Was in einem Jahrhundert alles passieren kann… Auf die politische Dimension möchten wir an dieser Stelle gar nicht eingehen, doch auch im sportlichen Bereich hat sich die Welt komplett verändert. Höher, schneller, weiter, immer noch größer und kommerzieller – man muss das Business nicht mögen und doch sind auch wir mittendrin. Im Laufe der Zeit sind viele Vereine gekommen und gegangen, Spielsysteme wurden entwickelt und verworfen. Umso schöner, wenn man dann doch hin und wieder Konstanten findet. Denn heute vor 100 Jahren fand eine Partie statt, deren Beteiligte noch in der Vorsaison aufeinandertrafen: Würzburger Kickers – TSV 1860 München!
Zweiter in der Kreisliga Südbayern
In der Saison 1920/21 nahmen die Löwen an der Kreisliga Südbayern teil und trafen dabei u.a. auf Schwaben Augsburg, den MTV Ingolstadt oder innerstädtische Konkurrenz wie die FA Bayern des TV Jahn München, den MTV München 1879, den SC Armin München oder den SC Teutonia-Union München. Der TSV 1860 spielte im Großen und Ganzen eine hervorragende Runde, musste sich als Tabellenzweiter zum Saisonende jedoch Wacker München geschlagen geben. In den 18 Partien sammelten die Löwen 29:7 Punkte und wiesen mit 60:24 Toren die beste Tordifferenz der Liga auf. Leider musste man sich Wacker am drittletzten Spieltag auf dem MTV-Platz in der Marbach-Forstenriederstraße mit 1:3 geschlagen geben und dem Lokalrivalen somit den Vortritt lassen.
Namhafte Testspielgegner
Doch nicht nur im Ligabetrieb waren die Löwen aktiv: Im Süddeutschen Verbandspokal schied der TSV 1860 bereits in der 2. Hauptrunde mit 1:2 beim MTV Ingolstadt aus. Darüber hinaus bestritt die Mannschaft zahlreiche Testspiel, teilweise gegen überregionale Vereine. So traf man während der Spielzeit 1920/21 u.a. auf Guts Muts Dresden, Borussia Neunkirchen, den FK Pirmasens, den Dortmunder SC 95, Phönix Karlsruhe, den VfR Mannheim, den SC Kassel, Eintracht Braunschweig und die Würzburger Kickers.
27.02.1921: Würzburger Kickers – TSV 1860 München
Genau heute vor 100 Jahren gastierte der TSV 1860 (im unten abgebildeten Zeitungsausschnitt fälschlicherweise als “T.V. 60” bezeichnet) in Unterfranken. 3.000 Zuschauer hatten sich auf dem Sportplatz an der Randersackerer Straße eingefunden, um die Löwen zu sehen. Damals wie heute war Sechzig ein Zuschauermagnet und das Publikum bereute sein Kommen nicht. Vor der Pause machten die Löwen ordentlich Druck und gingen verdient mit 3:0 in Führung. Nach dem Seitenwechsel ließen sie es dann aber deutlich ruhiger angehen, sodass die Würzburger Kickers das Spiel in den Griff bekamen und sogar den Ehrentreffer erzielen konnten
Aufstellung des TSV 1860
Mit folgender Elf traten die Löwen am 27.02.1921 bei den Würzburger Kickers an:
Auch heute gilt unser besonderer Dank wieder Thorsten Ruinys, dessen großartigem Löwen Kompendium wir die statistischen Daten aus der Historie des TSV 1860 München entnehmen konnten.
Bilder: Fussball vom 01.03.1921 & Archiv Thorsten Ruinys
3 . Liga Fussball TSV 1860 Mnchen
Saison 2020 / 2021
Foto: sampics / Stefan Matzke / Pool
Johann Ngounou Djayo wird heute 20 Jahre jung!
Ngounou noch kein Star im Löwenkader
Unser Löwen-Geburtstagskind am Tag nach dem Sieg gegen die SpVgg Unterhaching gehört aktuell (noch) nicht zu den Profis im Kader von Michael Köllner, die permanent in aller Munde sind – aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.
Dachau, NLZ und Jugendnationalmannschaft
Der gebürtige Dachauer begann das Fußballspielen beim TSV 1865 Dachau und wechselte im Sommer 2014 in das NLZ des TSV 1860 München, wo er ab der U14 alle Jugendmannchaften der Junglöwen durchlief. Seinen ersten Einsatz in einer Herrenmannchaft absolvierte Ngounou Djayo am 11. August 2018, als er in der Bayernligapartie der Amateure gegen den SV Pullach in der 60. Minute eingewechselt wurde. Im Oktober des selben Jahres wurde er zu einem Lehrgang der deutschen U18-Nationalmannschaft berufen und durfte sich im Dezember bei zwei Testspielen sogar das DFB-Trikot überstreifen.
Ab dieser Saison im Profikader – Tordebüt gegen Bayreuth
Vor der derzeit laufenden Saison holte Michael Köllner den “Hansi”, wie er auch liebevoll genannt wird in seinen Profikader. Die neue Nummer 21 wurde im Sommer in an allen drei Vorbereitungsspielen eingesetzt und erzielte am 15.8. gegen die SpVgg Bayreuth auf dem Trainingsgelände bereits sein erstes Profitor. Es folgten eine Berufung in die Startelf im Totopokal-Finale gegen Würzburg sowie mehrere Einwechslungen in der Drittligahinrunde. Zuletzt schaffte er es wegen Hüft- bzw. Leistenproblemen häufig leider nicht mehr in den Kader.
