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Dynamo Dresden – TSV 1860 München (2:1), die Taktiktafelanalyse

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen zur Taktiktafelanalyse der Auswärtsniederlage unseres TSV 1860 München bei der SG Dynamo Dresden. Obwohl die Sechzger verloren haben kann man als Fan viel positives aus Dresden mitnehmen. Es war eine unglückliche Niederlage die gezeigt hat, dass da ein Team auf dem Platz steht das nie aufgibt.

Dynamo Dresden besiegt den TSV 1860 zwar mit 2:1, aber die gezeigte Moral des Teams von Argirios Giannikis bis zum Schlusspfiff den Ausgleich erzwingen zu wollen und nie aufzugeben lässt hoffentlich alle, trotz der verlorenen drei Punkte, mit einem positiven Gefühl zurück.

Dresden wurde von Markus Anfang wie erwartet im 4-3-3 aufs Feld geschickt, das Anlaufverhalten der Hausherren war zu Beginn wie erwartet dominant. Im Verlauf des Spiels ebbte der Pressingdruck dann ab und Sechzig das von Trainer Giannikis im 4-2-3-1 aufs Feld geschickt wurde konnte immer wieder selbst nach vorne Spielen und die Angriffe bis ins letzte Drittel der Dresdener vorantreiben.

Die Löwen erwarteten die Dresdener Angriffe im Positionsspiel in den meisten Phasen des Spiels auf mittlerem bis tiefem Niveau mit Fokus auf Mittelfeldpressing und Umschaltmomente mit genug Raum davor um die Geschwindigkeit der Offensivspieler bestmöglich ausnutzen zu können.

In der Offensive hatte am Ende Dynamo die Nase leicht vorne. Am Ende lag es aber nicht daran, dass Dresden generell das bessere Team gewesen wäre, sondern lediglich an der besseren Verwertung der sich bietenden Chancen. Die Schussgenauigkeit gibt am Ende den Ausschlag.

Vor der genaueren Analyse, wie gewohnt, die wichtigsten statistischen Werte der Partie SG Dynamo Dresden TSV 1860 München.

Die wichtigsten statistischen Werte der Partie

  • Ballbesitz SGD 53% – TSV 1860 47%
  • Passgenauigkeit SGD 83% – TSV 1860 76%
  • defensive Zweikampfquote SGD 64% – TSV 1860 59%
  • Schüsse/aufs Tor SGD 14/6 – TSV 1860 8/2
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) SGD 9,31 – TSV 1860 13,42

Analyse der statistischen Werte

Ballbesitz (53%:47%)

Nahezu gleiche Ballbesitzanteile für Beide Mannschaften über die gesamte Partie hinweg zeigen nicht die Dominanzphasen der beiden Teams insgesamt auf. Vor der Führung der Gastgeber bis etwas zur 20. Minute war Dresden zu Spielbeginn tonangebend. Das relativierte sich bis zur Halbzeitpause wieder annähernd, sodass ab diesem Zeitpunkt beide Teams etwa gleichlange Ballbesitzphasen hatten mit einem vernachlässigbaren Vorteil von vier Prozent für die Hausherren. In dieser Phase erzielten unsere Sechzger wenige Minuten vor dem Pausenpfiff den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer.

Ein ähnliches Bild zeigt uns die zweite Halbzeit wo die Sechzger zu Beginn wieder den Faden nicht fanden und Dynamo so zunächst Spielbestimmend war. Als die Löwen dann, nach etwa einer Viertelstunde, wieder besser ins Spiel kamen und selbst Druck auf in dieser Phase fahrige Dresdener ausüben konnten, kam in der 76. Spielminute die kalte Dusche in Form des erneuten Führungstreffers. Dennoch steckten die Löwen nicht auf. Weiterhin mit vielen Attacken in Richtung des Dresdener Gehäuses allerdings ohne Glück beim Spiel in der Box zeigte Sechzig, dass Dresden auch nur mit Wasser kocht und war nahe dran dort einen Punkt zu entführen.

Insgesamt konnten die Löwen 30% mehr eigene Positionsangriffe bis ins letzte Drittel des Gegners durchbringen als Dynamo. Aus diesem Übergewicht Kapital zu schlagen war am Freitag Abend gegen aufopferungsvoll verteidigende Dynamos leider nicht möglich. Allerdings sagt diese Statistik am Ende mehr aus als der Reine Vergleich des Ballbesitzes beider Teams.

Passgenauigkeit (83%:76%)

Wieder einmal hübschen die Querpässe in der eigenen Defensive die Passquote des Gegners auf. Allerdings nicht in dem Maße, wie sonst häufig. Nichts desto trotz ist die direktere Spielweise und das vertikalere Spiel auf dem Weg ins letzte Drittel fehleranfälliger als das spiel über die kurzen Wege.

Das relativiert sich am Ende wieder wenn wir auf die Fehlpassdifferenz der beiden Teams blicken. Insgesamt haben die Löwen lediglich vierzehn Fehlpässe mehr gespielt als die Dynamos.

defensive Zweikampfquote (64%:59%)

Auch diese Statistik sieht den Gegner vorne. Schauen wir uns hier die zahlen allerdings genauer an, ist das tatsächlich vernachlässigbar. Bei drei mehr geführten Defensivzweikämpfen verlor die Mannschaft des TSV 1860 München am Ende einen mehr als Dynamo Dresden.

Dresden hatte allerdings das etwas bessere Stellungsspiel und konnte so zwölf mal häufiger als die Sechzger einen Pass abfangen. Dass sich auch das am Ende wieder ausglich lag an den häufiger ins Seitenaus gespielten Bälle der Hausherren.

So haben wir am Ende insgesamt sehr ausgeglichene Defensivleistung der beiden Teams gesehen, auch wenn die Zweikampfstatistik auf den ersten Blick anderes vermuten lässt.

Schüsse/aufs Tor (14/6:8/2)

Mit einer höheren Schussgenauigkeit wäre Dresden wohl zumindest ein Punkt abgerungen worden, denn die Chancenqualität liegt wiedereinmal deutlich auf Seiten der Löwen. Diese ist pro abgegebenem Schuss im Schnitt um 55% höher als die der Dynamos. Die Sechzger hatten zwar insgesamt weniger Schüsse auf dem Konto müssen aber aus den Gelegenheiten die sich boten mindestens ein Tor mehr machen. Schröters Schuss frei vorm Tor (38.) und Starkes Schuss (90.+4) müssen dem gegnerischen Keeper Arbeit verschaffen.

