Start Blog Seite 430

TSV 1860 – Hallescher FC (1:0), die Taktiktafelanalyse

0
Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich Willkommen zur Taktiktafelanalyse des Spiels TSV 1860 München – Hallescher FC. Am Ende gewinnen die Löwen verdient in einem zerfahrenen Spiel, dass durch viele Fouls der Gäste oft an Tempo verlor. Der sehenswerte Freistoßtreffer durch Julian Guttau besiegelte das Schicksal der Gäste schon früh in der Partie.

Die Partie TSV 1860 – Hallescher FC wird als Arbeitssieg in die Annalen der Saison 23/24 eingehen. Auch solche Spiele muss man erst mal über die Zeit schaukeln. Die Hallenser wurden wie erwartet von Trainer Sreto Ristic im 4-3-3, das sich gegen den Ball auf ein asymmetrisches 4-4-2 verschob, ins Rennen geschickt. Die Sechzger starteten hingegen im 4-4-2, das in der Spitze wieder sehr variabel angelegt war. Gegen den Ball verschoben die Löwen im eigenen letzten Drittel auf 4-5-1.

Mit zunächst eher mittig bis tief angelegter Pressinglinie und mittig angelegter Defensivlinie erwarteten die Hallenser die Löwen in einer engmaschigen sowie kompakten Formation, die es den Löwen durchaus schwer machte die gegnerische Box zu penetrieren. Auch die Sechzger hatten ihre Pressinglinie zu Beginn des Spiels nicht auf höchstem Niveau stehen. Die Defensivlinie formierte sich von der Höhe her meist diesem Anlauflevel angepasst.

Phasen

Phase 1

In der ersten Phase der Partie, die bis zum Führungstreffer andauerte, hat Halle lediglich einen Positionsangriff tatsächlich bis tief in die Hälfte der Sechzger durchbringen können. Das Mittelfeld der Löwen war in dieser Phase für Halle fast nicht zu durchdringen. Nach dem Führungstreffer für die Sechzger änderte sich die defensive Herangehensweise der Gäste gegen das Positionsspiel der Hausherren im Spiel TSV 1860 – Hallescher FC. Das änderte aber bis zur Halbzeitpause nichts an der Dominanz der Hausherren. Besonders beim Ballbesitz aber auch bei den meisten anderen wichtigen Statistiken (mit einer Ausnahme) sprechen die Zahlen in dieser Phase klar für die Löwen.

Phase 2

Zwischen der 17. Minute, in der die Löwen den Führungstreffer erzielten und dem Pausenpfiff, also der zweiten Phase im Spiel, gelang es der Gastmannschaft trotz aggressiverem und höherem Anpressen lediglich weitere vier Mal bis ins letzte Drittel der Löwen vorzudringen. Ausbeute hierbei waren zwei Ballkontakte für Halle in der Box des TSV 1860 München und ein sehenswerter Fernschuss, den Löwenkeeper Richter sensationell entschärfte und zum Glück an die Latte lenken konnte.

Die Sechzger spielten in dieser Phase offensiv wie defensiv sehr kontrolliert und abgeklärt. Im letzten Drittel wurde versucht über Läufe und Pässe über die gesamte Breite des Spielfelds verteilt in die gegnerische Box einzudringen. Flanken waren Mangelware. Gegen den Ball ließ der TSV 1860, abgesehen von dem gefährlichen Weitschuss des Halleschen FC durch Eitschberger, nichts anbrennen. Drücken wir das anhand der die Chancenqualität bezeichnenden, relativen Zahlen aus, hatten die Sechzger hier einen Qualitätsvorsprung von 58% bei den abgegebenen Schüssen.

Phase 3

Als dritte Phase des Spiels muss man dann die erste halbe Stunde der zweiten Halbzeit ansehen. Halle versuchte den Löwen den Schneid abzukaufen und wurde stärker. Die Sechzger verteidigten ihre Box und das letzte Drittel jedoch gut, sodass Halle zwar zu Chancen kam – diese aber nicht nutzte. Auch die größte Gelegenheit der Gäste durch Deniz, der zentral vor Richters Kasten stehend in der 64. Minute das lange Eck nicht traf, fiel in diese Phase. Die Löwen hatten offensiv in dieser Phase wenig Aktien auf ihrer Seite.

Wenn der TSV 1860 es bis ins letzte Drittel der Gäste schaffte, kam man allerdings bei jedem zweiten Angriff auch in deren Box und zum Abschluss. Allerdings waren diese Situationen rar gesät, sodass es für diese Phase besser klingt als es war. Die Spieler des TSV 1860 München standen jedoch nach wie vor meist gut gegen den Ball. Mit vereinzelten Strafraumszenen der Gäste muss man – weil Fußball ein Fehlerspiel ist und bleibt – je länger eine Partie dauert immer rechnen. Für die Menge an Ballbesitz hätte man allerdings mehr erwarten dürfen, wenn man Fan des HFC wäre. Halle hatte in dieser Phase 66% Ballbesitz und kam dabei lediglich zu sechs Ballberührungen in der Box des TSV 1860.

Phase 4

In der letzten Viertelstunde plus Nachspielzeit entwickelte sich die Partie wieder offener mit einem deutlichen Plus an zuende gespielten Angriffen für die Sechzger, aber leider ohne weiteren Torerfolg – und das trotz Ballbesitzvorteilen seitens der Gäste.

Vor der genaueren Analyse gibt es an dieser Stelle wie immer die statistischen Werte der Partie TSV 1860 – Hallescher FC.

Statistische Werte TSV 1860 – Hallescher FC

  • Ballbesitz TSV 1860 44% – Halle 56%
  • Passgenauigkeit TSV 1860 83% – Halle 82%
  • defensive Zweikampfquote TSV 1860 68% – Halle 65%
  • Schüsse/aufs Tor TSV 1860 9/4 – Halle 10/2
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) TSV 1860 16,3 – 7,14

Analyse der Statistischen Werte

Ballbesitz (44%:56%)

Wie oben schon bei der Erläuterung der Spielphasen erklärt, hatten die Löwen bis zum Führungstreffer in dieser Kategorie deutliche Vorteile. In Abhängigkeit vom Ballbesitz der Hallenser waren die Sechzger den Gästen hier um 42% voraus. Wir brauchen die Gründe dabei auch keineswegs in unproduktivem Geschiebe in der letzten Reihe suchen. Sechzig war ball- und feldüberlegen, hatte ein deutliches Plus an zuende gespielten Positionsangriffen und natürlich auch die Führung auf der Habenseite.

In der zweiten Phase bis zum Pausentee sahen wir ein Spiel, das ausgeglichenen Ballbesitz (50:50) aufweist. Allerdings waren die Sechzger auch hier deutlich überlegen und brachten während ihrer Ballbesitzphasen die Kugel deutlich öfter ins letzte Drittel des Gegners.

Die dritte Phase in der das Spiel, hätten die Gäste Zielwasser im Gepäck gehabt, möglicherweise hätte kippen können, war geprägt von Dominanz der Hallenser auf dem Feld zwischen den Strafräumen und Ballbesitzvorteilen von 46% in Abhängigkeit des Ballbesitzes der Löwen. Die Abschlussschwäche des Halleschen FC war in dieser Phase entscheidend, dass die Gäste nicht zum Ausgleich kamen.

In der letzten Phase, der Schlussviertelstunde, waren die Gäste zwar nach wie vor mit mehr Ballbesitz unterwegs, aber sie konnten lediglich fünf Mal bis ins letzte Drittel der Löwen vordringen. Bei 30% weniger Ballbesitz in Abhängigkeit vom eigenen Ballbesitz schafften es die Sechzger sechs mal häufiger als die Gäste aus Halle bis ins gegnerische letzte Drittel vorzudringen.

Passgenauigkeit (83%:82%)

Bei der Analyse dieser Statistik müssen wir die Partie nicht in Phasen zerlegen. Die Sechzger waren vor allem im Spiel nach vorne äußerst präzise. In der für Raumgewinn wichtigen Kategorie der progressiven Pässe haben die Sechzger einen Wert von 79% erreicht. Das sagt schon sehr viel aus. Rück- und Querpässe innerhalb der eigenen Defensivabteilung fallen nicht ins Gewicht, hier haben die Löwen keine übertrieben hohen Zahlen aufzuweisen und alles dort befindet sich im Vergleich zu den Pässen in den anderen Mannschaftsteilen in einem annehmbaren Verhältnis.

