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Happy Birthday, Tom Kretzschmar! sechzger.de gratuliert!

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Tom Kretzschmar wird heute 23 Jahre jung!

Mai 2021: Endlich die Premiere für Kretzschmar!

Als wir unserer Nummer 40 vor einem Jahr auf diesem Weg unsere Glückwünsche übermittelten, berichteten wir über Situationen, in denen Tom ganz knapp vor seinem ersten Einsatz für die Löwenprofis gestanden hatte. In seinem 23. Lebensjahr war es dann endlich soweit! Und wohl jeder Löwenfan erinnert sich. Am letzten Spieltag der vergangenen Saison beim Showdown in Ingolstadt musste Marco Hiller nach einer Notbremse in der 9. Minute frühzeitig den Platz verlassen und Tom Kretzschmar kam zu seinem ersten Einsatz. Dass am Ende eine 1:3 Niederlage im Audi-Sportpark auf der Anzeigentafel stand, war aber keineswegs dem heutigen Jubilar anzulasten.

Da Marco Hiller für zwei Spiele gesperrt wurde, war klar, dass die Löwen die ersten beiden Saisonspiele 2021/22 ebenfalls mit Kretzschmar bestreiten würden. Von einem Blog im Löwenumfeld wurde daraufhin vehement die Verpflichtung eines weiteren Torhüters gefordert. Mit Tom könne man nicht in die Saison starten. Die Zweifler und Skeptiker strafte Kretzschmar souverän Lügen: Er hielt gegen Würzburg und in Wiesbaden seinen Kasten sauber und wurde nach einer überragenden Leistung gegen die Hessen mit Lob überhäuft und diversen Auszeichnungen bedacht. Auf einmal wurde im Umfeld der oben angesprochenen Skeptiker gefordert, Tom direkt zur Nummer 1 zu machen. Typisch Sechzig!

Kretzschmar auch als Elferkiller

In der Realität ging jedoch alles seinen gewohnten Gang. In der Liga steht seit dem 3. Spieltag wieder Marco Hiller im Tor. In den vier Totopokal-Spielen der laufenden Saison  hingegen durfte wieder der gebürtige Münchner Kretzschmar ran. Dass er dabei Anfang September in Burghausen beim finalen Shootout den entscheidenen Elfmeter halten konnte, bleibt sicher noch länger in Erinnerung. 1860 freut sich über zwei Elferkiller im Kader!

Schon seit 2006 ein Löwe

Kretzschmar kam im Sommer 2006 von der SpVgg Höhenkirchen zum TSV 1860 und durchlief die Jugendmannschaften des NLZ. Zu Beginn der Saison 2018/19 stieg er in den Bayernligakader der zweiten Mannschaft auf und absolvierte für die Amas in der Folge insgesamt 39 Partien. Seit Sommer 2020 gehört er dem Profikader von Michael Köllner an.

Wir wünschen dem Geburtstagskind dieses Tages neben Verletzungsfreiheit, Gesundheit und Zufriedenheit, dass er weiterhin ein zuverlässiger Hiller-Vertreter bleibt und im Bedarfsfall erneut hervorragende Leistungen zwischen den Pfosten abrufen kann.

Ois Guade, Tom!

 

Köllner & Eichner auf PK einig: Da war mehr drin für 1860!

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Michael Köllner PK KSC 1860 Pokal

Großer Kampf, dennoch 0:1 und das Aus im Achtelfinale des DFB-Pokals. So könnte man in wenigen Worten den gestrigen Abend zusammenfassen, doch das würde nicht das wiedergeben, was sich gestern auf dem Rasen des Grünwalder Stadions abgespielt hat. Die beiden Trainer, Christian Eichner und Michael Köllner, waren sich auf der Pressekonferenz nach dem Match einig, dass da durchaus mehr für den TSV 1860 drin war.

Eichner voll des Lobes für 1860

Auf sehr sympathische Art und Weise legte der KSC-Coach seine Sicht der Dinge dar und freute sich naturgemäß über das “historische Weiterkommen” seiner Mannschaft in die Runde der letzten Acht. Dennoch zollte Eichner dem TSV 1860 Respekt und war voll des Lobes für den Gegner.

“Wir haben sehr stark leiden müssen, vor allem in der ersten Halbzeit. (…) Sehr gut organisierter Gegner, der kaum Räume zugelassen hat und keine Fehler angeboten hat. Ganz im Gegenteil. Die haben auch von hinten raus ein richtig gutes Passspiel aufgezogen und uns 2-3 mal schon auch vor größere Probleme gestellt und hätten mit ein bisschen Fortune schon auch in Führung gehen können, (…) vielleicht sogar müssen. (…) Den Löwen wünsche ich alles Gute für die zweite Hälfte der Meisterschaft. Wenn Ihr da dran bleibt und weiter so Fußball spielt, (…) ist da noch einiges möglich.”

Für sein Team hofft Eichner nach drei Auswärtsspielen im laufenden Wettbewerb endlich auch eine “Losfee mit Esprit”, also ein Partie im heimischen Wildpark – im Idealfall vor Zuschauern.

Köllner hadert mit Chancenverwertung

Auch Michael Köllner zeigte sich sehr zufrieden mit seinem Team, haderte jedoch mit der Chancenverwertung in der ersten Hälfte.

“Wir wollten den Gegner gut beschäftigen, wollten selber unser Spiel auch durchziehen. Das ist uns in der ersten Halbzeit vorzüglich gelungen. Leider hat der besondere i-Punkt noch gefehlt, dass wir in Führung gegangen wären. Da waren riesige Möglichkeiten da von Greilinger, Bär und Lex. (…) In der zweiten Halbzeit mussten dann wir leiden. Schade, dass das Tor dann so zustande gekommen ist. Schade für uns als Mannschaft, schade aber auch für Fabian Greilinger, dem dann so ein dummes Ding passiert, dass der Ball vom Knie an die Hand springt. Dann hat sich die Mannschaft kurz geschüttelt und wir haben mit Tallig und Steinhart nochmal gute Chancen gehabt, um das Spiel auszugleichen. (…) Am Ende überwiegt (…) dann doch die Zufriedenheit und der Stolz, dass wir in dem Wettbewerb drei richtig gute Spiele hinbekommen haben.”