Gute Chancen die der Keeper hält sind Pech wenn sie nicht rein gehen. Schüsse die auf den Kasten gehen und durch den jeweiligen Keeper entschärft werden müssen erzeugen Stress bei der verteidigenden Mannschaft. Das führt irgendwann zu Fehlern und Fehler führen zu Toren.

PPDA (9,31:13,42)

Zu Beginn im Pressing druckvoll agierende Dresdener ließen diesbezüglich, was aber nicht ungewöhnlich ist, nach den eigenen Toren nach konnten aber nach dem Ausgleich den Druck aufs Aufbauspiel der Sechzger nicht wieder aufbauen. Dynamo hatte durchaus Probleme den ihnen vorauseilenden Ruf als eines der im Pressing aggressivsten Teams der Liga streckenweise nicht unter Beweis stellen.

Die eher im Abwartemodus agierenden Sechzger hatten kaum Ambitionen selbst hoch zu pressen. Lediglich nach den Gegentoren gab es Sequenzen im Spiel wo die Sechzger den Dresdenern, für diese durchaus merkbar überraschend, eng während des Aufbaus im Positionsspiel auf den Füßen standen.

Hier gilt es wie immer zu berücksichtigen, dass die Pressingintensität a) immer indirekt Proportional zu lesen ist, und b) eine Aktion gegen den Ball die gesetzt wird nicht immer erfolgreich ist.

Die Tore

Hier könnt ihr Euch die Tore und weitere Highlights des Spiels unseres TSV 1860 München bei Dynamo Dresden nocheinmal ansehen.

Der entscheidende Treffer war ein abgefälschter Schuss aus etwa siebzehn Metern von Cueto.

Nankishi auf dem Flügel verletzt sich leicht beim Versuch einen Ball etwa sechs Meter hinter der Mittellinie in der Hälfte der Dresdener anzunehmen und kann demzufolge seine Aktion nicht zuendeführen. In der Folge landet das Leder bei Meißner der einen Langen Diagonalpass tief ins Letzte Drittel der Sechzger auf Zimmerschied spielt. Dieser kommt etwa zwei Meter vor der Torauslinie knapp links von der Box an den Ball. Mehr begleitend als verteidigend folgt Ludewig Zimmerschied auf seinem Weg diagonal durch die Box in Richtung Sechzehnmeterlinie. Zimmerschied legt den Ball klug zu Cueto der am Teilkreis des Strafraums abzieht und weil Kwadwo unglücklich abfälscht zum 2:1 Endstand trifft.

Ludewig kann man hier keinen Vorwurf machen, er läuft mit Zimmerschied so mit, dass dieser nicht selbst den Schuss wagt.

Den entscheidenden Stellungsfehler begeht Starke, der mit nach hinten in die Box abkippt, anstatt die Position vor der Box zu halten, wo er den vom Flügel einrückenden Cueto hätte stellen können. Wenn Kwadwo zudem seinen Fuß nicht an den Ball bringt hält Hiller mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit diesen Ball.

Das fiel auf

Schussgenauigkeit

Die Schussgenauigkeit bei qualitativ hochwertigen Chancen war leider ungenügend. Das müssen die Löwen unbedingt wieder verbessern.

Mentalität

Die Einstellung der Mannschaft in keiner Phase des Spiels aufzugeben und bis zum Schluss zu kämpfen und zu versuchen einen Punkt mit nach Giesing zu nehmen stimmt mich absolut positiv. Nach so einem Spiel kann man, obwohl man verloren hat, stolz auf die Mannschaft sein. Der Wille zu Punkten ist jedem anzumerken gewesen, das es nicht geklappt hat lag an Kleinigkeiten und einem aus Löwensicht, im falschen Moment, überragend reagierenden Torhüter auf Seiten der Dresdener. Den einzigen Schuss abgesehen von Nankishis Treffer der auf sein Tor kam konnte Broll leider halten.

Glück und Pech

Glück und Pech liegen oft nicht weit auseinander. In dem Fall waren es etwa 20 Minuten und ca. 80 Meter. Zunächst Pech für die Löwen, dass Kwadwo Cuetos Schuss abfälschte und dann Glück für Dresden, dass Broll Zwarts’ Schuss hielt.

Fazit

Dresden im Rudolf Harbig Stadion alles abverlangt zu haben, sich von der Kulisse dort auch nach Rückstand nicht ins Bockshorn jagen zu lassen, und immer weiter die eigenen Chancen zu suchen hat mich seitens der Mannschaft des TSV 1860 München im Spiel gegen Dynamo Dresden sehr beeindruckt.

Ich will heute im Fazit nicht viele Worte verlieren, aber wer dort so auftritt und die Mannschaft mit dem besten Kader der Liga Phasenweise dominiert und dann am Ende unglücklich geschlagen wird braucht vor den kommenden Aufgaben keine Angst haben. Das schwerste Spiel der Saison liegt nun theoretisch hinter uns. Eine alte Fußballweisheit besagt jedoch, dass das schwerste Spiel immer das nächste ist. Von daher dürfen die Sechzger nun nicht nachlassen und müssen gegen Münster am kommenden Samstag ähnlich beherzt auftreten um mit einem guten Ergebnis in die Länderspielpause zu gehen.

Datenquelle: Wyscout

Fotogalerie zu Dynamo Dresden – TSV 1860

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Dynamo Dresden TSV 1860 Fotogalerie Titel

Toll gekämpft und doch verloren – die Löwen konnten den Rasen des Rudolf-Harbig-Stadions am Freitag erhobenen Hauptes verlassen. Wir präsentieren Euch in unserer Fotogalerie die schönsten Impressionen von der Niederlage des TSV 1860 bei Dynamo Dresden.

Fotogalerie zu Dynamo Dresden – TSV 1860

Zum Vergrößern der Fotos bitte auf das jeweilige Vorschaubild klicken; die Aufnahmen werden dann auch schärfer dargestellt. HIER findet Ihr die Tore vom Freitag zudem in der Magenta-Zusammenfassung.

Giesinger Gedanken nach der Niederlage in Dresden: Wind of Change

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Obwohl der TSV 1860 München gestern Abend in Dresden etwas unglücklich verloren hat, bin ich gut gelaunt und habe seit gestern 10:36h den pfeifenden Klaus Meine im Ohr. Warum? Die TSV 1860 München KGaA schickte unserem Redaktionsleiter zu diesem Zeitpunkt eine Mail, die uns fortan wieder die Nutzung des offziellen Löwenwappens erlaubt. Offenbar weht aktuell der Wind of Change durch die Grünwalder Straße 114.