Anders sieht es da beim HFC aus. 39 Rückpässe sowie sage und schreibe 131 Querpässe innerhalb des eigenen Defensivverbundes spielten die Hallenser, um ihre Angriffe vorzubereiten. Wenn man bedenkt, dass jeder Rückpass hier auch wieder einen mehr oder weniger unproduktiven, weil ohne tatsächlich erzielten Raumgewinn Vorwärtspass nach sich zieht, kommen wir auf 209 Pässe, die keinerlei offensiven Mehrwert für Halle aufweisen. Auf die Gesamtzahl aller Pässe der Hallenser fallen damit rund 44% Pässe, die keine echte Progression ins Spiel des HFC brachten.

Summa Summarum war also trotz insgesamt geringerem Ballbesitz die Produktivität bei den Angriffen bei den Löwen höher. Das sieht man auch an der Gesamtzahl der zuende gespielten Positionsangriffe. In Abhängigkeit der Angriffe, die Halle bis ins gegnerische letzte Drittel durchbringen konnte, haben die Sechzger hier die Nase um 23% gegenüber den Gästen vorn.

Defensive Zweikampfquote (68%:65%)

Wow möchte man sagen wenn man die Zweikampfquote der Löwen sieht, und Doppelwow, wenn man sie mit den Zahlen der letzten Spiele vergleicht. Und das zurecht. Hier zeigt uns die Statistik beider Mannschaften starke Werte. Allerdings muss man unbedingt anmerken, dass die Sechzger insgesamt (also in absoluten Zahlen) viel weniger defensive Zweikämpfe verloren und deutlich häufiger offensive Zweikämpfe gewannen. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Halle sehr viel mit hintenherum spielen beschäftigt war, somit selbst deutlich weniger offensive Zweikämpfe führte und sechzig deshalb weniger in Defensivduelle gehen musste.

Zum besseren Verständnis dieser vielleicht für den ein oder anderen etwas komplizierten Zusammenhänge sei gesagt, dass die Löwen mehr als doppelt so viele ihrer offensiven Zweikämpfe gewinnen konnte als die Hallenser. Dass das möglicherweise unlogisch klingt, ändert nichts an der statistischen Wahrheit, die hauptsächlich darauf beruht, dass Halle bei eigenem Ballbesitz für den Weg nach vorn oft einfach sehr lange brauchte.

Wichtig zu erwähnen ist ebenso die Qualität der defensiven Zweikämpfe. Was bei Halle oft in einem Foul endete, konnten die Sechzger größtenteils fair lösen. Die vielen Fouls der Gäste im Spiel TSV 1860 München – Hallescher FC sorgten auch für die Zerfahrenheit der Partie, sodass selten ein richtiger Spielfluss aufkommen konnte.

Im Schnitt gab es alle 50 Sekunden eine Unterbrechung durch Fouls, Ecken, Einwürfe oder Eckstöße. Dabei ist anzumerken, dass die Löwen zwei Freistöße mehr als Einwürfe ausführten. Das ist absolut ungewöhnlich. Auf alle Unterbrechungen heruntergerechnet bedeutet das: es gab 16% mehr Unterbrechungen als im Saisonschnitt. Das ist nicht gerade wenig. Die am meisten ins Gewicht fallenden Unterbrechungen durch oft zeitraubenden Freistoßentscheitungen haben hier einen Anteil von 66% über dem Durchschnittswert.

Schüsse/aufs Tor (9/4:10:2)

Einen Schuss weniger, aber dafür eine um 24% höhere Schussgenauigkeit als der Gegner hatten die Sechzger im Spiel TSV 1860 München – Hallescher FC vorzuweisen.

Die Chancenqualität insgesamt kippt allerdings diesmal auf die Seite der Gäste. Die Hallenser hatten hier ein leichtes Qualitätsplus, das allerdings durch die schwache Chancenverwertung diesmal nicht wirklich relevant ist.

Problematisch ist allerdings, dass wir beim Verteidigen der Box wieder etwas sahen, was mir persönlich und vermutlich auch Euch, liebe Leser, nicht gefallen kann. Kein einziger Schuss der Gäste wurde durch einen Abwehrspieler geblockt.

Witzigerweise schafften die Hallenser das auch lediglich zweimal und das bei Schüssen von vor der Strafraumgrenze.

Die qualitativ beste Chance im Spiel hatte wieder einmal Fynn Lakenmacher. Leider war sein Schussversuch aus ca. sieben Metern nicht druckvoll genug, um den Torhüter der Hallenser ernsthaft prüfen zu können.

PPDA (16,3:7,14)

Hier zeigen uns die Zahlen bezüglich der Pressingintensität gesehen aufs ganze Spiel nicht das, was eigentlich auf dem Platz zu sehen war. Wir müssen also wieder zurück zu den vorher angesprochenen Phasen. In der ersten Phase bis zum Führungstreffer verhielten sich die Hallenser eher passiv und hatten abgesehen vom ersten Positionsangriff im Spiel keine Ambitionen direkt zu pressen. Halle hielt sich in dieser Zeit an die gewohnte Herangehensweise und versuchte Ballgewinne in der zweiten Reihe oder tief zu erzielen.

Nach der Führung durch Julian Guttau veränderte Halle das und lief aggressiver an. Allerdings brachte das den Hallensern zunächst wenig Erfolg im Spiel nach vorne.

Nach dem Pausentee kauften die Gäste durch das weiterhin konsequente Pressing den Löwen etwas den Schneid ab, konnten allerdings trotz des intensiveren Anlaufens und vieler gesetzter Aktionen in den Pressingrelevanten Zonen in diesem Zeitraum nur selten Ballgewinne erzielen.

In der letzten halben Stunde wurde Halle diesbezüglich noch aggressiver mit zwischenzeitlich etwas besserem Erfolg, aber dennoch ohne dass die Pressingarbeit wirklich zu erfolgreichem Angriffsspiel geführt hätte.

Bei den Sechzgern, die in der ersten Phase bis zum eigenen Treffer kaum Probleme hatten selbst in Ballbesitz zu kommen und auch im weiteren Verlauf bis zur Pause im Pressing wenig investieren mussten, da sie sich auf Abspielfehler der Gäste verlassen konnten bzw. durch gutes Stellungsspiel im Mittelfeld und dem eigenen letzten Drittel beim Abfangen gegnerischer Passversuche leicht taten, war nach dem Pausentee alles auf tiefes Verteidigen ausgelegt und somit kaum Aktionen gegen den Ball im pressingrelevanten Raum vorhanden. In der letzten halben Stunde stabilisierte sich das mit dem Topwert für diese statistische Kategorie während der Schlussviertelstunde, als auch die Sechzger dann wieder mehr investierten, um vielleicht doch noch in einer Umschaltaktion zum zweiten Treffer zu kommen.

Das Tor

Ein wunderschöner direkt verwandelter Freistoß von Julian Guttau sorgte in der 17. Minute aus zentraler Position aus etwa 18 Metern für die 1:0 Führung und gleichzeitig den Endstand. Zu bewundern ist das Tor und weitere Highlights hier.

Ich denke mehr gibt es zu diesem Treffer, der im vom Schützen aus gesehen rechten oberen Eck des Tores einschlug, nicht zu sagen.

Das fiel auf

Leroy Kwadwo

Der Verteidiger ist auf der linken defensiven Außenbahn schon in den letzten Spielen positiv aufgefallen, aber am Sonntag war er für mich der beste Mann auf dem Platz. Was er an Laufarbeit leistet ist schon allein aller Ehren Wert. Aber seine progressiven Läufe mit Ball, während derer er nur durch ein Foulspiel des Gegenspielers zu stoppen zu sein scheint, waren am Sonntagabend im Spiel TSV 1860 – Hallescher FC eine Augenweide. Genauso wie sein unermüdlicher und souveräner Einsatz gegen den Ball.

Mit lediglich einem verlorenen Defensivzweikampf, 66% gewonnenen Offensivzweikämpfen und einer Gesamterfolgsquote von 74% bei allen seinen Aktionen hat Kwadwo am Sonntagabend ein Statement gesetzt. Weiter so.

Julian Guttau

Vom Gegner schwer unter Kontrolle zu bringen, mit einer Passquote von 75% (was für einen Offensivspieler sehr gut ist) und dem goldenen Tor am Sonntag konnte sich Guttau zum zweiten Mal für die Elf des Tages im Fachmagazin kicker qualifizieren. Sein gutes Zusammenspiel mit den Nebenleuten führte leider nicht zu weiteren Toren für den TSV 1860, was allerdings nicht ihm anzukreiden ist. Seine drei Schussvorlagen wurden leider nicht verwandelt.

Defensive Stabilität

Zeitweise haben die Löwen etwas gewackelt, aber sie sind nicht gefallen. Trotzdem gilt es gerade in der Box öfter hinter dem Ball bei Chancen des Gegners zu stehen. Die Tatsache, dass keiner der Schüsse des Gegners geblockt werden konnte, lässt sich nicht weg diskutieren. Man kann mir jetzt hier jammern auf hohem Niveau vorwerfen, aber es waren zwei hochgefährliche Situationen dabei in denen die Gäste im Spiel TSV 1860 – Hallescher FC durchaus einen Treffer hätten markieren können.

