Nach zwei Absagen in Lübeck heute nun ein Spitzenspiel
Hoffentlich besonders gut ausgeruht und fit geht unser TSV 1860 heute Nachmittag in das Spitzenspiel gegen den FC Hansa Rostock. Zwölf Tage hatte das Team von Michael Köllner Zeit, die Heimniederlage gegen den FSV Zwickau zu verarbeiten und die richtigen Schlüsse aus der Tatsache zu ziehen, dass man die Westsachsen zwar 45 Minuten lang komplett in deren eigener Hälfte einschnürte, am Ende aber dennoch mit 0:1 den Kürzeren zog. Auch der heutige Gegner aus Mecklenburg-Vorpommern hatte vor dem Duell mit den Löwen letztlich eine längere Pause, als es der (Nachhol-)Spielplan eigentlich vorgesehen hatte: Die kurze Reise nach Lübeck, die Mitte Januar am 19. Spieltag schon einmal wegen der Unbespielbarkeit des Platzes vor Ort ausfallen musste, durfte die Kogge auch am Dienstag dieser Woche nicht antreten. Der Platz im Stadion an der Lohmühle erlaubte drei Tage nach der Absage des angesetzten VfB-Kicks gegen den TSV 1860 München wieder kein Fußballspiel.
Wiederholte Spielausfälle
Lübeck gegen unseren heutigen Gegner war bereits die zweite wiederholte Absage (also eines Nachholtermins) in dieser Saison: Die Partie Verl gegen Zwickau fiel zweimal positiven Corona-Tests zum Opfer, Lübeck-Rostock zweimal der winterlichen Witterung. Und am Mittwoch dieser Woche folgte dann die dritte Schon-wieder-Absage. Diesmal in einer gemischten Variante: Mitte Januar musste das Wiesbadener Gastspiel in Dresden noch wegen Covid-19 auf Seiten der Sachsen ausfallen, nun war der Schnee in Ostdeutschland Schuld.
Der dritte Vorbericht gegen Hansa Rostock
Für mich als regelmäßiger Verfasser der morgendlichen Vorberichte auf sechzger.de ist es heute bereits das dritte Mal, dass ich Euch auf ein Spiel des TSV 1860 gegen Hansa Rostock einstimmen darf. Vor dem Geisterheimspiel am 13. Juni letzten Jahres – dem auch immer gern erwähnten Jahrestag der Zweitligarückkehr 1993 – durfte ich der geneigten Leserschaft erstmals meine Gedanken zum anstehenden Duell präsentieren. Mit einem 1:0-Sieg (das Gegentor fiel ausgerechnet in der sechzigsten Minute) zogen die Hanseaten damals in der Tabelle an uns vorbei und so blieb es auch an den restlichen sechs Spieltagen. Vielleicht läuft das Ganze heute umgekehrt? Mit einem Sieg heute Nachmittag würden die Löwen die Rostocker in der Tabelle überholen. Allerdings spielen diese heute auch erst ihr 22. Saisonspiel – unser Team das 23. Wir leben weiter generell mit einer arg verzerrten Tabelle: Für nur ein Viertel aller Drittligisten bringt der 24. Spieltag auch den 24. Auftritt auf dem grünen Rasen. Corona und der Winter machen’s möglich.
Das Hinspiel an der Ostsee
Das letzte Spiel gegen den heutigen Opponenten bezeichnete der kicker in seiner Nachbetrachtung als „intensives Nord-Süd-Duell“, was es recht gut auf den Punkt bringt: Der Ex-Rostocker Dennis Erdmann brachte drei Minuten nach seiner Einwechslung noch vor dem Halbzeitpfiff die Löwenführung, die jedoch kurz nach der Pause schon wieder ausgeglichen wurde. Philipp Steinhart kassierte innerhalb von zwanzig Minuten zwei gelbe Karten, was seinen Ausschluss und eine Zwangspause im folgenden Spitzenspiel gegen Saarbrücken nach sich zog. Ein Handspiel von Stephan Salger im Strafraum der Sechzger (Dennis Erdmann später dazu: „Er hält ihn überragend.“) wurde eine Viertelstunde vor dem Abpfiff zum Ärger der Gastgeber nicht geahndet und so blieb es bei der Punkteteilung. Nach zuletzt einer Niederlage und einem Unentschieden gegen die Kogge wäre heute folgerichtig der Dreier fällig.
Die Bilanz des TSV 1860 gegen Hansa Rostock
Ein solches Resultat würde auch die durchwachsene Gesamtbilanz und die bislang dürftigen Resultate in der 3. Liga gegen den FC Hansa ein wenig aufbessern: In 35 Duellen zog der TSV 1860 München 16 Mal den Kürzeren, halb so viele Duelle endeten Unentschieden und nur elfmal gingen die Löwen als Sieger vom Platz. In der 3. Liga warten wir seit dem Wiederaufstieg 2018 noch auf den ersten Triumph über Rostock – lange fünf Spiele.
Ist die Kogge reif für den Aufstieg?
Das jüngste ein wenig enttäuschende Abschneiden gegen Hansa Rostock hat natürlich seine Gründe: Die Mecklenburger gehörten in den letzten Jahren vorsaisonal stets zum erweiterten Favoritenkreis der 3. Liga, was sich durch drei sechste Plätze in den Abschlusstabellen 2018, 2019 und 2020 auch bewahrheitete. Relativ knapp scheiterte man jeweils am „großen Wurf“ in Form des Aufstiegs oder zumindest einer Qualifikation für das Relegationsspiel gegen den Drittletzten der 2. Liga. Obwohl die Löwen naturgemäß einiges dagegen habe dürften, könnte es durchaus passieren, dass im Mai diesen Jahres die Tabellenspitze der 3. Liga ähnlich aussieht, wie am Ende der letzten DDR-Oberliga-Saison 1990/91, als unser heutiger Gegner den letzten Meistertitel des nicht mehr existierenden Staates vor Dynamo Dresden errang.