Nutzung des Wappens wurde uns vor der Saison 22/23 untersagt

Wir empfanden es als einen schweren Schlag in die Magengrube, als uns die KGaA im Juni 2022 die Nutzung des Wappens von 1860 untersagte. Unser Herzensverein, über den wir tagtäglich berichten, dessen Spiele so mancher von uns seit über 4 Jahrzehnten besucht, der mit seinem Spielplan den Rhythmus unseres Lebens maßgeblich beeinflusst, wollte nicht, dass wir sein Wappen benutzen. Umso kurioser war, dass ausgerechnet unser Verein der einzige von damals 19 Drittligisten war, der uns die uns die Nutzung seines Wappens nicht genehmigte. Das mussten wir erstmal sacken lassen. Die sechzger.de Redaktion saß schwer angeknockt in der Ecke. Bei so manchen von uns sorgte das für enorme Frustration, andere reagierten mit einer “Jetzt-erst-Recht” Attitüde.

Ersatz war schnell gefunden

Aber wenn man als Löwe eins kann, dann ist es, mit Rückschlägen umgehen. Aufgeben, nur weil man uns die Nutzung des Löwens – der bildgewordenen DNA jedes Löwenfans-  nicht erlauben wollte, war nie ernsthaft eine Option für uns. Also suchten wir nach Alternativen zum eigentlich alternativlosen Löwen im Achteck. Und fanden eine. Die Nutzung des “Wir-sind-der-Verein” Logos wurde uns vom e.V. problemlos genehmigt. Dennoch saß der Frust bei uns tief und wir stellten Euch das “Wir-sind-der-Verein” Logo und ein “Freigabe-nicht-erteilt” Logo zur Wahl. Am Ende gewann das “Wir-sind-der-Verein” Logo, das wir nun über zwei Jahre genutzt haben.

Man wollte uns wohl Steine in den Weg legen

Damals wie heute können wir über die Gründe für die nicht erteilte Gehmigung nur spekulieren. “Wir sind über diese Entscheidung der Verantwortlichen maßlos enttäuscht und können darauf nur mit Unverständnis reagieren. Offenbar gibt es in der KGaA oder ihrem Umfeld Personen, die mit unserer Arbeit bei sechzger.de nicht einverstanden sind. Anders können wir uns die fehlende Genehmigung nicht erklären,” schrieben wir im Juni 2022. Heute würde ich das nicht anders formulieren können. Besonders, da wir bei vielen anderen Vereinen oft überaus positives Feedback für unsere “Arbeit” bekamen. Sechzger.de ist für uns natürlich keine “Arbeit”, sondern ein Hobby und eine Herzensangelegenheit.

Seit Januar weht der Wind of Change durch die Grünwalder Straße

Ich habe den Eindruck, dass seit der abgesagten Beiratssitzung kurz vor Weihnachten der Wind of Change durch die Grünwalder Straße weht. Wahrscheinlich war das der Punkt, an dem diejenigen, die 1860 und den Löwen wirklich im Herzen tragen, endgültig genug von den Blockaden und Scharmützeln derjenigen hatten, die 1860 als ein Investment betrachten und seine positive Weiterentwicklung seit über einem Jahrzehnt blockieren. Das sieht man an der Ernennung von Dr. Christian Werner, der Verpflichtung von Argirios Giannikis und der denkwürdigen PK zur Vorstellung von Oliver Mueller. Ich hoffe sehr, dass 1860 weiter in diesem Sinne geführt wird und damit die Störfeuer aus Abu Dhabi zunehmend weniger werden. Aber zurück zum Hier und Jetzt: Vielen Dank an die Verantwortlichen der KGaA für diese Entscheidung. Wir sehen das als große Anerkennung für unsere “Arbeit”, die für uns einfach ein Teil des schönsten Hobbys der Welt ist. Endlich können wir wieder da schönste Wappen der Welt für unsere Berichterstattung verwenden! In diesem Sinne “Follow the Moskva, down to Gorkij Park…”

Giannikis: „Ordentliches Auswärtsspiel“

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Giannikis: Ordentliches Auswärtsspiel
Giannikis: Ordentliches Auswärtsspiel

Punkte konnten die Löwen am Freitagabend bei der 1:2-Niederlage bei Dynamo Dresden zwar keine mit an die Isar nehmen, die Münchner zeigten aber dennoch eine gefällige Leistung und schrammten in letzter Sekunde nur haarscharf an einem Punktgewinn vorbei. So sagte Löwen-Trainer Giannikis bei der Pressekonferenz nach dem Spiel, dass seine Mannschaft ein ordentliches Auswärtsspiel gemacht habe.

Anfang: „Intensives Spiel von beiden Seiten“

Dresdens Trainer Markus Anfang berichtete nach der Partie: „Es war ein intensives Spiel beider Mannschaften. Es wurden viele Zweikämpfe geführt und beide Seiten haben ordentlichen Fußball gespielt“. Sein Team habe es versäumt nach der frühen Führung den zweiten Treffer nachzulegen. „Im Gegenzug kassieren wir durch einen Stellungsfehler den Ausgleich. Das war ein Nackenschlag, aber die Mannschaft hat das in der zweiten Halbzeit gut weggesteckt“, erklärte Anfang. Dynamo habe mutig nach vorne gespielt und sich drei bis vier Möglichkeiten erarbeitet.

Mit dem Quäntchen Glück zum Sieg

„In den letzten Wochen hat uns zu Hause das letzte Quäntchen Glück gefehlt und dieses Mal geht ein abgefälschter Schuss rein. Das hat mich richtig gefreut. Danach hätten wir den Sack zumachen müssen“, sagte Anfang weiter. Doch Lob hatte der Dresdner Coach auch für die Gäste parat: „Sechzig hat einen Top-Kader. Nankishi habe ich selbst trainiert. Sie haben gezeigt, dass sie Fußball spielen können.“. Am Ende sei der Sieg seiner Truppe in einem emotionalen Stadion verdient, resümierte Anfang.

