Vor dem Auswärtsspiel in Lotte gegen den KFC Uerdingen geht es nach zwei Wochen Pause weiter mit dem sechzger.de Talk.
Namensfindung
Weiterhin sind wir auf der Suche nach einem Namen für unser neues Format und freuen uns über eure Vorschläge. Kontaktiert uns einfach per E-Mail oder schreibt uns in die Kommentare.
sechzger.de Talk, Folge 2
In Folge 2 geht es beim sechzger.de Talk um das anstehende Duell mit dem KFC Uerdingen in Lotte. Am 30. Spieltag müssen die Löwen beim Tabellen-16. antreten. Außerdem reden die drei Akteure über die E-Mail Affäre bei der ARGE des TSV 1860 München. Zuletzt hatte Gerhard Schnell sich auf der Homepage der ARGE geäußert. Zu der Bezeichnung “Fehler” hatte sich Stephan Tempel bereits in einem Kommentar geäußert.
Der Talk im Video
Wie immer freuen wir uns über euer Feedback. Gerne hier in den Kommentaren oder bei Youtube. Für sonstige Anfragen findet ihr unsere Kontaktdaten im Impressum.
Schade, Löwen! Das war eine bittere Niederlage gestern. Schade, dass es nicht gereicht hat. Ich will euch keinen Vorwurf machen. Ihr habt alles gegeben. Manchmal langt’s halt einfach nicht. Müssen wir halt in der Liga Vierter werden und uns so für den DFB-Pokal qualifizieren.
Keine Titelverteidigung – DFB-Pokal Quali nur noch über Platz 4 in der Liga möglich
Damit haben wir wenigstens noch ein klar definiertes Saisonziel vor Augen. Auch wenn ich der Mannschaft gewünscht hätte, auf diesem vermeintlich leichteren Weg die Qualifikation für den DFB-Pokal zu erreichen.
Dass dieser Toto-Pokal wie vom BFV geplant zu Ende gespielt werden kann, ist sowieso mehr als fraglich. Wahrscheinlich war das Spiel gestern schon das vorgezogene Finale. Aber vielleicht kann man sich ja in die Hauptrunde einklagen…
Vollblutlöwe?
Ich habe auch keinen großen Bock, mir weitere Gedanken zu machen. Nur eins noch: Wer den sogenannten Vollblutlöwen Michael Hofmann gestern jubeln gesehen hat, der möchte nie nie nie nie nie nie wieder irgendwas von ihm zum Thema TSV 1860 München lesen, hören oder per Rauchzeichen vernehmen. Wie dieser Mensch es sich herausnimmt, seit Jahren einen auf Paradelöwe zu machen um sich dann bei einer Niederlage seines Herzensvereins so aufzuführen, der ist bei mir einfach unten durch! Und zwar ganz tief.
Man kann in diesem Profi-Geschäft auf der anderen Seite stehen und trotzdem ein Löwe sein. Man kann sogar als Ex-Löwe über Tore gegen 1860 jubeln. Da habe ich nix dagegen. Philipp Hosiner hat das zum Beispiel gemacht und es hat niemanden gestört. Gehört doch zum Fußball! Karsten Wettberg hat uns mehrmals den Aufstieg vor der Nase weggeschnappt und sich (verständlicherweise) für seinen Verein gefreut. Alles OK!
Aber was für einen Veitstanz der selbsterklärte Vollblutlöwe da gestern aufgeführt hat, hat die Grenzen des guten Geschmacks einfach überschritten. Also, merkt Euch: Wenn ihr irgendwas von Michael Hofmann über den TSV 1860 München lest, einfach ignorieren! Der Mann tanzt wie ein Derwisch und nicht wie ein Löwe.
Am Dienstag, 30.03.21 traf der TSV 1860 München im Toto-Pokal auf Türkgücü im Kampf um den Einzug in das Viertelfinale.
TSV 1860 München gegen Türkgücü, Vierter gegen Neunter, Giesing gegen Neuperlach – das versprach Spannung pur im Toto-Pokal. Während die Löwen durchaus noch realistische Chancen haben, sich über die Liga für den DFB-Pokal zu qualifizieren, stellte die heutige Partie ein Alles-oder-Nichts Spiel für die Gäste dar. Türkgücü musste weiterkommen, um den Traum DFB-Pokal in der Saison 2021/22 weiterleben zu können.
Die Westkurve im Sonnenuntergang
Trainer Michael Köllner reagierte wie in der LÖWENRUNDE angekündigt und änderte die Startformation, allerdings nur auf einer Position. Junglöwe Maxim Gresler begann für Philipp Steinhart, der eine Pause bekam und nicht im Kader stand. Bei den Gästen saß Toptorjäger Petar Sliskovic zunächst nur auf der Bank.
TSV 1860 und Türkgücü im Toto-Pokal mit offenem Visier
Beide Mannschaften hatten sich offensichtlich etwas vorgenommen und starteten mit viel Dampf in die Partie. Lautstark von draußen angefeuert attackierten sowohl der TSV 1860, vor allem aber Türkgücü den Gegner früh in der eigenen Hälfte und versuchten Fehler zu erzwingen.
Die erste Chance gab es für den TSV 1860 München: Ein Kopfball von Mölders nach Freistoßflanke von Keanu Staude touchierte den linken Außenpfosten (3.Minute). Nach 15 Minuten waren es dann die Gäste, die das erste Mal jubeln durften. Ex-Löwe Kilian Fischer setzte sich über rechts gut gegen Gresler durch und hatte genug Zeit zum Flanken. Seine Hereingabe fand den freistehenden Erhardt, der den Ball mit einem Kopfball im Tor unterbrachte. Marco Hiller war chancenlos.
Die Gäste bejubeln das 0:1.
