Magenta verlängert Vertrag für die TV-Rechte an der 3. Liga
Seit der Saison 2017/18 sind alle Spiele der 3. Liga bei Magenta Sport von der Telekom zu sehen. Das bleibt auch mindestens bis zur Saison 2022/23 so, denn die Deutsche Telekom AG sicherte sich bis zu diesem Zeitpunkt die Übertragungsrechte. Sowohl von der 3. Liga als auch der Frauen-Bundesliga
Ursprünglich liefen die Verträge bis zum 30.06.2022, doch die Deutsche Telekom hat bereits jetzt von ihrem Optionsrecht zur Verlängerung Gebrauch gemacht.
Erstes Deutsches Fernsehen (ARD) und die dritten Programme zeigen ausgewählte Spiele im Free-TV
Im Free-TV werden ausgewählte Spiele der 3. Liga und FLYERALARM Frauen-Bundesliga ebenfalls bis zum Ende der Saison 2022/2023 weiterhin von der ARD und den 3. Programmen gezeigt
Die Deutsche Telekom AG überträgt bei MagentaSport seit der Saison 2017/18 sämtliche Partien der 3. Liga live im Pay-TV.
„Die 3. Liga hat deutlich an Stellenwert gewonnen“
Dr. Holger Blask, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der DFB GmbH: „Durch die umfassende TV-Berichterstattung hat nicht zuletzt die 3. Liga in den vergangenen Jahren deutlich an Stellenwert für Fans, Partner und Klubs gewonnen.
sechzger.de: Durch den TSV 1860 München hat die 3. Liga deutlich an Stellenwert gewonnen.
Die Neuvergabe der Medienrechte ist für Sommer 2022 vorgesehen
Die Neuvergabe der Medienrechte ab der Saison 2023 ist dann für den Sommer 2022 geplant. Die Fans des TSV 1860 München hoffen jedoch, dass bereits die jetzige Verlängerung ihren Verein nicht mehr betrifft und sie die Löwen zukünftig auf Sky sehen können.
Sky hat die Rechte für die Fußball-Bundesliga nahezu ununterbrochen seit über 20 Jahren. Bereits in den 90er-Jahren schauten viele Fußball-Fans bereits beim Sky-Vorläufer Premiere.
Am 02. März 1991 wurde erstmalig das „Topspiel der Woche“ gezeigt. Dies wurde mit der Zeit immer weiter ausgebaut und 10 Jahre später wurde dann jedes Bundesliga-Spiel live übertragen. An Live-Übertragungen von allen Drittligaspielen dachte zu diesem Zeitpunkt vermutlich kaum jemand.
Magenta Sport für Telekom-Kunden kostenlos?
Magenta Sport ist für viele Telekom-Kunden in den ersten 12 Monaten kostenlos. Dies gilt jedoch nicht für Geschäftskunden. Dies hatte sechzger.de schon einmal ausführlich beleuchtet.
Herzlich willkommen zur durchaus frustrierenden TAKTIKTAFEL-Analyse des Spiels TSV 1860 München gegen den FSV Zwickau.
Was war das für eine Partie. Zwickau war im Prinzip chancenlos und ging dennoch als Sieger vom Platz. An so eine bittere Niederlage kann ich mich in den mittlerweile fast 32 Jahren als regelmäßiger Stadionbesucher des TSV 1860 nicht erinnern. Wir haben schon blöde Spiele verloren, wir haben auch schon dumme Punkte daheim verschenkt in dieser ja durchaus langen Zeit. Aber an so etwas wie am Sonntag kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern. Das Spiel gegen Duisburg in der Hinrunde war ähnlich, wenn man Dominanz und Punktausbeute als Gradmesser nimmt. Da hatte der MSV aber im Vergleich deutlich mehr Spielanteile. Im Spiel am Sonntag hatte der TSV 1860 München Ballbesitzanteile von 87% im Maximum und 57% im Minimum im Vergleich zum FSV Zwickau. Gegen Duisburg lag das Maximum 22% niedriger.
Wie spielten die beiden Teams aus taktischer Sicht?
Ein Blick auf die Löwen
Der TSV 1860 München spielte gegen Zwickau wie immer aus einem 4-1-4-1 heraus. Bei eigenem Ballbesitz verschob sich das 4-1-4-1 zu einem 3-4-3, bei dem Biankadi und Lex dann mit in den Sturm aufrückten. Der Außenstürmer auf der schwachen (ballfernen) Seite schob dabei nach innen auf die Halbposition ins Zentrum zu Zielspieler Mölders.
Gegen den Ball (was selten vorkam) verschob sich das 4-1-4-1 zum 4-2-3-1. Box-to-Box Spieler Dennis Dressel ließ sich dabei ins defensive Mittelfeld fallen, um neben Daniel Wein den Druck von der Viererkette zu nehmen.
Da die Löwen im Ballbesitz dominierend waren und 65% aller eigenen Angriffe ins letzte Drittel des Gegners brachten, sahen wir die Löwen hauptsächlich in einem 3-4-3 agieren.
Wider Erwarten kamen die Spieler des TSV vor allem in der in der ersten Halbzeit wie ein Lötkolben durch Butter durch die beiden Ketten. Unter anderem weil der schnelle Stefan Lex immer wieder gut in der Schnittstelle der letzten Kette angespielt wurde und sich so lösen konnte, dass die Abseitssituationen (drei im ganzen Spiel) nicht (wie sonst oft in diesen Fällen) ein Problem wurden.
Und der Gast?