Die Mannschaft lebt

Speziell die Bilder nach dem Spiel und wer da alles mit lachendem Gesicht von den nicht zum Einsatz gekommenen Spielern freudig gratuliert hat, u.a. Joël Zwarts, der mit Mannschaftskamerad Verlaat feierte, zeigt, dass im Team keiner den anderen den Erfolg oder die Einsatzzeiten nicht gönnt. Das ist schön zu sehen und freut mich persönlich sehr.

Fazit zum Sieg gegen den HFC

In dem äußerst zerfahrenen Spiel TSV 1860 – Hallescher FC gehen die Löwen am Ende als verdienter Sieger, wenn auch ein wenig glücklich, vom Platz. Gehen alle sogenannten 100%igen Chancen in den Kasten steht es am Ende immer noch 3:2 für Sechzig.

Acht ungeblockte Schüsse des Gegners in der Box sind wie gesagt zu viele. Das war schon deutlich besser. Auch den Gegner von der Box fernzuhalten war in den vorigen Spielen für die Löwen einfacher. Nun gibt es dazu zwei Theorien: Halle wird entweder generell weit unter Wert geschlagen oder die Sechzger waren am Sonntagabend diesbezüglich ein wenig unvorsichtig. Die Lösung ist tatsächlich erstere. Lediglich ein Team verzeichnet in der relativen Statistik mehr ungeblockte Schüsse.

Am Samstag in Verl sollte das allerdings wieder besser werden, denn die Ostwestfalen sind was die Chancenverwertung anbelangt eine der besseren Mannschaften in Liga drei.

Zur Foulstatistik muss man noch anmerken, dass ich mich nicht an ein Spiel erinnern kann in dem von einer Mannschaft so deutlich häufiger Foul gespielt wurde als von Halle am Sonntag. Das Fass mit dem leidigen Thema, mit der Konsequenz gelbe Karten für taktische Fouls zu verteilen, die dafür angebracht wären, mach ich heute nicht auf. Am Ende hat ein Foul zum Führungstreffer geführt. Mehr Disziplin täte den Hallensern im Abstiegskampf vermutlich gut. Aber das ist nicht meine Baustelle.

Datenquelle: Wyscout

Was die DFL-Proteste mit den Löwen zu tun haben

16
DFL beendet Investorensuche
DFL beendet Investorensuche

Seit Wochen fliegen in fast allen Stadien der Republik Tennisbälle auf den Rasen, es gibt Spiel-Unterbrechungen noch und nöcher. Die Konferenz-Übertragungen auf Sky enden, obwohl mehrere Spiele noch nicht beendet sind. Der Grund dafür sind die Proteste der Fans, die einen Investoren-Einstieg ablehnen, der durch eine umstrittene und geheime Abstimmung auf DFL-Seite möglich gemacht werden sollte. Acht Prozent an einer Vermarktungsgesellschaft sollten an einen externen Bieter vergeben werden, möglichst zum Preis von etwa 1 Milliarde Euro. Blackstone hat sich bereits zurückgezogen, als letzter möglicher Bieter scheint CVC im Rennen zu sein, die Zeichen deuten nun aber auf eine Neuabstimmung. Was die DFL-Proteste mit den Löwen zu tun haben? Dazu später mehr…

Fan-Proteste werden immer kreativer

Am vergangenen Wochenende machten die Fans mit immer kreativeren Aktionen ihrem Unmut Luft: Bislang flogen oft nur Tennisbälle oder Schoko-Taler auf das Spielfeld. Nun sind es ferngesteuerte Autos mit integrierten Rauchtöpfen wie beim Spiel zwischen Hansa Rostock und dem Hamburger SV. Beim Duell zwischen dem SC Freiburg und Eintracht Frankfurt kreisten gar Miniatur-Flugzeuge über dem Spielfeld. Die Fans des 1. FC Nürnberg stürmten beim Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern hingegen den Innenraum und verließen diesen nach Gesprächen mit den Offiziellen aber auch wieder sehr geordnet. Damit zeigen die Fans klare Kante, die Kernaussage der Proteste: Der Fußball gehört den Fans!

Unattraktive Spielzeiten zu Lasten der eigentlichen Fans

Dass die DFL nicht nach Wunsch der Fans sondern schlichtweg aus Profit-Interesse agiert, sollte inzwischen allen klar sein. Die Spielzeiten wurden aufgebläht, sodass der Couch-Zuschauer möglichst viele Partien im (Bezahl-) Fernsehen verfolgen kann. Die Folgen für den eigentlichen Fan, der sein Team Woche für Woche live im Stadion verfolgt, werden dabei außen vor gelassen. Dieses Vorgehen kann auch 1:1 auf die 3. Liga abgebildet werden. So wurden beispielsweise beide Duelle zwischen dem VfB Lübeck und dem TSV 1860 München an einem Dienstagabend um 18:60 Uhr angepfiffen bei der wohl längsten Anreise innerhalb der Liga.

Wer braucht Spiele am Sonntagabend?

Am Sonntag mussten die Löwen zuletzt zur Unzeit um 19:30 Uhr gegen Halle ran. Das kann nicht im Interesse der Fans sein, außer wir wollen uns englischen Verhältnissen annähern, wo sich der Normalbürger ein Ticket nicht mehr leisten kann und Fan-Gruppierungen nicht erwünscht sind – ganz zu schweigen von Gäste-Gruppen.
Dies gilt es zu verhindern, denn: Der Fußball gehört den Fans!

Was bezweckt der Vermarkter damit?

Unterscheiden muss man dabei zwei Arten von Fans: Die Zuschauer, die ihr Team Woche für Woche lautstark in ganz Deutschland unterstützen und hunderte, wenn nicht tausende Euro an Kosten in Kauf nehmen, um ihrem Team zu folgen. Diese Fans sind es, die Fußball zum Erlebnis machen und die den Unterschied ausmachen. Beispielsweise zwischen dem Grünwalder Stadion und der Arena auf dem Müllberg im Münchner Norden. Schließlich gehört die Atmosphäre im Stadion mit zum Gesamtpaket, das die Pay-TV-Sender dem Couch-Konsumenten verkaufen. Und wer schafft diese Atmosphäre? Richtig: die Fans. Mir stellt es immer wieder die Nackenhaare auf, wenn ich TV-Kommentatoren sagen höre: “Jetzt reicht es aber wieder mit den Protesten, wir wollen schließlich Fußball sehen…”. Humbug! Ohne Fans kein Fußball und ohne Atmosphäre keine TV-Gelder. Sägt nicht an dem Ast, auf dem ihr sitzt liebe Kommentatoren!

Wer ist der wahre Fußball-Fan?

In der unter Wildmoser erbauten Schüssel im Norden tummelt sich vermehrt die Art Zuschauer, die man als “Kunden” bezeichnen kann. Einmal im Jahr im Stadion für ein kurzes Insta-Video, schnell noch ein Trikot vom neuen Star, der eine Saison später ohnehin für eine spanische, italienische oder gar saudi-arabische Mannschaft aufläuft. Andere Spiele werden daheim vor dem TV verfolgt, wenn man denn Lust und Zeit dazu hat. Sonst tut es auch die Sport-App auf dem Handy. Das ist wohl diese “schweigende Mehrheit” wie sie gerne auf einem Löwen-Blog bezeichnet wird, aber das ist nicht die Gruppe, die den Fußball besonders macht. Denn das sind die Fans die jede Woche bei Wind und Wetter in der Kurve stehen! Der Fußball gehört den Fans!

Was die DFL-Proteste mit den Löwen zu tun haben

Was der Einstieg eines Investors an Folgen nach sich zieht, das zeigt der TSV 1860 München. Näher auf die Probleme und Differenzen einzugehen, erübrigt sich an dieser Stelle. Inzwischen haben sich zwei Lager gebildet, die man wohl kaum noch vereinen kann: Die Fans in der Kurve, die auf der Seite des e.V. stehen und die Anhänger, die sich auf der Seite des Investors aus dem Nahen Osten versammelt haben. Das Für und Wider kann man sich hier ersparen, die Spaltung der Anhänger ist aber offensichtlich. Was ist mir als Anhänger wichtig: Will ich mein Team im Stadion unterstützen oder alle paar Wochen im schicken Trikot auf der heimischen Couch zuschauen? Ich bin der Meinung, dass erstere Gruppe Vorrang hat, denn: Der Fußball gehört den Fans! Und die Fans machen die Spiele erst zu dem was sie sind: Ein atmosphärisches Erlebnis!

