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Die Giesinger Gedanken: Denk ich an Sechzig in der Nacht…

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TSV 1860 2. Liga Shirt
Shirt des TSV 1860 München zum Aufstieg in die 2. Bundesliga 1991

…dann bin ich um den Schlaf gebracht. Dieser alte Spruch trifft sehr oft auf „Münchens große Liebe“ zu, ist in den letzten Jahren jedoch selten so positiv besetzt gewesen, wie es in den letzten Wochen der Fall ist.

Stolz & Euphorie statt Sorgenfalten

Vier Spieltage vor Saisonende nach dem Sieg beim SV Waldhof Mannheim stehen die Löwen so gut da, wie es ihnen zu Saisonbeginn nur ganz, ganz wenige zugetraut hätten. Aktuell auf Platz drei, allerdings hat Dresden hinter uns noch zwei Spiele weniger. Wobei diese gerade nach den letzten Spielen der Dynamos noch lange nicht als gewonnen betrachtet werden können. Dabei war Dresden doch schon lange durch, oder?

Auch solche Geschichten schreibt nur der Fußball…

Egal, was kümmert uns Dresden? Viel wichtiger: Die Löwen haben zumindest die Relegation in der eigenen Hand. Nachdem uns das mehr als freudig und somit äußerst milde stimmt, sparen wir es uns an dieser Stelle den „Experten“ ihre Prognosen um die Ohren zu hauen. Stattdessen sind wir froh und dankbar, dass wir in Corona-Zeiten wenigstens an den Spieltagen derzeit Grund zur Freude haben.

Michael Köllner und seine Truppe machen es möglich. Was die Kompetenz von unserem Coach eindrucksvoll unterstreicht. Egal wie diese Saison auch ausgehen mag: Ich hoffe einfach nur, dass uns dieser Mann noch lange erhalten bleibt. Ein absoluter Glücksgriff für den TSV 1860. Sicherlich einer der ausschlaggebenden Gründe dafür, dass wir von einer Rückkehr in die zweite Liga träumen dürfen.

Road to Gelsenkirchen

Vor ein paar Monaten bin ich belächelt worden, als ich auf sechzger.de eine Umfrage gemacht habe, wo die Löwenfans nächstes Jahr lieber Auswärts hinfahren möchten. Die Frage war “nach Schalke oder zum Hamburger SV?”. Letzterer führte zu diesem Zeitpunkt ähnlich souverän die Tabelle der zweiten Liga an wie vor ein paar Wochen noch Dynamo Dresden die der Dritten.

Nun schaut es aus, als könnte der Traum Wirklichkeit werden. Vier Jahre nach dem schwarzen Freitag und der entwürdigenden Über-die-Dörfer-Tour in der darauffolgenden Saison winkt Gelsenkirchen statt Garching. Hoffen wir einfach mal auf das Wunder und die guten Auswärtsspiele in der Rückrunde, damit wir mit tausenden Löwenfans die Arena auf Schalke zum Beben bringen. Oder auf der Reeperbahn die Nacht zum Tag machen. Was wäre das für eine Rückkehr nach den Geisterspielen in dieser und der letzten Saison.

Und sagt mir einer, ich sei ein Träumer,
ein Spinner, das mag sein.
Jedoch ich träume mit vielen ander’n,
ich träume und ich spinne nicht allein.

Gut, das ist mir gerade spontan eingefallen und von Udo Jürgens. Allerdings nicht so weit weg von der inoffiziellen sechzger.de-Hymne der letzten Monate von Starship:

…Let ’em say we’re crazy
I don’t care about that…

…And we can build this dream together
Standing strong forever
Nothing’s gonna stop us now…

Ich bin sicher, mein Kollege Thomas Enn der üblicherweise die Giesinger Gedanken schreibt, hat diesen Song auch heute Nacht wieder in der Endlosschleife gehört. Und dabei an die Löwen gedacht. Womit wir wieder am Anfang dieser Geschichte wären.

Der TSV 1860 München schlägt Waldhof Mannheim!

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Waldhof Mannheim verliert gegen den TSV 1860 München mit 0:2 24.04.2021

Der TSV 1860 gewinnt gegen Waldhof Mannheim durch Tore von Neudecker sowie Dressel und springt auf Platz 3!

Nach dem Unentschieden gegen Köln wollten die Löwen wieder drei Punkte in der 3.Liga einfahren. Der Weg führte den TSV 1860 München nach Mannheim zum Waldhof. Diese waren nach der 0:5-Klatsche unter der Woche gegen Saarbrücken auf Wiedergutmachung aus.

Michael Köllner brachte Wein von Anfang an, für ihn nahm der angeschlagene Stefan Lex auf der Bank Platz. Außerdem rutschte Mannhardt für Djayo in den Kader. Bei den Gastgebern begannen Just und Gohlke für Donkor und den gelbgesperrten Schuster.

Waldhof Mannheim - TSV 1860 München 34.Spieltag 24.04.2021
Leider verwaist: der Gästeblock im Carl-Benz-Stadion

TSV 1860 geht gegen Waldhof Mannheim sofort in Führung

Zwanzig Sekunden waren gerade einmal absolviert, als es bereits das erste Mal Grund zum Jubeln für die Löwen gab. Ein langer Ball von Steinhart erreichte Mölders im Strafraum der Gäste. Der Torjäger legte den Ball per Kopf ab und Richard Neudecker versenkte den Ball sofort im Tor. Das Ganze ging so schnell, dass selbst der Stadionsprecher des Waldhof erst Minuten später den Torschützen vermelden konnte.

Führung zum 0:1 für 1860 München bei Waldhof Mannheim durch Neudecker
Früh durften die Löwen in Mannheim die Führung bejubeln

Damit war der Plan von Trainer Patrick Glöckner natürlich sofort dahin und der TSV 1860 obenauf. Auch die weiteren Minuten dominierte klar das Team von Michael Köllner. Zwischenzeitlich hatten die Löwen sage und schreibe 72% Ballbesitz.

Auch Mannheim mit Chancen

Mannheim konzentrierte sich auf die Defensive und presste nur gering. Sie ließen die Löwen kommen und lauerten auf Ballverluste, die dann durch Konter und lange Bälle auf die Stürmer zu Torabschlüssen führen sollten. Das gelang teilweise auch und der Waldhof kam zu Chancen. Jastrzembski verzog leicht von links (15.), Minuten später konnte Hiller stark gegen Marx retten (23.).

Immer wieder konnte der TSV 1860 die Abwehr von Waldhof Mannheim in Verlegenheit bringen. Große Chancen konnte man sich allerdings bis zur Pause vorerst nicht mehr erspielen. So ging es mit der knappen Führung für die Löwen in die Kabine.