Giannikis: „Denkbar schlechter Start“

Löwen-Trainer Giannikis hatte einen „denkbar schlechten Start“ seiner Elf gesehen. Nach dem Gegentor habe seine Mannschaft zehn Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen. „Dann haben wir mutig mitgespielt und hatten den Lattenschuss. Der Ausgleich war eine gute Aktion über die rechte Seite von Schröter“, berichtete Giannikis. Nach der Pause sei seine Mannschaft gut herausgekommen und es habe bis auf zwei Aktionen gut funktioniert, Dresden vom eigenen Tor wegzuhalten. „Das Gegentor durch einen abgefälschten Ball war ärgerlich“, sagte der Franke weiter. Den Schuss hätte Torwart Hiller in den Augen seines Trainers sonst pariert.

Giannikis: „Ordentliches Auswärtsspiel“

Ganz unzufrieden war der Löwen-Dompteur nach dem Schlusspfiff aber dennoch nicht. „Als wir am Schluss aufgemacht haben, hatten wir ein oder zwei Mal Glück und machen dann fast noch den Ausgleich durch Zwarts. Aber den Ball hat Dresdens Keeper stark gehalten. Es war ein ordentliches Auswärtsspiel. Wir haben uns nicht belohnt, aber es gibt nicht viele Mannschaften, die in Dresden so spielen, wie wir es getan haben“, erklärte der Löwen-Trainer.

Sechzig verliert 2:1 in Dresden

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Am 29. Spieltag der dritten Liga gastierte Sechzig bei Dynamo Dresden. Die Dynamos hatten eine turbulente Woche hinter sich, in der Sportchef Ralf Becker entlassen wurde und Trainer Markus Anfang eine Jobgarantie ausgesprochen bekam.

Dynamo startet dominant

Argirios Giannikis stellte seine Elf vier Mal um. Für den rot-gesperrten Frey stand Starke in der Startelf. Guttau ersetzte Ouro-Tagba, Für den kurzfristig erkrankten Glück begann Greilinger und Ludewig stand nach überstandenem Magen-Darm Virus wieder für Kurt auf dem Feld. Dynamo Dresden gelang es vom Anpfiff an, die negativen Einflüsse in positive Energie umzuwandeln und 1860 unter Druck zu setzen. Sechzig zeigte sich auch von der Kulisse mit über 31.000 Zuschauern in Dresden beeindruckt. Bereits in der vierten Minute musste Nankishi einen schnelen Gegenstoß der Dresdner stoppen und sah zu Recht gelb. In der achten Minute gingen die Gastgeber bereits in Führung. Nach einer Dresdner Ecke konnte Hauptmann vom Strafraumeck erneut flanken, Kutschke ging dem Ball entgegen und lenkte ihn per Kopf ins lange Eck. Verlaat hatte nicht energisch genug eingegeriffen.

1860 gleicht vor der Pause aus

In der Folge blieb Dynamo spielbestimmend. Doch die Dresdner konnten den Dauerdruck nur noch ein Mal in eine gute Chance umwandeln. Lewald hatte nach einer Ecke Hiller schon überwunden, aber Verlaat konnte auf der Linie noch klären (32. Minute). Im direkten Gegenzug zeigte sich 1860 das erste Mal in der Offensive. Und wie! Nach einer Ecke von Schröter und Guttau wackelte Nankishi in zentraler Position seinen Gegenspieler aus und setzte den Ball mit einem fulminanten Schuss an die Latte. Broll war schon geschlagen. Das war der Weckruf für die Löwen, die nun aktiver am Spiel teilnahmen. In der 41. Minute spielte 1860 dann einen Bilderbuch-Angriff über rechts. Lakenmacher ließ sich weit zurückfallen, spielte schnell auf Schröter weiter, der in Windeseile über den rechten Flügel bis zur Grundlinie durchbrach und danach den Ball mit großer Übersicht auf den vollkommen freien Nankishi am langen Ecke zurück legte. Dieser setzte Ball flach neben den linken Pfosten zu seinem ersten Tor für 1860 ins Netz. Ohne weitere Höhepunkte ging es in die Pause.

Dresden macht auch in der zweiten Hälfte das Spiel

Sechzig kam ebenso wie Dresden mit unveränderter Elf zurück auf’s Feld. Nach dem hochintensiven ersten Durchgang ließen es beide Teams etwas langsamer angehen. Die erste Chance konnte dieses Mal 1860 verzeichnen. Guttau, Nankishi und Schröter kombinierten sich in den Dresdner Strafraum, am Ende setzte Schröter den Ball hoch am kurzen Eck vorbei. Danach übernahmen die Gastgeber wieder das Kommando. In der 54. Minute wurde Verlaat aus kurzer Distanz im eigenen Strafraum deutlich an die Hand geschossen. Schiri Burda zeigte nicht auf den Punkt, was er durchaus hätte tun können… Eine Minute später musste dann die Latte für Hiller bei einem kernigen Fernschuss von Zimmerschied klären. 1860 konnte sich glücklich schätzen, nicht erneut in Rückstand geraten zu sein.

Glückliches 2:1 für Dynamo

Angetrieben vom extrem lautstarken Heimpublikum erhöhten die Dynamos weiterhin den Druck. Sechzig konnte nur selten Entlastungsangriffe starten. Ab Mitte der zweiten Hälfte versuchte 1860 zunehmend, das Tempo aus der Partie zu nehmen und spielten sich den Ball des Öfteren quer in der eigenen Hälfte zu. Diese Taktik wirkte und die Sachsen verloren zunehmend den Rhythmus in ihrem Offensivspiel.  So gelang es 1860, Dresden weitgehend weg vom eigenen Tor zu halten. In der 76. Minute ging Dresden dann per Billard-Tor erneut in Führung. Dresden kam über links, Ludewig ließ Zimmerschied ohne ernstzunehmede Gegenwehr quer durch den Strafraum laufen, der den Ball auf Cueto zurück legte. Dessen eigentlich harmloser Schuss wurde von Kwadwo ganz unglücklich abgefälscht, so dass Hiller keine Chance hatte, den Ball zu parieren.

Ausgleichschance in letzter Sekunde für die Löwen

Giannikis setzte in der Schlussphase auf verstärkte Offensive und brachte unter Anderem Zwarts für Schröter. Dennoch musste Hiller in der Nachspielzeit noch zwei Großchancen der Dynamos zum 3:1 entschärfen. In der letzten Minute setzte Zwarts noch einen Kopfball genau neben den Pfosten, den Broll in höchster Not abklatschen konnte. Weniger Sekunde später schoss Starke von der Strafraumlinie knapp drüber. So musste sich Sechzig mit 2:1 trotz Kampf bis zur letzten Sekunde geschlagen geben. Am Ende ist der Dresdner Sieg auf Grund der höheren Spielanteile und einer größeren Anzahl gefährlicher Chancen verdient. Trotzdem bleibt für 1860 ein bitterer Beigeschmack. Der entscheidende Treffer fiel sehr unglücklich in einer Spielphase, in der Sechzig eigentlich Alles unter Kontrolle hatte, und der Kopfball von Zwarts in der Nachspielzeit hätte durchaus drin sein können.