Heimschwäche gegen Auswärtsschwäche
Mit der breiten Brust von fünf Siegen in Serie – zuvor hatte man in der Vorweihnachtszeit dreimal hintereinander verloren – kommen die Nordlichter heute nach Giesing. Ihre Stärke spielen sie allerdings für gewöhnlich eher im heimischen Ostseestadion aus. In der reinen Auswärtstabelle ist Hansa Rostock mit vier Siegen nur Zehnter. Vielleicht also der genau richtige Gegner für die in dieser Saison ein wenig heimschwächelnden Löwen, bei denen nur vier Heimerfolge zu verbuchen sind. Detailliert verfolgen lässt sich die Partie heute erstmals seit dem erfolgreichen Start ins Jahr 2021 gegen den roten Nachwuchs wieder einmal live im Free-TV beim BR und natürlich im Ticker von sechzger.de.
Diese neue Vermarktungsmöglichkeit wird auf Wunsch der Drittligisten geschaffen. Zunächst hatte sich der Ausschuss 3.Liga mit dem Thema befasst, um dann einen entsprechenden Antrag zu stellen. Diesem wurde nun in einer Sitzung durch den DFB stattgegeben.
Strenge Vorschriften
Für die Sponsorenfläche, die sich unterhalb der Rückennummer befinden soll, wurden einige Reglementierungen festgelegt. So ist unter anderem die maximale Größe klar definiert. Außerdem darf die Werbung nur einfarbig sein und muss darüber hinaus der Farbe von Spielernamen und Rückennummer entsprechen. Dem Ausschuss 3.Liga war es dabei wichtig “die wirtschaftlichen Interessen der Klubs und fankulturelle Interessen in die Meinungsbildung einzubeziehen und bestenfalls in Einklang zu bringen”, so der Vorsitzende Tom Eilers.
Umsetzung freiwillig
Die Nutzung der Werbefläche ist dabei jedem Verein selbst überlassen. Beim aktuellen Auswärtstrikot des TSV 1860 München dürfte die Umsetzung beispielsweise unmöglich sein, da oberhalb der Rückennummer der Schriftzug “München” aufgebracht ist. Die geschaffene Werbefläche wird daher durch den Spielernnamen blockiert. Im Aufstiegsfall des TSV 1860 wäre jede Diskussion ohnehin überflüssig, da eine entsprechende Vereinbarung in der 2.Liga nicht existiert.
Werbefläche wird in vielen Ländern bereits genutzt
Den Platz unter der Rückennummer als Werbefläche zu nutzen, ist keine neue Idee. So ist beispielsweise in Österreich deutlich mehr Werbung auf den Trikots aufgedruckt als in Deutschland.
Ex-Löwe Steffen Hofmann im wild bedruckten Trikot von Rapid Wien
Einfluss auf Design der Trikots in der 3.Liga?
Spannend dürfte zu beobachten sein, ob sich die neue Vermarktungsmöglichkeit auf die Gestaltung der Trikots für die Saison 2021/22 auswirkt. Denkbar wären bunte Rückennummern passend zum Sponsor.
Über den Ausschuss 3.Liga
Alle Informationen zum Ausschuss der 3.Liga können hier eingesehen werden. Mitglied ist unter anderem Manfred Schwabl von der SpVgg Unterhaching.
Ein sportliches Multitalent tippt heute für sechzger.de das Ergebnis der Partie des TSV 1860 München gegen Hansa Rostock. Ingo Seibert war erfolgreicher Leichtathlet, Deutscher Meister und World Bowl-Sieger im American Football und Juniorenweltmeister im Bobfahren. Mit Sascha Mölders versucht zudem unser erfolgreichster Torschütze, das Ergebnis des Spitzenspiels vorherzusagen.
Expertentipps mit Ingo Seibert und Sascha Mölders
Ingo Seibert: Athletiktrainer beim TSV 1860
Als die Tampa Bay Buccaneers in der Nacht von Sonntag auf Montag den Super Bowl gewannen, saß Ingo Seibert wie viele andere auch vor dem Bildschirm. Jedoch nicht als Fan, sondern zum Arbeiten. Für DAZN kommentierte der ehemalige Football-Profi das Endspiel und analysierte gekonnt das Geschehen auf und neben dem Spielfeld. Kein Wunder, denn der Mann weiß, wovon er spricht. Als Running Back wurde der gebürtige Münchner 1993 mit den Munich Cowboys Deutscher Meister. Zei Jahre später gewann er mit Frankfurt Galaxy den World Bowl. 1996 wurde Seibert gar als bester einheimischer Spieler der World League ausgezeichnet. Die Wintermonate überbrückte der Vollblutsportler Ingo Seibert mit Bobfahren, wurde Juniorenweltmeister, feierte Siege im Europacup und war auch im Weltcup erfolgreich unterwegs.
Dass es auch nach der aktiven Zeit nicht ohne Sport geht, war abzusehen. So war Seibert von 2001 bis 2006 an der TU München als Dozent im Fach Leichtathletik tätig und betreute als Fitness- und Konditionstrainer erfolgreiche Sportler/-innen wie Maria Höfl-Riesch, Viktoria Rebensburg, Susi Erdmann und Christian Blum. Beim TSV 1860 machte Seibert den Profis von 2012 bis 2019 als Athletiktrainer Beine und legte zusammen mit der Mannschaft die konditionelle Grundlage. Eine der schönsten Erinnerungen dürfte der Aufstieg unter Daniel Bierofka gewesen sein. Noch heute ist er den Löwen verbunden und steht in Kontakt mit etlichen Spielern. Das äußert sich auch in seinem Tipp: Trotz fehlender Fans setzt er auf die Giesinger Atmosphäre und hofft auf einen 2:1-Sieg des TSV 1860.
Sascha Mölders setzt auf Heimsieg
Letzte Saison 15 Tore und 15 Vorlagen, in dieser Spielzeit auch bereits 13 Treffer – über die Wichtigkeit von Sascha Mölders für die Löwen auf und abseits des Platzes müssen wir wohl nicht ernsthaft diskutieren. Selbstverständlich geht auch unser Top-Stürmer optimistisch ins Spitzenspiel der 3. Liga. Sein Tipp (bei liga3-online): TSV 1860 München – FC Hansa Rostock 1:0! Wir können uns ja sehr gut vorstellen, wer morgen Nachmittag für das goldene Tor sorgen wird…
Fotos: Ingo Seibert (privat) bzw. Martin Kolmberger
Sonnig aber zapfig kalt wird es morgen Nachmittag um zwei in Giesing sein, wenn der TSV 1860 München Hansa Rostock zum Spitzenspiel der 3. Liga begrüßt. Trainer Michael Köllner verriet in der LÖWENRUNDE am Freitag Vormittag, dass er durchaus froh ist, dass diese klimatischen Bedingugen schon in der Spielvorbereitung im Laufe dieser Woche in München vorherrschten und dass morgen – wie beim heutigen Abschlusstraining – zur eisigen Kälte wenigstens die Sonne scheinen wird.
