Vor rund zwei Wochen hatte Türkgücü Investor und Präsident Hasan Kivran völlig überraschend und für viele nicht nachvollziehbar seinen überraschenden Rücktritt angekündigt. Sechzger.de berichtete damals ausführlich.
Jetzt die Kehrtwende: Hasan Kivran macht bei Türkgücü München doch weiter. Wie unter anderem die Kicker berichtet, hat Kivran seine Entscheidung revidiert.
“Die Vereinsführung, die große Unterstützung der Fans sowie infrastrukturelle Fortschritte haben mich meine Entscheidung noch einmal überdenken lassen. Meine nach wie vor hohe Begeisterung und Leidenschaft für diesen Verein steht außer Frage”, erklärt Kivran in der Mitteilung.
Türkgücü hatte zwischenzeitlich Geistertickets verkauft und hat sich inzwischen auch von drei Spielern getrennt. Am Montag empfängt der Verein Dynamo Dresden. Das Spiel gegen den Tabellenführer findet im Sechzgerstadion statt.
Mit Ausschlaggebender Grund soll sein, dass die Stadt München sich bereit erklärt hat, Türkgücü ein Gelände für ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) zur Verfügung zu stellen.
Über den SV Türkgücü München
Kurz umrissen wurde der 1975 gegründete erste SV Türk Gücü München im Jahr 2001 nach einer Insolvenz aufgelöst. Der damalige Geldgeber und Präsident hatte München in Richtung Türkei verlassen. Ende der Geschichte? Türk Gücüs Platz in der damals fünftklassigen Landesliga übernahm der neu gegründete Türkische SV München, der in der Folge – ohne Geldgeber – bis 2008 in die Kreisliga durchgereicht wurde.
Durch eine Fusion mit dem SV Ataspor München, der sich schon 1981 vom ursprünglichen SV Türk Gücü abgespalten hatte – also im Prinzip so, wie der MTV 1879 einst von 1860, woraus später ein gewisser FC Bayern hervorging – entstand der heutige Verein. Dieser kehrte 2013 wieder in die Landesliga – inzwischen nur noch sechste Liga – zurück.
Drei Jahre Später stieg der Unternehmer Hasan Kivran ein und es folgten zwischen 2018 und diesem Sommer drei Aufstiege in Serie bis in die 3. Liga.
Herzlich willkommen zum Liveticker auf sechzger.de!
Nach der Winterpause kommt es am 09.01.2021 im Rahmen des 18.Spieltags der 3.Liga zum Duell zwischen dem FC Bayern II und unserem TSV 1860 München. Der Liveticker von sechzger.de versorgt euch wie gewohnt aus dem Sechzgerstadion mit allen Informationen und aktuellen Bildern. Anstoß ist um 14:00 Uhr.
Neben Magenta Sport überträgt auch der BR sowohl im Fernsehen als auch im Stream das Spiel live. Desweiteren könnt ihr die Partie im Löwenradio mit Gilbert Kalb und Jan Mauersberger verfolgen.
Das erste Spiel der TSV 1860 im Jahr 2021 ist der erste von insgesamt vier Auftritten auf Giesings Höhen in diesem Januar – der heute ja schon wieder zu einem knappen Drittel rum ist. Einzig in der nächsten englischen Woche am Mittwoch, den 27.1. muss der Löwentross auf Reisen – und zwar nach Magdeburg – gehen. Da weiterhin keine Zuschauer im Stadion zugelassen sind, spielt es eigentlich keine große Rolle, dass das heutige Duell mit den kleinen Roten formal ein Auswärtsspiel für uns darstellt. Wie schon Ende Juni, als Michael Köllners Team aufopferungsvoll kämpfte und dem späteren Meister der 3. Liga letztlich doch mit 2:1 unterlag (hier könnt Ihr gerne nochmal lesen, was aus der Sicht von sechzger.de-Redakteuren dafür bzw. dagegen gesprochen hätte, die rote Zweitvertretung als Ligameister im Sommer 2020 aufsteigen zu lassen) sind die Löwen also heute erneut Gäste im eigenen Wohnzimmer. Für den Löwencoach ist es – nachdem seine Premiere in weiß und blau an der Seitenlinie gegen die kleinen Roten erfolgte (1:1 im November 2019) – schon das dritte Spiel gegen diesen bei den Fans ganz besonders unbeliebten Gegner. Sind vielleicht aller guten Dinge drei und die Roten heute endlich mal wieder fällig?
