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Teamrennen bei Olympia: Silbermedaille für Linus Strasser

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Ski-Löwe Strasser erneut im WM-Einsatz
Ski-Löwe Linus Straßer beim Training im Ötztal (13.01.2022)

Das deutsche Ski-Team konnte im Team-Wettwettbewerb doch noch die heiß ersehnte Medaille einfahren. Am Ende reichte es zur Silbermedaille für Lena Dürr, Emma Aicher, Alexander Schmid, Julian Rauchfuß und Ski-Löwe Linus Strasser.

Achtelfinale gegen Schweden

Im Achtelfinale konnten die deutschen SKi-Asse die Schweden mit 3:1 besiegen. Straßer trug durch seinen Sieg gegen Mattias Rönngren einen Punkt zum Sieg des DSV bei.

Viertelfinale gegen die Schweiz

Im Viertelfinale konnte die Deutschen dann die favorisierten Schweizer ausschalten. Lena Dürr besiegte Wendy Holdener und Alexander Schmid fuhr den zweiten Punkt ein. Straßer schied in seinem Lauf gegen Gino Caviezel aus. Am Ende stand es 2:2 und das deutsche kam wegen der besseren Zeiten weiter.

Halbfinale gegen die USA

Die starken Amerikaner warteten mit im Halbfinale auf das DSV-Team. Lena Dürr konnte den von Günther Gorenzel in der Löwenrunde angesprochenen Superstar Mikaela Shiffrin besiegen und die Deutschen 1:0 in Führung bringen. Straßer rutschte erneut weg und River Radamus glich zum 1:1 aus. Emma Aicher besiegte trotz Ausfall Paula Moltzan, die die deutsche Läuferin behindert hatte. So ging Alexander Schmid mit einem 2:1 in den letzten Lauf. Der Allgäuer ließ dann gegen Tommy Ford nichts anbrennen und sorgte für den dritten Punkt und den Finaleinzug. Damit hatte das DSV-Team um Linus Straßer mindestens die Silbermedaille gesichert.

Finale gegen Österreich

Linus Strasser trat im Finale nicht an, er ließ Julian Rauchfuß den Vortritt. Lena Dürr fuhr das 1:0 gegen Katharina Truppe ein. Julian Rauchfuß unterlag dann gegen Alexander Brennsteiner, so dass es 1:1 stand. Emma Aicher rutschte in ihrem Lauf weg. Damit konnte Katharina Liensberger auf 2:1 für Österreich stellen. Im abschließenden Duell trat Alexander Schmid gegen Johannes Strolz an. Schmid konnte sein Duell gegen den Österreicher zwar klar gewinnen, aber die Siegerzeit reichte nicht. Somit konnten die Österreicher die Goldmedaille auf Grund der besseren Zeiten sichern.

Silbermdaille für Linus Strasser

Damit konnte Linus Straßer am letzten Tag der Olympischen Spiele doch noch eine Medaille für den TSV 1860 München sichern. Auch der DSV kehrt damit doch mit der ersehnten Medaille der alpinen Skifahrer aus Peking zurück. Bronze ging an die Norweger. Das Gesmtergebnis findet Ihr hier.

Wir gratulieren dem DSV-Team sehr herzlich zur Silbermedaille!

 

 

 

 

Lustlose Löwenfans?

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TSV 1860 Umfrage

7.500 Zuschauer dürfen wieder rein

Am Montag Abend empfängt der TSV 1860 zum Abschluss des 27. Spieltags der 3. Liga den Halleschen FC (18.60 Uhr im sechzger.de-Liveticker). Der ist vor diesem Spieltag 14. der Tabelle. Kein Spitzenspiel (wie dann acht Tage später gegen den FCK), aber eine Standortbestimmung nach der zuletzt sehr dürftigen Leistung gegen Türkgücü. Wo stehen die Löwen aktuell? Am Montag gibt’s eine Antwort. Erstmals seit dem 20. November letzten Jahres (3:2 gegen Duisburg) sind wieder 7.500 Zuschauer auf Giesings Höhen zugelassen. Zwischenzeitlich spielten die Löwen vor Geisterkulisse bzw. vor weniger als 4.000 Fans. Und dennoch läuft der Absatz der Tickets für Montagabend sehr schleppend. Zur Erinnerung: Eigentlich hätten über 11.000 Löwenfans Anspruch auf den Zugang zum Sechzgerstadion. So viele Dauerkarten wurden vor dieser Saison verkauft.

Entwicklung im Ticketshop in dieser Woche

Am Dienstag Mittag konnten sich zunächst alle Dauerkartenbesitzer, die beim Heimspiel gegen Braunschweig nicht unter den zugelassenen 3.750 Zuschauern waren, ihren Platz für das Duell mit dem HFC sichern. Freitag Mittag sollte der Online-Ticketshop dann auch für die Braunschweig-Besucher geöffnet werden. Der eine oder andere wurde nervös: Würde man am Freitag überhaupt noch zum Zuge kommen? Würde die Website des Shops wieder einmal unter dem Ansturm der Löwenfans zusammenbrechen? Doch weit gefehlt! Schon früh am Donnerstag ebbte die Nachfrage nach Karten für das Halle-Spiel offensichtlich so stark ab, dass sich auch die Stadionbesucher gegen Braunschweig einbuchen konnten. Und nur vier Stunden später erfolgte der nächste Öffnungsschritt: Wie die Löwen auf ihrer Website und in den Sozialen Medien vermeldeten, können seit Freitag Nachmittag alle an einem Spielbesuch gegen Halle interessierten Fans bis zu vier Tickets pro Person erwerben.

Samstag Nachmittag noch massenhaft grüne Plätze

Ein Besuch im Ticketshop rund 24 Stunden nach Beginn dieses komplett freien Verkaufs überascht: In allen Blöcken – speziell in der Westkurve in Block in F und J, aber auch auf der Stehhalle, dort insbesondere im Block O – sind noch massenhaft grüne, also freie Plätze vorhanden.

Warum haben die Löwenfans keine Lust?

Was könnten die Gründe für die bisher schwache Nachfrage sein?

Da ist zunächst natürlich der unbeliebte Spieltermin zu nennen: Der Montagabend, der ja in der übernächsten Saison abgeschafft werden soll, ist für viele Stadiongänger organisatorisch ein Problem. Andererseits mögen einige auch speziell diesen Termin mit Flutlicht auf Giesings Höhen. Und in der Vergangenheit wirkte sich der Montagabend nie negativ auf die Besucherzahl aus.