Diesen Schwung gilt es mit in die Liga zu nehmen und fleißig Punkte zu sammeln.

Fehlende Zuschauer als Faktor

Während andernorts Fans ins Stadion dürfen, gilt in Bayern weiterhin: “Wir müssen draußen bleiben.” Für Löwen-Trainer Michael Köllner ein nicht zu unterschätzender Faktor.

“Heute mit einem ausverkauften Grünwalder Stadion wäre die Mannschaft nochmal über sich hinausgewachsen. Dann wäre in der Phase in der zweiten Halbzeit, in der wir gelitten haben, das Publikum gekommen und hätte uns – wie gegen Schalke – nochmal richtig getragen und nach vorne gebracht. So ist es natürlich schade für uns, wenn wir als Drittligist ins Achtelfinale kommen und dann ohne Zuschauer spielen müssen. Das ist für uns schon ein erheblicher Nachteil gewesen. Nichtsdestotrotz haben wir ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht und das werden wir auch mitnehmen in die nächsten Wochen.”

Die nächste Partie steht bereits am Samstag auf dem Programm. Die Löwen treffen im Olympiastadion auf Türkgücü München und wollen sich in der Liga weiter in Richtung Tabellenspitze heranpirschen.

Giesinger Gedanken nach der Pokalniederlage gegen den KSC: Der Traum ist ausgeträumt

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Schade, da war mehr drin. Gestern unterlagen unsere Löwen dem KSC mit 0:1. Damit ist der Traum von weiteren Pokalsensationen mit dem TSV 1860 München erstmal ausgeträumt. Ich bin traurig, obwohl es eigentlich nicht wirklich einen Grund dazu gibt.

Disziplinierter KSC schaltet die Löwen aus

Der KSC kam gut vorbereitet nach Giesing und hatte gegenüber Darmstadt 98 und Schalke 04 den Vorteil, dass das Grünwalder Stadion gestern leer bleiben musste. So entfiel der phänomenale Support der frenetischen Löwenfans und der KSC musste “nur” gegen elf Löwen auf dem Platz kämpfen und nicht auch noch gegen die entfesselte Kulisse des Sechzgerstadions. Der KSC spielte eine sehr disziplinierte erste Hälfte, wollte den Löwen nicht ins Messer laufen und war sehr darauf bedacht, stets die Ordnung zu behalten. Sechzig fehlte der Rückenwind durch die Zuschauer, obwohl die Löwen durchaus forsch nach vorne spielten.

Leider wird kein Ball ins Tor geschrien

Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem kein Klassenunterschied zu erkennen war. Bär und Greilinger hatten gute Chancen für den TSV 1860 München, leider konnten die Bälle heute nicht kollektiv ins Tor geschrien werden so wie gegen Schalke. Nach der Pause hatte der KSC seine stärkste Phase und sorgte durch ein Abseitstor für den historischen ersten Einsatz des VAR im Sechzgerstadion. Am Ende war es ein unglücklicher, aber berechtigter Elfmeter, der das Spiel entschied. Unglücksrabe war Fabi Greilinger, dem bei einer Grätsche der Ball sehr unglücklich an die Hand sprang. Leider konnten die Löwen dann ohne Support von außen keinen wirklichen Druck entwickeln. Tallig hatte in der 76. Minute noch die beste Ausgleichsmöglichkeit und Steinhart hätte in der Nachspielzeit mit Glück noch den Lucky Punch setzen können.

Damit ist das Pokalabenteuer Löwen zu Ende

Schade, aber man musste sich dem KSC geschlagen geben. Wenn man die Chancen in der ersten Hälfte genutzt hätte… Aber hätte, wäre und aber… Es hat nicht gereicht und die Reise der Löwen durch den DFB-Pokal ist zu Ende. Das macht mich doch trauriger als ich vorher gedacht hatte. Aber eigentlich brauchen wir nicht traurig sein. Das Pokalabenteuer der Löwen bestand aus drei Kapiteln, das waren zwei mehr als man erwarten konnte. Im ersten eliminierte der TSV 1860 München die Lilien aus Darmstadt im Elfmeterschießen. Es war das erste Elfmeterschießen, das ich mit meinem Sohn im Stadion erleben durfte. Weit nach Mitternacht kehrten wir in dieser lauen Sommernacht sehr glücklich nach Hause zurück. Ein toller Abend für die Löwenfans und ganz besonders für Vater und Sohn Enn.

Heimkehr nach dem Pokalsieg gegen Darmstadt

Schalke, der Saisonhöhepunkt!