Liveticker: SG Dynamo Dresden – TSV 1860 München (29.Spieltag)

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Herzlich willkommen zum Liveticker am 29.Spieltag der Saison 2023/24 mit dem Duell zwischen der SG Dynamo Dresden und dem TSV 1860 München!

Nach der Niederlage gegen den SSV Ulm und dem Ende einer beeindruckenden Serie will der TSV 1860 München schnell wieder in die Spur kommen. Die erste Möglichkeit dazu bietet sich am heutigen Freitagabend in Dresden. Der Aufstiegsfavorit schwächelte zuletzt und wurde von den Spatzen in der Tabelle überholt. Mit lautstarker Unterstützung aus dem Gästeblock werden die Löwen alles unternehmen, um möglichst mit Punkten im Gepäck die Heimreise antreten zu können. Anpfiff ist um 18:60 Uhr, sechzger.de berichtet im Liveticker von der Elbe.

Aufstellung:
Hiller – Ludewig, Verlaat (C), Kwadwo, Greilinger – Rieder, Starke – Schröter (86. Zwarts), Guttau (77. Vrenezi), Nankishi (77. Ouro-Tagba) – Lakenmacher

Bank:
Schmid (TW), Richter (TW), Kurt, Kloss, Steinhart, Güler

Tore:
1:0 Kutschke (8.), 1:1 Nankishi (41.), 2:1 Cueto (76.)

Die Personalsituation

Es fehlen:
Max Reinthaler (Innenbanddehnung), Marlon Frey (Rotsperre), Daniel Winkler (Kreuzbandriss), Michael Glück (krank), Moritz Bangerter, Eroll Zejnullahu, Niklas Tarnat, Milos Cocic, Devin Sür, Valmir Sulejmani, Eliot Muteba (alle nicht berücksichtigt)

Ausfälle bei Dynamo Dresden:
Stefan Drljaca, Lars Bünning, Tobias Kraulich, Jonathan Meier, Tom Kraus, Kyrylo Melichenko (alle verletzt), Jakob Lemmer (Gelb-Rot Sperre)

Diesen Löwen droht eine Sperre

Michael Glück, Fabian Greilinger und Tim Rieder haben bereits vier gelbe Karten gesehen, bei einer weiteren Verwarnung müssen sie also ein Spiel aussetzen. Fynn Lakenmacher, Julian Guttau, Marlon Frey, Kaan Kurt und Valmir Sulejmani stehen aktuell bei drei gelben Karten.

Wo könnt ihr das Spiel Dynamo Dresden – TSV 1860 München außer im Liveticker noch verfolgen?

Rund 2000 Löwenfans reisen dem TSV 1860 München heute hinterher und unterstützen die Mannschaft aus dem Gästeblock heraus. Karten sind vor Ort noch an der Tageskasse erhältlich.

Das Match wird nicht im Free-TV übertragen, MagentaSport ist jedoch natürlich wie gewohnt vor Ort. Das Spiel wird vom Sender sowohl im Fernsehen als auch im Online-Stream angeboten.

Alle Spiele der 3.Liga können bei onefootball einzeln abgerufen werden. In der App des Anbieters kann das Spiel für 4,99€ gekauft werden.

Vorberichterstattung bei sechzger.de

Dynamo Dresden – TSV 1860 München, die Taktiktafel vor dem Spiel

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur Taktiktafel vor dem Auswärtsspiel unseres TSV 1860 München bei der SG Dynamo Dresden. Am heutigen Abend treffen die Löwen im vermutlich ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion auf die Elf aus Sachsens Hauptstadt. Was kommt dort auf die Sechzger zu?

Bei der Partie Dynamo Dresden – TSV 1860 München stehen die Gastgeber unter Druck und müssen einen Dreier einfahren, um nicht vollends in die Krise zu rutschen. Trainer Markus Anfang setzt in bisher jedem Spiel diese Saison auf ein 4-3-3, dass in der Art wie Dresden es spielt vor allem über die offensiven Achterräume seine Wucht entwickeln soll und gegen den Ball sehr variabel sein kann.

Im Normalfall hoch anlaufend, aber bei der Wahl der Defensivlinie variabel je nach Spielstil des Gegners agierend, kann Dresden den Druck auf das Aufbauspiel nach Belieben anpassen. Zur Defensivlinie kann man im Allgemeinen sagen: je vertikaler der Gegner nach vorne spielt, desto tiefer stellt man sich dort nach Ballverlusten. Allerdings sieht man es extrem selten, dass Dresden gegnerische Angriffe auf einer der wirklich tiefen Linien erwartet.

Bevor wir zur genauen Spielweise der Dynamos kommen gibt es an dieser Stelle wie immer die wichtigsten, statistischen Werte der Dresdner.

Statistische Werte der SGD

  • Ballbesitz 56% (Platz zwei)
  • Passgenauigkeit 83% (Platz zwei)
  • defensive Zweikampfquote 66% (Platz eins)
  • Flankengenauigkeit 34%
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 7,84 (Platz drei)

Spielweise der SGD

Bei Ballbesitz

Nach wie vor hat es Dresden im Positionsspiel nicht wirklich eilig, um nach vorne zu kommen. Die Muster über die zentralen Halbräume mit Unterstützung eines abkippenden Außenstürmers auf der ballfernen Seite und dem ballnah vorgeschobenen Außenverteidiger sind noch immer die gleichen wie im Herbst.

Nach Eindringen ins letzte Drittel entsteht über weitere Verschiebungen eine jeweils in vorderster Linie asymmetrische 4-3 oder 3-4 Offensivformation, mit der Dresden es schafft die gegnerische Mannschaft auch über längere Zeit unter hohen Druck zu setzen.

Während beim 3-4 die Halbräume und das Zentrum hinter der vordersten Linie besetzt sind und dann eher mit Flanken oder Offensivduellen von Außenpositionen nach innen gearbeitet wird, um in die Box zu kommen, sehen wir beim 4-3 meist die volle Breite der zweiten Linie besetzt. Hier liegt der Fokus für die Penetration der Box auf den inneren Achterräumen.