Die sportliche Situation: Klar, die über 7.000 Löwenfans, die am Mittwoch Abend ins zugige Olympiastadion gepilgert waren und von ihrem Team bitterlich enttäuscht wurden, haben durch den Ausflug ans Oberwiesenfeld sicher nicht Lust auf mehr bekommen. Aber war das in der Vergangenheit ein Argument gegen einen Stadionbesuch? Im Allgemeinen vergessen und verzeihen die Löwenfans doch schnell. Und dass die Aufstiegsperspektive Richtung 2. Liga aktuell in weite Ferne gerückt ist, sollte auch kein Argument sein. Dann hätten wir in der Vergangenheit ja regelmäßig ab Februar keine Löwenfans mehr in den Stadien sehen dürfen…

Ein Argument, das man von Fans auch schon gehört hat, ist die bereits kommunizierte Sperre aller Halle-Besucher gegen Kaiserslautern. Wer am Montag Abend dabei ist, wird aller Voraussicht nach zunächst nicht zu den Personen gehören, die Zugriff auf die Tickets für das Spitzenspiel gegen den FCK am 1. März erhalten. Und wer da unbedingt hin will, verzichtet vielleicht jetzt lieber auf das Spiel gegen Halle. Aber auch dieses Argument ist eigentlich mit Beginn des freien Verkaufs entfallen: Kann man sich doch nun einfach seine Karte für den Montag völlig unabhängig von der Dauerkarte holen und ist gegen die Roten Teufel auf jeden Fall (mit der Dauerkarte) dabei.

Schrecken Corona-Auflagen ab?

Bleibt eigentlich nur noch die Pandemie, die die Menschen seit inzwischen fast zwei Jahren begleitet, als Erklärungsansatz. Kompliziertes Prozedere beim Einbuchen und bei der Platzwahl, keine Garantie auf den gewohnten Stammplatz, Zugang nur mit einem Impf- oder Genesenennachweis, Abstandsregeln auf dem Stehplatz, Maskenpflicht im ganzen Stadion, kein Alkoholausschank, kein organisierter Support aus der Kurve, … Das alles sind Punkte, die den einen oder anderen Löwenfan vom Besuch des Stadions abhalten dürften. In Verbindung mit der Perpektive, nach dem 20. März (voraussichtlich konkret am ersten April-Wochenende gegen den 1. FC Saarbrücken) den Stadionbesuch wieder so zu erleben, wie vor März 2020 (bzw. kurzzeitig im Herbst letzten Jahres), dürfte dies der wichtigste Grund sein, warum die Löwenfans sich aktuell so zögerlich zeigen.

Am Montag wahrscheinlich Abendkassen geöffnet

Für die kurz entschlossenen, die aktuell noch überlegen, ob sie am Montag ins Stadion gehen sollen und sich weiterhin alle Optionen offen halten wollen (wie früher in der guten alten Allianz Arena, Vorsicht! Ironie!), die weisen wir an dieser Stelle gerne darauf hin: Sollte sich am Absatz der Karten innerhalb der kommenden zwei Tage nicht Gravierendes ändern, gibt es am Montag eine Tages- bzw. Abendkasse, an der dann noch Eintrittkarten für die Partie gegen den Halleschen FC erworben werden können. Das gab’s seit der Rückkehr des TSV 1860 ins Stadion an der Grünwalder Straße im Sommer 2017 auch noch nicht allzu oft.

 

Jetzt ist es amtlich: Sogar elf Punkte Abzug für Türkgücü

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Null Punkte: Sportliche Niederlage für 1860

An der großen Enttäschung der Löwenfans über den gebrauchten Fußballabend am Mittwoch dieser Woche am Oberwiesenfeld ändert die Tatsache natürlich nichts. Und dennoch ist es eine wichtige Nachricht: Wie von sechzger.de am 16. Februar zur Mittagszeit schon angekündigt, hat der DFB-Sportausschuss am Ende dieser Woche getagt und eine Entscheidung getroffen, wie mit der Türkgücü GmbH, die am 31. Januar beim Amtsgericht München Insolvenz angemeldet hatte, zu verfahren ist: Gemäß §6 Nr. 6 der DFB-Spielordnung werden dem Fußballprojekt aus Neuperlach neun bereits erspielte Punkte wieder abgezogen. Weitere zwei Punkte Abzug kommen aufgrund eines Auflagenverstoßes hinzu. Im Rahmen der Überprüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit während der Saison hatten die Perlacher die Auflage erhalten, bis zum 20. Januar 2022 eine bis Saisonende festgestellte Liquiditätslücke zu schließen. Diese Vorgabe erfüllte der Klub nicht. Gegen das Urteil kann Türkgücü binnen einer Woche Widespruch einlegen, wie der DFB auf seiner Website vermeldet.

Türkgücü nun mit 15 Punkten

Für die aktuelle Tabelle der 3. Liga hat das Auswirkungen: Türkgücü rutscht auf den 20. und letzten Tabellenplatz und steht nun bei 15 Punkten. Elf Punkte beträgt der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz (16.), den nun der MSV Duisburg innehat. Pikanterweise sind die Zebras am Samstag um 14 Uhr im Wedaustadion Gastgeber für die Neuperlacher. Nur drei Punkte mehr, als Türkgücü, aber ein deutlich schlechteres Torverhältnis hat Zweitligaabsteiger Würzburg. Der zuletzt strauchelnde Aufsteiger Viktoria Berlin ist mit 27 Punkten auf Platz 15 der nächste Verein in der Gefahrenzone der Liga. Allerdings haben die Hauptstädter noch zwei Spiele nachzuholen.

Wie geht es bei Türkgücü weiter?

Weiter offen bleibt, ob Türkgücü München die finanziellen Mittel aufbringen kann, die aktuelle Spielzeit in der 3. Liga noch zu Ende zu spielen und somit auch die – eher theoretische – Chance auf den sportlichen Klassenerhalt zu nutzen. Zwölf Spiele stehen noch aus. Aber selbst im Erfolgsfalle wäre ein potenter Geldgeber notwendig, um die Saison 2022/23 in der Drittklassigkeit zu finanzieren. In der Heinrich-Wieland-Straße weiß aktuell keiner, ob, wie und wo es weitergeht.

Mögliche Folgen in der oberen Tabellenhälfte

Sollte die laufende Saison von den Perlachern nicht zu Ende gespielt werden, werden alle Punkte und Tore aus den Spielen unter Beteiligung von Türkgücü aus der Wertung der Drittligatabelle genommen werden. Dies hätte für die Vereine der oberen Tabellenhäfte – Stand heute, also vor dem 27. Spieltag – folgende Auswirkungen:

1. Magdeburg (4:0 am 11. Spieltag)  55 Punkte
2. Kaiserslautern (2:1 am 19. Spieltag)  43 Punkte
3. Braunschweig (2:0 am 16. Spieltag)  42 Punkte
4. Dortmund II (1:2 am 10. Spieltag)  41 Punkte
5. Saarbrücken (2:1 am 9. Spieltag)  41 Punkte
6. Osnabrück (3:0/6. & 1:1/25.)  38 Punkte
7. Mannheim (3:0/7. & 0:0/26.)  38 Punkte
8. Meppen (1:0 am 14. Spieltag)  38 Punkte
9. Wiesbaden (0:1 am 12. Spieltag) 37 Punkte
10. TSV 1860 (1:1/3. & 1:2/27.)  36 Punkte

Die Profiteure des beschriebenen Szenarios wären Dortmund II und Wehen Wiesbaden (beide ohne Punktabzug) und auch der TSV 1860 (nur ein Punkt Abzug). Die Zweitvertretung von Borussia Dortmund würde sich direkt um drei Plätze verbessern, Saarbrücken, Osnabrück und Mannheim entsprechend je einen zurückfallen. Der TSV 1860 und Wehen Wiesbaden würden die Plätze erstmal tauschen. Allerdings sind unsere Löwen noch bis 1. März mit einem Spiel im Rückstand. Dann kommt der FCK nach Giesing.