Und dann der unvergessene Oktoberabend gegen Schalke 04. Niemand, der im Stadion war, wird diesen Abend je vergessen können. Die Löwen legten los wie die Feuerwehr, Lex brachte das Stadion nach 5 Minuten zur Extase, die ohne Unterbrechung bis zum Schlusspfiff andauerte. Die Mannschafte bedankte sich nach dem Spiel eigens mit einem youtube-Video für die grandiose Unterstützung. Mir ging es in diesen Tagen nicht gut, aber meine Freunde und die Löwen zauberten mir an diesem wunderbaren Abend ein nicht für möglich gehaltenes Lächeln ins Gesicht. Der Höhepunkt des Pokalabenteuers. Vielleicht sogar der ganzen Saison. Wer weiß…

DFB Pokal: TSV 1860
Die Löwen feiern mit den Fans nach dem unglaublichen Sieg gegen Schalke

Der Traum ist ausgeträumt

Leider ist der Traum von weiteren Kapiteln seit gestern Abend ausgeträumt. Zu clever und diszipliniert traten die Karlsruher auf. Am Ende fehlten den Löwen die zündenden Ideen, um das Abenteuer weiter zu schreiben. Aber sie haben alles gegeben, waren einer mehr als soliden Zweitligatruppe ebenbürtig und hatten Pech mit dem Handelfmeter. Mehr kann man nicht verlangen und ich bin stolz, dass wir es als einziger Drittlist und einzige Mannschaft aus Bayern ins Achtelfinale des DFB-Pokals geschafft haben. Obwohl mit etwas Glück… Naja, lasst uns nicht traurig sein! Sind wir stolz auf unsere Löwen, die zwei Zweitligisten rausschmeißen konnten! Und uns zwei unvergessliche Pokalabende schenkten!

Mein größter Albtraum bleibt mir erspart

Außerdem hat es etwas Gutes, dass dieser Traum jetzt ausgeträumt ist. Kürzlich wälzte ich mich in einer unruhigen Nacht hin und her und hatte einen grauenhaften Albtraum: Die Löwen qualifizierten sich für das DFB-Pokalfinale und dieses musste als Geisterspiel stattfinden… Daher Toto-Pokal Halbfinale in Aubstadt gewinnen, Toto-Pokal holen und dann nächste Saison nach beendeter Pandemie nach Berlin! Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

 

TSV 1860 scheitert im Achtelfinale am Karlsruher SC

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Nach großem Kampf gegen den Karlsruher SC muss sich der TSV 1860 München im Achtelfinale aus dem DFB-Pokal verabschieden. Vor allem in der ersten Halbzeit spielten die Löwen eine starke Partie, konnten sich aber für ihren Einsatz nicht mit einem Tor belohnen.

Leere Ränge im Sechzgerstadion und Temperaturen etwas über null Grad: trotzdem war die Mannschaft des TSV 1860 München bis in die Haarspitzen motiviert und wollte mit dem Karlsruher SC einen weiteren Zweitligisten aus dem DFB-Pokal werfen. Trainer Michael Köllner musste aufgrund der Willsch-Verletzung einmal reagieren und brachte Erik Tallig von Anfang an.

Videobeweis Premiere Für Den TSV 1860 München Gegen Den Karlsruher SC Im DFB Pokal Achtelfinale 2021 22
Zum ersten Mal im Grünwalder Stadion: der Videobeweis

Genuss für Taktikfüchse

Die Löwen agierten im 5-2-1-2 mit Tallig und Dressel vor der Abwehrkette, der KSC setzte dem wie erwartet ein 4-3-3 entgegen. Nach kurzer Orientierungsphase fanden die Löwen schnell in ihre Aufstellung und machten den Gästen in der Folge das Leben schwer. Mehr noch: immer wieder kamen sie mit schnellen Gegenstößen gefährlich vor das Tor der Badener. Doch Bär (10.) und Greilinger (13.) verpassten es, den TSV 1860 gegen den Karlsruher SC in Führung zu schießen. Der KSC kam im ersten Durchgang kaum gefährlich vor das Tor von Marco Hiller. Wenn überhaupt wurde er durch Fernschüsse geprüft, die aber allesamt kein Problem für den Mann im Löwen-Tor darstellten.

Elfmetertor für den Karlsruher SC besiegelt Niederlage des TSV 1860 München

Mit Wiederanpfiff merkte man das erste Mal, wer hier der Zweitligist und somit Favorit war. Der Karlsruher SC trat nun deutlich druckvoller auf, vor allem in der ersten Viertelstunde in der 2.Halbzeit hatte der TSV 1860 München damit seine Probleme. Es dauerte auch nicht lang, ehe der Ball das erste Mal im Tor der Löwen lag. Doch nach einem Pfostentreffer von Schleusener stand Cueto im Abseits (51.). Auch die allererste Überprüfung durch den Videoschiedsrichter änderte an dieser Entscheidung nichts.

Gerade als der TSV 1860 wieder etwas besser in die Partie gefunden hatte, ertönte ein Elfmeterpfiff. Greilinger, der wieder eine gute Leistung zeigte, prallte der Ball vom eigenen Bein in einer Grätschbewegung an den Arm. Schiedsrichter Peters zeigte auf den Punkt, Wanitzek schickte Hiller in die falsche Ecke und traf zum Tor des Tages (69.). Mit dem Treffer änderte der KSC seine Spielweise und verschob seine Pressinglinie nun deutlich weiter nach hinten.

Karlsruher SC Trifft Per Elfmeter Im DFB Pokal Achtelfinale Gegen Den TSV 1860 München
Der einzige Treffer des Tages: Wanitzek verlädt Hiller

Den neu gewonnenen Platz nutzten die Löwen und versuchten noch einmal alles, um die Niederlage abzuwenden. Die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich bot sich Tallig, doch frei vorm Torhüter schoss er diesen an (76.). Der TSV 1860 setzte weiter nach; Köllner brachte mit Linsbichler, Staude und Biankadi mehrere frische Offensivkräfte. Doch die letzte Chance zum 1:1 sollte sich einem Verteidiger bieten. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld herrschte Unordnung im Karlsruher Strafraum, sodass Steinhart links im Sechzehnmeterraum an den Ball kam. Den schlecht positionierten Torwart konnte er jedoch nicht überwinden und schoss den Ball stattdessen deutlich über das Tor (90.+4).

Kurz darauf beendete der Unparteiische die Begegnung. Der TSV 1860 München verpasst das Viertelfinale im DFB-Pokal, der Karlsruher SC hingegen freut sich über den ersten Einzug in die Runde der letzten acht seit über zwei Jahrzehnten.