Halbzeitstand Waldhof Mannheim TSV 1860 München 0:1 34.Spieltag

Kein Wechsel zur Pause von Köllner

Bei Mannheim kam Christiansen neu in die Partie, Just blieb in der Kabine. Der TSV 1860 hingegen begann die zweite Halbzeit in unveränderter Formation.
Auf dem Platz änderte sich das Spielgeschehen kaum. Mannheim wartete ab und presste erst kurz hinter der eigenen Spielhälfte. Dadurch standen die Gastgeber hinten sicher und kompakt, was die Löwen vor einige Rätsel stellte. Viel Ballbesitz resultierte aus Querpässen in der Viererkette.

Waldhof Mannheim war in der Offensive verglichen zum ersten Durchgang etwas aktiver, ohne das Tor von Marco Hiller dabei in größere Bedrängnis zu bringen. Abseitsstellungen und Fehlpässe verhinderten, dass der Löwen-Torwart eingreifen musste. Die beste Chance in dieser Spielphase resultierte dann fast schon folgerichtig aus einer Freistoßposition. Nach Foul von Wein an Christiansen zentral vor dem Tor, legte sich Kapitän Seegert den Ball zurecht. Der Ball flog über die Mauer, aber nicht ins Tor. Zentimeter neben dem linken Pfosten rauschte das Spielgerät vorbei, Hiller wäre ohne Chance gewesen (72.).

Waldhof Mannheim mit Chance zum Ausgleich gegen den TSV 1860 München durch Seegert
Denkbar knapp schlägt der Ball neben dem Tor des TSV 1860 München ein

TSV 1860 vergibt gegen Waldhof Mannheim Dreifachchance für das 0:2

Kurz danach reagierte Trainer Köllner das erste Mal und brachte Greilinger für den Torschützen Neudecker. Wenige Minuten später hatte der frische Mann dann das 0:2 auf dem Fuß. Einen Schuss von Tallig konnte Torwart Königsmann gut parieren. Der Abpraller landete bei Greilinger, dessen Schuss wiederum von einem zurückgeeilten Verteidiger vor der Linie geklärt werden konnte. Die Szene war allerdings immernoch nicht vorbei. Der Ball landete bei Biankadi, der das Spielgerät per Aufsetzer auf das Tornetz setzte (78.). Das hätte das zweite Tor für den TSV 1860 gegen Waldhof Mannheim sein müssen!

Die nächste Gelegenheit zur Entscheidung gab es dann für Sascha Mölders in der 88.Minute. Nach Fehlpass der Gastgeber flankte Dressel auf den Torjäger der Löwen. Frei vor Königsmann scheiterte er allerdings am Torwart der Mannheimer.

Kurz vor Schluss dann doch: Dressel macht alles klar

So musste der TSV 1860 München die restlichen Zeit inklusive 3 Minuten Zugabe noch zittern. Kurz vor Schluss streckte Marx Tallig mit gestrecktem Bein nieder und sah völlig zurecht die Rote Karte von Schiedsrichter Erbst. Den fälligen Freistoß setzte Mölders neben das Tor (93.).

Wenig später fiel dann aber doch noch das zweite Tor. Eine Flanke von Tallig legte Mölders in die Mitte ab, wo Dressel völlig frei stand und einschob. Kurz danach war Schluss!

Tor zum 0:2 von 1860 München gegen Mannheim durch Dressel
Riesiger Jubel nach der Entscheidung durch Dressel

Der TSV 1860 München gewinnt bei Waldhof Mannheim mit 0:2 und sichert weitere drei Punkte im Aufstiegskampf.

Die weiteren Ergebnisse am 34.Spieltag

Kaiserslautern : Haching 3:2 (2:1)
Meppen : Rostock 2:3 (0:2)
Ingolstadt : Zwickau 3:2 (1:1)
Dresden : Halle 0:3 (0:1)
Türkgücü : Uerdingen 0:2 (0:0)

Durch die zeitgleiche Niederlage von Dynamo Dresden springt der TSV 1860 auf den dritten Rang. Der ehemalige Tabellenführer hat aktuell allerdings noch zwei Spiele weniger als die Konkurrenz absolviert. Die anderen beiden Mannschaften im Aufstiegskampf, Rostock und Ingolstadt, gewinnen denkbar knapp jeweils mit 3:2 ihre Duelle.

So geht es weiter für die Löwen

Nach der Englischen Woche ist nun erstmal etwas Pause angesagt. Das Mai-Wochenende ist spielfrei, danach steht allerdings erneut ein Spiel unter der Woche an. Am Dienstag, 04.Mai gastiert der 1.FC Kaiserslautern im Grünwalder Stadion. Anpfiff ist um 18:60 Uhr.

Liveticker: Waldhof Mannheim – TSV 1860 München aus dem Stadion

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Liveticker TSV 1860 München von sechzger.de

Herzlich willkommen zu unserem Liveticker am 34.Spieltag zwischen Waldhof Mannheim und dem TSV 1860 München!

Spiel Nummer 3 in sieben Tagen für die Löwen. Der TSV 1860 München gastiert im Carl-Benz-Stadion und trifft auf den Waldhof aus Mannheim. sechzger.de begleitet die Partie im Liveticker für euch mit Bildern und allen Ereignissen rund um das Spiel.

TSV 1860 München Auswärtsspiel Liveticker

 

Aufstellung: 1 Hiller – 36 Steinhart, 6 Salger, 27 Belkahia, 25 Willsch – 17 Wein (83. 13 Erdmann) – 19 Biankadi (90.+5 3 Lang), 31 Neudecker (73. 11 Greilinger), 14 Dressel, 8 Tallig – 9 Mölders

Bank: 40 Kretzschmar, 7 Lex, 18 Knöferl, 28 Mannhardt

Tore: 0:1 Neudecker (1.), 0:2 Dressel (90.+6)

Rot: Marx (Waldhof, 90.+3)

Die Personalsituation

Nicht einsatzbereit sind Tim Linsbichler, Keanu Staude und Quirin Moll aufgrund von Verletzungen. Ansonsten kann Michael Köllner aus dem Vollen schöpfen. Der Trainer ist sich dabei der großen Bedeutung der Regeneration bewusst, eine Veränderung der Startelf ist dennoch nicht zu erwarten.

Diesen Löwen droht eine Sperre

Mit vier gelben Karten vorbelastet ist aktuell Erik Tallig. Bei einer möglichen gelben Karte am heutigen Tage müsste er beim nächsten Heimspiel gegen Kaiserslautern pausieren.
Bereits acht Gelbe hat Torjäger Sascha Mölders in dieser Saison gesehen. Bei einer möglichen weiteren Verwarnung müsste er sich im Saisonendspurt zusammen reißen, um nicht noch einmal aussetzen zu müssen.

sechzger.de Talk Folge 6

Gestern erschien Folge 6 des sechzger.de Talks. Im Podcast geht es neben dem Unentschieden gegen Köln und der Frage, ob die Erwartungshaltung der Löwenfans eher Fluch oder Segen ist natürlich auch um das heutige Duell mit dem SVW.

