Ein schöner Heimspieltag liegt hinter uns. Mit 4:0 schossen die Löwen die SpVgg Ansbach zum Wiesn-Abschluss ab. Super Stimmung, eine schöne Choreo und ein verdienter, klarer Heimsieg. Was will man also mehr. Entsprechend munter war die Laune auch nach dem Spiel an der Tankstelle. Alle Mann zufrieden, alle Damen gut drauf. So soll es sein. Da mir die Wiesn-Grippe – im übrigens sogar ohne einen einzigen Wiesn-Besuch – noch etwas in den Knochen steckt, ging es für mich früh nach Hause, um den Tag bei einem Spaziergang in der Sonne und einem leckeren Kuchen ausklingen zu lassen. Friede, Freude, Streuselkuchen quasi.
“Jetzt kommt der Sechzger-Fan durch…”
Am Sonntag ging es für mich dann in die Grafinger Scheune zum Eishockey-Bayernliga-Saisonauftakt. Dieser bescherte mir ein leckeres Abendessen und nette Gespräche mit einem bekannten väterlichen Freund der Redaktion. Sportlich ging die Partie aber gründlich in die Hose. Die Gründe für die Pleite wurden natürlich im Anschluss in unserer Presse-Gruppe diskutiert. Nachdem ich aus Gründen, auf die ich jetzt im Detail gar nicht eingehen möchte, eine schwierige weitere Saison prophezeite, erhielt ich von einem geschätzten Kollegen folgende Antwort:
Jetzt kommt aber der 60er in dir durch. Abstieg oder Meisterschaft 😀
Gibt es bei den Löwen wirklich nur schwarz oder weiß?
Erst einmal habe ich mir über die Aussage keine großen Gedanken gemacht. Als ich aufgrund der Langeweile beim schwarz-rot-goldenen Länderspiel um die Ananas League gedanklich etwas abschweifte, habe ich mich dann aber doch etwas damit befasst. Ist das wirklich so? Gibt es bei den Löwen nur schwarz oder weiß? Vergleicht man die Kommentare nach der 1:3-Niederlage in Burghausen mit denen zum 4:0 gegen Ansbach dann scheint es tatsächlich fast so. Trainer raus, Spieler zu alt, zu wenig Training hieß es nach Burghausen. Alles super, wir steigen auf, besser kanns nicht werden, lauteten die Aussagen nach dem Ansbach-Spiel.
Die Unterschiede zwischen Burghausen und Ansbach
Tatsächlich kann man die Spiele in Burghausen und gegen Ansbach durchaus vergleichen. In beiden Spielen waren die Sechzger über mindestens 45 Minuten drückend überlegen. Mit dem großen Unterschied, dass man in Burghausen die Tore nicht machte, gegen Ansbach schoss der TSV 1860 dann drei Buden binnen 20 Minuten. Umso überraschender sind die großen Unterschiede in den Spieleinschätzungen. Wirklich objektiv sind diese natürlich nie, aber dass man trotz fußballerisch sehr ähnlicher Spielanlagen und Druckphasen so unterschiedlich analysiert, entbehrt tatsächlich manchmal der Grundlage. Ich persönlich fand auch die erste Halbzeit gegen Ansbach nicht so schlecht, wie sie nach dem Spiel teilweise geredet wurde. Ein normales Regionalliga-Spiel eben.
Da ist schon wirklich etwas dran
Ich muss zugeben, an der Aussage – die eigentlich auf meine Einschätzung eines Bayernliga-Eishockey-Spiels des ersten Spieltags bezogen war – ist schon etwas dran. Für viele Löwen, und da nehme ich mich ausdrücklich nicht aus, gibt es wohl kein “ordentliches Spiel”, kein “das war in Ordnung”. Aber das muss auch gar nicht unbedingt negativ sein. Ich kam dann zu dem wohlwollenden Fazit, dass wir Sechzger-Fans einfach emotional noch enger mit unserem Verein verbunden sind, als ein Fernseh-Zuschauer, der dort einmal die Woche seinen sterilen Lieblings-Bundesligisten verfolgt, welchen auch immer. Bei Sechzig ist man einfach näher dran, an der Mannschaft, am Team, am Verein und vor allem auch mit dem ganzen Herz – oder mit Leib und Seele wie es so schön heißt.
Meisterschaft, Brasilianer und Streuselkuchen
Es ist also wohl doch etwas dran, an der Aussage meines geschätzten Kollegen, Abstieg oder Meisterschaft? Naja so sind wir Löwen halt einfach. Ich nehme dann lieber die Meisterschaft und gerne noch einen Brasilianer… und einen Streuselkuchen!
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Die Giesinger Gedanken erscheinen regelmäßig als Kommentar und stellen die persönliche Meinung eines Mitglieds unserer Redaktion oder eines Gastautors dar. Sie spiegeln nicht grundsätzlich die Meinung der gesamten Redaktion wider.











































