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Geplante Verschärfung der Stadionverordnung des Grünwalderstadions

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Die geplante Verschärfung der Stadionverordnung des Grünwalderstadions ist trotz der großen Wellen, die die Ankündigung in 2020 geschlagen hatte, nicht vom Tisch.

Nun ist die aktualisierte Version der Beschlussvorlage auf der Webseite des RatsInformationsSystems (RIS) der Stadt München abrufbar. Die Freunde des Sechzgerstadions (FdS) sowie die Löwenfans gegen Rechts (LFGR) zeigen sich in einer Stellungnahme, welche an die Stadtratsfraktionen der SPD/Volt sowie der Grünen geschickt wurde, überrascht davon, dass trotz der sehr deutlichen Kritik von allen angehörten Beteiligten an dem Erstentwurf, durch das Kreisverwaltungsreferat (KVR) lediglich kosmetische Änderungen an der Beschlussvorlage vorgenommen wurden.

Was wurde in der aktuellen Version geändert?

Die auf den ersten Blick wichtigste Änderung ist, dass nunmehr der Begriff “Risikospiel” gestrichen worden ist – allerdings sich an der geplanten Ausweitung der für solche Risikospiele vorgesehenen Regelungen auf alle Spieltage sich nichts geändert hat. Dies bedeutet nun, sollte diese Vorlage tatsächlich so verabschiedet werden, dass unabhängig von der Risikoeinschätzung durch die Sicherheitsbehörden sämtliche beliebten Fantreffpunkte, wie z.B. der Löwentreff am Candidplatz, der Grünspitz sowie die Tegernseer Landstraße unter diese Verordnung fallen werden – bei allen Spielen, egal welches Vereins und welcher Liga auch immer – selbst bei Spielen von Jugendmannschaften!

Die größten Leidtragenden der Verschärfung der Stadionverordnung dürften hier allerdings die Anwohner sein, für welche dieselben Einschränkungen dann an nahezu jedem Wochenende gelten würden, da es natürlich schwer sein wird, diese am Spieltag von Fans zu unterscheiden.

Die Ungenauigkeit der Begrifflichkeiten führt zu Unsicherheit bei den Fans

Auch die Schwammigkeit vieler aufgeführter Begriffe wie z.B. “Fanmarsch”, für welche keine eindeutige Definition vorgelegt werden, sorgen für viel Diskussionsbedarf. Auch die aufgeführten Beispiele, anhand derer ein solcher “Fanmarsch” zu erkennen sei, ist an Schwammigkeit nicht zu überbieten:

Hierzu solle nämlich unter anderem die

  • Verwendung von Transparenten oder Bannern durch eine Personengruppe im öffentlichen Verkehrsraum zur Zuschaustellung eines sportbezogenen Lebensgefühls sowie
  • Geschlossenes Auftreten einer größeren Personengruppe in der Öffentlichkeit, wobei die innere Verbundenheit der Gruppierung durch Kleidung und/oder das entsprechende Verhalten, wie skandierende Rufe bzw. Gesang deutlich wird.

zählen, wobei schon jedes Kriterium für sich gesehen als Indiz für einen Fanmarsch herangezogen werden kann.

Auch hier werden keine Definitionen vorgelegt, was denn nun ein “sportbezogenes Lebensgefühl” sein solle oder ab wie vielen Personen man von einer “größeren Personengruppe” sprechen kann. Sind nun fünf oder acht oder zehn Personen, die sich nicht kennen, aber wie beim Fußball nunmal üblich, ähnliche Kleidung tragen und zufällig gleichzeitig den Weg vom Candidplatz zum Eingang an der Westkurve antreten und gemeinsam “Sechzig” rufen, schon ein Fanmarsch? Welcher dann von der Polizei mit einem Bußgeld geahndet werden kann (und auch werden wird, wenn man das Auftreten der Polizei beim Fußball kennt?). Und wer noch schnell auf dem Weg nach oben seine Hoibe austrinken will, um die leere Flasche dort einem der Flaschensammler zu geben, soll damit auch eine Ordnungswidrigkeit begehen?

Nicht selten wird von den sogenannten Ordnungshütern über die Stränge geschlagen, was die Sanktionierung von angeblichem Fehlverhalten der Fans angeht. Man kann sich nur ausmalen, was passiert, wenn diese Verschärfung der Stadionverordnung so verabschiedet wird.

Wie konnte so ein Fehlwurf entstehen?

Dabei muss man sich wundern, wie es überhaupt zu diesem Entwurf kommen konnte – schließlich wurden die Fans unserer Löwen bisher bei jeder Gelegenheit auch von Seiten der Polizei über den Klee für ihr (fast) ausschließlich vorbildliches Verhalten gelobt wurden. Versucht sich hier, ein übereifriger Mitarbeiter des KVR auf Kosten der Löwenfans zu profilieren? Die Stellungnahmen des TSV 1860 München und des Fanprojekts München Blau wurden jedenfalls scheinbar nicht großartig berücksichtigt.

Auch, dass die Nachbarn aus der Seitenstraße sowie Türkgücü München im Münchner Ausschuss für Sport und Sicherheit am 11.03.21 keine Einwände gegen die Verschärfung der Stadionverordnung eingebracht haben, mag nicht unbedingt hilfreich gewesen sein, sorgt allerdings kaum für Verwunderung. Beide Vereine haben sich in ihrer Geschichte nicht unbedingt als Unterstützer von Fanrechten gezeigt, sei es mangels Gelegenheit, als auch durch vor Gericht ziehen der eigenen Fans.

Die LFGR/FdS hoffen nun also, dass die Einladung an die Stadtratsfraktionen der SPD/Volt sowie der Grünen angenommen wird, um hier zusätzlich zur bereits vorliegenden Stellungnahme des Fanprojekts München Blau die Sicht der Fans auf diesen Entwurf zur Verschärfung der Stadionverordnung vortragen zu können.

 

Die Stellungnahme der LFGR/FdS im Wortlaut:

Stellungnahme zur geplanten
Verschärfung der Grünwalder-Stadionverordnung

Mit der Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 00199 hat das Kreisverwaltungsreferat die Grünwalder-Stadionverordnung erneut überarbeitet und legt die Neufassung dem Stadtrat zur Entscheidung vor.