Die Bilanz gegen FCB II und der kicker
Der erhoffte Sieg wäre der insgesamt zwölfte Erfolg einer ersten Mannschaft des TSV 1860 gegen die rote Zweitvertretung, eine Punkteteilung gäbe es heute zum elften Mal und eine Niederlage – an die wir aber natürlich gar nicht denken wollen – müssten wir zum sechsten Mal hinnehmen. Die – wer hat mitgezählt? – 26 bisherigen Duelle verteilen sich auf fünf verschiedene Wettbewerbe: DFB-Pokal, DFB-Pokal-Qualifikation, Bayernliga, Regionalliga Bayern und 3. Liga. Mitarbeiter vom kicker, nach eigener Einschätzung ja „Deutschlands Fußballfachmagazin“ lesen übrigens leider bei sechzger.de offensichtlich nicht mit: Schon vor dem letzten Duell im Juni wiesen wir die Kollegen in Nürnberg an dieser Stelle darauf hin, dass in der dortigen Online-Statistik die zwanzig regulären Bayernliga-Duelle und die beiden Pokal-Qualifikationsspiele aus den Jahren 1982 bis 1993 einfach ignoriert werden: Geändert hat sich daran nichts, wie man hier sehen kann.
Saisonvergleich: Sind die Roten schlechter als vor einem Jahr?
Die fundierte taktische und statistische Analyse des heutigen Gegners hat Euch unsere TAKTIKTAFEL bereits gestern Mittag geliefert. Bang sein muss einem vor den Roten aktuell eher nicht. Die Annahme allerdings, die Bayernbubis stünden unter ihrem vor dieser Saison aus dem Führungsstab der Jugendabteilung wieder auf den Trainerstuhl zurückgekehrten Aufstiegscoaches von 2019, Holger Seitz viel viel schlechter da, als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison unter Meistertrainer Sebastian Hoeneß, der sich im Sommer ja in die Bundesliga zur TSG Hoffenheim verabschiedet hat, diese Annahme also ist nicht ganz korrekt: Letzte Saison kamen die kleinen Roten erst im letzten Saisondrittel so richtig in Fahrt. Nach 15 Spielen standen im Herbst 2019 genauso viele Niederlagen (nämlich sechs) zu Buche, wie derzeit. Zwei Unentschieden weniger, zwei Siege mehr – das ergab damals den 9. Tabellenplatz. Der aktuell belegte gerade noch zum Klassenerhalt verhelfende Rang 16 könnte durch zwei Siege (aber wie gesagt: nicht heute!) deutlich verbessert werden.
Der bisherige Saisonverlauf
Das Team von München Rot Zwei ging in dieser Saison schon durch ein echtes Wechselbad der Gefühle: Einer damals noch als extrem peinlich wahrgenommenen 3:0-Pleite beim Aufsteiger Verl (zu dessen Heimpremiere gespielt übrigens vor 1.000 begeisterten Ostwestfalen in Verl und nicht in Paderborn) folgte das gleiche Resultat für den FCB gegen Absteiger und Ligafavorit Dresden. In den November startete man am Allerheiligentag mit einer 4:2-Gala beim anderen Absteiger in Wiesbaden, um danach den ganzen November kein Bein mehr auf den grünen Rasen zu bekommen und viermal in Serie den Kürzeren zu ziehen. Unterbrochen wurde die böse Niederlagenserie dann – wahrscheinlich zum Glück für die Roten – von den Corona-Fällen beim ersten Gegner im Dezember, dem FSV Zwickau. Das Fußballjahr 2020 beschlossen die Bayern dann mit einem Sieg in Saarbücken und zwei schiedlich-friedlichen Unentschieden gegen Duisburg und in Unterhaching.
