume gestatteten. Nach einen Distanzschuss von Schnatterer in der 53. Minute hatte Fink die große Chance zum Ausgleich. Donkor konnte ihn noch entscheidend stören und so blieb es bei der Führung für die Waldhöfer.

Ausgleich durch Joker Pohlmann

In der 59. Minute kam Ole Pohlmann bei den Borussen auf’s Feld. In der 73. Minute gerechtfertigte der Joker dann seine Einwechslung. Nach Zuspiel von Taz ließ er Schnatterer und Seegert aussteigen und versenkte die Kugel zum 1:1 im Netz der Waldhöfer.

Die Torhüter im Mittelpunkt

In der Schlussphase standen beide Torhüter im Mittelpunkt. Zunächst legte Drljaca Donkor. Dieser lief nach feinem Zuspiel von Martinovic alleine auf den Keeper zu, legte den Ball an ihm vorbei und wurde dann diskussionslos von Drljaca gelegt. Den fälligen Strafstoß setzte Martinovic platziert ins rechte untere Eck, Drljaca konnte aber eine Hand an den Ball bringen und den Ball an den Pfosten lenken. So vergab Walldhof gegen Dortmund den sicher geglaubten Führungstreffer.

Dortmund trifft zwei Mal in der Schlussphase

Aber es kam noch dicker für die Gastgeber. In der 90. Minute gingen die Borussen dann durch ein unglaubliches Tor mit 1:2 in Führung. Seegert köpfte im Mittelfeld Pherai den Ball vor die Füße. Dieser fackelte nicht lange und zirkelte den Ball aus knapp 40 Metern per Bogenlampe Zentimeter unter die Latte. Königsmann war zuweit aufgerückt ud konnte dieses Traumtor nicht verhindern. Waldhof schenkte Dortmund dann in der Nachspielzeit noch einen Foulelfmeter, als Russo Njinmah im Strafraum foulte. Raschl ließ sich die Chance nicht nehmen und stellte auf 3:1 für Dortmund. Direkt danach war Schluss. Waldhof wird sich über die Niederlage ärgern, Dortmund wurde für offensive Spielweise belohnt und konnte glücklich drei Punkte einfahren.

Was bedeutet das für Löwen?

“Nur noch vier!” wird so mancher Löwenfan nach dem Schlusspfiff gedacht haben. In der Tabelle profitieren die Löwen von der Mannheimer Niederlage. Der TSV 1860 München liegt zwar immer noch auf Rang 9 mit 32 Punkten. Aber: Es sind nur noch vier Punkte bis auf Rang 2, der aktuell von den roten Teufeln belegt wird.

Allerdings ist uns heute die Tabelle egal, denn morgen ist Pokal!!! Ab 18:30h werden die Löwen ihr Bestes geben, um den den KSC aus dem Pokal zu kegeln und ins Viertelfinale einzuziehen. Ihr könnt das Spiel natürlich bei sechzger.de im Liveticker verfolgen.

 

 

Wie viele Fans: Köllner kein großer Freund vom Videobeweis

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Seit 2017 in der Bundesliga, seit 2019 in der 2. Liga: Der VAR

Am Videobeweis im deutschen Profifußball scheiden sich die Geister. Insbesondere unter den besonders leidenschaftlichen Fans, die – in normalen Zeiten – persönlich im Stadion in den Fankurven anzutreffen sind, gibt es viel Kritik an dem seit der Saison 2017/18 in der Bundesliga angewandten Video Assistant Referee (VAR). Zwei Jahre später wurden auch strittige Entscheidungen in der 2. Bundesliga an den “Kölner Keller” übergeben. Da sich die Löwen 2017 bekanntlich aus der Zweitklassigkeit verabschiedet haben, kommt ein Profiteam des TSV 1860 beim morgigen Pokalsspiel gegen den Karlsruher SC zum ersten Mal in den Genuss dieser optionalen Entscheidungshilfe für das Schiedsrichtergespann.

