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Sechzig um Sieben: Sonderrechte für den Fußball?

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Guten Morgen, liebe Löwinnen und Löwen! Am Aschermittwoch ist alles vorbei, sagt man. Dieses Jahr nicht, denn es hat ja eigentlich noch gar nichts angefangen. Aber vielleicht sind die schlimmsten Corona-Einschränkungen ja tatsächlich bald Geschichte und wir kommen wieder in ein etwas normaleres Leben zurück. Vielleicht sogar wieder mit Stadionbesuchen. Wird es hier Sonderrechte für den Fußball oder besser gesagt für seine Fans geben?

Sonderrrechte für den Fußball?

Während wir bis auf Weiteres die Stadien nur von Außen sehen dürfen, bekommen die Spieler sie fast wie gewohnt von Innen zu sehen. Für den ein oder anderen Spieler stehen in naher Zukunft Stadien auf dem Programm, die er in der KO-Phase der Champions League wahrscheinlich nicht auf dem Reiseplan hatte. Orte wie Budapest oder Bukarest. Durch die in manchen Ländern – vor allem für die englischen Mannschaften – geltenden Einreisebeschränkungen findet nun eine örtliche Verlegung der Partien quer durch Europa statt. Ob der Fußball dadurch Sonderrechte genießt, wird auch bei uns in der Redaktion kontrovers diskutiert. Wie wahrscheinlich im ganzen Land. Stephan Tempel ist der Meinung, dass der Fußball aktuell keine Sonderrolle einnimmt. Jan Schrader dagegen führt aus, dass der Fußball sehr wohl Sonderrechte genießt. Beide begründeten gestern ihre Meinung bei uns und irgendwie haben beide einen Punkt, finde ich… Schwierig alles zur Zeit… Was meint Ihr? Wir würden uns über Kommentare von Euch und Eure Meinung zum Thema freuen.

Schneeschieben in Halle

Zurück von der großen Bühne des Fußballs in die Realität der 3. Liga. Und die heißt in Halle: Schneeräumen. Wie bekannt konnte am Samstag das Spiel gegen den MSV Duisburg wegen 60 cm auf dem Rasen des Erdgas-Stadions nicht stattfinden. Damit die Mannschaft nun wenigstens trainieren kann, suchte der Hallesche FC Freiwillige, die den Kunstrasenplatz des FSV in Halle Neustadt freischaufeln sollten. Die Helfer bekommen vom HFC als Dank Getränke zur Verfügung gestellt. Schöne Aktion!

Kein Einspruch von der Uerdinger Arche

Wie die Rheinische Post berichtet, hat sich der KFC Uerdingen mit dem Abzug von 3 Punkten wegen der Eröffnung des Insolvenzverfahrens abgefunden. Daher werden die Verantwortlichen keinen Einspruch dagegen einlegen. Die Krefelder profitieren dabei auch von einer Sonderregelung des DFB, die während der Corona-Zeit nur einen Abzug von 3 anstatt von 9 Punkten bei Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vorsieht.

Ex-Löwe Stark verletzt

Bei Dynamo Dresden fällt Yannick Stark wegen einer Schulterverletzung auf unbestimmte Zeit aus. Der ehemalige Blaue verletzte sich wohl am Samstag im Training und verpasste schon das Spiel gegen Lübeck. Trotz aller Rivalität: Gute Besserung, Yannick!

Erster Auftritt von Linus Straßer bei der Ski WM

Gestern griff unser Skilöwe Linus Straßer das erste Mal ins Geschehen bei der alpinen Ski WM in Cortina d’Ampezzo ein. Bisher verlief die WM für das deutsche Team mit bereits drei Silbermedaillen ja überraschend erfolgreich. Leider konnte Straßer keine weitere Medaille für die deutsche Mannschaft erringen. Im Parallelslalom schied er im Viertelfinale gegen den späteren Bronzemedaillengewiner Loic Meillard aus der Schweiz aus. Seinen Achtelfinallauf gewann der Münchner noch gegen den Norweger Timon Haugan. Gold holte der Franzose Mathieu Faivre, der sich im Finale gegen Filip Zubcic aus Kroatien durchsetzte.

Schluss mit lustig

Dachte sich wohl auch Michael Köllner als er den Trainingsplan für diese Woche zusammenstellte und für den heutigen Aschermittwoch gleich zwei Trainingseinheiten für unsere Mannschaft ansetzte. Da heute die Fastenzeit beginnt, sollte es nicht ins Gewicht fallen, dass das Stüberl heute wie gewohnt geschlossen ist. Selbiges gilt für den Fanshop.

Kommt gut in die Fastenzeit, die wohl dieses Jahr auch ohne Starkbierfeste absolviert werden muss. Haltet durch! Wie versuchen, Euch die Zeit mit aktuellen News aus der 3. Liga und von der Grünwalder Straße so angenehm wie möglich zu gestalten.

Champions League und Europa League: Mit aller Macht durch Europa

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Champions League TSV 1860 München

Mönchengladbach und Manchester tragen ihr Champions League-Spiel nächste Woche in Budapest aus. Atletico Madrid und der FC Chelsea fliegen nach Bukarest. Haben die Piloten das falsche Ziel anvisiert? Mitnichten.

Ein Kommentar von Jan Schrader

Entgegen meines Kollegen Stephan Tempel sehe ich beim Fußball aktuell sehr wohl eine gewisse Sonderrolle. Dabei geht es mir nicht darum, dass der Fußball an sich spielen darf. Viel mehr kann ich für die aktuelle “Reisefreudigkeit” keinerlei Verständnis aufbringen.

Mit aller Macht: Hauptsache der Ball rollt!

Die anstehenden Spielbegegnungen in der Champions League (Achtelfinale) und Europa League (Zwischenrunde) stehen in den nächsten Tagen auf dem Programm. Der eng getaktete Spielplan lässt eine Verlegung der Partien quasi nicht zu. Im Visier hat die UEFA daher diese Spieltage durchzuziehen – egal wie.

Immer mehr Länder schränken das Reisen in Europa aktuell ein. Das führt zu völlig kuriosen Ansetzungen in den europäischen Wettbewerben. Mönchengladbach trägt sein “Heim”spiel gegen Manchester City in Budapest aus. Das Konstrukt aus Leipzig schließt sich an und verlegt das Spiel gegen Liverpool ebenfalls in die ungarische Hauptstadt. In Ungarn herrscht ein generelles Einreiseverbot, aber für den Profi-Sport werden beide Augen zugedrückt.

Norwegen + Deutschland = Spanien?

Richtig absurd wird es dann spätestens bei der Partie Molde-Hoffenheim in der Europa League. Da Norwegen die Einreise einer deutschen Mannschaft nicht erlaubt, wird die Partie im spanischen Villareal ausgetragen. Landesweit liegt die Corona-Inzidenz dort bei über 200.