Aufstellung TSV 1860: 1 Hiller – 36 Steinhart, 6 Salger, 27 Belkahia – 11 Greilinger (89. 5 Moll), 20 Deichmann – 14 Dressel, 8 Tallig, 31 Neudecker (72. 23 Staude) – 7 Lex (C) (81. 19 Biankadi), 15 Bär (72. 22 Linsbichler)

Tor: 0:1 Wanitzek (69., Handelfmeter)

Endstand TSV 1860 München Karlsruher SC DFB Pokal Achtelfinale 0 1

Liveticker: TSV 1860 München – Karlsruher SC (Achtelfinale DFB-Pokal)

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sechzger.de Liveticker TSV 1860 München - Karlsruher SC im Achtelfinale des DFB-Pokals

Herzlich willkommen zu unserem Liveticker beim Achtelfinale im DFB-Pokal der Saison 2021/22 mit dem Duell zwischen dem TSV 1860 München und dem Karlsruher SC!

Nach dem SV Darmstadt 98 und dem FC Schalke 04 versucht sich im Achtelfinale des DFB-Pokals mit dem Karlsruher SC der nächste Zweitligist und will die Löwen bezwingen. Diese wiederum wollen den dritten höherklassigen Konkurrenten aus dem Wettbewerb schmeißen. sechzger.de begleitet das heutige Duell live aus dem Grünwalder Stadion und mit Bildern sowie Eindrücken aus Giesing.

Aufstellung:
1 Hiller – 36 Steinhart, 6 Salger, 27 Belkahia – 11 Greilinger (89. 5 Moll), 20 Deichmann – 14 Dressel, 8 Tallig, 31 Neudecker (72. 23 Staude) – 7 Lex (C) (81. 19 Biankadi), 15 Bär (72. 22 Linsbichler)

Bank: 40 Kretzschmar – 3 Lang, 5 Moll, 18 Knöferl, 19 Biankadi, 22 Linsbichler, 23 Staude, 30 Cocic, 34 Freitag

Tore: 0:1 Wanitzek (69., Handelfemeter)

Die Personalsituation

Nathan Wicht (Infekt) fällt weiterhin aus, Kevin Goden ist kürzlich erst wieder in das Mannschaftstraining eingestiegen. Auch für Daniel Wein kommt heute noch kein Einsatz in Frage. Marius Willsch muss nach seiner Verletzung gegen Wiesbaden pausieren, Merveille Biankadi könnte hingegen in den Kader zurückkehren.

Diesen Löwen droht eine Sperre

Moll, Lang, Dressel und Salger haben gegen Darmstadt – Wein und Biankadi gegen Schalke die gelbe Karte gesehen. Eine Sperre bei einer möglichen Viertelfinal-Teilnahme droht ihnen damit allerdings nicht.

Wo könnt ihr das Spiel TSV 1860 München – Karlsruher SC außer im Liveticker noch verfolgen?

Die Übertragungsrechte am DFB-Pokal hat der Bezahlsender sky inne. Es besteht jedoch die Möglichkeit, das Spiel einzeln zu buchen. Hierfür muss die App des Anbieters onefootball heruntergeladen werden. Im Anschluss ist mit wenigen Klicks die Buchung möglich, ein Spiel kostet ab 3,99€ (nur auf dem Handy oder Tablet möglich).

Weder MagentaSport noch Free-TV sind heute abend eine Möglichkeit, um das Spiel zu verfolgen. Zudem sind im Grünwalder Stadion keine Zuschauer zugelassen.

Dafür ist das Löwen-Radio vor Ort und geht für euch live auf Sendung. Die Moderatoren Gilbert Kalb und Jan Mauersberger führen euch durch die 90 Minuten, an dessen Ende hoffentlich unsere Löwen im Viertelfinale stehen.

Babak Rafati: Siegtor des TSV 1860 gegen Wehen Wiesbaden irregulär

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Richy Neudecker und Stefan Lex erzielen das Siegtor des TSV 1860 gegen den SV Wehen Wiesbaden
Richy Neudecker tritt den Freistoß zum 3:2

Viel wurde gesprochen und geschrieben über den zweiten Treffer des SV Wehen Wiesbaden gegen die Löwen. Ging dem 0:2 eine Abseitsstellung voraus, die abgepfiffen hätte werden müssen? Ja, sagt Experte Babak Rafati, der zudem auch das Siegtor des TSV 1860 in Frage stellte.

Aktives Abseits vor dem 0:2

Wir hatten es ja bereits vermutet, nun bestätigte auch liga3-online-Experte Babak Rafati unseren Verdacht.

“Auch wenn Lankford den Ball nicht berührt, was für eine strafbare Abseitsposition auch nicht maßgeblich ist, irritiert er zunächst seinen Gegenspieler, in dem er zum Ball läuft und im letzten Moment abstoppt. Zudem kreuzt er den Weg von Salger und hindert diesen im Zweikampf, an den Ball zu kommen. Diese beiden Einzelaktionen sind schon jeweils an sich ein Kriterium für eine Abseitsposition, sodass der anschließende Treffer nicht hätte zählen dürfen. Eine Fehlentscheidung, weiterspielen zu lassen.”

So weit, so gut…

Siegtor des TSV 1860 irregulär?

Doch nicht nur in der angesprochenen Szene zeigte sich Rafati mit der Entscheidung des Kollegen Eric Müller unzufrieden. Auch beim Siegtor des TSV 1860 hätte der ehemalige FIFA-Schiedsrichter anders entschieden.