Gorenzel in der LÖWENRUNDE: “Auf die nächsten Aktionen konzentrieren!”

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LÖWENRUNDE als Krisenrunde?

Das 1:2 bei Türkgücü hat im Löwenumfeld einigen Staub aufgewirbelt. Ob das nun allein an der schwachen Gesamtleistung von Michael Köllners Mannschaft am Mittwoch Abend liegt oder daran, dass die Partie gegen das Projekt aus Neuperlach im Vorfeld zum Prestigeduell und hochemotionalen Derby hochstilisiert wurde? Oder daran, dass der Gegner sich ja im Prinzip schon aus der Liga verabschiedet hat und die Favoritenrolle vorab unmissverständlich den Löwen zugeschoben hatte? Auf jeden Fall ist wieder mal Krise bei Sechzig – glaubt man der Mehrheit der berichtenden Zunft.

Nachdem sich die Verantwortlichen angesichts des aktuellen Tabellenstandes (Platz 9, acht Punkte Rückstand auf Relegationsrang drei) erstmal auch ganz offiziell aus dem Rennen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga verabschiedet haben, wird nun relfexartig gleich das große Ganze in Frage gestellt. In diesem Zusammenhang kam in der LÖWENRUNDE vor dem Spiel gegen den Halleschen FC (Montag 19 Uhr, im sechzger.de-Liveticker) die Frage nach der “mittelfristigen Perspektive” an Sportdirektor Günter Gorenzel. Der machte deutlich, wie er die Lage bewertet:

Es hat niemand irgendwelche Ziele in Frage gestellt oder den Abgesang erklärt. Es geht darum, dass man sich mental jetzt – und das lege ich jedem Spieler nahe – auf die nächste Aktion konzentriert, auf den nächsten Ballkontakt, auf den nächsten Zweikampf, auf das nächste Spiel. Und nicht zu weit nach vorne blickt. Michael Köllner verwendet in seiner Arbeit mit der Mannschaft immer gerne das Synonym eines Freeclimbers. Wenn der Freeclimber sich daran orientiert, wo er den siebten oder achten Griff hinsetzt, dann wird er beim nächsten Griff, der entscheidend ist, abstürzen. Ich glaube, der Fokus sollte jetzt auf der nächsten Aktion liegen.

Köllner erwartet “zähe Nummer”

Für die Spieler in weiß und blau ist die angesprochene nächste Aktion das Spiel gegen den Halleschen FC am Montag auf Giesings Höhen. Sechzger.de wollte von Michael Köllner in der LÖWENRUNDE wissen, ob die beim Gegner vorhandene technische Stärke – der HFC gehört fußballerisch sicher zu den besseren Teams der 3. Liga – seiner eigenen Mannschaft womöglich mehr entgegenkommt, als die eher auf härtere Gangart setzenden Gegner. Da musste der Löwendompteur erstmal schmunzeln. Um dann auszuführen:

Halle hat sich verändert unter dem neuen Trainer. Sie spielen sehr defensiv, lassen hinten kaum was zu. Das wird schon eine zähe Nummer, da könnt’s euch drauf einstellen. Das wird kein Offensivspektakel von Halle. Die spielen einen guten Ball, keine Frage, aber sie haben sich jetzt deutlich tiefer gestellt. Sie spielen von hinten aus der Kontrolle heraus und haben im Aufbau mit Nietfeld natürlich einen Spieler, der mit dem Ball im Spielaufbau gut operiert. Dann haben sie mit Eberwein sicherlich einen Spieler, der mit seinen elf Toren schon ein Stück weit aus der Mannschaft herausragt. Mit einem wie Guttau, der mir gut gefällt, haben sie ein paar junge Spieler drin, die jetzt wieder in Fahrt gekommen sind, die einfach dann über Wochen eigentlich schlecht beieinander waren. Die sind jetzt wieder in die Form gekommen. Von dem her wird das eine zähe Nummer und ein hartes Rennen gegen Halle.

 

 

 

 

 

 

TAKTIKTAFEL, die Analyse: der “gebrauchte Abend” am Oberwiesenfeld

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich Willkommen zur TAKTIKTAFEL nach der Blamage vom Oberwiesenfeld.

Zuallererst, bevor ich mit der Analyse beginne, möchte ich ein Wort an die Spieler richten: Schämt Euch! Aber bitte nur kurz. Ihr müsst am Montag Halle putzen.

Mit welchem System und mit welcher Taktik da die beiden Kontrahenten gespielt haben, ist für mich heute eigentlich nebensächlich. Der Vollständigkeit halber schreib ich das aber trotzdem.

Die Gastgeber aus Perlach begannen im 4-2-3-1 mit tiefem Sechser und Box-to-Box Spieler. Die vorgegebene Taktik war mit drei Mann vor der Viererkette tief zu stehen und über das Umschaltspiel schnell nach vorne zu kommen, um dort dann den Ball scharf zu machen und vielleicht ein Tor zu erzielen.

Der TSV 1860 München kam mit dem gewohnten 3-5-2 aufs Geläuf des Leichtathletikstadions am Oberwiesenfeld. Dressel spielte auf der Sechser-Position, Neudecker und Deichmann davor sollten gegen den Ball helfen das Zentrum dicht zu halten und offensiv Druck machen. Wieder war der Plan zunächst gegen den Ball eher tief zu stehen, nach vorn sollte dann schnell und vertikal gespielt werden.

Die wichtigsten Statistiken der Partie

TSV 1860 Türkgücü
Ballbesitz 60% 40%
Passgenauigkeit 80% 71%
Defensive Zweikampfquote 76% 61%
Schüsse 14 9
davon aufs Tor 5 4
PPDA* 6,75 11,77
*(zugelassene Pässe pro Defensivaktion)

Die Analyse der statistischen Werte

Die Werte schauen gar nicht schlecht aus, oder? 20% mehr Ballbesitz, tolle Passgenauigkeit, die beste Zweikampfquote gegen den Ball in dieser Saison, fünf Schüsse mehr als der Gegner, und die PPDA hat in dieser Saison auch schon ganz anders ausgesehen. Eigentlich müssten wir doch gewonnen haben – oder zumindest nicht verloren. Haben wir aber. Helfen uns die Statistiken hier um das zu ergründen? Teilweise.