Wir freuen uns, dass die Stadtverwaltung unseren Vorschlag aus dem Juni letzten Jahres aufgegriffen hat und in der nun vorliegenden Sitzungsvorlage für den Stadtrat die sogenannte Hufeisentheorie aus der Stadionverordnung gestrichen hat. Auf weitere Kritikpunkte wurde leider nicht oder nur unzureichend eingegangen.

Wegfall der „Risikospiele“ ist nur eine kosmetische Korrektur

Die wichtigste Änderung ist wohl, dass das Wording „Risikospiele“ gestrichen wurde – allerdings sollen die Regelungen, die bislang nur für vorher bekannt gemachte „Risikospiele“ galten, nun unabhängig von der Risikoeinschätzung der Sicherheitsbehörden für alle Partien gelten.

Damit fallen beliebte Treffpunkte wie die Tegernseer Landstraße, der Grünspitz und der Candidplatz vier Stunden vor und zwei Stunden nach den Spielen unter die Verordnung, die bislang bei Nicht-Risikospielen nur innerhalb des Stadions galt. Somit sind auch Anwohner*innen und Passant*innen von der Verordnung betroffen, die die Spiele nicht besuchen.
Dies trifft auch auf die Spiele der anderen beiden Mannschaften mit weit weniger Besucher*innen im Sechzgerstadion zu – hier sind die Leidtragenden vor allem die Anwohner*innen.
Zwar schreibt das Kreisverwaltungsreferat, dass Anwohner*innen von der Verordnung ausgenommen seien – wie man diese aber von Stadionbesucher*innen unterscheiden möchte, wird allerdings nicht ausgeführt.

Dass das Wort Risikospiele nicht mehr enthalten ist, ist also allenfalls eine kosmetische Korrektur.
Da hilft es auch nichts, dass vorgebracht wird, es handele sich nicht um eine Verschärfung, da Regelungen und Umgriff auch bislang schon in der Verordnung gestanden hätten – nur im nächsten Satz zugeben zu müssen, dass nun bei allen Herrenspielen im Grünwalder Stadion das Stadionumfeld miteinbezogen wird.

Unklare Formulierungen ermöglichen willkürliche Bußgelder

Auch schwammige Formulierungen wie zum Beispiel „Fanmarsch“ (Ab wie vielen Personen handelt es sich um einen „Fanmarsch“?) oder „Gegenstände oder Kleidung in einer Art und Weise zu nutzen, die geeignet und den Umständen nach darauf gerichtet ist, die Feststellung der Identität zu verhindern“ (Zählt ein bei Fußballspielen nicht unüblicher Fanschal oder ein in Pandemiezeiten unerlässlicher Mund-Nasen-Schutz dazu?) sind weiterhin enthalten.

Dies führt dazu, dass Bußgelder verhängt werden können, wenn die Polizei der Ansicht ist, dass eine kleine Gruppe Fans auf dem Weg ins Stadion einen Fanmarsch bilden und eine*r davon vielleicht den Schal etwas zu weit über das Kinn gezogen hat.

Zumindest bezüglich des Begriffs „Fanmarsch“ versucht sich das KVR in einer Definition. Diese trifft aber auf alle Heimspiele der Löwen zu – jedenfalls können wir uns an kein Spiel in den letzten Jahren (mit Zulassung von Zuschauer*innen) erinnern, bei dem keine größere „Personengruppe in der Öffentlichkeit, wobei die innere Verbundenheit der Gruppierung durch Kleidung und / oder
das entsprechende Verhalten, wie skandierende Rufe bzw. Gesang deutlich
wird“ aufgetreten wäre.

Dass „jede polizeiliche Maßnahme stets dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit entsprechen muss“, klingt in den Ohren von Fußballfans angesichts der Erfahrungen mit der Polizei wie blanker Hohn.

Mit Kanonen auf Spatzen

Wir bleiben der Meinung: Die Sicherheitsbehörden haben durch die bestehenden gesetzlichen Regelungen ausreichend Befugnisse, die nicht durch eine kommunale Verordnung ausgeweitet werden müssen – hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Des Weiteren möchten wir daran erinnern, dass seit der Rückkehr der Löwen ins Grünwalder Stadion das Verhalten der Fans von vielen Seiten gelobt wurde – einschließlich der Polizei und Stadtverwaltung. Umso erstaunlicher ist es für uns, dass es für notwendig erachtet wird, die Stadionverordnung in der vorgelegten Fassung beschließen zu lassen. Die Begründung mit (ohnehin strafrechtlich relevantem) Verhalten von Gästefans in einem Einzelfall und vier Fällen von ins Stadion eingebrachten Gegenständen, deren Inhalt man nicht kennt, ist mehr als dünn. Wie hier die Verhältnismäßigkeit gewahrt sein soll, ist für uns nicht verständlich.

Das Argument, dass bauliche Maßnahmen an der Fröttmaninger Arena vor der Herren-EM im Juni Änderungen an der Grünwalder-Stadionverordnung notwendig machen, können wir ebenfalls nicht nachvollziehen.

Wir laden daher die Stadtratsmitglieder ein, sich selbst ein Bild der Lage zu machen, sobald wieder Zuschauer*innen zugelassen sind. Somit können sie selbst bewerten, ob bei Fußballspielen halb Giesing ein Risikogebiet ist, wie es die Vorlage suggeriert. Einige, die ohnehin regelmäßig die Spiele besuchen oder im Stadionumfeld wohnen, haben diese Frage bislang verneint.

In diesem Zusammenhang möchten wir uns auch beim TSV 1860 und dem Fanprojekt für ihre Unterstützung in den entsprechenden Gremien bedanken.

Unsere Stellungnahme vom Juni 2020 kann auf unserer Homepage aufgerufen werden.

Löwenfans gegen Rechts im April 2021

Sechzig @18:60: neuer Trainer bei Dresden, TAKTIKTAFEL und die 3.Liga

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TSV 1860 München am Abend: die Zusammenfassung bei Sechzig @18:60

Guten Abend, Löwenfans! Während die Mannschaft heute einen freien Tag genießen durfte und wieder zu Kräften kommen kann, gilt das für die sechzger.de Redaktion nur bedingt. Naturgemäß war der heutige Montag etwas ruhiger, aber ganz ohne die Löwen geht es natürlich auch nicht. Daher fassen wir euch den zurückliegenden Tag in gewohnter Art und Weise jetzt bei Sechzig @18:60 zusammen.