Staude noch nicht im Kader
Apropos Abschlusstraining: Neuzugang Keanu Staude hat zwar diese Woche mit der Mannschaft trainiert und am Mittwoch auch das obligatorische Belastungs-EKG und weitere Untersuchungen nach seiner Corona-Infektion erfolgreich absolviert. Dennoch wird er beim Spiel gegen den Tabellendritten (wie wir bereits heute Vormittag vermeldeten) noch nicht zur Verfügung stehen. “Da müsste heute schon was dramatisches passieren, dass wir ihn in den Kader nehmen,” berichtete der Löwendompteur. Seine Premiere im Löwentrikot steht dann wahrscheinlich in einer Woche beim 1. FC Saarbrücken an. “Sofern da gespielt werden kann,” schob Köllner nach.
Vorbereitung in der Zwangspause
Der – aufgrund der ersten Spielabsage für sein Team in dieser Saison – notwendigen Pause von fast zwei Wochen kann Köllner im Rückblick weiterhin Positives abgewinnen. Zum einen haben “zwei Tage frei einfach mal gut getan.” Zum anderen wurde am vergangenen Samstag – statt der Reise nach Lübeck – ein längeres Testspiel ’11 gegen 11′ an der Grünwalder Straße durchgeführt, wovon vor allem die jüngeren Akteure mit weniger Spielpraxis profitierten. Die Frage der Abendzeitung nach den Eindrücken aus diesem Testspiel an der Grünwalder Straße fasste der Löwencoach so zusammen: “Ich habe da nicht die A-Mannschaft gegen die B-Mannschaft spielen lassen. Das ist in der Einordnung wichtig. Es war ein hart umkämpftes Spiel und am Ende hat eine Mannschaft mit 3:1 gewonnen. Wir haben gut kombiniert und viel davon gesehen, was wir uns Woche für Woche im Training für einen guten Spielaufbau erarbeiten.”
Über den Gegner
Für den morgigen Gegner fand Michael Köllner die gewohnt respektvollen und auch warnenden Worte. Dass die Löwen seit dem Wiederaufstieg 2018 noch auf den ersten Drittligatriumph über die Kogge warten und Hansa vielleicht gar ein Angstgegner für Sechzig sei, sieht er nicht: “Das Thema hatten wir vor dem Bayern-Spiel und auch vor Ingolstadt: Können wir gegen solche Mannschaften gewinnen? Ich glaube: Ja, das können wir!”
Die Frage von sechzger.de nach dem Torhüter der Gäste, Markus Kolke , dem vielleicht stärksten Goalie der Liga, nutzte Köllner für eine Lobeshymne auf seinen eigenen Torhüter. Marco Hiller dürfte erfreut vernehmen, wie viel sein Trainer von ihm hält und was er ihm in der Zukunft noch alles zutraut.
Trainerentlassungen in der 3. Liga
Auch in der heutigen Zoom-Sitzung waren – wie schon vor gut zwei Wochen von sechzger.de thematisiert – die zahlreichen Trainerablösungen der jüngsten Vergangenheit ein Thema. Sehr ausführlich und menschlich überzeugend nahm sich Michael Köllner für Anmerkungen zu diesem Thema Zeit. Er wiederholte, dass diese Mechanismen zwar einerseits zum Profigeschäft dazugehören, man konnte seinen Worten aber zwischen den Zeilen durchaus Kritisches entnehmen. Speziell die völlig überaschende Demission von Ex-Löwen-Coach Alex Schmidt beim Aufsteiger Türk Gücü in dieser Woche kommentierte Köllner, der zuletzt mit dem Kollegen per WhatsApp im Austausch stand, so: “Ich habe persönliche Einsichten von ihm zu der Entlassung erhalten, die auch für mich interessant sind, weil man dann erfährt, wie andere Vereine so ticken.” Ein vielsagendes Statement des Oberpfälzers.
Die ganze, fast 40-minütige Pressekonferenz kann auf dem Youtube-Kanal des TSV 1860 hier abgerufen werden
Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL zum Spiel des TSV 1860 München gegen den FC Hansa Rostock.
Mit fünf Siegen aus den letzten fünf Spielen kommt der Hansa Rostock am Samstag nach Giesing zum TSV 1860. Die Rostocker, die sich seit dem 16.Spieltag von Tabellenplatz acht bis auf den Relegationsplatz drei vorgeschoben haben, sind aufgrund der taktischen Flexibilität ein schwer ausrechenbarer Gegner. Aus der jeweiligen Grundaufstellung wird gut verschoben. Die gegen den Ball äußerst disziplinierten Kicker entwickeln im Spiel mit dem Ball eine Kreativität, die man in der 3.Liga sonst nicht oft zu sehen bekommt. Jens Härtels Kader hat, trotz einer langen Verletztenliste, alle Bausteine zur Verfügung, um die vom Trainer angedachte Spielweise auf den Platz zu bringen. Darauf gehen wir ein wenig weiter unten im Text ein.
Die taktische Grundformation
Die taktische Flexibilität bei Härtels Mannschaft ist ziemlich groß, auch wenn das anhand der hauptsächlich verwendeten Systeme eher anders aussieht. Bisher spielte Rostock mit fünf verschiedenen Grundaufstellungen, von denen das 4-2-3-1 (8x) und das 3-4-3 (11x) definitiv die bevorzugten Systeme von Trainer Jens Härtel waren. Dabei verschiebt das 4-2-3-1 bei Ballbesitz zu einem 4-1-3-2. Aus dem 3-4-3 wird gegen den Ball abhängig von der gegnerischen Offensive zum 5-4-1 oder 4-4-2 verschoben.
