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Sechzig@18:60 – Analyse Saarbrücken & baldige Rückkehr der Zuschauer

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In diesen Minuten wird der 25. Spieltag der 3. Liga mit der Partie SV Wehen Wiesbaden gegen KFC Uerdingen abgeschlossen. Unsere Löwen mussten am Samstag bekanntlich eine bittere Niederlage beim 1. FC Saarbrücken einstecken. In seiner Analyse geht Bernd Winniger ausführlich auf die Gründe ein. Zudem wurde heute ein Drei-Stufen-Konzept vorgestellt, das eine baldige Rückkehr der Zuschauer in die Stadien ermöglichen soll.

Analyse der Niederlage in Saarbrücken

1:2 verloren, Elfmeter verschossen, 100%-ige Chance zum Ausgleich liegengelassen. Für viele Löwenfans war das Wochenende bereits am Samstag Nachmittag im Eimer. Beim TSV 1860 ist aktuell ein wenig der Wurm drin, aber es kommen sicher auch wieder bessere Zeiten und das Duell mit der kriselnden SpVgg Unterhaching bietet die nächste Möglichkeit, endlich mal wieder einen Sieg einzufahren. Warum es in Völklingen nicht zu einem Punktgewinn gereicht hat, erfahrt Ihr in Bernd Winningers TAKTIKTAFEL-Analyse!

Corona: Baldige Rückkehr der Zuschauer möglich?

Seit fast einem Jahr fand im Grünwalder Stadion kein Spiel mehr vor Zuschauern statt. Seit heute gibt es wieder etwas mehr Hoffnung auf eine baldige Rückkehr der Zuschauer auf Giesings Höhen. In einem 22-seitigen Papier wurde ein dreistufiges Konzept vorgestellt, nach dem bereits in wenigen Wochen wieder Fans auf den Rängen möglich wären.

Geistertickets zum S-Bahn-Derby

Ein volles Sechzger gegen die SpVgg Unterhaching – zumindest virtuell möchten die Löwen dieses Ziel erreichen. Dazu lässt sich der TSV auch einiges einfallen: neben der Möglichkeit, Zaunfahnen aufhängen zu lassen, wird es auch diesmal wieder Geistertickets geben. Das Präsidium des Hauptvereins geht mit gutem Beispiel voran und unterstützt die Aktion tatkräftig!

Auslosung TOTO-Pokal

Zur Erinnerung: Heute Abend um 20 Uhr wird die Auslosung des TOTO-Pokals live auf der Facebook-Seite des Bayerischen Fußballverbandes übertragen. Den Link findet Ihr in unserem Artikel vom letzten Freitag! Am 24.03. geht es zunächst gegen Türkgücü, den FC Ingolstadt 04 oder die SpVgg Unterhaching, im Falle eines Weiterkommens steht am 27.03. das Duell mit dem Sieger der anderen Partie der Drittligisten auf dem Programm.

Crowdfunding bei Lustfinger

40 Jahre Lustfinger und noch immer mit Spaß bei der Sache! Pünktlich zum Jubiläum wollen die Herren um Frontmann um Tom Fock ein neues Album aufnehmen und benötigen Eure Unterstützung. Wie das funktioniert, lest Ihr im Artikel über das Crowdfunding bei Lustfinger. Ihr wisst ja: Es ist mit Dir nicht immer leicht, nicht jedes Ziel, das hast Du erreicht… Aber das kriegen wir doch hin, oder?

3. Liga am Montag Abend

Wann gab es eigentlich das letzte Mal einen kompletten Spieltag an einem Wochenende? Wie dem auch sei: Heute schließen der SV Wehen Wiesbaden und der KFC Uerdingen die 25. Runde der 3. Liga ab, wobei die Hessen die Möglichkeit haben, mit einem Heimsieg am TSV 1860 und Türkgücü vorbeizuziehen und auf Rang 4 der Tabelle zu springen. Die Krefelder haben unterdessen Einspruch gegen den Abzug von drei Punkten wegen der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingelegt. Diesem werden jedoch nur sehr geringe Erfolgsaussichten eingeräumt.