Wo könnt ihr das Spiel Waldhof Mannheim – TSV 1860 München außer im Liveticker noch verfolgen?

Nach den beiden Duellen gegen Türkgücü, die jeweils im Free-TV übertragen wurden, müssen die Löwenfans heute auf eine kostenlose Übertragung verzichten.

MagentaSport überträgt das Spiel für Abonennten im Fernsehen, auch im Online-Stream könnt ihr die Begegnung verfolgen.

Sechzig um Sieben: Waldhof Mannheim – TSV 1860

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Unser Vorbericht zum Spiel der Löwen bei Waldhof Mannheim

Weiter geht’s im Saisonendspurt. Drei Tage nach dem 1:1 gegen Viktoria Köln haben sich die Löwen gestern Mittag auf den Weg Richtung Kurpfalz gemacht, wo heute die nächste Herausforderung auf sie wartet: Der SV Waldhof Mannheim 07.

Der letzte, enttäuschende Auftritt in Mannheim

Wie schon am Dienstag liegt das letzte Spiel in exakt identischer Konstellation ziemlich weit zurück. Auf der Suche nach einem Löwenauftritt im Carl-Benz-Stadion müssen wir in eine Zeit reisen, in der Fußball noch vor vielen tausend Zuschauern gespielt wurde und der TSV 1860 noch ohne Michael Köllner auf der Trainerbank unterwegs war. Am 5. August 2019 unterlag das Team von Daniel Bierofka im Montagsspiel des 4. Spieltags dem damaligen Drittligaaufsteiger sang- und klanglos mit 4:0. Fast 3.000 Löwenfans hatten sich – trotz des ungünstigen Spieltermins – auf den Weg nach Mannheim gemacht und erlebten eine absolut enttäuschende Vorstellung in weiß und blau.

Viel Rauch um wenig? Blick aus dem Gästeblock am 5. August 2019. 60. Spielminute, Spielstand: 3:0 für Waldhof Mannheim
Der Gästeblock an jenem August-Tag von der Tribüne aus….
…und über ein Vierteljahrhundert früher: Beim vorherigen Gastspiel der Löwen in Mannheim am 20. Mai 1994. Für das viele rot im blauen Fanblock sind vor allem die Unterstützer aus Kaiserslautern verantwortlich

Das Hinspiel dieser Saison: Der Befreiungsschlag gegen den Waldhof

Das Hin- und Heimspiel in der laufenden Saison darf in der Nachbetrachtung durchaus als klassischer Befreiungsschlag bezeichnet werden. Nach einem fulminanten 6:1 gegen Halle Anfang November hatten die Löwen im grauen November und Dezember insgesamt fünfmal keinen Dreier mehr einfahren können und waren dabei zweimal sogar als Verlierer von den Plätzen in Dresden und Köln geschlichen. Das eine oder andere (Online-)Medium diagnostizierte aufgrund des neunten Tabellenplatzes (die schlechteste Platzierung in dieser Spielzeit) bereits eine schwere Krise an der Grünwalder Straße…
…die das Köllner-Team mit einem fußballerischen Feuerwerk gegen Mannheim konterte: Schon nach 27 Minuten hatte Sascha Mölders mit einem lupenreinen Hattrick den Halbzeitstand hergestellt. Philipp Steinhart trug sich im zweiten Abschnitt zweimal in die Torschützenliste ein. 5:0 – Die Krise war vom Tisch.

Die Gesamtbilanz des TSV 1860 gegen die „Barackler“

Zum insgesamt zweiundzwanzigsten Mal duellieren sich heute die sich selbstironisch als „Barackler“ bezeichnenden Waldhöfer mit unseren Löwen. Und die Bilanz ist außerordentlich positiv für uns: Fünf Niederlagen und fünf Unentschieden stehen bis hierher elf Siege des TSV 1860 gegenüber. Allerdings ist die Auswärtsbilanz aus Münchner Sicht verbesserungswürdig: Nur die beiden allerersten Tripps in die Quadratestadt endeten mit einem Sieg der Löwen. Im April 1962 (in der Oberliga Süd) und im Mai 1975 (in der 2. Bundesliga Süd) behielt 1860 jeweils die Oberhand. Beim letzten Auswärtserfolg hörte der gastgebende Verein gerade für ein paar Jahre auf den schmackhaften Namen SV Chio Waldhof. Nach 46 Jahren wäre es mal wieder Zeit, dass die Löwen zubeissen und die drei Punkte mit nach München bringen!

Saisonverlauf des SV Waldhof Mannheim

Unser heutiger Gastgeber kann das Fazit seiner zweiten Drittligasaison im Prinzip bereits ziehen. Nachdem man in der Vorsaison von einem aussichtsreichen zweiten Rang (übrigens direkt vor der SpVgg Unterhaching) zu Beginn der Corona-Pause im März 2020 letztlich noch bis auf den neunten Platz durchgereicht wurde, gestaltete sich der Start in die neue Saison, in eine Spielzeit des Umbruchs schwierig: Erst am fünften Spieltag gelang der erste Sieg, aber keineswegs der Durchbruch. Ein Abrutschen auf die Abstiegsränge wurde zwar durch regelmäßige Erfolgserlebnisse verhindert, aber für einstellige Tabellenplätze fehlte  die Kontinuität. Zum Beispiel setzte es auf drei Siege in Folge Ende Januar (unter anderem gegen Tabellenführer Dresden) direkt wieder drei Pleiten am Stück (unter anderem gegen den Erzrivalen vom Betzenberg – sehr schmerzhaft für die Mannheimer Fußballseele). Am Mittwoch Abend folgte auf drei Spiele ohne Niederlage (mit zwei Siegen) eine derbe 5:0-Packung in Saarbrücken. Wäre schön, wenn unsere Löwen an dieses Resultat gleich nahtlos anschließen könnten.

Was macht die Konkurrenz?