Unvermeidliches Thema: Kaderwerte
Auf den astronomischen Kaderwert vom FCB II im Vergleich zum Rest der Liga und der daraus eigentlich fehlenden Passung zur 3. Liga durfte der Verfasser dieser Zeilen schon nach dem letzten innerstädtischen Duell ausführlich eingehen. Dieser Abstand hat sich mittlerweile nochmal deutlich vergrößert und es kann einfach nicht darauf verzichtet werden, sich die Zahlen auch heute wieder zu Gemüte zu führen: Mit 40,5 Millionen Euro ist der Kader der Roten mehr als viermal so viel wert, wie der vom zweiten Ligakrösus und Tabellenführer Dynamo Dresden und fast das zehnfache gegenüber unserer Löwentruppe. In der 2. Bundesliga läge die zweite Mannschaft der FCB AG mit ihrem Wert deutlich vor den führenden Schwergewichten HSV und Fortuna Düsseldorf, der Durchschnittswert ist in dieser Liga mit knapp 18 Millionen klar weniger als halb so hoch, wie beim Drittligisten an der Säbenerstraße. Muss man an dieser Stelle noch erwähnen, wie stolz es den Löwenfan machen sollte, wenn unser Team heute Nachmittag den Millionarios aus der Seitenstraße alles abverlangt und vielleicht sogar die drei Punkte abluchst?
sechzger.de auch heute wieder für Euch vor Ort
Das heutige vorletzte Hinrundenspiel ist – wie eingangs schon thematisiert – das formale Auswärtsspiel für uns im eigenen Wohnzimmer. Löwenfans dürfen darauf hoffen, dass zum Rück- und Heimspiel in der vorletzten Runde der Saison 20/21 am Wochenende um den 15. Mai vielleicht wieder Zuschauer zugelassen sind. Dies würde dann bedeuten, dass beide Geisterspiele gegen den FCB auf Giesings Höhen deren Heimspiele waren. Wenigstens etwas. Ob daheim oder auswärts, ob bei MAGENTA oder BR – der Liveticker von sechzger.de steht Euch auch heute auf jeden Fall wieder zur Verfügung. Klickt Euch rein!
Der Ball rollt wieder in der 3. Liga und am heutigen Freitag Abend empfing der SV Waldhof Mannheim die Gäste vom SC Verl. Trotz 2:0-Führung der Kurpfälzer zur Pause, reichte es am Ende nur zu einem Remis für die Gastgeber.
Verdiente Pausenführung für Mannheim
Von Beginn an setzten die Gastgeber die Ostwestfalen unter Druck und kamen in der 13. Minute zu einem Pfostentreffer durch Martinovic. Just als der SC Verl etwas besser ins Spiel kam, schlug der Waldhof zu. Donkor setzte auf dem linken Flügel zum Dribbling an, ließ mehrere Gegenspieler stehen, passte nach innen und dort vollendete Saghiri durch die Beine des Keepers zu seinem ersten Saisontor (25.). Anschließend gestalteten die Gäste die Partie ausgegelichen und hatten in der 40. Minute den Ausgleich auf dem Fuß. Nach einer starken Kombination über links verpasste Ex-Löwe Rabihic jedoch das 1:1.
Der direkte Gegenzug sorgte für das 2:0; Martinovic ging alleine gegen vier Verteidiger aufs Tor zu, Abwehrspieler Lannert stellte sich etwas ungeschickt an und Schiedsrichter Speckner zeigte überraschend auf den Punkt. Den Elfmeter platzierte Ferati unnötig überheblich flach in die Tormitte, Torwart Brüseke, der bereits in die Ecke unterwegs war, brachte noch den Fuß dran, doch gegen den Nachschuss von Ferati war er machtlos.
Verl dreht auf
Nach der Pause entwickelte sich zunächst ein Privatduell zwischen Dominik Martinovic und Torwart Brüseke. Zwischen der 50. und 55. Minute prüfte der Stürmer den Verler Keeper gleich dreimal – erfolglos. In der 65. Minute dann plötzlich die hundertprozentige Chance für Verl zum Anschluss, doch Yildirim verzog freistehend aus sechs Metern. Besser machte es Kollege Rabihic gut drei Minuten später und verkürzte aus 20 Metern zum 2:1; Königsmann im Kasten der Kurpfälzer sah dabei nicht sonderlich gut aus.
Die Partie war wieder offen und in Minute 73 bekam Yildirim doch noch sein Erfolgserlebnis und glich per Unterkante der Latte zum 2:2 aus. So schnell kanns im Fußball gehen… In der Folge waren die Gäste dem Dreier deutlich näher als der Waldhof und kamen zu mehreren hochkarätigen Möglichkeiten. Der Lucky Punch sollte aber keinem der Teams gelingen und so blieb es beim 2:2.