Die größte Wucht entsteht bei den Dresdnern jedoch nicht im Positionsspiel, sondern im Umschaltspiel. Aus diesen Situationen heraus bedienen die Dresdner gerne schnell und vertikal die offensiven Achterräume. Mit der Dreierkette in der Offensivlinie ist es das Ziel der Dynamos die Restverteidigung des Gegners hier zu düpieren. Geschwindigkeit und Präzision sind in diesen Situationen bei Dresden bis in die gegnerische Box wahnsinnig hoch. Vor allem in Heimspielen schafft es die SGD aus diesen Situationen extrem viele Abschlüsse zu produzieren.

Insgesamt feuerten die Dynamos in den vier Heimspielen seit Ende der Winterpause unglaubliche 107 Schüsse ab.

Gegen den Ball

Massiver Druck auf das gegnerische Aufbauspiel regiert die Herangehensweise vor allem in den Heimspielen. Dresden lässt dem Gegner beim Aufbau wenig Zeit und kaum Luft. Dabei werden viele der hohen Ballgewinne auch in eigene Schüsse umgemünzt. Chancen aus gewonnenen Pressing- oder Gegenpressingsituationen herauszuspielen kann keine Mannschaft der Liga so gut wie Dynamo Dresden.

Schafft es die gegnerische Mannschaft sich aus dem Pressing zu befreien, ist Dresden sehr erfolgreich dabei das Offensivspiel der Konkurrenz mit einem kompakten Zentrum gegen den Ball auf den Flügeln zu halten und dort auch zu kontrollieren. So gelingt es den Gastmannschaften in Dresden nur selten gefährlich in die Box der Hausherren einzudringen. Sowohl gegnerische Ballkontakte in der Box wie auch Schüsse des Gegners von dort begrenzen die Dynamos meist erfolgreich auf ein absolutes Minimum. Den 107 Schüssen der Dresdner seit der Winterpause zuhause stehen lediglich 24 Schüsse der Gegner gegenüber.

Stärken und Schwächen des 4-3-3

Stärken

Im Offensivspiel kann eine Mannschaft, die ein 4-3-3 praktiziert, sehr variabel auftreten. Durch die drei Stürmer wird Stress für die Abwehr des Gegners ausgelöst. Das rührt daher, dass durch die mit drei Spitzen hergestellte Variabilität in Puncto Breite oder Enge des Spiels und dem Wechselspiel beider Varianten die Angreifer schwer ausrechenbar sind. Somit können in jedem Spielzug andere Laufwege zum Tragen kommen. Die im Raum zu verteidigenden Schnittstellen überlagern sich manchmal, wodurch eine Überzahl für die Angreifer bei kreuzenden Stürmern entstehen kann.

Wenn die Mannschaft, die im 4-3-3 spielt, obendrein auf Ballbesitzfußball mit hohem Pressing gegen den Ball setzt, ist die Chance für sie andauernden Druck auf den Strafraum bzw. das Tor des Gegners auszuüben sehr hoch.

Dadurch, dass die beiden Außenstürmer mit relativ wenig Energieleistung zwischen Sturm und Mittelfeld pendeln können, ist auch eine gute Anpassung an das Spielsystem des Gegners möglich. Es kann gegen den Ball leicht eine Überzahl generiert werden, die für den Gegner (wenn die Räume gut verteidigt werden) zu Ballverlusten führen kann. Dafür müssen beide Außenstürmer gegen den Ball konsequent nach hinten mitarbeiten.

Mit drei Stürmern geht vom 4-3-3 obendrein eine hohe Gefahr für Kontergegenstöße nach Ballgewinn aus. Es kann schnell umgeschaltet werden und die Sturmreihe wird, auch wenn sich die Außenstürmer in der Rückwärtsbewegung ins Mittelfeld haben fallen lassen, schnell wieder besetzt sein, da der Außenstürmer vom Anforderungsprofil ein sehr schneller Spieler ist.

Schwächen

Wenn der Gegner schnell spielt, entstehen Lücken im Raum, die dann durch entstehende Überzahl ausgenutzt werden können. Schnelle Spieler im Mittelfeld gepaart mit vertikalem Spiel helfen den Gegnern diese Räume gegen ein 4-3-3 zu schaffen.

Im Defensivspiel gegen Positionsangriffe sind die Halbräume und/oder Außenbahnen eine Schwäche des 4-3-3, da diese mit nur drei Mittelfeldspielern ohne Unterstützung der Außenstürmer nie vollständig zugestellt werden können.

Auch gegen diagonales Spiel (Seitenwechsel) ist das System anfällig, wenn die Defensivunterstüzung durch die Außenstürmer nicht konsequent geboten wird, da in diesem Fall im Mittelfeld ein Spieler abgeht, um beide Flanken abzudecken.

Wie kann man Dresden knacken?

Sein wir ehrlich: auch wenn Dynamo Dresden momentan eine kleine Krise zu haben scheint, betrifft diese lediglich die Abschlussgenauigkeit. Für den TSV 1860 München macht das die Aufgabe nicht leichter, denn alles andere im Spiel der Dresdner hat nach wie vor Hand und Fuß. Platzt der Knoten im Sturm wieder, schießt diese Mannschaft alles, was sich ihr in den Weg stellt, kurz und klein. Wie also geht man so ein Spiel an?

Gegen den Ball

Zu verlieren hat man nichts, zu gewinnen hingegen sehr viel. Das spricht für einen defensiv wieder kompakten Ansatz, der den Gegner auf den Flügel zwingt so wie das in den letzten Spielen auch schon der Fall war und grundsätzlich gut geklappt hat. Konzentrationsfähigkeit und Positionstreue im eigenen letzten Drittel werden entscheidende Faktoren sein. Wenn die Außenstürmer der Dresdner in deren Umschaltsituationen in den Achterräumen bedient werden, gilt es dort keine Kompromisse einzugehen. Der Zug zum Tor der Dynamo-Offensive in diesen Momenten ist gewaltig und schwer in den Griff zu kriegen. Die schnellen Außen sowie Routinier Kutschke im Zentrum können jede Verteidigung in die Bredouille bringen.

Drei Spieler bei eigenen Angriffen in der Restverteidigung zu belassen und dem tiefen Sechser nicht zu viele Freiheiten nach vorne zu gewähren, sodass im Fall der Fälle zentral eine Doppelung möglich ist ohne eine andere Defensivposition zu entblößen, wäre da mein Ansatz.