Staude fast mit dem Ausgleich
Das Tor gab Türkgücü Selbstbewusstsein, die in der Folge weiterhin die Löwen-Defensive aggressiv und weit in der Hälfte des TSV 1860 attackierten. Die Mannen um Toptorjäger Mölders waren um eine prompte Antwort bemüht und hätten kurz nach der Gästeführung auch beinahe den Ausgleich erzielt. Lex konnte den Ball gerade noch vor Überqueren der Torauslinie in die Mitte passen. Dort nahm Staude den Ball an, drehte sich einmal um die eigene Achse und schloss ab. Der Schuss geriet etwas zu zentral, sodass Vollath im Gästetor parieren konnte (23.Minute).
Kaum Zeit zum Durchatmen
Auch bis zum Halbzeitpfiff änderte sich das Geschehen auf dem Platz nicht. Beide Mannschaften gingen ein hohes Tempo und spielten mutig nach vorne. Kurz vor der Pause hatten die Gäste die große Chance auf 0:2 zu stellen. Niemann steckte auf Röser durch, der frei vor Hiller den Ball allerdings etwas in den Rücken bekam. Der Keeper im Tor des TSV 1860 konnte gerade noch per Grätsche retten, auch der Nachschuss wurde geblockt (43.Minute). Mit der knappen Führung für die Neuperlacher ging es in die Kabinen.
TSV 1860 unverändert aus der Kabine
Michael Köllner wechselte zunächst nicht und schickte die selben elf Mann wie vor der Pause auf den Rasen zurück. Bei den Gästen kam Ex-Löwe Jakob für Ex-Löwe Niemann.
Erneut waren es die Gäste, die das erste Mal richtig gefährlich vor das Tor kamen. Röser stieg empor und köpfte den Ball wuchtig an die Latte (55.Minute). Glück für die Löwen.
Marco Hiller rettet stark im 1:1 gegen Tosun
Drei Minuten später war es Marco Hiller, der den TSV 1860 mit einer starken Parade vor einem höheren Rückstand bewahrte. Tosun war frei durch und lief auf das Tor der Löwen zu, scheiterte aber an der herauseilenden Nummer 1 (58.Minute).
Vierfachwechsel als Impulsgeber
Köllner reagierte im Toto-Pokal und brachte gegen Türkgücü frisches Personal beim TSV 1860 auf den Platz. Knöferl, Greilinger, Tallig und Klassen ersetzen in der 65.Minute Willsch, Lex, Gresler und Staude. Die Wechsel taten den Löwen gut, die nun kämpften und alles probierten, um gegen Türkgücü zum Ausgleich zu kommen. Doch im Spiel nach vorne agierte der TSV 1860 glücklos. Wenn Sechzig zum Abschluss kam, verfehlten sie das Gehäuse deutlich und Vollath musste selten eingreifen.
Türkgücü zieht gegen den TSV 1860 München ins Viertelfinale des Toto-Pokals ein
Auch in der Schlussphase hatten die Gäste die besseren Chancen. Barry drang von links in den Strafraum ein und traf mit einem satten Flachschuss den linken Pfosten (89.Minute).
4 Minuten Nachspielzeit blieben dem TSV 1860 für den Ausgleich. In der 91.Minute kam Neudecker an der Strafraumgrenze zum Schuss, den zentralen Schuss konnte Torwart Vollath allerdings sichern. Türkgücü warf sich mit allem, was sie hatten in die Bälle und sicherte so schlussendlich das knappe 0:1.
Türkgücü wirft den Titelverteidiger TSV 1860 München aus dem Toto-Pokal und darf im Viertelfinale antreten. Sie bewahren sich damit die Chance auf die Teilnahme am DFB-Pokal in der nächsten Saison.
Michael Köllner mit einer Ansprache nach Abpfiff……während ein Blick auf die Anzeigetafel schmerzt.
Am Samstag wartet der 3.Liga-Alltag
Nach zwei Pokalfights steht als Nächstes wieder die 3.Liga auf dem Programm. Türkgücü muss nach dem Sieg im Toto-Pokal gegen den SV Meppen ran, für den TSV 1860 München steht am kommenden Samstag die Reise nach Lotte zum KFC Uerdingen auf dem Programm. Anpfiff ist um 14:00 Uhr.
Herzlich willkommen zu unserem Liveticker beim Spiel zwischen dem TSV 1860 München und Türkgücü im Toto-Pokal!
Im Finale der bayrischen Drittligisten zur Teilnahme am Viertelfinale des Toto-Pokals empfängt der TSV 1860 München heute Ligakonkurrent Türkgücü. sechzger.de begleitet die Partie im Liveticker für euch mit Bildern aus dem Stadion und allen Ereignissen rund um das Spiel.
Daniel Wein musste das Aufwärmprogramm gegen Ingolstadt abbrechen und steht auch heute nicht im Kader. Außerdem kuriert Semi Belkahia noch eine Verletzung aus. Unklar ist, ob Dennis Erdmann nach Knieproblemen wieder zur Verfügung steht. Die Langzeitverletzten Quirin Moll und Tim Linsbichler stehen für die heutige Partie ebenfalls nicht zur Verfügung.
Beide Teams kämpfen heute um den Einzug ins Viertelfinale des Toto-Pokals und wollen die Chance auf einen Startplatz im DFB-Pokal in der Saison 2021/22 aufrecht erhalten. Der TSV 1860 könnte sich allerdings auch über die 3.Liga für den DFB-Pokal qualifizieren. Die ersten vier Plätze berechtigen zur Teilnahme.
Wo könnt ihr das Spiel TSV 1860 München – Türkgücü außer im Liveticker noch verfolgen?
Free-TV Spiel Nummer 5 im im Monat März. Wie wir bereits berichteten, überträgt Sport1 die Partie live im Fernsehen. Auch im Online-Stream ist das Duell zwischen dem TSV 1860 und Türkgücü abrufbar. Die Übertragung startet um 20:15 Uhr, Anstoß ist dann eine Viertelstunde später.