Neuer Trainer bei Türkgücü

Wie Max Kothny mitteilte, wird Türkgücü München “bis Mitte der Woche” einen neuen Trainer präsentieren. Aktuell rangiert der Aufsteiger (noch) auf Platz 4 der 3. Liga, kann aber heute noch vom SV Wehen Wiesbaden überflügelt werden – siehe oben! Interimscoach Andreas Pummer verfügt nicht über die notwendige Lizenz, um länger als drei Partien als Coach in der 3. Liga tätig sein zu dürfen. Man darf gespannt sein, wen sich Kivran, Kothny & Co angeln werden…

 

Auch TSV 1860-Präsidium kauft Geistertickets gegen Unterhaching

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Robert Reisinger TSV 1860
Robert Reisinger Präsident TSV 1860

Geistertickets TSV 1860 München – SpVgg Unterhaching

Auch das Präsidium des TSV München von 1860 e.V. unterstützt die Aktion des TSV 1860 München mit dem Kauf von Geistertickets. Ziel ist es, beim S-Bahn-Derby gegen die Spielvereinigung aus Unterhaching zumindest virtuell “ausverkauft” vermelden zu können.

Robert Reisinger zu Geistertickets

„Wir stehen immer zu 1860 Prozent hinter unserem Team und wollen das im Vorfeld zu diesem wichtigen Heimspiel mit der Teilnahme an der schönen Aktion zum Ausdruck bringen“, so der Löwen-Präsident Robert Reisinger. Das gilt natürlich auch stellvertretend für seine Präsidiumskollegen Heinz Schmidt und Hans Sitzberger.

Hans Sitzberger hat alleine schon 100 Geistertickets für seine Mitarbeiter gekauft.

Die Aktion des TSV 1860 München

Der TSV 1860 möchte das Sechzgerstadion am Freitag gegen Unteraching virtuell ausverkauft melden können. Wie ihr ein Geisterticket bzw. 12.-Mann-Ticket kaufen könnt, steht auf der Homepage des TSV 1860.

Fans und Fanclubs sollen auch ihre Zaunfahnen aufhängen lassen

Nicht virtuell, sondern tatsächlich anwesend sein sollen die Zaunfahnen von 1860-Fans und Fanclubs. sechzger.de hatte das bereits berichtet.

Dazu gibt es neben einigen Fanclubs die bereits angekündigt haben sich zu beteiligen auch kritische Stimmen. Wir werden noch ein paar zu Wort kommen lassen.

Ende der Geisterspiele in Sicht?

Wir hatten bereits heute berichtet, dass es ein Konzept gibt für die Wiederzulassung von Zuschauern. Gleichzeitig nimmt die Corona-Pandemie leider wieder an Fahrt auf. Es bleibt spannend.

Ende der Geisterspiele dank Drei-Stufen-Konzept möglich?

Ende der Geisterspiele dank Drei-Stufen-Konzept möglich?

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“Schrittweise Rückkehr von Zuschauern und Gästen: Ein integrierter Ansatz für Kultur und Sport” – 13 Wörter, auf die wir Fußballfans lange gewartet haben! 22 Seiten umfasst das Dokument, das von über 40 der wichtigsten Sport-Verbände (z.B. DFL, DFB, Handball-, Volleyball- und Basketball-Bund mit ihren jeweiligen Liga-Verbänden) und Kultur-Organisationen in Deutschland unterstützt wird. Steht das Ende der Geisterspiele mit Hilfe dank Drei-Stufen-Konzept bevor?

Hoffnung auf Fan-Rückkehr

Seit fast einem Jahr waren keine Zuschauer mit im Grünwalder Stadion – das letzte Spiel der Löwen im ausverkauften Sechzgerstadion war das fulminante 4:3 des TSV 1860 gegen den späteren Absteiger Chemnitzer FC. Seitdem war es ruhig auf Giesings Höhen, doch ein heute vorgestelltes Konzept (Download hier!) sieht vor, in naher Zukunft wieder 30-40 % der Stadionkapazität auszulasten.

Ende der Geisterspiele dank Drei-Stufen-Konzept?

Im sogenannten “Basiskonzept” werden Möglichkeiten dargestellt, schon bald wieder 30-40 % Auslastung bei Freiluftveranstaltungen zuzulassen. Im Grünwalder Stadion dürften demnach also wieder 6000 Fans bei den Spielen der Löwen dabei sein. Hierfür sollen Masken, Abstandsregelungen, personalisierte Tickets und Alkoholverbot (ab 1.000 Zuschauern) die Basis darstellen. Stehplätze wären nur in nummerierten und markierten Zonen mit zusätzlichem Ordnungspersonal möglich.

In Stufe 2 sei hingegen ein “Spezialkonzept” notwendig, das nicht für jeden Veranstaltungsort als praktikabel umsetzbar deklariert wird, da ein fachärztliches Hygienekonzept zu erstellen wäre.

Mit Schnelltests zur Vollauslastung?