Bei Ballbesitz

Umschaltspiel

Bei eigenem Ballgewinn muss dann meiner Meinung nach versucht werden schnell und vertikal zu agieren. Mit vertikal meine ich allerdings nicht den langen Hafer, sondern das vertikale Kombinationsspiel. Das setzt kreative Laufwege, hohe Passfrequenz und Präzision im Passspiel in diesen Situationen voraus. Der geparkte Neuner und ein oder zwei schnelle Spieler in der Zentrale werden dabei die entscheidenden Rollen tragen. Hier muss die Abstimmung dabei 100%ig stimmen, wer wann wohin kreuzt. Die Geschwindigkeit beim Ausschwärmen aus der Defensivformation und generelle Richtung dabei müssen richtig gewählt werden, um Dresden damit Nadelstiche zu versetzen.

Dass es von diesen Situationen nicht viele geben wird, muss jedem klar sein. Es wird für die Mannschaft des TSV 1860 München gegen Dynamo Dresden in jedem Fall eine Abwehrschlacht.

Positionsspiel

Sich im Positionsspiel aus dem Pressing der Dresdner zu befreien wird nicht leicht werden. Wenn man das aber schafft, muss das Ziel sein ähnlich wie in Umschaltsituationen schnell und ebenfalls über mehrere Stationen ins Zentrum hinter der Neun zu kommen. Der Mittelstürmer sollte dann mit Präzision in die Tiefe geschickt werden ohne das Spiel zu verschleppen. Hier wären Präzision und Geschwindigkeit die entscheidenden Faktoren.

Langes Spiel auf einen Zielspieler, um das Mittelfeld zu überbrücken, kann nur dann funktionieren, wenn die nachrückenden Spieler im Kampf um den zweiten Ball mit hohem Tempo und extremer Breite daherkommen und der Zielspieler dadurch a) schnell Hilfe aus der Tiefe erhält und b) die zur Unterstützung nachrückenden Spieler ihren Gegenspielern entkommen können, bevor diese ihre Defensivpostionen erreicht haben. Das bedeutet Präzision und Timing beim Auslösen der Attacke wäre in diesen Fällen wichtig.

Schlüsselspieler

Tor

Ersatzkeeper Kevin Broll (#35) dominiert trotz seiner nur 1,85 m bisher den Luftraum in der Box der Dynamos. Wenn er die Linie verlässt, ist die Kugel bisher zu 100% seine Beute. Leichte Defizite hat er allerdings was seine Reflexe betrifft. Im eins gegen eins macht der 28-Jährige meistens durch sein gutes Timing beim Rauslaufen eine gute Figur. Alles in allem ist Broll ein solider, aber nicht überragender und definitiv kein unüberwindbarer Rückhalt.

Abwehr

Jens Lewald (#31) ist der beste Innenverteidiger der Liga. Mit 70% Quote bezüglich defensiver Zweikämpfe und einem exzellenten Stellungsspiel macht er gegnerischen Stürmern das Leben so schwer wie möglich. Der Aufbau im Positionsspiel läuft zwar häufig über ihn, aber er ist selten der Spieler, der den Angriff auslöst, sondern derjenige, der die initiale Angriffsrichtung vor dem eigentlichen Auslösen der Attacke bestimmt.

Mittelfeld

Sowohl Niklas Hauptmann (#27) als auch Luca Herrmann (#19) in der Zentrale der Dresdner sind für die Progression der Angriffe der Sachsen extrem wichtig. Sie agieren hinter der Sturmreihe versetzt zueinander je nachdem, über welche Seite der Angriff läuft. Jeder der beiden Topspieler hat in diesem Mannschaftsteil einen hohen Anteil an den vielen Strafraumsituationen und auch am Unterbinden von Umschaltsituationen für die Gegner. Gegen das perfekt funktionierende Herzstück der Dresdner mit beiden Spielern in der Top Sieben der zentralen Mittelfeldspieler der 3.Liga muss konsequent, hart und bedingungslos verteidigt werden. Beide sind sehr dribbelstark, extrem passsicher und sorgen mit ihren Pässen in die Spitze für viel Gefahr in der Box. Gegen den Ball sind beide ebenfalls sehr einsatzfreudig und zweikampfstark.

Sturm

Mittelstürmer Stefan Kutschke (#9) ist Kapitän der Dynamos und wie es nicht anders zu erwarten war auch der bisher beste Torschütze. Zehn Treffer und vier Vorlagen hat der unangenehme Sturmtank bisher auf dem Konto. In der Liste der besten Stürmer führt ihn unser Statistikportal für diese Saison auf Platz drei. In der Rückrunde hat er jedoch bisher etwas mit einer Ladehemmung zu kämpfen. Erst ein Treffer und eine Vorlage gelangen dem 1,94 m großen Mittelstürmer seit Ende der Winterpause. Trotzdem darf man diesen Spieler nie abschreiben. Er ist ein Offensivmonster, das jederzeit zuschlagen kann und wird, wenn man ihm die Chance dazu gibt und gleichzeitig immer ein Auge für den besser positionierten Nebenmann hat.

Fazit

Kann der TSV 1860 München die angeschlagene SG Dynamo Dresden düpieren und von dort Punkte entführen? Ich sage ja. Aber damit das geschieht, muss alles passen und man darf sich gegen den Ball nichts erlauben. Wie das funktionieren kann habe ich oben beschrieben. Dass das aber auch extrem schwer werden wird, liegt auf der Hand.

Wir dürfen uns sicher sein, dass wir eine taktisch und mental top eingestellte sowie topmotivierte Löwenelf sehen werden. Ob das am Ende reicht, um die meiner Meinung nach personell am besten besetzte Mannschaft der Liga zu ärgern und aus Dresden einen oder mehrere Punkte zu entführen, werden wir sehen.

Ich bin sehr gespannt auf das Spiel. Dynamo Dresden ist definitiv der Favorit und wenn der TSV 1860 dort was holen kann, ist es ein Riesenerfolg für alle Beteiligten.

In eigener Sache

Diese Woche wurde die Sperre von drei Spielen für Marlon Frey bekannt gegeben. Eine geifernde Meute von sogenannten „Fans“ in den (a)sozialen Netzwerken hat nichts Besseres zu tun, als sich darüber zu freuen, dass ein Spieler, den sie – aus welchen Gründen auch immer – nicht mögen nun drei Spiele gesperrt sein wird.

Habt ihr eigentlich noch alle Tassen im Schrank? Man mag von ihm als Spieler persönlich halten was man will, aber so artikuliert man sich nicht über einen Spieler, der für den eigenen Verein spielt. Egal für wie gut oder schlecht man ihn hält.