Der Waldhof klettert mit dem Punkt vorerst auf den 13. Tabellenplatz, während Verl Rang 7 festigte.
Bilanz gegen die Löwen
Zur Erinnerung: Beim SC Verl holte der TSV 1860 beim 1:1 immerhin einen Punkt. Den SV Waldhof zerlegten die Löwen im heimischen Grünwalder Stadion nach allen Regeln der Kunst mit 5:0.
Die Löwenrunde vor dem Spiel Bayern II : TSV 1860 – unsere Kurzzusammenfassung
Die Löwenrunde vor dem Derby gegen Bayern II dauerte heute knapp 35 Minuten. Wie immer können wir sie im Originalton nur empfehlen. Wer dafür keine Zeit hat, kann hier unsere kurze Zusammenfassung lesen.
Die Vorbereitung
Eine ungewohnt kurze Winterpause, Schneefälle in München. Wir hatten gestern schon darüber berichtet, wie auch Michael Köllner Hand anlegte, um den Trainingsplatz vom Schnee zu befreien. Darüber verlor er kein Wort, sondern berichtete von den vorgeschriebenen Corona-Testungen und dem Training in Kleingruppen nach dem Start.
Die Ausfälle
Tim Linsbichler fehlt immer noch verletzt, auch Stefan Lex fällt im Derby verletzt aus. Dennis Erdmann ist nach seiner fünften gelben Karte gesperrt, hat aber derzeit ohnehin Probleme mit der Hüfte. Insofern ist die Sperre wenigstens diesbezüglich gutes Timing.
Merveille Biankadi
Der Neuzugang wird morgen gegen Bayern in der Startelf des TSV 1860 stehen. Dies hatten wir bereits Mittags schon berichtet. Auf welcher Position war Michael Köllner nicht zu entlocken. In der Fragerunde der Journalisten fragte Uli Kellner (Münchner Merkur), wie das denn mit dem Training abgelaufen wäre. Biankadi trainierte mit den Löwen bereits bevor das Transferfenster öffnete. Dies ist laut Günther Gorenzel kein Problem, wenn es vertraglich vereinbart ist. Spielgenehmigung zu diesem Zeitpunkt gab es natürlich noch keine.
Die Nachwuchsspieler
Vier Nachwuchsspieler haben in der letzten Woche bei den Profis mittrainiert, um hier Impulse zu setzen.
Der morgige Gegner
Michael Köllner verzichtet auf Floskeln und erklärt, dass er drei Punkte anstrebt.
Weitere Neuzugänge
Günther Gorenzel erklärte auf Nachfrage von Uli Kellner, dass aktuell keine Mittel mehr für weitere Neuzugänge zur Verfügung stehen. Die Frage von Oliver Griss (dieblaue24) ob auch bei den Gesellschaftern vorgefühlt wurde während der fehlenden Breite im Kader blieb auch auf Nachfrage quasi unbeantwortet.
Fünf Wechsel anstatt drei Wechsel
Hier sagte Günter Gorenzel, dass man ein demokratisches Ergebnis akzeptieren muss. Die Löwen haben für drei Wechsel gestimmt. Michael Köllner findet den Wechsel der Regel während der Saison nicht gut. Er betonte bei diesem Punkt aber noch einmal, dass das mit der fehlenden Breite nicht stimmen würde. „Das hat vielleicht am Anfang der Saison gestimmt, aber das ist nicht mehr so“. Als Beispiele nannte er Semi Belkahia und Lorenz Knöferl. Die Möglichkeiten bei Sechzig seien gut, man könne nicht ständig an die Gesellschafter gehen und Forderungen stellen.
Ein herzliches Grüß Gott und ein frohes Neues Jahr auch von meiner Seite. Hier ist die TAKTIKTAFEL zum Spiel gegen den FC Bayern II, das von vielen als Derby bezeichnet wird.
Momentan befindet sich die vom 46-jährigen Holger Seitz trainierte Zweitvertretung des Nachbarn aus der Säbener Straße auf einem für den Vorjahresmeister wohl eher unerwarteten 16. Rang in der Tabelle. Dieser spiegelt wohl auch die Leistungsfähigkeit nicht korrekt wider. Die Truppe mit einem Marktwert von 40,48 Mio € hat nach dem Abschied von Sebastian Hoeneß zum Bundesligisten TSG Hoffenheim diese Saison noch nicht richtig in die Spur gefunden. Mit zwei Spielen und zehn Punkten Rückstand auf unseren auf Platz drei rangierenden TSV 1860 München bleibt also der FC Bayern II weit hinter den Erwartungen zurück. Nichtsdestotrotz darf man gerade morgen erwarten, dass alle Spieler des Gegners höchstmotiviert in diese Partie gehen werden, um unseren Löwen beim (nominellen) Auswärtsspiel im Sechzgerstadion eins auszuwischen.
