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TSV 1860 wehrt sich auf Facebook gegen Anti-Auschwitz-Gedenk-Kommentar

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Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz jährt sich heute zum 76.mal. Zahlreiche Vereine, Organisationen und Einzelpersonen gedenken diesem Tage heute. So hat auch die offizielle Seite der 3. Liga ein entsprechendes Posting auf Facebook verfasst.

Auch an solchen Gedenktagen gibt es Kommentare, die einfach nicht angebracht sind. Einer davon fand sich in den Kommentaren der 3. Liga-Seite auf Facebook. Ein Fußballfan mit dem 1860-Logo im Wappen schrieb:

Echt jetzt? Unsere Generation hat es nicht getan. Die alten haben genug geblutet und vorgehalten bekommen. Man kann gerne sagen das es passiert ist und mahnen. Aber immer wieder rein reiben ist eindeutig nervend und falsch.

Für dieses Posting bekam er bis zum jetzigen Zeitpunkt (15.15 Uhr) mehr Zustimmung als Ablehnung. Dem TSV 1860 wird ja oftmals nachgesagt, seine Vergangenheit bzw. die Rolle in der Nazizeit nicht genügend aufgearbeitet zu haben. Hier bezogen die Verantwortlichen des TSV 1860 aber klar Stellung. Der offizielle Facebook-Account antwortete:

Der TSV 1860 München unterstützt diese Aktion zu 100%. Und für solche Kommentare mit unserem Logo im Profilbild schämen wir uns.

Dafür gab es ausschließlich Zustimmung. Zudem bezog der TSV 1860 München auch auf seiner offiziellen Facebook-Seite heute eindeutig Stellung und erinnerte an den 76. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung. Das entsprechende Posting zeigt ein Bild des Lagers Auschwitz, dazu die Worte “Nie wieder.”

Der unpolitische Fußball?

Es gibt immer wieder Stimmen, der Fußball möge doch bitte unpolitisch bleiben. Dies war er jedoch nie und wird er niemals sein. Zumindest für uns nicht. Statements gegen Kommerzialisierung sind ein politisches Statement. Stimmen gegen die Gentrifizierung Giesings – wie man sie oftmals bei Spielen des TSV 1860 findet – sind ein politisches Statement.

Statements pro oder contra Investor sind ein politisches Statement.

Selbst Statements für den Erhalt der Stehplätze sind ein politisches Statement.

Normalerweise wäre an dieser prominenten Stelle unser Live-Ticker vom Spiel des TSV 1860 in Magdeburg. Den findet ihr hier.

 

Der TSV 1860 zu Gast in Magdeburg – die TAKTIKTAFEL

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen zur TAKTIKTAFEL vor dem Auswärtsspiel unseres TSV 1860 München gegen den 1.FC Magdeburg.

 

Um sich endgültig aus den Fängen der kommunistischen Vergangenheit zu lösen, setzt man beim 1. FC Magdeburg auf das komplette Gegenteil von Planwirtschaft. Was den TSV 1860 München gegen Magdeburg erwarten wird, ist schwer vorherzusagen. Trainer Thomas Hoßmang hat bisher fast alle Register gezogen, was die taktische Grundaufstellung betrifft. Neun verschiedene Systeme hat er bisher ausprobiert:

  • 4-4-2 flach
  • 4-4-2 defensiv
  • 4-2-3-1
  • 3-4-1-2
  • 4-3-3 offensiv
  • 4-3-3 defensiv
  • 4-3-1-2
  • 3-5-2

Zuletzt trat man vier Mal in Folge im 3-4-3 an. So gesehen ist der 1. FCM die bisher größte taktische Wundertüte, die auf den TSV 1860 München zukommt. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams ermauerten sich die Festungsstädter ein 1:1-Unentschieden im Grünwalder Stadion mithilfe eines äußerst defensiven 4-3-1-2. Im Heimspiel mauern und auf einen Punkt hoffen, sollte rein theoretisch in der aktuellen Situation, in der sich der 1. FCM tabellarisch befindet, aber nicht die Devise von Trainer Hoßmang sein. Das schreiben dieser TAKTIKTAFEL ist diesmal ein heiteres Systemeraten.

Weil wir aber das 3-4-3 System bisher noch nicht in der TAKTIKTAFEL behandelt haben und das System, wenn man es mit einer sogenannten gependelten Abwehrkette spielt, durchaus auch defensiv seine Vorteile hat, gehen wir einfach mal davon aus, dass Hoßmang nichts am System ändern wird und Magdeburg ein 3-4-3 gegen den TSV 1860 auf den Platz bringt.

Das 3-4-3

Das grundsätzliche Ziel beim 3-4-3 ist den Gegner durch starkes Gegenpressing gar nicht derart zur Entfaltung kommen zu lassen, dass dieser für die Abwehr eine Gefahr darstellen würde. Durch dieses System kann exzellente Raumaufteilung nach Ballverlust gegen den Ball erreicht werden. Daher eignet sich das 3-4-3 bei guter Spielweise wohl mit am besten von allen Systemen für frühes Angriffspressing, da man in der ersten Phase nach Ballverlust fast immer Überzahlsituationen gegen den Ball vorfindet.

Wenn sich der Gegner aus der Pressingsituation befreien kann, muss sich der Mittelfeldspieler auf der schwachen (ballfernen) Seite fallen lassen, damit eine Viererkette gebildet werden kann. Der Außenstürmer auf dieser Seite wird dann ebenfalls tiefer spielen, um gegen Seitenwechsel abzusichern. Es verschiebt sich dann zum 4-4-2.

Was fordert dieses System von den Spielern?

Die Spieler in einem 3-4-3 sollten sehr ballsicher sein und ein exzellentes taktisches Verständnis mitbringen. Die Anforderungen in Puncto Flexibilität an die Rollen der Einzelspieler sind ebenfalls enorm. Gegen den Ball sind außerdem gutes Stellungsspiel und die Fähigkeit, sich entwickelnde Spielsituationen zu erkennen, von höchster Wichtigkeit.

In Systemen mit Dreierkette wird in der Frühphase eines Angriffs sehr direkt verteidigt. Für die Defensivpositionen sind schnelle, bewegliche Spieler daher unabdingbar. Die Flügelspieler im Mittelfeld brauchen viel Kondition und Laufbereitschaft, da sie ihren Flügel alleine abdecken müssen.

Alternativen zum Pressing

Kann eine Mannschaft, die im 3-4-3 spielt den Gegner defensiv durch Pressing dauerhaft nicht aufhalten, muss entweder über gependelte Außen im Mittelfeld auf eine Fünferkette in der Abwehr oder wie im Fall oben beschreiben zum 4-4-2 gewechselt werden.