TAKTIKTAFEL, die Analyse

Den 0:2-Auswärtssieg hat sich Bernd Winninger noch einmal ganz genau angeschaut. Ob der Sieg insgesamt in Ordnung geht, verrät er euch in seiner TAKTIKTAFEL Analyse. Mittlerweile sind auch die statistischen Werte eingetroffen, die wir im Artikel ergänzt haben.

Das Restprogramm der Aufstiegskandidaten

Nicht nur Trainer Michael Köllner, sondern auch die Spieler des TSV 1860 München betonen zurzeit nahezu bei jeder Gelegenheit, dass man nur auf sich selbst schaut. Aufstiegsambitionen konnten wenn überhaupt bisher nur Sascha Mölders entlockt werden, der von Jahr zu Jahr seine Situation neu bewertet und natürlich noch einmal in der 2.Liga mit Sechzig München spielen möchte. Nichstsdestotrotz haben wir einen Blick auf das Restprogramm der Spitzengruppe in der 3.Liga geworfen. Dabei geht es nicht nur um den Aufstieg, sondern auch um den wichtigen 4.Platz. Dieser berechtigt immerhin zur Teilnahme am DFB-Pokal und sorgt für deutlich über 100.000€ Einnahmen (Saison 2020/21: rund 140.000€).

Dass man überhaupt noch ein Wörtchen in Sachen Aufstieg mitreden kann, ist den sportlichen überragenden Leistungen der letzten Wochen geschuldet. Wir springen genau einen Monat zurück und schreiben somit den 26.03.2021. Sechzig München hatte am 29.Spieltag glücklich mit einem 1:0 gegen Dynamo Dresden drei Punkte auf den Tabellenführer gut machen können. Trotzdem lagen die Sachsen noch ganze zehn Punkte vor den Löwen, auf die Konkurrenz aus Rostock und Ingolstadt waren es zu diesem Zeitpunkt neun. liga3-online bewertete die Aufstiegschancen vom TSV 1860 daher mit 10%.
Mittlerweile wissen wir es besser, der Relegationsplatz liegt bereits in der eigenen Hand.

Egal, wo wir am 22.05.2021 stehen werden: diese Saison hat einfach nur Spaß gemacht! Das nimmt uns bereits jetzt niemand mehr und das kann man der Mannschaft, Michael Köllner und dem gesamten Team gar nicht hoch genug anrechnen.

News aus der 3.Liga

Alexander Schmidt mit neuem Job

Was gestern bereits vermutet wurde, ist nun Gewissheit. Dynamo Dresden setzt in den verbleibenden sechs Spielen auf Alexander Schmidt. Der ehemalige Trainer des TSV 1860 München, der zuletzt bei Türkgücü unter Vertrag stand, soll den direkten Wiederaufstieg des Favoriten unter Dach und Fach bringen.

Bayern II ohne Kern im Saisonendspurt

Die zweite Mannschaft aus der Seitenstraße muss bis Saisonende auf Timo Kern verzichten. Damit fällt der Topscorer (8 Tore, 3 Vorlagen) auch gegen den TSV 1860 München am 37.Spieltag aus. Den 31-Jährigen plagen Achillessehnenprobleme, die einen Einsatz nicht mehr möglich machen. Aktuell liegt man mit 33 Punkten auf Platz 15 und steckt somit mitten im Abstiegskampf.
In wenigen Minuten beginnt bereits das erste Spiel ohne Kern. Der 1.FC Saarbrücken ist zu Gast im Sechzgerstadion, Anpfiff ist um 18:60 Uhr.

3. Liga: Restprogramm des TSV 1860 und der anderen Spitzenteams

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“Der Aufstieg ist für uns im Moment nicht interessant. Wichtig war, dass wir heute drei Punkte geholt haben. Dadurch bleiben wir im Rennen.” Die Löwen tun gut daran, den Ball flach zu halten, so wie Richy Neudecker im Interview unmittelbar nach dem 2:0-Sieg bei Waldhof Mannheim. Und das aus gutem Grund: Zwar kann der TSV 1860 zumindest den Relegationsplatz aus eigener Kraft erreichen, doch das Restprogramm der Löwen hat es durchaus in sich.

Restprogramm des TSV 1860

Dessen ist sich auch Trainer Michael Köllner bewusst und ergänzt: “Erst wenn wir den vierten Platz abgesichert haben, können wir uns mit anderen Themen beschäftigen.” Mit Platz 4 würde sich der TSV 1860 direkt für den DFB-Pokal qualifizieren. Aktuell haben die Löwen neun Punkte Vorsprung auf den SV Wehen Wiesbaden und den 1. FC Saarbrücken. Die Saarländer können mit einem Sieg heute Abend beim FC Bayern II jedoch wieder bis auf sechs Zähler an die Macht aus Giesing heranrücken.

Das Restprogramm der Löwen und der Konkurrenz im Überblick

FC Hansa Rostock (65 Punkte / Tordifferenz +18)
4.5. FC Ingolstadt 04 (H), 8.5. FSV Zwickau (H), 15.5. SpVgg Unterhaching (A), 22.5. VfB Lübeck (H)

FC Ingolstadt 04 (63 Punkte / Tordifferenz +10)
4.5. FC Hansa Rostock (A), 8.5. 1. FC Saarbrücken (H), 15.5. MSV Duisburg (A), 22.5. TSV 1860 München (H)

TSV 1860 München (61 Punkte / Tordifferenz +33)
4.5. 1. FC Kaiserslautern (H), 8.5. SV Wehen Wiesbaden (A), 16.5. FC Bayern II (H), 22.5. FC Ingolstadt 04 (A)

SG Dynamo Dresden (59 Punkte / Tordifferenz Tordifferenz +22)
28.4. MSV Duisburg (H), 1.5. KFC Uerdingen (A), 4.5. SC Verl (A), 8.5. Viktoria Köln (H), 15.5. Türkgücü München (H), 22.5. SV Wehen Wiesbaden (A)

1. FC Saarbrücken (52 Punkte / Tordifferenz +14)
26.4. FC Bayern II (A), 5.5. 1. FC Magdeburg (H), 8.5. FC Ingolstadt 04 (A), 14.5. SV Meppen (H), 22.5. FSV Zwickau (A)

SV Wehen Wiesbaden (52 Punkte / Tordifferenz +6)
4.5. VfB Lübeck (A), 8.5. TSV 1860 München (H), 16.5. Hallescher FC (A), 22.5. SG Dynamo Dresden (H)

Fazit

Klar ist: Gewinnt der TSV 1860 München seine noch ausstehenden vier Begegnungen, belegen die Löwen mindestens den 3. Platz, da sie am FC Ingolstadt 04 vorbeizögen. Nichtsdestotrotz muss sich die Mannschaft von Michael Köllner auf vier schwere Spiele einstellen, die alles andere als ein Spaziergang werden.