Warten auf Entscheidung stört Köllner

In der heutigen LÖWENRUNDE wollte sechzger.de von Löwentrainer Michael Köllner wissen, inwieweit diese Premiere für sein Team eine Rolle in der Vorbereitung auf die Partie gegen den KSC gespielt hat. Und Köllner outete sich als kein großer Freund des VAR. Ihm geht es, wie vielen Fans. “Was für mich immer stören ist: Wenn du ein Tor schießt oder ein Tor bekommst, dass Du dann zwei Minuten warten musst, bis dann irgendwann mal alles gut gecheckt worden ist.” Aber entsprechend seinem Naturell nimmt es der Oberpfälzer, wie es eben ist: “Ansonsten finde ich, dass die Regeln dazu da sind, dass sie umgesetzt werden. Ob die dann vom Schiedsrichter auf dem Platz umgesetzt werden oder mit einer zusätzlichen Hilfe aus Köln,” spielt für ihn nicht die entscheidende Rolle.

Löwenprofis sind vorbereitet

Seine Spieler wissen morgen Abend auf jeden Fall Bescheid, was da möglicherweise auf sie zukommt. “Wir haben die Spieler heut früh nochmal sensibilisert, was das heißt. Es kommt ja auch noch ein vierter Offizieller dazu, der sich Außen mit den Trainern beschäftigen wird”. Insgesamt setzt der Löwendompteur beim Videobeweis auf das Fingerspitzengefühl des Spielleiters: “Ich glaube, dass in Deutschland die Schiedsrichter schon so viel Erfahrungen damit haben – sowohl in Köln, als auch auf dem Platz – um dieses Mittel gezielt und dosiert einzusetzen.” Morgen Abend ist es dann am vom DFB geschickten Mann in schwarz, der Erwartung von Michael Köllner und vieler Löwenfans vor den TV-Geräten und am sechzger.de-Liveticker gerecht zu werden!

TSV 1860 – Karlsruher SC (DFB-Pokal): Ergebnistipp Thomas Häßler

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Thomas Häßler Icke TSV 1860

Sehr geehrte Damen und Herren, ein Welt- und Europameister gibt sich die Ehre bei sechzger.de! Kein Geringerer als Thomas Häßler tippt die morgige Pokalpartie des TSV 1860 gegen den Karlsruher SC. Keine einfach Aufgabe, zumal “Icke” bei beiden Vereinen am Ball war.

Häßler beim KSC und TSV 1860 aktiv

Entsprechend diplomatisch äußerst sich der Weltmeister von 1990, der von einer Partie auf Augenhöhe ausgeht.

“1:1 nach 90 Minuten und Verlängerung.
Und Elfmeterschießen ist Lotterie…”

Naja, nicht ganz, denn wir haben ja Marco Hiller im Tor!

Einmal Italien und zurück

Der gebürtige Berliner Thomas Häßler wechselte 1984 von den Reinickendorfer Füchsen zum 1. FC Köln und avancierte dort zum Bundesliga- und 1988 auch Nationalspieler. Nach 149 Spielen für die Geißböcke wechselte “Icke” 1990 zu Juventus in die Serie A und nur ein Jahr später zur Roma. Dort wirbelte der 1,66 m große Mittelfeldspieler bis 1994, ehe er nach Deutschland zurückkehrte.

Sein Ziel: Karlsruhe! Auch im Wildpark wurde Häßler schnell zum Publikumsliebling, absolvierte 118 Bundesligaspiele und wechselte anschließend zu Borussia Dortmund. Unter Trainer Michael Skibbe wurde “Icke” dort jedoch nicht glücklich und fand an der Grünwalder Straße eine neue Heimat.