Offensiv ist die vier im Mittelfeld meist in einer flachen Rautenformation. Diese ermöglicht mit horizontalen/diagonalen Verschiebungen sehr schnell überall Passdreicke zu bilden. Die beiden Außenstürmer, die leicht zurückgezogen auf ihren Flügeln agieren, bilden mit dem Mittelstürmer ein flaches Sturmdreieck. Dadurch ergibt sich auf dem Feld bei richtiger Umsetzung des 3-4-3 eine “Achter” Formation mit dem offensiven/zentralen Mittelfeldspieler als Zentrum. Die Überzahlsituationen, die so gegen traditionell verteidigende Mannschaften gebildet werden können, sorgen für immensen Druck.

Wenn dieser offensive Druck dann durch das frühe Angriffspressing permanent hochgehalten werden kann, spielt man eine Abwehr mit der Zeit müde und kommt früher oder später zwangsläufig zu Torgelegenheiten.

Stärken und Schwächen des 3-4-3

Stärken

Das 3-4-3 bietet mit seiner exzellenten Tiefenstaffelung im Zusammenspiel mit taktischer Disziplin im Positionsspiel sehr variantenreiche Spielzüge im Aufbau. Gerade für spielstarke Teams ist dieses System daher eine wahnsinnig effektive Waffe. Angriffspressing und Gegenpressing können mit der Überzahl an Offensivspielern gut umgesetzt werden. Diese Überzahl verhilft der Mannschaft im 3-4-3 auch im letzten Drittel zu hoher Variabilität.

Schwächen

Die Dreierabwehrkette muss situativ immer wieder aus dem Mittelfeld heraus verstärkt werden, wenn der Gegner sich aus dem Pressing befreien kann. Das 3-4-3 stellt sowohl mit als auch gegen den Ball hohe Anforderungen an die individuelle Stärke der Spieler. Wenn die Spieler ihre Rollen im taktischen Konzept nicht akribisch einhalten, kann das Spiel im 3-4-3 leicht zum Debakel werden. Außerdem ist es sehr anfällig gegen Konter bei Ballverlust.

Bisherige statistische Werte des 1. FCM

  • Ballbesitz 52%:48%
  • Passgenauigkeit 80%
  • Gewonnene Defensivzweikämpfe 58%
  • Flankengenauigkeit 35%
  • PPDA (zugelassene Pässe pro  Defensivaktion) 10,43

Schlüsselspieler

Verteidigung

Torwart Morten Behrens (#1): Dass er eine Wand im Tor sein kann, hat er diese Saison eindrucksvoll bewiesen. 71,5% der Schüsse auf sein Tor hat er gehalten. Das Problem an der Sache: seine Abwehr lässt sehr viele Schüsse zu. Obwohl bereits 91 Schüsse in den von Magdeburg bisher absolvierten 20 Partien auf seinen Kasten gingen, musste er erst 26 Gegentore hinnehmen. 3 Mal konnte er die Null halten. Stark im herauslaufen, gute Strafraumbeherrschung und exzellente Reflexe kann Behrens vorweisen. Mit seinen Paraden im Hinspiel brachte er die Offensive der Löwen zur Verzweiflung. Der 23-jährige Schlussmann wird früher oder später sicher auf den Zetteln höherklassiger Clubs mit besseren Abwehrreihen stehen.

Innenverteidiger und Kapitän Tobias Müller (#5) ist stark im Spielaufbau, bei den Defensivaktionen allerdings nicht immer ganz auf der Höhe des Geschehens. Mit seiner Leistung im Spiel steht und fällt, wenn man der Statistik glauben darf, das Spiel gegen den Ball bei Magdeburg. Spielt er hinten gut, holen die Festungsstädter meist Punkte.

Mittelfeld und Sturm

Thore Jacobsen (#22): Die Leihgabe aus Bremen ist ein äußerst passsicherer, defensiver Mittelfeldspieler, ader in der Spieleröffnung mit dem 3-4-3 System nun eine größere Rolle bei der Eröffnung eines Positionsangriffs hat als bisher.

Sebastian Jakubiak (#8) wurde lange Zeit in der Hinrunde von Thomas Hoßmang nicht berücksichtigt. Nun ist er seit Einführung des 3-4-3 Stammspieler. Eine Quote von 60,2% erfolgreichen Aktionen kann sich für einen offensiv ausgerichteten Mittelfeldspieler auch durchaus sehen lassen. Er ist sich auch nicht zu schade gegen den Ball mitzuarbeiten. Technisch versiert und mit gutem Auge für den Mitspieler. Er kann den tödlichen Pass spielen.

Neuzugang Saliou Sané (#33) hat in den fünf Spielen, die er bisher für den 1. FCM absolviert hat, zwei Tore und zwei Vorlagen vorzuweisen. Dazu kommen weitere fünf Schussvorlagen, die von den Mitspielern nicht verwertet werden konnten. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen. Dieser Mann ist pure Torgefahr.

Fazit

Die bei der sogenannten Smart Passes conversion auf Rang drei, bei Flankengenauigkeit auf Rang sechs und Passquote ins letzte Drittel auf Rang neun in der Liga rangierenden Festungsstädter sind schlechter platziert als sie es theoretisch sein müssten. Mit dem neu hinzugekommenen Sané hat sich vor allem bei der Chancenverwertung viel getan. Der Dämpfer am Wochenende gegen Halle wird Magdeburg gegen unseren TSV 1860 hochmotiviert auf den Platz kommen lassen, um im Heimspiel gegen die Löwen die hinterlassene Scharte des Derbys auszumerzen.

Ohne Kapitän und Toptorjäger Sascha Mölders, der gelbgesperrt fehlt, wird diese Partie eine ganz harte Nuss für unsere Löwen. Ob es wegen des Fehlens von Mölders eine taktische Umstellung auf ein anderes System geben wird, oder ob Biankadi für ihn in die Spitze rückt? Wir werden es sehen. Trainer Michael Köllner wird der Mannschaft den besten Matchplan mitgeben. Wenn Magdeburg mauert wie im Hinspiel, kann das für die Löwen in Sachsen Anhalt eine sehr unglückliche Nummer werden. Hoffen wir auf ein ansehnliches Fußballspiel.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Diese Aufstellung erwarte ich beim 1.FC Magdeburg

Magdeburg TSV 1860 Aufstellung
So tritt der 1.FC Magdeburg voraussichtlich gegen den TSV 1860 an

Sechzig um Sieben: Der Vorbericht zur Partie 1. FC Magdeburg – TSV 1860

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Magdeburg TSV 1860

Vorbericht zur Partie 1. FC Magdeburg – TSV 1860 München

Es ist der fünftletzte Tag im ersten Monat dieses neuen Jahres und die seit sechs Spielen ungeschlagenen Löwen gehen zum ersten Mal in 2021 auf Reisen. Nach jahresübergreifend vier Auftritten im Sechzgerstadion kommt es nun in Sachsen-Anhalt zum Duell 1.FC Magdeburg – TSV 1860 München. Bereits gestern Mittag ist der Bus von der Grünwalder Straße aus Richtung Nordosten gestartet, gut angekommen und Stefan Lex & Co. haben die gerade zu Ende gegangene Nacht vor Ort verbracht.