Die statistischen Werte des FC Bayern II
Ballbesitz 56%
Passquote 84%
Flankengenauigkeit 35%
Defensive Zweikampfquote 59%
PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 10,9
Wie spielt unser kommende Gegner?
In sechs Spielen und damit am häufigsten zum Einsatz kam bisher ein offensives 4-3-3. Nach etlichen Systemwechseln über 4-4-2 Raute, 4-3-1-2, 4-1-4-1 und 4-2-3-1 hat Trainer Seitz nun seit drei Spieltagen mit einem 5-3-2 ein wenig Konstanz in die taktische Grundaufstellung gebracht. Mit dieser auf den ersten Blick defensiven Variante hat der Nachbar noch kein Spiel verloren. Eine dominante Seite sucht man bei den kleinen Roten vergeblich. Mit 35% der Angriffe über links, 34% über rechts und 31% durch das Zentrum ist der morgige Gegner sehr flexibel bezogen auf sein Aufbauspiel. Es fällt allerdings auf, dass die statistische Verteilung der Angriffe je nach Gegner stark variiert. Sieht man sich die Angriffsverteilung auf einzelne Spiele verteilt an, kommt man zu dem Schluss, dass Seitz’ Mannschaft versucht vermeintliche Schwachstellen des Gegners direkt zu attackieren.
Das 5-3-2 im Angriff
In dem vom FC Bayern II zuletzt gespielten 5-3-2 rücken bei eigenem Ballbesitz beide Flügelverteidiger – Rémy Vita (#2) und Josip Stanisic (#4) – ins Mittelfeld auf. Es verschiebt sich offensiv daher zu einem 3-5-2. Aufgrund der exzellenten fußballerischen und taktischen Qualitäten der Spieler kann der FCB II im dann mit fünf Mann besetzten Mittelfeld taktisch flexibel auf die defensive Raumaufteilung der gegnerischen Mannschaft reagieren. In den drei Spielen, die bisher mit diesem System absolviert wurden, war die Bandbreite in der taktischen Variabilität bei den Angriffen sehr hoch. Der defensive Mittelfeldspieler Angelo Stiller (#38) schaltet sich oft in die Offensive mit ein. In diesem Fall muss ein zentraler bzw. offensiver Mittelfeldspieler absichern.
Die aus der Verschiebung des offensiven Fünfermittelfelds entstehende Menge an Varianten ist bemerkenswert. So ziemlich alle mit fünf Mittelfeldspielern denkbaren Variationen kann man im Spiel dieser Mannschaft „on the Fly“ erwarten. Es ist auch durchaus möglich, dass sich der offensiv ausgerichtete zentrale Mittelfeldmann als hängende Spitze in den Sturm verschiebt. Der Gegner sieht sich dann plötzlich einem 3-4-3 gegenüber. Das macht den FC Bayern II in der Offensive einerseits schwer ausrechenbar, führt aber andererseits nach Ballverlusten der kleinen Roten im Umschaltspiel oft zu Zuordnungsfehlern und viel Freiraum für den jeweiligen Gegner. Das System von Trainer Seitz fordert allen Spielern auf dem Platz also nicht nur fußballerisch, sondern auch mental einiges ab.
Stärken und Schwächen des 5-3-2
Stärken
Defensiv ist die gewählte Taktik äußerst solide. Mit fünf Verteidigern und einem defensiven Mittelfeldspieler fallen Dopplungen des ballführenden Spielers sehr leicht. Das führt dazu, dass der Gegner zu schnellem Passspiel und somit auch zu Fehlpässen gezwungen werden kann. Auch für die Ballbesitzkontrolle eignet sich dieses System sehr gut. Je nachdem wo der Gegner seine Pressinglinie und seine Defensivlinie ansetzt, lockt man unter Umständen defensivere Gegenspieler zu weit nach vorne und schafft so den Raum für lange Bälle. Die beiden Flügelverteidiger verschaffen viel Variabilität in der Offensive. So wird flüssiges und kreatives Spiel begünstigt. Nicht nur, aber vor allem für Konterfußball ist das eine ideale Formation, da die defensiv anmutende Grundaufstellung den Gegner dazu verleiten kann zu offensiv zu agieren. Im Falle eines Ballverlustes führt dies zu viel Raum für Tempogegenstöße.