Wir drücken ganz fest die Daumen, dass Ngounou in Zukunft von (größeren) Verletzungen verschont bleibt und seine fußballerische Entwicklung bei den Löwen kontinuierlich weitergeht! Vielleicht gratulieren wir in einem Jahr dann schon einem Löwenprofi, der in aller Munde ist.
Daniel Wein hatte sich vor dem Spiel gegen die Spielvereinigung Unterhaching beim aufwärmen verletzt und war deshalb kurzfristig ausgefallen.
Verdacht auf Muskelverletzung im Aduktorenbereich
Am Samstag vormittag teilte TSV 1860 – Pressesprecher Rainer Kmeth mit: “Es gibt den Verdacht auf eine Muskelverletzung im Adduktorenbereich. Er geht am Montag ins MRT.”
Die Löwen hatten das S-Bahn Derby gegen die Spielvereinigung aus Unterhaching mit 3:1 gewonnen.
Am gestrigen Freitag Nachmittag fand der zweite Stammtisch der Löwen-Fans im Bayerischen Landtag statt. Wie Initiator Martin Hagen (FDP) mitteilte, gebe es sowas bei keinem anderen bayerischen Verein. Besonders stolz war er auf den Stargast: Ex-Nationalspieler Benjamin Lauth nahm an der Videokonferenz teil und stellte sich den Fragen der zugeschalteten Politiker und Pressevertreter. Dabei überraschte Lauth mit der Aussage, er sehe ein ausgebautes Grünwalder Stadion als Ideallösung für den TSV 1860.
Online-Stammtisch
Während beim ersten Stammtisch der Landtagsabgeordneten Löwen-Präsident Robert Reisinger noch persönlich und vor Ort teilnehmen konnte, musste man diesmal auf eine virtuelle Veranstaltung ausweichen. Dennoch fanden sich 15 Teilnehmer im Online-Meeting zusammen und diskutierten zahlreiche Themen rund um die Löwen. Erstaunlicherweise nahm das aktuelle Geschehen beim TSV 1860 nur einen relativ kleinen Raum innerhalb der Diskussion ein. Auf die Frage seitens sechzger.de, was Lauth von der soeben bekanntgegeben Aufstellung der Löwen gegen Unterhaching mit zahlreichen jungen Spieler halte, antwortete Lauth:
“Der Trainer sieht die Spieler ja jeden Tag im Training und kann sicher gut einschätzen, wer zu dem Gegner passt. Belkahia ist ein interessanter Spieler und Niklas Lang wird seine Sache hoffentlich auch gut machen.”
Insgesamt stellte Lauth Michael Köllner ein durchwegs positives Zeugnis aus, gab jedoch zu bedenken, dass die nachrückenden Jugendspieler bei weitem nicht das Niveau hätten wie zu seiner Zeit, als 1860 in der Bundesliga spielte.
Lauth-Rückkehr zum TSV 1860?
Natürlich wurde der ehemalige Stürmer auch gefragt, ob er sich eine Rückkehr zu den Löwen vorstellen könne. Zuletzt hatte sich Lauth des Öfteren zu Themen rund um den TSV 1860 geäußert, jedoch bislang noch kein Amt angestrebt. Darufhin antwortete der 39-Jährige, er verfolge die Löwen durchaus, seine Meinung sei aber “immer von außen”. Es habe zwar durchaus schon mal Gespräche gegeben, aber nichts Konkretes. Schön langsam kribbelt es bei Lauth jedoch wieder, wie er verriet:
“Ich habe es genossen, Abstand zu haben. Aber ich merke schön langsam, dass ich den Wettbewerb vermisse – das Gewinnen, das Verlieren. Deswegen geht die Tendenz immer mehr dazu, wieder im Verein zu arbeiten. Und natürlich spielt da 1860 eine große Rolle. Aber es muss alles passen.”
Trainer oder Funktionär?
Auf die Frage von sechzger.de, ob er sich eher als Trainer, im NLZ oder als Funktionär sehe, antwortete Lauth, der sich im Bereich Sportmanagement intensiv fortgebildet hat:
“Ich sehe mich nicht auf der Trainerposition, sondern neben dem Platz, im Sportmanagement. Aber am Ende wird man sehen, was dabei rauskommt. Es geht um die Planung, um die Zukunft. Und natürlich wäre 1860 mein erster Ansprechpartner.”
Wichtiges Wohlfühlklima
Ein entscheidender Faktor bei der Auswahl des zukünftigen Arbeitgebers sei natürlich, dass er sich auch in der Stadt wohlfühle, so Lauth. Während seiner Zeit in Hannover sei das beispielsweise nicht der Fall gewesen und so sei er wahnsinnig froh gewesen, danach wieder nach München zurückkehren zu können. Als tollstes Stadionerlebnis seiner Karriere bezeichnete Lauth, der aktuell als Experte bei DAZN beschäftigt ist, übrigens die Heimspiele während seiner Zeit beim HSV.
In München habe er im Olympiastadion, in der Allianz Arena und im Sechzgerstadion gespielt. Bei ausverkauftem Haus fand er die Atmosphäre in allen drei Stadien super, aber “es ist natürlich klar, dass im Grünwalder Stadion” bei 15.000 Zuschauern mehr rüberkommt als in der Arena.” Dennoch sehe er die derzeitige Stadionlösung in Giesing sehr kritisch.