Bilanz 1.FC Magdeburg – TSV 1860 München

Erst zum zweiten Mal in der Historie tritt eine Mannschaft des TSV 1860 heute Abend im derzeit auf den Namen “MDCC-Arena” hörenden Magdeburger Stadion an, das von den FCM-Fans Heinz-Krügel-Stadion genannt wird – nach dem Trainer, mit dem man 1974 den Europapokal der Pokalsieger gewinnen konnte. Einige Traditionalisten unter den Anhängern bezeichnen ihre Heimstätte auch als Ernst-Grube-Stadion. So hieß der Ground am gleichen Standort, der im Dezember 2006 von dem modernen Neubau abgelöst wurde.

Die sportlichen Erinnerungen der Löwen an das bislang einzige Spiel in Sachsen-Anhalts Hauptstadt sind schlecht. Mit 1:5 unterlag die Mannschaft von Daniel Bierofka am 24. August 2019 vor 16.000 Zuschauern den gerade aus der 2. Liga abgestiegenen Gastgebern. Schon zur Pause stand es 4:0, den Ehrentreffer markierte Markus Ziereis in der Schlussminute. Nachdem die beiden Heimspiele gegen diesen Gegner, genau ein halbes Jahr nach der beschriebenen Packung bzw. im ersten Geisterheimspiel der aktuell laufenden Saison jeweils 1:1 endeten, wäre heute die perfekte Gelegenheit für den ersten Sieg gegen den Club.

Bisheriger Saisonverlauf des FCM

In die Vorsaison waren unsere heutigen Gastgeber noch als Aufstiegsfavorit gestartet, mussten aber bald realisieren, dass eine sofortige Rückkehr in die 2. Liga ein völlig utopisches Ziel darstellte. Meist lag man in der zweiten Tabellenhälfte, in der Rückrunde pendelte man zwischen den Plätzen 13 und 15 und in der Endabrechnung landete man Anfang Juli nur drei Punkte und drei Plätze vor dem bestplatzierten Absteiger aus Chemnitz. Die Ambitionen für die neue Saison, die insgesamt fünfte in der 3. Liga, waren entsprechend deutlich zurückhaltender. Von der Trainern der Konkurrenz hatte die Elbstädter keiner mehr auf dem Aufsteigerzettel, bei den Wettbüros wurde der FCM  – genauso wie unsere Löwen – aber immerhin zum „erweiterten Favoritenkreis“ gerechnet. Zusammen mit weiteren derzeitigen Kellerkindern, wie dem MSV Duisburg und dem FCK.

Holpriger Beginn

Diese positive Einschätzung hat sich dann aber (auch) für Magdeburg schon frühzeitig erledigt. Nach dem unglücklichen Pokalaus – vor übrigens immerhin 5.000 zugelassenen Zuschauern gegen Darmstadt – verlor man zum Saisonstart gleich das prestigeträchtige Sachsen-Anhalt-Derby gegen Halle und wartete dann bis zum 16. Oktober auf den ersten Sieg. Der erfolgte am 5. Spieltag gegen Türkgücü. Ausgerechnet beim Gastspiel auf Giesings Höhen gelang der einzige Punkt in der Anfangsphase der Saison. Nach weiteren Pleiten fand man sich im Spätherbst tief unten im Tabellenkeller wieder. Nur aufgrund der Corona-bedingten Spielabsagen der ebenfalls schwächelnden Konkurrenz blieb die Rote Laterne in der jeweils aktuellen Tabelle meist anderen überlassen. Faktisch konnte Magdeburg aber nur einmal in dieser Saison die Abstiegsränge für eine Woche verlassen.

Zwangspause für den FCM

Die ersten beiden Spielabsagen ereilten den FCM dann im Jahresfinale 2020. Wegen eines positiv getesteten Spielers mussten die Partien des 16. und 17. Spieltags gegen Saarbrücken und in Duisburg abgesagt werden. Beide Spiele sind aber bereits nachgeholt, sodass unser heutiger Gegner in diesem Jahr schon ein ordentliches Pensum von fünf Spielen absolviert hat. Dabei war der Club sogar relativ erfolgreich. Siege in Unterhaching (vor den Augen des anwesenden Löwentrainers) und beim MSV sorgten für Aufwind. Am Samstag folgte mit einer erneuten Niederlage im Derby beim HFC dann allerdings ein Rückschlag. Unsere Löwen bekommen es also auch heute – wie Ende September – mit einem angeschlagenen Derbyverlierer zu tun. Mal sehen, was Köllners Buben aus dieser durchaus komplexen Aufgabenstellung machen.

Steht ein Trainerwechsel bevor?

Vom in der Branche üblichen Reflex, bei Misserfolgen den Übungsleiter zu ersetzen, der auch bei diesem Traditionsverein in der letzten Saison noch auf der Tagesordnung stand, sieht man aktuell noch ab. Nachdem Magdeburger Medien im Saisonverlauf aber immer wieder – zuletzt vor knapp zwei Wochen – Endspiele für Thomas Hoßmang ausriefen, wird die Luft für ihn immer dünner. Mehrmals zog das ostdeutsche Trainerurgestein mit sportlichen Zwischenerfolgen den Kopf nochmal aus der Schlinge. Im Januar mit den beiden oben erwähnten Siegen hintereinander gegen die Münchner Vorstädter und die Zebras. Sollte den FCM aber heute Abend eine Niederlage ereilen, so dürfte es wieder sehr ungemütlich für ihn werden. Am kommenden Wochenende gastiert Magdeburg übrigens bei Viktoria Köln, wo Trainer Pavel Dotchev ja erst am Sonntag seinen Hut nehmen musste. Vielleicht wird dieses Spiel ja dann ein „Duell der neuen Besen“.

Wir bleiben erstmal beim heutigen Spiel. Was in und um das Stadion in Magdeburg passiert, ob es dort ähnlich winterlich ist wie in der Heimat der Löwen, erfahrt Ihr heute ab dem späten Nachmittag im sechzger.de-Liveticker. Wir versorgen Euch wie immer mit zahlreichen Eindrücken vom Gastspiel der Löwen.

Linus Straßer beim Slalom in Schladming ausgeschieden

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Skilöwen 1860 dorigo straßer klingler
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Linus Straßer ist beim Slalom in Schladming ausgeschieden. Nach dem ersten Durchgang beim Night-Race auf der Planai lag unser Skilöwe mit 2,66 Sekunden Rückstand auf den führenden Manuel Feller (Österreich) auf Rang 27 und konnte froh sein, dass er sich noch für den zweiten Lauf qualifizieren konnte. Weitere Fahrer aus der deutschen Mannschaft konnten sich nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren.