Investoren-Clubs mit Zuschauer-Problemen

Blickt man wieder in die Bundesliga, so fällt auf, dass in mehreren (hochmodernen) Arenen diese Fans weitgehend fehlen. In Hoffenheim, in Wolfsburg oder in Leipzig bleiben immer wieder viele Sitzschalen leer. Warum? Ganz einfach, wenn man in Leipzig durch die Stadt läuft wird man vergeblich nach einem Trikot des Clubs unter Regie eines österreichischen Brauseherstellers suchen. Für die Leipziger gibt es nur zwei Clubs: Chemie und Lok. Die Duelle in der vierten (!) Liga sind immer wieder ausverkauft und stimmungstechnisch wohl weit vorne bei dem, was der Deutsche Fußball zu bieten hat.

Kein Interesse am Brause-Team

Zu Rasenballsport Leipzig geht der Event-Zuschauer – ähnlich wie in München. Wobei man bei allen Differenzen mit dem ungeliebten Konkurrenten aus der Seitenstraße nicht verschweigen darf, dass auch die Roten eine durchaus ansehnliche Schar an “echten” Fans haben. Diese reisen aber zum Teil nur noch zu Auswärtsspielen, das Event im heimischen Rund mit Bayern3-Rundum-Beschallung tut man sich schlichtweg nicht mehr an. Denn der “echte” Fußball gehört den Fans!

Fans fühlen sich vom Investor verraten

Solch zukunftsweisende Abstimmungen, wie die über den Einstieg eines Investors nicht-öffentlich und geheim vorzunehmen ist eine Farce. Welchen Zweck verfolgt man damit? Den Zweck der Geheimhaltung und selbst das klappt nicht. So stimmte Hannovers Investor Kind wohl entgegen den Wünschen seines Clubs für einen Investoren-Einstieg. Die Fans nehmen es mit Humor. Ein Plakat der Hannoveraner sorgte kürzlich für Schmunzeln: “Diese Spielunterbrechung wird ihnen präsentiert von Kind Störgeräte!” stand darauf zu lesen. Wenn sich die Fans vom Investor im eigenen Club verraten fühlen: Falls dies jemandem bekannt vorkommt – ja genau wie bei den Löwen… Wer war es denn der die Abstimmung über die wichtige 50+1-Regel mit einem Befangenheitsantrag blockierte? Richtig, der Investor. Aber auch er musste erkennen: Der Fußball gehört den Fans!

Stimmungsmache auf beiden Seiten

Natürlich ist es legitim, dass man sich im Löwen-Umfeld einen gepflegten Umgang aller Anhänger des Clubs untereinander wünscht. Davon träumen viele, aber die Lager sind leider inzwischen zu gespalten. Dass es oft sogar an den Grundtugenden des vernünftigen Miteinanders und dem Unterlassen von Beleidigungen mangelt, ist ein trauriger Nebeneffekt. Wohl leider Normalität in der heutigen schnelllebigen und oftmals in ihrer virtuellen Realität lebenden Gesellschaft.

Wer ist der Vater des Erfolgs?

So erfolgreich die Löwen momentan kicken, so intensiv wird gestritten, wem man dies zu verdanken hat. So oft die eine Seite betont, dass die Neubesetzungen des Trainer- und der beiden Geschäftsführer-Posten Ruhe in den Verein gebracht hat, so oft betont die andere, wie toll sich doch nun die Neuzugänge der Transfer-Periode unter Jacobacci/Pfeifer jetzt entwickeln. Auch hier hat beides seine Berechtigung: Es wurden damals durchaus gute Spieler verpflichtet, die nun unter einem Trainer Giannikis erstmals ihr Potenzial abrufen, was unter Jacobacci nur äußerst selten gelang. Was das bringt: Nichts, außer weiterer Spaltung! Aber ändern werden wir es nicht können, dafür sind die Gräben bereits zu tief. Dennoch wäre es wünschenswert, dass wenigstens alle Löwen ihr Team unterstützen und ebenso die Proteste der deutschlandweiten Fan-Szene fast aller Clubs, die fordern: Der Fußball gehört den Fans!

Ohne Sponsoren geht es auch nicht

Ohne Sponsoren geht es nicht, das ist klar, aber was passiert wenn Investoren zu viel Einfluss bekommen, sieht man an vielen Ecken und Enden. Und wer hat bitte Lust auf einen Super-Cup in Saudi-Arabien, Spiele am Sonntagvormittag um 9 Uhr – für die Fans in Asien. Oder vielleicht eine Pokalrunde in den USA? Richtig: niemand – zumindest niemand, der sich den Titel “Fan” verdient hat und seine Mannschaft live im Stadion sehen will!

Appell an die Fans: Unterstützt die Proteste

Darum liebe Löwen-Fans – egal welcher Seite und welcher Gesinnung – lasst die internen Themen mal für ein paar Wochen außen vor und unterstützt die Fanproteste gegen die DFL, sonst könnte es bald zu spät sein! Und ganz nebenbei: Die Ruhe an der Grünwalder Straße würde auch allen gut tun, freuen wir uns doch einfach mal an den Erfolgen der Mannschaft, wie das 1:0 gegen Halle am Sonntag, und kämpfen wir an der Seite vieler anderer gegen den Einstieg eines Investors in und durch die DFL. Denn:
Der Fußball gehört den Fans und das muss unbedingt auch so bleiben!

sechzger.de Talk 145: Sieg gegen Halle, vor SC Verl – TSV 1860

1
sechzger.de Talk Folge 145_ Heimsieg gegen den Halleschen FC, Rücktritt Hans Sitzberger, Vorschau SC Verl - TSV 1860 München

Auch im sechzger.de Talk Folge 145 geht es weiter mit der guten Laune. Kein Wunder, schließlich ist der TSV 1860 München unter Argirios Giannikis noch immer ungeschlagen. Der Heimsieg gegen den Halleschen FC, den Jan mit drei Gästen bespricht, war der dritte in Folge. Neben dem kommenden Auswärtsspiel beim SC Verl wird auch der Rücktritt von Hans Sitzberger sowie die Sendung Blickpunkt Sport vom Sonntagabend thematisiert.

Auch gegen den Halleschen FC gibt es drei Punkte

Erneut gab es für die Zuschauer, die es mit den Löwen hielten, dreifachen Grund zum Jubeln im Grünwalder Stadion. Nach den Siegen gegen Rot-Weiss Essen und den FC Ingolstadt reichte nun ein Guttau-Treffer zu einem knappen Heimsieg gegen den Halleschen FC. Im Talk Nummer 145 spricht Jan zu Beginn der Sendung mit Martin, Christian und Bernd ausführlich über das letzte Heimspiel des TSV 1860. Neben der Stimmung auf den Rängen (inklusive Scheichlied) sowie der fehlenden Stimmung im Gästeblock geht es auch um alles, was auf dem grünen Rasen geschah. So ansehnlich wie in den vergangenen Wochen war das Spiel der Löwen nicht immer, doch schlussendlich reichte es zu drei Punkten. Damit gibt es wenig Grund sich zu beschweren und auch die Zahlen sind ordentlich wie Bernd schildert.

Hans Sitzberger tritt zurück, Mueller und Werner im Blickpunkt Sport

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung bleibt dem TSV 1860 München und seinen Mitgliedern erspart. Hans Sitzberger gab am vergangenen Mittwoch seinen Rücktritt als Vize-Präsident bekannt. In seinem Statement griff er den amtierenden Verwaltungsrat zum Teil stark an, das Gremium antwortete wiederum zwei Tage später mit einer Stellungnahme.

Neben dem Rücktritt Sitzbergers sowie dem dreiteiligen Interview von Ismaik, das im Talk 145 nur kurz angesprochen wird, spielt auch die Sendung Blickpunkt Sport vom Sonntagabend eine Rolle. Dort waren die beiden Geschäftsführer Christian Werner und Oliver Mueller zu Gast. Martin und Christian haben die Sendung gesehen und geben ihre Einschätzung zu der Darstellung der beiden Funktionäre ab.

Das nächste Auswärtsspiel: zu Gast beim SC Verl

Abschließend geht es in der aktuellen Ausgabe um das nächste Spiel. Gegner am kommenden Wochenende ist der SC Verl. Der TSV 1860 München ist nach Jahren des Verler Exils wieder einmal zu Gast in der Sportclub Arena. Unter anderem mit einer riesigen Theke wartet ein besonderes Highlight auf die Löwenfans. Spielerisch erhoffen sich die Gäste in Folge 145 natürlich die nächsten drei Punkte, könnten aber auch mit einem Unentschieden leben. Das Polster auf die Abstiegszone ist jedenfalls deutlich angewachsen – da träumen schon die ersten von einer möglichen Qualifikation für den DFB-Pokal in der kommenden Saison…

Der sechzger.de Talk 145 als Video und Podcast

Ob Video oder Audio – den sechzger.de Talk gibts für Auge und/oder Ohr. Um keine Folge zu verpassen, könnt Ihr uns natürlich gerne auf YouTube bzw. diversen Podcast-Plattformen abonnieren:

Selbstverständlich freuen wir uns auch über jede positive Bewertung, über Kommentare und über Eure Verbesserungsvorschläge.