“Nach einem Freistoß von Neudecker bekommt Mitspieler Lex den Ball an den Arm, und von da aus prallt der Ball (…) direkt ins gegnerische Tor. (…) Somit liegt eine Unmittelbarkeit vor, sodass das Tor nicht hätte zählen dürfen. Sicherlich hat der Schiedsrichter in der Dynamik des Ablaufs und im Spielerpulk nicht wahrgenommen, dass der Ball vom Arm abgeprallt ist. Daher eine schwierige Situation für ihn. Dennoch eine Fehlentscheidung, das Tor für 1860 München anzuerkennen.”

Auch beim Ausgleichstor von Salger ging ein unabsichtliches Handspiel (von Belkahia) voraus, eine Unmittelbarkeit sei da jedoch nicht gegeben gewesen. Insofern war es richtig, weiterspielen zu lassen und den Treffer der Löwen anzuerkennen.

TAKTIKTAFEL: TSV 1860 München – Karlsruher SC (Achtelfinale)

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL vor dem DFB-Pokalspiel des TSV 1860 München gegen den Karlsruher SC.

Der seit Beginn der Saison 20/21 im Amt befindliche Trainer Christian Eichner lässt seinen Karlsruher SC meist im 4-3-3 (offensiv) antreten. Zwei Mal liefen die Badener im 4-1-4-1 und einmal im 4-2-3-1 auf. Im Pokal trat der KSC bisher im 4-2-3-1 (2. Runde – Gegner Bayer 04 Leverkusen) und im 4-3-3 (offensiv) (1. Runde – Gegner Sportfreunde Lotte) an.

Ich gehe davon aus, dass Eichner gegen den TSV 1860 München auf das 4-3-3 (offensiv) setzen wird. Einerseits, weil seine Mannschaft in diesem System eingespielt ist und andererseits, weil dieses System durchaus flexibel ist sowie Verschiebungen taktischer Natur schnell realisierbar sind, um sich dem Geschehen auf dem Platz optimal anzupassen.

Nur der Sieg zählt in einem Pokalfight. Von daher erwarte ich angriffslustige Karlsruher, die auf fremdem Platz gegen einen unterklassigen Gegner ihr Spiel durchbringen wollen, um in die nächste Runde einzuziehen.

Die wichtigsten Statistiken des KSC

  • Ballbesitz 50%
  • Passgenauigkeit 82%
  • Defensive Zweikampfquote 63% (drittbester Wert der zweiten Liga)
  • Flankengenauigkeit 39% (drittbester Wert der zweiten Liga)
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 10,4

Wie spielt der Karlsruher SC?

Christian Eicher passt die taktische Herangehensweise im Spiel dem jeweiligen Gegner an. Die Karlsruher können also einerseits abwartenden Konterfußball spielen und andererseits auch selbst mit der Offensivkraft, über die sie verfügen, über das Positionsspiel Kontrolle auf dem Platz übernehmen.

Grundsätzlich ist das Spiel des KSC leicht linkslastig. Die rechte Abwehrseite des TSV 1860 wird also vermutlich am Dienstag mehr zu tun haben als gewöhnlich. Beim Kreieren von Strafraumsituationen hilft den Karlsruhern ihre hohe Flankengenauigkeit. Mit knapp achtzehn Ballkontakten pro Spiel im gegnerischen Strafraum belegen die Karlsruher in dieser Kategorie den sechsten Platz in der zweiten Liga.

Da der KSC aber in der Box oft schlecht sortiert wirkt und auch im Abschluss eher ungenau agiert, entspringen den durchaus vielen Ballkontakten in der gegnerischen Box relativ wenig Schüsse aufs gegnerische Tor. Mit einer Schussgenauigkeit von knapp 32% liegen die Badener in dieser Kategorie sogar auf dem drittletzten Platz.

Hervorzuheben ist die Stärke des KSC bei Eckstößen. Bereits sechs Treffer konnten die Badener nach Ecken erzielen.

Schüsse aus der zweiten Reihe sind beim KSC eher die Ausnahme als die Regel. Nur Rostock und Sandhausen schließen noch seltener von außerhalb des gegnerischen Sechzehnmeterraumes ab.

Karlsruhe bevorzugt Kombinationsfußball, um Raumgewinn auf dem Spielfeld zu erzielen. Im Vergleich mit den anderen Teams der zweiten Liga sind nur Ingolstadt und Sandhausen hinter dem KSC bei versuchten eins gegen eins-Duellen. Wenn aber ein Spieler des Karlsruher SC das direkte Duell mit seinem Gegenspieler sucht, kann man davon ausgehen, dass es gewonnen wird. Nur drei Teams (Nürnberg, Kiel und Regensburg) haben eine höhere Erfolgsquote im Dribbling und bei Laufduellen.

Stärken und Schwächen des 4-3-3 (offensiv)

Die Stärken

Im Offensivspiel kann eine Mannschaft, die ein 4-3-3 praktiziert, sehr variabel auftreten. Durch die drei Stürmer wird Stress für die Abwehr des Gegners ausgelöst. Das rührt daher, dass durch die Variabilität, die mit drei Spitzen hergestellt wird, in Puncto Breite oder Enge des Spiels und dem Wechselspiel beider Varianten die Angreifer schwer ausrechenbar sind. Somit können in jedem Spielzug andere Laufwege zum Tragen kommen. Dadurch überlagern sich manchmal die im Raum zu verteidigenden Schnittstellen, wodurch eine Überzahl für die Angreifer bei kreuzenden Stürmern entstehen kann.

Wenn die Mannschaft, die 4-3-3 spielt, obendrein auf Ballbesitzfußball mit hohem Pressing gegen den Ball setzt, ist die Chance für sie sehr hoch andauernden Druck auf den Strafraum bzw. das Tor des Gegners auszuüben.

Dadurch, dass die beiden Außenstürmer mit relativ wenig Energieleistung zwischen Sturm und Mittelfeld pendeln können, ist auch eine gute Anpassung an das Spielsystem des Gegners möglich. Es kann gegen den Ball leicht eine Überzahl generiert werden, die für den Gegner – wenn die Räume gut verteidigt werden – zu Ballverlusten führen kann. Dafür müssen beide Außenstürmer gegen den Ball konsequent nach hinten mitarbeiten.