Wie bei jedem Heimspiel ist auch heute das Löwenradio im Einsatz und moderiert für euch die 90 Minuten.
Giesing, Flutlicht, Pokal – was für eine großartige Kombination! Fehlen halt “nur” noch die Zuschauer… Einer, der sicher dabei wäre in der Kultstätte an der Grünwalder Straße, ist Andreas Schmied. Bereits seit Jahrzehnten unterstützt er die Löwen mit seinen Blue Vikings daheim und auswärts. 2014 veröffentlichte Schmied zusammen mit Maik Lange das “1860 München Tattoobuch”, der 2. Band ist derzeit in Planung.
1860 Tattoobuch: Band 2 in Planung
Ob Leeds, Borisov, Drnovice oder sonstwo – Andreas Schmied ist ganz schön rumgekommen mit dem TSV 1860 und trägt seine Liebe zu den Löwen nicht nur im Herzen, sondern auch unter der Haut. Was liegt da näher, als diese beiden Leidenschaften miteinander zu verbinden. Vor sieben Jahren erschien Band 1 mit Abbildungen von über 600 Löwen-Tattoos, derzeit sammeln Schmied und Lange Fotos für Band 2 vom “1860 München Tattoobuch”. Wenn Ihr ein Bild dazu beisteuern möchtet, dann klickt doch einfach auf den Link. Dort findet Ihr nicht nur die Kontaktdaten, sondern auch die Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, damit Ihr dabei sein könnt.
Expertentipp mit Andreas Schmied
Für heute Abend ist Andreas Schmied optimistisch und hofft natürlich auf einen Sieg der Löwen. Dabei setzt er in erster Linie auf die hohe Trefferquote von Sascha Mölders und tippt auf einen 2:0-Sieg des TSV 1860 über den Lokalrivalen. Als zweiten Torschützen erwartet Schmied Phillipp Steinhart, der ja in der vergangenen Woche seinen Vertrag bei den Löwen verlängert hat und gegen den FC Ingolstadt 04 im Elfmeterschießen erfolgreich war.
Das wünschen wir uns natürlich auch und freuen uns auf weitere Pokalkracher im Grünwalder Stadion. Am liebsten schon bald im DFB-Pokal und natürlich vor Zuschauern…
Wie gehts weiter im Toto-Pokal?
Leider ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar, wie es im bayerischen Toto-Pokal weitergehen soll. Das angedachte Prozedere erscheint aufgrund der derzeitigen Pandemie-Lage auf sehr wackligen Beinen zu stehen. Denkbar wäre jedoch, dass sich der Gegner des heutigen Duells noch mit (mindestens) einem der Top-Teams aus der Regionalliga Bayern messen muss, um in die 1. Hauptrunde einzuziehen. Mögliche Gegner wären somit Viktoria Aschaffenburg, der FC Schweinfurt 05 und die SpVgg Bayreuth.
Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL vor dem Toto-Pokalspiel unseres TSV 1860 München gegen Türkgücü München.
Die Bandbreite der Systeme, mit denen Türkgücü seine bisherigen Saisonspiele in der 3. Liga begann, ist sehr groß. Die Perlacher haben, von dem was momentan im modernen Fußball allgemein als brauchbar angesehen wird, bis auf die 4-4-2 Raute Aufstellung in dieser Saison alles gezeigt. In den letzten Spielen vor dem Duell gegen den TSV 1860 setzte Türkgücü hauptsächlich auf ein 4-2-3-1. Das ist – wie der aufmerksame Leser weiß – das beliebteste System in der Liga.
Statistische Werte von Türkgücü
Ballbesitz 47%
Passgenauigkeit 80%
Defensive Zweikampfquote 60%
Flankengenauigkeit 31,3%
PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 13,77
Es erwartet die Löwen im Pokalspiel vermutlich ein noch heißerer Tanz als beim Ligaduell im Herbst. Aus diesem Duell ging der TSV 1860 München allerdings trotz des Ergebnisses als klarer Punktsieger hervor. Die Benachteiligung durch den Schiedsrichter war damals offensichtlich. Der gleiche Herr pfeift übrigens heute Abend wieder.
Was muss der TSV 1860 gegen Türkgücü heute Abend erwarten?
Aber genug aus der Vergangenheit. Türkgücü versucht die Aufgaben in der Offensive möglichst spielerisch zu lösen. Das Spielermaterial dazu ist definitiv vorhanden. In der Winterpause wurde die Mannschaft noch dazu auf mehreren Positionen in der Offensive verstärkt. Die individuelle Klasse der Offensivakteure ist nicht wegzudiskutieren. Die oberste Devise für unsere Löwen muss also sein, in der Hintermannschaft Stabilität herzustellen. Die grundsätzlich stabile Defensive der Sechzger sollte aber mit dem Offensivdruck der spielstarken Mannschaft des Trainergespanns Serdar Dayat und Andreas Pummer ohne Probleme klarkommen.
So gut die Offensive des Teams aus dem Münchner Osten auch ist, so instabil geht es bei den Türken in der Hintermannschaft zu. Bei zugelassenen Schüssen sind nur der MSV Duisburg und der SV Meppen über die gesamte Saison gesehen schlechter. Genau dort müssen die Löwen den Hebel ansetzen. Unterhaching hat es im anderen Halbfinale der Drittligisten gezeigt. Das Spielgerät muss in den Strafraum. Im eigenen Sechzehner hat TGM seit Alexander Schmidt entlassen wurde Riesenprobleme. Der Unterhachinger Chancenwucher vergangenen Mittwoch war desolat. Eine abgezocktere Mannschaft führt in diesem Spiel bereits zur Halbzeit mit mindestens zwei Toren Unterschied.