Atletico Madrid muss sein Heimspiel gegen den FC Chelsea derweil in Bukarest austragen. Real Sociedad San Sebastian spielt gegen Manchester United in Turin. Die spanischen Behörden erlauben eine Einreise einer englischen Mannschaft nicht. Die Angst vor der britischen Mutation ist zu groß. Während also Molde und Hoffenheim aus Ländern mit deutlich niedrigen Inzidenz-Werten (Norwegen: 32, Deutschland: 59; Stand jeweils 16.02.21) in Spanien ein Obdach finden, spielen die Spanier selber in Rumänien (7-Tage-Inzidenz: 87).

Champions League: Dortmund regulär in Spanien

Aufgrund der hohen Inzidenz-Zahlen in Spanien steht auch hinter dem Heimspiel von Dortmund gegen Sevilla ein dickes Fragezeichen. In der andalusischen Stadt beträgt die Corona-Inzidenz aktuell über 300. Während Hoffenheim aktuell also nach Spanien ausweicht, könnte Dortmunds Gegner Anfang März bereits die Einreise nach Deutschland verweigert werden. Den Hinflug hat der BVB allerdings bereits angetreten.

Schön und gut, mag es jemand noch ein bisschen exotischer? Alles klar: So richtig die Reiselust gepackt hat nämlich Benfica Lissabon und Arsenal London. Hinspiel in Rom, Rückspiel in Piräus. Was soll man dazu noch sagen?

Wer jetzt durcheinander gekommen ist: die Sportschau hat das Ganze bildlich dargestellt:

Die Rolle der deutschen Behörden

Fragwürdig sind in diesem Zusammenhang auch die Entscheidungen der deutschen Behörden. Diese hatten, wie auch ihre spanischen Kollegen, die Einreise der englischen Teams untersagt und somit für eine Reihe an Verlegungen gesorgt. Ob es dann wirklich zielführend ist, dass deutsche Mannschaften in ein fremdes Land fliegen und noch mehr Kontakte riskieren als bei einer Austragung in Deutschland? Freilich muss dazu gesagt werden, dass die Behörden auf den letztendlichen Spielort keinerlei Einfluss mehr haben. Allerdings wäre es dann nur konsequent, den reisenden Mannschaften eine Quarantäne-Pflicht aufzuerlegen. Ansonsten hat das Einreiseverbot keinerlei Effekt. So treffen die Teams trotzdem aufeinander und erhöhen durch die Reise ihre Kontaktanzahl signifikant. Die Wirkung der getroffenen Entscheidung verpufft in meinen Augen komplett. Diese Sonderrolle des Fußballs kann ich nicht nachvollziehen und geht mir persönlich zu weit.

Mit aller Macht: UEFA sitzt am längeren Hebel

Meine gewählte Überschrift ist hier tatsächlich doppeldeutig. Neben dem unbedingten Willen, die Spiele auszutragen, spielt auch die tatsächliche Macht der UEFA eine entscheidende Rolle. Die Vereine wurden angewiesen, sich eigenverantwortlich und zeitnah um einen Ersatzspielort zu kümmern. Das liegt ganz einfach daran, dass die UEFA-Regularien die Pflicht der ordnungsgemäßen Durchführung beim Gastgeber sehen. Auch der entstehende Mehraufwand muss durch die Heimmannschaften getragen werden.

“Und spieln wir in der Champions League…”

Dieser Fangesang ist auch heute noch omnipräsent in der Fankurve von Sechzig München. Nicht nur, aber vor allem aufgrund der aktuellen Entwicklung frage ich mich persönlich schon, ob das noch ein erstrebenswertes Ziel ist.

Der TSV 1860 München war zuletzt in der Saison 2000/01 in der Champions League vertreten. Damals scheiterte man in der Qualifikation an Leeds United. Für viele bedeuten diese beiden Spiele Sehnsucht. Die Sehnsucht, mit dem geilsten Verein der Welt in Europa unterwegs zu sein und die weiß-blauen Farben zu tragen.
Klar, das kann ich auch ganz offen sagen: Als ein eher jüngerer Anhänger vom TSV 1860 München war es mir damals nicht vergönnt und es wäre unglaublich schön, mit diesem Verein durch Europa zu reisen! Aber wären wir nicht vorerst auch mit einem ordentlichen Testspiel auf der europäischen Ebene zufrieden?

Nur ein Job?

Schon vor Kurzem hatte ich im Rahmen der unerhörlichen Wartezeit am Flughafen BER einer anderen Münchner Mannschaft und der darauffolgenden Reise nach Katar meine Meinung zu dieser Reise kund getan.

Im Nachgang der Reise sorgten die Aussagen von Bayern-Trainer Hansi Flick für Diskussionsbedarf. Er begründet Reisen dieser Art damit, dass es eine Sache sei, die man machen müsse. Ist das denn wirklich so? Die grundsätzliche Frage, die sich mir dabei stellt: Sollte man aktuell europäische Wettbewerbe wirklich durchführen? Reicht es nicht, sich auf nationalen Spiele zu beschränken?
Desweiteren spricht Flick davon, dass es “unser Job, unser Business” sei. Das ist allerdings in meinen Augen eine schlechte Begründung. Der Job von einem Tattoowierer ist es, Menschen zu tattoowieren. Ein inhabergeführtes Bekleidungsgeschäft würde gerne seine Ware dem Kunden verkaufen. Ein Busunternehmen würde gerne Reisen anbieten.

Andere würden froh sein, wenn sie ihrem Beruf überhaupt nachgehen könnten. All das ist in Zeiten der Corona-Pandemie aber nicht erlaubt. Das ist der springende Punkt: der Fußball hat eine Sonderstellung. Allerdings – und da gehe ich mit der Meinung meines Kollegen einher – provoziert vor allem die Art und Weise, wie sich die Beteiligten dazu äußern, die ganze Reihe an Kommentaren in den letzten Tagen und Wochen. Wie man lesen kann, ist dem Bayern-Trainer offenbar nicht bewusst, dass er im Rampenlicht steht. Der Spiegel schreibt:

Er habe »nicht erwartet«, dass seine Aussagen öffentlich »solche Wellen schlagen« würden, sagte Flick.

Das überrascht mich dann doch. Warum der Bayern-Trainer jetzt auch noch ein Treffen mit dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach bekommen soll, erschließt sich mir nicht im Entferntesten.

Für Beschränkungen ist im heutigen Fußball ganz offensichtlich kein Platz. Trotzdem sollten nicht mit vollkommen sinnfreien Spielorten inmitten einer Pandemie Sympathiepunkte unnötig verspielt werden.

Im bestmöglichen Fall wäre eine Teilnahme an der Champions League für den TSV 1860 München in der Saison 2023/24 möglich. Bis dahin ist noch viel Zeit. Zeit für den Fußball, um die Visiere hoch zu klappen und wieder einen Blick für die Realität zu bekommen.

 

Sonderrolle des Fußball oder der Frisöre während Corona?

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Sonderrolle des Fußball oder der Frisöre?