Passgenauigkeit

Die Passgenauigkeit Gesamt hilft uns in dem Fall leider nicht weiter. Wie immer ist das, was wichtig ist, die Passgenauigkeit in den entscheidenden Zonen und was der Spieler, der den Pass bekommen hat, damit anfangen konnte.

Dass die Spieler des TSV 1860 München mit den Pässen die in die für erfolgreiches Offensivspiel wichtigen Zonen kamen und auch beim Adressaten ankamen wenig bis gar nichts anfangen konnten, haben wir alle gesehen. Gegen tiefstehende Mannschaften anrennen zu müssen ist immer schwer. Verteidigen ist leichter als das Spiel zu machen und einen massiven Abwehrriegel zu durchbrechen. Das ist denke ich jedem klar.

Abgewehrte oder abgefangene Bälle beim Versuch in den Strafraum zu spielen gab es sage und schreibe 20 Stück. Ecken und Freistöße wurden hier nicht mit eingerechnet, dann wären wir sogar bei 29. Nur acht Ballkontakte in der Box führten zu vier Schüssen der Löwen dort, alle aus mehr oder weniger schlechten Positionen.

Jedoch waren es nicht nur die gut verteidigten Versuche in den Strafraum zu spielen, die ich als Problem des Spiels ausmache. Ballverluste im Zentrum vor dem Strafraum waren ein weiteres Manko, warum die Löwen scheiterten. Mit drei defensiven Mittelfeldspielern vor der Viererkette beim Spiel gegen den Ball hat der Verein von der Heinrich Wieland Straße alles dafür getan hier keine Möglichkeiten für den TSV 1860 München zuzulassen.

Schüsse

Die Schüsse der Löwen kamen folglich mehrheitlich im Verhältnis 10:4 von außerhalb der Box. Fünf dieser zehn Schüsse wurden geblockt, bevor sie überhaupt zur Gefahr werden konnten.

Die vier Schüsse, die den acht Ballkontakten innerhalb des Strafraums der Perlacher entsprangen, waren bis auf Neudeckers Anschlusstreffer Beute des mit katzenartigen Reflexen ausgestatteten Torhüters Flückiger. Sie wurden außerdem alle in Halbzeit zwei abgefeuert. Der einzige Schuss der in Halbzeit Nummer eins Flückigers Tor hätte gefährlich werden können, war aus der Fraktion dankbar und wurde von Deichmann in der 22.Minute aus der zweiten Reihe abgefeuert.

Fazit zu den Statistiken

Lange Pässe die, wenn sie ankamen, nicht verarbeitet werden konnten, weil ein oder mehrere Spieler des hinten konsequent aggressiven Gegners sofort drauf gingen und störten, waren an diesem Tag das falsche Mittel. Für anderes fehlte es den Sechzgern gegen den tiefstehenden Kontrahenten an Ideen. Die zur Verteidigung des Positionsspiels der Löwen Mann gegen Mann spielenden Hausherren ließen kaum Anspielstationen für Kombinationsspiel offen. Immer wieder kam es zu Situationen, wo der hohe lange Ball in die Verdichtung gespielt wurde und so die Angriffe des TSV 1860 München am Mann von der Defensive der Perlacher abgefrühstückt werden konnten.

Die Sechzger hätten also eher über gewonnene Einzelaktionen Mann gegen Mann in der eigenen Spielfeldhälfte dafür sorgen müssen, dass sich der Gegner so verschieben muss, dass Spieler weiter vorne frei werden um so den Gegner spielerisch auseinanderzunehmen. Das wurde tatsächlich auch versucht. Problematisch war nur von den Offensivduellen, die die Löwen in der eigenen Spielfeldhälfte angingen, konnten gerade einmal fünf gewonnen werden. Der Aggressivität gegen den Ball, welche die Perlacher Nachbarn an den Tag legten, waren die Spieler der Sechzger offensiv nicht gewachsen.

Das Spiel am Oberwiesenfeld

In beiden Halbzeiten war es das einzige Ziel des Gegners das Spiel der Löwen zu zerstören und dann selbst über den langen Ball nach vorn zu kommen. Der lange Ball kam dann auch fast jedes Mal, wenn die Löwen einen ihrer ausgespielten Angriffe bis ins letzte Drittel durchbrachten.

Die erste Halbzeit

Der Ballbesitz in Halbzeit eins war noch mehr oder weniger ausgeglichen, lediglich sieben Prozentpunkte trennen die Sechzger hier im Positiven von der Mannschaft des Perlacher Projekts.

Defensiv standen die Löwen in der ersten Halbzeit bombensicher. Vrenezis Schuss nach einem von Chato eingeleitetem Konter in der 29. Minute mal ausgenommen hatte die Mannschaft von Andreas Heraf kaum eine Aktion am und im Strafraum, die gefährlich erschien. So neutralisierten sich beide Teams gegenseitig hauptsächlich in der Mitte des Spielfelds. Vier Minuten nach besagtem Konter versuchte sich abermals Vrenezi mit einem Schuss aus halblinker Position weit vom Tor entfernt. Der war ähnlich gefährlich wie die sechs Fernschüsse der Löwen im ersten Durchgang. Nämlich gar nicht.

Lediglich acht Mal mussten sich die Sechzger mittels eines Zweikampfes den Ball im eigenen letzten Drittel erobern. 16 Balleroberungen im eigenen letzten Drittel waren abgefangene Pässe.

Ein ähnliches Bild ergibt sich allerdings auch auf der anderen Seite. Nur einmal öfter war der Grund für eine Balleroberung seitens der Perlacher ein verlorener Offensivzweikampf der Löwen. Dafür kamen die Löwen mit drei Fehlpässen ins oder im letzten Drittel weniger aus.

Die Ballverluste der Sechzger in der eigenen Spielfeldhälfte fallen in der ersten Hälfte tatsächlich nicht ins Gewicht. Nur acht davon waren Fehlpässe, die anderen Ballverluste entsprangen hauptsächlich Bällen, die ins Aus gingen.

Ballverluste in der eigenen Hälfte im direkten Anschluss an einen erfolgreichen Pass, wo wie oben schon beschrieben der defensive Druck der Perlacher zu hoch wurde konnten, dank defensiver Zweikampfstärke, meist sofort wieder zu eigenem Ballbesitz umgemünzt werden.

Ein unattraktives und von der destruktiven Defensivtaktik der Hausherren bestimmtes Spiel, das wohl nicht nur mir, sondern auch dem Großteil der Zuschauer missfallen hat, war die Folge während der ersten Halbzeit. Es war ganz klar ein sogenanntes Kackspiel. Wenn eine Mannschaft sich darauf festlegt alles dafür zu tun das Spiel zu zerstören und vorn darauf hofft, dass der liebe Gott oder wer auch immer schon irgendwann helfen wird, kommt das was wir am Mittwoch gesehen haben dabei heraus.

Die zweite Halbzeit

In der zweiten Halbzeit änderten die Löwen ihre Herangehensweise an das Abwehrbollwerk der Hausherren. Michael Köllner stellte durch die Hereinnahme von Mittelfeldspieler Tallig für Moll, der in der zentralen Innenverteidigerposition gespielt hatte, auf 4-4-2 mit flacher Raute um.