Platz 4 mit den Löwen

Von 1999 bis 2003 führte Thomas Häßler im Mittelfeld des TSV 1860 Regie und verlieh den Löwen den lang ersehnten Glanz. Mit Platz 4 in der Saison 1999/2000 erreichte Sechzig eine Top-Platzierung, scheiterte dann jedoch in der Champions League-Qualifikation an Leeds United.

Im Sommer 2003 wechselte der 101-fache Nationalspieler (11 Tore) zu Austria Salzburg, wo er ein Jahr später seine aktive Karriere beendete. Aktuell trainiert Häßler den Landesligisten BFC Preußen.

Kennt Ihr eigentlich schon den Fanshop von Icke Häßler?

Häßlers größte Erfolge

Nationalmannschaft

  • Weltmeister: 1990
  • Europameister: 1996
  • Vize-Europameister: 1992
  • Vize-Militärweltmeister: 1987
  • Olympische Spiele 1988: Bronzemedaille

Verein

  • UEFA-Pokal-Finalist: 1985/86
  • Deutscher Vize-Meister: 1988/89 & 1989/90
  • DFB-Pokal-Finalist: 1995/96
  • Coppa-Italia-Finalist: 1992/93

Persönliche Auszeichnungen

  • Deutschlands Fußballer des Jahres: 1989 & 1992
  • Dritter bei der Wahl zum FIFA-Weltfußballer des Jahres: 1992

 

Titelbild: Sylvia Herzog

Löwenrunde: Marius Willsch fällt verletzungsbedingt gegen den KSC aus

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Michael Köllner Löwenrunde TSV 1860 KSC

Nachdem Marius Willsch am vergangenen Samstag bereits nach einer knappen halben Stunde ausgewechselt werden musste, war es fast zu erwarten. Nun bestätigte Trainer Michael Köllner in der Löwenrunde, dass Willsch morgen gegen den KSC verletzungsbedingt fehlen werde.

Ohne Willsch gegen den KSC

Wegen einer Verletzung an der Patellasehne wird Willsch am Dienstag gegen den Karlsruher SC nicht mitwirken können. Wie lange der 30-Jährige ausfallen wird, ist indes noch unklar.

“Das braucht jetzt ein paar Tage Ruhe. Ich hoffe, dass das in ein paar Tagen wieder abklingt. Das werden wir jetzt die nächsten Tage sehen müssen. Auf jeden Fall ging es ihm nach dem Spiel schon nochmal schlechter, die Schmerzen kamen schon massiv zurück. Aber zum Glück konnten wir am MRT ausschließen, dass eine strukturelle Verletzung vorliegt. Ich glaube, das ist auch für Marius ganz wichtig, dass nix Strukturelles kaputt ist, sondern dass das einfach eine Entzündung ist, die an der Patellasehne abklingen muss. Da ist die medizinische Abteilung dabei. Auch an ihrem Geburtstag heute – deswegen gratuliere ich ihr da an der Stelle auch – unsere Mannschaftsärztin Monika Mrosek. Die kümmert sich sehr liebevoll um den Marius, damit auch an IHREM Geburtstag der Marius nicht zu kurz kommt.”

Willsch 1860 Wehen Wiesbaden Verletzung
Marius Willsch wurde beim Heimsieg gegen Wehen Wiesbaden früh ausgewechselt.

Deutlich besser sieht es hingegen bei Merveille Biankadi aus, der am Samstag noch pausieren musste. Er nahm am Abschlusstraining für das Pokalmatch teil und wäre einsatzbereit.

Wer ersetzt Willsch?

Bleibt die Frage, wer gegen den KSC für Marius Willsch in die Startelf rutscht? Vermutlich wird Yannick Deichmann den Kollegen Willsch 1:1 ersetzen und somit eine offensivere Position freimachen. Dort kämen neben Keanu Staude, der am Samstag für Willsch eingewechselt wurde, auch Erik Tallig in Frage.