Ein Kommentar von Stephan Tempel

Ich muss ehrlich gesagt zugeben, dass mir in den letzten Tagen bei den ganzen Kommentaren über die „Sonderrolle des Fußball“ immer öfter das Messer in der Tasche aufgegangen ist. Der Corona-Frust sitzt bei den Menschen tief, da sind die Herren Millionäre auf dem grünen Rasen offensichtlich für viele das richtige Ventil.

Für mich an der Zeit, die „Sonderrolle des Fußballs“ in Corona-Zeiten mal etwas näher zu beleuchten. Auch in dem Wissen, eine klare Minderheitenmeinung – auch in der sechzger.de-Redaktion – zu vertreten.

Sonderrolle? Immer eine Frage der Perspektive

Aus meiner Perspektive genießt nämlich jeder eine Sonderrolle, dessen Arbeit nicht systemrelevant ist und der derzeit diese Arbeit ausüben darf. Sofern er sich nicht gerade im Homeoffice befindet.

Leute, die gerade in Lohn und Brot stehen, werden das vermutlich natürlich ganz anders sehen.

Mir ist das Arbeiten seit November verboten. Nach zwei Monaten zu Beginn 2020 sind es nun erneut inzwischen 3,5 Monate, in denen ich kein Geld verdienen, sondern jeden Monat verlieren “darf”. Zusammen bald 6 Monate, also ein halbes Jahr ohne Einkommen. Meine Altersvorsorge schmilzt dahin wie Schnee in der Sonne. Obwohl es in meinem kompletten Berufssparte nicht eine einzige nachgewiesene Corona-Infektion gibt. Interessiert nur niemandem, bei einem Berufszweig, der keine Lobby hat.

Corona-Infektion in Innenräumen

Nach Studien ist das Infektionsrisiko sowohl in Schulen, als auch in Büros um ein Vielfaches höher als z.B. beim Frisör.

Dieser musste allerdings auch schließen, während Büros, Produktionen etc. geöffnet blieben. Von den unzähligen Kontakten in den öffentlichen Verkehrsmitteln von den Leuten, die in die Arbeit fahren, reden wir an dieser Stelle noch gar nicht.

Wer hat hier gleich noch einmal eine Sonderrolle?

Nachdem nun ein paar Frisöre öffentlich wirksam auf die Tränendrüse gedrückt haben und das Kopfhaar in der Gesellschaft seit dem Lockdown um unerträgliche 2-3 cm im Schnitt gewachsen ist, dürfen die Frisöre nun zum 01. März öffnen. Ich gönne es jedem, der arbeiten darf von Herzen. Ganz ehrlich.

Allerdings gibt es in der BRD ca. 140.000 sozialversicherungspflichtig beschäftige Friseure und Friseurinnen und ungefähr 80.000 Friseurbetriebe. Jeder dieser Betriebe hat im Schnitt 6,7 Kunden pro Tag – soll heißen, es lassen sich jeden Tag über eine halbe Million Menschen die Haare schneiden.

Das Volk wird frisch geschoren und ist zufrieden. Wen stören da schon in Pandemiezeiten monatlich rund 15 Millionen Kunden beim Frisör, die eine deutlich höhere Zahl an Kontakten produzieren? Politiker begründen es mit  „Menschenwürde“ und „beim Frisör zu sich selbst finden“. Scheinbar ist ein korrekter Haarschnitt wichtiger als die Bekämpfung eines tödlichen, hochansteckenden Virus. Paar Millionen Kontakte mehr für die Frisur? Offensichtlich vertretbar.

Mit meinem Berufsverband wird von Seiten der Politik im Übrigen nicht einmal geredet. Mehrere Kontaktversuche blieben ohne Reaktion. Dabei würden Tätowierern derzeit ein – gerne auch mit Schnelltest getesteter – Kunde am Tag genügen. Ähnlich wird es in Österreich praktiziert. Auch beim Frisör im übrigen. Interessiert hier nur niemanden.

Mag mit mir jemand über “Sonderrollen” diskutieren?

Sonderrolle – War noch was?

Ach ja, derzeit die Australien Open in Melbourne mit Spitzenverdienern aus aller Welt. Die Ski-WM in Italien. Die Bob- & Skeleton-WM. Diese Veranstaltungen stören nur niemanden. Warum eigentlich nicht? Was ist der Unterschied zum Fußball? Auf den ersten Blick nicht ersichtlich.

Sonderrolle des Fußball während Corona?

Dennoch, das Volk und die Kommentarspalten haben ein neues Feindbild ausgemacht. Dafür gibt es meiner Meinung nach keine rationalen Gründe. Fußballer gehen wie Millionen andere auch ihrer Arbeit nach. Sie befinden sich – wenn sie nicht gerade gegen die Auflagen verstoßen – in einer Blase. Durch eine Vielzahl von Tests, die die Vereine selber bezahlen sind sie relativ sicher. Sie nehmen niemandem Testkapazitäten weg. Zudem erhalten sie Arbeitsplätze. Für viele sind die Fußballspiele eine willkommene Ablenkung in Pandemiezeiten. Wem dazu spontan „Brot & Spiele“ einfällt – das habe ich in meinem letzten Kommentar schon behandelt.

Pervers, in der Gegend herumzufliegen während andere daheim sitzen

Nun, das kann man so sehen. Auch wenn es nun einmal zum Beruf der Fußballer gehört. Ob 20 getestete Fußballer aus München nun nach Hamburg oder Katar zum Arbeiten fliegen, spielt eigentlich keine große Rolle. Das Risiko ist überschaubar.

In diesem Zusammenhang kann und sollte man dann aber vieles hinterfragen. Exorbitante Gehälter wurden im Fußball auch schon vor Corona gezahlt, während anderswo viele Menschen nicht einmal eine Schüssel Reis haben. Das stört nur kaum jemanden, wenn er im Stadion oder dem Public Viewing bei 3-4 Bier seinen Idolen zujubeln oder schlau daherreden kann. Pervers finden sie es jetzt, in Pandemiezeiten, wenn sie selber daheim sitzen müssen. Es war halt schon immer jeder sich selbst der Nächste.

Als ob ohne Fußballspiele eine Wirtschaft oder eine Schule einen Tag früher öffnen würde.

Schuld ist – vermutlich – der FC Bayern

Woher dann der Hass auf die Fußballer derzeit? Schuld ist meiner Meinung nach der FC Bayern. Genauer gesagt Karl-Heinz Rummenigge. Echauffiert sich über eine Nacht in der Luxus-Klasse in einem Flugzeug. Natürlich unterstützt von Uli Hoeneß. Weil auf einmal für den FC Bayern Regeln gelten. Das schmeckt den beiden nicht. Mit Regeln haben sie es nicht so. Das ist aus der Vergangenheit ja hinlänglich bekannt.

Rummenigge bezeichnet die Bayern-Spieler als mögliches Vorbild für eine Corona-Impfung. Da wäre es doch ganz praktisch, wenn diese zuerst geimpft werden würden.