Schwächen
Ohne die richtige taktische Marschrichtung kann das 5-3-2 zu defensiv sein. Dann fehlt der Punch in der Offensive und man kommt nicht richtig in den Vorwärtsgang. Im Umschaltspiel nach Ballverlust droht vor allem auf den Flügeln leicht eine Unterzahl, wenn der Gegner das Mittelfeld schnell überbrücken kann. Bei falschen Laufwegen kann es obendrein leicht passieren, dass sich entweder in der Offensive die Mitteldspieler gegenseitig im Weg stehen oder sich gegen den Ball der defensive Mittelfeldspieler zu tief fallen lässt und Innenverteidigern den Bewegungsraum nimmt. Es war in einigen von mir beobachteten Defensivsituationen zu sehen, dass der FC Bayern II mit sechs Mann auf einer Linie verteidigt hat. So kamen die Gegner des Öfteren unbedrängt zu gefährlichen Abschlüssen aus der zweiten Reihe. Sowohl physisch als auch mental ist dieses System enorm anstrengend.
Mentale und körperliche Fitness, taktisches Verständnis und schnelle Flügelverteidiger sind das A und O bei diesem System. Deshalb kann es bei nicht zu 100% austrainierten Teams gegen Ende eines Spiels zu Konzentrationsfehlern kommen, die dann den Gegnern in die Karten spielen.
Die Schlüsselspieler
Torwart Ron-Thorben Hoffmann (#1) ist seit Beginn der Geisterspiele nach der Coronapause letzten Frühling die Nummer eins bei den Nachbarn von der Säbener Straße. Den jungen unerfahrenen Torhüter, dem natürlich noch Fehler unterlaufen, zeichnen vor allem starke Reflexe und gutes Stellungsspiel, wie es von einem mitspielenden Torwart erwartet wird, aus. In nur drei Spielen konnte er die Null halten.
Kapitän und Innenverteidiger Nicolas Feldhahn (#5) ist der Abwehrchef der kleinen Roten. Mit bereits 34 Jahren ist er der älteste Spieler im Kader. Er dirigiert seine jungen Mitspieler routiniert. Auffällig ist sein gutes Stellungsspiel. Das hilft ihm oft Fehler seiner unerfahrenen Nebenleute auszumerzen, es begünstigt obendrein das Einlaufen in die Passwege der Gegner. Er fängt so viele Pässe ab. Seine Zweikampfbilanz ist verglichen mit den Topspielern auf der Innenverteidiger-Position hingegen verbesserungswürdig.
Der erst neunzehnjährige defensive Mittelfeldspieler Angelo Stiller (#38) ist der kompletteste Spieler, den die Mannschaft aufzubieten hat. In zwei Partien durfte er bei der ersten Mannschaft schon Champions League-Luft schnuppern und kommt auch bei nur wenigen Einsatzminuten in diesen Spielen auf Topwerte in den Statistiken. Zweikampfstärke in der Defensive, Passsicherheit, hohes technisches Können, viel Übersicht in der Offensive und gutes Stellungsspiel in der Defensive zeichnen den angeblich von mehreren höherklassigen Vereinen (FC Empoli, Wolverhampton Wanderers, SV Werder Bremen, TSG Hoffenheim) im In- und Ausland umworbenen Spieler aus.
Timo Kern (#10) agiert im zentralen Mittelfeld und ist mit sieben Treffern in fünfzehn Spielen der Top-Torschütze des Teams. Der 30-jährige Mittelfeldmann bringt wie auch Feldhahn Erfahrung in die sonst blutjunge Truppe.