AZ Interview Teil III: des Ismaiks Schabernack

69
TSV 1860 Hasan Ismaik

“Meck, meck, meck!” tönt es im Dritten Streich der Bubengeschichten, als Max und Moritz den Schneider Böck aus seinem Haus locken, um ihn über die von ihnen angesägte Brücke in den Bach stürzen zu lassen. In Wilhelm Buschs Werk verwenden die Spitzbuben diesen Ruf als wiederkehrendes Motiv, das die Schelmereien der beiden betont. Nur einem ähnlichen Schelm würde sich beim Lesen des Dritten Streichs der Ismaik-Geschichten der Abendzeitung unweigerlich der Gedanke “Meck, meck, meck!” und die angesägte Brücke gar als Metapher für Ismaiks neueste Offerten aufdrängen. In beiden Fällen dient das “Meck, meck, meck!” jedoch als Symbol für die Streiche und Schelmereien, die von den Protagonisten ausgeführt werden.

I. Streich

Einsicht: Unzureichende Informationsgrundlage als größter Fehler

Es lebte einst ein Mann von List und Tücke,
Namens Hasan, voller Schelmerei und Glücke.
Mit einem Augenzwinkern, schlau und geschwind,
Verwirrte er die Leute, wie der Wind.

Es trug sich zu zu jener Zeit,
Ein Investor voll Heiterkeit,
Hasan Ismaik, reich an Geld,
Trug sich manche Sorg’ ums Geld.

Der TSV Sechzig war sein Ziel,
Doch fehlte ihm ein guter Stil.
“Mein Fehler war’s, so sagt er klar,
Nicht tief genug zu forschen, gar.”

Ismaik gibt zu, dass sein größter Fehler darin lag, sich nicht ausreichend über den TSV 1860 informiert zu haben, bevor er sein Vertrauen und Geld in den Verein steckte. Er sagt: “Ja, ich denke schon, dass es mein größter Fehler war, mein Vertrauen zu geben, ohne mich tiefgründiger über die Löwen zu informieren. […] Aber ich werde immer wieder meinen guten Willen zeigen, denn ich habe den Verein lieben gelernt, die Stadt München, Deutschland.” Hier stellt sich die Frage nach der Echtheit der Liebe zum Verein und zur Stadt München, spielt sich diese doch mittlerweile in einer dauerhaften Fernbeziehung ab.

II. Streich

Vertragsunterzeichnung als Wendepunkt: schnelle Ernüchterung

Ohne Wissen und ohne Pfiff,
Ging er in dieses Abenteuer tief.
Verträge wurden schnell unterschrieben,
Doch bald war’s, als ob Blitze trieben.

Denn keine Warnung, keine Klage,
Vermied des Investors Lebenslage.
“Keiner sprach von Schwierigkeiten,
Das hat mich doch sehr schnell verdrießen.”

Trotz seiner anfänglichen Vorstellungen von einem positiven Investment habe sich die Situation schnell geändert, nachdem die Verträge unterzeichnet waren. Er fühlt sich von einigen im Verein nicht akzeptiert und betont: “Keiner hat mir gesagt, dass meine Investoren-Rolle schwierig werden könnte.” Die Frage, wie es möglich ist, dass ein erfahrener und vermeintlich erfolgreicher Geschäftsmann keine sorgfältige Prüfung seines Investments in Millionenhöhe unternimmt, bleibt unbeantwortet (da ungestellt von den Journalisten der AZ).

III. Streich

Pfeifers mögliche Rolle: Ismaiks Wunsch nach Kontinuität und Expertise

Und Pfeifer, jener kluge Mann,
Bekannt aus manchem Zeitungstann’,
Sollte bleiben, so Ismaik spricht,
Als Ratgeber in schlechter Licht.

Bezüglich seiner Interessenvertretung vor Ort erwähnt Ismaik, dass er Marc-Nicolai Pfeifer, den ehemaligen Geschäftsführer, gerne in einer beratenden Rolle behalten würde. Er sagt: “Wenn es Herrn Pfeifer gefällt, würde ich mich freuen, wenn er für 1860 eine beratende Rolle ausfüllen würde. Warum nicht?”

IV. Streich

Erfolg als Einigungsquelle: Ismaiks Glaube an vereinende Kraft

Doch trotz der Sorgen, trotz der Plagen,
Glaubt er an des Erfolges Wagen.
“Ich denk’, wenn wir zusammenstehen,
Wird sich das Blatt zum Guten drehen.”

Er lockte Fans mit großem Klange,
Versprach Erfolg, Geld und Ruhm in Menge.
Doch hinter den Kulissen, heimlich und leise,
Verwob er Intrigen, ganz zur Freude und zum Schleiche.

Die 50+1-Regel, ein Hindernis groß,
Doch Ismaik bleibt voller Trost.
“Wir finden Wege, Dialog sei ehrlich,
So machet endlich Schluss mit Streit und Täuschung ehrlich.”

Ismaik äußert auch seine Ansichten zur Zukunft des Vereins und betont, dass Erfolg und Einheit die Fans vereinen würden. Er sagt: “Ich glaube deshalb, dass uns dann der Erfolg vereinen wird.”

V. Streich

Kritik an Konfrontation: Ismaiks Appell für einen konstruktiven Umgang

Diejenigen, die stets verfehmen,
Seien nicht willkommen, so die Lehren.
“Lasst uns reden, lasst uns schauen,
Wie wir gemeinsam aufrecht bauen.”

In Bezug auf die 50+1-Regel zeigt sich Ismaik optimistisch, dass Wege gefunden werden können, um die Sorgen der Fans zu beruhigen, solange der Dialog ehrlich und respektvoll bleibt. Ismaik dazu: “Ich bin optimistisch, dass wir Wege finden, ihre Sorgen zu adressieren. Aber der Dialog muss ehrlich, ohne Manipulation, ohne Politik und mit gegenseitigem Respekt erfolgen. Diejenigen, die weiter an der ‘Nadelstich’-Politik arbeiten, bringen uns hier nicht weiter.”

VI. Streich

Ende: Interview hinterlässt viele offenen Fragen

So sprach Hasan, voller Mut,
Seine Worte, wie aus einer Flut.
Und hofft auf eine bess’re Zeit,
Für Sechzig, die in Dunkelheit.

Das Interview, ein Lehrstück klug,
Nach Wilhelm Busch, voll Zorn und Klug.
Doch hofft man, dass der Streit bald schweigt,
Und Sechzig wieder hoch im Leben zeigt.

Sechzig um sieben: Guttau in kicker “Elf des Tages”

5
Sechzig um Sieben: Heimpremiere rückt näher

Der TSV 1860 München ist nun sieben Mal in Folge ungeschlagen. Am Sonntag konnten die Löwen trotz einer mittelguten Leistung 1:0 gegen Halle gewinnen. Matchwinner für Sechzig war Julian Guttau, der vom kicker in die “Elf des Tages” berufen wurde.

Sechzig in kicker “Elf des Tages” durch Julian Guttau vertreten

Er brachte die Löwen mit seinem wunderschönen Freistoßtreffer auf die Siegerstraße: Julian Guttau. Für seine erneut sehr gute Leistung wurde Julian Guttau nun vom kicker belohnt. Sechzigs Mittelfeldmotor steht in der kicker “Elf des Tages”.

Dr. Werner und Mueller bei Blickpunkt Sport

Die beiden neuen Geschäftsführer der KGaA waren am Sonntag Abend nach der Partie gegen Halle beim BR in der Sendung “Blickpunkt Sport” zu Gast. Die KGaA-Vertreter absolvierten einen souveränen Auftritt, während Gastgeber Markus Othmer teilweise tendentiöse Fragen stellte. Ebenso sorgte ein arg einseitiger pro-Investoren-Einspieler für Kritik nach der Sendung.