Lauth: Ausgebautes Grünwalder Stadion wäre Ideallösung für 1860
Gegenteilig äußerte sich Max Deisenhofer (Grüne) in der Stadionfrage. Er empfindet seit der Rückkehr nach Giesing eine Aufbruchstimmung bei den Löwen, man sei wieder näher zusammengerückt. Dem konnte Lauth nicht widersprechen und fügte auch bei, dass es nun im Umfeld der Löwen “endlich mal ruhig zugehe”. Zudem überraschte Lauth mit der Aussage:
“Ein ausgebautes Grünwalder Stadion wäre sicher die Ideallösung für den TSV 1860!”
Damit meinte der Ex-Profi jedoch nicht die angedachte Lösung mit 18.000 Plätzen und Zweitligatauglichkeit, sondern eine deutlich umfangreichere Option. Zudem stellte Lauth klar, dass es ihm schwer falle, Heimspiele gegen den KFC Uerdingen zu akzeptieren, wenn man doch eigentlich gegen Borussia Dortmund spielen wolle.
Klar, kann man so sehen – muss man aber nicht! Wie wir alle wissen, ist das Leben kein Wunschkonzert… Demut ist angesagt und dazu gehört auch, erstmal kleinere Brötchen zu backen statt sofort wieder Luftschlösser zu bauen. Und da schließt sich der Kreis wieder, denn mit ähnlichen Worten hatte sich Martin Hagen auf einer der letzten Mitgliederversammlungen des TSV 1860 ebenfalls zu Wort gemeldet.
Was gibt es nicht für schöne schöne Fußballphrasen? „Die Scheiße am Fuß haben“, „den Bock umstoßen“, „die Gelegenheit beim Schopf packen“, „befreit aufspielen“, wahlweise „den Knoten platzen lassen“ oder „der Knoten ist geplatzt“, „wir dürfen nur auf uns schauen“ und so weiter und so fort. Ich bin mir sicher jedem von Euch fallen auf Anhieb noch ein paar Dutzend Fußballfloskeln ein. Was passiert, wenn man die zu wörtlich nimmt, könnt Ihr hier sehen.
Nach dem gestrigen Kick gegen die Elf mit dem Bob im Wappen aus einer südlichen Münchner Vorstadt boten sich auch einige Floskeln an, um das Spiel der Löwen und die aktuelle Lage des TSV 1860 München zu beschreiben.
Ich schwanke zwischen zwei gängigen Floskeln, um unsere aktuelle Situation zu beschreiben:
„Wir haben unsere Chancen genutzt und deshalb verdient gewonnen“
Auf die momentane Situation und die kurzfristige Analyse passt diese Plattitüde vielleicht am Besten. Gestern war sicher keines der schönsten Spiele dieser Saison und die Löwen hatten sicher schon bessere Auftritte diese Saison als gestern, bei denen sie trotzdem nicht als Sieger vom Platz gingen. In unserer neuen Rubrik Winningers Sprachnachrichten habt Ihr ja unter der Woche mitbekommen, dass auch bei uns in der Redaktion – nennen wir es mal – „angeregt“ diskutiert wurde, woran es denn bei den letzten Auftritten des TSV 1860 gehapert hat. Die eine Fraktion fand, dass die berühmte Effektivität vor dem Tor fehlte („wenn‘s nicht läuft, dann läuft’s nicht), die andere fand den Spielaufbau zu vorhersehbar. Interessanterweise fand niemand, dass Sechzig in den letzten Wochen schlecht spielt. Kleinster gemeinsamer Nenner war irgendwie so etwas wie „der Ertrag stimmt für den Aufwand nicht“. Auch so eine Floskel…
“Aufwand und Ertrag”
Gestern stimmte aus meiner Sicht der Ertrag ziemlich gut. Auch der Aufwand war hoch, aber nicht so schön anzusehen wie in so manch anderem Spiel der jüngeren Vergangenheit. Aber mit drei Punkten stimmt die Ausbeute. Was mich besonders positiv stimmt, ist die bessere Chancenverwertung gegenüber den letzten Auftritten. Lediglich Mölders verballerte in der 10. Minute eine Großchance, als er etwas überraschend freistehend an eine Hereingabe kam und diese etwa 2 Meter neben das Gehäuse setzte.
Dennis Erdmann nutzte dann seine Chance in der 35. Minute als sich der Hachinger Torwart und ein Verteidiger gegenseitig behinderten und er den Ball überlegt wuchtig in den freien Teil des Tores schoss. Bis auf einen weiteren beherzten Fernschuss von Tallig warn das die einzigen Chancen in Durchgang 1. Nach der Pause hatte Tallig dann erneut einen guten Fernschuss, der nur um Zentimeter am Kreuzeck vorbeistrich.
“Das Spiel stand auf Messers Schneide”
Aber dann war es wieder soweit und die Hachinger glichen nach einer Ecke aus. Das zerfahrene Spiel stand erneut auf der Kippe und hätte in beide Richtungen gehen können. Als sich dann diese Bogenlampe von Flanke (einer meiner früheren Trainer hätte gesagt „der fliegt so hoch, da liegt Schnee drauf, wenn er runter kommt“) in den Strafraum senkte, war unser Sascha da und besorgte in sensationeller Manier per Fallrückzieher den erneuten Führungstreffer. Und das mit der ersten Chance nach dem Ausgleich in einer ziemlich trostlosen Phase des Spiels. Genau das hat die letzten Spiele gefehlt. Dass wiederum Mölders das 3:1 von Stefan Lex vorbereitete, zeigte ein Mal mehr seine Ausnahmestellung bei uns und in der Liga. Und mit 3:1 „war der Kaas bissen“ und wo wir gerade bei Stefan Lex sind, fällt mir eine andere hoffentlich passende Phrase ein.