Trainer Joe Enochs vom FSV Zwickau
Dem stellte Joe Enochs wie erwartet ein 4-4-2 entgegen. Dabei standen die beiden Viererketten gegen den Ball in der ersten Halbzeit tief vor dem eigenen Sechzehner und machten die Räume in der eigenen Spielfeldhälfte, speziell im letzten Drittel, für den TSV 1860 sehr eng.
In Halbzeit Nummer zwei ließ Enochs seine Elf höher und aggressiver pressen, um das Aufbauspiel der Löwen früh zu stören. Damit kam der TSV 1860 etwas schlechter zurecht als mit den tiefstehenden Viererketten von Zwickau. Trotzdem schafften es 62% der Angriffe der Sechzger bis ins Verteidigungsdrittel der Gäste.
Bei eigenem Ballbesitz setzten die Schwäne auf Konter oder lange Bälle. Die schnellen Außenspieler Coskun und Schröter sind für diese Art Angriffe natürlich prädestiniert. Dennoch kam der FSV in der ersten Halbzeit erst in der 43. Minute zum ersten Mal vor dem Tor der Löwen zum Schuss. Schröters Versuch aus siebzehn Metern konnte Hiller jedoch ohne Mühe entschärfen.
Fast alles richtig gemacht und doch kein Tor
Es gab am Spiel der Sechzger in der ersten Halbzeit bis auf eine äußerst wichtige Kleinigkeit fast nichts auszusetzen. Die Spieler brachten den Ball nicht ins Tor. 35 Mal tauchten die Löwen im letzten Drittel des FSV Zwickau auf. 22 Mal brachte der TSV 1860 das Spielgerät in den Strafraum. Das führte zu fünfzehn Ballkontakten und sechs Schüssen innerhalb des Sechzehners während der ersten 45 Minuten. Dazu kommen 6 weitere Schüsse aus der zweiten Reihe. Vier dieser Schüsse gingen aufs Tor. Alle konnte Brinkies mehr oder weniger gut, aber immer erfolgreich parieren. Fünf Ecken und vier Freistöße in Strafraumnähe führten leider nur zu einem einzigen Schuss. Der FSV Zwickau hatte an diesem Tag das Glück gepachtet oder der TSV, 1860, das muss man hier so deutlich sagen, Scheiße am Schuh.
Der FSV Zwickau gewann außer einem einzigen Kopfballduell keinen Zweikampf im eigenen Sechzehner. Der Gast konnte aber durch enge Staffelung in und vor der Box drei der zwölf Schüsse blocken. Vier wurden vom Torwart gehalten. Die restlichen fünf Abschlussversuche gingen daneben, drüber oder an die Latte (statistisch bedeutet das auch drüber). Es war zum Mäusemelken. Der Kasten war wie zugenagelt.
Auch das Verteidigen der Flanken gelang dem FSV sehr gut. Nur vier von elf Flankenversuchen in die Box fanden auch ihr Ziel. Vor allem die Flanken, die es gar nicht bis zur Strafraumgrenze geschweige denn in die Box hinein schafften, sind mir nachhaltig als etwas problematisch im Gedächtnis geblieben.
Die Umstellung zur 2.Halbzeit
Nach dem Pausentee brachte Enochs Starke für Willms als hängende Spitze. Der robustere Starke war für das, nun aggressivere, Pressing der Westsachsen eine weise Wahl. Infolgedessen kam der FSV Zwickau öfter als im ersten Durchgang in der Spielfeldhälfte des TSV 1860 in Ballbesitz. Die Westsachsen ließen mit dieser Spielweise außerdem zunächst keine gefährlichen Angriffe der Löwen zu, strahlten aber auch in den ersten neunzehn Minuten nach der Halbzeitpause keinerlei Gefahr aus. Abgeklärt fingen die Löwen alle Angriffe der Zwickauer ab.
Das Gegentor
Dann war sie da, die eine gefährliche Aktion der Gäste. Ein Angriff in der 65. Minute, bei dem die Giesinger nicht entscheidend den Zugriff bekamen, führte zum Treffer für die Gäste aus Zwickau.
Schmerzhaft:: Zwickau bejubelt das 0:1
Ausgangspunkt dieser Situation war ein von Sechzig halbherzig gepresster Angriffsversuch der Zwickauer nach einem Fehlpass der Löwen. Steinhart konnte einen langen Ball in die Spitze auf Lex nicht an den Mann bringen. Der Zwickauer Innenverteidiger Frick kam somit an der eigenen Strafraumgrenze in Ballbesitz. Dann ging das Leder über die Stationen Stanic, Könneke und Schikora ohne nennenswerte Gegenwehr der Löwen quer ohne Raumgewinn über den Platz auf die linke Angriffsseite der Schwäne, wo Möker nach einem Steilpass von Schikora das Spiel plötzlich schnell machte. Er zieht nach einigen Metern, die er mit Ball an der Seitenlinie trabt, diagonal nach innen. Wenige Schritte später legte er auf den zentral an der Strafraumgrenze wartenden König ab. König bediente den einlaufenden Flügelflitzer Coskun. Der zog vom linken Fünfereck ab. Hiller hielt bravourös, konnte den Ball aber nur ins Strafraumzentrum abwehren. Dort wartete mutterseelenallein Schröter und versenkte die Kugel im Tor der Löwen.
Schröter hier so alleine zu lassen war der erste teure Fehler von Steinhart in dieser Saison. Tatsächlich muss man aber hier sagen, dass der komplette Angriff sehr nonchalant verteidigt wurde. Biankadi, Dressel, Wein, Willsch, Salger und Erdmann waren alle entweder viel zu passiv in ihrem Abwehrverhalten oder so aus der eigentlichen Position gerückt, dass ein Eingreifen zwischen dem abgefangenen langen Ball und dem Schuss von Coskun nicht stattfand bzw. nicht stattfinden konnte. Der Stellungsfehler von Steinhart ermöglichte als letzte Konsequenz den Schuss von Schröter.