Im Hinspiel hat Rostock mit einem 3-4-3, das sich defensiv zum 5-4-1 verschob, die Löwen vor ziemliche Probleme gestellt. Man hat es nur dem Schiedsrichtergespann zu verdanken, dass dieses Spiel nicht verloren ging. An diesem Tag hatte der Unparteiische Herr Oldhafer einen rabenschwarzen Tag, an dem sowohl Hansa Rostock durch einen nicht gegebenen Handelfmeter als auch der TSV 1860 München mit der unberechtigten gelb – roten Karte gegen Steinhart vom Mann in schwarz benachteiligt wurden.
Tritt Rostock gegen den TSV 1860 im 3-4-3 oder 4-2-3-1 an?
Wir könnten mit dem 3-4-3 zum zweiten Mal in der Rückrunde unseren Gegner in einem System sehen, das viel taktisches Verständnis, eine hohe Laufbereitschaft und sicheres sowie schnelles Passspiel von den Spielern verlangt. Gegen das 3-4-3 sprechen die Umstellungen, die Rostock oft nach der Halbzeitpause vornehmen muss, um die Unzulänglichkeiten aus der ersten Halbzeit auszubügeln. Jüngst gegen den SC Verl konnte man das gut beobachten. Nach Halbzeit eins lag der SC Verl verdientermaßen mit 2:0 in Führung. Mit der Systemumstellung von 3-4-3 auf 4-2-3-1 und der Einwechslung von vier (!) frischen Spielern kam bei Rostock die Wende und dank einer dann brutal stabilen Abwehr, welche die Grundlage zu einer furiosen Aufholjagd legte, gewann die Kogge noch mit 3:2.
Nun weiß ich natürlich nicht, was den Coach der Rostocker trotz der Probleme, die seine Mannschaft im 3-4-3 oft in der Defensive bekommt, am Beginn vieler Spiele dennoch an diesem System festhalten lässt. Da möchte ich auch keine Vermutungen anstellen. Tatsache ist: wenn Rostock im 3-4-3 beginnt, hat man vor allem gegen spielstarke Gegner oft Probleme. Das rührt vor allem daher, dass die Verschiebungen im Spiel gegen den Ball nicht so funktionieren wie sie sollten. Speziell in Fällen, wo eine Pressingfalle aufgestellt werden soll, sind die Spieler die in die Kette nach hinten verschieben müssten, oft nicht auf ihren Positionen und ermöglichen so dem Gegner gefährliche Aktionen. Meine Vermutung geht also dahin, dass Jens Härtel seine Elf eher im 4-2-3-1 auf die Löwen loslässt.
Womit kommt der TSV 1860 gegen Hansa Rostock womöglich besser zurecht?
Gegen ein 4-2-3-1 haben die Löwen bisher spielerisch meist recht annehmbare Leistungen gezeigt, waren aber am Ende der Partien diverse Male die Gelackmeierten, weil die gebotenen Chancen leichtfertig vergeben wurden. Beispielsweise war das im Auswärtsspiel gegen Viktoria Köln oder auch im Heimspiel gegen den SV Meppen der Fall.
Vor der Rostocker Offensive ist sowohl im 3-4-3 als auch im 4-2-3-1, das wie oben bereits erwähnt zu einem 4-1-3-2 verschoben wird, absolute Vorsicht geboten. Die fünftbeste Offensive der Liga hat in 21 Spielen bereits 34 mal getroffen. Die Angriffsverteilung bei den ausgespielten Positionsangriffen sieht mit 41% ein klares Übergewicht auf der rechten Seite der Hanseaten. 28% der zu Ende gespielten Angriffe gehen durch die Mitte und 31% über links.
Sehr interessant ist auch, dass Härtel sowohl im 4-3-2-1 als auch im 3-4-3 die offensiven Außenspieler invertiert spielen lässt. Mit Manuel Farrona Pulido (#19) stellt er einen Linksfuß auf die rechte Seite und mit Lion Lauberbach (#15) einen beidfüßigen Spieler auf die linke Seite. Dynamische Tempodribblings oder progressive Läufe werden dadurch stark begünstigt. Das “nach innen ziehen” dieser Spieler sorgt dann für Raum auf dem Flügel und begünstigt das Hinterlaufen auf den Flügeln für die defensiveren Außenspieler. Diese schalten sich aus der Tiefe kommend in die Angriffe mit ein.
Eine Auffälligkeit beim Blick in die Statistiken ist, dass Rostock ähnlich wie unsere Sechzger eine der Mannschaften ist, die ihre Ballbesitzphasen sehr oft in ausgespielte Positionsangriffe umwandeln kann.
Die statistischen Werte von Hansa Rostock
Ballbesitz 48%
Passgenauigkeit 77%
Gewonnene Defensivzweikämpfe 63,4% (bester Wert der Liga)
Flankengenauigkeit 37,1% (zweitbester Wert der Liga)
PPDA 9,79 (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) (drittbester Wert der Liga)
Wie das 4-2-3-1 von Rostock für den TSV 1860 zu knacken ist
Die Marschroute, um gegen Rostock im 4-2-3-1 offensiv gut auszusehen, wird meiner Meinung nach sein, die Verbindung zwischen Abwehr und defensivem Mittelfeld in spielerischer Weise aufzulösen. Über gutes Flügelspiel müssen die beiden defensiven Mittelfeldspieler zu Verschiebungen in Richtung des bespielten Flügels gezwungen werden, um dann mit diagonalem Spiel in die Zentrale oder über Seitenwechsel den dadurch entstehenden Raum auszunutzen. Damit kommen allen Flügelspielern der Sechzger Schlüsselaufgaben in der Offensive zu. Wenn diese es schaffen durch ihre Angriffe über die Seiten die Spieler des Gegners aus dem Zentrum zur Unterstützung ihrer Mitspieler abzuziehen, können sich bei dem gewohnt präzisen Passspiel des TSV 1860 München gute Angriffe gegen Hansa Rostock entwickeln. Diese können dann hoffentlich mit Erfolg abgeschlossen werden. Die Art und Weise, wie die Löwen gegen Unterhaching Angriffe aufgebaut haben, könnte für das Spiel gegen Rostock als Blaupause dienen.