Der Aufbau im Positionsspiel erfolgt bei Türkgücü bevorzugt aus der Viererkette heraus über die Flügel. Die zentral agierenden Mittelfeldspieler werden als Ballverteiler meist erst nach Überqueren der Mittellinie gesucht. Die offensiven Varianten im letzten Drittel bei Türkgücü sind mit der Verpflichtung von Niemann und Röser noch einmal größer geworden. Wie man Niemann aus dem Spiel nimmt, sollten seine ehemaligen Mannschaftskameraden in weiß-blau allerdings wissen.
Die generellen Stärken und Schwächen dieses Systems habe ich in vielen TAKTIKTAFELN dieser Saison schon beleuchtet, deshalb gibt es heute wieder nur Stichpunkte.
Stärken und Schwächen des 4-4-2
Die Stärken
Doppelt besetzte Flügel sorgen für großen Druck über Außen
Kurze Laufwege im Umschaltspiel machen das Spiel ökonomisch
Die kompakte Formation hilft gegen in der Kreativabteilung limitierte Gegner
Ausgewogenheit in allen Mannschaftsteilen
Mittelfeldpressing wird begünstigt
Die Schwächen
Bindung zwischen Mittelfeldzentrum und Sturm kann leicht gestört werden
Gegen Systeme mit nur einer Sturmspitze kann die Ausgewogenheit eine Schwäche darstellen
Die Schlüsselspieler
Torhüter René Vollath (#1) ist einer der besten Keeper der Liga. Er hat keine Schwächen, konnte bereits zehn Mal die Null halten und weist hinter Broll (Dresden) und Kolke (Rostock) die drittbeste Save-Percentage auf.
Der Innenverteidiger und Abwehrchef Alexander Sorge (#13) weist sehr gute Zweikampfwerte auf. Sein Stellungsspiel ist verbesserungswürdig, das größte Manko ist allerdings die fehlende Grundschnelligkeit.
Ünal Tosun (#8), der go-to guy im defensiven Mittelfeld, ist ein sehr guter Spieleröffner. Seine Leistung gegen den Ball ist ausbaufähig.
Sercan Sararer (#10) ist klar der Star dieser Mannschaft. Mit seiner Leistung steht und fällt das Offensivspiel von Türkgücü. Elf Vorlagen und neun Tore hat er in der Liga bisher erzielt. Auch gegen Unterhaching am vergangenen Mittwoch war er erfolgreich.
Mittelstürmer Petar Sliskovic (#25) ist nach der Winterpause nicht wiederzuerkennen. Die eingebaute Torgarantie ist ihm plötzlich abhanden gekommen. Allerdings durfte auch er gegen Haching wieder einen Scorerpunkt bejubeln. Sararers Treffer nach einem Eckball von Meier bereitete er mit dem Kopf vor.
Fazit
Wie vehement Türkgücü in den DFB Pokal will, hat uns die Verhandlungsposse im letzten Herbst gezeigt, als der Regionalligaaufsteiger sich erfolglos in den Wettbewerb klagen wollte. Wir sollten also davon ausgehen, dass die Perlacher alles dafür tun werden, um sich die Chance, über den Toto-Pokal in den DFB-Pokal einzuziehen, zu bewahren. Dieser Einzug wird meiner Meinung nach sehr wahrscheinlich nach dem Spiel über ein Losverfahren entschieden. Die Chance sich über den Verbandspokal zu qualifizieren ist, je nachdem in welchem Verfahren gelost wird, 1:7 oder möglicherweise sogar kleiner. Daher bleibt der BFV Pokal / Toto-Pokal in diesem Jahr für alle Teilnehmer nicht mehr als ein Strohhalm, an den man sich klammern kann. Um diesen Strohhalm allerdings noch erreichen zu können, ist ein Sieg heute Pflicht.
In der Liga jedenfalls befindet sich Türkgücü momentan im freien Fall und der TSV 1860 München im Aufwind. Von daher hoffen wir, dass beide Teams den jeweiligen Trend auch im Pokal bestätigen. Über den Ausgang des Spiels möchte ich jedoch auf keinen Fall spekulieren. Bekanntlich hat der Pokal ja eigene Gesetze. Es wird, wenn beide Mannschaften den Wettbewerb ernst nehmen, ein heißes Match mit Derbycharakter.
Unser Vorbericht zum Totopokalspiel der Löwen gegen Türkgücü
Rund zweieinhalb Wochen vor dem Drittligaspiel gegen Türkgücü kommt es heute Abend zum Pokalduell mit diesem Gegner. Im Vorbericht zum Heimspiel in der Hinrunde war beim Punkt Bilanz und Statistik auch die an Episoden durchaus reichhaltige sportliche gemeinsam erlebte Geschichte des TSV 1860 mit dem SV Türk Gücü der 1980er-Jahre herangezogen worden. Dies wollen wir uns heute und auch bei zukünftigen Duellen sparen! Es handelt sich letztlich um einen neuen Verein und als solchen sollten wir ihn auch behandeln.
Eine Antwort auf die Frage ob und in welchen Dimensionen das (türkischstämmige) Fußballpublikum in und um München auf den Einzug des Clubs in den bundesweiten Profifußball reagiert hätte, wurde uns leider aufgrund der Corona-Pandemie verwehrt. Ob die Zuschauer, vielleicht auch die älteren, die damals in der Bayernliga ins Sechzger- oder ins Dantestadion pilgerten, wenn Türk Gücü spielte, das neue Konstrukt angenommen hätten? Dies wäre dann natürlich ein Faktor gewesen, der doch eine historische Linie für die „türkische Kraft“ erfordert hätte. Die Frage bleibt (vorerst) unbeantwortet. Auch heute sehen wir auf Giesings Höhen natürlich ein Geisterspiel. Wettbewerbsübergreifend und inklusive zweier formaler Auswärtsspiele für die Löwen zum sage und schreibe 27. Mal.