In diesem Fall lebt dann auch der Traum von einer Rückkehr von Münchens großer Liebe in die 2. Bundesliga weiter. Damit es Ende Mai damit klappt, muss allerdings die Konkurrenz ein wenig mitspielen. Wo tut sie das? Die sichtlich nervösen Schanzer empfangen den FSV Zwickau und Hansa Rostock reist nach Meppen. Dynamo Dresden greift – nach zwei Spielen Corona-Pause – wieder ins Geschehen ein und begrüßt den Halleschen FC. All diese Spiele finden zeitgleich mit unserem Auftritt in Mannheim statt. Und speziell für unseren Trainer Michael Köllner richten wir der Vollständigkeit halber auch noch einen Blick auf das Programm unserer ärgsten Verfolger:

Wiesbaden hat erst am morgigen Sonntag Heimrecht gegen den MSV Duisburg und Saarbrücken ist am Montag Abend im Sechzgerstadion Gast der Zweitvertretung aus der Nebenstraße. Bei sechs Punkten Vorsprung der Löwen auf die Saarländer fällt es zumindest dem Verfasser dieser Zeilen allerdings eher schwer, da nicht eindeutig dem FCS die Daumen gegen die dem Abgrund entgegen taumelnden Roten zu drücken. Sorry, Michi! 😉

Die 3. Liga im Pausenmodus

Nach dem heutigen Ausflug in die Kurpfalz müssen wir nun erstmal ein paar Tage auf unsere Löwen verzichten. Genau zehn Mal werden wir wach, ehe der 1. FC Kaiserslautern zum nächsten Flutlichtspiel auf Giesings Höhen vorbeischaut. In der Hinrunde lagen zwischen den beiden souveränen Siegen gegen den SVW und den FCK in Runde 15 und 16 übrigens nur drei Tage. Zwischen Spieltag 34 und 35 bekommen wir  – wegen des spielfreien ersten Mai-Wochenendes – schon einen Vorgeschmack auf die nahende Sommerpause. Ein weiterer Grund – dessen es eigentlich gar nicht bedarf – heute den Auftritt der Löwen beim SV Waldhof auf diversen Kanälen zu verfolgen: Z.B. im Bezahlfernsehen bei MAGENTA TV und natürlich im sechzger.de LIVETICKER. Viel Spaß dabei!

FOTO (1994): Wolfgang Budack

3. Liga am Freitag: Viktoria Köln setzt Serie gegen SC Verl fort

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Am vergangenen Dienstag überzeugte Viktoria Köln im Spiel gegen unsere Löwen und entführte beim 1:1 verdient einen Punkt aus Giesing. Auch heute konnte Trainer Olaf Janßen (siehe Bild) zufrieden sein. Sein Team trennte sich vom SC Verl mit 2:2 und blieb zum neunten Mal in Folge ungeschlagen.

Viktoria Köln trifft früh gegen Verl

Für beide Mannschaften ging es vermeintlich nur noch um die berühmte Goldene Ananas. Der Abstieg ist für beide Vereine überhaupt kein Thema und auch nach oben ist die Perspektive eher limitiert. Trotzdem entwickelte sich ein ahnsehnliches Match. Kein Wunder, wenn das formstärkste Team gegen die Tormaschine der Liga antritt.

Die erste Viertelstunde gehörte eindeutig den Hausherren, die folgerichtig auch in Führung gingen. Eine überragende Freistoßvariante veredelte Michael Schultz per Kopf zum 1:0 (8.). Kurz darauf hatte Routinier Mike Wunderlich gar den zweiten Treffer auf dem Fuß, schlenzte jedoch knapp über den Kasten.

Anschließend fand der SC Verl besser ins Spiel und erarbeitete sich eine optische Überlegenheit. Die besseren Gelegenheiten hatten jedoch weiterhin die Rheinländer. Zunächst verzog Thiele und kurz vor dem Pausenpfiff musste SCV-Keeper Brinkmann sein ganzes Können aufbieten, um den Freistoß von Wunderlich zu entschärfen.

Offener Schlagabtausch nach der Pause

Die erste Offensivszene der zweiten Hälfte hatten die Ostwestfalen, doch der Distanzschuss von Corboz ging deutlich am Kölner Gehäuse vorbei. Besser machte es SCV-Kapitän Langesberg, der eine Freistoßflanke von Rabihic per Flugkopfball zum 1:1 verwertete (51.). Die Freude währte jedoch nicht lange: Holzweiler setzte Mike Wunderlich perfekt in Szene und Mr. Viktoria netzte zum postwendenden 2:1 ein. Der mittlerweile elfte Saisontreffer des 35-jährigen Mittelfeldspielers.

Wie schon in den jeweiligen Rückrundenpartien gegen die Löwen, zeigten die beiden Kontrahenten offensiv sehr starke Ansätze. Janjic verpasste den neuerlichen Ausgleich per Kopf nur um wenige Zentimeter (67.). Der SC Verl machte auch in der Folge ordentlich Druck, die ganz großen Chancen blieben jedoch aus. Die Viktoria blieb über Konter gefährlich, doch Brinkmann verhinderte den Treffer von Risse. Bei der nachfolgenden Ecke segelte er jedoch unter dem Ball durch und hatte Glück, dass die Hausherren in Person von Klefisch und Lorch nicht erhöhten (78.). Auf der Gegenseite sorgte ein Geniestreich von Ex-Löwe Kasim Rabihic für den späten Ausgleich. Er führte eine Ecke kurz aus, bekam den Ball umgehend zurück, tunnelte Marcel Risse und schlenzte den Ball zum 2:2 ins lange Eck (86.).

In der 90. Minute hatte Risse dann doch noch den Sieg auf dem Fuß. Der Torhüter war bereits geschlagen, doch Risse schoss aus vier Metern den Verteidiger auf der Linie an. Wahnsinn! Durch das Unentschieden bei Viktoria Köln verteidigte der SC Verl den 7. Tabellenplatz.

Sechzig @18:60: Anreise der Löwen nach Mannheim bereits heute

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TSV 1860 München News am Abend

Zum Start ins Wochenende fassen wir wie gewohnt die Meldungen des Tages zusammen. Unter anderem ist Folge 6 unseres sechzger.de Talks vor dem Spiel bei Waldhof Mannheim ab sofort verfügbar. Außerdem haben wir die News aus der 3.Liga für euch. Bereits heute abend startet der 34.Spieltag.

Heute vor 110 Jahren

fand das erste Spiel an der Grünwalder Straße statt. Anlässlich dieses runden Jubiläums hat es sich Stefan Kranzberg nicht nehmen lassen, ein wenig in den Geschichtsbüchern zu stöbern.

TAKTIKTAFEL: Waldhof Mannheim im Fokus

In der heutigen TAKTIKTAFEL wirft Bernd Winninger einen Blick auf den Waldhof aus Mannheim. Dabei ist aufgrund variabler Aufstellungen gar nicht unbedingt klar, mit was die Mannschaft von Michael Köllner morgen rechnen muss. Geht es nach unserem Taktikfuchs, kommt nach dem Ausschlussverfahren allerdings nur ein System infrage.

sechzger.de Talk Folge 6

In Folge 6 unterhält sich Moderator mit Bernd und Christian. Die Themen könnt ihr unserem Artikel entnehmen. Mittlerweile sollte die Folge auch auf den gängigen Podcast-Portalen verfügbar sein. Vergesst nicht, uns zu abonnieren. Außerdem freuen wir uns natürlich jederzeit über Feedback!

Expertentipp

Heute tippt wie angekündigt mal wieder ein Ex-Löwe das kommende Spiel für den TSV 1860 München. Mit Grüßen aus der Schweiz sagt er einen knappen Sieg der Löwen voraus. Um wen es geht? Findet es heraus!