Fazit
Die Chance des TSV 1860 München in diesem Spiel liegt eindeutig in der Unerfahrenheit und in der fehlenden Konstanz des Gegners. Dieses Spiel zu gewinnen wird nichtsdestotrotz schwere Arbeit werden. Nicht nur die erwähnten Schlüsselspieler, sondern alle Spieler auf dem Platz sind sehr gute Fußballer. Ob es taktisch tatsächlich ein 5-3-2 oder eine andere Variante wird, kann man bei der Variabilität des Gegners schwer vorhersagen. Auch dürfen wir gespannt sein, ob die Elf des Vorjahresmeisters Unterstützung von spielberechtigten Akteuren der ersten Mannschaft erhält. Chris Richards, Jamal Musiala und Tiago Dantas wären die Kandidaten für ein solches Manöver. Michael Köllner wird unsere Löwen wie immer topvorbereitet und höchstmotiviert ins Spiel schicken. Wenn alle Löwenspieler ihre Leistung abrufen und auch der Ausfall von Erdmann in der Viererkette gut kompensiert wird, habe ich keine Bedenken, dass es für Punkte gegen den FC Bayern II reicht. Unsere Experten sind da ja recht optimistisch.
Datenquelle: http://www.wyscout.com/
Meine erwartete Aufstellung des FC Bayern II am Samstag
Merveille Biankadi war bisher der einzige Transfer in der Winter-Transferperiode (sechzger.de berichtete). Im morgigen Derby gegen Bayern II wird er das erste mal in der Startelf des TSV 1860 stehen. Stefan Lex fällt jedoch morgen aus, das hatte sich im Laufe der Woche schon abgezeichnet. Dies bestätigte Michael Köllner am Vormittag in der Pressekonferenz (via Zoom).
Erdmann fällt aus – Linsbichler fehlt weiter
Ansonsten fehlt am morgigen Spieltag Dennis Erdmann (Gelbsperre). Tim Linsbichler befindet sich weiterhin im Aufbautraining.
Das Derby im Liveticker
sechzger.der berichtet vom morgigen Spiel wie gewohnt mit dem sechzger.de – Liveticker aus dem Sechzgerstadion. Die erwartete Aufstellung und Spielweise der Bayern kommt heute Mittag um 12:00 Uhr in der Taktiktafel. Insbesondere auf das Debüt von Biankadi dürften die Augen der Löwen-Fans gerichtet sein.
Einmal noch schlafen, dann könnte es wieder heißen: “Vergelt´s Gott, dass Sie zu Sechzig München gehen!” Leider wird es noch eine unbestimmte Zeit dauern, bis die Fans von Sechzig München diesen wunderbaren Ausspruch von Stadionsprecher Stefan Schneider zu Ohren bekommen werden. Auch wenn wir unsere Löwen nur vor den Fernsehgeräten verfolgen können, halten wir euch stets auf dem aktuellsten Stand.
Die Meldungen des gestrigen Tages
Michael Köllner und Viola Oberländer packen mit an
Wie es bei Türkgücü nach dem angekündigten Ausstieg von Hasan Kivran weitergeht, ist bisher ungeklärt. Unter den möglichen Szenarien befindet sich auch die Insolvenz, welche drastische Folgen hätte. Wie auch beim FSV Zwickau bleibt noch Zeit bis zum 21.Januar – knapp zwei Wochen.
Waldhof Mannheim beseitigt Geldsorgen
Der Liquiditätsnachweis muss beim FSV Zwickau und Türkgücü München folglich noch erbracht werden. Beim Waldhof aus Mannheim ist dieser Schritt im Nachlizensierungsverfahren hingegen geklärt. Einem Bericht von liga3-online zufolge sorgt dafür ein Darlehen in Höhe von einer Million Euro. Zur Verfügung gestellt wird dies von der Familie des Präsidenten Bernd Beetz, der den Verein bereits seit 2016 als Hauptgeldgeber unterstützt.
Expertentipps mit Kai Bülow
Die Berichterstattung rund um das Spiel gegen den FC Bayern II startete bei uns mit der Rubrik Expertentipps. Neben Kai Bülow, der von 2010 bis 2017 bei Sechzig München unter Vertrag stand, gibt es zwei weitere Einschätzungen. Von wem diese sind, erfahrt ihr hier.
Heute rund um Sechzig München
TAKTIKTAFEL
Die erste Taktikanalyse des Jahres 2021 steht an. Gegen Mittag geht die Einschätzung von Bernd Winninger zum kommenden Gegner FC Bayern II online.