„Der Knoten ist geplatzt“
Der Stefan Lex hat mir in den letzten Wochen tatsächlich etwas leid getan, ob seiner zahlreichen vergebenen Chancen. In so mancher Situation konnte man auch den Eindruck gewinnen, dass er etwas verunsichert agierte. So mancher wunderte sich schon, dass er nach wie vor in der Startelf steht. Durch die Verpflichtungen von Biankadi und Staude ist ja nochmal ziemlich Konkurrenz für ihn in den Kader gekommen. Jetzt hat er gestern endlich wieder einen über die Linie gebracht und sich wie ein Schneekönig gefreut. Das hat mich wiederum wahnsinnig gefreut für ihn. So mancher Schreihalsreporter hätte sicher „Endlich ist der Knoten bei Lex geplatzt“ in die Giesinger Nacht gebrüllt. Ich denke, das wird man in den nächsten Spielen sehen.
Kann man auch über die ganze Mannschaft sagen, dass der Knoten geplatzt ist? Ich möchte da nicht voreilig sein, das wird man wahrscheinlich erst nach den nächsten ein bis zwei Spielen sehen. Aber ich denke, dass dieser Sieg mental sehr wichtig war. Die Mannschaft hat gesehen, dass sie noch (oder besser wieder?) gewinnen kann. Auch ein Spiel wie gestern, das mehr gearbeiteter als gespielter Fußball war und nach dem Ausgleich auf der Kippe stand. Ich sehe es so, dass dieses Spiel der Mannschaft Auftrieb geben sollte für die nächsten entscheidenden Wochen im Kampf um den Aufstieg. Mental wird dieser Sieg der Mannschaft weiterhelfen. Vielleicht ist es Parallele zum Sieg gegen Waldhof nach der erfolgosen Serie im November/Dezember. Nun stehen zwei Auswärtsspiele an, wenn die erfolgreich absolviert werden, ist wieder alles drin und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass „der Knoten geplatzt ist“. Klingt auf jeden Fall besser als „… dann ist der Wurm drin“!
Was meint Ihr? Wie geht es die nächsten Wochen weiter? Kommt der TSV 1860 München nochmal in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen?
Die Löwen haben im Heimspiel trotz mäßiger Leistung bei der Pflichtaufgabe gegen strauchelnde Hachinger nichts anbrennen lassen (das erledigten die Fans außerhalb des Stadions). Der Heimsieg des TSV 1860 gegen die SpVgg Unterhaching fiel mit 3:1 zwar vielleicht um ein Tor zu hoch aus, aber was solls…
TSV 1860 – SpVgg Unterhaching
Die erste Hälfte verlief größtenteils ereignislos, Chancen waren eher Mangelware und kleinere Fouls und Diskussionen dominierten eine über weite Strecken langweilige Partie. Daher kam das 1:0 durch Dennis Erdmann mehr oder weniger aus dem Nichts. Nach einem Freistoß von Neudecker von der linken Seite profitierte “Erde” vom Abpraller im Sechzehner und drosch das Leder sehenswert per Volleyabnahme in die Maschen.
Heimsieg am Freitag Abend
Die zweite Hälfte war vom Verlauf recht ähnlich. Zunächst glichen die Gäste durch Drittliga-Rekordspieler Müller aus. Anschließend waren die Löwen etwas cleverer in ihrer Chancenverwertung und so traf brachte Mölders den TSV per Fallrückzieher (66. Minute) spektakulär wieder in Führung. Stefan Lex entschied die Partie nach Mölders-Vorlage (80. Minute) zum 3:1 Endstand.
Die Löwen rutschen durch diesen Sieg zwischenzeitlich auf Tabellenplatz 4. Fehlen wird den Löwen im nächsten Spiel Richy Neudecker nach seiner 5. Gelben Karte.
Herzlich willkommen zum TSV 1860 Liveticker gegen die Spielvereinigung Unterhaching!
Am 26.Spieltag der Saison 2020/21 trifft der TSV 1860 München im Grünwalder Stadion auf die SpVgg Unterhaching. sechzger.de ist erneut live vor Ort und tickert für euch vom Spiel. Anstoß der Partie ist um 18:60 Uhr. Wir begrüßen euch in unserem TSV 1860 Liveticker gegen Unterhaching.
Wo ist das Spiel TSV 1860 München gegen die SpVgg Unterhaching zu sehen und hören?
Das Spiel wird heute erneut nicht im Free-TV ausgestrahlt. Magenta Sport zeigt die Partie wie gewohnt im Fernsehen und im Stream für ihre Kunden. Eine weitere Option bietet Youtube. Für Fans des TSV 1860 außerhalb von D-A-CH ist das Spiel im Stream von German Football zu empfangen.
Wie bei jedem Heimspiel ist auch das Löwen-Radio mit dabei. Die Moderatoren Gilbert Kalb und Jan Mauersberger leiten euch durch die 90 Minuten.
Verena Dietl verlässt den Verwaltungsrat des TSV 1860 München e.V.. Als 3. Bürgermeisterin der Stadt München hat die SPD-Politikerin alle Hände voll zu tun und zollt nun dieser Mehrfachbelastung Tribut.