Straßer im zweiten Durchgang ausgeschieden

Im zweiten Lauf setzte Linus Straßer bei anhaltendem Schneetreiben alles auf eine Karte und wollte aus dem hinteren Feld einen Angriff auf die vorderen Plätze starten. Leider ging er zu viel Risiko und fädelte mit Zwischenbestzeit bereits im oberen Teil ein. Damit konnte er an die guten Ergebnisse der letzten Rennen nicht anknüpfen.

Das Endergebnis

Das Rennen gewann der Österreicher Marco Schwarz vor den beiden Franzosen Clement Noel (0,68 Sekunden Rückstand) und Alexis Pinturault (0,82 Sekunden Rückstand). Man kann davon ausgehen, dass bei einem rot-weiß-roten Sieg an der Planai und in Schladming ähnlich gefeiert worden wäre wie nach einem kapitalen Heimsieg der Löwen in Giesing. Da aber auch die Skirennen diesen Winter ohne Zuschauer stattfinden müssen, geht es den Skifans der Alpenrepublik genauso wie uns Löwen.

Ausblick auf die nächsten Rennen

Da Linus Straßer in Schladming ausgeschieden ist, liegt er nun mit 278 Punkten auf Rang 5 im Slalom Weltcup. Am Wochenende geht es in Chamonix am Mont Blanc mit zwei Slaloms für Straßer weiter. Vor der WM in Cortina d’Ampezzo sind das die letzten beiden Rennen für den Skilöwen. Die WM beginnt am 08. Februar im Nobelort in den Dolomiten.

3. Liga: Vier Spiele am Dienstag Abend (u.a. mit Dynamo & Türkgücü)

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Kaiserslautern 1860 Betzenberg

Am heutigen Dienstag Abend fanden vier Spiele der 3. Liga statt; dabei waren unter anderem Tabellenführer Dynamo Dresden und Löwen-Verfolger Türkgücü München im Einsatz.

FC Bayern München II – SC Verl abgesagt

Die Partie des FC Bayern München II gegen den SC Verl wurde im Laufe des Tages wegen Unbespielbarkeit des Platzes im Grünwalder Stadion abgesagt. Gut für den arg geschundenen Rasen in Giesing. Die Zweitvertretung aus der Seitenstraße vermeldet unterdessen einen prominenten Neuzugang: Dimitri Oberlin unterschrieb heute einen Vertrag an der Säbener Straße und soll in die Fußstapfen von Okyere Wriedt treten. Der Champions League-erfahrene Stürmer, der auch schon ein Länderspiel für die Schweiz absolvierte, stand zuletzt beim FC Basel unter Vertrag und gehörte dort zu den Top-Verdienern. Ganz normaler Drittliga-Move also…

1. FC Kaiserslautern – Türkgücü München 0:0 (0:0)

In den letzten sechs Partien spielte Türkgücü fünfmal zu Null, die Roten Teufel brauchten jedoch dringend Punkte und erzielten bis dato kümmerliche sechs Heimtore. Interessante Voraussetzung also für dieses Duell auf dem Betzenberg. Kurios: Bei den Gästen stand Top-Torschütze Petar Sliskovic zwar im Kader, saß aber dennoch nicht auf der Bank. Was da wohl los war? Auf dem Rasen zeigte sich der FCK zwar bemüht, aber doch zu umständlich, um den Kasten von Vollath wirklich in Gefahr zu bringen.

Auf der Gegenseite zirkelte Sararer in der 62. Minute einen Freistoß aus 22 Metern knapp am Winkel vorbei. Insgesamt bewegte sich die Partie bis dahin jedoch auf einem sehr überschaubaren Niveau, zumal die Lauterer nun kaum noch nach vorne spielten. Es blieb beim leistungsgerechten 0:0.

FSV Zwickau – MSV Duisburg 3:1 (3:0)

Die Sachsen hatten zuletzt vor allem auswärts überzeugt, die Zebras gar nicht. Insofern war Spannung angesagt, doch bereits in der 4. Minute schlug der Zeiger erstmals in Richtung FSV aus. Verteidiger Steffen Nkansah war zur rechten Zeit am rechten Ort und köpfte unhaltbar zum 1:0 für Zwickau ein. Die Meidericher enttäuschten erneut und in der 35. Minute erhöhte Schröter nach einem sehenswerten Solo zum 2:0. Doch damit nicht genug: In der 42. Minute nagelte Schröter die Kugel per Unterkante der Latte zum dritten Mal ins Netz des MSV. Ein Debakel bahnte sich an für Gino Lettieri und seine Mannen.

Die Zebras krempelten die Ärmel aber nochmal hoch und verkürzten in der 56. Minuten durch den 17-jährigen Hettwer zum 3:1. Zwar glänzte der MSV auch weiterhin nicht, der Wille war aber immerhin zu erkennen. Wer weiß, was passiert wäre, wenn Velkovs Schuss in der 77. Minute nicht am Pfosten, sondern im Tor gelandet wäre?

SV Wehen Wiesbaden – Viktoria Köln 2:2 (0:1)

Spiel eins nach der Entlassung von Pavel Dotchev. Für die Viktoria galt es, den Negativtrend der letzten Wochen zu stoppen, um nicht in den Tabellenkeller abzurutschen. Und es begann erfreulich, denn in der 24. Minute traf Lorch zum 0:1 für die Gäste. Das hatten sich die Hessen in ihrem 400. Match in der 3. Liga sicher anders vorgestellt. Beinahe hätte Thiele in der 38. Minute sogar noch erhöht, doch Torhüter Boss verhinderte den Einschlag hervorragend.

So blieb die Partie vorerst offen und in der 64. Minute sorgte Philip Tietz gar für den Ausgleich des SVWW. Alles wieder drin in der Wiesbadener Wasserfilter-Arena. Doch die Viktoria wollte den Dreier unbedingt und Lucas Cueto brachte die Kölner in der 81. Minute nach einer tollen Einzelleistung erneut in Front. Drei Minuten fehlten den Rheinländern am Ende zu Sieg, denn Malone glich erneut für Wehen Wiesbaden aus (87.).

Waldhof Mannheim – Dynamo Dresden 1:0 (0:0)

Nach dem 4:3-Spektakel gegen den 1. FC Kaiserslautern musste Dynamo diesmal in Mannheim ran. Nicht dabei: Trainer Markus Kauczinski, der sich aufgrund gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus befindet. Auf dem Rasen zeigte der Waldhof über weite Strecken ein ordentliches Pressing und ließ die Dresdner Offensive in der ersten Halbzeit kaum zur Entfaltung kommen. Im Gegenteil: In den ersten 45 Minuten war das Heimteam die aktivere Mannschaft.