Während es in Deutschland aktuell und auf längere Zeit noch nicht einmal genug Impfstoff für die größten Risikogruppen gibt. Jener Rummenigge ist leider oftmals nicht einmal in der Lage, einen Mund-Nasen-Schutz halbwegs korrekt aufzusetzen.

Das alles ist in den Medien sehr präsent. Es erzürnt den Bürger und führt letztlich zu den aktuellen heftigen Debatten über die „Sonderrolle des Fußball“. Der kann da jedoch relativ wenig dafür. Er ging seiner Arbeit in den letzten Monaten vergleichsweise geräuschlos nach. Vielleicht sollten sich auch die Funktionäre der Seitenstraße wieder darauf besinnen, dass es manchmal einfach besser ist, den Mund zu halten.

Sechzig um sieben: Der alte Mann und der Vertrag

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Sechzig um Sieben 1860
Sechzig um Sieben: Erfolgsrezept

Guten Morgen, liebe Löwinnen und Löwen! Es ist Dienstag, um genau zu sein Faschingsdienstag! Statt den Vormittag verkleidet und biertrinkend auf dem Viktualienmarkt zu verbringen, kriegt Ihr bei uns ungeschminkte News zum TSV 1860 München, der dritten Liga sowie dem alten Mann und dem Vertrag.

Der alte Mann und der Vertrag

Sportgeschäftsführer Günther Gorenzel äußerte sich am Samstag vor dem Rostock-Spiel zuversichtlich, dass Käpt’n Sascha Mölders seinen Verrag an der Grünwalder Straße nochmals um ein Jahr verlängert. Die Abendzeitung greift diese Äußerungen nochmals auf und hebt die Bedeutung der Nummer 9 für den ganzen Verein besonders hervor. Außerdem will Gorenzel mit einem Großteil der aktuellen Spieler verlängern (wir berichteten). Er warnt seine Spieler (und deren Berater) aber davor, zu Corona-Zeiten überzogene Gehaltsforderungen zu stellen und bittet um “gegenseitiges Verständnis für die aktuelle Situation”.

12. Mann Ticket

Für das sogenannte “S-Bahn Derby” haben sich die Löwen eine besondere Aktion einfallen lassen: Ziel ist es, im virtuell ausverkauften Sechzgerstadion zum Spiel gegen den Club mit dem Bob im Wappen anzutreten. Wer Geisterspieltickets zum Preis von 6 €/Stück kauft, kommt in den Genuss einiger attraktiver Rabatte. Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer jubilierte: „Das virtuelle 12. Mann Ticket bietet Rabatt-Aktionen, mit denen sich die Investition wieder locker reinholen lassen, was mein ‚schwäbisches‘ Herz höher schlagen lässt“. Wer kann da schon nein sagen?

Sechzig boxt für Deutschland

Boxlöwe Magomed Schachidov konnte bei einem internationalen Boxturnier in Köln seine beiden Kämpfe für die deutsche Nationalmanschaft gewinnen. In der Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm setzte er sich unter anderem gegen einen Konkurrenten aus Moldawien durch. Außerdem hat Magomed gute Chancen, die Löwen bei den olympischen Spielen in Tokio zu vertreten. Der deutsche Boxverband darf in der Klasse bis 69 Kilogramm nur einen Starter für das Weltqualifikationsturnier melden. Hier muss unser Boxlöwe die interne Ausscheidung gegen Paul Wall gewinnen, um dann vielleicht eine Olympiamedaile nach Giesing zu holen. Wir wünschen viel Glück!

Montagsspiel der dritten Liga

Im Montagsspiel der dritten Liga besiegte Türkgücü im Sechzgerstadion bei starkem Schneetreiben den FC Magdeburg. Winterpausen-Neuzugang Röser brachte das Team aus Neuperlach früh mit 2:0 in Führung (6. und 13. Minute). Die Magedburger konnten in ihrem ersten Spiel unter dem neuen Trainer Titz bereits in der 16. Minute per Foulelfmeter den Anschlusstreffer markieren (Gjasula). Zu mehr langte es für die Gäste von der Elbe aber nicht. Damit rückt uns Türkgücü in der Tabelle bis auf zwei Punkte auf die Pelle, hat aber ein Spiel mehr.

Ungewissheit in Uerdingen

Trotz des Einstiegs der Noah Company könnte die Uerdinger Arche in Kürze untergehen. “Die finanzielle Basis für die kommenden Wochen ist noch nicht geschaffen. Spätestens Mitte nächster Woche benötigen wir hier Planungssicherheit, um den Geschäfts- und Spielbetrieb des KFC Uerdingen aufrechterhalten zu können” äußerte sich der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Claus-Peter Kruth. Er hat allen Grund besorgt zu sein, denn nach dem Einstieg bei ehemaligen AC Siena sorgte die Noah Company für eine Neugründung und den Zwangsabstieg in Liga 4. Außerdem zählen der lettische Erstligist FC Noah Jūrmala (2019 umbenannt) und der armenische Stammklub FC Artsakh zum Portfolio der Noah Group. Roman Gervokyan als offizieller Vertreter der Noah Group wurde dem Vernehmen nach bisher noch nicht in Krefeld gesichtet. Wir sind gespannt, ob Noah die Uerdinger Arche über Wasser halten kann.

Das ist los an der Grünwalder Straße

Stüberl und Shop sind natürlich bis auf Weiteres geschlossen, so dass man nicht bei einem Weißbier über den alten Mann und den Vertrag diskutieren kann. Michi Köllner bittet am Nachmittag zum Training, um die Mannschaft auf das Spiel in Saarbrücken vorzubereiten.

Alaaf-Helau, wir bleiben alle BLAU! Dummdädummdädummdäääää!

TSV 1860 München – Hansa Rostock in der TAKTIKTAFEL Analyse

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich Willkommen zur TAKTIKTAFEL – Analyse des Spiels TSV 1860 München gegen den FC Hansa Rostock.

Zuallererst möchte ich mich bei Trainer Michael Köllner für das große Lob dieser Rubrik in der Pressekonferenz am Freitag vor der Partie TSV 1860 München – Hansa Rostock bedanken. Dass Sie, Herr Köllner, meine Ausführungen nach den Spielen lesen und sogar als eine zweite Meinung heranziehen, freut mich über alle Maßen. Vielen Dank für Ihre sehr motivierenden Worte.

Die Spielsysteme beim Duell TSV 1860 – Hansa Rostock

Der TSV 1860 München sah sich im bewährten 4-1-4-1 System einem 4-2-3-1 der Rostocker gegenüber. Offensiv verschob der FC Hansa zu einem 3-5-2 mit asymmetrisch hängender Spitze.

Die Statistiken zum Spiel

  • Ballbesitz: TSV 1860 52%, FCH 48%
  • Passgenauigkeit: TSV 1860 73%, FCH 74%
  • Schüsse: TSV 1860 15, davon 5 aufs Tor; FCH 2, keiner aufs Tor
  • Defensive Zweikampfquote: TSV 1860 54%, FCH 47%
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion): TSV 1860 10,41; FCH 13.32

Vor allem die Defensivleistung der Löwen war für den Betrachter ein Sahnestückchen über die kompletten neunzig Minuten. Eine so starke Mannschaft wie den FCH fast komplett aus der eigenen Box herauszuhalten ist aller Ehren wert. Dabei in der eigenen Spielfeldhälfte über neunzig Minuten nur drei Kopfballduelle zu verlieren und den Gegner auf acht Ballkontakte im Strafraum zu limitieren, verdient allerhöchste Anerkennung.