Andreas Heraf nahm Knöll vom Feld und brachte Konterstürmer Türpitz. Das änderte aber nichts am System der Mannschaft von der Heinrich-Wieland-Straße.

Die Sechzger waren dann vom Ballbesitz (69%:31%) her durchaus die dominantere Mannschaft, schafften es aber nicht dieses Plus in zählbare Erfolge umzumünzen. Im 4-4-2 erspielten sich die Löwen fast doppelt so viele bis ins letzte Drittel ausgespielte Positionsangriffe als ihre Kontrahenten. Sie konnten verglichen mit dem Gegner aus dem Spiel heraus in der Box doppelt so viele Schüsse aufs Tor absetzen. Abgesehen von dem fragwürdigen Elfmeter hatte die Truppe von Andreas Heraf nur zwei weitere Gelegenheiten in der Box des TSV 1860 München. Der einzige Schuss aus aussichtsreicher Position kam wieder von Vrenezi (51.), als sich die Löwen nach der taktischen und systematischen Umstellung noch finden mussten.

Das Problem, das schon im ersten Durchgang vorhanden war, setzte sich auch in der zweiten Hälfte weiter fort. Ballkontrolle im letzten Drittel vor dem gegnerischen Tor war nicht bzw. kaum gegeben.

Die massiv verteidigenden Gastgeber stemmten sich mit Mann und Maus gegen die Sturmversuche des TSV 1860 München.

Bis das Gegentor in der 77. Minute fiel, hatten die Sechzger das Spiel durchaus im Griff. Sie waren nur nicht zwingend und clever genug im letzten Drittel des Gegners. Die Perlacher schafften es ein ums andere Mal, die Angriffe der Löwen derart zu stören, dass sie auf die Flügel abgedrängt wurden. Die vier Schüsse der Sechzger, die aufs Tor gingen, kamen alle aus der gleichen Zone rechts bis halbrechts hoch im Strafraum. Im Zentrum der Box und vor dem Tor ließ der Gegner quasi nichts zu. Nicht einmal Ballkontakte. Auch die linke Seite der eigenen Box war ein von den Hausherren zur Tabuzone erklärter Bereich. Der TSV 1860 München versuchte es mit allen Mitteln, aber weder per Pass, noch per Lauf und schon gar nicht per Flanke konnten die Löwen vernünftig in den Sechzehner der Heraftruppe eindringen. Von acht Flanken des TSV in der zweiten Halbzeit kam eine an.

Ein Zufallstreffer nach einer Fehlentscheidung eines Innenverteidigers und ein möglicherweise nicht gerechtfertigter Elfmeter sorgten somit für das Debakel vom Oberwiesenfeld. Neudeckers Einzelleistung zum Anschlusstreffer in allen Ehren, aber Richy allein kann das Spiel nicht für den TSV gewinnen. Da muss von den technisch starken Spielern, früher im Spiel, mehr Unterstützung und Kreativität kommen.

Die Tore

Ich werde heute nicht wie Ihr es gewohnt seid jedes Tor noch einmal beschreiben. Ich gehe nur auf das 1:0 und die angeblichen sowie tatsächlichen Fehler davor ein.

Die Tore im Spiel kann man sich in voller Pracht hier noch einmal ansehen.

Die Fehler vor dem 1:0

Belkahia steht bei einem flachen Diagonalpass von Kuhn auf der rechten Seite der Gastgeber in der Box zwar grundsätzlich richtig, um den Ball zu verteidigen. Aus irgendeinem Grund hat er jedoch Probleme mit dem Gleichgewicht und kann anstatt den Ball wegzubolzen nur mit der Fußspitze die Kugel kurz aus der Box befördern und zwar so, dass der Ball postwendend zu Sararer geht, der aus dem Hintergrund einläuft. Dessen Pass nach vorn geht zu Hottmann, der wiederum kurz aber hoch in die Box flankt. Deichmann köpft diesen Ball dann um ihn abzuwehren in die Halbzentrale vor dem Strafraum, wo Steinhart bei seinem Abwehrversuch den Ball ein weiteres Mal scharf macht. Hottmann legt sich den Ball mit dem Knie auf und trifft mit einem sensationellen Seitfallzieher aus 16 Metern unhaltbar für Keeper Hiller mit einem Schuss wie ein Strich rechts ins Tor.

Das war ja schon eine beachtliche Fehlerkette. Aber der eigentlich größte Fehler geschieht weit früher. Nach einem langen Freistoß von Flückiger tief aus der Hälfte der Hausherren gehen zunächst Dressel und Tallig 30 Meter vor der Torauslinie auf der linken Seite nacheinander zu Kopfballduellen zum Ball. Dressel springt unter dem Ball hindurch und verliert das seinige gegen Hottmann. Tallig gewinnt seines gegen Sararer. Aber er bringt den Ball damit wieder zu Hottmann, der, noch auf der linken Angriffsseite, dann horizontal über das Feld nach rechts startet. Während diesem Lauf müsste Lang, der an Hottmann dran ist, aggressiver zu Werke gehen, ihn möglicherweise sogar foulen. Leider spielt er hier zu brav. So kann Hottmann den Ball wiederum zu Sararer zurücklegen, der dann sofort Kuhn etwas tiefer rechts anspielt. Steinhart kann in der Rückwärtsbewegung Kuhns Diagonalpass in die Box nicht verhindern.

Dieses Tor ist wie das ganze Spiel ein Kackspiel war tatsächlich ein Kacktor. Nicht deshalb, weil es so glücklich, oder nicht schön gewesen wäre (Hottmann schießt so ein Ding nie wieder, er heißt ja nicht Klaus Fischer), sondern weil es absolut vermeidbar war. Die beste Chance es zu vermeiden hätte Lang gehabt.

Fazit

Viele sagen jetzt wieder: Trainer raus, Sportgeschäftsführer raus, Mannschaft raus. Kann man sagen, es herrscht ja Meinungsfreiheit.

Fakt ist jedoch: Wenn in einem Spiel wie diesem nach neunzig Minuten plus Nachspielzeit der einzige Spieler bei unserer Mannschaft, der eine gelbe Karte bekommt, ein sich warmmachender Ersatzspieler ist, weil der wegen einer wohl ungerechtfertigten Elfmeterentscheidung zum Protest dagegen aufs Spielfeld rennt und reklamiert, dann fehlt abgesehen von den oben erwähnten Ideen gegen tiefstehende Mannschaften die nötige Härte gegen die Gegner, um sich Respekt zu verschaffen.

Ein Eisenfuß wie Thomas Miller ist schließlich nicht umsonst immer noch der einzig wahre Fußballgott in Giesing.