Betrachtet man das Restprogramm der Schanzer und von Dynamo Dresden (mit Neu-Trainer Alexander Schmidt), darf man aber durchaus auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Der Traum lebt!

 

TAKTIKTAFEL, die Analyse: TSV 1860 München – Waldhof Mannheim

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen zur TAKTIKTAFEL Analyse des Auswärtsspiels unseres TSV 1860 München beim SV Waldhof Mannheim.

Mannheim trat wie erwartet in einer 4-4-2 Anfangsformation an. Die Mannheimer spielten gegen den Ball diese Formation in der flachen Variante mit einer Doppelsechs. Bei eigenem Ballbesitz wurde aus dem 4-4-2 beim Waldhof ein 3-5-2 (3-4-1-2) gegen den TSV 1860. Um Überzahl zu schaffen, rückte ein Spieler (meist Costly) aus der Viererkette ins Mittelfeld auf. Zusätzlich löste sich einer der beiden Sechser aus der flachen Formation, um weiter vorne für zahlenmäßiges Ungleichgewicht zu sorgen.

Dem entgegnete Michael Köllner das flexible 4-1-4-1. Die Startformation der Sechzger verschob sich gegen den Ball zum 4-2-3-1. Überraschenderweise nicht mit Dennis Dressel als Box-to-Box Spieler. Für ihn hatte Trainer Köllner diesmal eine andere Rolle vorgesehen. Wie in den Spielen zuvor waren es Neudecker und Tallig, die sich situativ fallen ließen, um neben Daniel Wein, der diesmal wieder als defensiver Mittelfeldspieler in der Anfangsformation stand, die gegnerischen Angriffe abzufangen. Dressel agierte zur Überraschung aller sehr offensiv.

Bei Ballbesitz im letzten Drittel vor dem gegnerischen Tor und in Umschaltmomenten verschob sich das flexible 4-1-4-1 des TSV 1860 gegen Walfhof Mannheim meist zu einem 4-4-2 Raute mit hängender Spitze. Der offensive Zentrumsspieler in der Mittelfeldraute war Dennis Dressel.

Die statistischen Zahlen des Spiels 

TSV 1860 Waldhof
Ballbesitz 53% 47%
Passgenauigkeit 83% 78%
Defensive Zweikampfquote 54% 58%
Schüsse 13 6
davon aufs Tor 6 3
PPDA* 10,71 14,71
*(zugelassene Pässe pro Defensivaktion)

 

Frühes Tor setzt Gastgeber unter Druck

Mannheim hatte aufgrund des frühen Rückstands nach bereits 20 Sekunden von Beginn an mehr Druck, das Spiel machen und bestimmen zu müssen. Das Konzept des Trainers sah aber für die erste Halbzeit Gegenteiliges vor. Spielbestimmend war die Mannschaft des TSV 1860 München. Mannheim zog sich nach eigenen Ballverlusten bis zur Mittellinie zurück und versuchte den Raum in der eigenen Spielfeldhälfte für den Gegner zu verdichten. Bei Ballbesitzwechsel zugunsten der Mannheimer wurde schnell umgeschalten und mithilfe vertikalem Spiels möglichst schnell versucht zum Abschluss zu kommen.

Dass dies für die Buwe ein adäquates Rezept war, konnte man gut erkennen. Mannheim kam doch mehr als nur einmal brandgefährlich in den Strafraum der Löwen. Im Endeffekt ist es der wieder sehr guten Leistung von Marco Hiller, der defensiven Antizipationsgabe von Daniel Wein und der Ungenauigkeit der Mannheimer im Abschluss zu danken, dass es nicht zum Ausgleich für den SV Waldhof kam.

Die spielbestimmende Mannschaft im ersten Spielabschnitt waren definitiv die Löwen. Die klareren Chancen – abgesehen vom Führungstreffer – hatten meines Erachtens jedoch die Mannheimer auf ihrer Seite.

In den Ballbesitzphasen, in denen die Mannheimer es nicht schafften, schnell nach vorne zu spielen, pressten die Löwen auf halbem Weg zwischen Sechzehner und Mittellinie. Auffällig war, dass wiederum kein Pressing gegen den Ball, sondern im Raum stattfand und dass die Angriffssteuerung dadurch wieder ähnlich optimal ablief wie gegen Viktoria Köln.

Generell ließen aber viele Umstellungen wegen des Ausfalls von Schuster in der Defensive den Waldhof von Beginn an gegen den Ball sehr unsortiert wirken. So spielte beispielsweise Gohlke, ein etatmäßiger Innenverteidiger, zunächst auf der Position des rechten Verteidigers. Just, eigentlich Rechtsverteidiger, spielte auf der linken Innenverteidiger-Position. Seegert, ein Innenverteidiger, war im defensiven Mittelfeld auf der sechs zu finden und Costly, normalerweise im rechten Mittelfeld aktiv, spielte links defensiv.

Umstellungen beim Waldhof gegen den TSV 1860 München

Nach dem Pausentee kamen die Mannheimer vor allem in den Bemühungen gegen den Ball mit mehr Biss aus der Kabine.  Mit der Hereinnahme von Christiansen für Just zur Halbzeit wurde gegen den Ball auf Fünferkette umgestellt. Costly und Marx übernahmen die Rollen der äußeren Defensivspieler. Seegert, Verlaat und Gohlke fungierten als Dreierinnenverteidigung.