Auch die offensive Marschroute der Löwen sah sehr vielversprechend aus. Dass einmal mehr der gegnerische Torhüter über sich hinauswuchs und auch das Gebälk dem Tüchtigen das Glück verwehrte, ist sehr schade.

Wie haben die Löwen ihr Defensivspiel angelegt?

Gegen den Ball war die Pressinglinie in der ersten Halbzeit viel tiefer gesetzt als in den meisten Spielen zuvor und auch das Anlaufen der Gegenspieler fand nicht so aggressiv statt wie man es von den Löwen sonst gewohnt ist. Offensichtlich wollten die Sechzger lieber den Gegner auf die Flügel zwingen als das Spiel durch das Zentrum für Rostock zu ermöglichen. Die Passwege auf die Spieler im Zentrum wurden konsequent zugestellt. Auf den Flügeln hatte Rostock wenig Raum, um zu agieren. Die ist eine logische Konsequenz aus der tief angesetzten Pressinglinie. Zwischen der Mittellinie und dem Sechzehner machten die Löwen die Räume überall eng und ließen den Spielern der Kogge kaum Zeit, das Spielgerät zu verarbeiten.

Die Angriffe der Rostocker in der ersten Hälfte wurden so geschickt von der Löwendefensive gesteuert, dass es dem FCH nur viermal in den ersten 45 Minuten gelang, durchs Zentrum in Strafraumnähe zu kommen. Vor der Box war für den FCH dann meist sowieso Schluss mit lustig. Bei zwölf Versuchen, den Ball aus dem Spiel heraus in die Box zu bringen, waren nur zwei dieser Versuche derart erfolgreich, dass ein Rostocker Spieler einen Ballkontakt im Strafraum verzeichnen konnte. Für weitere drei Ballkontakte von Rostock im Strafraum des TSV 1860 waren Standardsituationen verantwortlich, die sämtlich ungefährlich waren.

Nach Wiederanpfiff

In der zweiten Halbzeit sah das Pressing der Löwen wieder wie gewohnt aus. Das brachte den Hanseaten zwar diverse Situationen ein, in denen sie mehr Raum zur Verfügung hatten. Wirklich gefährliche Angriffe konnte die Kogge damit aber auch nicht starten. Zu gut waren die Löwen in der letzten Reihe positioniert, um auch nur den Hauch irgendeiner Gefahr für den von Marco Hiller gehüteten Kasten aufkommen zu lassen.

Dabei spielte natürlich auch die gelb-rote Karte, die sich Stürmer John Verhoek in der 48. Minute bei Schiedsrichter Weickenmeier abholte, eine große Rolle. Diesen Verlust konnte Hansa Rostock offensiv nicht kompensieren.

In 33% der Fälle fanden die Angriffe der Rostocker in der zweiten Halbzeit bereits im eigenen Abwehrdrittel ein Ende, weitere 13% kamen nicht über die Mittellinie hinaus. Insgesamt konnten die Löwen 87% der Rostocker Ballbesitzphasen in der zweiten Halbzeit vor dem letzten Drittel in eigenen Ballbesitz umwandeln. Nur drei Ballkontakte eines gegnerischen Spielers im Strafraum ließen die Löwen nach dem Pausentee zu.

Diskrepanz zwischen Statistik und Realität

Schaut man auf die defensive Zweikampfbilanz in der Statistik, so sieht das auf den ersten Blick gar nicht danach aus, dass die Löwen so stark verteidigt hätten. Auch die PPDA hat in anderen Spielen schon besser ausgesehen.

Die Herangehensweise an die Abwehrarbeit war am Samstag der entscheidende Faktor. Stellungsspiel war das A und O für Ballgewinn gegen den FCH. Dieses gute Stellungsspiel bekommt aber nur dann Effektivität, wenn der Gegner dazu gezwungen werden kann den Ball dahin zu spielen, wo ihn die Löwendefensive abfangen kann. Zustellen von einfachen Passwegen, den Gegenspieler auf den falschen Fuß zwingen und dem Gegenspieler keine Zeit zur Verarbeitung des Balles geben. Das alles sind Faktoren, die stimmen müssen, damit defensives Stellungsspiel letztendlich zu abgefangenen Bällen und somit erfolgreichen Defensivaktionen führt.

Der nicht gewonnene defensive Zweikampf ist also nicht gleichzusetzen mit einem erfolglosen defensiven Zweikampf. Ein Beispiel: Der verteidigende Spieler attackiert seinen ballführenden Gegenspieler so, dass er zwar selbst nicht in Ballbesitz kommt, der Gegenspieler aber zu einem Fehlpass gezwungen wird. Die Statistik sagt hier: verlorener Defensivzweikampf. Der gesunde Menschenverstand sagt: erfolgreiche Aktion.

Was hat am Samstag also gefehlt?

Aus taktischer Sicht hat am Samstag auch in der Offensive alles gestimmt. Um dem zu Beginn des Spiels starken Pressing der Rostocker zu entkommen, hat man von Anfang an öfter als sonst darauf gesetzt, den Ball zur Spieleröffnung weit zu schlagen. Das hat gut funktioniert, die zweiten Bälle gelangten oft genug in den Besitz der Löwen. Problematisch war jedoch, dass auch Hansa Rostock weiß wie man so etwas verteidigt und die Löwen durch Kompaktheit im Zentrum gut auf den Flügeln halten konnte. Die Türme im Strafraum und der in der Strafraumbeherrschung exzellente Torhüter Kolke verhinderten das hohe Spiel in die Box bestens. Die flachen Flanken, die ankamen und die Chancen aus Läufen mit Ball in der Box wurden leider nicht verwertet.

Die ein oder andere falsche Entscheidung der Löwenspieler im Strafraum und ein gewisses Quantum Pech führte dann in letzter Konsequenz zu diesem Ergebnis.

Fazit zum Spiel des TSV 1860 gegen Hansa Rostock

Ich habe am Freitag gesagt ein Punkt gegen die Kogge wäre bereits ein Erfolg. Dazu stehe ich auch weiterhin. Man kann natürlich lamentieren, dass man mit einem Mann mehr gewinnen müsste. Wenn aber der Spieler, der vom Platz fliegt, ausgerechnet der Stürmer ist, ändert sich im Angriff für die Mannschaft, die in Überzahl spielt, nicht besonders viel. Auch in Puncto Auswechslungen, wo in den sozialen Netzwerken ein wenig Kritik zu lesen war, kann man meiner Meinung nach keine große Kritik üben. Ich hätte die Auswechslungen ähnlich durchgeführt. Einzig Knöferl für Lex hätte ich deutlich früher gebracht. Etwa zum gleichen Zeitpunkt wie Greilinger für Neudecker. Neudecker war meiner Meinung nach stark gelb-rot gefährdet und musste ersetzt werden.