Verena Dietl verlässt Verwaltungsrat des TSV 1860
Seit 2015 gehörte Dietl dem Verwaltungsrat an, nun verlässt sie das Gremium auf eigenen Wunsch. Zur Begründung ließ sie verlauten:
„Mit meinen vielseitigen Aufgaben als Bürgermeisterin ist es mir leider nicht mehr möglich, mein Amt im Verwaltungsrat weiter auszuführen. Ich bedanke mich für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit. Mitglied im Verwaltungsrat zu sein, war für mich nicht nur verantwortungsvolle Arbeit, sondern auch eine absolute Herzensangelegenheit. Als Sportbürgermeisterin stehe ich dem TSV München von 1860 und dem Verwaltungsrat selbstverständlich weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.“
Bis zum Ende der Wahlperiode in diesem Jahr besteht der Verwaltungsrat somit nurmehr aus acht Mitgliedern. Bei der ordentlichen Mitgliederversammlung 2021 (Termin noch nicht bekannt) wird der Verwaltungsrat komplett neu gewählt.
Dank aus dem Verwaltungsrat
Die verbliebenen Mitgliedern bedauern Dietls Entscheidung zwar, zeigen jedoch Verständnis und danken ihr für ihr Engagement. So äußerten sich Sascha Königsberg und Sebastian Seeböck wie folgt:
„Mit Verena Dietl verliert der Verwaltungsrat nicht nur eine wertvolle Stimme des internen Dialogs, sondern auch eine langjährige verdiente ehrenamtliche Mitstreiterin in seinen Reihen, welche sich sehr für den TSV München von 1860 und seine Belange einsetzt. Dennoch haben wir selbstredend großes Verständnis für Ihre Entscheidung und respektieren diese natürlich. Schließlich wissen wir, dass Verena auch weiterhin eine eng verbundene Ansprechpartnerin für alle Gremien und Offiziellen des TSV München von 1860 sein wird – nicht zuletzt auch in den Themenkreisen Stadion und Turnhalle, welche durch ihre Gremienarbeit nachhaltig geprägt sind. Für die vielen Jahre des wertvollen ehrenamtlichen Einsatzes möchten wir uns – stellvertretend für den gesamten Verein – recht herzlich bei Verena Dietl bedanken.“
Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL des Spiels TSV 1860 München gegen die SpVgg Unterhaching.
Trotz der miserablen Ergebnisse und der schriftlichen Forderung einiger Fanclubs hält der Präsident und Ex-Löwenspieler Manfred Schwabl weiterhin an Trainer Arie van Lent fest. Wie spielt die SpVgg unter van Lent, ist der Trainer das Problem oder sind es doch die Spieler? Kann der TSV 1860 gegen Unterhaching Punkte holen?
Die statistischen Werte der SpVgg Unterhaching
Ballbesitz 53% : 47%
Passgenauigkeit 81%
Defensive Zweikampfquote 61,5%
Flankengenauigkeit 34%
PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 9,36 (zweitbester Wert der Liga)
Das sind nun die üblichen statistischen Werte, die ich vor jedem Spiel für Euch, liebe Leser, heraussuche. Zu diesen Werten möchte ich dieses Mal noch drei weitere hinzufügen. Das ist einmal der sogenannte xG Wert, den ich auch schon in der Analyse des Spiels der Löwen in Saarbrücken benutzt habe. Außerdem die Anzahl erzielter Tore, da diese beiden Werte in Relation zueinander stehen und einiges über die Arbeit des Trainers und die Leistung bzw. das Spielglück der Mannschaft aussagen. Zu guter Letzt folgt noch der xGa Wert (erwartete Gegentore).
Allen, die erwarten, dass die SpVgg im Vorbeigehen geschlagen werden kann, möchte ich, schon bevor ich auf die Gründe nach dem Warum eingehe, sagen: dem ist nicht so.
Mit der SpVgg Unterhaching kommt eine Mannschaft ins Sechzgerstadion, die vielleicht angezählt ist, aber trotzdem guten und vor allem modernen Fußball spielt. Oft fehlt ihr aber der letzte Punch, um in entscheidenden Momenten der Spiele individuell erfolgreich zu sein.
Ein Blick auf den xG Wert
Der xG Wert von Unterhaching über die komplette Saison hinweg liegt bei 40,53. Rein statistisch sollte Unterhaching also bereits rund 41 Tore auf dem Konto haben. Tatsächlich sind es aber nur 25. Was sagt uns das? Entweder sind die Stürmer der Spielvereinigung so schlecht, dass sie einfach das Tor nicht treffen, oder die Torhüter der Gegner wachsen in den Spielen gegen den Verein mit dem Bob im Wappen regelmäßig über sich hinaus. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass sich die Spieler der SpVgg oft entscheiden, aus schlechten Positionen zu schießen, sodass allein die Anzahl der Schüsse den xG Wert nach oben treibt.
Die These mit den zu vielen Schüssen aus schlechten Positionen können wir sofort ad acta legen. Unterhaching schießt im Schnitt zwölf Mal pro Spiel. Davon gehen durchschnittlich vier Schüsse aufs Tor des Gegners.
Folglich kommt nur eine Kombination der beiden ersten Möglichkeiten in Betracht. Wenn es die Hachinger also schaffen, den Knoten bei den eigenen Torchancen zum Platzen zu bringen, ändert sich bei gleichbleibender Spielweise der SpVgg offensiv alles und wir haben es mit einem absoluten Spitzenteam zu tun.
Der xGa Wert
Warum ein Spitzenteam, werden sich nun viele von Euch fragen? Hier kommt der xGa Wert ins Spiel. Die Spielvereinigung Unterhaching rangiert hier mit 33,27 erwarteten Gegentoren auf Platz acht in der vorderen Hälfte der Tabelle, musste aber zusammen mit zwei weiteren Vereinen, deren xGa in etwa den kassierten Gegentreffern entspricht, die bisher zweitmeisten Gegentore hinnehmen.