Oder aber Dennis Dressel rückt nach vorne und Quirin Moll darf als Sechser ran… Es bleibt spannend, was sich Michael Köllner gegen den favorisierten Zweitligisten einfallen lässt.

Klares Votum: 70 % der kicker Leser sprechen sich für Erhalt von 50+1 aus

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Grundsatzurteil - Hannover Kind
Choreographie der Münchner Löwen - 50+1 unverhandelbar! Quelle: muenchnerloewen.de

Das war eindeutig! Über 70 % der Leser des kicker sprachen sich in einer Umfrage des Sportmagazins für den Erhalt von 50+1 in Deutschland aus.

kicker Leser: 50+1 muss bleiben!

“Muss die 50+1-Regel im Sinne eines ausgeglicheneren Wettbewerbs fallen?” Diese Frage stellte das kicker Sportmagazin an seine Leser und 70,2 % der über 30.000 Teilnehmer antworteten mit “Nein”.

Will heißen: Eine überwältigende Mehrheit der kicker Leser wünscht sich den Erhalt von 50+1 und somit die Beibehaltung der aktuell geltenden Strukturen. Mit dem Fall der Regel wäre dem Investoren-Fußball auch in Deutschland Tür und Tor geöffnet. Gerade an der Grünwalder Straße ist man diesbezüglich ja ein gebranntes Kind…

Regelung bei Hannover 96 in der Vereinssatzung

Bei Hannover 96 hat man diesbezüglich bereits vorgesorgt und auf der Mitgliedsversammlung die 50+1 Regelung fest in die Vereinssatzung aufgenommen. Die dazu erforderliche 2/3-Mehrheit wurde erzielt. Dies bedeutete einen weiteren Nackenschlag für Martin Kind, der denn Fall der Regelung seit Jahren fordert und davon profitiert hätte.

Auch das Bundeskartellamt hat klargestellt, dass die “Grundregel aufgrund der damit verfolgten sportpolitischen Ziele kartellrechtlich unbedenklich sei”.

Titelbild: muenchnerloewen.de

TAKTIKTAFEL, die Analyse: TSV 1860 – Wehen Wiesbaden (21.Spieltag)

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen zur Taktiktafelanalyse des Spiels TSV 1860 München – SV Wehen Wiesbaden. Die Löwen bestritten das Auftaktspiel nach der Winterpause wieder im 3-4-1-2, Wiesbaden wurde von Markus Kauczinski 4-2-3-1 ins Rennen geschickt.

Gegen den Ball verschob sich das 3-4-1-2 bei den Löwen zu einem 5-4-1, indem sich die Mittelfeldaußenspieler in die Abwehrreihe zurückfallen ließen. Wehen verschob mit Ball zu einem 4-3-3, bei dem der jeweils ballferne offensive Mittelfeldaußenspieler zu Lankford ins Zentrum einrückte und Prokop, der in der Grundformation auf der Zehn hinter Lankford aufgestellt war, offensiv mit allen Freiheiten ausgestattet agierte.

Die Wichtigsten Statistiken zum Spiel

Ballbesitz: TSV 1860 47% – SVWW 53%

Passgenauigkeit: TSV 1860 80% – SVWW 85%

Defensive Zweikampfquote: TSV 1860 52% – SVWW 56%

Schüsse/aufs Tor: TSV 1860 10/5 – SVWW 10/4

PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion): TSV 1860 11,93 – SVWW 7,79

Blick auf die Zahlen

In fast allen statistischen Werten sind die Löwen auf den ersten Blick schlechter, nur bei Schüssen, die tatsächlich aufs Tor gingen, war der TSV 1860 besser als der SV Wehen. Den Zahlen nach würde man also eher Wehen als das bessere Team vermuten und den Sieg möglicherweise als glücklich oder gar unverdient einordnen. Tatsache aber ist, dass sich hier zwei Mannschaften gegenüber standen, die einen taktisch komplett unterschiedlichen Ansatz verfolgten, und daran liegt auch die Diskrepanz bei den statistischen Werten.