Wieder Druck auf den Strafraum der Gäste
In den 25 Minuten plus Nachspielzeit, die den Löwen noch blieben, taten diese ihr Möglichstes, um wenigstens einen Punkt zu retten. 25 Mal brachten die Löwen das Leder noch bis ins letzte Drittel. Wein hatte zweimal den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Brinkies (67. und 70.). Biankadis (67.) und Mölders Schuss in der 68. Minute wurden geblockt. Auch Dressel (79.) und ein weiteres Mal Mölders (90.+2) versuchten ihr Bestes, um die Niederlage zu vermeiden. Sie schossen das Leder aber neben oder über den Kasten.
Fazit
Ich bin tatsächlich immer noch ziemlich geschockt. Wieder einmal hat uns ein tiefstehender Kontrahent die Grenzen aufgezeigt. Vor dem Spiel habe ich in der TAKTIKTAFEL einen Verlauf wie bei den Spielen gegen Duisburg, Uerdingen oder Meppen als möglich skizziert. Dass es noch bitterer werden sollte, konnte keiner ahnen.
Ich habe kein Problem mit Niederlagen. Hatte ich noch nie, sonst wäre ich vermutlich auch kein Fan vom TSV 1860 München. Ich habe auch kein Problem damit, dass wir dieses Spiel verloren haben. Das ist nun mal so. Ich bin einfach zutiefst enttäuscht, dass so saudumm verloren wurde. Bei so einer blöden, unnötigen und unverdienten Niederlage ist sogar der Folgetag einfach im Eimer.
Leider musste ich gestern wieder von diversen Kommentatoren in Foren und sozialen Netzwerken die “Verschwörungstheorie” vom Aufstiegsverbot lesen. Menschen die das wirklich glauben, sollten sich schnellstmöglich in Behandlung begeben. Man hat der Mannschaft und allen anderen Beteiligten die Enttäuschung deutlich angesehen.
Speziell bei Betrachtung der vom gegnerischen Torwart gehaltenen Bälle, bei denen es unwahrscheinlicher war, nicht zu treffen als das Tor zu machen, frage ich mich: Woher kommt diese fixe Idee, die ich immer mal wieder nach Spielen, die nicht gewonnen wurden, lesen musste? Wer ist die Quelle dieser Hirngespinste? Auf so etwas kommt ein Fan doch nicht ohne geistige Brandstiftung von irgendeiner Seite.
Pyrotechnik (Pyro) wird in Form von Bengalischen Feuern und Rauchfackeln oder Rauchbomben vor allem von den Ultras gerne als Stilmittel beim Support benützt. Heftige Debatten über die Gefahr, Sicherheit und den Einsatz von legaler Pyrotechnik werden immer wieder geführt. Auch werden die (Geld-)Strafen durch die Verbände für die Vereine, aber auch für den einzelnen Zündler durch Vereine und Behörden immer drakonischer.
In einer Anfrage zweier Abgeordneten des Bayerischen Landtags (Katharina Schulze und Maximilian Deisenhofer, Die Grünen) an das Bayerische Staatsministerium ging es unter anderem um Einsatzstunden von Polizisten bei Fußballspielen in Bayern. Außerdem um die Anzahl von Fans der Kategorie B und C bei Bayerischen Fußballvereinen und eben auch Pyro beim Fussball. Aber der Reihe nach:
Pyrotechnik beim Fußball in Deutschland
Pyrotechnik beim Fußball schwappte vor allem zum Ende der 80er bzw. Anfang der 90er Jahre von den südländischen Ländern nach Deutschland. Eines der ersten Fußballspiele in Deutschland mit großer Pyroshow welches live im TV kam war im Jahre 1991 das legendäre Rückspiel im Europapokal der Landesmeister 1. FC Kaiserslautern – FC Barcelona auf dem Betzenberg.
In einem deutschen Fußballstadion hatte so etwas zuvor noch niemand gesehen.
Die Pyro-Welle erreicht deutsche Fußballstadien
Die ersten Pyromanen in deutschen Fußballstadien hatten ein Problem: Woher diese Sachen bekommen? Das Internet gab es noch nicht, nur über diverse Waffen- und Schifffahrtsgeschäfte konnte man Seenotsignale bestellen oder kaufen. Dann kamen die ersten Kataloge aus Italien nach Deutschland, dort konnte man farbenfrohe Rauchbomben bestellen. Die ersten Ultra-Vorläufer beim TSV 1860 fuhren einst zu T.I.F.O. nach Turin um sich mit entsprechenden Materialien einzudecken.
Wer zündete damals Pyro?
Das neue Phänomen Pyro war am Anfang keine Sache der Ultras – die gab es nämlich in Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Es waren normale Fans, Kuttenträger oder Hooligans die mit dem Feuerwerk ihrer Begeisterung Ausdruck verleihen wollten.
Die Reaktionen der Vereine
Bei vielen Vereinen wurde Pyro geduldet. Die Kickers aus Offenbach druckten beispielsweise ein Foto vom bengalischen Lichtermeer auf ihre Eintrittskarten und warben mit dem Slogan „Der Berg brennt“.
Beim 1. FC Nürnberg durften die Fans nach Absprache mit dem Verein während der gesamten Rückrunde 1991/92 auf der Aschenbahn vor der Nordkurve zündeln. Dort standen etwa zwanzig Leute und hielten Handfackeln hoch. „Die Seenotlichter der Firma Comet waren Gefahrenklasse 2 und somit ganzjährig frei erhältlich“, erinnert sich Heino Hassler, der bei diesem kontrollierten Abbrennen dabei war und später Fanbeauftragter beim Club wurde (aus “11Freunde“).