Vigo Guixar – Es war noch nicht Mittag, als wir aus dem Bus die spanische Küstenstadt betraten. Kurz zuvor passierten wir den Monte Do Galiñeiro, dessen Abfahrt ein herrliches Panorama auf die wunderschöne Stadt an der Küste präsentierte. Wenige Höhenmeter mussten dann wieder erklommen werden, um ins nächste Hotel zu gelangen. Da die Preise im Vergleich verhältnismäßig günstig sind, bezogen wir ein Zimmer mit Balkon, von dem aus ein zweiter Eindruck über die Stadt entstand. Dass Vigo in etwa so groß ist wie Wiesbaden oder Augsburg wird einem bei dem Aufbau, beeinflusst durch die Topografie, nicht wirklich bewusst.
In Vigo gibt es zwei Vereine die Profifußball betreiben. Zum einen den international bekannten Verein
Das Estadio Bailos sollte auch an diesem Abend nicht Schauplatz eines Spektakels werden, auch wenn das Endergebnis von 0:4 durchaus dafür sprechen möge. Die Jungspunde stießen durch schöne Ballstafetten, Einzelaktionen und feinen Füßchen zwar heraus, kassierten aber durch schlechte Manndeckung und zu passivem Engagement in Zweikämpfen, alle vier Tore innerhalb der ersten Hälfte. Somit erklang kein einziges Mal die Torhymne von L’amour tojours. Stattdessen gab es in der Halbzeit einen ersten Vorgeschmack des modernen, amerikanisierten Fußballs als Eventveranstaltung. Kein ehrliches Torwandschießen, das von einer lokalen Supermarktkette gesponsert wird sondern eine Kiss-Cam, Mei.
Nichtsdestotrotz war für ein Spiel, mit knapp 5.000 Zuschauer:innen, davon eine Hand voll aus Eibar, eine akzeptable Stimmung. Direkt nach den ersten Gegentoren wurde die Heimmannschaft weiter von den Fans motiviert und auch die Supporters hinter dem Nordtor gaben ihr Bestes. Da bekam eher der Schiedsrichter, der zugegeben nicht seinen besten Tag erwischte, das spanische Temperament zu spüren. Bestraft wurde nur der Trainer der Fortuna, der zu Anfang der 2. Hälfte mit Rot auf die Tribüne geschickt wurde. Das Spiel selber konnte man sich auch nicht schön trinken, da hier ein Alkoholverbot durchgesetzt wird.
Sei’s drum, Highlights in Madrid der Besuch des Palasts und der ältesten Chocolateria Madrids aus dem Jahr 1894. Um Mitternacht versüßte eine kleine Tüte Churros mit dickflüssiger Zartbitterschokolade den Besuch der spanischen Metropole trotz der ganzen Umstände. Der Bahnhof Atocha war dann Startpunkt für die nächste Reise am kommenden Tag. Wie schon zuvor in Vigo und dann auch in Barcelona, ist es in Spanien essenziell ein flughafenähnliches Prozedere zu durchleben, bevor man in den Zug einsteigen darf. Dem gemeinen Eisenbahnfreund fällt der Schnellzug nach Barcelona sofort ins Auge. Denn er ist baugleich zum einstigen Flaggschiff des deutschen Hochgeschwindigkeitsverkehrs, dem ICE 3. Jener brachte uns mit 350 km/h von der Hauptstadt in die katalanische Metropole Barcelona.
Mein Freund freute sich schon sehr auf den Besuch des “Spotify Camp Nou”, weshalb er auf das Spiel in der Vorplanung gegen Racing Santander wehement bestand. Zwei Tickets im Wert des Fluges oder aller Fernzugfahrten von Lissabon bis Frankfurt (M) Hbf zusammengerechnet waren Voraussetzung die Kirsche des Sahneeisbechers kommerzialisierten Fußballs erleben zu dürfen. Weder der Fanmarsch der wenigen hundert FCB-Ultras, begleitet von mindestens doppelt so vielen leuchtenden Handytaschenlampen und Handybildschirmen vor Anpfiff der Partie am späten Abend, noch das Baugerüst des katalanischen Kultstadions ließen die Vorfreude auf die Partie ansteigen. Getreu dem Motto: ,”Den Regenmantel lassen wir Zuhaus, in Spanien sieht es nicht nach Regen aus”, verzichteten wir auf die Mitnahme besagter Regenjacken und auf den Kauf von Ponchos vor dem Stadion. Eine Entscheidung, die sich als fataler Fehler herausstellen sollte.