Ballbesitz

Während die Gäste eher kontrolliert vornehmlich im Positionsspiel versuchten zum Erfolg zu kommen, wollten die Löwen abwartend und auf Konter lauernd, Nadelstiche setzen. Damit wäre der höhere Ballbesitz des SV Wehen Wiesbaden gegenüber dem TSV 1860  erklärt. Wer abwartet um blitzschnell zuzustechen, braucht nicht viel Ballbesitz. Bei einem anderen Spielverlauf (wenn der TSV 1860 in Führung gegangen wäre), wäre die Diskrepanz beim Ballbesitz vermutlich noch höher gewesen. Ähnlich wie in den beiden Auswärtsspielen vor der kurzen Winterpause.

Passgenauigkeit

Wer im Aufbau kontrolliert agiert, spielt viel hintenrum. Damit steigt auch die Passgenauigkeit, denn bei Quer- und Rückpässen passieren selten Fehler. Im Gegensatz dazu ist das vertikale, direkte Spiel, das die Löwen bei ihren schnellen Vorstößen an den Tag legten, durchaus fehlpassanfällig. Wenn man allerdings trotz riskanterer Spielweise immer noch bei 80% angekommener Pässe liegt, kann man das als durchaus gelungenen Nachmittag in puncto Passgenauigkeit deuten.

Defensive Zweikampfquote

Im defensiven Zweikampf haben sich beide Teams nicht mit Ruhm bekleckert. Werte von unter 60% sind in dieser Statistik eigentlich nicht wünschenswert. Nur 52% gewonnener Zweikämpfe könnte man nun schon fast erbärmlich nennen. Aber der Wert zeigt eins nicht auf: was passierte nach dem verlorenen Zweikampf. Blieb der Ball in Reihen des angreifenden Gegners oder konnte ein Spieler der verteidigenden Mannschaft danach das Leder einfach erobern. Das war bei den Löwen nach mehr als der Hälfte der verlorenen Defensivzweikämpfe der Fall. Der nächste in der Reihe eroberte mit einfachen Mitteln den Ball. Somit haben die geführten defensiven Zweikämpfe zu 77% zu Balleroberungen geführt, auch wenn nur 52% der Zweikämpfe tatsächlich gewonnen wurden.

Schussgenauigkeit

Bei den Schüssen gesamt haben beide Mannschaften gleich viele auf dem Kerbholz. Die Schussgenauigkeit sieht die Löwen vorn, denn sie brachten einen Schuss mehr aufs Gehäuse als der Gegner. Mit weniger Ballbesitz gleich viele Schüsse mit besserer Trefferquote als der Gegner. Das zeigt, der Zug zum Tor und der Wille, es auch treffen zu wollen, ist da.

PPDA

Als letzte Kategorie blicken wir auf die PPDA. Dieser Wert zeigt, wie viele Pässe der Gegner durchschnittlich im pressingrelevanten Bereich des Spielfeldes spielen darf, bevor eine Abwehraktion gesetzt wird. Also gilt: je niedriger die PPDA, desto höher ist die Pressingintensität. Die PPDA sagt allerdings nichts über den Erfolg der ihr zugrundeliegenden Abwehraktionen aus. Dass die Sechzger eine eher hohe PPDA haben, ist der abwartenden, auf Konter lauernden Spielweise über weite Strecken des Spiels geschuldet. Wiesbaden hingegen lief früh an und versuchte die Löwen durch frühe Balleroberungen unter starken Druck zu setzen. Das ist das, was wir aus der PPDA herauslesen können. Was diese Zahl nicht offenlegt ist, ob das wie gewollt funktioniert hat.

Somit schauen die Zahlen – ohne das Spiel gesehen zu haben – schlechter aus als sie sind.