Erst ein Spiel zwischen den Löwen und Türkgücü
Wir sprechen also über ein einziges Spiel, das die beiden heutigen Kontrahenten bislang bestritten haben: Am 28. November 2020 traf man unter etwas anderen Voraussetzungen als heute erstmals aufeinander: Der euphorisierte, zuvor in fünf Spielen ungeschlagene Aufsteiger hatte aus zehn Spielen nur zwei Punkte weniger, als 1860 aus zwölf Spielen errungen und wurde beispielsweise von einem großen 1860-Blog als “Verein der Stunde” gefeiert, der mit dem besagten Spiel des 13. Spieltags die Wachablösung im Münchner Fußball einläuten könne. Die Löwen dagegen hatten drei Spiele vorher nicht gewinnen können, was ja in unserem Umfeld bei einigen Anhängern bekanntermaßen schnell zu Schnappatmung führt. Das sehr hitzige Duell endete dann mit einem 2:2, wobei 1860 zweimal eine Führung vergab und nach einer Roten Karte für Dennis Dressel über eine halbe Stunde mit einem Mann weniger auskommen musste. Die erwartete Wachablösung blieb erstmal aus.
Die Bedeutung der Pokal-Teilnahme für Türkgücü
Um nicht den ganzen Text für das demnächst anstehende erneute Drittligaduell, das übrigens vom DFB noch gar nicht final terminiert ist, vorweg zu nehmen, kümmern wir uns an dieser Stelle wieder um den heutigen Wettbewerb: Bereits Samstag Früh konntet Ihr Euch ja in die Thematik Totopokal einarbeiten, wenn ihr unseren Vorbericht auf das Spiel gegen die Schanzer aufmerksam studiert habt. Heute geht es dabei um den Einzug ins Viertelfinale.
Für Türk Gücü wäre die Qualifikation für den DFB-Pokal – wie auch immer – ein bedeutendes Premierenereignis. Im vergangenen Sommer wurde der Verein ja vom Bayerischen Fußballverband nach Abbruch der Regionalligasaison zum Aufsteiger in die 3. Liga erklärt. Den Startplatz des Regionalligameisters in der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde wies der Verband dagegen Schweinfurt 05 zu. Als die Mainfranken dann den attraktiven Gegner Schalke 04 zugelost bekamen, wollte man sich in Neuperlach plötzlich auf juristischem Weg für den DFB-Pokal qualifizieren. Die Folge einer Posse, die Türkgücü bundesweit in die Schlagzeilen brachte und gewiss keine Verbesserung der Sympathiewerte zur Folge hatte: Ende Oktober urteilte ein Schiedsgericht endgültig, dass Schweinfurt und nicht Türkgücü im Pokal spielen dürfe. So konnte fast zwei Monate nach dem ersten Spiel die 1. Pokalrunde abgeschlossen werden. Heuer will Türkgücü es sportlich schaffen…
Liveticker auch abends um halb neun
Am zweiten Schritt in diese Richtung (nach dem 2:0-Sieg gegen Haching am Mittwoch Abend) wollen wiederum unsere Löwen, als Titelverteidiger die Gäste hindern. Nach dem erneuten Sieg im Elfmeterschießen werden Michael Köllners Mannen mit viel Euphorie in das Duell gehen. Zu eher ungewohnter Zeit um 20.30 Uhr erfolgt heute der Anpfiff auf Giesings Höhen. Auch der TV-Sender, den die Löwenfans einschalten müssen, ist eher ungewohnt: Sport 1 überträgt die Partie. Standard ist hingegen inzwischen schon der sechzger.de-Liveticker, der Euch – wie von jedem Spiel in dieser Saison – visuelle und textliche Eindrücke aus dem Stadion frei Haus liefert. Klickt Euch rein.
Englische Woche für die Löwen und eigentlich könnte man sich angesichts der tollen sportlichen Leistungen der Truppe von Michael Köllner ganz wunderbar auf das morgige Match freuen. Der TSV 1860 empfängt Türkgücü im Sechzgerstadion und der DFB-Pokal könnte wieder ein Stück näher rücken. Dennoch kommen wir nicht umhin, in den News des Tages auch über Gerhard Schnell zu berichten.
Schnell: Fehler oder System?
Der ehemalige ARGE-Vorsitzende Gerhard Schnell hat inzwischen eingeräumt, einen “Fehler” begangen zu haben, indem er Mails unter verschiedenen Identitäten an den TSV 1860 geschrieben hatte, um Mitarbeiter zu diskreditieren. Anhand des Zeitraums, über den hinweg dieses Fehlverhalten erfolgte, schaut es allerdings eher nach System, denn nach Fehler aus. Das findet auch Stephan Tempel, der in seinem Kommentar zur “Causa Schnell” Konsequenzen fordert.
Analyse des Sieges über Ingolstadt
Rein sportlich liegt ein erfolgreiches Wochenende hinter den Löwen. Am Samstag besiegte der TSV den FC Ingolstadt im Elfmeterschießen. Knapper gehts nicht und dennoch war der Sieg verdient, wie Bernd Winninger in seiner TAKTIKTAFEL-Analyse zu berichten weiß.
News zum morgigen Spiel gegen Türkgücü
Eine ausführliche TAKTIKTAFEL zum morgigen Pokalspiel folgt gegen Dienstag Mittag und auch ein Vorbericht erwartet Euch morgen um 7 Uhr. Selbstverständlich wird es auch einen Expertentipp geben und wir tickern für Euch live aus dem Grünwalder Stadion. Das Spiel wird abends auch live auf Sport1 übertragen.
Bei den Löwen werden neben den langzeitverletzten Quirin Moll und Tim Linsbichler auch Semi Belkahia und Daniel Wein ausfallen. Der Einsatz von Dennis Erdmann ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ungewiss. Bitte beachtet morgen unbedingt unseren Liveticker, in dem wir Euch bereits tagsüber stets über News zum Match auf dem Laufenden halten.