Am Montag gegen Halle muss die gesamte Offensive beweisen, dass sie den Löwen zurecht auf der Brust trägt. Natürlich hat ein Abwehrspieler den entscheidenden Fehler begangen und dann auch noch einen fragwürdigen Elfer verursacht. Aber der Bub ist neunzehn Jahre alt. Man muss in dem Fall schon ein wenig nachsichtig sein. Verbockt haben wir dieses Spiel nicht durch eine durchweg schlechte Abwehrleistung, sondern durch Ideenlosigkeit in der Offensive.

Gegen tief stehende Gegner braucht es mehr kreative Momente im Mittelfeld, um die Gegner aus der tiefen Stellung herauszuziehen. Das geht über schnelle Kombinationen, die Präzision im Passspiel verlangen, oder durch Einzelaktionen, die einen Spieler wie Maradona oder Zidane ausgezeichnet haben. Was wird für uns die wahrscheinlichere Variante sein? Vermutlich ersteres.

Mich erinnert dieses Spiel sehr stark an das Heimspiel gegen Duisburg vergangene Saison, Endergebnis damals 0:2. Duisburg hätte nie gewinnen, geschweige denn überhaupt einen Punkt mitnehmen dürfen. Der darauffolgende Gegner war übrigens wie auch kommenden Montag der Hallesche FC, den wir mit 6:1 aus dem Stadion schossen. Das sei aber nur am Rande erwähnt.

Dietl: Beschlussvorlage für Grünwalder Stadion spätestens im April

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Grünwalder Stadion Luftaufnahme

Das Löwenmagazin und sechzger.de haben gemeinschaftlich insgesamt acht Fragen zum Thema “Umbau Grünwalder Stadion” an Münchens Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl gestellt.

Vor allem eine Antwort wird vielen Fans gefallen – es gibt einen festen Termin für die Beschlussvorlage. Es könnte also endlich etwas vorwärts gehen in Sachen Grünwalder Stadion. Bereits gestern wurde über den fest eingeplanten VIP-Bereich berichtet.

Das Interview mit Verena Dietl zum Grünwalder Stadion

LM / sechzger.de: Der Fußballfan Verena Dietl freut sich auf die Euro 2024. Die Vorbereitungen für die Europameisterschaften sind im vollen Gange. Der Dialog zwischen Sport und Politik sei wichtig, München wolle sich als perfekter Gastgeber präsentieren. Was kostet denn der Stadt diese Gastfreundschaft und was erwartet sich die Stadt München als Gastgeber von dieser EM?

Dietl: Die Kosten für die EM 2024 sind noch nicht detailliert kalkuliert. Was die Stadt aber hier investiert, ist natürlich gut angelegtes Geld, denn: Der Wirtschaftswert für München ist wesentlich höher.

LM / sechzger.de: Du bist Politikerin auf der einen Seite, Fußballfan auf der anderen Seite. Seitens vieler Fußballfans gibt es ja immer wieder auch Kritik an den großen Verbänden. Sei es DFB, UEFA oder auch FIFA. Der Fußball hat sich immens verändert. Und mit Sorge schauen manche in Richtung Katar. Ist es denn wirklich zeitgemäß sich als Stadt München so vehement für derartige internationale Großveranstaltungen stark zu machen?

Dietl: Selbstverständlich verfolge ich aufmerksam die Diskussionen in der Öffentlichkeit. Ich versichere Euch: Wenn wir ein solches Event nach München holen, dann möchte ich unbedingt an die Münchner Tradition einer Sportstadt anknüpfen, zum Beispiel an die Olympischen Spiele von 1972. Dass das funktionieren kann, wollen wir schon diesen Sommer mit den European Championships zeigen. Bei der größten Multisportveranstaltung in München seit 1972 haben wir uns erfolgreich für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung eingesetzt. Großveranstaltungen erhöhen nicht nur die mediale Sichtbarkeit, sondern entfalten auch eine Sogwirkung für unsere Münchner Vereine: mehr Menschen interessieren sich dann für Mitgliedschaften. Der Zusammenhang zwischen Leistungssport und Breitensport ist deutlich erkennbar. Dies gilt umso mehr, wenn die Veranstaltung in der eigenen Stadt stattfindet. Darum sollten wir jede Chance nutzen, Münchens Image als Sportstadt auf nationaler und internationaler Bühne zu unterstreichen.

“Annehmbare Lösung für alle Beteiligten”

LM / sechzger.de: Für die Nachwuchsarbeit im Fußball und auch im Sport im Allgemeinen fehlt es eher weniger an irgendwelchen teuren Meeting Points, sondern eher an der Infrastruktur in den Stadtteilen. Wir planen demnächst auch eine Umfrage unter allen Vereinen in München. Was ist denn der aktuelle Sachstand der Stadt München, ist ausreichend Infrastruktur für umfassende Sportförderung von Kindern und Jugendlichen vorhanden?

Dietl: Selbstverständlich prüft das Sportamt regelmäßig die Bedarfe. Mit der städtischen Sportentwicklungsplanung legen wir fest, wie wir unsere Sport-Infrastruktur gezielt ausbauen. Als Sportbürgermeisterin bin ich stolz darauf, dass wir im Vergleich zum Freistaat Bayern mehr als doppelt so viele Sportfördermittel einsetzen und unsere Sportstätten in Schuss halten, indem wir gut investieren. Hier stecken wir jährlich über 70 Millionen Euro in die Breitensportförderung sowie in die Sportstätten vor Ort. Und dazu kommen dann noch Ausgaben für Großprojekte, wie bspw. die Sanierung des städtischen Stadions an der Grünwalder Straße.

LM / sechzger.de: Wie hoch schätzt die Stadt München den Stellenwert des TSV 1860 München als Vorbild für Kinder und Jugendliche selbst Sport zu betreiben?

Dietl: Der Stellenwert der Löwen ist sehr hoch. Für Kinder sind Vorbilder sehr wichtig, so finden sie Zugang zum Sport. Eine tolle Mannschaft, eine Lieblingsspielerin oder ein Lieblingsspieler oder auch ein charismatischer Trainer können da eine enorme Anziehungskraft haben.

LM / sechzger.de: Baut lieber das Sechzgerstadion aus, schreibt ein Fan auf Facebook. Unsere Bürgermeisterin antwortet, „das tun wir doch sowieso …“ allerdings mit dem Zusatz: „wenn es gewünscht wird.“ Klare Signale der Verantwortlichen gibt es seit Anfang an. Was also ist damit gemeint?

Dietl: Die Landeshauptstadt saniert und ertüchtigt das Stadion und möchte es auch ausbauen. Dazu benötigen wir aber die Zusage der Vereine, dass sie auch nach den Bauarbeiten längerfristig dort spielen werden. Ich habe Verständnis, dass die Vereine das gründlich kalkulieren müssen. Als Stadt sind wir daher mit allen Beteiligten im Kontakt. So habe ich mich beispielsweise vor Kurzem wieder mit dem TSV 1860 ausgetauscht. Ich hoffe, dass wir eine annehmbare Lösung für alle Beteiligten finden und werde mich auch genau dafür einsetzen.