In anderen Städten sah das freilich anders aus. In München beispielsweise wurden Zündler schon frühzeitig aus den Kurven geholt und sanktioniert.
Gab es zu Beginn noch vergleichsweise milde Strafen für Pyro wegen einer Ordnungswidrigkeit, so wurden die Strafen mit zunehmender Zeit immer härter. Stadionverbot, Geldstrafen, Anzeigen wegen Straftaten.
Geldstrafen durch den DFB
Der DFB untersagte in seiner Musterstadionordnung erst nach der Jahrtausendwende den Einsatz von Pyrotechnik. Inzwischen werden durch den DFB Geldstrafen an die Vereine verhängt. Das hat dazu geführt, dass inzwischen viele Fans Pyrotechnik ablehnen, weil diese durch die Kosten dem Verein schaden. Auch für die Zündler hat es das Risiko noch einmal deutlich verschärft. Entsprechende Strafen können auf ertappte Pyromanen umgelegt bzw. an diese weitergeleitet werden.
Verletzte in Fußballstadien durch Pyrotechnik
All diese Sanktionen und Strafen haben letztlich ein Ziel. Pyro in Fußballstadien zu unterbinden um die Verletzung von Personen zu verhindern. Die Antwort des Bayerischen Staatsministeriums vom 29.12.2020 wirft diesbezüglich zumindest Fragen auf.
In bayerischen Fußballstadien gab es seit dem Jahr 2015 zwei verletzte Ordner durch Pyrotechnik und 10 verletzte Unbeteiligte. Zwei Pyromanen haben sich dazu wohl selber verletzt.
Sicherlich, 14 verletzte Personen sind 14 verletzte Personen zuviel. Klammert man die diesjährige Corona-Saison aus, verteilen diese sich aber immer noch auf fünf Spielzeiten mit über 2000 polizeilich betreuten Fußballspielen in Bayern. Die Polizisten verwendeten hierfür über eine Million Einsatzstunden. Zum Vergleich: Durch den Einsatz von Reizgas und Pfefferspray wurden in diesem Zeitraum über 30 Personen verletzt. Darunter neun Polizisten.
Fraglich ist, ob bei einem legalen Einsatz von Pyrotechnik es überhaupt noch Verletzte geben würde. Aufwand, Verfolgungsdruck und Strafen scheinen im Vergleich zu Wirkung und Gefahren ohnehin in keinem gesunden Verhältnis zu stehen.
Legale Pyro in Deutschen Fußballstadien
Ein entsprechendes Experiment gab es im vergangenen Jahr beim Hamburger SV. Der HSV setzte als erster Verein in Deutschland legale Pyro ein. Sechzger.de berichtete. Allerdings dominierte Corona kurz darauf das Geschehen in Deutschland – die Aktion geriet (vorerst) in Vergessenheit.
Geschichte und Besonderheiten von Pyrotechnik beim TSV 1860
Guten Morgen, liebe Löwen! Heute bei Sechzig um sieben die täglichen News mit dem Montagsspiel der dritten Liga, den wirklich allerletzten Transfers vom Deadline Day und einer guten Nachricht: die Sechzig Amateure trainieren wieder!
Montagsspiel der dritten Liga
Gestern Abend komplettierten der Hallesche FC und der 1. FC Saarbrücken den 22. Spieltag der dritten Liga. Die beiden Teams trennten sich mit 1:1. Günter-Schmidt brachte die Saarländer kurz vor der Pause in Führung, die Hallenser glichen in der 73. Minute durch Nietfeld aus. Für die Löwen ist das Unentschieden ganz praktisch, denn so können die beiden Verfolger nur jeweils einen Punkt auf die Löwen gutmachen.
Deadline Day
Die wichtigsten Transfers der dritten Liga haben wir Euch bereits gestern Abend bei Sechzig@18:60 vorgestellt. Nach Redaktionsschluss wurden noch weitere Informationen bekannt:
– Steven Lewerenz verlässt die Kölner Viktoria und schließt Rot Weiß Essen an, wo er mit unserem Ex-Käpt’n Felix Weber um den Aufstieg in Liga 3 spielen wird.
– Der von 1860 umworbene Dave Gnaase vom KFC Uerdingen erhielt keine Freigabe, nach Giesing zu wechseln.
Die Sechzig Amateure trainieren wieder
Wie der Münchner Merkur berichtet, trainieren unsere Amateure seit letzten Montag wieder. Obwohl der Spielbetrieb in der Bayernliga nach wie vor pausiert ist und für den Amateurspielbetrieb nach wie vor das Sportverbot der allgemeinen Corona-Regeln gilt, darf die U21 des TSV 1860 München wieder trainieren. Grund dafür ist eine Sondergenehmigung des DFB. Es gelten allerdings strenge Auflagen, da die Spieler nicht regelmäßig auf Corona getestet werden. Unter anderem dürfen sich nicht mit mehr als drei Personen gleichzeitig in der Umkleidekabine aufhalten und es darf nicht vor Ort geduscht werden. Trainer Frank Schmöller sieht einen hohen Aufwand, ist aber glücklich, dass er wieder mit den Jungs arbeiten darf.
Das ist los an der Grünwalder Straße
Wann die Amas trainieren, wissen wir leider nicht. Aber wurscht, man darf ja eh nicht aufs Trainingsgelände (Shop und Stüberl haben natürlich geschlossen) und die Profis haben heute frei. Was bis heute Abend passiert könnt Ihr heute Abend bei Sechzig@18:60 lesen und morgen früh wieder bei Sechzig um sieben.