Knappes Aus gegen Chelsea
Morgen Türkgücü, “gestern” noch Chelsea. Heute vor 55 Jahren unterlagen die Löwen an der Stamford Bridge mit 0:1. Nachdem Chelsea im Hinspiel an der Grünwalder Straße ein 2:2 erkämpft hatten, zogen die Blues in die nächste Runde des Messepokals ein, während die Blauen sich ganz auf die Bundesliga konzentrieren konnten. Der Lohn: Am Ende der Saison 1965/66 wurde der TSV 1860 München Deutscher Meister.
Löwenstüberl-Wirt Bene Lankes mit Oster-Special
Den meisten Löwenfans ist Bene Lankes als Wirt des Löwenstüberls bekannt. In seiner zweiten Lokalität Thomis’s Kuchl in Altperlach bietet Lankes am kommenden Wochenende ein attraktives Oster-Special an. Unterstützt ihn und lasst Euch zu Ostern fein bekochen!
Gerhard Schnell gesteht „Fehler“ ein – ein Kommentar
Gerhard Schnell war viele Jahre der Vorsitzende der ARGE der Fanclubs des TSV 1860 München. Als vor wenigen Wochen herauskam, dass er wohl unter verschiedenen Identitäten E-Mails an den TSV 1860 geschrieben hatte, trat er zurück. Angeblich aus gesundheitlichen Gründen. Nun verfasste er eine Entschuldigung und ein Schuldeingeständnis. Schnell schrieb von „einem Fehler“.
Tatsächlich „nur“ ein Fehler?
Es gibt kleine Fehler und es gibt große Fehler. Auch kleine Fehler können große Auswirkungen haben. Meistens geschehen Fehler aus kleinen Momenten der Unaufmerksamkeit oder durch falsche Entscheidungen. Davon kann hier jedoch keine Rede sein.
Die falschen Entscheidungen der ARGE hinsichtlich diverser Entscheidungen in der Stadionfrage oder der Vereinspolitik kann man rückwirkend als „Fehler“ betrachten.
Mobbing über Jahre ist nicht nur “ein Fehler”
Wenn jedoch über Wochen, Monate oder gar Jahre Mitarbeiter einer Firma wie der TSV München von 1860 KGaA unter wechselnden Identitäten diskreditiert werden, vermutlich mit dem Ziel, dass diese ihre Arbeitsstelle verlieren, dann fällt es mir schwer nur von einem Fehler zu reden. Das ist nicht nur moralisch höchst verwerflich, sondern schon kriminell.
Wie lange ging das Spiel schon?
Erinnerungen werden wach. Bereits Anfang 2000 gab es auf diversen Fanseiten rund um den TSV 1860 auffallend viele User, die nur ein Ziel hatten: Leute mit einer von der ARGE abweichenden Meinung zu diffamieren und beleidigen.
Zeitgleich berichteten Löwen-Fans aus der Region Neuburg, dass „der Schnell“ in seinem Kartenvorverkauf in Neuburg nur am Schreiben in den diversen Foren wäre. Vermutet haben viele, dass es hier einen Zusammenhang gäbe.
Beweisen konnte man es nie – und kann es auch heute nicht. Ein schaler Nachgeschmack bleibt.
Auch Mitarbeiter der KGaA, welche diese schon längst verlassen haben berichten davon, dass es zu ihrer Zeit massig Mails mit Beschwerden über ihre Personen gab. Absender unbekannt. Wirklich unbekannt?
Wo schrieb und schreibt Schnell denn noch?
Ist es grundsätzlich vorstellbar, dass jemand der mit gefakten E-Mails Leute diskreditieren möchte, dies z.B. auch in den Kommentarspalten der Zeitungen oder in den 1860-Blogs macht?
Auffällig: Als ich vor über einem Jahr sechzger.de nach fast 20 Jahren (!) Pause aus der Versenkung holte, tauchten z.B. im Kommentarbereich auf „dieblaue24“ ziemlich schnell Artikel über mich auf.
Inklusive meinem Geburtsnamen, den ich vor fast 15 Jahren abgelegt hatte. Wer den wohl noch wusste? Das geschah von Usern, die sonst auf db24 kaum einen Artikel schreiben. Wer da dahinter steckte, lässt sich nur vermuten.
Ungeklärt bislang: Die Frage nach der Motivation
Die Frage die vielen Löwenfans unter den Nägeln brennt, dürfte die nach der Motivation sein. Warum jemand so etwas macht. Aus purem Eigenantrieb? Aus Hass? Zerstörungssucht? Oder hatte er gar einen Auftrag? Bekam er evtl. sogar Geld?
Wer wusste denn noch davon?
Ist es vorstellbar, dass Gerhard Schnell all diese Mails schrieb, ohne sich z.B. mit seiner Ehefrau – immerhin die meisten Jahre Angestellte der KGaA – darüber auszutauschen? Oder mit den anderen ARGE-Vorständen? Oder mit dem Blogger, der auch in anderen Mails in seinem Verteiler aufgetaucht ist?
Jener Blog, der das ganze Thema erst gar nicht erwähnte und dann krampfhaft abwiegelte? Der im Kommentarbereich sogar inzwischen seine eigenen Zitate zu dem Thema löscht?
Auswirkungen der Mails
Egal ob Schnell jetzt „nur“ die E-Mails oder noch mehr verfasst hatte: Es hat Menschen diskreditiert. Es hat tiefe Gräben aufgerissen. Es hat neutralen Menschen einen Sachverhalt rund um den TSV 1860 suggeriert, den es so nicht gab.
Dem TSV 1860 München hat es einen schweren Schaden zugefügt.
Mit einer Entschuldigung ist es hier nicht getan. Ein Vereinsausschlussverfahren ist hier meiner Meinung nach unumgänglich. Gleiches gilt natürlich für etwaige Mitwisser. Es wird höchste Zeit, den Sumpf der Zwietracht und Niederträchtigkeit beim TSV 1860 trocken zu legen.