LÖWENRUNDE
Zudem findet heute die Pressekonferenz vor dem Spiel, auch LÖWENRUNDE genannt, mit dem absolut symphatischen Cheftrainer Michael Köllner statt. Die wichtigsten Erkenntnisse gibt es im Anschluss kompakt zusammengefasst auf sechzger.de.
Training
Im heutigen Abschlusstraining wird die Mannschaft noch an den letzten Feinheiten arbeiten, um morgen drei Punkte zu erzielen.
Kurz vor dem Jahresende 2020 erreichte Türkgücü München die Hiobsbotschaft, dass sich Investor und Präsident Hasan Kivran zeitnah zurückziehen würde. Auch jetzt ist noch unklar, wie es mit dem Aufsteiger weitergehen wird. Kurz vor dem Duell gegen Dynamo Dresden am kommenden Montag ist auch das Thema “Insolvenz” noch nicht vom Tisch.
Kothny ist zuversichtlich
Geschäftsführer Max Kothny indes zeigt sich optimistisch, was die Fortsetzung des Spielbetriebs betrifft – zumindest bis Saisonende. Bis zum 21. Januar müsse jedoch eine Liquiditätslücke geschlossen werden, um dies zu garantieren. Ein Investor, der Kivran seine Anteile in Höhe von 89 % abnehmen soll, ist zwar im Gespräch, fix ist aber noch nichts. Es bleibt also spannend bei Türkgücü.
1. Neuer Großinvestor übernimmt
2. Ein kleinerer Investor übernimmt
3. Das Projekt scheitert
Sollte Letzteres der Fall sein und der Spielbetrieb würde eingestellt werden müssen, würden wohl alle bisher absolvierten Partien annulliert. Rostock und Uerdingen würden dann jeweils drei Punkte abgezogen werden. Der TSV 1860 würde nach dem 2:2 am 13. Spieltag einen Zähler verlieren.
Erster Spieler verlässt den Verein
Mit Stürmer Tom Boere hat inzwischen der erste Spieler den Verein verlassen. Der Niederländer wechselte innerhalb der 3. Liga zum SV Meppen. Auf der Verkaufsliste des Aufsteigers steht mit Marco Raimondo-Metzger auch ein Ex-Löwe.
Derbyzeit in Giesing, auch wenn es am Samstag für den TSV 1860 “nur” gegen die Zweite des Lokalrivalen geht. Ex-Löwe Kai Bülow, Lustfinger-Frontmann Tom Fock und Künstler Michael “Mixen” Wiethaus haben exklusiv für sechzger.de ihre Tipps für die Partie abgegeben.
Relegationsheld Bülow
Sieben Jahre lang hielt Kai Bülow in der 2. Bundesliga die Knochen für den TSV 1860 hin. Immer wieder wurden ihm vermeintlich namhaftere Konkurrenten vor die Nase gesetzt, doch KB4 setzte sich durch. Durch seine ruhige, besonnene und sympathische Art hat der gebürtige Rostocker in Giesing Spuren hinterlassen. Und dann war da ja noch der 02.06.2015 und Bülows Tor in der Nachspielzeit… Für das Match am Wochenende tippt Kai auf einen 3:2-Sieg von Blau gegen Rot!
Mit Löwenmut zum Sieg
Wer kennt es nicht? Löwenmut ist seit Anfang der 90er Jahre die Hymne, wenn es um unseren TSV geht. Verantwortlich dafür waren Tom Fock und seine Band Lustfinger, die noch immer aktiv sind und 2019 mit Es Gibt Nichts Zu Bereuen ein richtig starkes Album veröffentlichten. Auch Fock ist für Samstag optimistisch: “Wenn die Löwen so gut drauf sind wie zuletzt, tippe ich ein 2:1 für Sechzig. Könnte sogar höher ausfallen. Aber egal: Hauptsache Sieg und 3 Punkte!”
Kunst zugunsten des Vereins
Seine #derbutter-Prints sind stadtbekannt und die exklusiv für den TSV 1860 München e.V. designten Exemplare nahezu ausverkauft. Wer sich und dem Hauptverein, der sämtliche Erlöse aus dem Verkauf der Prints erhält, etwas Gutes tun möchte, der sollte also schnell sein. Der Münchner Künstler Michael “Mixen” Wiethaus ist Löwenfan durch und durch und das erkennt man auch an seinem Derby-Tipp; FC Bayern II – TSV 1860 0:4! Auf dass er Recht behalten möge…