Ziehen wir also die richtigen Schlüsse aus all diesen statistischen Werten, haben wir mit Unterhaching am Freitag einen Gegner vor der Brust, der a) gute Torgelegenheiten herausspielen kann, die in Summe zu mehr Treffern führen müssten als die Spielvereinigung bisher erzielen konnte, und b) auch gut verteidigt, aber durch ähnlich widrige Umstände wie in der Offensive auch in der Defensive öfter den Kürzeren zieht als es sein müsste.
Unterhaching im 4-2-3-1
Trainer Arie van Lent spielt meist das im modernen Fußball gängigste System 4-2-3-1. Manchmal wählt er auch ein 4-2-2-2 mit hängender Spitze, das unterscheidet sich im Spielaufbau aber nicht wesentlich vom 4-2-3-1. Unterschiede zeigen sich meist erst durch unterschiedliches Verschieben beim Eindringen ins letzte Drittel.
Bei der SpVgg dominiert das Flügelspiel. Die zu Ende gespielten Positionsangriffe gehen zu 37% über die linke Seite und 38% über rechts. Nur 25% der Angriffe gehen durch das Zentrum. Im Schnitt schafft es die Mannschaft von Trainer Arie van Lent 33 Angriffe pro Partie zu Ende zu spielen.
Ob die Spielvereinigung Unterhaching nun über links oder rechts ihre Angriffe gegen den TSV 1860 aufbaut, sollte relativ egal sein. Auf beiden Seiten sind die offensiven Waffen, die man in der Vorstadt hat, gut genug, um den Ball gefährlich vor das Tor des Gegners zu bringen. Hier muss der TSV 1860 München seine defensiven Hebel ansetzen, sollten die Hachinger dem Pressing der Löwen entkommen können, und Folgendes beherzigen. Erstens muss der Raum für die schnellen Spieler auf den Außenpositionen eng gemacht werden, sowie zweitens auch die Passwege ins Zentrum so zugestellt werden, dass es wenig Möglichkeiten für Haching gibt, dorthin auszuweichen.
Gelingt dies, muss die SpVgg den Raum für das eigene Offensivspiel über Seitenwechsel suchen. Das kann das Spieltempo für den Gegner derart verlangsamen, dass die Löwen, obwohl sie über die Breite des Feldes verschieben müssten, auch vernünftig defensiven Druck auf der anderen Spielfeldseite ausüben und die Vorstädter ihre Angriffe nicht so zahlreich wie üblich ins letzte Drittel vortragen können.
Stärken und Schwächen des 4-2-3-1
Die letzten Male gegen Mannschaften im 4-2-3-1 haben wir die Stärken und Schwächen des Systems stichpunktartig beleuchtet. Heute gibt es das mal wieder ausführlich.
Die Stärken
Gegen den Ball ist das 4-2-3-1 in der Zentrale und Richtung eigener Box sehr kompakt. Es gibt den Gegnern kaum Raum, um dort vernünftiges Passkombinationsspiel aufzuziehen. Auch gegen zwei oder drei Stürmer ist man durch die beiden defensiven Mittelfeldspieler gut abgesichert. Nach Balleroberung kann das Spiel über die beiden Sechser relativ variabel gestaltet werden. Sowohl über die Flügel als auch über das Zentrum sind schnelle Angriffe möglich, wenn man die Lücken im Raum schnell erfasst und alle Offensivspieler ihre Laufwege situationsbedingt richtig anlegen. Oft schaltet sich einer der beiden Sechser auch aktiv und nicht nur als Ballverteiler in das Offensivspiel mit ein. Dadurch wird die Offensive als Ganzes schwerer ausrechenbar.
Die Schwächen
Gegen den Ball ist ein Gegner, der gern über die Flügel angreift, schwer zu kontrollieren. Das liegt daran, dass die Wege zur Doppelung eines Spielers relativ weit sind und dies vom Angreifer oft schon erkannt wird, wenn sich der doppelnde Gegner aus seiner taktischen Grundposition löst. Das führt bei guter Spielübersicht und genauem Passspiel zu viel Raum für die angreifende Mannschaft. Die Mittelfeldspieler auf den Außenpositionen müssen außerdem ein extrem hohes Laufpensum bewältigen, wenn sie die gegnerischen Flügel unter Kontrolle halten wollen. Im Spiel nach vorne ist vor allem das Fehlen eines zweiten Stürmers ein großes Manko, da sich dadurch für den Spieler in der Sturmzentrale nur wenig Raum zur Entfaltung seiner Fähigkeiten bietet. Deshalb sind torgefährliche Mittelfeldspieler, die mit aufrücken, für ein erfolgreiches 4-2-3-1 zwingend erforderlich.
Wie ist Unterhaching für den TSV 1860 zu knacken?
Ähnlich wie auch im Hinspiel müssen es die Löwen schaffen über kreatives und variables Flügelspiel zum Erfolg zu kommen. Insbesondere wenn Rechtsverteidiger Schwabl zu einem seiner Sturmläufe angesetzt hat, kann es auf dem linken Flügel für die Löwen zu guten Möglichkeiten kommen. Dafür müssen die Angriffe in diesen Umschaltsituationen gut ausgespielt werden. Im Positionsspiel kann es die Lösung sein, über angedeutetes Überzahlspiel auf einem der Flügel Unterhaching so zur Verdichtung der Räume dort zu zwingen, dass durch genaue Spielverlagerung ins Zentrum oder auf die gegenüberliegende Seite nutzbare Räume für den TSV 1860 München entstehen.