Letze Rückblicke auf den Sieg gegen Halle

Wenn es läuft kann man auch länger auf die Spiele zurückblicken und sich an den positiven Ergebnissen erfreuen. So geht es uns auch und deswegen werden wir heute die Berichterstattung zum Spiel gegen Halle abschließen. Zum Einen erscheint gegen MIttag der neue sechzger.de Talk, zum Anderen wird im Laufe des Nachmittags die TAKTIKTAFEL erscheinen. Da sind wir gespannt, wie Bernd Winninger das Spiel bewerten wird, in den die Löwen sich schwerer taten, als es hätte sein müssen. Bernd ist auch im Talk zu Gast und verrät erste Erkenntnisse seiner Analyse. Außerdem diskutieren Jans weitere Gäste Christian und Martin, wann sie das letzte Freistoßtor von Sechzig vor Guttaus 1:0 gesehen haben. Natürlich darf ein Ausblick auf die anstehende Reise nach Ostwestfalen zum SC verl nicht fehlen. Den Talk könnt Ihr auf YouTube bzw. diversen Podcast-Plattformen ansehen bzw. -hören, wie zum Beispiel:

News aus der dritten Liga

Arminia Bielefeld: Kniat nach wie vor in der Kritik

Nach der Niederlage gegen Unterhaching musste sich das Bielefelder Team ein gellendes Pfeifkonzert anhören. Coach Kniat wurde gar mit “Kniat raus” – Rufen bedacht. Der Coach der Arminen zeigte jedoch Verständnis für die Äußerungen: “Wir hatten eine Niederlagenserie, haben dann einen Sieg eingefahren und jetzt haben wir wieder verloren.” Wahrscheinlich muss Kniats Team beim nächsten Spiel in Saarbrücken punkten, um ihm den Job ein weiteres Mal zu sichern.

SV Waldhof: Antwerpen ermahnt seine Mannschaft

Nach der Heimniederlage im Südwest-Derby gegen den 1. FC Saarbrücken sieht sich Marco Antwerpen nach eigener Aussage “vor der schwierigsten Situation” seiner Karriere. Der Coach wirkt etwas ratlos, nachdem seine Maßnahmen bisher keine Erfolge zeigten. Deshalb ließ er sein Team zum Rapport antraben und sprach dort “eindringliche Warnungen” an seine Spieler aus. Mit dem aktuellen Leistungsniveau wird es Waldhof schwer haben, über den STrich zu kommen.

Damit wünschen wir Euch einen schönen Dienstag! Sechzger.de hält Euch auch heute über alles Wissenswerte rund um den TSV 1860 München und die dritte Liga auf dem Laufenden.

 

 

Souveräner Auftritt bei Blickpunkt Sport

27
Souveräner Auftritt bei Blickpunkt Sport
Souveräner Auftritt bei Blickpunkt Sport

Am Sonntag hatten die Löwen wieder einmal einen Grund zu feiern: Mit dem 1:0-Heimsieg gegen den Halleschen FC läutete man den Wochenendausklang ein. Wer es aus dem Stadion in Giesing rechtzeitig nach Hause schaffte, für den war “Blickpunkt Sport” ein Pflichtprogramm im Dritten. Schließlich waren die beiden Löwen-Geschäftsführer Dr. Christian Werner und Oliver Mueller zu Gast. Die beiden Geschäftsführer der Sechzger zeigten einen souveränen Auftritt bei Blickpunkt Sport und ließen sich vom oftmals polemischen Moderator Markus Othmer nicht zu unbedachten Äußerungen hinreißen.

Dr. Werner: “Sind stolz auf die Leistung”

Anfangs ging es noch um die sportlich durchaus erfreuliche Situation bei den Münchnern. “Wir sind sehr glücklich, dass es 1:0 ausgegangen ist, Halle hat uns alles abverlangt. Wir sind stolz auf die Leistung”, sagte Sport-Geschäftsführer Dr. Werner direkt nach dem Spiel bei Blickpunkt Sport. Im Hinblick auf die jüngste Erfolgsserie sagte er weiter: “Wir müssen erst einmal kurzfristig denken und sind immer noch im Abstiegskampf. Natürlich sind wir bereits in Gesprächen mit den Spielern [Anm. d. Red.: im Hinblick auf Vertragsverlängerungen]. Es wird im Sommer keinen allzu großen Kaderumbruch geben”.

Mueller: “Dann erwacht der Löwe”

“Ich bin beeindruckt, über die Wucht, die dieser Verein hat”, sagte Finanz-Geschäftsführer Müller und fügte an: “Wir müssen diese Wucht in eine Richtung lenken, dann erwacht der Löwe”. Dabei ließ sich Mueller auch durch einen peinlichen Versprecher von Othmer nicht aus der Ruhe bringen, der zuvor eine mögliche neue Funktion für “Marc Oliver Pfeifer” in den Raum geworfen hatte. Vielleicht wollte der BR-Moderator auch Mueller ansprechen und wusste schlichtweg nicht, wie man den Nachnamen seines Gegenübers richtig ausspricht. Des Rätsels Lösung: Wie ein Investigativ-Blogger kürzlich eiskalt aufgedeckt hatte, spricht man Mueller tatsächlich “Müller” aus. “Der Verein hat eine tolle Strahlkraft, ich bin stolz, dass ich in dieser Position arbeiten darf”, erklärte Mueller.

Keine Aussagen zu Sitzberger und Ismaik

Angesprochen auf den Rücktritt von Vize-Präsident Sitzberger, hielt sich Mueller, wie bei seiner Vorstellungsrunde angekündigt neutral: “Wir beschäftigen uns nicht mit diesem Thema.”. Man habe gute Gespräche mit Investor Ismaik geführt, bekräftigten Müller und Dr. Werner uniso. “Die politische Ebene zwischen den Gesellschaftern ist nicht unser Thema. Diese Themen haben auf unserem Schreibtisch nichts verloren”, fügte Mueller an. So souverän der Auftritt von Mueller und Dr. Werner an diesem Abend war, so enttäuschend einseitig präsentierte sich der Bayrische Rundfunk in Form eines Einspielers.

Einseitige Berichterstattung statt Neutralitäts-Auftrag

In diesem Einspieler wurde auf den Besuch des Investors Bezug genommen und es wurden zwei Fans befragt, die sich einen Rücktritt von Präsident Reisinger wünschten. Auch im weiteren Verlauf präsentierte sich der BR sehr investoren-lastig. Dies blieb nicht ohne Widerspruch, wie ein uns vorliegender Facebook-Post eines Löwen-Fans belegt. Doch auch von der einseitigen Berichterstattung ließen sich die beiden Löwen-Geschäftsführer nicht von ihrer Linie abbringen, ebenso wenig von den teils polemischen Rückfragen Othmers.

Vielmehr äußerte sich Mueller zur Stadionfrage und sagte: “Das Thema ist offen und hängt natürlich von der Liga ab. Es gibt verschiedene Möglichkeiten und es wird weitere Gespräche mit der Stadt geben.”

Dr. Werner: “Trainer macht eine tolle Arbeit”

Zum Abschluss ging es dann doch noch einmal um den Sport. Angesprochen auf die Erfolge des neuen Trainer Argirios Giannikis erklärte Dr. Werner: “Die Zusammenarbeit mit dem Trainer ist sehr eng. Er macht eine tolle Arbeit und wir waren von vorneherein von ihm überzeugt, ergebnisunabhängig.

Souveräner Auftritt der Geschäftsführer bei Blickpunkt Sport

Letztlich machten beide Geschäftsführer eine souveräne Figur bei ihrem ersten Auftritt im Bayrischen Fernsehen, ganz im Gegensatz zur öffentlichen Sendeanstalt und dem Moderator, die sich deutlich von der aktuellen Berichterstattung eines Boulevard-Blatts und eines einschlägigen Internet-Blogs beinträchtigen ließen. Ob das dem Sendeauftrag eines öffentlich-rechtlichen Kanals entspricht, ist doch sehr fraglich…

Nach dem Heimsieg gegen Halle: Torschütze Guttau in der kicker “Elf des Tages”

0
Tsv 1860 Julian Guttau ingolstadt saarbrücken

Es läuft grad bei den Löwen! Das 1:0 über den Halleschen FC am Sonntag Abend war der dritte Sieg in Serie. Er lässt die Fans nun sehr optimistisch ins Tabellenmittelfeld blicken. Wonnemonat Februar.
Und wenn die Partie gegen den HFC durchaus als “Arbeitssieg” bezeichnet werden kann – erneut schaffte es ein Akteur aus dem Team von Argi Giannikis in die “Elf des Tages” beim kicker.

Julian Guttau in kicker “Elf des Tages”

Mit seinem traumhaften Freistoß in der 16. Minute stellte er den nächsten Dreier für Münchens Große Liebe sicher und lieferte auch ansonsten eine löwenstarke Leistung ab, die der kicker mit der Note 1,5 honorierte. Für den gebürtigen Hallenser war es sicherlich ein besonderes Ereignis gegen seinen Ex-Verein, für den er ab dem zwölften Lebensjahr bis Sommer 2022 die Fußballstiefel geschnürt hatte, so zu glänzen. Schon nach dem 4:1-Jahresauftakt gegen den MSV Duisburg hatte Guttau es erstmalig im Löwentrikot in die “Elf des Tages” des Sportmagazins geschafft. Bereits zum dritten Mal im Jahr 2024 traf er gestern ins Schwarze und konnte damit sein Torkonto auf insgesamt sechs Treffer erhöhen. Man darf gespannt sein, wieviele Tore da in den kommenden zwölf Spielen noch hinzukommen.

