Drei Spiele, sieben Punkte und Tabellenplatz zwei. Die Löwen liefern! Durch zwei späte Joker-Tore von Hobsch und Philipp siegte Münchens große Liebe am neuen Tivoli gestern spät mit 2:0 und sorgten für Extase bei den etwa 2.500 mitgereisten Löwen-Fans. Auch wenn es mit Sicherheit keine Glanzvorstellung war, so haben sich die Löwen die drei Punkte erarbeitet, mit solider Defensiv-Arbeit, Taktik-Treue und wahnsinniger Qualität von der Bank. Kritik ist durchaus erlaubt, aber bei sieben Punkten aus drei Spielen gegen Essen, Osnabrück und zuletzt Alemannia Aachen? Das sind wirklich keine No Names! Locker bleiben und genießen, liebe Löwen-Fans!
Nur Zauberfußball geht halt einfach nicht
Betrachtet man das Spiel in Aachen näher und mit etwas Abstand so wird man vielleicht davon abrücken müssen, die erste Halbzeit als “sehr mau” zu kritisieren, wie es in dem einen oder anderen Fan-Chat zu lesen war. Ja, die Chancen waren rar, aber auf Aachener Seite gab es schlichtweg gar keine. Und das liegt daran, dass die Löwen ihr Spielkonzept und ihre Taktik in jeder Sekunde durchziehen! Was Verlaat, Dulic und Voet in der Dreierkette wegrackern, was Jacobsen und Deniz im Zentrum weglaufen und was die Außen und die Offensive auch dann wegackert, wenn einem mal nicht alles rausgeht – das ist das Geheimnis des Erfolgs.
Im Hexenkessel die Ruhe bewahrt
Was folgte war eine völlig chaotische und sehr hektische zweite Halbzeit und auch hier bewahrten die Löwen die Ruhe. Mein Mann des Spiels war Verlaat, der erst am eigenen Strafraum niedergedroschen wird, dafür völlig zu Unrecht Gelb sieht, aufsteht und in der letzten halben Stunde alles klärt, was man klären kann – sich mit vollem Risiko in Anbetracht eines Platzverweises in den Dienst der Mannschaft stellt. Auch Defensivarbeit kann schön sein und sie ist wichtig für den Erfolg der Mannschaft. Achtung Phrasenschwein: Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Meisterschaften. Keeper Dähne strahlt bislang eine Sicherheit aus, die man in der dritten Liga kaum einmal bei einem Torwart sieht. Vor 25.000 Zuschauern, in einem Hexenkessel wie dem Tivoli, vor enthusiastischen Fans beider Seiten muss man erst einmal so die Ruhe bewahren wie die Löwen gestern.
Die Qualität im Kader macht den Unterschied
Und am Ende war es kein Zufall, dass mit Hobsch und Philipp zwei Joker das Spiel für Münchens große Liebe entschieden haben. Denn was 1860 heuer von der Bank bringen kann, das sucht weit und breit seinesgleichen. Auch Coach Glöckner bewahrte die Ruhe, nahm den verwarnten Niederlechner rechtzeitig raus und brachte dafür Hobsch, der den Dreier mit seiner Coolness vor dem Kasten einleitete. Einen Niederlechner und einen Volland wird ein Gegner auf Profiniveau schon das eine oder andere Mal rausnehmen können und doch hatten beide großen Anteil am Sieg – auch ohne selbst zu treffen. Niederlechner mit viel Einsatz und Laufarbeit, Volland mit starken Pässen wie auf Philipp beim Alleingang nach 70 Minuten und wie auf Hobsch beim 0:1. Das ist die Qualität im Kader, die in Summe den Unterschied macht.
Vergesst nicht wo wir herkommen
Man darf nie vergessen, wo wir herkommen. Wir haben jetzt zwei Jahre hintereinander um den Klassenerhalt gezittert. Und nach einem bärenstarken Transfersommer, danke an Dr. Werner der mal sowas von geliefert hat, stiegen die Erwartungen ins Unermessliche. Klar, wir wollen alle zurück in die zweite Liga, aber dass dies kein Selbstläufer wird, sollte spätestens nach dem Spiel in Aachen jetzt allen klar sein, oder?
Euphorie ist erlaubt und schön für alle
Die Euphorie bei den Fans der Löwen ist wunderbar und schön für alle. Schon heute freuen wir uns doch alle auf das nächste Heimspiel am Samstag. Das Grünwalder Stadion wird Kopf stehen, die Stimmung für Gänsehaut sorgen, dafür muss man kein Prophet sein. Aber wir dürfen nicht jede Woche eine Galavorstellung erwarten, diese werden wir von unseren Jungs noch oft genug zu sehen bekommen. Genau solche Kampfspiele und solche dreckigen Auswärtssiege wie in Aachen werden am Ende darüber entscheiden, welche Teams in einer erneut starken dritten Liga auf den ersten drei Plätzen stehen. Und da ist es mir – sorry für die Ausdruckweise – absolut scheißegal, ob die Löwen mit dem Flugzeug, dem Bus oder dem Radl nach Aachen reisen. Solange es am Ende funktioniert… Und das tut es momentan und hoffentlich auch weiterhin.
Locker bleiben, liebe Löwen-Fans
Genießen wir den kleinen Lauf, den unser Team schon heute hat. Genießen wir die Auswärtsfahrten mit mehreren tausend Gleichgesinnten in die entlegensten Winkel der Nation und feiern wir gemeinsam die Mannschaft, egal ob sie mit sechs Zaubertoren oder durch ein Eigentor am Ende erfolgreich ist.
Deshalb: Locker bleiben liebe Löwen-Fans. Der Auftritt in Aachen war sicherlich kein Zauberfußball, aber er war effizient, er war defensiv und taktisch bärenstark und er war erfolgreich. Das belegen übrigens auch die Statistiken. 1860 hatte mehr Torschüsse, deutlich mehr Ballbesitz und eine klar bessere Zweikampf-Quote, auch wenn das im Stadion oder vorm dem TV nicht immer so aussieht. Liebe Grüße gehen raus an Taktik-Guru Bernd, vielleicht magst Du das ja wieder einmal mit Zahlen unterlegen?
Der neue Biss des Löwen
Aufgehts Löwen, weiter so – denn DAS ist der neue Biss des Löwen, das ist die neue Effektivität, die neue taktische Disziplin und ein kleines Bissl sicher auch das neue Dusel der Löwen. Vielleicht war es ja doch für etwas gut, dass wir die vielen Fehlentscheidungen gegen uns in den letzten Jahren so tapfer ertragen haben… Locker bleiben, genießen und sich auf nächsten Samstag freuen – was wollen wir denn mehr?
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