Chancen blieben auch nach dem Seitenwechsel Mangelware, farbig wurde es aber dennoch. Der Dresdner Sebastian Mai trat seinem Gegenspieler Martinovic während einer Spielunterbrechung völlig unmotiviert in die Hacken und durfte vorzeitig unter die Dusche. Herzlichen Glückwunsch. Der Waldhof investierte viel, war dem Dreier näher als der Gegner, doch Dynamo verteidigte das 0:0 bis in die dritte Minute der Nachspielzeit. Dann traf Seegert die Latte, der Angriff lief weiter und nach einem Handspiel von Ehlers gab es Elfmeter für Mannheim – und Rot für den Dresdner gratis dazu. Dramatik pur!

Garcia trat an und … traf! 90.+6! 1:0! Abpfiff!

21. Spieltag: Expertentipps mit Roland Hefter & Patrick Hasenhüttl

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Mit Politiker und Musiker Roland Hefter sowie Stürmer Patrick Hasenhüttl von der SpVgg Unterhaching werden auch in dieser englischen Woche zwei Prominente versuchen, das Ergebnis unserer Löwen korrekt vorauszusagen. Am Sonntag lagen Maximilian Deisenhofer und Nicklas Shipnoski ja leider daneben – beide hatten einen 3:1-Sieg über den SV Meppen prophezeit.

Stadtrat und Liedermacher

Der gebürtige Münchner Roland Hefter hat eine interessante Vita aufzuweisen. Einer Ausbildung zum Schriftenmaler ließ er ein Grafik- & Designstudium folgen und ist seit 2010 hauptberuflich Musiker und Liedermacher. Als Politiker ist für die SPD im Stadtrat und dort stellvertretender Sprecher im Kulturausschuss und Fachsprecher für Tierschutz. Der bekennende Löwen-Fan setzt sich in erster Linie für ein vielseitiges kulturelles Leben, soziale Gerechtigkeit und die Unterstützung der ärmeren Münchner ein. Seine Heimat sieht er als eine bunte und weltoffene Stadt, die Ihre Geschichte nie vergessen darf, in der jedoch auch bayrische Traditionen wie Brauchtum und Dialekt gepflegt werden sollen. Für Mittwoch Abend ist Hefter vorsichtig optimistisch und tippt auf einen 1:0-Auswärtssieg des TSV 1860 beim 1. FC Magdeburg.

Von Türkgücü nach Unterhaching

Vor der Saison wechselte Patrick Hasenhüttl von Aufsteiger Türkgücü München zur SpVgg Unterhaching. Was viele nicht wissen: Damit kehrte der Stürmer zu seinem Stammverein zurück, denn genau dort fing er im Alter von fünf Jahren mit dem Fußballspielen an, ehe er über die Stationen VfB Stuttgart, FC Ingolstadt 04 und eben Türkgücü wieder in den Münchner Vorort zurückkehrte. Geboren wurde Hasenhüttl übrigens in Belgien, da sein Vater zu der Zeit beim KV Mechelen unter Vertrag stand. Und ja, dieser Vater ist Ralph Hasenhüttl, derzeit Trainer des FC Southampton in der englischen Premier League.

Ob Patrick auch mal auf die Insel wechseln möchte, ist uns leider nicht bekannt. Mit seinen Leistungen in der laufenden Saison hat der Stürmer jedoch bereits auf sich aufmerksam gemacht. In seinen bisherigen 17 Saisonspielen sammelte der ehemalige österreichische Junioren-Nationalspieler sechs Scorerspunkte für die SpVgg. Aktuell rangiert Unterhaching nur durch die mehr erzielten Tore vor dem 1. FC Magdeburg und somit vor den Abstiegsplätzen. Wie schon in der Vorwoche sind sich unsere Promis einig, denn auch Patrick Hasenhüttl sagt einen 1:0-Sieg der Löwen in Sachsen-Anhalt voraus.

Fotogalerie zum Spiel des TSV 1860 München gegen den SV Meppen

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Auch zum unglücklichen 1:1 Unentschieden gegen den SV Meppen 1912 e.V. am 20. Spieltag der Corona-Saison 2020/21 können wir Euch wieder ein paar Schnappschüsse vom Spiel gegen die Emsländer, mit denen uns doch so viele gute Erinnerungen verbinden, präsentieren.

Trotz der spielerischen Überlegenheit gelang es den Niedersachsen, einen Punkt zu entführen, da die Mannschaft leider die sonstige Effizienz im Abschluss vermissen ließ. Wollen wir hoffen, dass es am Ende der Saison, in welcher wirklich Jeder Jeden schlagen kann, es dann nicht am Ende um genau diesen einen Zähler geht. Dann wird uns dieses Unentschieden gegen den SV Meppen richtig weh tun!

Der werte Kollege Winninger hat das Spiel natürlich wieder absolut erstklassig analysiert – falls Ihr seine Analyse noch nicht gelesen habt – hier kommt Ihr zum Artikel! Auch ein Blick in das Taktiktafel-Lexikon kann nicht schaden, damit Ihr seine Erläuterungen besser versteht.

Nun denn – freuen wir uns daher nun auf die Partie gegen den 1. FC Magdeburg am Mittwoch im Heinz-Krügel-Stadion und hoffen, dass wir von dort nicht mit leeren Händen heimkommen!

Solange aber viel Spaß beim Betrachten der Bilder!

TSV 1860 – Meppen: das Spiel in der TAKTIKTAFEL-Analyse

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen zur Taktiktafel-Analyse des Spiels TSV 1860 München gegen den SV Meppen 1912.

 

Die vergangene Woche von Montag bis Sonntag hat uns mal vor allem eines gelehrt: In dieser Liga ist für alle Mannschaften in jedem Spiel alles möglich.
Wie lief das Spiel des TSV 1860 gegen Meppen? Im kompletten Spiel hatten unsere Sechzger mit leichten Schwankungen in der Summe mehr Ballbesitz und somit bis auf kurze Phasen in beiden Halbzeiten auch die Spielkontrolle. Das bringt uns mehr oder weniger zu drei Abschnitten im Spiel und einer wichtigen Erkenntnis daraus: Die Ballverluste der Löwen im letzten Drittel waren entscheidend.

Die Phase bis zum Führungstreffer

Vor allem in den Anfangsviertelstunden der beiden Halbzeiten hat Sechzig das Kommando übernommen und die Partie an sich gerissen. 62% Ballbesitz zu Beginn der ersten und 65% Ballbesitz zu Beginn der zweiten Halbzeit für die Löwen zeigen das klar auf. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit hat unsere Mannschaft 54% Ballbesitz zu Buche stehen. Bis zur 62. Minute, in der der Führungstreffer durch Semi Belkahia fiel, summiert sich das zu insgesamt 58% Ballbesitz. Daraus konnte der TSV 1860 gegen den Gast aus Meppen allerdings kein Kapital schlagen.