Die Hausherren attackierten das Aufbauspiel der Sechzger nun viel früher. Dadurch entwickelte sich auch der eigene Ballbesitz in Halbzeit zwei ein wenig besser für die Mannheimer. Es gelang den Gastgebern phasenweise längeren Druck auf den Strafraum der Löwen aufzubauen. Die stabile Defensive des TSV 1860 federte diesen Druck von Waldhof Mannheim aber nahezu problemlos ab. Die gefährlichste Situation für die Kurpfälzer in Halbzeit zwei entsprang einem Freistoß, den der Schütze aber knapp neben den linken Torpfosten setzte. Wenige Zentimeter weiter rechts und der Ball hätte unhaltbar für Löwenkeeper Hiller im Tor eingeschlagen wie ein Torpedo.

Die Löwen blieben auch in Halbzeit zwei klar auf der eingeschlagenen Marschroute und konnten im Positionsspiel oft nur durch Fouls gestoppt werden. Speziell der gut aufgelegte Biankadi und auch Tallig waren oft Ziel der unfairen Aktionen der Mannheimer.

Die Tore

Die frühe Führung

Direkt nach dem Anstoß gibt Salger aus dem Zentrum der eigenen Spielfeldhälfte den Ball zu Steinhart auf der linken Seite. Der Außenverteidiger der Sechzger geht wenige Schritte bis zur Mittellinie und schlägt dann das lange Holz auf die rechte Seite des Mannheimer Strafraums. Dort läuft Mölders punktgenau ein und kann unbedrängt per Kopf auf Neudecker ablegen. Neudecker fackelt nicht lange und haut den Ball aus etwa elf Metern an Königsmann vorbei in die Maschen zum 0:1 aus Mannheimer Sicht. 20 Sekunden waren bis dahin gespielt.

Die Entscheidung zum 0:2

Einen Abstoß des Mannheimer Keepers köpft Mölders im Mittelkreis auf die linke Seite, wo Steinhart mit seinem ersten Kontakt Tallig steil schickt. Etwa 25 Meter in der Hälfte der Mannheimer erreicht Tallig das Leder und setzt sich bei einem Lauf in Richtung der Torauslinie gegen den herbeigeeilten Martinovic durch. Kurz vor Erreichen der Torauslinie schlägt Tallig eine hohe Flanke auf Mölders, der schon am rechten Pfosten in Position gelaufen war. Mölders schießt an den Pfosten, von dort springt der Ball nach links zu Dressel der seinerseits gegen den anderen Pfosten schießt. Erst sein Nachschuss sitzt und besiegelt die 0:2 Heimniederlage für den SV Waldhof Mannheim in der 6. Minute der Nachspielzeit gegen den TSV 1860 München.

Fazit

In einem sehr ansehnlichen Drittligaspiel, bei dem beide Mannschaften guten Fußball zeigten, hat der TSV 1860 München mit der Abgeklärtheit eines Spitzenteams lange gegen sich redlich bemühende Mannheimer die knappe Führung verteidigt. Ohne das frühe Tor hätten wir das vermutlich spannendste Löwenspiel überhaupt in dieser Saison gesehen. Verdientermaßen setzte man mit dem 2:0 einen würdigen Schlusspunkt. Das Ergebnis ist absolut gerecht.

Die von Günther Gorenzel vor wenigen Wochen ausgerufene Jagdsaison geht weiter. Es gibt alles in allem nichts an der Mannschaftsleistung zu kritisieren. Einzelne kleine individuelle Fehler gehören zum Fußball dazu, und sind nicht erwähnenswert.

Es macht einfach Spaß dieser Truppe beim Fußballspielen zuzusehen. Der immer wieder beschworene Teamgeist ist in jedem Spiel erkennbar. Exemplarisch dafür möchte ich die Szene, in der Salger sich die gelbe Karte abgeholt hat, anführen. Fuchsteufelswild lief er, nachdem Tallig zum wiederholten Male brutal von den Beinen geholt wurde, über das halbe Spielfeld zum Übeltäter, um seinen Mannschaftskameraden hier zu unterstützen. Vielleicht war es ein wenig übermotiviert, aber an solchen Szenen sieht man, welcher Spirit in diesem Team vorhanden ist.

Nothing’s gonna stop us now.

 

Datenquelle: wyscout, Schüsse (selbst gezählt)

Ex-Löwe Alexander Schmidt neuer Trainer bei Dynamo Dresden

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Alexander Schmidt

Sechs Partien hat Dynamo Dresden im Aufstiegskampf noch zu absolvieren, also zwei mehr als die Konkurrenz. Gewinnen die Sachsen ihre beiden Nachholspiele, sind sie wieder Tabellenführer. Dennoch wurde Trainer Markus Kauczinski am Wochenende nach der 0:3-Heimpleite entlassen. Nun steht sein Nachfolger fest: Alexander Schmidt soll Dynamo Dresden zurück in die 2. Bundesliga führen.

Alexander Schmidt zu Dynamo Dresden

Wirklich überraschend kommt diese Entscheidung nicht, da Schmidt die 3. Liga sehr gut kennt. Er war bis Ende Februar Trainer bei Türkgücü München und holte mit dem Aufsteiger 33 Punkte aus 23 Partien. Zudem arbeitete Schmidt vor etlichen Jahren zusammen mit Dynamo Sportchef Ralf Becker als Scout beim VfB Stuttgart. Man kennt und schätzt sich also und das ist in der jetzigen Situation der Sachsen natürlich Gold wert. Der Vertrag von Schmidt läuft vorerst nur bis Saisonende, im Falle eines Aufstiegs sollte die Verlängerung jedoch nur Formsache sein.