Abreise zum Spiel gegen Waldhof Mannheim

Nach dem Abschlusstraining hat sich der Löwen-Tross bereits heute auf den Weg in die Quadratestadt gemacht und dürfte dort inzwischen auch bereits eingetroffen sein. Allzu weit haben es die Löwen dann morgen also nicht mehr und können den heutigen Abend gemeinsam verbringen.

News aus der 3.Liga

Tietz gegen den TSV 1860 München gesperrt

96 Minuten waren im Duell zwischen Rostock und Wiesbaden gespielt, als die Gäste schlussendlich doch noch den Ausgleich erzielen konnten und die Löwenfans in Ekstase versetzten. Eine Minute zuvor hatte Wehen in Person von Tietz sogar noch eine Rote Karte kassiert und das 1:1 somit in Unterzahl erzielt.
Dieser Platzverweis wurde nun vom DFB mit drei Spielen Sperre bestraft. Somit fällt der Stürmer auch gegen den TSV 1860 München am 08.Mai aus. Das ist insofern eine gute Nachricht, als dass Tietz in bisher 32 absolvierten Spielen 11 Treffer erzielen konnte und weitere fünf auflegen konnte. Er ist damit, gemeinsam mit Maurice Malone, der treffsicherste Wiesbadener.

KFC Uerdingen schuldet den Löwen Geld

Wie wir bereits am gestrigen Abend berichteten, sind durch den Insolvenzplan zahlreiche Gläubiger des KFC Uerdingen bekannt geworden. In den angehäuften 10 Millionen Euro befindet sich auch ein fünfstelliger Betrag, der dem TSV 1860 München zusteht. Konkret handelt es sich dabei um Ticketeinnahmen aus Spielen der 3.Liga. Viel werden die Löwen davon allerdings nicht erhalten. Der Insolvenzverwalter plant aktuell mit einer Quote von 17%. Im Vergleich zu den Gläubigern des 1.FC Kaiserslautern ist das allerdings durchaus noch Luxus: diese erhielten geschlagene 4%.

34.Spieltag mit Nachbarduell

Zum Auftakt des 34.Spieltags treffen in wenigen Minuten Viktoria Köln und der SC Verl aufeinander. Anpfiff ist um 18:60 Uhr. Aufgrund der Distanz von 170 km zwischen den beiden Städten liegt in dieser Hinsicht natürlich kein Nachbarschaftsduell vor. Es handelt sich vielmehr um eine Anspielung auf die Tabelle: der Achte trifft auf den Siebten.

Waldhof Mannheim – TSV 1860 (34. Spieltag): Expertentipp von Remo Meyer

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Für das morgige Spiel gelang es uns wieder, einen Ex-Spieler des TSV 1860 München für unseren Expertentipp zu gewinnen. Remo Meyer erklärte sich auf sympathische und unkomplizierte Weise sofort bereit, das morgige Spiel bei Waldhof Mannheim für sechzger.de zu tippen.

Die Karriere von Remo Meyer

Für die Jüngeren unter Euch: Remo Meyer sammelte erste Profi-Erfahrung in der Schweizer Nationalliga A beim FC Luzern und Lausanne-Sports. Zur Saison 2002/03 stieß er zu den damals von Werner Lorant trainierten Löwen. Der Defensiv-Allrounder entwickelt sich schnell zum Stammspieler und spielte in seiner Premierensaison 28 Mal in der Bundesliga für die Giesinger. In der darauffolgenden Saison (das war die mit dem Abstieg…) brachte er es noch auf 15 Einsätze bei den Profis. Remo blieb auch nach dem Abstieg den Löwen treu und verbrachte zwei weitere Saisons in der zweiten Liga beim TSV 1860 München. Dort war er für die Löwen insgesamt 50 Mal im Einsatz und konnte sogar 4 Tore erzielen.

Nach seiner Zeit in München zog es den Schweizer weiter nach Salzburg, wo er bis Ende der Saison 2008/09 spielte und mit dem österreichischenen Meistertitel 2007 und 2009 die größten Erfolge seiner Karriere feiern konnte. Remo Meyer stand auch fünf Mal für die Schweizer „Nati“ auf dem Feld. Anschließend ließ er seine Karriere dann bei unterklassigen Vereinen in der Schweiz ausklingen und ist nun Sportchef beim FC Luzern.

Remos Tipp

Besonders die Saison 2004/05 in unserem Stadion scheint dabei bleibenden Eindruck beim Schweizer hinterlassen zu haben. Hier der Expertentipp von Remo Meyer:

“Mein Resultattipp für das Spiel in Mannheim:
🔵⚪️ 1:2 🔵⚪️
Ein hart umkämpfter & ganz wichtiger Auswärts-3er in Mannheim.
Der Traum lebt weiter!
Hoffe bis bald einmal bei einem Heimspiel in
UNSEREM GRÜNWALDER STADION.
Beste Grüsse aus der Innerschweiz, Remo”

Ja, Remo, merci vielmals für Deinen Tipp und viele Grüße zurück in die Innerschweiz! Wir begrüßen Dich jederzeit gerne in Giesing! Dir und dem FC Luzern noch viel Erfolg für die verbleibende Saison.

Gegen den Expertentipp von Remo Meyer haben die Löwenfans sicher nichts einzuwenden. Wir hoffen, dass er besser liegt als Ernst Tanner bei seinem Tipp unter der Woche!

Eins der ersten Bilder von Remo Meyer im Trikot des TSV 1860 entstand übrigens in Borisov:

Noch eine kleine Anmerkung zum Bild: Remo Meyer bezeichnete es treffend mit “unglaubliche Erinnerungen“. Auf diesem Bild sind übrigens drei Redakteure von sechzger.de und der heutige Pressesprecher zu erkennen, die sich Remos Meinung nur anschließen können.

sechzger.de Talk, Folge 6 vor Waldhof Mannheim – TSV 1860 München

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sechzger.de Talk Podcast TSV 1860 München

Am 34.Spieltag der 3. Liga spielt der TSV 1860 München morgen beim SV Waldhof Mannheim. Schon heute Mittag könnt Ihr in die neueste Folge des sechzger.de Talks reinhören.

Das sind unsere Themen:

1:1-Unentschieden gegen Viktoria Köln

Nach vier Siegen in Folge teilte Sechzig gegen die Viktoria aus Köln die Punkte. Doch die Konkurrenz um den Aufstieg tat es unserer Mannschaft gleich, sodass weiterhin alles möglich ist im Kampf um Liga 2.
Sebastian, Bernd und Christian blicken in ihrem Gespräch nochmal abschließend auf die Partie am Dienstag zurück.