Es ist wie es ist. Wir haben einen Punkt gegen die Mannschaft der Stunde geholt, da ist jedwede Jammerei fehl am Platz. Nehmen wir das Positive aus dieser Begegnung mit: Wir haben a) zu Null gespielt und b) die beste Defensivleistung der Löwen bisher in dieser Saison gesehen. Überlassen wir das schimpfen und draufhauen anderen.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Sechzig um Sieben: Wählt euren Löwe des Spiels und gewinnt ein Trikot!

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Sechzig um Sieben: U21 gewinnt am Trainingsgeländer
Sechzig um Sieben: U21 gewinnt am Trainingsgeländer

Guten Morgen, Löwen! Eine neue Woche beginnt und bevor unser Fokus dem nächsten Gegner gilt, schließen wir unsere Spielberichtserstattung heute ab. Gesucht wird außerdem noch bis mittags der Löwe des Spiels. Desweiteren haben wir für euch die Ergebnisse der Sonntagspartien des 24.Spieltags in der 3.Liga.

Löwe des Spiels

Wie jeden Spieltag sucht unser Hauptsponsor die Bayerische euren Spieler des Spieltags. Bei einem 0:0 haben vielleicht auch mal defensive Spieler eine Chance, diese Abstimmung zu gewinnen. Auch für euch lohnt sich die Teilnahme: Dieses Mal winkt ein Heimtrikot und ein von der Mannschaft unterschriebener Wimpel. Ihr müsst allerdings schnell sein: nur noch bis um 12:00 Uhr könnt ihr eure Stimme für den Löwen des Spiels abgeben. Gerne könnt ihr auch hier in den Kommentaren eure Wahl erwähnen und begründen. Wir freuen uns immer über eure Meinungen. 🙂

TAKTIKTAFEL – die Analyse

Falls ihr noch eine letzte Entscheidungshilfe benötigt, geht kurz vor Abstimmungsende der Wahl zum “Löwe des Spiels” unsere Analyse der TAKTIKTAFEL-Rubrik online. Eines müssen wir allerdings vorwegnehmen: so richtig herausstechen konnte in der Analyse kein Spieler, was die Leistung der Mannschaft aber keineswegs schmälern soll. Aber lest nachher doch am besten selber, was uns die Zahlen zum Spiel verraten.

Emotionale Analyse: die Giesinger Gedanken

Unabhängig davon, was die Zahlen uns nachher verraten werden: Thomas Enn hat sich in seinem Inneren nach einer Nacht gefragt, wie er das Ergebnis einschätzt und dies in den Giesinger Gedanken festgehalten. In Zeiten von Corona verbunden mit Einschränkungen im Beruf sowie Homeschooling wurde es dieses Mal wieder ganz besonders emotional.

Hacker-Pschorr-Fantalk mit Stefan Lex

Eiskalt, wie in unserem Ticker erhofft, blieb Stefan Lex von unserem TSV 1860 München am Samstag trotz zweistelliger Minustemperaturen nicht. Im Interview mit Stadionsprecher Stefan Schneider äußerte er sich zur Partie gegen Rostock und zeigte sich nicht zufrieden mit dem Ergebnis.

Neue Abteilung beim TSV 1860 München eV

Das Vereinsheft “Die SECHZGER” ist mit der Ausgabe 1 im Jahr 2021 online lesbar. Bereits im Vorwort verkündet Präsident Robert Reisinger die vielleicht spannendste Meldung. Es wird eine neue Abteilung beim TSV 1860 München eV geben. Was es sonst an Neuigkeiten gibt und wo ihr das Heft finden könnt, verraten wir euch in unserem Artikel.

3.Liga am Sonntag

Zwei Partien des 24.Spieltags standen am Sonntag auf dem Programm. Dabei verschärfte Saarbrücken die Krise in der Vorstadt noch einmal. Mit 1:0 konnten die Saarländer sich gegen Unterhaching durchsetzen. So langsam wird die Luft aber mal so richtig dünn: Platz 18 mit 21 Punkten und zwei Spiele mehr als die meisten Mannschaften im Tabellenkeller. In Unterhaching spukt das Abstiegsgespenst.
Außerdem hatte Tabellenführer Dresden den Tabellenletzten aus der Hansestadt Lübeck zu Gast. Ganz so deutlich, wie das jetzt klingen mag, wurde es nicht. Dennoch konnte sich der Favorit letztendlich mit 3:1 durchsetzen.

Training

Heute herrscht Ruhe an der Grünwalder Straße. Denn nicht nur Löwenstüberl und Fanshop sind geschlossen, sondern auch der Trainingsplatz. Die Profis des TSV 1860 München haben nämlich frei und steigen erst morgen wieder ins Training ein.

FC Bayern in Katar

Huch! Dieser Verein bei Sechzig um Sieben? Tatsächlich wahr, denn die Nachrichten zur Reise nach Katar reißen nicht ab. Wir hatten zu dieser Thematik bereits einen Kommentar veröffentlicht. Nun hat sich der Bayern-Trainer kritisch gegenüber Karl Lauterbach geäußert. Der Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi aus München, Gründer der Bundestagslöwen, twittert hierzu folgendes:

Montagsspiel des 24.Spieltags in der 3.Liga

Abschließend noch einmal zurück in die 3.Liga. Heute Abend wird nämlich im Grünwalder Stadion schon wieder Fußball gespielt. Türkgücü München trifft auf den 1.FC Magdeburg. Spiel Nummer 1 für den neuen Trainer Christian Titz, nachdem Thomas Hoßmang am vergangenen Dienstag beim FCM zurückgetreten war. Anpfiff im Sechzgerstadion ist um – na klar- 18:60 Uhr.

TSV 1860 eV: Vereinsheft “Die SECHZGER” 1/2021 online

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TSV 1860 eV

Noch muss Vize-Präsident Hans Sitzberger die Boxhandschuhe schnüren. Bald jedoch ist im TSV 1860 eV eine elegantere Sportart angesiedelt, die ein Duell ohne körperlichen Kontakt ermöglicht.

 

TSV 1860 eV mit neuer Abteilung Fechten

Wie Präsident Robert Reisinger in seinem Vorwort des Vereinsmagazins Die SECHZGER, Ausgabe 1/2021, bekannt gibt, wird in diesem Jahr mit Fechten eine weitere Abteilung gegründet. Damit erweitert der Verein sein Repertoire um eine weitere, interessante Sportart. Fechten zählt neben Boxen und Ringen zu den ersten Wettbewerben der Menschheit. Deutschlands ältester Fechtverein kommt übrigens aus Hannover und wurde im Jahre 1862 gegründet. Die erste deutsche Meisterschaft fand 1896 statt. Im gleichen Jahr fanden die ersten Olympischen Spiele in Athen statt, bei denen die Sportart Fechten vertreten war.