Reinthaler und Richter mit 2,0

Auch Max Reinthaler und David Richter, der kurzfristig für den verletzten Marco Hiller ins Tor zurückkehrte, wurde vom kicker eine (fast) tadellose Leistung bescheiningt. Beide erhielten eine 2,0. Für die erste bzw. zweite Nominierung in die “Elf des Tages” in dieser Saison reichte diese Note diesmal aber nicht.
“Elf des Tages”-Spitzenreiter bei den Löwen bleibt – mit vier Nominierungen – weiter Moris Schröter. Insgesamt kann man sich an der Grünwalder Straße über 19 Nominierungen in weiß und blau in dieser Spielzeit freuen. Nur Spieler von Preußen Münster (23) und Dynamo Dresden (22) wurden häufiger vom kicker in dieser Rubrik ausgezeichnet.

Die Spieltagself im Überblick

Drei Dortmunder haben es nach dem 5:2-Sieg gegen den SC Verl in die Elf des 26. Spieltages geschafft – darunter auch Torwart Marcel Lotka. Trotz zweier Gegentreffer. Sandhausen stellt mit den Offensivkräften Patrick Greil und Livan Burcu nach dem verrückten 6:3 über Jahrn Regensburg (nach 0:3) zwei Spieler in der “Elf des Tages”.

Lotka (Dortmund) – Danhof (Aue), Reichert (Ulm), Koulis (Münster), Kölle (Duisburg) – Roggow (Dortmund) – Guttau (1860), Pohlmann (Dortmund), Burcu (Sandhausen) – Breunig (Freiburg), Greil (Sandhausen)

Giesinger Gedanken nach dem Sieg gegen Halle: Canossa 2.0

52

Hasan Ismaik bestimmte in der vergangenen Woche mal wieder die Schlagzeilen rund um den TSV 1860 München. Und zwar mittels eines Interviews seiner neuen Hauspostille Abendzeitung. Immerhin schlug der Investor vordergründig versöhnliche Töne an und signalisiert Verkaufsbereitschaft, wenn der e.V. einen Gang nach Canossa antritt. Da tritt der 1:0 Sieg der Löwen leider mal wieder in den Hintergrund.

Geschichte, 7. Klasse

Kurze historische Auffrischung (Geschichte 7. Klasse!), damit wir Alle auf Ballhöhe diskutieren können: Papst Gregor VII. exkommunizierte Heinrich den IV. nach einem Disput um die Besetzung des Mailänder Bischofsstuhls im Jahre 1076. Daraufhin setzten die deutschen Könige Heinrich dem IV. ein Ultimatum bis Februar 1077 für eine Aufhebung des Krichenbanns zu sorgen. Ansonsten würden sie ihn abwählen. So blieb dem armen Heinrich nichts anderes übrig, als die Alpen zu überqueren und beim Papst “aufrichtig Reue zu zeigen und dem Heiligen Stuhle fortan die ihm gebührende Ehre entgegenbringen”. Nachdem er drei Tage barfuss (im Januar!) vor der Burg in Canossa verbrachte, in der Gregor VII. weilte, ließ Gregor ihn ein und entbannte Heinrich IV., nachdem dieser seine Sünden bekannt hatte. Danach soll eine Versöhnungsmal in “frostiger Atmosphäre” stattgefunden haben. Und bei “frostig” nehme ich nicht an, dass es sich um eine Beschreibung des Wetters im Januar 1077 handelt.

Canossa 2.0

Tja, da drängen sich ja schon einige Parallelen zur Löwenwelt knapp 1000 Jahre später auf. Canossa 2.0 sozusagen. Mit ein paar Anpassungen: Robert Reisinger ist natürlich König Heinrich IV. und Hasan Ismaik Papst Gregor VII. (den aktuellen hat er ja immer noch nicht mit seinem Freund Michael Köllner besucht). Canossa liegt heute wahrscheinlich nicht in der Emilia Romagna sondern in den Vereinigten Aarabischen Emiraten und die Burg ist wahrscheinlich ein modern gläsern-betonmäßiges Bürogebäude mit Klimatisierung. Immerhin sollte für Robert – alias Heinrich IV. – dreitägiges barfüßiges Warten dort wesentlich angenehmer sein, als im oberitalienischen Winter 1077.

Die Sünden des Robert Reisinger

Und aus Sicht von Hasan Ismaik – alias Papst Gregor VII. – hat der bußfertige Gast aus dem Abendland einige Sünden zu bekennen. Diese nannte Ismaik der Abendzeitung, die in dieser Geschichte als der päpstliche Nuntius fungiert, in Teil 1 seiner Ansprache an das Ismaik-treue Löwenvolk. Zunächst sei sein “Investment bei den Löwen ist eine Last Gottes”. Weiter führt Ismaik die Sünden der von Robert Reisinger repäsentierten e.V.-Seite an: “Wenn sich der Mitgesellschafter mit mir zusammensetzt und zugibt, dass ich nur benutzt worden bin, dass diese Nadelstichpolitik real ist und man mich rausekeln will. Wenn sie diese Fehler gestehen, sich dafür entschuldigen und mir sagen: „Mister Hasan, wir sagen es Dir direkt ins Gesicht: Du sollst aussteigen, der Verein soll den Fans gehören!“”. (Abendzeitung). Weiter müssen die e.V-Vertreter vor der ganzen Welt bekennen: „Es war ein mieses Spiel von uns und wir wollten, dass du dein Geld verlierst und abhaust.“

Wenn diese Abbite geleistet ist “und zwar mit Respekt”, dann wäre der Gregor VII / Hasan Ismaik “für Verhandlungen bereit. Dann würde ich diese Türe aufmachen.” Und zwar die Türe zu Verhandlungen über einen Rückkauf von 60% der Anteile an der TSV 1860 München KGaA.

Soll der e.V. Abbite leisten?

Klingt ja auf den ersten Blick verlockend. Eine e.V. Delegation fliegt nach Abu Dhabi, schaut Hasan tief in die Augen und bittet um Vergebung für Nadelstichpolitik, Konsolodierungskurs, vom Präsidium aufgestachelte Ultras, Pro1860 und einfach Alles, was der HAM-Seite in den vergangen zwölf Jahren nicht in den Kram gepasst hat. Danach schreibt Ismaik eine Smme X auf einen Zettel, der e.V. legt die Kohle auf den Tisch und die Episode Ismaik ist für 1860 ein für alle Mal beendet. Aber ehrlichgesagt, sehe ich die Sünden nicht, für die der e.V. Abbitte leisten soll. Das Handeln des e.V. war jederzeit davon geprägt, den Wert der KGaA zu erhalten und weiteren Schaden nach dem Ursündenfall – nämlich der massiven Verschuldung der Saison 16/17 und der nachfolgenden “4” – von ihr abzuwenden.

Ist ein Rückkauf überhaupt möglich?

Auch sind viele Fragen rund um einen möglicherweise denkbaren Rückkauf der Anteile nicht geklärt. Soweit ich informiert bin, wäre er theoretisch möglich, aber es gibt viele praktische Fragestellungen, die zu klären wären. Das geht los beim Geld, falls denn überhaupt ein realistischer Kaufpreis für ein bilanziell überschuldetes Unternehmen von Ismaik aufgerufen wird. Dann wäre zu klären, wie die Schulden der KGaA bei Ismaik berücksichtigt werden. Darüber hinaus geht es um satzungstechnische Fragen und die Vereinbarkeit eines Rückkaufs mit der Gemeinnützigkeit des e.V. Hinzu kommt, dass man wahrscheinlich einen neuen Investor benötigt, der die jährlichen Finanzlöcher stopft. Mein Traum wäre, dass der Verein nach einer solchen Aktion (obwohl ich sie für sehr unwahrscheinlich halte), wirklich wieder 50 +1 Anteile hält. Damit wäre ausgeschlossen, dass man weiterhin Minderheitsgesellschafter ist und im Ernstfall wieder zu Notlösungen mittels 50+1 Regel greifen muss. Ebenso wäre man damit vor dem Fall der 50+1 Regel geifeit und nach wie vor Mehrheitsaktionär.

Dennoch bezweifle ich, dass es soweit kommen wird. Denn Ismaik betont im selben Interview: “Es gibt das Szenario nicht, dass ich sage: „Ich will nicht mehr, ich schmeiße hin, jetzt habt ihr es geschafft!““. Wie soll man nur aus diesem Mann schlau werden?