Generelle Stärken und Schwächen des Systems 4-2-3-1
Die Stärken
Gegen den Ball ist das 4-2-3-1 in der Zentrale und Richtung eigener Box sehr kompakt. Es gibt den Gegnern kaum Raum, um dort vernünftiges Passkombinationsspiel aufzuziehen. Auch gegen zwei oder drei Stürmer ist man durch die beiden defensiven Mittelfeldspieler gut abgesichert. Nach Balleroberung kann das Spiel über die beiden Sechser relativ variabel gestaltet werden. Sowohl über die Flügel als auch über das Zentrum sind schnelle Angriffe möglich, wenn man die Lücken im Raum schnell erfasst und alle Offensivspieler ihre Laufwege situationsbedingt richtig anlegen. Oft schaltet sich einer der beiden Sechser auch aktiv und nicht nur als Ballverteiler in das Offensivspiel mit ein. Dadurch wird die Offensive als Ganzes schwerer auszurechnen.
Die Schwächen
Gegen den Ball ist ein Gegner, der gern über die Flügel angreift, schwer zu kontrollieren. Die Wege zum Doppeln eines Spielers sind relativ weit und die Dopplung wird vom Angreifer oft schon erkannt, wenn sich der doppelnde Gegner aus seiner taktischen Grundposition löst. Das führt bei guter Spielübersicht und genauem Passspiel zu viel Raum für die angreifende Mannschaft. Die Mittelfeldspieler auf den Außenpositionen müssen außerdem ein extrem hohes Laufpensum bewältigen, wenn sie die gegnerischen Flügel unter Kontrolle halten wollen. Im Spiel nach vorne ist vor allem das Fehlen eines zweiten Stürmers ein großes Manko. Dadurch bietet sich für den Spieler in der Sturmzentrale nur wenig Raum zur Entfaltung seiner Fähigkeiten. Deshalb sind torgefährliche Mittelfeldspieler, die mit aufrücken, zwingend erforderlich, um im 4-2-3-1 erfolgreich zu sein.
Ein Blick auf das 3-4-3
Da man beim FC Hansa das 3-4-3 aber auch berücksichtigen muss, gibt es hier ebenfalls ein paar Zeilen dazu.
Wie das 3-4-3 offensiv bespielt werden muss
Ein 3-4-3 ist gegen den Ball auf starkes Angriffspressing ausgelegt. Das heißt man muss sich bei Ballgewinn sehr zügig aus dem eigenen Abwehrdrittel befreien. Dadurch kann man die personelle Überzahl, die in der eigenen Offensive entsteht, optimal ausnutzen. Schnelle und ballsichere Spieler mit präzisen, hohen und langen Pässe anzuspielen, die das Mittelfeld schnell überbrücken, können hier die Lösung sein. Daniel Wein und Phillipp Steinhart sind daher als Spieleröffner für eine sogenannte “langer Hafer”-Taktik prädestiniert. Dauert die Spieleröffnung zu lange und Rostock schafft es, zur Verteidigung des gegnerischen Aufbauspiels wie beim 3-4-3 vorgesehen hart zu pressen, müssen andere Ansätze zu erfolgreichen Angriffen führen.
Sollten die Mecklenburger wie im Hinspiel mit doppelt pendelnden Mittelfeldaußen und doppelt pendelnden Außenstürmern auf Viererkette im Mittelfeld und Fünferkette in der Abwehr verschieben, müssen die Löwen anders vorgehen. Wenn sie das Pressing überwinden können, müssen sie die durch Verschiebung aus dem Pressing in die Defensivformation entstehenden Lücken im Raum ausnutzen. Diese Lücken werden auf den Flügeln und den Halbpositionen im Mittelfeld entstehen. Präzision und Tempo sowie flaches Passspiel sind dann die oberste Maxime im Spielaufbau.
Kluge Laufwege der Spieler in der Mittelfeldzentrale können bei vertikalem Flügelspiel und diagonalem Passspiel auf die Halbpositionen die Lücken, welche dann zwangsläufig entstehen, aufdecken und ausnutzen. Bis vor den Strafraum des Gegners werden die Löwen gegen das 3-4-3 System vermutlich gute Lösungen finden. Auf dem weiteren Weg des Spielgeräts in Richtung Tor hängt viel von der Laufbereitschaft der Spieler beider Mannschaften ab. Flache Flanken oder progressive Läufe bzw. Dribblings in die Box sehe ich als probates Mittel, um Torchancen der Sechzger einzuleiten.
Generelle Stärken und Schwächen des 3-4-3
Stärken
Das 3-4-3 bietet mit seiner exzellenten Tiefenstaffelung im Zusammenspiel mit taktischer Disziplin im Positionsspiel sehr variantenreiche Spielzüge im Aufbau. Gerade für spielstarke Teams ist dieses System daher eine wahnsinnig effektive Waffe. Angriffspressing und Gegenpressing können mit der Überzahl an Offensivspielern gut umgesetzt werden. Diese Überzahl verhilft der Mannschaft im 3-4-3 auch im letzten Drittel zu hoher Variabilität.
Schwächen
Die Dreierabwehrkette muss situativ immer wieder aus dem Mittelfeld heraus verstärkt werden, wenn der Gegner sich aus dem Pressing befreien kann. Das 3-4-3 stellt hohe Anforderungen an die individuelle Stärke der Spieler sowohl mit als auch gegen den Ball. Wenn die Spieler ihre Rollen im taktischen Konzept nicht akribisch einhalten, kann das Spiel im 3-4-3 leicht zum Debakel werden. Außerdem ist es sehr anfällig gegen Konter bei Ballverlust. Vor allem gegen Ende der Halbzeiten kann dieses für die Spieler auf den Außenpositionen kräftezehrende System nachteilige Auswirkungen bei den Verschiebungen haben.
Schlüsselspieler
Torhüter Markus Kolke (#1) rangiert in den Stastiklisten der besten Torhüter auf Rang vier in der dritten Liga. Schwächen hat er wenn überhaupt im eins gegen eins zu verzeichnen. Mit erst einem verlorenen Luftzweikampf überhaupt diese Saison ist er vor allem in der Strafraumbeherrschung ein Monster. Dieser Zweikampf war übrigens gegen Dennis Erdmann im Hinspiel.