Die Erwartungshaltung bei den Löwen

Nach dem Unentschieden wurde eins mal wieder besonders deutlich: In der Welt vieler Löwenfans gibt es nur Hopp oder Top. Ein Remis gleicht für manche einem Weltuntergang. Sind diese extremen emotionalen Ausschläge bei den Löwenfans eher Fluch oder Segen? Oder sind es vielleicht vor allem die Sozialen Medien, die diese Ausschläge – quasi wie ein Vergrößerungsglas – in den Mittelpunkt der Wahrnehmung rücken, während die Mehrheit der Fans die Lage eigentlich viel entspannter sieht und bewertet? Auch darüber sprechen die drei Diskutanten durchaus kontrovers.

Waldhof Mannheim – TSV 1860 München

Abschließend geht es natürlich um die morgige Partie im Carl-Benz-Stadion. Wird der TSV 1860 München gegen Waldhof Mannheim die Serie fortsetzen und ungeschlagen bleiben? Trainer Michael Köllner rechnet ja mit motivierten Mannheimern, die nach der Klatsche gegen Saarbrücken auf Wiedergutmachung aus sind. Und was erwarten unsere Redakteure vom Kick in der Kurpfalz?

Abonniert uns und verpasst keine Folge des sechzger.de Talks!

Mittlerweile gibt es unseren Talk nicht nur auf Youtube, sondern auch als Podcast. Um keine Folge unseres Talks zu verpassen, könnt Ihr uns selbstverständlich auf YouTube bzw. diversen Podcast-Plattformen abonnieren.

Natürlich freuen wir uns auch über jede positive Bewertung, über Kommentare und natürlich über Eure Verbesserungsvorschläge.

TAKTIKTAFEL: SV Waldhof Mannheim – TSV 1860 München (34.Spieltag)

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL vor dem Auswärtsspiel unseres TSV 1860 München beim SV Waldhof Mannheim.

Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL vor dem Auswärtsspiel unseres TSV 1860 München beim SV Waldhof Mannheim. Patrick Glöckner hat für seine Waldhöfer eine ganze Reihe an Systemen im Köcher und möchte meist offensives Kombinationsspiel mit seiner Mannschaft zeigen. Schaut man sich die verschiedenen Systeme, die der SVW seit dem 5:0 für die Löwen im Hinspiel auf den Platz gebracht hat, auf den Seiten der Fußballdatenbanken an, fällt auf, dass sowohl mit Viererkette als auch mit Dreier- respektive Fünferkette gegen den Ball höchst unterschiedliche Erfolge erzielt werden konnten. Grundsätzlich versuchen die Mannheimer, bei variabler Systematik, meist im 4-2-3-1 aber auch im 4-4-2 oder im 3-5-2 immer einen technisch guten Kombinationsfußball auf den Rasen zu bringen.

Ein großes Problem, mit dem der Waldhof momentan zu kämpfen hat ist übrigens ein nicht gerade kleines Lazarett. Schwer wiegen hier die Ausfälle der beiden nominellen Außenverteidiger Marcel Hofrath (#31) und Marcel Gottschling (#24). Außerdem sind Max Christiansen (#13) und Arianit Ferati (#10) verletzt, die als wichtige Stützen im Mittelfeld gelten. Zudem sind mit Dirling, Roczen und Ünlücifci drei weitere Spieler von Waldhof Mannheim gegen den TSV 1860 München nicht einsatzfähig.

Kommen wir aber erst einmal zu den statistischen Fakten.

Die statistischen Werte des SV Waldhof Mannheim

  • Ballbesitz 54%
  • Passgenauigkeit 82%
  • Gewonnene Defensivduelle 60,7%
  • Flankengenauigkeit 28,4%
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 9,86

Bei eigenem Ballbesitz wird die Viererkette entweder dynamisch, indem sich ein defensiver Mittelfeldspieler fallen lässt und beide Außenverteidiger hochschieben oder über einen Außenverteidiger gependelt zur Dreierkette. Beim Spiel mit Dreier- bzw. Fünferkette ist das vom System immer so. Wie weit die Außen im Spiel nach vorne hochschieben, hängt dann von der taktischen Ausrichtung ab. Deshalb tun sich manche Sportjournalisten auch mit der Unterscheidung dieser Varianten sehr schwer. Hochschiebende Außenverteidiger oder abkippende Mittelfeldaußen? In einigen taktischen Schemata der Presse ist beispielsweise für den SV Waldhof ein 3-4-3 eingepflegt, in anderen ein – auf dem Papier – noch abenteuerlicher anmutendes 3-1-4-2. Derartige Verschiebungen finden immer nur bei eigenem Ballbesitz statt. Es gibt kein System, in dem mit nur drei Mann auf der letzten Linie gegen den Ball gearbeitet wird.

Defensiv wird fast jedes System mit Dreierkette durch abkippende Mitelfeldaußen zu einer Fünferkette verschoben. In seltenen Fällen, wenn der Trainer auf ein Team mit großem taktischen Verständnis zurückgreifen kann, kommt es vor, dass situativ asymmetrisch aus dem Mittelfeld zur Viererkette verschoben wird. Die Verschiebung findet dann sowohl in der Vertikalen (Dreierkette bewegt sich nach links oder rechts) als auch in der horizontalen Linie (ein Mittelfeldaußen kippt ab) statt.

In den von mir beobachteten Spielen der Mannschaft aus der Quadratestadt wurde die Dreierkette, wenn sie gespielt wurde, gegen den Ball immer über doppelt abkippende Außen zu einer Fünferkette.

Taktische Variabilität

Welches System wir am Samstag von den Kurpfälzern erwarten müssen, lässt sich aufgrund der Variabilität, die Patrick Glöckner offensichtlich bei der Wahl seines Systems an den Tag legt, schwer vorhersagen. Darum muss ich mir die Frage stellen: Was würde ich an Glöckners Stelle gegen den TSV 1860 München systematisch bei Waldhof Mannheim auf den Platz stellen und was wäre meine taktische Ausrichtung?

Nun gibt es in der 3. Liga kaum eine Mannschaft, die in der gegnerischen Spielfeldhälfte ähnlich variabel spielt wie der TSV 1860 München. Was macht man da als Trainer? Spontan könnte man sagen, dass die Variante 4-2-3-1 wohl am sichersten wäre wegen der Kompaktheit. Einerseits das beliebteste System der Liga, andererseits aber auch etwas, was die Löwen schon öfter als einmal deutlich zerlegt haben.

Es bleiben für mich, wenn wir das 4-2-3-1 verwerfen, zwei Möglichkeiten. Es geht hier um eine Mannschaft, die mit nur sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge um jeden Punkt fighten muss. Nur so stellt man sicher, dass man die Klasse hält. Es bleibt gegen den Ball also entweder das 4-4-2 (flach) tief gestaffelt, oder ein noch defensiveres 5-4-1. Beide Systeme können auf Konterfußball auslegt werden. Bei eigenem Ballbesitz im Umschaltspiel würde dann auf 4-2-2-2 im Falle des 4-4-2 oder 3-4-1-2  verschoben werden, wenn das 5-4-1 zugrunde liegt.