Neue Vereins-App verfügbar

Zum Download bereit steht seit kurzem die neue Vereins-App “TSV München von 1860”. Sowohl für Android als auch für Apple-Produkte ist die App verfügbar. Neben News per Push-Nachricht oder Ansprechpartnern der jeweiligen Abteilungen ist unter anderem auch das Löwen-Radio in die App integriert. Bei diesem berichten die Moderatoren Jan Mauersberger und Gilbert Kalb live von jedem Heimspiel und ausgewählten Auswärtsspielen.

Grünwalder Stadion

Auf insgesamt sechs Seiten berichtet TSV 1860-Verwaltungsrat Dr. Markus Drees über das Grünwalder Stadion in den Jahren 1974 bis 2020. Folglich geht es auch um die Arena in Fröttmanning und die Aktion X-Tausend zum Erhalt der Spielstätte. Die Rückkehr infolge des Doppelabstiegs wird ebenso thematisiert und ein Ausblick auf die Zukunft gegeben.
Das erste Spiel wurde übrigens am 23. April 1911 im Sechzgerstadion ausgetragen, was sich in diesem Jahr zum 110. Mal jährt.

Berichte diverser Abteilungen des TSV 1860 eV

Auch sonst lohnt sich ein Blick in das Heft. Beispielsweise gibt es noch Berichte über die Teilnahme von Vereinsmanagerin Viola Oberländer bei der härtesten Fitness-Challenge der Welt oder das erste “Spiel” der TSV 1860 Damenmannschaft. Viele weitere Abteilungen wie “Turn- und Freizeitsport”, “eSports” oder “Roller Derby” kommen ebenso zu Wort.

Das Heft ist online auf der Homepage des TSV 1860 eV einsehbar.

Stefan Lex nach TSV 1860 – Hansa Rostock: sind nicht zufrieden (Video)

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Stefan Lex, TSV 1860 München

Foto by Anne Wild, Wochenanzeiger München

Stefan Lex nach 1860 – Rostock: Wir sind nicht zufrieden

Stefan Lex wurde nach dem Spiel TSV 1860 gegen Hansa Rostock von 1860-Stadionsprecher Stefan Schneider für den Hacker-Pschorr-Fantalk befragt. Mit dem Ergebnis war der Löwenspieler nicht zufrieden.

Löwen waren gegen Rostock überlegen

Das konnte er auch nicht sein. Zu überlegen war der TSV 1860 gegen den dritten in der Tabelle, der sich durch eine Gelb-Rote Karte auch noch selber dezimiert hatte. Doch wie schon beim letzten Heimspiel gegen den FSV Zwickau brachten die Löwen den Ball nicht im Gästetor unter.

Dass Lex gegen den FSV einige hochkarätige Torchancen hatte, weiß er selber und es wurde bereits bis zur Genüge thematisiert.

Immerhin kassierte der TSV diesmal kein unglückliches Gegentor wie gegen die Schwäne, das wäre des schlechten dann doch zuviel gewesen.

Stefan Lex im Interview mit Stefan Schneider

Stefan Lex beim TSV 1860 München

Lex ist seit der Saison 2018/19 beim TSV 1860 München. Er kam vom FC Ingolstadt. Mit den Schanzern stieg er 2015 in die 1. Bundesliga auf. In der Aufstiegssaison erzielte er 9 Tore für Ingolstadt.

Giesinger Gedanken nach dem Unentschieden gegen Hansa Rostock

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Ich bin ziemlich platt. Also mental. Erst galt es mal, in dieser Woche das Ergebnis der Ministerpräsidentenkonferenz zu verdauen. Hat man uns monatelang die Karotte mit dem Inzidenzwert von 50 vor die Nase gehalten, den wir in München übrigens seit 05.02. konstant unterschreiten, wurde nun entschieden, dass 35 das neue 50 ist. Für mich ehrlichgesagt schwer zu verdauen. Zum Einen habe ich eine Firma, die einigermaßen unter den Kontaktbeschränkungen leidet, zwar nicht so stark wie andere (z.B. auch bei Redakteuren von sechzger.de), aber trotzdem sind wir nur noch die Hälfte der Belegschaft wie vor der Krise, obwohl alle Mitarbeiter seit elf Monaten alles geben. Da erhofft man sich halt schon irgendwie eine Öffnungsperspektive und irgendwelche belastbaren Anhaltpunkte, wie es mittelfristig weitergehen soll.

Schlaflose Nächte (ausnahmsweise nicht wegen Sechzig)

Zum Anderen habe ich einen Sohn in der zweiten Klasse, der in die Notbetreuung muss, weil beide Eltern arbeiten und ich ehrlichgesagt nicht in der Lage bin, den Rest der Firma über Wasser zu halten und nebenbei Homeschooling mit ihm zu machen. So muss er in die Notbetreuung, wo er aufgrund unglaublich schlechter infrastruktureller Bedingungen dem Homeschooling nicht folgen kann und stattdessen den ganzen Tag Bilder malt. Das ist für mich unglaublich frustrierend und ich kann kaum noch schlafen, weil ich mir jede Nacht die Frage stelle, ob nun die Firma (und damit mein Einkommen und das von momentan noch acht anderen Menschen) oder die Bildung meines Sohnes wichtiger ist. Das zermürbt einen.

Was das alles mit Sechzig zu tun hat?

Ich hatte mir einfach erhofft, dass mir diese 90 Minuten gestern die Woche versüßen und mir Auftrieb für die kommende Woche geben. Man will ja noch irgendwas Schönes in dieser allumfassenden Corona-Tristesse erleben. So lastet sozusagen der Druck, mir einen positiven Wochenausklang zu bereiten auf den Schultern unserer Mannschaft. Irgendwie unfair von mir…

Sonst ist bereits das Umfeld in Giesing, das Zusammentreffen mit meinen Freunden, das Bier am Grünspitz danach, das Absingen von „Löwenmut“ und das sich in den Armen liegen bei einem Tor (wenn denn eins fällt), Auftrieb genug. Da ist das Ergebnis fast zweitrangig. Jetzt ist das anders, weil man natürlich nicht in ein Stadion gehen darf, kein Bier zusammen trinken kann und ob man sich jemals wieder jubelnd in den Armen liegen kann, ist fraglich. Vielleicht bei einer negativen Corona-Inzidenz… Das Ergebnis bekommt nun für mich eine wesentlich zentralere Bedeutung als vor Corona. Obwohl ich natürlich schon immer am liebsten Siege der Löwen sehe!

Der erste Durchgang

Gestern entwickelte sich in der ersten Hälfte ein wirklich interessantes, wenn auch chancenarmes Spiel. Beide Teams pressten auf Teufel komm raus und störten ihre Gegner Millisekunden nach der Ballannahme. So konnten sich kaum Chancen entwickeln, aber es war ein Spiel auf hohem Drittliganiveau. Gegen Ende von Halbzeit eins erarbeiteten sich die Löwen sogar ein kleines optisches Übergewicht. Wenn Stephan Salger die Flanke von Philipp Steinhart 3 Zentimeter niedriger aufs Tor geschossen hätte, wären die Löwen sogar mit einer glücklichen Führung zum Pausentee (den es dieses Mal wohl wirklich gab) geschritten. Ich war zufrieden mit der Leistung!