Wie gewohnt gegen tief stehende Teams, deren Interesse eher im Zerstören als im Spielen liegt, kam die Mannschaft von Michael Köllner nicht entscheidend in den Sechzehner. Einen einzigen Schuss (Greilinger 41.) aufs Tor bis zum Führungstreffer hat der TSV 1860 München auf dem Konto. Zwei weitere Schussversuche von Tallig gingen bis dahin rechts am Kasten von Domaschke vorbei. Von 61 Angiffsversuchen der Löwen wurden 42 bis ins letzte Drittel vor das Meppener Tor gebracht. Ballkontakte im Strafraum gab es bei diesen 42 Angriffen genau drei für den TSV 1860. Im letzten Drittel des Spielfeldes verloren die Sechzger in der ersten Stunde des Spiels 13 Mal den Ball in einem Zweikampf am Boden. Weitere 13 Mal fanden Pässe ihren Adressaten nicht und 13 Mal sind Ballverluste mit anderen Gründen (verlorene Kopfballduelle, Stürmerfoul, Abseitspositonen etc.) zu erklären.

Wie kann es zu diesen vielen Ballverlusten kommen?

Man konnte gegen Meppen sehr leicht Raumgewinne erzielen, da die Emsländer tief standen. Pressing fand bei Thorsten Frings´ Team quasi nicht statt. Das Mittelfeld war relativ eng gestaffelt und richtig kompakt wurde Meppen in der Nähe der eigenen Box. Deshalb konnten die Löwen im letzten Drittel kaum Überzahlsituationen dort schaffen, wo es wichtig wird. Situationen, in denen dann ein freier Spieler Chancen gehabt hätte mehr aus den Ballbesitzvorteilen zu machen, ließ Meppen mit dieser Mauertaktik nicht zu. Man könnte auch sagen Meppen hat clever und diszipliniert verteidigt. Sehr ähnlich dem, was der TSV 1860 im Spiel gegen den FCI gezeigt hatte.

Meppen hingegen kam bei 55 Angriffsversuchen, davon 21 bis ins letzte Drittel der Sechzger, zu sechs Ballkontakten im Strafraum. Von der Effizienz her waren die Emsländer den Löwen also überlegen. Mehr “Ertrag” mit weniger Aufwand. Schüsse ergaben sich daraus in dieser Stunde zwei für den SVM. Boeres Schuss in der elften Minute wurde von Salger geblockt. Guder schoss in Minute sechzehn drüber.

Das Tor zum 1:0

Ein Freistoß nach einem Foul an Mölders wird rechts-zentral siebzehn Meter vor dem Tor von Richy Neudecker ausgeführt. Von Sascha Mölders wird der Ball zu Semi Belkahia abgefälscht. Der Innenverteidiger, mehr Bande als Spieler in diesem Moment, bringt das Leder mit dem Knie im Tor unter.

Die Phase bis zum Ausgleichstreffer

Auch in dieser Phase lagen die Ballbesitzvorteile beim TSV 1860 München. Die Mehrzahl an Vorstößen ins letzte Drittel war ebenfalls bei den Löwen zu finden. In diesem kurzen Spielabschnitt von 14 Minuten gab es drei Schüsse der Sechzger. Ein einziger davon ging aufs Tor (Neudecker 69.). Einer der drei Schüsse des TSV 1860 konnte von Meppen geblockt werden, einer ging drüber. Die Emsländer hingegen schossen genau einmal auf den Kasten von Marco Hiller. Das Ergebnis ist bekannt. Blicken wir dennoch auch hier wieder auf die Ballverluste. 12 von insgesamt 15 Ballverlusten der Sechzger fanden im letzten Drittel vor dem gegnerischen Tor statt. Man muss kritisieren, dass es dem TSV 1860 München nicht gelang mehr Schusschancen zu generieren bzw. seine Schusschancen effektiver zu nutzen.
Meppen hingegen brachte den Ball bei dreizehn Versuchen nur sechsmal in die rote Zone der Löwen.

Der Ausgleichstreffer

Nach einem Einwurf von der rechten Meppener Angriffsseite verliert Steinhart ein Kopfballduell. Der Ball fällt Salger vor die Füße und verspringt ihm nach einem gewonnenen Defensivzweikampf gegen Boere mittig in Richtung Strafraumgrenze. Von dort zieht Bozic unhaltbar für Hiller ins vom Schützen aus gesehen linke Eck ab.

Die Schlussphase

Hier ergab sich das gleiche Bild wie im restlichen Spiel. Der TSV 1860 München drückte und fand vorne keine Räume um effizient abzuschließen. Meppen verteidigte mit zehn Mann plus Torhüter aufopferungsvoll. Zwölf von zweiundzwanzig Angriffen der Sechzger in der Schlussviertelstunde zerschellten am Abwehrbollwerk im letzten Drittel des SVM. Fünf Schüsse setzten die Sechzger in ihren durchgebrachten Angriffen ab. Drei davon wurden geblockt, einer ging daneben sowie einer über das Tor.
Meppen brachte in 20 Ballbesitzphasen keinen einzigen Schuss mehr zustande.

Die statistischen Werte im Spiel

  • Ballbesitz 57%:42% (zugunsten des TSV 1860)
  • Schüsse 12:3 (davon aufs Tor 3:1)
  • Passquote 1860 86%; SVM 81%
  • Gewonnene Defensivzweikämpfe TSV 1860 58%; SVM 63%
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) TSV 1860 8,87; SV Meppen 23.06

Fazit

Grundsätzlich haben die Löwen vieles, wenn auch nicht alles richtig gemacht. Man kann der Mannschaft an sich keinen Vorwurf machen. Wenn man aber merkt, dass die vielbeinige Hintermannschaft des Gegners schwer zu knacken ist, muss man am Spiel nach vorne an kleinen Stellschrauben drehen. Den Gegner könnte man mit verzögernder Spielweise möglicherweise herauslocken. Ein kleines Geduldsspiel daraus machen und nicht 90 Minuten lang versuchen, mit der Brechstange eine vernagelte Kiste zu öffnen.

Ein gutes Beispiel, wie das gehen kann, war das Spiel gegen Halle in der Hinrunde. Da hat man bis zum 2:0 viele Angriffe sehr geduldig aufgebaut und gewartet, bis der Gegner sich beim Versuch, in Ballbesitz zu gelangen, etwas mehr entblößt. Dadurch hat Sechzig bei dieser Tore-Gala sehr viele Standardsituationen erzwungen. Wir erinnern uns: die ersten beiden Tore fielen damals nach Ecken. Eben diese Standards muss man sich in solchen Spielen gegen tief stehende Gegner öfter erarbeiten. Das war gegen Meppen am Sonntag leider Mangelware. Nur drei(!) Ecken und vier Freistöße aus mehr oder weniger aussichtsreichen Positionen wurden von den Löwen herausgearbeitet. Bei 78 Angriffen bis ins letzte Drittel sollte zumindest die Eckenbilanz viel besser ausfallen.