Beschlussvorlage zum Grünwalder Stadion spätestens im April

LM / sechzger.de: Vor allem Rollstuhlfahrer warten seit 2017, dass man etwas für sie tut. Wenn es regnet, werden sie nass. Und die Sicht ist eher bescheiden. Von der Stadt kamen seit 2017 immer nur Lippenbekenntnisse. Ist es nicht gerade für Rollstuhlfahrer wichtig, dass die Stadt nun Nägel mit Köpfen macht und Rollstuhlfahrer nicht im Regen stehen lässt?

Dietl: Das ist mir natürlich ein wichtiges Anliegen; wir haben immer gesagt, eine Dachkonstruktion kommt auf jeden Fall mit der Stadionsanierung. Ich kämpfe schon sehr lange dafür, das Grünwalder Stadion zu ertüchtigen und ligatauglich zu machen, erst als Stadträtin, jetzt als Bürgermeisterin. Ich kann daher die Rahmenbedingungen sehr gut einschätzen: es ist ein großes, komplexes planerisches Großprojekt mit vielen Beteiligten.

LM / sechzger.de: Am 9. Februar und am 9. März besteht für den Sportausschuss im aktuellen Quartal letztmalig die Möglichkeit über eine Beschlussvorlage abzustimmen. Am 23. März ist dann die Vollversammlung. Laut Oberbürgermeister Dieter Reiter müsste dort die Beschlussvorlage auf dem Tisch liegen. Schafft die Stadt es das Versprechen von Reiter umzusetzen?

Dietl: Ich bin zuversichtlich, dass wir den Zeitplan einhalten werden. Seit einigen Monaten finden wöchentliche Besprechungen mit mir als Sportbürgermeisterin statt. Auf meine Anweisung hin soll die Beschlussvorlage im Sportausschuss am 9. März behandelt werden. Wenn es noch mehr Abklärungsbedarf gibt, haben wir auch am 30. März noch einen Sportausschuss.

LM / sechzger.de: Für April / Mai haben Fans gruppenübergreifend geplant eine Demo für das Sechzger-Stadion durchzuführen und zum Rathaus zu marschieren. Sofern bis dahin keine verwertbare Entscheidung getroffen wurde. Auch Stadträte haben bereits zugesagt dann mitzukommen. Wirst du als Sportbürgermeisterin mit vors Rathaus ziehen?

Dietl: Die Vollversammlung des Stadtrats wird vorher eine Entscheidung treffen.

LM / sechzger.de: Das Referat für Bildung und Sport hat uns zu verstehen gegeben, dass der Umbau des Olympiastadions und des Grünwalder Stadions aufeinander abgestimmt werden muss. Welchen zeitlichen Rahmen hat die Stadt für die Sanierung des Olympiastadions und welchen für die Sanierung des Grünwalder Stadions eingeplant?

Dietl: Diese Frage hat die Stadt natürlich im Blick. Die Überlegungen dazu stellen wir mit der geplanten Beschlussvorlage dar.

Sechzig um Sieben: Wieder Vollauslastung ab 20. März?

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Sechzig um Sieben: Stefan Lex
Sechzig um Sieben: Löwen heute in Rostock

Wieder Vollauslastung ab 20. März?

Kommenden Montag dürfen zumindest seit Längerem wieder 7.500 Fans – also die Hälfte der Kapazität ins Grünwalder Stadion. Für das Heimspiel gegen Halle wurden auch die Sperren für Dauerkarten-Inhaber*innen, die schon gegen Braunschweig dabei waren, aufgehoben, wie die Löwen auf ihrer Website bekanntgaben.

Ab dem 20. März soll es dann sogar wieder ein volles Stadion geben: Die Bund-Länder-Konferenz beschloss, dass ab diesem sogenannten Freedom-Day keine Kapazitätsbegrenzung mehr gelten soll. Vorausgesetzt, die Bundespolitik hält Wort und ebenfalls vorausgesetzt, Bayern macht nicht wieder sein eigenes Ding (denkbar wäre beispielsweise, dass Markus Söder auf weiterhin 50% Auslastung mit Tragung von zwei Masken beharrt oder aus Prinzip 150% Kapazitätsauslastung erlaubt, d.Red.), dürften dann wieder 15.000 Fans auf Giesings Höhen die Löwen anfeuern.

Das erste Spiel der Löwen ab Aufhebung der Begrenzung wäre am 20. März beim Waldhof aus Mannheim.

Giesinger Gedanken nach dem Spiel gegen Türkgücü

“Stimmung schlecht, Leistung unterirdisch” – Sechzger.de-Reporter Jan hatte große Schwierigkeiten, dem blutleeren Auftritt der Löwen bei der 1:2-Pleite in der Augenorgasmusschüssel vor rekordverdächtigen knapp 9.000 Zuschauern etwas Positives abgewinnen zu können. Zu schlecht hatte sich die Köllner-Elf präsentiert, so wenig sprang auch nur irgendeine Art Funke auf die Zuschauer über, die frierend am Oberwiesenfeld in der Nordkurve versuchten, sich nicht an den giftgrünen, angerosteten Metall-Sitzschalen in die Waden zu schneiden. Zurecht fordert Jan jetzt eine Reaktion gegen Halle – aber lest selbst in den Giesinger Gedanken.

Letztes Montagsspiel gegen Halle?

Während es in der 2. Bundesliga seit dieser Saison keine Montagsspiele mehr gibt, dafür aber eine 20:30h-Samstagspartie, steht in Liga 3 noch nicht zu 100% fest, wie es mit dem bei den Fans unbeliebten Termin Anfang der Woche weitergehen soll. Von den 18 Vereinen (die Vertreter der zweiten Mannschaften aus Dortmund und Freiburg waren nicht beteiligt) haben sich elf gegen Montagsspiele entschieden, teilte der DFB mit. Nun stellt sich die Frage, ob mit der Neuverteilung der Medienrechte ab 30.06.2023 die Meinung von Fans und Clubs berücksichtigt wird.

Ende März grünes Licht für VIP-Bereich im Grünwalder?

Am 23. März soll nun endlich eine wichtige Beschlussvorlage den Münchner Stadtrat passieren: bei der Tagung soll entschieden werden, ob dem Grünwalder Stadion ein VIP-Bereich spendiert werden soll. Im Gespräch ist entweder ein Block mit 855 Plätzen oder 6 Logen. Als sicher gilt, dass der neue VIP-Bereich, sollte er kommen, im Bereich der Stehhalle angesiedelt wird.

Neues aus der Dritten Liga

Niedersachsen erlaubt schon ab 24. Februar 75% Auslastung

Niedersachsen will bereits ab 24. Februar 75% Stadionkapazität erlauben. So darf Eintracht Braunschweig beispielsweise ab diesem Tag bis zu 17.500 Besucher empfangen. Ab 20. März soll in ganz Deutschland (oben berichteten wir bereits) die Kapazitätsgrenze entfallen.