Das Spiel

Die erste Halbzeit

Nach einer kurzen Abtastphase ganz zu Beginn wollte Wehen das Spiel unter Kontrolle bringen und bestimmen. Der auf Konter lauernde TSV 1860 München ließ den SV Wehen Wiesbaden gewähren. Die Taktik ging für die Löwen grundsätzlich auch auf; so erspielten sich die Sechzger in der Anfangsphase mit ihren schnellen überfallartigen Angriffen durchaus gute Möglichkeiten, die Neudecker und Lex leider vergaben.

In der 11. Minute kam dann wie ein kalter Guss aus heiterem Himmel der Führungstreffer für die Gäste nach einer Ecke. Die bis dahin vom Strafraum der Löwen gut ferngehaltenen Wiesbadener konnten sich die Schwäche, die der TSV 1860 diese Saison bei gegnerischen Ecken an den Tag legt, zu nutze machen und wieder einmal schlug das Leder nach einem Eckstoß im Kasten der Löwen ein.

Das beeindruckte die Mannschaft von Trainer Michael Köllner nicht im geringsten. Weiterhin spielte der TSV 1860 München nach dem vorgegebenen Plan. Trotz einiger vielversprechender Vorstöße ergaben sich aber zunächst keine Torgelegenheiten für die Hausherren.

Nur zwölf Minuten später klingelte es nach einem Umschaltmoment, den die Hessen gut ausnutzten, erneut im Kasten der Löwen. Ob dieses Tor regulär war oder nicht, daran scheiden sich die Geister. Letztlich ist es egal, denn es war nicht spielentscheidend.

Ab diesem Zeitpunkt veränderte sich die Gemengelage im Spiel. Das Spiel trat in seine dritte Phase. Wiesbaden ließ die Löwen kommen und agierte seinerseits abwartend. Das nahmen die Spieler von Michael Köllner dankend an und brachten mit der dem System geschuldeten Überzahl, die aus horizontalen Verschiebungen auf den Positionen immer wieder entstand, mehr und mehr Druck auf den Strafraum der Gäste.

Es war dann eine Standardsituation, die zum Anschlusstreffer für Sechzig durch Semi Belkahia in der 36. Minute führte.

Der TSV 1860 München ließ jetzt nicht locker. Immer wieder drangen die Sechzger tief in die Gegnerische Spielfeldhälfte ein, konnten aber bis zum Pausentee nichts mehr am Spielstand verändern.

Die zweite Halbzeit

Nach dem Wiederanpfiff kamen die Löwen wie von der Tarantel gestochen aus der Kabine. Bis der Ball zum 2:2-Ausgleich durch Salger in der 50. Minute einschlug, schossen die Spieler von Michael Köllner bereits drei mal in nur vier Minuten auf das Tor des Gegners.

Zwischen Wiederanpfiff und dem Führungstreffer durch Richy Neudecker in der 69. Minute spielte nur eine Mannschaft – und das war der TSV 1860 München. Kein einziger Schussversuch gelang dem SVWW bis zur 77. Minute. Der TSV 1860 München kaufte seinem sich redlich bemühten und aufopfernd kämpfenden Kontrahenten ordentlich den Schneid ab.

Mit vertikalem Spiel und langen Bällen versuchten die Wiesbadener in der Schlussphase alles, um noch zum Ausgleichstor zu kommen. Nicht nur aufgrund des vermutlich zu unrecht gegebenen zweiten Tores des SVWW wäre dieses aber durchaus unverdient gewesen. Die Löwen hielten auch dieser Schlussoffensive stand.

Die Art und Weise, wie der TSV 1860 München in der zweiten Halbzeit auftrat, lässt keinen Zweifel daran, dass mit dieser Mannschaft in der Rückrunde noch zu rechnen sein wird. Wäre diese zweite Halbzeit eine Speise in einem etwas besseren Lokal, hieße sie wohl Aufholjagd serviert an Abwehrschlacht mit Standardbeilage.