Im “Maximalmodell”, das zu einer Vollauslastung der Stadien führen könnte, kämen Schnelltests vor dem Stadion zum Einsatz. Positiv getestete Personen und deren Begleiter/innen würde der Zutritt verwehrt werden. Geimpfte und Corona-Genesene, so könnten von den Tests ausgenommen werden, sobald wissenschaftlich erwiesen ist, dass sie nicht mehr infektiös seien. Dies ist allerdings bislang nicht der Fall.

Zeitpunkt unklar

Einen genauen Zeitraum zur Umsetzung des Plans gibt es indes noch nicht. Die aktuellen Lockdown-Maßnahmen gelten noch bis 7. März. Bei liga3-online geht man davon aus, dass mit einer Öffnung der Stadiontore für Zuschauer nicht vor April zu rechnen ist!

TAKTIKTAFEL, die Analyse: Saarbrücken – TSV 1860 München

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL-Analyse vom Spiel des TSV 1860 München beim 1.FC Saarbrücken.

Man kann es leider nicht schön reden. Der TSV 1860 München hat in der ersten Halbzeit am Samstag im Hermann-Neuberger-Stadion zu Völklingen gegen Saarbrücken optisch die zweitschlechteste Saisonleistung abgeliefert. (Das Spiel mit der bisher dürftigsten Leistung wurde lustigerweise gewonnen.) Vor allem der Gewinn zweiter Bälle im Spiel nach vorne während der ersten Halbzeit war in Summe ungenügend. Es konnte kaum einer der Mittelfeldspieler den Kapitän Sascha Mölders dahingehend unterstützen, dass man wie gewohnt mit körperlicher Präsenz und dem Gewinn eben dieser Bälle Vorteile im Angriffsdrittel erspielen konnte.

Gegner mit taktischer Änderung

Die Saarbrücker haben das mit einer systematischen Variante durch die vermutlich unerwartete Umstellung auf ein 3-5-2 und der damit einhergehenden personellen Überzahl im Defensivverbund vor der eigenen roten Zone gut unterbinden können. Durch das Zustellen der Passwege mit ungewöhnlich hohem Pressing bis fast an den Torraum der Sechzger ließ Saarbrücken dem TSV 1860 auch keine anderen Varianten für das Aufbauspiel als die Option mit langen Bällen nach vorne zu arbeiten. Die optimale, das Stellungsspiel begünstigende, Raumaufteilung im 3-5-2 und die Tatsache, dass die Spieler der Sechzger deshalb oft gut zugestellt waren und die personelle Überzahl im defensiven Mittelfeld, die den Gastgebern bei Dopplungen half, stellte die Löwen ein ums andere mal vor Probleme im Aufbau. Erschwerend kommt hinzu, dass die Abstände der Mittelfeldspieler zum jeweiligen Droppoint zu groß waren und daher die Saarbrücker leichtes Spiel hatten, die zweiten Bälle zu verteidigen.

Auch die Abstände der Spieler in der Sechzger-Offensive zueinander waren in vielen Situationen zu groß. So konnte sich oft ein Saarbrücker zwischen den Ball und den Passempfänger schieben und Angriffsbemühungen im Mittelfeld ersticken.

Verdient oder eher unglücklich?

Bei Ballgewinn der Löwen im Mittelfeld sahen die Angriffe für die Sechzger deutlich besser aus. Dann konnte über die Flügel gut aufgebaut werden und man kam zu Abschlusschancen. Leider gelangen diese Ballgewinne in der ersten Halbzeit zu selten.

Aus der guten Raumaufteilung gegen den Ball entwickelte sich für Saarbrücken vor allem im Umschaltspiel eine wahnsinnig starke Dynamik in Richtung Tor des TSV 1860 München. Die Löwen konnten die Angriffe der Saarbrücker selten mit einem eigenen Ballgewinn beenden. Sehr oft waren Einwürfe für die Gastgeber oder Eckbälle das Resultat der Abwehrbemühungen der Löwen. Insgesamt kam die Mannschaft von Trainer Kwasniok auf elf Standardsituationen in aussichtsreicher Position.

Bei aller Kritik muss man den Löwen aber zugute halten, dass Saarbrücken gegen den Ball auch mehrere glückliche Momente im Spiel hatte und die Niederlage der Löwen aufgrund des Spielverlaufs eben nicht als komplett verdient sondern als teilweise unglücklich angesehen werden kann. Ein durch Zellner von der Linie gekratzter Kopfball von Greilinger (23.) nach Flanke durch Lex, ein durch Lex herausgeholter, aber leider von Batz gehaltener Steinhart Elfmeter (62.), Staudes Pfostentreffer (90.+3) und im Anschluss Biankadis Kullergeschenk parallel zur Torlinie an die Saarbrücker Defensive waren die Momente, in denen das Spiel auch in die andere Richtung hätte kippen können oder sogar müssen. Wir haben vor dem gegnerischen Kasten im Moment einfach die Seuche am Fuß.