Schlecht gespielt, wie viele Kritiker in den sozialen Netzwerken verlauten ließen, hat die Mannschaft von Michael Köllner aber keineswegs. Der letzte Punch hat einfach gefehlt. Mit dem Punkt kann man natürlich dem Spielverlauf nach nicht zufrieden sein. Aber liebe Leser, so ist Fußball. Eine Mannschaft läuft 90 Minuten lang das gegnerische Tor an und am Ende steht es doch nur unentschieden.

Welche positiven Erkenntnisse nehmen wir aus diesem Spiel mit?

Semi Belkahia
  • verliert nur einen defensiven Zweikampf und ein Kopfballduell
  • schießt noch dazu sein erstes Profitor
  • hat eine Passquote von 95%
  • 88% erfolgreiche Aktionen insgesamt im Spiel
Daniel Wein
  • gewohnt passsicher (90% Quote; unter anderem zwölf Pässe ins letzte Drittel, von denen neun ihr Ziel finden)
  • verliert in der eigenen Spielfeldhälfte keinen defensiven Zweikampf
  • ersetzt Quirin Moll derart gut, dass sein Ausfall nicht bemerkbar war

Zu guter Letzt verweise ich an dieser Stelle an unser TAKTIKTAFEL-Lexikon, dass zum Verständnis meiner Texte hoffentlich ein wenig beitragen kann.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Exklusiv bei sechzger.de: Interview mit Nicolas Andermatt (SV Meppen)

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Vergangenen Sonntag war Nicolas Andermatt, einer der Aufstiegshelden von 2018, mit seinem neuen Verein SV Meppen im Grünwalder Stadion zu Gast. Am Tag nach dem Spiel sprach er mit uns, wie es war, wieder im Grünwalder aufzulaufen, über die unvergessliche Saison 17/18 und die Veränderungen im Verein in sportlicher und menschlicher Hinsicht.

sechzger.de: Servus Nico! Es war schön, Dich mal wieder im Grünwalder spielen zu sehen – auch wenn es ein ungewohntes Bild war, da Du auf der falschen Seite standest und dabei auch noch rote Hosen anhattest. Wie schätzt Du das Spiel ein? Zwei verlorene Punkte für die Löwen oder wäre für Euch sogar mehr drin gewesen?

Nico Andermatt: Ich denke, dass wir gut verteidigt haben und es den Löwen schwer gemacht haben. Trotz der ein oder anderen Konter-Möglichkeit für 1860 würde ich aber nicht sagen, dass es ein eindeutiges Spiel war. Deswegen sind wir erstmal zufrieden, gegen den Tabellendritten bzw. jetzt -zweiten einen Punkt auswärts mitgenommen zu haben.

sechzger.de: Was war das für ein Gefühl, wieder im Sechzgerstadion aufzulaufen?

Nico Andermatt: Es war ein sehr schönes Gefühl, wieder in München zu sein. Das Stadion und einige Jungs von damals zu sehen, weckte einige Erinnerungen. Leider ohne Zuschauer, das wäre bestimmt wieder eine Top-Atmosphäre gewesen mit den Löwenfans.

sechzger.de: Hättest Du bei einem Tor gejubelt?

Nico Andermatt: Ich habe mir darüber auch Gedanken gemacht. Ich denke, ich hätte gejubelt, aber natürlich nicht so ausgelassen wie sonst – aus Respekt.

sechzger.de: Kommen wir zu Deiner persönlichen Situation in Meppen. Letzte Saison hast Du den Sprung in die 3. Liga geschafft und bist sehr schnell zum Stammspieler und Leistungsträger geworden. Ihr habt die Saison mit einem guten 7. Platz (einen Platz vor Sechzig) unter Christian Neidhart abgeschlossen.
Unter Thorsten Frings spielst Du dieses Jahr mal von Beginn an, mal kommst Du dann aber nur von der Bank. Ist das ein wenig unbefriedigend?

Nico Andermatt: Klar will man als Fußballer immer auf dem Platz stehen. Manchmal ist es auch nicht leicht, mit solch einer Karussell-Situation klar zu kommen. Mal spielen, mal auf der Bank, usw. . Das ist natürlich nicht immer zufriedenstellend, aber gehört im Fußball ab und an dazu. Da bleibt nichts anderes übrig als jeden Tag im Training Gas zu geben und sich so aufzudrängen.

Aufstieg mit den Löwen

sechzger.de: Werden wir etwas nostalgisch, um nicht zu sagen wehmütig. Für mich persönlich als Fan war die Saison 17/18 die emotionalste und geilste Saison seit jeher. Schließlich gab es hier die Rückkehr nach Giesing und dazu mit Euch eine Mannschaft, die sich anders als die Mannschaften der Jahre zuvor – besonders der Vorsaison – komplett mit dem Verein identifiziert hat, für Sechzig gekämpft hat und stolz war, das Wappen auf der Brust zu tragen. Was waren die ganz besonderen Momente für Dich in der Saison 17/18?

Nico Andermatt: Da hast du absolut Recht! Der Aufstieg mit den Löwen war bisher der beste und emotionalste Moment in meiner Karriere. Direkt nach dem Spiel gegen Saarbrücken hinter dem Grünwalder Stadion auf dem Bus und mit Tausenden Fans zu feiern. Da kriege ich immer noch Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke. Ich bin stolz, beim Aufstieg einen Teil beigetragen und so geholfen zu haben, den Verein wieder zum Leben zu erwecken.

sechzger.de: Wie war es, auf einmal im Fokus zu sein und für die erste Mannschaft spielen zu dürfen? Hat es besondere Kräfte freigesetzt, diese Stimmung im Grünwalder Stadion zu erleben oder war es auch manchmal eine Bürde?

Nico Andermatt: Bürde war es überhaupt keine. Ich glaube, es gibt keinen anderen Verein, bei dem in der Regionalliga bei jedem Heimspiel 13.000 Zuschauer im Stadion sind. Die Fans sind unglaublich. Und deswegen habe ich jedes Spiel genossen.

sechzger.de: Nun bist Du einer der Spieler aus dieser Zeit, die sich im Profibereich etabliert haben. Daniel Bierofka hat gegen Ende leider nicht mehr so auf Dich gesetzt. Woran lag das und kannst Du es nachvollziehen? Oder war das für Dich unverständlich?