Die Tore 1860 – SV wehen Wiesbaden

0:1

Nach einer Ecke klärt zunächst Belkahia für Hiller auf der Line einen Kopfball von Gürleyen, doch seinen Abwehrversuch verwandelt Gürleyens Abwehrkollege Carstens nach Zuspiel von Jacobsen zum 1:0 für die Gäste (11.).

0:2

Eine sehr umstrittene Entscheidung, bei diesem Angriff nicht frühzeitig auf Abseits zu entscheiden, seitens des Unparteiischen an der Linie überschattete das 2:0 der Gäste. In einem Umschaltmoment kam ein Pass über die Abwehrreihe der Sechzger in Richtung des mindestens fünf Meter im Abseits stehenden Lankford. Dieser ging zwar zum Ball, berührt ihn jedoch nicht. Er schirmte vielmehr in der Folge Löwenverteidiger Salger von dem zum Ball eilenden Prokop ab. Prokop, der mit der Kugel von links diagonal in die Box der Löwen eindrang, lässt Hiller keine Chance und versenkte die Kugel zum 2:0. Ob die Aktion des Wiesbadener Stürmers Lankford nun als Abseits zu ahnden gewesen wäre oder nicht, ist eigentlich egal, trotzdem erwarte ich mit Spannung die Auflösung der Situation durch Herrn Rafati auf dem Portal liga3-online.de. Ich bin der Meinung, es hätte gepfiffen werden müssen (23.).

1:2

Nach einem Freistoß von der linken Halbposition etwa 35 Meter vor dem Tor der Wiesbadener, getreten durch Stefan Lex, kam Belkahia mit dem Kopf an den Ball und lenkte die Kugel zum 1:2-Anschlusstreffer ins Gehäuse der Hessen (36.).

2:2

Nach einer von rechts getretenen Ecke der Löwen braucht Stefan Salger zwei Schussversuche, um den Ball schließlich im Gehäuse unterzubringen. Lex brachte den Eckstoß an den rechten Rand der kleinen Box, wo Deichmann per Kopf zu Salger verlängerte. Salgers ersten Versuch blockte Belkahia unfreiwillig ab, sein Nachschuss schlug hinter Stritzel zum 2:2 Ausgleichstreffer ein (50.).

3:2

Nach einem Foul an Marcel Bär zentral an der Strafraumgrenze schoss Richy Neudecker den umjubelten Siegtreffer in der 69. Minute per Freistoss durch die Mauer, indem er Lex als Bande nutzte (69.).

Fazit des Spiels TSV 1860  – SV Wehen

So darf es gerne weitergehen. In einem umkämpften, aber dennoch fairen Spiel zwischen dem TSV 1860 und dem SV Wehen Wiesbaden fanden die Sechzger verdient das erfolgreichere Ende. Gegen eine Mannschaft, die man klar zum erweiterten Favoritenkreis der Drittligasaison 21/22 zählen darf, einen 2:0-Rückstand aufzuholen und das Spiel zu drehen, gelang den Löwen zuletzt beim Restart der Saison 19/20 gegen den MSV Duisburg.

Der Anfang zur Aufholjagd, in der die Sechzger das Feld von hinten aufrollen könnten, ist geschafft. Es sind jetzt nur noch vier Punkte, aber sechs Plätze bis zu Platz zwei, auf dem momentan der 1. FC Kaiserslautern mit 36 Punkten und ebenfalls 21 absolvierten Spielen steht.

Nun muss man die Euphorie aus diesem Moralboosterspiel mitnehmen. Mit diesem Schwung im Rücken sollte zunächst unter der Woche das Pokalspiel gegen den Karlsruher SC möglichst erfolgreich gestaltet werden. Am Samstag in der Betonschüssel am Oberwiesenfeld gegen das Perlacher Projekt von Hasan Kivran gehts dann wieder um Punkte in der Liga.

Datenquelle: Wyscout