Mal wieder einer mehr in der zweiten Hälfte

In Halbzeit zwei kam es dann noch besser. Begünstigt durch die gelb-rote Karte gegen Verhoek (49. Minute) übernahm der TSV 1860 vollends die Kontrolle und setzte die in der Tabelle vor uns platzierten Rostocker gehörig unter Druck. Direkt im Anschluss an den Platzverweis drehten die Löwen auf und nutzten aus, dass sich die Gäste von der Ostsee noch nicht vollkommen auf das Spiel mit 10 Mann umgestellt hatten. Mölders und Biankadi wurden im Strafraum schön angespielt und kamen zu guten Chancen (54. und 57. Minute). Ein Tor lag in der Luft.

Allerdings fehlten im weiteren Spielverlauf wie schon ein ums andere Mal gegen Mannschaften in Unterzahl die zündenden Ideen im letzten Drittel des Spielfelds, obwohl die Löwen alles geben. Der TSV 1860 war dominant, setzte den Aufstiegsfavorit aus dem Norden konsequent unter Druck und erarbeitete sich doch relativ wenig Chancen. Hieran muss unbedingt gearbeitet werden. Hoffentlich ist Keanu Staude genau der Wusler, der uns in solchen Spielsituationen fehlt. Als Sascha Mölders dann in der 83. Minute vollkommen frei aus 5 Metern vor dem halbleeren Tor an Kolke scheiterte, war mir klar, dass kein Tor mehr für die Elf aus Giesing fallen würde. Von diesen vier Riesenchancen muss einfach eine rein!

Bei Sechzig geht es zu wie im wahren Leben

Schade, dass es trotz guter (vielleicht sogar sehr guter) Leistung wieder nicht zu drei Punkten gelangt hat. Hoffentlich sind das am Ende nicht die zwei Punkte, die uns fehlen. Aber da schließt sich halt der Kreis zwischen mir und Dir, lieber TSV 1860 München: Immer alles geben, manchmal klappt es, manchmal nicht. Wurscht, wieder aufstehen und weiter machen!!! Heute noch mehr als sonst immer. Und genau wegen Deiner und meiner perfekten Imperfektion bist Du mein Verein für alle Zeit! Es waren trotzdem 90 schöne Minuten mit Dir, Du hast alles gegeben! Mehr habe ich noch nie von Dir verlangt.

Spielbericht TSV 1860 München – Hansa Rostock (24.Spieltag)

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TSV 1860 Rostock

Am 24.Spieltag gastierte der FC Hansa Rostock beim TSV 1860 München.

Munterer Beginn im Grünwalder Stadion

Die Partie begann lebhaft, beide Mannschaften tasteten sich zunächst aber etwas ab. Hansa Rostock hatte etwas mehr Ballbesitz und spielte dabei in einem 3-5-2, der TSV 1860 München konnte aber immer wieder Pässe abfangen und damit schnelle Gegenstöße ermöglichen. Biankadi (4.Minute) als auch Mölders (11.Minute) konnten aber jeweils rechtzeitig eingeholt werden und am Torschuss gehindert werden.

Salger an die Latte

Mehr Fouls auf Rostocker Seite, die erste gelbe Karte gab es allerdings für Sechzig München. Wein grätschte im Mittelfeld und kam etwas zu spät (20.Minute). Kurz danach gab es die erste große Chance für den TSV 1860 gegen Hansa Rostock. Eine Hereingabe von Steinhart fand den Fuß vom aufgerückten Salger. Der Ball prallte an die Unterkante der Latte und konnte danach vom Gast geklärt werden.

TSV 1860 hat gegen Rostock hinten alles im Griff

Die Vorstöße der Gäste waren eher zaghafter Natur. Das lag aber vor allem daran, dass die Defensive der Löwen ihren Job sehr gut machte und die Angriffsbemühungen im Keim erstickten. Aber auch der Gast stand hinten sicher und ließ nur wenig zu.
Viele Fouls ließen kaum Spielfluss aufkommen und hatten weitere gelbe Karten zur Folge (Verhoeck und Sonnenberg bei Rostock, Neudecker auf Seiten des TSV 1860).

Brenzlig wurde es für Schiedsrichter Weickenmeier in Minute 41. Biankadi traf mit einer Hereingabe den Arm eines Rostocker Verteidigers. Die Pfeife blieb jedoch – wie auch schon im Hinspiel – stumm, da hätte es Elfmeter geben können. Am 5.Spieltag hatte allerdings Sechzig Glück, es hätte Elfmeter für den FCH geben müssten.

Leistungsgerecht ging es mit einem 0:0 in die warmen Kabinen.

TSV 1860 Rostock 0:0
Der Halbzeitstand in Giesing

Platzverweis kurz nach Wiederanpfiff

In der 2.Halbzeit änderte sich das Spielgeschehen zunächst nicht, doch eine Grätsche von Verhoek blieb nicht ohne Folgen. Übermotiviert ging er viel zu hart gegen Wein zu Werke. Nach der gelben Karte wegen Meckerns aus der 1.Halbzeit bedeutete das Gelb-Rot und den vorzeitigen Gang in die Kabine.

In der Folge stellte Rostock das Pressing folgerichtig nahezu komplett ein. Der TSV 1860 kombinierte sich immer wieder gefällig bis in den Strafraum, es fehlte der entscheidende Pass zum Führungstreffer.

Nach 64 Minuten kam mit Pascal Breier beim FCH wieder ein nomineller Stürmer auf den Platz. Am Spiel änderte das aber wenig, der TSV 1860 blieb bestimmend. Große Chancen waren allerdings Mangelware.

Kolke verhindert das 1:0

TSV 1860 Rostock
Gewohnt sicherer Rückhalt: Kolke vom FC Hansa Rostock

In der 82.Minute gab es dann doch die Möglichkeit auf das 1:0. Eine Flanke von Lex brachte Mölders volley aufs Tor, doch der Torhüter vom FCH parierte stark und kratzte den Ball von der Linie. In den Schlussminuten drückte der TSV 1860 noch einmal auf das Tor der Gäste, das erlösende 1:0 wollte jedoch nicht mehr fallen.

Lange Überzahl ohne Ertrag

Der TSV 1860 verpasst es, einen Mitkonkurrenten im Kampf um den Aufstieg zu besiegen. Trotz 42-minütiger Überzahl steht am Ende zum zweiten Mal nach dem Spiel gegen Uerdingen (11.Spieltag) das 0:0 auf der Anzeigetafel im Sechzgerstadion.

Für den TSV 1860 München geht es kommenden Samstag (20.02.2021) in Saarbrücken weiter. Anpfiff ist dann wieder um 14:00 Uhr.