Nico Andermatt: Ich habe ja den Großteil der Spiele absolviert und habe mich dann im Derby an der Schulter verletzt. Während meiner Verletzung kam der neue Sportdirektor Günther Gorenzel und der hat dann nicht mehr mit mir geplant für die nächste Saison. Ich habe mich zwar schnell von der Verletzung erholt und wollte wieder zu alter Stärke zurück finden, aber bekam dann keine große Spielzeit mehr. Klar finde ich das sehr schade, zumal ich davor eigentlich immer gespielt habe, aber so ist der Fußball nun manchmal.

Einmal Löwe, immer Löwe

sechzger.de: Du hast ja nie einen Hehl daraus gemacht, wie Du Dich immer noch mit den Löwen verbunden fühlst. War der Abschied damals besonders schwierig?

Nico Andermatt: Ich trage den Löwen natürlich immer im Herzen und werde die Zeit niemals vergessen. Ich liebe auch die Stadt München und deswegen ist mir der Abschied am Anfang sehr schwer gefallen, trotz der Hintergründe.

sechzger.de: So schön für uns Löwenfans die momentane Situation sportlich ist, fiel uns bei einigen Spielern, die sich um 1860 verdient gemacht haben, in den letzten Jahren auch immer wieder auf, dass der Abschied nicht auf die feine englische Art geschah. Was kannst Du dort von Dir selbst berichten?

Nico Andermatt: Ich will darüber gar nicht großartig sprechen. Ich persönlich finde es nur allgemein schade, dass der Verein gerade den Spielern, die sich für den Verein zerrissen haben, keine Wertschätzung entgegengebracht hat.

sechzger.de: Auch andere Spieler hatten und haben meiner Meinung nach das Potential mindestens dritte Liga zu spielen, da lief es bisher aber noch nicht so rund. Wem traust Du diesen Schritt noch zu?

Nico Andermatt: Da könnte ich tatsächlich einige aufzählen, aber im Fußball braucht man auch das nötige Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
Um ein paar Namen zu nennen, sehe ich das Potential für die 3. Liga auf jeden Fall bei Nico Helmbrecht, Simon Seferings und Benny Kindsvater. Alle drei haben enorme Qualitäten: Helme ist dribbelstark, macht gute tiefe Wege und ist sauschnell. Simon hat leider nie so richtig seine Chance bekommen, sich länger zu zeigen, obwohl er ein richtig geiler Kicker ist. Und auch Benny halte ich für einen wirklich guten Spieler, den ich gerne weiter in der 3. Liga gesehen hätte.

sechzger.de: Zu welchen Spielern von damals hast Du noch Kontakt?

Nico Andermatt: Klar habe ich zu vielen noch guten Kontakt. Simon Seferings, Aaron Berzel, Lukas Aigner, Nico Helmbrecht, Christian Köppel, Sascha Mölders, Marco Hiller und noch einige mehr.

Heimat der Löwen

sechzger.de: Abgerundet wurde die Saison damals ja durch einen Feiermarathon am Ballermann. Natürlich gehen wir hier nicht ins Detail. Eine Frage beschäftigt uns dann nachwirkend aber doch. Wieso war Sascha Mölders – selbsternannter Mallorca-Fan – damals nicht mit dabei?

Nico Andermatt: Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau. War auf jeden Fall schade, aber wir haben auch ohne ihn ordentlich gefeiert (lacht).

sechzger.de: Zum Abschluss noch eine Frage, die momentan in allen möglichen Foren und Blogs heiß diskutiert wird, auch wenn die vorgeschlagenen Alternativen eigentlich gar nicht realistisch sind. Du als Spieler kannst hier ja aus eigener Erfahrung berichten.
Wo sollte 1860 langfristig sein Zuhause finden: Grünwalder Stadion, Allianz Arena, Olympiastadion oder ein Neubau am Stadtrand?

Nico Andermatt: Ich glaube, Giesing ist die Heimat der Löwen. Deswegen würde ich Grünwalder Stadion sagen.

sechzger.de: Vielen Dank, Nico, für Deine Zeit und wir würden uns freuen, Dich irgendwann einmal wieder im Löwentrikot zu sehen. Alles Gute Dir bis dahin und: Einmal Löwe – immer Löwe!

Das Interview führte Constantin Ahammer.

Sechzig um sieben: Kauczinski im Krankenhaus +++ Transferkarussel +++ Der Löwentag

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Sechzig um Sieben 1860
Sechzig um Sieben: Erfolgsrezept

Guten Morgen, liebe Löwen! Heute bei Sechzig um sieben die täglichen News mit einer Nachricht aus Dresden, dem Überblick über das Transferkarussel der dritten Liga und dem Ausblick auf den Löwentag.

Kauczinski im Krankenhaus

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, ist der Dresdner Trainer Markus Kauczinski gestern ins Krankenhaus eingeliefert worden. Nach der bei ihm festegstellten Corona-Infektion begab er sich am 12. Januar zehn Tage in Quarantäne. Danach saß er am Samstag bei 4:3 gegen Kaiserslautern wieder auf der Bank. Sein Zustand ist angeblich stabil und es ist unklar, ob die Einlieferung mit der Corona-Infektion in Verbindung steht. Die Mannschaft flog unterdessen wie geplant zum Auswärtsspiel nach Mannheim. Sechzger.de wünscht gute Besserung!

Transferkarussel der dritten Liga

Patrick Hobsch wird wohl in dieser Transferperiode doch nicht auf das Karussel aufspringen. Nach Differenzen zwischen seinem Berater und dem VfB Lübeck war er vom Training suspendiert worden und hat nun die Chance, sich in den Kader zurück zu kämpfen.

Beim KFC Uerdingen hingegen stehen bei Dave Gnaase und Muhammed Kiprit die Zeichen auf Abschied. Beide Spieler haben den Wunsch geäußert, die Krefelder in den kommenden Tagen zu verlassen. Da der Verein ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung eingeleitet hat, suchen einige Spieler bereits nach neuen Clubs. Einen Schritt weiter sind bereits Heinz Mörschel, der zu Dynamo Dresden wechselte, und Stefan Velkov, der am Wochenende beim MSV Duisburg debütierte.

Der Löwentag

Michi Köllner lässt die Löwen am Vormittag noch trainieren. Am frühen Nachmittag geht es dann per Bus nach Magdeburg, wo morgen das Spiel gegen den ehemaligen Europapokalsieger ansteht. Gute Fahrt, Löwen! Wir wünschen einigermaßen akzeptable Straßenverhältnisse und eine stressfreie Anreise.

Vielleicht schaut ja der ein oder andere Spieler unterwegs mal bei uns rein. Dort könnten sie ein Interview mit Ex-Löwe Nico Andermatt finden, die TAKTIKTAFEL-Analyse des Spiels gegen Meppen und unsere Expertentipps. Morgen früh gibt es dann statt der täglichen News bei Sechzig um sieben den Vorbericht auf das Spiel. Ihr seid natürlich auch herzlichst eingeladen, Euch bei uns über den TSV 1860 München und die dritte Liga zu informieren!