Vergangenheit beim TSV 1860

Noch vor wenigen Wochen hatte Schmidt die Prognose aufgestellt, die Löwen würden direkt aufsteigen. Ob er das nun immer noch so sieht? Aufgrund seiner Vergangenheit beim TSV 1860 hätte er wohl nichts dagegen einzuwenden, wenn die Löwen am Saisonende zusammen mit Dynamo aufstiegen. Alexander Schmidt kam 2002 nach Giesing und trainierte in der Folge die U16, U17 und U19 der Löwen. Dabei formte er u.a. Spieler wie Kevin Volland, Sven Bender, Lars Bender, Peniel Mlapa und Moritz Leitner. Nachdem der gebürtige Augsburger zunächst Co-Trainer von Profi-Trainer Reiner Maurer gewesen war, übernahm er zur Saison 2012/13 die U21 der Löwen in der Regionalliga Bayern. Bereits im November 2012 folgte jedoch der nächste berufliche Aufstieg: Maurer wurde entlassen und Schmidt übernahm die Zweitliga-Mannschaft des TSV 1860.

Bundesligatrainer in Österreich

Bereits nach dem 6. Spieltag der Saison 2013/14 war jedoch wieder Schluss bei den Löwen. Es folgten Anstellungen bei Jahn Regensburg (Trainer 1. Mannschaft), dem VfB Stuttgart (Scout) und bei der SpVgg Unterhaching (Trainer U19). Im Jahr 2017 wechselte Schmidt zu RB Salzburg, wo er die U16 und U18 der Akademie betreute.

2019 übernahm er den österreichischen Bundesligisten SKN St. Pölten, ehe er zur laufenden Saison bei Aufsteiger Türkgücü München anheuerte. Nach fünf Spielen ohne Sieg wurde er dort zu Beginn des Jahres entlassen.

Sechzig um Sieben: Köllner zufrieden und die News aus der 3.Liga

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Sechzig um Sieben von sechzger.de für den TSV 1860 München

Guten Morgen, Löwenfans!
Der TSV 1860 München lieferte auch am vergangenen Wochenende Grund zur Freude. Mit dem Sieg in Mannheim liegen die Löwen aktuell auf Rang 3 der Tabelle. Wie die Spiele am Sonntag endeten, was es bei sechzger.de zu lesen gab und die News aus der 3.Liga – das alles erwartet euch jetzt bei Sechzig um Sieben.

Giesinger Gedanken

2:0 Auswärtssieg in Mannheim. Das sollte den Löwenfans eine ruhige Nacht beschert haben. Oder etwa doch nicht? Bei Stephan Tempel war das nicht so ganz der Fall. In den Giesinger Gedanken erläutert er, wieso das aber doch durchaus positiv sein kann.

Michael Köllner nennt Gründe für Erfolg

Auch Trainer Michael Köllner ist mit der Leistung seiner Mannschaft natürlich mehr als zufrieden. Das machte er bei der Pressekonferenz nach dem Spiel am Samstag deutlich, lobte zugleich aber auch die Gegner aus Mannheim.

Historisches Spiel

Am gestrigen Tage versorgte euch Stefan Kranzberg zudem mit einem weiteren historischen Spiel. Die Löwen siegten damals gegen einen Gegner, der nicht allzu weit von der Landeshauptstadt entfernt gelegen ist.

Löwe des Spiels nach Sieg in der 3.Liga gegen Mannheim

Wer wird dieses Mal euer Löwe des Spiels? Die Torschützen Neudecker oder Dressel? Jemand anderes? Noch bis um 12:00 Uhr könnt ihr bei der Wahl von Hauptsponsor die Bayerische mitmachen. Es winkt ein signiertes Heimtrikot als Gewinn.

Der Montag in der Übersicht

Die Löwen haben heute frei und können nach der zuletzt engen Taktung etwas durchschaufen. Der nächste Einsatz steht erst in über einer Woche an. Bei sechzger.de erwartet euch heute die Analyse von Bernd Winninger in seiner TAKTIKTAFEL.

News aus der 3.Liga

Dresden auf der Suche nach einem Nachfolger

Das 0:3 im Heimspiel gegen Halle bedeutete das vierte Spiel in Folge ohne Sieg. Zuviel für die Verantwortlichen bei Dynamo Dresden, die gestern Trainer Kauczinski entließen. Nun läuft natürlich die Suche nach einem Nachfolger. Aktuell deutet vieles daraufhin, dass Alexander Schmidt diese Rolle einnehmen könnte. Der 52-Jährige war bis vor Kurzem bei Türkgücü München tätig und kennt daher die 3.Liga gut. Ohnehin geht es dem aktuell Tabellenvierten zunächst nur um eine Lösung bis zum Saisonende.
Bereits am Mittwoch steht für Dresden das nächste Heimspiel auf dem Programm. Womöglich sitzt Schmidt dann gegen Duisburg bereits auf der Bank.

Weitere Verletzte bei Wehen Wiesbaden

Am 08.Mai muss der TSV 1860 München auswärts bei Wehen Wiesbaden antreten. Bei dieser Partie werden die Hessen allerdings auf Kapitän Mrowca und Kempe verzichten müssen. Während ersterer dem Verein aufgrund einer Sehnenluxuation gleich mehrere Monate fehlen wird, hat der 34-Jährige Kempe einen Muskelfaserriss erlitten und fehlt mehrere Wochen. Ob er damit im Saisonendspurt noch einmal auflaufen kann, ist ungewiss.

Unterhaching vor Abstieg in die Regionalliga

Am Samstag setzte es eine 2:3-Niederlage in Kaiserslautern, Damit steht die Spielvereinigung kurz vor dem zweiten Abstieg in die Regionalliga nach 2015. Bereits neun Punkte trennen Unterhaching vom rettenden Ufer. Damit besteht bei vier ausbleibenden Spieltagen kaum noch Grund zur Hoffnung. Bereits am kommenden Spieltag könnte der Abstieg besiegelt sein. Am Mittwoch, 05.Mai trifft die SpVgg daheim auf Waldhof Mannheim.

Die Sonntagspartien des 34.Spieltags

Die Ergebnisse der Spiele Magdeburg – Lübeck und Wiesbaden – Duisburg findet ihr in unserem gestrigen Artikel.

Montagspartie in der 3.Liga

Heute Abend wird der Spieltag im Grünwalder Stadion abgeschlossen. Bayern II empfängt den 1.FC Saarbrücken. Anpfiff ist um 18:60 Uhr.