Abwehrchef Sven Sonnenberg (#23) verliert knapp ein Drittel seiner defensiven Zweikämpfe. Allerdings macht dies durch kluges Stellungsspiel, aufgrund dessen er viele Pässe der Gegner abfängt, wett. Spieler wie Lex, Greilinger oder Staude sollten ihn somit mit Dribblings vor Probleme stellen können.
Bentley Baxter Bahn (#8) ist der Mittelfeldmotor der Hanseaten. Wenn man seine Kreativität und Dynamik beschneiden kann, kommt die Kogge ins Schlingern.
John Verhoek (#18) ist der Topscorer mit acht Toren und vier Vorlagen. Gegen diesen Stürmer darf man sich keinen Stellungsfehler erlauben. Das bestraft er postwendend.
Fazit
4-2-3-1 oder 3-4-3? Ganz egal wie Jens Härtel seine Spieler von Hansa Rostock gegen den TSV 1860 München ins Rennen schickt, es wird ein schweres Spiel. Wenn es den Löwen gelingt sowohl die Angriffe der Kogge vor dem Strafraum zum Erliegen zu bringen als auch dem starken Pressing (PPDA ist hier der Indikator) der Hanseaten zu entkommen, kann am Samstag durchaus ein positives Ergebnis erzielt werden. Taktische Disziplin gegen den Ball und hohe Effizienz im Spiel nach vorne sind für den TSV 1860 München das A und O für dieses Match. Die sich bietenden Chancen müssen unsere Jungs eiskalt nutzen. Ineffizienter Chancenwucher wie in den vergangenen Heimspielen wird von Hansa Rostock bestraft werden.
Es wird definitiv das bisher schwerste Heimspiel der Saison.
Michael Köllner wird der Mannschaft die richtige taktische Marschroute mitgeben. Wenn alle Spieler über die neunzig Minuten zu hundert Prozent konzentriert bleiben ist ein Erfolg möglich. So wie Rostock in den letzten Wochen auftritt, ist ein Unentschieden gegen die Hanseaten schon als solcher zu werten.
Die von Otto Rehagel einst erfundene Maxime der kontrollierten Offensive oder das Prinzip, das Huub Stevens für Schalke 04 mit dem Satz “Die Null muss stehen!” ausgab, sollte gegen Rostock oberste Priorität haben.
Datenquelle: http://www.wyscout.com/
Diese beiden Aufstellungen von Hansa Rostock sind gegen den TSV 1860 möglich
Rostock im 4-2-3-1Ebenso möglich: Rostock im 3-4-3
Die erste Erkenntnis aus der LÖWENRUNDE: der Winterneuzugang der Löwen Keanu Staude wird beim morgigen Spitzenspiel gegen Hansa Rostock (live im Free-TV und Gratis-Stream) noch nicht im Kader stehen. Dies gab Trainer Michael Köllner im Rahmen der Pressekonferenz am Freitag Vormittag bekannt.
Sechzig um Sieben: Wer wird die Nummer eins im Tor?
Guten Morgen! Voller Elan starten wir in diesen Freitag, denn es ist nur noch ein Tag bis zum nächsten Spiel von Sechzig München! Nach der Zwangspause gegen Lübeck kann die morgige Partie gar nicht schnell genug kommen. Damit ihr die Zeit gut überbrücken könnt, starten wir heute mit unseren Spieltagskategorien.
LÖWENRUNDE
Mittlerweile auch ein fester Bestandteil unserer Vorberichterstattung ist die Teilnahme an der Pressekonferenz vor dem Spiel. Aus der LÖWENRUNDE erfahrt ihr im Verlaufe des Vormittages die wichtigsten Erkenntnisse gebündelt in einem Artikel.
TAKTIKTAFEL
Zum zweiten Mal in dieser Saison hat sich Bernd Winninger mit Hansa Rostock beschäftigt. Dabei favorisiert der Trainer zwei verschiedene Systeme. Somit ist nicht ganz klar, wie die Kogge morgen in Giesing antreten wird. Was unser Taktikfuchs vermutet, erfahrt ihr in ein paar Stunden.
Ex-Funktionsteammitglied von Sechzig München bei den Expertentipps
Weiter geht es mit der Vorberichterstattung von sechzger.de. Heute tippt ein ehemaliges Mitglied des Funktionsteams von Sechzig München für uns die Partie gegen Hansa Rostock.
Training
Das Abschlusstraining steht an! Michael Köllner bittet unsere Profis noch einmal zu einer Übungseinheit an der Grünwalder Straße. Morgen wird es schließlich ernst, wenn der Tabellendritte nach Giesing kommt!
Vertragsverlängerung bei Sechzig München
Tom Kretzschmar, TSV 1860 München Foto: sampics / Stefan Matzke / Pool
Gestern wurde die Vertragsverlängerung von Tom Kretzschmar bekannt gegeben. Bei ihm kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Tom ein Eigengewächs des TSV 1860 München ist. Schön, dass du uns erhalten bleibst!
Zum 80. von Rudi Brunnenmaier
Der ehemalige Löwen-Spieler wäre gestern 80 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren haben wir einen Überblick über sein Leben veröffentlicht. Ruhe in Frieden, Rudi 🙂
24.Spieltag der 3.Liga
Das Wetter sorgt für mehr und mehr Absagen in der 3.Liga. Während unser morgiges Spiel wohl wie geplant stattfinden kann, wurden gestern zwei weitere Absagen bekannt gegeben. Sowohl die Partie Halle – Duisburg als auch Verl gegen Ingolstadt können nicht wie geplant ausgetragen werden. Viel Schnee und Eis machen es unmöglich, Fußball zu spielen. Damit stehen wir jetzt bei insgesamt 34 Absagen.
Die ursprünglich für heute angesetzte Partie zwischen Köln und Meppen wurde bereits abgesagt, sodass den Kampf um die Fernbedienung ruhig jemand anders gewinnen kann. Morgen zählts dann aber 😉
Torhüter Tom Kretzschmar und der TSV 1860 haben den bis Sommer 2021 laufenden Vertrag vorzeitig verlängert. Das verkündeten die Löwen in einer Pressemitteilung.