Am heutigen Deadline Day kam nicht nur ordentlich Schwung ins Transferkarussell, sondern auch auf den Trainerbänken der 3. Liga gibts einige neue (und doch bekannte) Gesichter. Die Löwen haben zwar heute keinen Spieler mehr unter Vertrag genommen, ein Neuzugang sorgte aber dennoch in Giesing für Schlagzeilen.
Keanu Staude positiv auf Covid-19 getestet
Nun hat es also auch den TSV 1860 München erwischt: Mit Keanu Staude wurde erstmals ein Spieler des Drittligakaders posoitiv auf Covid-19 getestet. Zuvor war die Krankheit lediglich bei einem Mitglied des Funktionsteams nachgewiesen worden. Stadue begab sich umgehend in Quarantäne, mit weiteren positiven Ergebnissen ist nicht zu rechnen, da der Spieler noch keinen Kontakt zu seinen neuen Kollegen gehabt hatte.
Giesinger Gedanken
Nicht ganz so positiv wie zuletzt fielen die Giesinger Gedanken am heutigen Morgen aus. Der Stachel der Niederlage gegen den FSV Zwickau saß tief und dennoch gab es etliche positive Aspekte. Lediglich die mangelhafte Chancenauswertung muss sich die Mannschaft von Michael Köllner nach dem gestrigen 0:1 vorwerfen lassen.
Trainerwechsel in der 3. Liga
Gleich drei vakante Trainerposten gab es heute Morgen noch zu besetzen. Inzwischen haben der 1. FC Kaiserslautern und Viktoria Köln Nägel mit Köpfen gemacht und ihre neuen Übungsleiter vorgestellt. Olaf Janßen, einst auch als Co-Trainer beim TSV 1860 tätig, geht in seine zweite Amtszeit am Kölner Höhenberg. Der 1. FC Kaiserslautern hingegen stattet den ehemaligen Braunschweiger Aufstiegstrainer Marco Antwerpen mit einem Vertrag aus und hofft, den Abstieg mit ihm zu vermeiden. Beim MSV Duisburg läuft es wohl auf Pavel Dotchev als neuem Coach hinaus; der ehemalige Trainer von Viktoria Köln ist Top-Kandidat bei den Zebras, seine Unterschrift eine Frage der Zeit.
Deadline Day
Mit dem heutigen Tag schließt das Transferfenster, d.h. nur noch heute können/konnten Wechsel realisiert werden. Selbstverständlich schlugen auch die Vereine der 3. Liga nochmal ordentlich zu. Wir geben Euch einen kurzen Überblick ohne Gewähr hinsichtlich der Vollständigkeit:
Nach Tobias Schwede hat Hansa Rostock mit Philip Türpitz vom SV Sandhausen einen weiteren ehemaligen Spieler des 1. FC Magdeburg verpflichtet.
Der Hallesche FC steht kurz vor der Leihe des 18-jährigen Torhüters Tim Schreiber. Er soll für 1 1/2 Jahre von RB Leipzig ausgeliehen werden.
Der 1. FC Kaiserslautern hat nicht nur einen neuen Trainer, sondern auch zwei Defensivspieler an der Angel. Felix Götze soll vom FC Ausgburg kommen, Marvin Senger vom FC St. Pauli wird ebenfalls ausgeliehen.
Einen WM-Teilnehmer konnte sich der MSV Duisburg schnappen: Aziz Bouhaddouz bestritt 17 Länderspiele für Marokko und wechselt nun vom SV Sandhausen zu den Zebras.
Der FC Bayern II hingegen lässt zwei seiner Spieler ziehen: Derby-Rotsünder Joshua Zirkzee wird an Parma Calcio verliehen, Verteidiger Chris Richards schnürt in der Rückrunde bei der TSG Hoffenheim seine Stiefel.
Michael Schultz wird indes Viktoria Köln in der Rückrunde verstärken. Er wechselt auf Leihbasis von Eintracht Braunschweig zum Team von Olaf Janßen.
Auch Leandro Putaro verlässt die Eintracht und hat seinen Vertrag dort bereits aufgelöst. Damit ist der Weg frei für einen Wechsel zum SC Verl.
Die SpVgg Unterhaching muss in Zukunft auf Verteidiger Marc Endres verzichten, der verletzungsbedingt seine Karriere beenden muss.
Zudem erwähnenswert: Türkgücü München verpflichtete heute keinen einzigen Spieler!
Heute vor 62 Jahren…
Zu guter Letzt wagen wir noch einen Blick in die Historie: Am 01.02.1959 trennten sich der TSV 1860 und Eintracht Frankfurt 1:1. Während die Löwen die Saison als Sechster in der Oberliga Süd beenden sollten, wurden die Hessen am Ende Deutscher Meister.
Nach den Entlassungen von Gino Lettieri, Pavel Dotchev und Jeff Saibene scheinen der MSV Duisburg, Viktoria Köln und der 1. FC Kaiserslautern bei der Trainersuche erfolgreich gewesen zu sein.
Von der Viktoria zu den Zebras
Erst am 24.01. war Pavel Dotchev bei Viktoria Köln entlassen worden, nun scheint der sympathische Bulgare einen neuen Job gefunden zu haben. Laut liga3-online steht er kurz vor einem Engagement beim abstiegsbedrohten Ligakonkurrenten MSV Duisburg. Dieser hatte Gino Lettieri nach nur wenigen Wochen im Amt entlassen.