Herzlich willkommen zur TAKTIKTAFEL Analyse des Toto-Pokalspiels unseres TSV 1860 München gegen den FC Ingolstadt 04.
Ingolstadt schickte gegen den TSV 1860 eine zum letzten Ligaspiel auf neun Positionen veränderte Mannschaft auf den Platz. Von einer B-Elf zu sprechen halte ich jedoch für vermessen. Mit Beister und Caiuby stand Erfahrung aus 156 Erstligaspielen in der Ingolstädter Startformation. Innenverteidiger Thomas Keller mit 19 Startelfeinsätzen ist wie Gaus, der bis zu seiner Wadenverletzung im Januar jedes Spiel über die kompletten 90 Minuten machte, wohl auch nicht zum zweiten Anzug zu zählen. Auf den für das Ingolstädter 4-4-2 wichtigsten Positionen war also keineswegs die B-Elf am Start, wie man das vielleicht aufgrund der Rotation von neun Spielern vielleicht hätte meinen können.
Analyse zwischen dem TSV 1860 und Ingolstadt ohne offizielle Zahlen
Ingolstadt spielte im Aufbau mit beiden Außenverteidigern leicht nach vorn verschoben ein 4-3-1-2 variabel sowohl über das Zentrum als auch über die Flügel. Mein Eindruck hier war, dass das Flügelspiel eine leichte Rechtslastigkeit aufwies. Leider versorgt uns unser Datenservice beim Totopokal nicht so schnell wie nach Ligaspielen mit den nötigen Zahlen, sodass ich heute tatsächlich komplett meinen persönlichen Eindruck wiedergebe und mich nicht auf Daten berufen kann, die meinen Eindruck bestätigen oder widerlegen.
Gegen den Ball hatte sich Ingolstadt zwei Varianten parat gelegt. Hohes Angriffspressing mit gleichzeitig hoher Defensivlinie und ein nicht ganz so druckvolles Pressing auf einer etwas tieferen Linie, bei dem die Defensivlinie etwas tiefer stand, sich aber nicht komplett zurückzog. Speziell bei der zweiten Variante wurden die Spielräume im Mittelfeld für die Löwen sehr eng.
So spielten die Löwen
Bei den Sechzgern spielte die sogenannte volle Kapelle. Wer vom Stammpersonal einsatzfähig war, war in der Startelf. Wie üblich wählte Michael Köllner das sehr flexible 4-1-4-1, dass wie gegen Dynamo Dresden im Spielaufbau mit einer rechtsgependelten Viererkette gespielt wurde. Mit Box-to-Box Spieler Neudecker neben Dressel, der auf der Sechserposition immer besser wird, wurde gegen den Ball auf 4-2-3-1 verschoben. Gepresst wurde vornehmlich hoch und wenn ich es in der Fernsehübertragung richtig erkannt habe meist auch mit hoher Defensivlinie gespielt.
Im Aufbauspiel spielte Willsch wieder sehr offensiv, fast auf der Position eines Rechtsaußen. In der ersten Halbzeit fehlte allerdings auf der rechten Seite oft ein Verbindungsspieler zwischen Abwehr und Mittelfeld, wenn Ingolstadt die Kette der Löwen mit drei Spielern anlief. Deshalb war der Aufbau in der ersten Halbzeit stark zentrumslastig und oft auch etwas behäbig. Schnell und gefährlich wurde das Spiel des TSV 1860 München in Durchgang eins vor allem dann, wenn man entweder Biankadi, der oft als äußerer Zielspieler auf der linken Seite zu finden war, suchte und fand oder das Spiel über Lex lief, der ebenfalls häufig auf dem linken Flügel zu finden war.
Köllner reagiert in der 2.Halbzeit
Das Problem, um die Verbindung auf der rechten Seite im Aufbauspiel herzustellen, löste Köllner während der Halbzeitpause. Nach seiner Ansprache in der Kabine waren in den angesprochenen Situationen bei der Spieleröffnung entweder Neudecker oder manchmal Staude zur Stelle, um sich auf dem rechten Flügel als Anspielstation anzubieten.
Der TSV 1860 München besaß meinem Eindruck nach über die gesamte Partie hinweg sowohl Feldvorteile als auch Ballbesitzvorteile gegenüber dem FC Ingolstadt. Von Anfang an waren die Löwen gut in der Partie und hatten das Spiel bis auf wenige Situationen sehr gut unter Kontrolle. Die üblichen kleinen Schwierigkeiten beim eigenen Spiel im letzten Drittel des Gegners waren gegen konzentriert verteidigende Schanzer allerdings nicht zu übersehen. Auch kleine Schwächen auf der rechten Abwehrseite gegen den Ball konnten von der Mannschaft meist gut kompensiert werden.
Die Tore
Das 0:1
Bei der Situation, die zum 0:1 der Ingolstädter kurz vor dem Pausentee (44.) führte, hätte man zumindest direkt vor der Flanke, die zum Kopfball führte, konsequenter draufgehen können. Aber der Reihe nach:
Staude geht bei einer Aktion gegen den Ball ca. drei Meter in der gegnerischen Hälfte auf der halblinken Ingolstädter Seite nahe des Mittelkreises seinen Gegenspieler Antonitsch nicht konsequent genug an. So kommt der Ball von Antonitsch zu Franke an die linke Seitenlinie. Franke macht das Spiel sofort schnell und spielt steil über etwa 40 Meter auf Beister, der auf der halblinken Seite von seinen Gegenspielern nur begleitet wird. Beister gibt den Ball zu Butler an den Strafraum der Löwen. Dieser dringt etwa zehn Meter entlang der linken Strafraumbegrenzung in die Box ein. Er dreht sich dann nach links und legt das Leder nach außen zurück auf Hawkins. Hier könnte Willsch aggressiver auf Hawkins draufgehen, bevor dieser eine hohe Flanke schön auf Beisters Kopf schlägt. Beisters Kopfball fünf Meter vor dem Tor schlägt im linken Eck zum Führungstreffer für die Ingolstädter ein.