Im Positionsspiel würde ich die Variante mit der flachen Raute (4-1-2-1-2) aus dem 4-4-2 heraus wählen. Für das sehr defensive 5-4-1 würde ich im Positionsspiel auf ein 3-2-3-2 setzen und die Mannschaft anweisen, bis vor das letzte Drittel auf Flügelspiel zu setzen. Die hinterlaufenden Außenverteidiger sollte man dabei stark einbinden. Das zieht das Spiel in die Breite und schafft so mehr Räume im Zentrum

Welche dieser Varianten wäre nun die erfolgsversprechendere?

Dass das 4-4-2 (flach) mit zwei Sechsern gegen den TSV 1860 München funktionieren kann, haben wir diese Saison schon gesehen.

Obwohl die Mannheimer oft ein sehr aggressives Pressing spielen, fällt auf, dass Balleroberungen hauptsächlich im Mittelfeld oder im letzten Drittel erfolgen. Die vielen Aktionen gegen den Ball vorne laufen also des Öfteren ins Leere. Die niedrige PPDA zeigt leider nicht an, wie erfolgreich die ihr zugrundeliegenden Aktionen sind.

Diese Fakten als Grundlage für die “Systemorakelei” kennend würde ich mich abschließend wahrscheinlich für das 4-4-2 (flach) mit zwei defensiven Mittelfeldspielern und hängender Spitze entscheiden.

Stärken und Schwächen des 4-4-2

Die Stärken

Mit den doppelt besetzten Flügeln kann man großen Druck über die Außenpositionen erzeugen. Kurze Laufwege im Umschaltspiel helfen der Mannschaft im 4-4-2 kraftsparend zu spielen. Das kann am Ende einer Partie der entscheidende Faktor für Sieg oder Niederlage sein. Die kompakte Formation gegen den Ball kann Mannschaften, die kreativ limitiert sind, vor Probleme beim Eindringen in die Box stellen. Durch die Ausgewogenheit in allen Mannschaftsteilen kann man gegen manche andere Systeme mit geringen Verschiebungen für Überzahl sorgen. Mittelfeldpressing wird stark begünstigt.

Die Schwächen

Wenn die Stürmer vom Gegner gut isoliert werden, ist es für die Offensive schwer eine Bindung zwischen Mittelfeldzentrum und Stürmern herzustellen. Daher geschieht der Aufbau häufig über die Außenpositionen. Im Spiel gegen Mannschaften, die ein System mit nur einer Sturmspitze spielen, kann die Ausgewogenheit in beide Richtungen auch eine Schwäche darstellen. Nämlich dann, wenn die Stürmer gegen den Ball nicht mit nach hinten arbeiten und bei Ballbesitz beide Stürmer gleich in vorderster Front anzutreffen sind.

Schlüsselspieler

Der Torwart

Timo Königsmann (#1) hat seit achtzehn Spielen den Platz im Tor vom vorherigen Stammkeeper Behrens übernommen und macht seine Sache im Großen und Ganzen sehr gut. Zu den Top Torhütern der Liga gehört er allerdings nicht.

Der Kapitän

Marcel Seegert (#5) ist Innenverteidiger, Abwehrchef und Kapitän der Waldhöfer in einem. Er ist sehr zweikampf- sowie kopfballstark und hat obendrein ein gutes Stellungsspiel. Auch sein Kollege in der Innenverteidigung Jesper Verlaat (#4) ist definitiv ein Schlüsselspieler. Statistisch hat er noch bessere Werte in den für diese Position wichtigen Kategorien.

Die Mittelfeldspieler

Marco Schuster (#6) ist der Mittelfeldstratege auf der Sechserposition. Er ist kopfballstark, defensiv zweikampfstark, hat eine wahnsinnig gute Übersicht und das wahrscheinlich genaueste Passspiel aller Drittligaspieler auf dieser Position. Dass er für das Spiel gegen den TSV 1860 München gelbgesperrt fehlt, wird Patrick Glöckner mittlere bis große Kopfschmerzen bereiten. Aktuell ist er außerdem offensichtlich beim SC Paderborn im Gespräch. Gerrit Gohlke (#27), eigentlich Innenverteidiger scheint mir am ehesten geeignet ihn zu vertreten, aber auch Benedict dos Santos (#21) wäre eine mögliche Option.

Marcel Costly (#17) auf der rechten Außenbahn gehört zu den schnellsten Mittelfeldaußen der Liga. Obendrein ist er stark in eins gegen eins Situationen und steht auch in Situationen gegen den Ball durchaus seinen Mann. Sechs Vorlagen und vier Tore hat er auf dem Konto.

Der Torjäger

Mittelstürmer Dominik Martinovic (#11), Topscorer beim SV Waldhof, hat 11 Tore und 7 Vorlagen auf dem Kerbholz. Schafft man es ihn kalt zu stellen, ist für die Defensive viel gewonnen. Seine Schussgenauigkeit ist sehr gut. Die für einen Stürmer wahnsinnig hohe Passgenauigkeit mit über 70% im Durchschnitt lässt einen auch aufhorchen. Im Dribbling ist er stärker als bei offensiven Laufduellen. Der junge Stürmer ist sich nicht zu schade hinten mitzuhelfen und nötigenfalls auch in der eigenen Spielfeldhälfte gegen den Ball zu arbeiten.

Wie muss der TSV 1860 München an das Spiel herangehen, damit man Waldhof Mannheim besiegen kann?

Nun darf man nicht davon ausgehen, dass es wieder ein Schützenfest wie im Hinspiel und bei der jüngsten Partie der Mannheimer gegen den 1.FC Saarbrücken werden wird.

Die Tugenden aus den letzten Spielen, die beim Spiel gegen den Ball aus sauberer Pressingarbeit über Angriffssteuerung und direktem Pressing zu vielen Balleroberungen außerhalb der eigenen Gefahrenzone führte, müssen auf jeden Fall weiter gezeigt werden.

Auch weitere Aspekte des Spiels gegen Köln waren positiv und sollten beibehalten werden. Am Dienstag gelang es die langen Bälle der Viktoria aus Köln in die sogenannte Pressingfalle zu zwingen. Außerdem wägte man die direkten Attacken auf den ballführenden Spieler im Aufbauspiel des Gegners ab. Das richtige Rezept fürs Pressing zu finden ist der Schlüssel.

Rückschlüsse von der Partie Saarbrücken – Mannheim

Bedenkt man Passgenauigkeit und Spieltempo der Waldhöfer sollte das Rezept, das gegen Köln funktioniert hat, auch gegen Mannheim ein adäquates Mittel sein. Ob das auch wie gegen die Viktoria auf der vordersten Linie stattfinden muss oder ob man das so anlegt wie Saarbrücken am Mittwoch gegen die Mannheimer, ist eine weitere Frage, die man sich stellen muss.