Ex-Löwe am Höhenberg
Mit Olaf Janßen hat ein alter Bekannter bei Viktoria Köln die besten Karten, der seine Visitenkarte auch bereits beim TSV 1860 abgegeben hat. In der Saison 2003/04 war Janßen als Co-Trainer unter Falko Götz bei den Löwen tätig. Darüber hinaus saß der 54-Jährige u.a. auch auch bei RW Essen, Dynamo Dresden, dem FC St. Pauli, dem VfB Stuttgart, dem VfL Wolfsburg, bei Hertha BSC und bei der Nationalmannschaft Aserbaidschans auf der Bank. Mal war er auch dort Co-Trainer, mal war er hauptverantwortlich für die Mannschaft angestellt. Und auch bei Viktoria Köln betritt er kein Neuland: Bereits zwischen Januar und Juni 2018 betreute Janßen die Viktoria und holte aus 18 Regionalliga-Spielen starke 33 Punkte – zum späteren Aufsteiger KFC Uerdingen fehlten nur vier Zähler. Sein Vorgänger damals war übrigens Marco Antwerpen, der zu Preußen Münster abgewandert war.
Keine Vertragsverlängerung trotz Aufstieg
Eben dieser Marco Antwerpen ist nun ein heißer Kandidat beim 1. FC Kaiserslautern und dürfte dort in Kürze seine Unterschrift unter den Vertrag setzen. Nach seiner Zeit in Münster wechselte er zu Eintracht Braunschweig. Dort schaffte er mit seinem Team den Aufstieg in die 2. Bundesliga, der Vertrag des Trainers wurde dennoch nicht verlängert. Stattdessen übernahm Antwerpen nach dem 2. Spieltag der laufenden Saison die Würzburger Kickers, wurde jedoch bereits nach fünf Spielen wieder entlassen. Der dortige Sportchef Felix Magath verabschiedete ihn mit den zynischen Worten: „Der Trainer kann weiter in Ruhe arbeiten – nur halt woanders.“ Nun also Kaiserslautern…
Keanu Staude, Neuzugang des TSV 1860, wurde positiv auf Covid-19 getestet und steht den Löwen vorerst nicht zur Verfügung.
Zunächst zwei negative Tests
Wie der TSV 1860 mitteilte, sei der Offensivspieler zunächst zweimal negativ getestet worden, der dritte Test ergab jedoch leider ein positives Ergebnis. Staude begab sich daraufhin umgehend bis Anfang kommender Woche in die vorgeschriebene Quarantäne.
Erster positiv getester Spieler
Damit ist Staude der erste positiv getestete Spieler bei den Löwen. Zuvor hatte es bereits ein Mitglied des Funktionsteams erwischt.
Am 01.02.1959 brachte der TSV 1860 München den späteren Meister der Oberliga Süd, Eintracht Frankfurt, an den Rand einer Niederlage und erreichte ein starkes 1:1.
Konstante Löwen
Wie bereits in der Vorsaison beendeten die Löwen die Spielzeit 1958/59 auf Rang 6 der Oberliga Süd. Jeweils zwölf Siegen und Niederlagen standen sechs Unentschieden (30:30 Punkte) in der 16er-Liga gegenüber. Das Torverhältnis von 61:57 zeugt davon, dass bei den Spielen des TSV 1860 was geboten war. Die beiden Duelle mit dem Nachbar aus der Seitenstraße wurden jeweils vom “Auswärtsteam” gewonnen. Im September 1958 setzte sich Rot vor 32.000 Zuschauern mit 2:1 gegen Blau durch. Im Februar 1959 drehten die Löwen den Spieß um und gewannen durch Tore von Kölbl und Albert vor 35.000 Zuschauern ebenfalls mit 2:1. Beide Partien fanden selbstredend an der Grünwalder Straße statt.
Losglück für 1860
Doch nicht nur in der Liga traf man auf den FC Bayern, sondern auch im SFV-Pokal. Im Achtelfinale trennte man sich am 12.04.1959 vom Lokalrivalen mit 0:0 nach Verlängerung. Ein Elfmeterschießen gab es damals nicht und so traf man sich zehn Tage später erneut. Wieder stand es nach 120 Minuten 0:0 und so musste der Losentscheid über das Weiterkommen bestimmen. Und siehe da: Fortuna war auf Seiten des TSV 1860! Das Aus kam dann allerdings im Halbfinale durch eine 1:2-Niederlage gegen den VfR Mannheim.
Meister Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt war das Team der Stunde. Bereits im Vorjahr beendeten die Hessen die Oberliga Süd auf Platz 3, in der Saison 1958/59 erreichte man 49:11 Punkten Rang 1 und qualifizierte sich damit zusammen mit den Zweitplatzierten Offenbacher Kickers für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. In Gruppenphase der Endrunde setzte sich die Eintracht souverän mit 12:0 Punkten gegen den 1.FC Köln, FK Pirmasens und Werder Bremen durch, ehe es im Endspiel zum Derby gegen den OFC kam. Im Berliner Olympiastadion setzten sich die Adler vor 75.000 Zuschauern mit 5:3 n.V. durch und durften die Meisterschaft feiern.
Punkteteilung gegen den Meister
Waren die Löwen im Hinspiel beim 0:3 am Frankfurter Riederwald noch chancenlos, so boten sie heute vor 62 Jahren eine starke Leistung gegen den späteren Meister. Vor 25.000 Zuschauern im Grünwalder Stadion brachte Ferdinand Börstler den TSV 1860 bereits in der 6. Minute in Führung. Auch wenn die Gäste anschließend ordentlich Druck ausübten, hielt das Abwehr-Bollwerk der Löwen – bis zur 87. Minute. Kurz vor Toreschluss fand Lindner eine Lücke und glich zum 1:1-Endstand für die Eintracht aus.