15 Jahre Vereinszugehörgkeit
Tom ist bei den Löwen seit über 15 Jahren. Er hat die Jugendmannschaften durchlaufen und steht seit der Saison 2017/18 im Profikader.
Aus der Pressemitteilung:
Günther Gorenzel ist von seinem Torhüter überzeugt: „Ich kenne Tom nun seit mehr als 6 Jahren und habe mit ihm schon in der U- 17 Bundesligamannschaft der Löwen zusammengearbeitet. Tom hat sich stetig und gerade in der laufenden Spielzeit weiterentwickelt und wir trauen es ihm bei weiterer guter Arbeit zu, zukünftig auch für höhere Aufgaben und mehr Verantwortung in unserer Mannschaft gewappnet zu sein. Daher ist es der logische Schritt, die Zusammenarbeit mit Tom auch über den Sommer 2021 hinaus fortzusetzen.“
Tom Kretzschmar zeigt sich ebenfalls begeistert über die weitere Zusammenarbeit: „Ich bin jetzt fast seit 15 Jahren im Verein und freue mich natürlich riesig meinen Vertrag verlängert zu haben. Ich hoffe meine Entwicklung hier weiter zu machen und der Mannschaft helfen zu können unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen.“
Rudi Brunnenmeier vom TSV 1860 im Duell gegen den VfB Stuttgart
Rudi Brunnenmeier spielte von 1960 bis 1968 für den TSV 1860 München und war einer der wichtigsten Spieler in den glorreichen 1960er Jahren. Zahlreiche Tore gingen auf sein Konto.
Heute wäre Rudi Brunnenmeier 80 Jahre alt geworden. Zu dieser Gelegenheit veröffentlichen wir einen Text, der in der Jubiläumsausgabe des Brunnenmiller bereits erschienen ist.
Text aus der Jubiläumsausgabe des Brunnenmiller über Rudi Brunnenmeier
Rudi Brunnenmeier – Einer von uns Beim TSV 1860 München von 1960 bis 1968 Einer der ersten und ganz großen Stars des TSV 1860 München
Rudi Brunnenmeier war eine der prägenden Gestalten der sportlich erfolgreichsten Zeit beim TSV 1860 München. Er wurde mit den Löwen deutscher Meister und Pokalsieger, zog in das Endspiel des Europapokals der Pokalsieger ein und wurde Torschützenkönig der Bundesliga sowie fünf-maliger Nationalspieler.
Rudi führte ein teils ausschweifendes Leben, vor dem uns unsere Eltern immer gewarnt haben. Er schoss so manches Eigentor neben dem Platz. Vermutlich wurde er gerade auch deswegen einer der populärsten Löwen aller Zeiten.
Die Laufbahn von Rudi Brunnenmeier
Als Sohn eines Bundesbahnbediensteten und dessen Frau wuchs der 1941 geborene Rudi behütet im westlich von München gelegen Olching auf. Sein Vater verstarb aber sehr früh an einem Krebsleiden. Acht Jahre Volksschule, kaufmännische Lehre und daneben: Fussball, Fussball, Fussball. Er erregte mit seinen Leistungen schnell Aufsehen, schoss er doch in einer einzigen Saison 87 von 107 Toren für den heimischen SC Olching. Die Mutter musste 1960 noch den Vertrag unterschreiben als die Münchner Löwen den „Buam“ anheuerten. Die vereinbarten Konditionen? Sagenhafte 17.000 Mark Handgeld für fünf Jahre, 400 Mark Grundgehalt monatlich, plus 150 Mark Siegprämie und einen Halbtagsjob bei Coca-Cola. Für beide Seiten war dieser Wechsel ein absoluter Glücksfall und entwickelte sich zu einer langjährigen und einmaligen Erfolgsgeschichte. Seine sportlichen Erfolge bei den Münchner Löwen können hier nur im Telegrammstil wiedergegeben werden:
in 207 Spielen 139 Tore für die Löwen
Torschützenkönig der Oberliga Süd 1961 & 1963
DFB-Pokalsieger 1964 unter Trainer Max Merkel
Berufung in die Nationalmannschaft 1964 und 1965
Bundesliga-Torschützenkönig 1965
Teilnahme am Europacup-Endspiel der Pokalsieger 1965 gegen West Ham United
Deutscher Meister 1966 mit unseren Löwen unter Trainer Max Merkel
Nach seinem Abschied aus München im Jahre 1968 spielte er noch in der Schweiz, in Österreich und sogar in Lichtenstein. Seine letzte Station als aktiver Fußballer war der damals drittklassige FC 08 Tuttlingen. In den 1990er Jahren war Rudi Brunnenmeier noch als Trainer beim FC Garmisch-Partenkirchen und beim FC Wacker München aktiv.
Porsche, Casino und das Nachtleben
Rudi Brunnenmeier war zweifellos ein Lebemann, dem gefühlt halb München zu Füßen lag um etwas von seinem Glanz abzubekommen. Rudi, der gut aussah und schon mit 18 im Porsche vorfuhr, gehörte zur ersten Generation der Grossverdiener im Fussballsport. “In der Stadt hatten wir damals fast Narrenfreiheit”, erinnerte sich Rudi später. Die Spieler gehörten zum Stammpersonal des Münchner Nachtlebens, umgeben von Freundinnen und Freunden, oft von falschen. “Du hast mal eben 5.000 Mark im Casino rausgeschmissen”, erzählte Brunnenmeier, oder einen Pelzmantel für 10.000 Mark gekauft.
Später rutschte er ins Münchner Nachtclubmilieu ab und wurde Manager in so zwielichtigen Bars wie „Pik Dame“ und der „Dolly Bar“. Zeitzeugen berichten, dass er dort selbst sein bester Kunde war. Neben dem beruflichen Abstieg lief es auch privat alles andere als geschmiert: Seine Frau verkaufte das gemeinsame Haus und verschwand mit dem Erlös von ca. 150.000 DM. Seine neue Freundin, der er gerade einen Friseursalon bezahlt hat, brannte mit einem Playboy durch.