Mit drei Stürmern geht vom 4-3-3 obendrein eine hohe Gefahr für Kontergegenstöße nach Ballgewinn aus. Es kann schnell umgeschaltet werden und die Sturmreihe wird, auch wenn sich die Außenstürmer in der Rückwärtsbewegung ins Mittelfeld haben fallen lassen, schnell wieder besetzt sein, da der Außenstürmer vom Anforderungsprofil ein sehr schneller Spieler ist.

Schwächen des 4-3-3

Wenn der Gegner schnell spielt entstehen Lücken im Raum, die dann durch entstehende Überzahl ausgenutzt werden können. Schnelle Spieler im Mittelfeld gepaart mit vertikalem Spiel helfen den Gegnern diese Räume gegen ein 4-3-3 zu schaffen. Man erinnere sich an das Pokalfinale vor einigen Jahren. „Bruder… Spiel den Ball lang…“ war die Devise der Frankfurter gegen den Gegner aus der Säbener Straße, der damals dieses System auf den Platz brachte und siehe da: Frankfurt gewann damit 3:1. Das ist zwar nicht gerade attraktiv, aber höchst effizient.

Im Defensivspiel gegen Positionsangriffe sind die Halbräume und/oder Außenbahnen eine Schwäche des 4-3-3, da diese mit nur drei Mittelfeldspielern ohne Unterstützung der Außenstürmer nie vollständig zugestellt werden können.

Auch gegen diagonales Spiel (Seitenwechsel) ist das System anfällig, wenn die Defensivunterstüzung durch die Außenstürmer nicht konsequent geboten wird, weil in diesem Fall im Mittelfeld ein Spieler abgeht, um beide Flanken abzudecken.

Die Schlüsselspieler

Nachdem Stammtorhüter Marius Gersbeck (#35) in beiden bisherigen Pokalspielen im Kasten stand gehe ich davon aus, dass er auch gegen den TSV 1860 München das Tor hüten wird. Gersbeck ist ein kompletter Torhüter, der auch mal den ein oder anderen “unhaltbaren” Ball abwehrt. Seine Strafraumbeherrschung ist exzellent, und auch im eins gegen eins hat er die Ruhe weg. Aber er hält nur 55% der Schüsse, die auf seinen Kasten gehen. Im Umkehrschluss heißt das: spätestens der dritte Schuss, der nicht von der Defensive vor ihm verhindert werden kann, schlägt im Kasten ein. Das sollte uns positiv stimmen.

Innenverteidiger Christoph Kobald (#22) gewinnt mehr als 70% seiner defensiven Zweikämpfe. Er besticht durch herausragendes Stellungsspiel und tritt auch gern mal den Weg nach vorne an. Im Aufbau zeigt er sich passsicher und besonnen. Lieber ein Querpass mehr als das Spielgerät beim Gegner ist sein Credo. Mehr als die Hälfte seiner Pässe sind Quer- oder Rückpässe.

Bester Vorlagengeber des KSC ist der linke Verteidiger Philip Heise (#16). Der 30-jährige Routinier auf der linken Außenbahn ist Zweikampfstark, schnell und einer der genauesten Flankengeber der Liga. Fast jede zweite seiner Hereingaben findet ihr Ziel.

Kapitän und Schaltzentrale im Mittelfeld ist der 33-jährige Jérome Gondorf (#8). Das hohe Laufpensum auf seiner Position kompensiert er trotz seines leicht fortgeschrittenen Alters sehr gut. Gegen den Ball arbeitet er akribisch. Sowohl seine defensiven Zweikampfwerte als auch die Abfangquote gegnerischer Pässe liegen im Ligadurchschnitt. Offensiv ist er ein Stratege mit gutem Auge für sich entwickelnde Situationen. Er hat die meisten Ballkontakte pro Spiel beim KSC. Kaum ein Angriff läuft nicht in irgendeiner Phase über ihn.

Mit bereits acht Treffern ist der 1,95 m große Mittelstürmer Phillipp Hofmann (#33) der beste Schütze des Karlsruher SC. Er ist kopfballstark, gut im eins gegen eins offensiv, hat für einen Stürmer eine erstaunlich hohe Passgenauigkeit und auch gegen den Ball ist er sich nicht zu schade mitzuarbeiten. Eine gewisse Eigensinnigkeit seinerseits verhindert allerdings noch mehr Scorerpunkte. Hofmann hat erst eine Torvorlage diese Saison zu Buche stehen. Erst siebenmal hat er überhaupt versucht seinem Nebenmann den Ball zum Schuss aufs Tor aufzulegen. Seine Schussgenauigkeit liegt knapp über dem Mannschaftsdurchschnitt. Ihn unter Kontrolle zu halten ist die halbe Miete.

Fazit: was ist drin gegen den Karlsruher SC?

Einen größeren Nachteil als im eigenen Stadion unter Flutlicht ohne Fans antreten zu müssen kann ich mir nicht vorstellen. Das Sechzgerstadion an einem Pokalabend mit Geisterkulisse… Wenn der TSV 1860 München verliert, egal wie hoch, ist in erster Linie die bayerische Staatsregierung mit ihren übervorsichtigen Coronaregeln zur Verantwortung zu ziehen. Während in anderen Bundesländern vor teilweise großer Kulisse gespielt werden darf, gibt es in Bayern und damit für den TSV 1860, der als letztes verbliebenes Team aus dem Freistaat das Fähnchen im Wettbewerb noch hochhält, null Zuseher.