Aufstellung der Löwen
Trainer Hans Hipp schenkte folgender Elf das Vertrauen:
Auch diesmal haben wir wieder einen Großteil der Informationen aus dem hervorragenden Löwen Kompendium von Thorsten Ruinys bezogen. Wenn Ihr es noch nicht habt, dann legt es Euch unbedingt zu!
Au! Das war ein Schlag in die Magengrube, den ich so nicht erwartet hatte. Und der tut richtig weh. Aber so richtig. Auaaaa! An den löwenstarken Auftritt in Magdeburg, bei dem vor allem die Mannschaft der Star war, konnte gestern nicht angeknüpft werden. Ich hatte zwar mit einem schweren Spiel gerechnet, denn die Zwickauer Auswärtsbilanz ist mehr als gut. Bei uns fehlt in dieser Saison zu Hause der letzte Punch ohne die Zuschauer, habe ich den Eindruck. Dennoch bin ich davon ausgegangen, dass es zu einem Sieg gegen die Schwäne reichen müsste. Wir waren eigentlich in guter Form, Mölders war wieder mit von der Partie, mit Keanu Staude eine neue Offensivkraft verpflichtet, die noch mehr Optionen gegen tiefstehenden Gegner ermöglichen soll (aber noch nicht im Kader stand), und seit dem 05.12.2020 ungeschlagen. Da standen doch alle Vorzeichen auf Sieg. Die Lage der Löwen nach der Niederlage gegen Zwickau ist nun nicht mehr ganz so rosig.
Furiose erste Hälfte
Zu Beginn knüpften die Löwen auch nahtlos an den grandiosen Auftritt von Magdeburg an. Die Löwen setzten sofort auf Attacke und ließen Angriff auf Angriff auf das Tor der Zwickauer laufen. Zur tragischen Figur der ersten Hälfte entwickelte sich Stefan Lex, der fünf hochkarätige Chancen liegen ließ. Am nächsten kam er dem Ziel in der 20. Minute, als er die Latte traf. Die Löwen spielten gnadenlos Pässe in die Schnittstellen der sächsischen Viererkette, die den schnellen Stefan Lex in eine gute Abschlussposition brachten. Leider landete er nur selbst ein Mal im Tor (wie auf unserem Beitragsbild zu sehen) und kein von ihm getretener Ball. Auch Biankadi und Dressel hatten mit Fernschüssen kein Glück. Das war wirklich eine tolle erste Hälfte, sehr schön anzusehen! Was die Löwen in den Sand und die letzten verbliebenen Grashalme des Städtischen Sandkastens an der Grünwalder Straße zauberten, hatte Hand und Fuß. Besonders in der Viertelstunde vor der Halbzeit wurde Zwickau regelrecht in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Es fehlte lediglich das erlösende 1:0.
Den Faden verloren in Halbzeit zwei
Was auch immer Joe Enochs seiner Mannschaft in der Halbzeit gesagt hat, es muss gut gewesen sein. Sehr gut sogar. Zwickau kam aggressiver aus der Kabine und begann nun höher zu pressen und die Löwen bereits am eigenen Sechzehner zu attackieren. Das schmeckte dem Löwen, der den Schwan wohl schon erlegt geglaubt hatte und nur den finalen Biss vergessen hatte, überhaupt nicht. Die Löwen verloren zunehmend die Struktur im Spiel und kamen kaum noch gefährlich vor das Zwickauer Tor. Zwickau nutzte dann in der 65. Minute seine einzige wirklich Chance im ganzen Spiel. Bei einem Angriff über links schoss Coskun gefährlich aus spitzem Winkel. Hiller konnte den Ball nur noch in die Mitte abklatschen lassen, wo Schröter mutterseelenallein im Giesinger Sand stand und den Ball nur noch über Linie bugsieren musste. Danach agierte Zwickau sehr zielstrebig in der Verteidigung des knappen Vorsprungs und Sechzig fehlten mal wieder die Ideen, die Zwickauer Abwehr aus den Angeln zu heben. Wobei die Zwickauer den Spielaufbau von 1860 sehr geschickt im Mittelfeld unterbanden und so eigentlich keine nennenswerte Ausgleichschance mehr zuließen. Die detaillierte Analyse dazu gibt es dann wieder von Bernd Winninger in der TAKTIKTAFEL.
Was bedeutet diese Niederlage?
Zunächst mal – so ganz isoliert betrachtet – war das eine unglaublich ärgerliche Niederlage. In der ersten Hälfte muss der TSV nach diesen Chancen mindestens 1:0 oder 2:0 führen. Stefan Lex wird in Erding sitzen und sich in den Allerwertesten beißen. Da bin ich mir sicher. Es gibt niemanden, der sich über die vergebenen Chancen mehr ärgert als er selbst. Insgesamt hat sich die Lage der Löwen nach der Niederlage gegen Zwickau natürlich nicht verbessert. Dresden bleibt Tabellenführer, ohne überhaupt gespielt zu haben. Ingolstadt zieht mit dem zu erwartenden Sieg bei den taumelnden Hachingern an uns vorbei. Selbst Hansa Rostock bleibt dran, ohne gespielt zu haben. Und Verl kommt auch von hinten wieder näher.