Saarbücken hat dem SVW viel Raum in der eigenen Hälfte gelassen und erst kurz vor der Mittellinie begonnen, die Passwege zu behindern. Der Raum für Mannheims Positionsspiel wurde somit in der Saarbrücker Spielfeldhälfte sehr eng gemacht, um dann bei Ballgewinn überfallartig die Schwächen in der Rückwärtsbewegung des SV Waldhof auszunutzen.

Meine Tendenz für unser Spiel am Samstag geht zu einer etwas tieferen Pressinglinie als noch gegen Köln mit allerdings relativ hoher Defensivlinie, um dem Gegner möglichst wenig Raum anzubieten und das eigene Stellungsspiel gegen den Ball, das gegen Mannheim sehr entscheidend zum Erfolg sein wird, zu begünstigen.

Wie man offensiv gegen den Waldhof vorgeht, ist wie bei jedem anderen Gegner auch natürlich eine Frage dessen, was man angeboten bekommt. Die variable taktische Herangehensweise, die Trainer Michael Köllner in der Offensive beim TSV 1860 München etabliert hat, braucht dazu auch keinen starren Plan. Die Offensive ist mit einem großen Arsenal an Möglichkeiten ausgestattet, um dem Gegner Schwierigkeiten zu bereiten. Die Spieler der Sechzger sind zudem intelligent genug, um innerhalb der vorgegebenen Marschroute selbst kreativ in den ihnen zugewiesenen Räumen in der Offensive so zu agieren, dass man das mögliche Maximum an Chancen herausspielen kann. Aufgrund dessen, was ich in den letzten Spielen der Mannheimer beobachtet habe, wird es an Momenten nicht mangeln die geeignet sind, um dieses Auswärtsspiel erfolgreich zu gestalten.

Fazit

Ob der Waldhof so spielen wird, wie ich es tun würde oder ob Patrick Glöckner lieber doch bei der von Mannheim im Normalfall gezeigten offensiven Ausrichtung bleibt, werden wir am Samstag ab 14:00 Uhr in Erfahrung bringen können.

Löwentrainer Michael Köllner wird wie immer die richtige Marschroute ausgeben und die Mannschaft des TSV 1860 München wird alles dafür tun, um für sich und uns drei Punkte aus der kurpfälzischen Quadratestadt mitzubringen.

Dass ein Sieg unserer Mannschaft immer im Bereich des Möglichen liegt, wissen wir. Hoffen wir darauf, dass der Matchplan des Trainers aufgeht und das Team die Chancen, die sich mit Sicherheit ergeben werden, konsequent nutzen wird.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was uns beim Waldhof erwartet. Den letzten Auftritt dort, noch unter der Ägide von Daniel Bierofka, habe ich nicht in guter Erinnerung. Hoffen wir, dass unsere Mannschaft dieses Erlebnis verblassen lässt.

Diese Startaufstellung von Waldhof Mannheim ist gegen den TSV 1860 München denkbar

 

Datenquelle: wyscout

Sechzig um Sieben: Am Tag vor dem Duell mit Mannheim in der 3.Liga

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Sechzig um Sieben: Heimpremiere rückt näher

Guten Morgen, liebe Löwen! Zum Start in den Freitag liefern wir euch einen Überblick über den heutigen Tag. Wir starten mit Volldampf in die Berichterstattung rund um das Duell von Sechzig mit dem SV Waldhof Mannheim. Außerdem gibt es die News aus der 3.Liga für euch. Unter anderem darf ein Konkurrent im Aufstiegskampf wieder trainieren.

Spiel vor 110 Jahren

In wenigen Stunden geht ein absolutes Schmankerl online. Es geht um ein ganz besonderes Spiel, das heute vor genau 110 Jahren stattfand. Ihr dürft gespannt sein…

TAKTIKTAFEL

Englische Wochen bedeuten für unseren Taktikfuchs absoluten Dauerstress. Innerhalb einer Woche erscheinen sechs TAKTIKTAFELN auf sechzger.de. Dabei beobachtet Bernd Winninger nicht nur die Löwen live im Einsatz, sondern schaut die gesamten 90 Minuten für die Analyse erneut. Hinzu kommen jeweils mehrere Spiele der kommenden Kontrahenten, sodass er auf gefühlt 1860 Minuten Fußball in dieser Woche zurückblicken kann. Chapeau für solch´einen Einsatz. Heute im Fokus ist natürlich der SV Waldhof Mannheim.

Expertentipp zu Mannheim – Sechzig München

Für den Expertentipp zum Mannheim-Spiel hat sich mal wieder ein Ex-Spieler von Sechzig bereit erklärt und seinen Tipp abgegeben. Er war Teil eines ganz besonderen Spiels in der Geschichte des TSV 1860. Ihr werdet dazu ein Bild in unserem Artikel entdecken. 🙂

sechzger.de Talk Folge 6

Weiter geht´s im Takt: bereits die 6.Folge des sechzger.de Talks geht heute an den Start. Dieses Mal geht es unter anderem um das 1:1 gegen Köln und das morgige Spiel in Mannheim.

Videos für Lustfinger

Heute endet die Frist für die Einsendung von Videos an Lustfinger. Die Band möchte auf dem neuen Album auch einen Löwenhit unterbringen und hofft dafür auf die Unterstützung der Löwenfans.

News aus der 3.Liga

Dresden nimmt Training wieder auf

Ab heute darf Dynamo Dresden das Mannschaftstraining wieder aufnehmen. Das zuständige Gesundheitsamt erteilte hierfür am gestrigen Donnerstag die Genehmigung. Somit findet auch das Heimspiel gegen den Halleschen FC am Samstag wie geplant statt. Die betroffenen Spieler Yeboah-Königsdörffer und Sohm verbleiben allerdings weiterhin in Quarantäne.

Zudem wurden die beiden ausgefallenen Partien vom DFB terminiert. Am kommenden Mittwoch (28.April) trifft Dresden ebenfalls daheim auf den MSV Duisburg. Das freie Wochenende ist für Dynamo Geschichte, denn das Auswärtsspiel gegen Uerdingen wurde für den Samstag, 1.Mai angesetzt.

Startschuss für den 34.Spieltag

Kaum ist der 33.Spieltag beendet, geht es auch schon weiter in der 3.Liga. Heute Abend stehen sich Viktoria Köln und der SC Verl im Sportpark Höhenberg gegenüber. Die direkten Tabellennachbarn (Plätze 8 und 7) liegen 11 bzw. 9 Punkten hinter dem TSV 1860 München und können im Saisonendspurt wohl eher nicht mehr in den Kampf um Rang 4 einsteigen. Anpfiff zwischen den beiden Kontrahenten ist um 18:60 Uhr.