Bei besserem Stellungsspiel, was zugegebenermaßen in diesem Umschaltmoment bis zur Flanke von Hawkins schwer herzustellen gewesen wäre, hätte diese Flanke vielleicht vereitelt werden können. Nichtsdestotrotz kommt auch Beister viel zu frei zum Kopfball. Aber Fußball lebt eben von Fehlern. Bitter nur, wenn sie die eigene Mannschaft treffen. Im Endeffekt war der Spielzug von den Schanzern clever gespielt und perfekt ausgeführt. Den Spielverlauf bis dahin hat dieses Tor komplett auf den Kopf gestellt.
Der 1:1-Ausgleich
Mölders trifft zum 1:1
Nach einem Handspiel auf der aus Löwensicht linken Seite im Strafraum der Schanzer erzielt Sascha Mölders per Strafstoß den mehr als verdienten Ausgleich (58.) ins vom Schützen aus gesehen rechte untere Eck.
Das 2:1 durch Salger
In der 68. Minute war es dann soweit. Der längst fällige Führungstreffer durch Salger fällt nach einer Ecke, die Neudecker zuerst auf den Kopf von Lang bringt. Lang köpft das Spielgerät in Richtung Tor, wo Salger noch die Fußspitze hinhält und die Richtung des Balles derart verändert, dass Torhüter Jendrusch keine Chance mehr hat einzugreifen. Hätte Salger nicht die Richtung des Balles entscheidend verändert, wäre der Treffer möglicherweise von Caiuby oder Jendrusch verhindert worden, die beide noch hätten eingreifen können.
Der erneute Ausgleich zum 2:2
Die Gäste bejubeln den Ausgleich
Nur vier Minuten später fällt der Ausgleich für die Donaustädter. Nachdem Neudecker einen Offensivzweikampf gegen Gaus etwa acht Meter vor dem Ingolstädter Strafraum auf der halblinken Seite der Löwen verliert, macht Gaus das Spiel sofort schnell. Er geht mit dem Ball am Fuß in hohem Tempo bis zur Mittellinie und spielt dann steil auf Kaya. Dieser gewinnt zunächst das Laufduell mit Lang, lässt sich dann aber auf die aus Ingolstädter Sicht halbrechte Seite des Strafraums abdrängen. Salger kommt Lang zu Hilfe. Anstatt allerdings nah am Mann zu attackieren, schauen Lang und Salger Kaya beim Verarbeiten des Leders in der Box aus etwa einem Meter Entfernung zu. Kaya sieht den zentral aus dem Hintergrund an die Strafraumgrenze zulaufenden Gaus und spielt ihm den Ball punktgenau in den Lauf. Gaus zieht von der Sechzehnmeterlinie ab und trifft mit einem Sonntagsschuss am Samstag über Hiller hinweg ins rechte Kreuzeck.
Warum kam Gaus so frei an den Ball? In der Szene sieht man, dass Greilinger den Torschützen in der Rückwärtsbewegung überholen konnte. Im eigenen Strafraum ist er dann ein wenig unentschlossen, ob er im Zentrum bleiben oder den auf der rechten Strafraumseite befindlichen Ingolstädter Hawkins decken soll. Willsch deckt zunächst Bilbija, versucht aber nach Kayas Pass direkt vor Gaus’ Schuss diesen noch zu blocken. Neudecker ist einen Schritt langsamer als Gaus und kann den Schuss auch nicht mehr stören. Das war ein wiederum sehr clever gespielter Konter der Schanzer. Gaus hatte allerdings auch eine ordentliche Portion Glück den Ball genau richtig zu treffen.
Die Schlussphase der regulären Spielzeit
Ab diesem Zeitpunkt etwa zwanzig Minuten vor dem Schlusspfiff bekam der FCI ein wenig Oberwasser, ohne allerdings vollends dominant zu werden. Die in der Schlussphase einzige Großchance für Ingolstadt durch Antonitsch nach einem Freistoß von der rechten Strafraumkante (90.+2) vereitelt Hiller bravourös.
Im direkt an die 90 Minuten anschließenden Elfmeterschießen setzten sich die Spieler des TSV 1860 München dann mit 5:4 (Gesamtergebnis 7:6) gegen den FC Ingolstadt 04 durch.
Fazit
Eine sehr willige Ingolstädter Mannschaft, welche die Bezeichnung B-Elf definitiv nicht verdient, verliert knapp aber dem Spielverlauf nach verdient gegen meist souverän verteidigende Löwen im Elfmeterschießen. Die beiden Treffer, die Ingolstadt durch gutes Umschaltspiel unter Mithilfe leichter Fehler der Löwen erzielen konnte, waren sehr glücklich für den FCI. Die Gesamtleistung der Defensive des TSV 1860 München war nämlich sehr ordentlich, die Gäste tauchten nur dreimal wirklich gefährlich vor Hiller auf, wenn ich richtig mitgezählt habe. Schüsse aufs Tor gab es, wenn meine Zählung stimmt, genau sechs Stück. Drei dieser Schüsse waren nicht gut genug, um als klare Chance gewertet zu werden.
Im Vergleich mit dem Spiel gegen die Schanzer zum Abschluss der Hinrunde im Januar war das leistungsmäßig eine gehörige Steigerung. Im Januar hatte Ingolstadt den TSV 1860 München komplett im Griff und sehr unverdient mit 1:0 verloren. Diesmal stimmt der Sieger nach Elfmeterschießen mit der über die gesamte Spielzeit betrachtet besseren Mannschaft überein. Bereits am Dienstagabend müssen sich die Löwen nun mit Türk Gücü duellieren. Sport 1 überträgt die Partie live.