Dieser Schlag in die Magengrube der Aufstiegsambitionen tut weh… Ich habe es eingangs erwähnt. Aber wie immer im Leben: Wer sich von Schlägen am Besten erholt, wird am Ende Erfolg haben. Keine Saison läuft ohne Rückschläge ab, das habe ich ja bereits dargestellt. Jetzt geht es also drum, sich so schnell wie möglich zu berappeln und wieder aufzustehen. Eins ist klar: Viele derartige Rückschläge dürfen es bis Saisonende nicht mehr sein. Ich glaube, die Mannschaft hat so viel Charakter, sich von diesem Schlag zu erholen und die verschenkten Punkte wieder zu holen. Los geht’s am Samstag in Lübeck. Auf geht’s Löwen, schlagt zurück!
Am 22.Spieltag der 3.Liga traf der TSV 1860 München auf den FSV Zwickau.
Der TSV 1860 konnte nach der Gelbsperre gegen den FSV Zwickau wieder auf Sascha Mölders zurückgreifen. Tallig blieb dafür zunächst auf der Ersatzbank.
Zurück in der Startelf: Kapitän Sascha Mölders
Lex probiert es – aber das Tor will nicht fallen
Das Spiel begann zerfahren und mit vielen Zweikämpfen. Fast analog zum Magdeburg-Spiel hatte Stefan Lex in Spielminute 8 die erste große Möglichkeit, das 1:0 zu erzielen. Einen schönen Pass von Biankadi erlief der Eittinger, der Schuss aus spitzem Winkel und kurzer Distanz konnte allerdings von Torwart Brinkies entschärft werden.
Die nächste Großchance und wieder mit Beteiligung von Lex. Dieses Mal steckte der Rückkehrer Mölders auf den schnellen Mittelfeldaußen durch, aber wieder hieß die Endstation Johannes Brinkies (15.Minute).
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei, doch die Latte hatte etwas dagegen in der 19.Spielminute. Nach Flanke von Dressel ging ein Kopfball nur an die Latte. Natürlich von Lex, wer auch sonst…
Zwickau hinten viel gefordert
Der Gast aus Zwickau war in dieser Phase ausnahmslos hinten gefordert und zeigte keine Ambitionen nach vorne. Fairerweise muss man aber auch dazu sagen, dass die Löwen ihnen dazu gar keine Gelegenheiten gaben. Angriff ist schließlich die beste Verteidigung.
Der TSV 1860 nahm sich gegen Zwickau die Zeit, die sie bekamen. Angriffe wurden immer wieder ruhig und geordnet von hinten aus der Viererkette heraus aufgebaut. Das sorgte zwar für keine Überraschungsmomente, dennoch kamen die Löwen damit immer wieder durch und konnten sich gute Möglichkeiten erspielen. Ständiger Unruheherd war nach wie vor Stefan Lex, dem das Tor in Magdeburg sichtlich gut getan hat.
Sechzig machte das gegen den tiefstehenden Gast richtig gut, lediglich am Abschluss verzweifelten die Löwen. Die wenigen Entlastungsangriffe der Sachsen wurden im Keim erstickt.
Bezeichnend: Den ersten Abschluss der Gäste gab es in Minute 42. Einen Schuss von Schröter konnte Hiller aber mühelos fangen. Dieser war dann aber der Startschuss für die erste längere Ballbesitzphase der Gäste. So konnten sie den Ball vom eigenen Strafraum weghalten, mehr passierte aber auch nicht. Mit einem falsch ausgeführten Einwurf der Gäste ging es in die Pause.
Zwickau agiert nach der Pause anders
Mit Wiederanpfiff änderte sich die Marschrichtung der Gäste. Der FSV Zwickau spielte nun Pressing in der Offensive und attackierte den TSV 1860 bereits tief in dessen Hälfte. Das überraschte unsere Mannschaft zunächst etwas und war ein Wirkungstreffer.
Fortan mussten die Löwen ihre Offensivtaktik überdenken, denn der ruhige und überlegte Aufbau von hinten war so nicht mehr möglich. Die Gäste kamen mit dieser Spielweise mehr zum Zug, die Folge waren unter anderem gelbe Karten für Lex (Nummer 2) und Steinhart (Nummer 4).
Rückstand für die Löwen
Ungewohntes Bild: Rote jubeln in Giesing
Den Mehraufwand vergoldete sich der Gast in Minute 65. Einen Schuss konnte Marco Hiller noch entschärfen, den Nachschuss versenkte Schröter dann allerdings zum 0:1. Durchaus nicht unverdient – wenn man nur die zweite Halbzeit betrachtete.
Der erste Rückstand seit dem Wiesbaden-Spiel warf die Frage auf, wie der TSV 1860 damit umgehen würde. Sie versuchten es natürlich weiter mit dem Spiel nach vorne, waren aber bei Weitem nicht so gefährlich wie noch in der 1.Halbzeit. Auch die Gäste versteckten sich nicht und blieben bei ihrer angepassten Spielweise.
Diese Spielweise zog den Löwen letztendlich den Zahn. Gegen die Gäste, die den TSV 1860 teils im eigenen Strafraum angriffen, hatte der TSV 1860 nach der Pause kein wirkliches Rezept mehr.
Somit setzt es nach sieben Spielen mit Punktgewinnen mal wieder eine Niederlage. Der TSV 1860 verpasst damit den Sprung an die Tabellenspitze und liegt auf Rang 3.
TSV 1860 setzt Zeichen gegen Antisemitismus
Das heutige Spiel gegen den FSV Zwickau nutzte der TSV 1860 München erneut und positionierte sich klar gegen Antisemitismus. Das ganze Spiel über hing ein entsprechendes Banner auf Höhe der Mittellinie.
Für den TSV 1860 München geht es am nächsten Samstag, 06.02.2021, in Lübeck weiter. Beim neuen Tabellenletzten sollten wieder Punkte möglich sein. sechzger.de berichtet dann wieder live vor Ort aus dem Stadion an der Lohmühle.