MSV-Einspruch gegen Dortmund-II-Partie geht in mündliche Verhandlung

Die Frage, ob Dortmund-II-Kapitän Franz Pfanne am 6. Februar gegen Duisburg hätte spielen dürfen oder nicht (eine Gelb-Rot-Sperre wird diskutiert), wird nun wohl in einer mündlichen Verhandlung behandelt. Für den MSV ist die Sache klar: Weil Pfanne direkt vor der Partie bei den Zebras seine fünfte gelbe Karte gesehen hatte, sei er nicht spielberechtigt gewesen. Sollte das DFB-Sportgericht das Urteil bestätigten, könnte der MSV in nächster Instanz vor das DFB-Bundesgericht ziehen.

Herrscht beim TSV 1860 München ab dem 20.März endlich wieder Vollauslastung?

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Bedeutet der „Freedom Day“ endlich wieder 15.000 Zuschauer im Sechzger Stadion?

Laut Bund-Länder-Konferenz vom gestrigen Mittwoch wird es ab dem 20. März wieder volle Stadien geben.
Herrscht beim TSV 1860 München ab dem 20. März endlich wieder Vollauslastung?
Nachdem Anfang des Monats beim Heimspiel gegen die Löwen aus Braunschweig nur 25% der Kapazität (3750 Zuschauer) zugelassen waren steigt die Hoffnung auf volle Stadien nun endlich wieder.
Natürlich wird dies nicht sofort und auf einen Schlag geschehen, aber dies ist man ja mittlerweile gewohnt.

Voraussichtlich nur noch 3 Heimspiele warten

Bis zu dem sogenannten „Freedom Day“ ist es also nur noch knapp ein Monat. Dies bedeutet – wenn die Politik ihr Wort hält – das Spiel gegen den im Ludwigspark beheimateten 1.FC Saarbrücken am 2. April könnte vor vollem Haus stattfinden. Dies würde die Möglichkeit auf das vierte Heimspiel vor 15.000 Zuschauern in dieser Saison nach dem Pokalerfolg gegen Schalke sowie den Siegen in der Liga gegen die Zweitvertretung des SC Freiburg und dem MSV Duisburg bedeuten. Es ist endlich wieder Zeit für Vollauslastung in Giesing!
Die Heimspiele bis dahin gegen den Halleschen FC, die Roten Teufel aus Kaiserslautern und den in dieser Saison in Lotte spielenden SC Verl finden noch vor halb leeren Rängen statt, da die Auslastung bis zum 4.März wie gewohnt bei 50% (in unserem Fall 7.500 Zuschauer im Grünwalder Stadion) liegt.

Was bedeutet das für die Auswärtsspiele?

Bei denen haben wir sogar noch mehr Glück, da nur die Spiele in Berlin und Zwickau davon betroffen sind. Bei unserem Spiel gegen den „Gewalthof“ aus Mannheim am 20. März dürften dann höchstwahrscheinlich wieder 100% in das Stadion. Dies könnte also rein theoretisch unser erstes Auswärtsspiel in der Liga vor komplett vollem Haus werden seit dem Gastspiel in der Vorstadt im Dezember 2019. Damals gewannen die Löwen durch einen sehenswerten Treffer in der Nachspielzeit mit 2:3.

VIP-Bereich im Grünwalder Stadion sicher – folgt Ende März grünes Licht?

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Grünwalder Stadion gegen Waldhof Mannheim TSV 1860

Der geplante Umbau beim Grünwalder Stadion zieht sich weiter wie ein Kaugummi. Ein erstes Detail wurde nun bekannt gegeben und Ende März könnte es endlich soweit sein. Die fast schon berühmte Beschlussvorlage könnte es endlich in die Vollversammlung des Münchner Stadtrats schaffen.

VIP-Bereich im Grünwalder Stadion als Block oder Loge möglich

Eine wirklich neue oder gar überraschende Nachricht war es nun nicht, die die BILD-Zeitung am heutigen Donnerstagmorgen veröffentlichte. Bürgermeisterin Verena Dietl verriet, dass beim Umbau vom Grünwalder Stadion ein VIP-Bereich geplant ist. In der Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2020 war diese ebenfalls ein fester Bestandteil. Schließlich sind mit diesen Plätzen mit Abstand die meisten Einnahmen möglich. Wie genau dieser Bereich aussehen wird, ist zurzeit noch nicht bekannt. Ein Block, der in der Studie mit 855 Plätzen bemessen wird oder aber sechs Logen: beide Varianten sind denkbar. In jedem Fall wird der VIP-Bereich oben in der Stehhalle entstehen.

23.März: ein möglicherweise wichtiges Datum für die Löwen

Dennoch ist der Artikel durchaus als positiv zu bezeichnen. Denn es zeigt sich: es geht etwas voran. Endlich könnte die berühmt berüchtigte Beschlussvorlage ihren Weg in die Vollversammlung des Stadtrats finden. Während die Sitzung des Sportausschusses, in dem Verena Dietl den Vorsitz hält, am 09.Februar noch ausfiel, ist der Termin im nächsten Monat (09.März) weiterhin auf der Agenda. Dort könnte zunächst im kleineren Rahmen über die Vorlage abgestimmt werden, ehe dann der gesamte Stadtrat gefragt ist. Die nächste mögliche Vollversammlung wäre am 23.März, ab 9:00 Uhr geht es im großen Sitzungssaal los. Hoffentlich steht dann das Grünwalder Stadion endlich auf der Tagesordnung. Es wird dringend Zeit.

Ticketsperre für Heimspiel des TSV 1860 gegen Halle ist aufgehoben

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Grünwalder Stadion TSV 1860 Tickets Sechzgerstadion Freunde des Sechzger Stadions ÖPNV

Auch wenn es nach der gestrigen Nicht-Leistung schwerfällt nach vorne zu blicken, so gibt es doch News zum nächsten Heimspiel gegen Halle. Die zunächst eingerichtete Ticketsperre wurde nun aufgehoben. Das heißt: Ab sofort können sich alle Dauerkarten-Inhaber der Saison 2021/22 ein Ticket für das Spiel des TSV 1860 am kommenden Montag gegen Halle sichern.

1860 – Halle: Ticketsperre für Heimspiel ist aufgehoben

Wie die Löwen auf ihrer Homepage berichten, muss zum Spiel gegen Kaiserslautern somit keine Buchungssperre hinterlegt werden. Zum genauen Ticketvergabe-Prozess für die nächsten Spiele (Kaiserslautern & Verl) informiert der TSV 1860 in der kommenden Woche gesondert.

Für das Heimspiel des TSV 1860 gegen Halle heißt es zudem:

“Die bayerische Landesregierung hat mit Gültigkeit zum heutigen Tag nochmals die behördlichen Regelungen gelockert – für das Heimspiel gegen den Halleschen FC ist lediglich ein 2G-Nachweis zu erbringen (der zusätzliche Test entfällt). Die neuen Verhaltens- und Hygieneregeln findet ihr hier.