Kommen wir zur entscheidenden Frage: Ist er tatsächlich so schlecht, wie viele ihn sehen, oder wollen diejenigen aus reiner Antipathie nur seine Fehler sehen und blenden die guten Aktionen des Spielers einfach aus?

Positionsrelevante Stats

Frey ist der Mittelfeldspieler mit den zweitmeisten erfolgreichen Defensivaktionen im Mittelfeld nach Schröter. Er ist der Mittelfeldspieler mit den meisten erfolgreichen Vorwärtspässen pro Spiel. Mit einer Erfolgsquote von 88% bei Pässen in die Box ist er der beste Spieler in dieser Kategorie im Team, wobei er hierbei pro Spiel im Schnitt lediglich einen Pass weniger als Guttau, Starke oder Schröter spielt. Obendrein ist er (ebenfalls hinter Schröter) der Akteur mit den zweitmeisten Schlüsselpässen in diesem Mannschaftsteil (Platz 4 ligaweit (!)).

Das einzige, was man an Frey tatsächlich und wenn, dann aber bitte respektvoll, kritisieren könnte, ist seine Erfolgsquote bei Kopfballduellen. Diese könnte tatsächlich besser sein sowie sein Timing bei progressiven Pässen aus der eigenen Spielfeldhälfte heraus.

In allen anderen für seine Position entscheidenden Kategorien ist Frey seit dem Ende der Winterpause einer der stabilsten Spieler der Mannschaft.

Leistungsunabhängig finde ich es unsäglich, in der Art und Weise auf einen Spieler der Mannschaft, von der man sich selbst als Fan bezeichnet, verbal sowie ohne Substanz dahinter derart unqualifiziert einzudreschen. Sich darüber zu freuen, dass ein Spieler der eigenen Mannschaft gesperrt wird oder es als “schade” zu bezeichnen, dass er nicht noch eine längere Sperre aufgebrummt bekam, ist perfide. So ein Verhalten ekelt mich an.

So könnte Dynamo Dresden gegen den TSV 1860 beginnen

Datenquelle: Wyscout

Winningers Wirtshaus Weisheiten vor Dynamo Dresden – TSV 1860

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Winningers Wirtshaus Weisheiten Dynamo Dresden TSV 1860

Winningers Wirtshaus Weisheiten vor dem Gastspiel des TSV 1860 bei Dynamo Dresden – diesmal im XXL-Format! Besondere Spiele erfordern besondere Maßnahmen und so nimmt sich Taktikexperte Bernd Winninger diesmal satte 16 Minuten Zeit, um den Gegner der Löwen zu analysieren!

Wirtshaus Weisheiten vor Dynamo – 1860

Auch wenn das Team aus Elbflorenz kriselt, so steht es doch noch auf Platz 3 der 3. Liga und geht als Favorit in die Partie. Wer sind die Schlüsselspieler bei Dynamo? Welches Spielsystem bevorzugen die Dresdner? Was sind ihre Stärken, was die Schwächen? Wo können die Löwen ansetzen, um drei Punkte aus dem Rudolf-Harbig-Stadion zu entführen? Sorgt der TSV 1860 in Dresden gar für das Ende von Anfang?

Ergänzend zu seiner TAKTIKTAFEL erläutert Bernd Winninger, wie die Elf von Argirios Giannikis den Gegner womöglich knacken könnte.

sechzger.de berichtet natürlich wie gewohnt im LIVETICKER von der Partie und vom Drumherum!

WWW als Video und Podcast

Ob Video oder Audio – Winningers Wirtshaus Weisheiten gibts für Auge und/oder Ohr. Um keine Folge zu verpassen, könnt Ihr uns natürlich gerne auf YouTube bzw. diversen Podcast-Plattformen abonnieren:

Selbstverständlich freuen wir uns auch über jede positive Bewertung, über Kommentare und über Eure Verbesserungsvorschläge.

Grünwalder Stadion: Türkgücü muss spätestens im Sommer raus

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Luftaufnahme Grünwalder Stadion
Grünwalder Stadion aus der Vogelperspektive

Das Kapitel Türkgücü und Grünwalder Stadion endet einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge spätestens im Sommer. Demnach muss sich der Verein nach einer neuen Spielstätte für die Regionalliga Bayern umschauen. Es drohen kurzfristig Spielabsagen – und mittelfristig der Abstieg in die Bayernliga. Der Rasen im Sechzgerstadion wird auch künftig viel beansprucht: der FFC Wacker trägt ab der nächsten Saison seine Heimspiele an der Grünwalder Straße aus.

Türkgücü muss Grünwalder Stadion verlassen – möglicherweise sogar vorzeitig

Sie wollten der drittstärkste Verein in München werden, doch Türkgücü beschäftigt derzeit wieder einmal – oder weiterhin – die prekäre, finanzielle Situation um den Verein. Das könnte nun auch Auswirkungen auf den Spielbetrieb im Grünwalder Stadion haben wie die Süddeutsche Zeitung und der Münchner merkur berichtet. Bislang darf der Regionalligist einige Spiele in der laufenden Saison in der Spielstätte austragen, die auch vom TSV 1860 München in der 3.Liga genutzt wird. Zuletzt verfolgten lediglich rund 100 Zuschauer das Heimspiel gegen Viktoria Aschaffenburg. Doch damit könnte schon bald Schluss sein.

Denn die Stadt München wartet den Artikeln zufolge auf die Zahlung von Nebenkosten sowie dem vorab fälligen Betrag für die Durchführung des Heimspiels gegen die Zweitvertretung von Greuther Fürth Mitte März. Sollten die Gelder nicht bis zum heutigen Freitag eintreffen, wird keine Freigabe erteilt. Sollten in der Folge keine Alternativen gefunden werden, drohen sogar Spielabsagen. Ein Antrag zur Ausrichtung der Spiele in Seligenporten wurde laut SZ bereits abgelehnt. Für die kommende Saison beantragt der Viertligist vorsichtshalber die Lizenz für die Bayernliga.

So oder so, spätestens im Sommer ist Schluss. Denn den Zuschlag für die nächste Saison hat bereits der FFC Wacker erhalten, der mit seiner Mannschaft in der Regionalliga spielt. Türkgücü muss sich also in jedem Fall nach einer Alternative umblicken. Die Greenkeeper im Grünwalder Stadion haben also auch weiterhin gut zu tun, damit die Löwen in der 3.Liga auch weiterhin stets beste Bedingungen vorfinden können.