3. Liga am Sonntag: Magdeburg – Lübeck & Wehen Wiesbaden – Duisburg

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Während wir uns noch immer über den gestrigen 2:0-Auswärtssieg des TSV 1860 bei Waldhof Mannheim freuen, rollte heute schon wieder die Kugel in der 3. Liga. Dabei empfing der 1. FC Magdeburg den VfB Lübeck und der MSV Duisburg reiste zum Löwen-Verfolger SV Wehen Wiesbaden.

1. FC Magdeburg – VfB Lübeck 1:0 (0:0)

Acht Spiele in Folge nicht verloren, 20 von 24 möglichen Punkten geholt – der Abstieg ist beim 1. FC Magdeburg kein Thema mehr. Wer hätte das gedacht? Ich nicht, wenn ich mich an den 3:0-Sieg der Löwen im Januar in Sachsen-Anhalt erinnere. Beim FCM hat sich der Trainerwechsel zu Christian Titz auf jeden Fall bezahlt gemacht. Auch die Gäste aus Norddeutschland haben nur eins der letzten sieben Matches verloren – aber halt auch nur eins davon gewonnen. Das Resultat: Platz 19 und akute Abstiegsnot!

Es ging munter los in der MDCC-Arena: Bereits nach 34 Sekunden hatte Brünker die Führung für Magdeburg auf dem Fuß, kurz darauf scheiterte Akono zweimal für die Gäste. Überhaupt entwickelte sich ein sehr ansehnliches Spiel mit Chancen hüben wie drüben. Ein 2:2 zur Pause wäre durchaus möglich gewesen, trotzdem wurden torlos die Seiten gewechselt.

In Hälfte zwei zeigten sich zunächst die Gäste, hatten nach einer knappen Stunde jedoch Glück, dass FCM-Kapitän Müller nur den Pfosten traf. Dies wirkte jedoch wie eine Initialzündung für Magdeburg, das anschließend das Heft in die Hand nahm. In der 74. Minute wurde ein Tor von Bittroff zurecht wegen Abseits aberkannt und zwei Minuten später rettete VfB-Keeper Raeder stark gegen Brünker. Der Siegtreffer war schließlich einem Außenverteidiger vorbehalten: Atik setzte Leon Bell Bell in Szene, der ließ zwei Lübecker aussteigen und netzte zum überfälligen 1:0 ein (82.). Für den VfB wird es im Tabellenkeller nun ganz eng.

SV Wehen Wiesbaden – MSV Duisburg 0:3 (0:0)

Neun Punkte Rückstand hatte der SV Wehen Wiesbaden vor dem Match gegen den MSV Duisburg auf den TSV 1860. Es musste also dringend ein Sieg her, um Platz 4 und die Qualifikation für den DFB-Pokal nicht aus den Augen zu verlieren. Der MSV Duisburg dagegen sollte noch ein paar Punkte einfahren, um sich seiner Abstiegssorgen zu entledigen.

Die Gastgeber mussten nach dem Last-Minute-Remis in Rostock ohne ihren rotgesperrten Stürmer Phillip Tietz auskommen. Dennoch machten die Hessen zunächst Druck und drängten auf die Führung. Nach einer Viertelstunde waren die Zebras dann aber ebenbürtig und kamen vor allem über Ex-Löwe Stoppelkamp immer wieder vors Tor des SVWW. Je länger die Partie dauerte, desto besser wurde der MSV und das 0:0 zur Pause war für das Team von Rüdiger Rehm fast ein wenig schmeichelhaft.

Nach 41 Sekunden in der zweiten Hälfte wars dann aber passiert. Bouhaddouz spielte Doppelpass mit Krempicki und setzte den Ball dann direkt neben dem Pfosten zum 0:1 in die Maschen. In der Folge ließen die Gäste den zweiten Treffer des Öfteren fahrlässig liegen, doch Kamavuaka erlöste die Zebras in der 65. Minute mit dem 0:2. Nun wollte sich auch Kapitän Stoppelkamp nicht lumpen lassen und netzte in der 73. Minute sogar zum 0:3-Endstand ein.

Michael Köllner wirds vermutlich gerne gesehen haben. Morgen spielt noch der 1. FC Saarbrücken beim abstiegsbedrohten FC Bayern II.

Heute vor 35 Jahren: TSV 1860 München schlägt den SC Fürstenfeldbruck

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Am Ende der Saison 1985/86 stand wieder einmal die Enttäuschung. Zwar hatten die Löwen mit Glück die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga erreicht, dort aber wurde man abgeschlagen Letzter. Besser lief es heute vor 35 Jahren, als der TSV 1860 auf Giesings Höhen den SC Fürstenfeldbruck besiegte.

Durchwachsene Saison 1985/86

Der Saisonstart verlief sehr durchwachsen. Die mit einem Dutzend Neuzugänge ausgestattete Mannschaft kam zuhause gegen den SV Heidingsfeld nicht über ein 2:2 hinaus. Wenige Tage später setzte es bei der SpVgg Unterhaching gar eine böse 0:3-Klatsche. Trainer Wenzel Halama geriet natürlich umgehend in die Kritik, schaffte mit seinem Team jedoch den Turnaround. Zur Winterpause grüßte man gar von der Tabellenspitze, so wirklich glücklich war man in Giesing jedoch nicht. Der tschechische Torhüter Netolicka verließ die Löwen, für ihn wurde Thomas Zander reaktiviert. Zur Überraschung aller entpuppte sich die SpVgg Landshut mit Trainer Karsten Wettberg als ärgster Konkurrent und zog sogar am TSV 1860 vorbei. Nach dem vorletzten Spieltag und der Niederlage in Weiden schien der Traum vom Aufstieg ausgeträumt und Trainer Halama wurde entlassen.

Desaströse Aufstiegsrunde

Doch das Glück war den Löwen hold. Die SpVgg Landshut hatte keine Lizenz für die 2. Bundesliga beantragt und so zog der TSV 1860 mit Interims-Trainer Dieter Kurz in die Aufstiegsrunde ein. Dort jedoch ging Sechzig gnadenlos unter. Zum Auftakt erreichte man gegen Kickers Offenbach immerhin ein 0:0, doch danach setzte es fünf Niederlagen. Abgeschlagen wurde der TSV 1860 Letzter in der Aufstiegrunde mit Offenbach, dem FSV Salmrohr und Aufsteiger SSV Ulm 1846.