Die Schlüsselspieler
…in der Defensive
Torwart Jo Coppens (#48) ist möglicherweise eine Schwachstelle der SpVgg. Nach dem Motto “jeder 4. Schuss ein Treffer” fing sich der Neuzugang von Lillestrøm SK seit er nach dem Weggang von Nico Mantl zu RB Salzburg das Tor der Vorstädter hütet bei 32 Schüssen 8 Tore. Der 30 Jahre alte und 1,90 m große Belgier, der vor seinem Wechsel nach Norwegen drei Jahre bei Carl Zeiss Jena das Tor hütete, ist eine absolute Bank hinsichtlich der Strafraumbeherrschung. Hohe Bälle sind für ihn meist leichte Beute.
Außenverteidiger Markus Schwabl (#23): Er ist die Triebfeder im Spiel auf der rechten Seite. Das gilt ebenso für seinen Kollegen Dombrowka (#8) auf der linken Seite. Ob Dombrowka jedoch zum Zug kommen wird oder Arie van Lent dem jungen Jannis Turtschan, der gegen Duisburg ein gutes Spiel ablieferte, den Vorzug gibt, werden wir wohl nicht vor Freitag erfahren.
Innenverteidiger Robert Müller (#4) hat eine relativ schlechte defensive Zweikampfquote, ist aber überaus kopfballstark und äußerst passsicher im Spielaufbau. Schnelle quirlige Spieler sollten sich gegen ihn durchsetzen können und so für gute Szenen des TSV 1860 München im Strafraum der Hachinger sorgen. Er ist mit aktuell 336 absolvierten Partien der Rekordspieler in der 3.Liga.
…in der Offensive
Die offensiven Mittelfeldspieler Niclas Anspach (#18) und Luca Marseiler (#30) sind beide gleichermaßen gefährlich. Auf sie müssen die Löwen gegen den Ball besonders aufpassen. Technisch versiert, mit gutem Auge und exzellentem Passspiel können sie in jedem Spiel den Unterschied machen.
Dominik Stroh-Engel (#7) ist nach der Verletzung von Patrick Hasenhüttl der Alleinunterhalter im Sturm. Seine Qualitäten hinsichtlich Abschlüssen und Vorlagen sind bekannt. Hoffen wir, dass es nicht soweit kommt und er sie zeigen kann.
Es fehlen sicher: Moritz Heinrich (Gelbsperre), Josef Welzmüller (Kreuzbandriss), Alexander Kaltner (Kreuzbandriss), Patrick Hasenhüttel (Knie OP)
Ob die Ex-Löwen Dominik Stahl und Stephan Hain (beide Trainingsrückstand) am Freitag möglicherweise für Einsätze zur Verfügung stünden, entzieht sich meiner Kenntnis.
Fazit
Wie oben schon geschrieben, ist die SpVgg Unterhaching keineswegs so schlecht wie es die momentane Tabelle vermuten lässt. Wenn dort der offensive Knoten platzt, wird sich die Mannschaft wieder aus dem Tabellenkeller befreien. Von daher darf man die Vorstädter auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen.
Welche Taktik Trainer Köllner der Mannschaft des TSV 1860 München auch immer für das S-Bahn Derby gegen Unterhaching mitgeben wird; diese Taktik und den daraus folgenden Matchplan einzuhalten, wird essenziell sein, um das Spiel erfolgreich zu gestalten. Wenn dann auch die Chancenverwertung wieder stimmt, sollte ein Erfolg gegen den Verein mit dem Bob im Wappen möglich sein. Defensive Disziplin, Kreativität auf den Flügeln und Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten sind in meinen Augen das Rezept, um gegen Haching drei Punkte einzufahren.
Diese Aufstellung erwarte ich von Unterhaching gegen unseren TSV 1860 München
So könnte die SpVgg Unterhaching gegen den TSV 1860 München antreten
Der Vorbericht zum Spiel der Löwen gegen die Münchner Vorstädter.
Ganz anders als gegen unseren Gegner vom vergangenen Wochenende, gegen den in der 3. Liga aus zwei Spielen nun also genau null Punkte auf der Habenseite der Löwen zu finden sind, sieht die jüngere Bilanz gegen jenen Verein aus, der heute Abend im Sechzgerstadion vorbeischaut: Die letzten fünf Duelle (eines davon im Totopokal) mit der SpVgg Unterhaching konnte der TSV 1860 gewinnen. Lediglich im September 2018, im ersten Treffen nach dem Aufstieg, überließen wir den Vorstädtern ein mickriges Pünktchen, welches sie sich auch erst in der Nachspielzeit sichern konnten. Seitdem trug der Sieger im sogenannten Münchner “S-Bahn-Derby” immer weiß und blau.
Das erste Geisterspiel gegen Unterhaching Ende Juni 2020
Nach wie vor negative Gesamtbilanz
Diese Aufbesserung der Gesamtbilanz gegen Haching in den letzten Jahren tat aber auch Not: Zum insgesamt 34. Mal kreuzen wir heute mit den Rotblauen in einem Pflichtspiel die Klingen und blicken dabei weiterhin auf satte 13 Niederlagen und neun Unentschieden zurück. Die Anzahl der Löwensiege kann mit einem heutigen Erfolg immerhin auf zwölf gestellt werden. Allerdings könnte es in der Folge dann durchaus passieren, dass noch einige Zeit vergeht, bis die Löwen- und Statistikfreunde sich über eine vollständig ausgeglichene Bilanz gegen diesen Gegner freuen dürfen: Ein Drittligaduell mit den Vorstädtern in der kommenden Saison erscheint im Moment eher unwahrscheinlich. Und das liegt nicht daran, dass der Verfasser dieser Zeilen weiterhin uneingeschränkt vom Aufstieg der Löwen in die 2. Bundesliga träumt…
Heute vielleicht das letzte Duell für länger?