Während seiner Zeit in der Schweiz wurde er in Zürich volltrunken fahrend von der Polizei erwischt. Das brachte ihm 30 Tage Gefängnis und einen Landesverweis ein. Nachdem er sich zunächst nach München absetzte, um dem Gefängnis zu entgehen, wurde der Landesverweis erst wieder aufgehoben, nachdem er tatsächlich eingesessen hatte.
Tore für Deutschland mit Kater
Trotz seines hohen Alkoholkonsums konnte er aber fast immer Leistung bringen. Im Sommer 1965 bekam er stark alkoholisiert vom Postboten ein Eiltelegramm des DFB mit der Berufung in die B-Nationalmannschaft. Für den gleichen Abend war ein Spiel gegen die Sowjetunion angesetzt und sein Flieger zum Spielort Köln sollte in wenigen Minuten starten.
Brunnenmeier bekam die Maschine noch und flog nach Köln. Nachdem er am Nachmittag seinen Rausch im Hotel ausgeschlafen hatte, traf er nach seiner „Kurz-Reha“ beim 3:0 gegen die damalige UdSSR gleich zwei Mal.
Aufgrund einer von ihm im Jahr 1963 angezettelten Wirtshausschlägerei musste Brunnenmeier in der Saison 1966/67 zwei Wochen aussetzen, weil er im Gefängnis von Fürstenfeldbruck zwei Wochen Haft absaß. Außerdem kam er 1987 nach einer Trunkenheitfahrt sechs Monate ins Gefängnis, danach wurde er wegen Urkundenfälschung verurteilt (Fälschung von Versicherungsverträgen, um an die Provisionen zu kommen).
Die Fußballschuhe werden an den Nagel gehängt
Nach seinem Karriereende begann ein langer sozialer Abstieg. Brunnenmeier verlor in späteren Jahren durch starken Alkoholismus im wahrsten Sinne des Wortes Alles. Zeitweise arbeitete er als Rausschmeißer, Brezelverkäufer und Gelegenheitsarbeiter, um über die Runden zu kommen. Schließlich kehrte er nach Olching zurück, verbrachte da viel Zeit in einer Boazn am S-Bahnhof und tippte, so wird berichtet, mit Leuten für die der Zug auch schon lange abgefahren war für wenig Geld Fußballergebnisse.
Seine Familie hatte in da schon verstoßen – selbst im Familiengrab war später tragischerweise „kein Platz“ mehr für Rudi Brunnenmeier.
Der Tod von Rudi Brunnenmeier
An den Folgen seiner Alkoholsucht und an einem Krebsleiden starb Rudi Brunnenmeier am 18. April 2003 im Krankenhaus von Altperlach. Seine letzte Ruhestätte fand er am Münchner Ostfriedhof.
Die Löwenfans gedachten dem Verstorbenen im Olympiastadion mit einem überdimensionalen historischen Dress mit der Nummer neun und dem Spruchband “Danke Rudi”
Rudi Brunnenmeier hat sein Leben gelebt, aber auch einen großen Teil davon leichtfertig verschenkt. Möge er in Frieden ruhen!
Guten Morgen, Löwen! Den Tag müssen wir mit einer traurigen Nachricht für euch und alle Fußballfans beginnen. Auch ein paar weitere Meldungen aus der 3.Liga wollen wir euch nicht vorenthalten und außerdem wurde gestern Fußball gespielt!
Weiterhin leere Stadien – keine Löwen im Sechzger
Es war nach den aktuellen Diskussionen zu erwarten und wurde gestern bestätigt. Bis mindestens Anfang März bleiben die Stadien in Deutschland weitestgehend leer. Lediglich Funktionäre oder die Presse sind auf den Rängen zugelassen. “Lasst die Löwen rein” bleibt vorerst ein vager Traum, der sich wohl noch einige Zeit hinziehen wird. Somit bleibt es erst einmal bei Geisterspielen in Deutschland.
Elf des Monats Januar
Auf liga3-online wurde in der letzten Woche die Elf des Monats Januar gesucht. Die Leser durften aus einer Vorauswahl der Redaktion auswählen. Von unseren Löwen hat es Philipp Steinhart in die Elf geschafft. Marco Hiller darf immerhin auf der Ersatzbank Platz nehmen. Mit insgesamt vier Nominierungen stellt Hansa Rostock eindeutig den größten Anteil.
Training
Zurück zum TSV 1860 München: Nach der Doppeleinheit am gestrigen Mittwoch steht für die Profis heute ein weiteres Training auf dem Plan. Spannend bleibt, ob Neuzugang Keanu Staude am Samstag bereits im Kader stehen wird.
Ehrentag eines Ex – Löwen
Einer der ganz großen Löwen hat heute seinen Ehrentag. Leider ist er bereits von uns gegangen, sodass wir ihm nicht auf dieser Welt “Ois Guade” sagen können. In ein paar Stunden gibt es einen Überblick über sein Leben bei sechzger.de.
Weitere News aus der 3.Liga
Der KFC Uerdingen konnte nach Wochen der Ungewissheit eine Einigung verkünden. Man ist auf der Suche nach einem neuen Investor tatsächlich fündig geworden. Der Käufer ist im Fußball-Business kein Unbekannter.
Desweiteren musste gestern eine weitere Spielabsage bekannt gegeben werden. Der Platz im Sportpark Höhenberg ist durch das anhaltende Winterwetter zu stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Partie Viktoria Köln gegen Meppen wurde daher verschoben. Es ist die erste Absage des kommenden 24.Spieltags.
3.Liga am Mittwoch
Apropos in Mitleidenschaft ziehen. Im Grünwalder Stadion wurde gestern trotz Schneefall gespielt. Dabei konnte sich der FC Bayern II unter gütiger Mithilfe der Gäste aus Zwickau knapp mit 3:2 durchsetzen. Dieses Spiel sollte ursprünglich am 14.Spieltag ausgetragen werden, musste aber wegen Corona verschoben werden.
Inwiefern die Partie Auswirkungen auf den Zustand des Rasens im Sechzgerstadion hat, werden wir spätestens Samstag mit eigenen Augen sehen…