 

Guttau führt Löwen auf Siegerstraße

10
Guttau führt Löwen auf Siegerstraße
Guttau führt Löwen auf Siegerstraße

Die Serie geht weiter! Der TSV 1860 München hat auch sein drittes Heimspiel in Serie gewonnen und setzte sich nach den Erfolgen gegen Essen und Ingolstadt auch gegen den Halleschen FC mit 1:0 (1:0) durch. Julian Guttau brachte die Hausherren mit einem starken Freistoß im ersten Durchgang in Führung. Die Löwen hatten mehr Spielanteile, einmal musste jedoch auch Keeper Richter, der den kurzfristig ausgefallenen Hiller zwischen den Pfosten vertrat, eingreifen, um den Ausgleich zu verhindern. Im zweiten Durchgang plätscherte das Duell über weite Strecken vor sich hin und die Löwen hatten das eine oder andere Mal auch das Glück des Tüchtigen, sodass es bis zum Ende beim 1:0 blieb.

Guttau führt Löwen auf die Siegerstraße

Schröter hatte nach fünf Minuten die erste Gelegenheit für die Hausherren, er verzog jedoch knapp. Dann war es Guttau, der von der Strafraumgrenze aus abzog, aber keine große Torgefahr verbreiten konnte. Nach 16 Minuten wurde dann Lakenmacher gut 20 Meter vor dem Kasten der Hallenser zu Fall gebracht und Guttau legte sich das Leder zurecht. Mit einem feinen Schlenzer versenkte er die Kugel genau im Winkel und brachte die Löwen damit auf die Siegerstraße.

Glanzparade von Richter rettet Pausenführung

Nach einer halben Stunde musste dann der ansonsten wenig geprüfte Richter einschreiten, als er mit den Fingerspitzen einen Fernschuss der Gäste entschärfte. Fast im Gegenzug tauchte Lakenmacher nach Doppelpass mit Schröter frei vor dem Gästekeeper auf, scheiterte jedoch im Abschluss. Insgesamt war die Pausenführung verdient, da die Löwen das Spiel machten, allerdings hatte auch Halle zwei Chancen. In Anbetracht der Großchance von Lakenmacher entsprach das 1:0 aber dem Spielverlauf. Das Grünwalder Stadion war natürlich wieder mit 15.000 Zuschauern ausverkauft, auch wenn die Kurve der Hallenser aufgrund einer laut ersten Live-Berichten aus der Fanszene völlig überzogenen Kontrolle der Staatsmacht leider nur sehr mager besetzt war.

Ex-Löwe kommt zur zweiten Halbzeit

Während Bonga von Anfang an auf dem Feld stand brachte Gästecoach Sreto Ristic nach dem Pausentee mit Skenderovic einen zweiten Ex-Löwen ins Spiel. Die Gäste hatten zum Beginn des zweiten Abschnitts durchaus auch zwei gefährliche Aktionen. Glück also für die Löwen, die in dieser Phase etwas zu passiv wirkten und versuchten die knappe Führung zu verwalten. Die erste Gelegenheit für die Hausherren nach dem Seitenwechsel hatte Schröter, der jedoch nach einem Pass von Lakenmacher in Rücklage kam und so das Leder nicht mehr auf den Kasten brachte. Auch wenn die Löwen nicht ganz an die spielerisch starken Vorstellungen der letzten Begegnungen anknüpfen konnten, hatten sie das Spiel auch weiterhin in Griff und hielten Halle vom eigenen Kasten fern.

Fans feiern sich selbst

Trotz der durchwachsenen zweiten Halbzeit sorgten die Löwen-Fans im schönsten Stadion der Welt für super Stimmung. In der 60 Minute sangen sie mit “Leib und Seele”, dicht gefolgt vom “Scheichlied” und “Wir sind der Verein”. Das waren aber auch schon die Höhpunkte auf Giesings Höhen. Auf dem Rasen passierte hingegen nicht viel. Die Uhr tickte herunter, was auch im Sinne der Hausherren war, die bis hierhin die punktbeste Mannschaft der dritten Liga im Jahr 2024 sind. Mit einem Fernschuss von Lakenmacher meldeten sich die Gastgeber knapp 20 Minuten vor Ende zurück, dieser zischte aber knapp am linken Pfosten vorbei.

Halle gefällig aber ungefährlich

Die Gäste versuchten zwar Druck auf die Defensive aufzubauen. Die Löwen standen hinten aber zumeist sicher und wenn einmal ein Ball in Richtung Tor kam, war Richter stets zur Stelle. Nach vorne ging bei den Heimischen nach dem Seitenwechsel aber nicht mehr viel. Unter Jacobacci wäre der Ausgleich wohl schon nach einer Stunde gefallen, doch dieses Mal stimmte die Zuordnung und die Konzentration und die Löwen sorgten auch immer wieder einmal für Entlastung in Form von Kontern. Durch einen abgefälschten Greilinger-Schuss wären die Löwen zehn Minuten vor Ende fast zum 2:0 gekommen, ehe die Schlussphase anbrach. Giannikis wechselte einige Male und die Gäste versuchten sich Chancen zu erarbeiten, was aber nicht gelang. Die Löwen begnügten sich damit, das Leder vom eigenen Tor fernzuhalten und schaukelten das knappe 1:0 über die Zeit.

Kein Leckerbissen aber ein verdienter Dreier

Am Ende interessierte es nur wenig, dass das Spiel zur Unzeit am Sonntagabend kein fußballerischer Leckerbissen war. Mit einer soliden Vorstellung holten sich die Löwen letztlich verdiente drei Punkte und setzten sich damit weiter von der Abstiegszone ab. Wer hätte das vor sechs Wochen gedacht, dass unsere Sechzger nach 26 Spieltagen elf Punkte vor der Abstiegszone liegen. Jubeln, Feiern und hoffen, dass es so weitergeht lautet die Devise!

Liveticker: TSV 1860 München – Hallescher FC (26.Spieltag)

5

Herzlich willkommen zum Liveticker am 26.Spieltag der Saison 2023/24 mit dem Duell zwischen dem TSV 1860 München und dem Halleschen FC!

Das zweite Mal in Folge tritt der TSV 1860 München an einem Sonntag zu einem Heimspiel im Grünwalder Stadion an. Gegner ist am heutigen Abend (der Anpfiff ist erst um 19:30 Uhr) der Hallesche FC. Sechs Spiele ohne Niederlagen können die Löwen bereits aufweisen – diese Serie gilt es aufrecht zu erhalten.

mögliche Aufstellung:
Richter – Ludewig (61. Glück), Reinthaler, Verlaat, Kwadwo – Rieder, Starke (85. Frey) – Schröter (68. Greilinger), Guttau (85. Güler) – Lakenmacher, Ouro-Tagba (68. Venezi)

Bank:
Schmid (TW), Kurt, Vrenezi, Greilinger, Glück, Steinhart, Frey, Güler, Muteba

Tore:
1:0 Guttau (17. Minute, direkter Freistoß)

Die Personalsituation

Es fehlen:
Joel Zwarts (Aufbautraining), Abdenego Nankishi (muskuläre Probleme), Daniel Winkler (Kreuzbandriss)

Ausfälle beim Halleschen FC:
Jannes Vollert (Rotsperre), Timur Gayret (Gelbsperre), Brian Behrendt (Oberschenkelverletzung), Niklas Landgraf (Schulterverletzung), Sebastian Zieleniecki (Kreuzbandriss), Andor Bolyki, Henry Jon Crosthwaite, Patrick Hasenhüttl, Jordi Wegmann (alle nicht berücksichtigt)

Diesen Löwen droht eine Sperre

Michael Glück und Tim Rieder haben bereits vier gelbe Karten gesehen, bei einer weiteren Verwarnung müssen sie also ein Spiel aussetzen. Fabian Greilinger, Julian Guttau, Fynn Lakenmacher und Valmir Sulejmani stehen aktuell bei drei gelben Karten.

Wo könnt ihr das Spiel TSV 1860 München – Hallescher FC außer im Liveticker noch verfolgen?

Das Grünwalder Stadion ist wie gewohnt mit 15.000 Zuschauern ausverkauft. Über den offiziellen Zweitmarkt können Mitglieder bis kurz vor Anpfiff jedoch noch Karten in den Heimblöcken kaufen.

Das Match wird nicht im Free-TV übertragen, MagentaSport ist jedoch natürlich wie gewohnt vor Ort. Das Spiel wird vom Sender sowohl im Fernsehen als auch im Online-Stream angeboten.

Alle Spiele der 3.Liga können bei onefootball einzeln abgerufen werden. In der App des Anbieters kann das Spiel für 4,99€ gekauft werden.

Vorberichterstattung bei sechzger.de