Nein, die Hachinger sind es, die im Moment sehr klar auf Kurs „Adios 3. Liga“ liegen. Die drittletzte Tabellenposition, die sie derzeit einnehmen, sieht schon schlimm aus – dabei ist diese Platzierung sogar noch trügerisch: Als einziges Team im Keller hat die Mannschaft von Trainer Arie van Lent bereits 25 Spiele absolviert und daraus nur 21 Punkte gesammelt. Wenn Lübeck (23 Spiele/20 Punkte) und Magdeburg (24/21) in ihren Nachholspielen nur jeweils einfach punkten, dann übernimmt Haching direkt die Rote Laterne. Wenn dann auch noch Duisburg (23/24) und Uerdingen (21/24) ihre zahlreichen noch offenen Partien einigermaßen erfolgreich gestalten, dann tut sich aus der Perspektive im Münchner Südosten schon eine deutliche Lücke zum rettenden Ufer auf.
Niederlagen und Verkauf eines Leistungsträgers
Im Jahresfinale 2020 konnte man Spiele gegen den FCK und in Mannheim siegreich gestalten sowie den kleinen Roten ein Unentschieden abtrotzen. Danach setzte es jedoch in zehn sieglosen Partien neun Pleiten. Eine Nullnummer gegen Türk Gücü Mitte Januar bedeutete den bislang einzigen Punkt im Jahr 2021 für Kapitän Markus Schwabl und seine Mitstreiter. Zu allem Überfluss verließ der laut kicker-Durchschnittnote beste Hachinger Akteur der ersten Saisonhälfte, Torwart Nico Mantl den Club im Winter in Richtung Red Bull Salzburg. Rund zwei Millionen, so heißt es hinter vorgehaltener Hand, spülte dieser Transfer in die auch hier klammen Kassen. Als „wirtschaftlich absolut notwendig“ bezeichnete der Präsident, Kapitänsvater und – wie der Sohn Ex-Löwe – Manni Schwabl diesen Verkauf, weil es sonst in der Vorstadt „sehr, sehr eng“ geworden wäre.
Der verpuffte Börsengang
Dabei sah noch vor gar nicht all zu langer Zeit alles so rosig aus rund um den Alpenbauer-Sportpark. Im Sommer 2019 ging man als erst zweiter Fußballverein in Deutschland an die Börse und träumte von einer goldenen Zukunft in höheren Ligen. Auch im medialen Umfeld des TSV 1860 wurde zu jener Zeit das von Schwabl senior verantwortete Konstrukt vereinzelt gerne als Ideal herangezogen, dem man an der Grünwalder Straße schon bald hinterherhinken würde. So können sich auch vermeintliche Experten täuschen.
Trainerfrage wird in Haching vorerst nicht gestellt
Als durchaus positiv, vielleicht sogar vorbildlich darf man im knallharten Business Profifußball hervorheben, dass Coach van Lent in Unterhaching aktuell eigentlich nicht um seinen Job fürchten muss. Manni Schwabl hat – auch gegen zuletzt lauter werdende Kritik – dem Trainer sein fortgesetztes Vertrauen ausgesprochen. Und das trotz der oben angesprochenen Katastrophenbilanz von elf Spielen ohne Sieg (fünf der dabei erzielten acht Treffer fielen übrigens in nur zwei Spielen: bei der 2:3-Pleite in Meppen und dem dramatischen 3:4 gegen Verl).
Dem gebürtigen Holländer, der im Sommer 2020 den so perfekt ins beschauliche Unterhaching passenden und außerordentlich sympatischen Claus Schromm an der Seitenlinie beerbt hatte, wird allerdings bei Weitem nicht mehr von allen Seiten der Rücken gestärkt. Im Blog Überhaching forderte schon am letzten Sonntag der Autor eines Kommentars – nach der Niederlage in Duisburg tags zuvor – unmissverständlich den sofortigen Rauswurf des 50jährigen Trainers. Unter der Woche schlossen sich dann 14 Fanclubs der Rotblauen an und richteten einen offenen Brief an Schwabl mit der identischen Forderung.
Sechzger.de natürlich wieder mit Liveticker
Ob der 54-jährige Holzkirchener vielleicht schon heute Abend, nach einer neuerlichen Pleite für seine Akteure erneut die Schwüre vom „gemeinsamen Durchstehen der schwierigen Situation“ in die Mikrofone diktieren muss und was sonst noch so in Giesing passiert – Ihr erfahrt es wie gewohnt aus dem sechzger.de-Liveticker ab den Nachmittagsstunden. Bei einem Freitagabend-Flutlichtspiel in Giesing gegen Unterhaching kommen einem natürlich sofort die Erinnerungen an das dramatische Totopokalspiel vom 11. Oktober 2019 in den Sinn, als Marco Hiller nach einem 1:1 nach 90 Minuten zum Elferkiller wurde und der Jubel auf Giesings Höhen keine Grenzen kannte. Auch wenn heute auf den Rängen leider bestenfalls ein paar Zaunfahnen wehen – nur ein Hauch der Euphorie von damals auf dem Rasen wäre uns um viertel vor neun sehr Recht!
Marco Hiller, der gefeierte Held des Elfmeterschießens gegen Haching im Oktober 2019