Aber nun mal realistisch: haben die Löwen eine Chance? Ja, die haben sie. Mit Disziplin, defensiv kompakter Spielweise und einem Quäntchen Glück wird der TSV 1860 München auch die Badener in ihre Schranken weisen. Gegen Darmstadt und Schalke wurde das Team von den großartigen Fans getragen. Nun müssen sie sich auf sich selbst verlassen und für die Fans von der ersten Minute ab kämpfen als ginge es um Leben und Tod, damit im Viertelfinale wenn vielleicht wieder Zuseher zugelassen sind, die Mannschaft von der Tribüne Richtung Halbfinale gepeitscht wird. Ich wünsche mir natürlich einen Sieg. Der ist machbar. Wer Darmstadt und Schalke besiegt, kann auch den KSC schlagen.

Wenn der TSV 1860 München ausscheiden sollte, wäre es auch kein Beinbruch. Stolz dürfen wir auch in diesem Falle sein. Als letzter Vertreter des Freistaats und als letzter Vertreter der 3. Liga aus dem Wettbewerb zu gehen ist ein durchaus achtbarer Erfolg.

Sieg oder Niederlage: was wird es werden? Wir werden sehen. Die Spieler des TSV 1860 haben es selbst in der Hand weiter im Wettbewerb zu bleiben. Die Aufgabe ist lösbar, wenn Konzentration und Einsatzwille stimmen.

So könnte der Karlsruher SC heute Abend in Giesing beginnen

 

Datenquelle: wyscout

Winningers Wirtshaus Weisheiten vor TSV 1860 – KSC (DFB-Pokal)

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Kurz und kompakt: Winningers Wirtshaus Weisheiten
Kurz, kompakt, kompetent: Winningers Wirtshaus Weisheiten

DFB-Pokal, Achtelfinale, Giesing, Flutlicht. Es könnte so schön sein, doch leider sind bekanntermaßen heute Abend keine Zuschauer zugelassen. Der TSV 1860 muss den Karlsruher SC also ohne Fanunterstützung rauskegeln. Da das Spiel auch nicht im Free-TV gezeigt wird, werden sich wohl zahlreiche Löwen in diversen Lokalitäten treffen, um das Match zu verfolgen. Und was gibt es da Besseres, als mit Winningers Wirtshaus Weisheiten zu glänzen und sein Wissen über die Gäste vom KSC auspacken zu können?

Winningers Wirtshaus Weisheiten zum KSC

Sieben Minuten Basiswissen über den KSC, dessen Stärken, Schwächen und Ambitionen – ideal fürs Wirtshaus. Gegen Mittag folgt natürlich noch die ausführliche TAKTIKTAFEL, aber hier findet Ihr schonmal reichlich Informationen, auf die Ihr aufbauen könnt.

Nicht zu vergessen auch die Rubrik “Den Gegner im Fokus”, in der Christian Jung den Karlsruher SC durchleuchtet und einen Blick in die Historie wirft.

Pokalvorbereitung mal anders: Rayo Majadahonda – Atletico Madrid

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Während sich unsere Löwen Anfang Januar unter der türkischen Sonne von Belek für den weiteren Drittliga- & DFB-Pokal-Saisonverlauf fitmachten, weilte ich selbst in Spanien und fand dabei meine ganz eigene Variante, mich auf das heutige Pokalspiel gegen den Karlsruher SC vorzubereiten. Eine Rundreise durch Andalusien endete in Madrid und da gerade das 1/16-Finale der Copa del Rey auf dem Spielplan stand, musste ich nicht lange über einen Stadionbesuch nachdenken.

Blick ins noch spärlich gefüllte Rund.

Drittligist im Pokal – da kennen wir uns aus

CF Rayo Majdahonda, ein Klub aus einem westlichen Vorort von Madrid hatte nach Siegen in den ersten beiden Pokalrunden das große Los gezogen: Den amtierenden La Liga-Meister. Da das eigentliche Stadion des Drittligisten den Ansprüchen für ein solches Spiel allerdings nicht genügt, wurde das Heimrecht kurzerhand getauscht und die Partie fand im großen Wanda Metropolitana – seit fünf Jahren die Heimstatt von Atletico – statt. Für Majadahonda war der Umzug übrigens nichts ganz neues: Als man in der Saison 2018/19 für ein Jahr der zweiten spanischen Liga angehörte, musste man für die Heimspiele bereits in das große Stadion umziehen, das ein wenig den – zweifelhaften – Charme der Allianz Arena in München versprüht: Irgendwo im nirgendwo vor den Toren der Stadt steht es und von Außen kann es illuminiert werden. Ich fühlte mich am 6. Januar 2022 ganz stark an unselige Löwenzeiten am Fröttmaninger Müllberg erinnert.

20.000 Zuschauer am wichtigen Dreikönigs-Abend

Der Dreikönigstag ist in Spanien der im Prinzip wichtigste Weihnachtsfeiertag, an dem – wie bei uns am Heiligabend – die Familie zusammenkommt. Daher – und wohl auch aufgrund der generell eher geringen Popularität des Pokals in Spanien – fanden sich an jenem Abend zum Anpfiff um 21.30 Uhr nur rund 20.000 Zuschauer im weiten Rund zusammen. Die hohe, steile Haupttribüne wurde erst gar nicht geöffnet. Die anwesenden Fans verbreiteten aber – trotz eisiger Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt – eine fröhliche erwartungsvolle Stimmung. Auch aus Majadahonda hatten sich einige Anhänger quer durch die Stadt in den Nordosten begeben.