Prominente Torschützenliste

Doch nochmal kurz zurück zur Bayernliga, denn die Torschützenliste der Saison 1985/86 weist einige sehr bekannte Persönlichkeiten aus. Torschützenkönig wurde Franz Schick (TSV Ampfing) mit 34 Treffern, gefolgt von einem gewissen Karl-Heinz Riedle (FC Augsburg) mit 20 Toren. Platz 5 teilten sich u.a. Detlef Bruckhoff und Manfred Kastl (SpVgg Fürth) mit 17 Erfolgserlebnissen. Werner Lorant (SV Heidingsfeld) – der ein oder andere mag von ihm gehört haben – durfte sich 15 mal über ein eigenes Tor freuen.

TSV 1860 schlägt SC Fürstenfeldbruck

Heute vor 35 Jahren empfing der TSV 1860 München den SC Fürstenfeldbruck im Stadion an der Grünwalder Straße. Auch wenn man noch alle Chancen hatte, die Saison als Meister der Bayernliga abzuschließen, hielt sich das Interesse in Grenzen. Einen wirklichen Draht zur Mannschaft gab es damals nicht und so fanden sich lediglich 5.500 Fans in Giesing ein. Diese wurden aber immerhin mit einem Sieg belohnt. Helmut Schmitz war es vorbehalten, an diesem Freitag Abend in der 80. Minute für den Siegtreffer zu sorgen. Es folgten ein 4:2 beim 1. FC Bamberg, ein 3:1 gegen die SpVgg Plattling und ein enttäuschendes 1:1 gegen den VfL Frohnlach. Nach dem anschließenden 1:2 in Weiden musste Trainer Halama – wie oben erwähnt – seine Koffer packen.

Torschütze Schmitz wurde später Manager des TSV 1860 München und bekleidete dieses Amt bis hinein in die Präsidentschaft von Karl-Heinz Wildmoser.

Die Aufstellung des TSV 1860

Trainer Wenzel Halama schickte folgendes Team des TSV 1860 gegen den SC Fürstenfeldbruck auf den Platz:

Zander – Horsmann, Löbmann (60. W. Leitl), Prokes – Goldstein, Täuber, R. Leitl (84. Seidel), Schmitz, Luginger – Bruckhoff, Grünwald

Tore:
1:0 Schmitz (80.)

Köllner lobt große Willensstärke, Leidenschaft und Disziplin des Teams

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Es macht einfach Spaß, unseren Löwen zuzuschauen. Das Team von Michael Köllner spielt einen begeisternden Fußball und selbst, wenn es spielerisch mal nicht so läuft, stimmt der Einsatz und man kann sich zu jeder Zeit mit der Mannschaft identifizieren. Als Schlüssel zum Erfolg beim gestrigen 2:0-Sieg bei Waldhof Mannheim benannte Köllner die große Willensstärke, Leidenschaft und Disziplin seiner Spieler.

Köllner lobt Disziplin seines Teams

Sichtlich erleichtert trat Michael Köllner gestern bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Partie auf. Bereits unmittelbar nach dem 0:2 durch Dennis Dressel waren dem Trainer tonnenweise Steine vom Herzen gefallen. Wer die Bilder im TV gesehen hat, weiß, wovon ich spreche. Dementsprechend fiel auch sein Fazit aus:

“Wir sind natürlich zufrieden und glücklich, dass wir unsere Auswärtsserie und unsere Auswärtsbilanz weiterhin so toll ausbauen konnten. Ich glaub, wir haben letztes Jahr (…) hier eine schwere Niederlage hinnehmen müssen in Mannheim. Von dem her waren wir schon drauf aus, dass wir hier in diesem Stadion mal gewinnen wollen. (…)
Heute war der Schlüssel: Wir haben natürlich einen Mega-Start gehabt, nach wenigen Sekunden mit 1:0 in Führung zu gehen. Aber dann haben wir auch (…) mit einer großen Willensstärke, mit einer großen Leidenschaft und einer hohen Disziplin Fußball gespielt.
Aufgrund von diesen Aspekten haben wir uns die drei Punkte redlich verdient. Mannheim hat uns bis zur letzten Sekunde – im wahrsten Sinne des Wortes – massiv gefordert.”

Der Trainer wies darauf hin, dass er die zwei bevorstehenden freien Tage genießen werde, sich aber ganz besonders auf die Trainingseinheiten mit der Mannschaft am Mittwoch, Donnerstag und Freitag freue.

Köllners warme Worte für Waldhof

Auch für den Gegner fand Michael Köllner warme Worte und lobte den eingeschlagenen Weg der Mannheimer. Er sei zuversichtlich, dass der Waldhof die nötigen Punkte hole, um auch in der kommenden Saison in der 3. Liga zu spielen.

“Tolle Mannschaft, a bisserl zu jung noch. Aber ich glaube, da wächst trotzdem was heran, wenn man die Geduld behält. Es ist ähnlich, wie in vielen Vereinen. Man muss die Ruhe behalten, die Geduld behalten, an seinem Plan festhalten. Dann kommt der Erfolg automatisch.”

Wir kennen das ja von einem sympathischen Verein aus dem Münchner Stadtteil Giesing…

 

Dynamo Dresden trennt sich von Trainer Markus Kauczinski

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Es war abzusehen: Nach der gestrigen 0:3-Niederlage trennt sich Dynamo Dresden mit sofortiger Wirkung von Trainer Markus Kauczinski. Nach vier Spielen ohne eigenes Tor (und somit logischerweise ohne Sieg) rutschten die Sachsen auf Platz 4 ab. Auch beim TSV 1860 hatte Dynamo mit 0:1 verloren.

Dynamo entlässt Kauczinski

Zwar hat Dynamo noch zwei Spiele in der Hinterhand und kann mit zwei Siegen wieder an die Tabellenspitze zurückkehren, doch traut man dies bei den Sachsen Kauczinski nicht mehr zu. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Sportgeschäftsführer Ralf Becker:

“Diese Entscheidung ist uns wirklich nicht leicht gefallen, aber wir wollten in der wichtigsten Phase der Saison noch mal einen neuen Impuls setzen, um unser Ziel zu erreichen. Dafür werden wir jetzt noch mal alle Kräfte mobilisieren.”