Am letzten Wiesn-Wochenende empfing der TSV 1860 München die SpVgg Ansbach im natürlich ausverkauften Grünwalder Stadion. In der ersten Halbzeit ging es zumeist hin und her. Die Gäste arbeiteten mit einem Mittelfeldpressing und warteten auf Umschaltmomente, die Löwen hatten viel Ballbesitz, wurden aber nur selten zwingend, sodass es torlos in die Kabinen ging. Im zweiten Abschnitt dominierten die Hausherren dann beinahe nach Belieben und belohnten sich auch selbst. Weber, Niederlechner und der bärenstarke Wagner schossen mit drei Toren binnen 15 Minuten eine deutliche Führung heraus. Deniz legte per Freistoß den Treffer zum 4:0-Endstand nach.
1860 muss auf Dressel verzichten
Von den vier angeschlagenen Spielern, die Trainer Alper Kayabunar in der Löwenrunde verkündet hatte, konnten Eicher, Fassmann und Eberwein, der zuerst auf der Bank saß, mitwirken. Auf Kapitän Dressel mussten die Hausherren hingegen verletzungsbedingt verzichten. Dafür rückte Wach auf seine angestammte Sechser-Position und fügte sich nahtlos in die Mannschaft ein. Die zwingenden Torchancen konnte man in den ersten 30 Minuten jedoch an einer Hand abzählen. Für die Löwen setzte Niederlechner einen Alleigang knapp neben das Tor und Wachs Flachschuss verfehlte das Ziel knapp. Auf der anderen Seite blockte Weber einmal stark.
Hektik kurz vor der Pause
Hektisch wurde es dann vor der Pause noch einmal in beiden Strafräumen. Nach einem Ballverlust der Sechzger-Defensive lag das 0:1 in der Luft, doch Fassmann klärte auf der Linie. Für die Löwen setzte sich Erdogan sehenswert auf der linken Außenbahn durch und Otts Abschluss aus dem Rückraum wurde in letzter Sekunde zur Ecke abgefälscht. Im Anschluss strich ein Kopfball von Niederlechner knapp über den Querbalken. Dies waren jeweils die besten Chancen beider Teams. Kurz vom Pausentee musste bei 1860 Ott verletzungsbedingt früh aus dem Spiel. Für ihn kam Wagner, der später noch zum Matchwinner werden sollte. Letztlich ging es trotz mehr Ballbesitz für Münchens großer Liebe ohne Tore in die Kabinen. Auf Seiten der Hausherren waren der sehr stabile Wach und Erdogan, der überall auf dem Platz zu finden war, die aktivsten Akteure.
Löwen zerlegen Ansbach in 15 Minuten
Nach dem Seitenwechsel bekamen die Löwen immer mehr Spielzugriff und drückten die Gäste förmlich in deren Hälfte. Dasselbe Bild also wie vor einer Woche in Burghausen, aber mit dem Unterschied, dass sich die Löwen dieses Mal auch belohnten. Mann des Tages bei den Löwen war der eingewechselte Fabio Wagner, der an allen drei Toren beteiligt war. Beim 1:0 legte er scharf ab in die Box und Weber schoss ein. Beim 2:0 holte er eine Ecke heraus, Deniz brachte den Ball auf den zweiten Pfosten und Niederlechner beendete per Kopf seine Torflaute. Das 3:0 machte der Youngster dann nach sehenswertem Doppelpass mit Wach kurzerhand selbst. Und so war nach einer guten Stunde auch schon der Deckel drauf.
Löwen lassen es locker auslaufen
Mit der klaren Führung im Rücken ließen die Gastgeber nichts mehr anbrennen, schalteten einen Gang zurück und verteidigten stabil. Bis auf Fernschüssen hatte die Ansbacher auch keine großen Ideen mehr, abgesehen von ein paar Frustfouls. Unter tosendem Applaus verließ Kapitän Niederlechner knapp 20 Minuten vor Schluss für Leone den Rasen. Auch die Gäste wechselten munter durch, was aber an der Feldüberlegenheit der Sechzger nichts änderte. Vielmehr legte Tunay Deniz mit einem Freistoß aus gut 25 Metern das 4:0 nach. In der Schlussphase kamen dann noch Ortivero Calderon, Collins und Hoppe zu Kurzeinsätzen und es blieb beim 4:0.
Lockeres Scheibenschießen – dann ab auf die Wiesn
Das Motto des Tages hätte also lauten können: Erst ein lockeres Scheibenschießen, dann ab auf die Wiesn. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit zeigten die Löwen nach dem Seitenwechsel ganz klar, wer Herr im Haus ist und nutzten dieses Mal zumindest jede zweite oder dritte Großchance, sodass am Ende ein Kantersieg zu Buche stand, der hochverdient war, aber vielleicht um ein Tor zu hoch ausfiel. Dennoch tut ein solches Ergebnis gut, denn der Knoten in der Offensive ist damit hoffentlich endlich geplatzt.