Engagierter Drittligist ohne Chance…

Für den extrem engagiert auftretenden Drittligisten begann das Spiel gleich ganz blöd: In der 2. Spielminute verletzte sich der Keeper bei einem Luftkampf im Fünfmeterraum an der Hand und musste nach längerer Behandlungspause direkt ausgewechselt werden. Was für ein Schreck! Die formalen Gastgeber konnten dem Zauberfußball des Championsleague-Achtelfinalisten immerhin 17 Minuten Paroli bieten, sie verteidigten mit Mann und Maus und warfen sich in jeden Abschlussversuch, dass dies sogar den Atletico-Fans spürbar Respekt abverlangte. Und dann war es – wie so oft – ausgerechnet ein kapitaler Abwehrschnitzer, der den Favoriten auf die Siegerstraße führte. Neun Minuten nach der Führung und dann kurz vor der Pause erhöhte Atletico auf 3:0. In der 2. Halbzeit folgten zwei weitere Treffer und für Majadahonda war das Pokalabenteuer diese Saison beendet.

Zur Pause ist schon alles entschieden: Der Atletico-Block freut sich über ein 3:0

Anders machen, Löwen!

Welche Lehren habe ich persönlich aus dem Pokalabend im fernen Madrid für die heutige Herausforderung für den TSV 1860 gezogen? Wir Löwen sind zwar auch nur Drittligist, haben aber heute Abend keineswegs einen so überlegenen Gegner vor der Brust. Zum Vorbild könnten sich Neudecker & Co. auf jeden Fall den Einsatzwillen von Rayo Majadahonda am 6. Januar nehmen. Auf der Anzeigentafel im Sechzgerstadion wünsche ich mir natürlich ein ganz anderes Resultat!

Zum Abschied leuchtet sogar das Stadion (endlich) in der richtigen Farbe!

 

 

Den Gegner im Fokus: TSV 1860 – Karlsruher SC

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TSV 1860 München DFP-Pokal Fan-Schal

Technische Daten

Karlsruher Sport-Club
Mühlburg-Phönix e.V.
Gründung:
6. Juni 1894
Mitglieder:
11.126
Vereinsfarben: blau-weiß
Weitere Sportarten: Boxen, Leichtathletik
Website der Fußball-Gesellschaft

Zum Reinhören: Das Vereinslied


Heimbilanz gegen Karlsruhe

30 Spiele
18 Siege
6 Unentschieden
6 Niederlagen

Gesamtbilanz gegen Karlsruhe

59 Spiele
24 Siege
12 Unentschieden
23 Niederlagen

Das erste Mal

Sonntag, 13. Januar 1946
Karlsruher FC Phönix – TSV 1860 5:0 (1:0)
Oberliga Süd, 11. Spieltag
Phönix-Stadion am Wildpark
Zuschauer: 4.000

Etabliert in Liga 2

Seit dem Wiederaufstieg 2019 spielt der Karlsruher SC aktuell seine dritte Zweitligaspielzeit in Serie, die insgesamt 25. im Unterhaus. Nachdem die Badener im ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg am Ende nur aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem 1. FC Nürnberg die Relegation vermeiden konnten, landeten sie im Sommer 2021 auf einem starken sechsten Platz. In der laufenden Saison ist der KSC Zweitligazehnter mit neun Punkten Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz und sieben Punkten Rückstand auf den 3. Rang.

Das letzte Mal

Samstag, 27. April 2019
TSV 1860 – Karlsruher SC 0:2
3. Liga, 35. Spieltag
Sechzgerstadion
Zuschauer: 15.000
Torschützen:
0:1 Pisot (3.)
0:2 Wanitzek (90.)

Bislang ein Pokalduell

Einmal standen sich die beiden heutigen Kontrahenten schon im DFB-Pokal gegenüber. Und das ist noch gar nicht so lange her: Am 20. August 2016 setze sich 1860 in der 1. Runde gegen den damaligen Zweitligakonkurrenten mit 2:1 durch. Den entscheidenden Treffer markierte in der mit 16.800 Zuschauern sehr spärlich gefüllten Allianz Arena Karim Matmour wenige Augenblicke vor dem Abpfiff. Am Ende der Saison stieg der KSC als abgeschlagener Tabellenletzter in die 3. Liga ab, für die Löwen ging es – nach der Relegation gegen Regensburg – bekanntlich gleich noch eine Liga weiter runter.


Pokalsiege und Finalteilnahme

Der Karlsruher SC ist – wie unsere Löwen – zweifacher Titelträger im deutschen Pokal. 1955 besiegte man in Braunschweig den FC Schalke 04 (wie 1860 13 Jahre zuvor). Ein Jahr später verteidigten die Badener den Cup direkt durch ein 3:1 im kurz zuvor fertig gestellten neuen heimischen Wildpark gegen den HSV. Vierzig Jahre später stand man dann sogar ein drittes Mal im Finale: Am 25. Mai 1996 unterlag der KSC dem gerade aus der Bundesliga abgestiegenen 1. FC Kaiserslautern im Berliner Olympiastadion mit 0:1. Der TSV 1860 triumphierte bekanntlich zum zweiten Mal 1964 gegen Eintracht Frankfurt in Stuttgart.

1860 – der Zweitligaschreck

Nachdem es im Sommer 2021 für die Löwen ja leider nicht zur Rückkehr in die 2. Liga reichte, lehren wir diese Saison eben im Pokal dieser Spielklasse das Fürchten: Nach dem Sieg im Elferschießen gegen Darmstadt am 6. August waren die Schalker Ende Oktober das nächste Opfer. Ausgerechnet am vergangenen Samstag trafen sich im Abendspiel der 2. Liga nun Darmstadt 98 und der KSC am Böllenfalltor. Das rassige Spiel endete 2:2. Ob sich die Gäste bei den Lilien Tipps abholten, wie es sich anfühlt gegen den TSV 1860 im Pokal den Kürzeren zu ziehen, ist nicht überliefert. Nächste Gelegenheit zu einem vergleichbaren Austausch böte sich am 26. Februar: Dann gastiert das andere Pokal-Opfer der Löwen, nämlich der FC Schalke im Karlsruher Wildpark.