Die Statistiken bei der Partie Saarbrücken – 1860 München

  • Ballbesitz 49%:51%
  • Passgenauigkeit TSV 1860 79%, Saarbrücken 79%
  • Defensive Zweikampfquote TSV 1860 61%, 1.FCS 63%
  • Schüsse (davon aufs Tor): TSV 1860 12 (4); 1.FCS 12 (5)
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion): TSV 1860 12,57; Saarbrücken 14,55

Nun spricht eine PPDA von 14,55 eigentlich nicht für ein sonderlich aggressives Pressing der Saarbrücker möchte man einwenden. Das ist theoretisch richtig. Praktisch sieht es aber so aus, dass die Saarbrücker, ähnlich wie der TSV 1860 München in Magdeburg, sich darauf konzentriert haben Passwege zuzustellen und somit die Aktionen gegen den Ball gar nicht nötig wurden, weil die Optionen für den kurzen Aufbau nicht gegeben waren.

Ausgeglichene Werte

Die anderen hier aufgeführten Zahlen der Statistik sind überaus ausgeglichen und auch verglichen mit den absoluten Zahlen nicht irreführend. Es ist ja so, dass beispielsweise die defensive Zweikampfquote erst dann wirklich aussagekräftig wird, wenn man die Zweikämpfe annimmt und eine entsprechende Anzahl dieser führt. Mit 81 Defensivduellen ist das bei den Löwen definitiv der Fall gewesen. Im eigenen Strafraum wurde vom TSV 1860 gar nur ein einziger Zweikampf verloren, dieser aber leider von Salger gegen Jacob vor dem 2:0 für Saarbrücken durch Günther-Schmidt. Und das bei immerhin 20 Ballkontakten der Gegner in der Box. Schauen wir da auf die Zahlen der Saarbrücker, schaut es gänzlich anders aus. Keinen einzigen Zweikampf konnten sie in der eigenen Box gewinnen. Die Löwen hatten mit 21 Ballkontakten im gegnerischen Strafraum gegenüber den Gastgebern sogar einen mehr auf dem Konto.

Das bringt uns nun zur gleichen Erkenntnis wie schon in den vorherigen Analysen der Spiele. Wir haben a) zu wenige klare Chancen und verwerten b) momentan selbst die besten davon nicht. Der in vielen Spielanalysen mittlerweile genutzte xG Wert der Löwen in diesem Spiel liegt bei 2,28 (der Vergebene Elfmeter macht 0,77 Punkte dieses Wertes aus). Saarbrücken hat hier einen Wert von 1,71 vorzuweisen. Rein statistisch gesehen hat also der TSV 1860 München die besseren Chancen gehabt, um das Spiel für sich zu entscheiden. Der nicht platzen wollende Knoten vor dem Tor kann aber leider nicht von Statistiken wegdiskutiert werden, sondern ist eine momentane Schwäche des TSV 1860 München, die es möglichst schnell zu überwinden gilt.

Die Gegentore von 1860 in Saarbrücken

Vor dem 1:0 verliert Neudecker auf der rechten Angriffsseite der Saarbrücker ein defensives Laufduell gegen Jänicke. Vom plötzlichen Antritt Jänickes sichtlich überrascht kommt Neudecker dem Mittelfeldspieler der Saarbrücker nicht mehr hinterher. Ein Fehler von Salger, der nicht mit Shipnoski mitgeht, als dieser sich von ihm entfernt, und auch Belkahia wohl kein Kommando bekommt, ihn zu übernehmen, sorgt dann dafür, dass Shipnoski die Flanke Jänickes im Fünfmeterraum unbedrängt einschieben kann. Salger trägt wohl hier eine gewisse Schuld am Gegentor.

Aber wie immer kommen mehrere Faktoren zusammen, die den Treffer begünstigen. Steinhart, der klar sehen kann, dass Neudecker das Laufduell verlieren wird, muss früher zu Hilfe kommen. Sein Gegenspieler in dieser Situation (Günther-Schmidt) hätte locker von Wein übernommen werden können. So kommt Steinhart zu spät, als er sich schließlich doch zum Eingreifen entscheidet und kann Jänickes Flanke auf Shipnoski nicht mehr verhindern. Belkahia, in dessen Rücken Shipnoski einläuft, kann aufgrund der menschlichen Anatomie die am Hinterkopf keine Augen vorsieht, ohne entsprechendes Kommando von Salger oder Hiller nicht entsprechend reagieren. Und auch Torhüter Hiller trifft, sieht man davon ab, dass er Semi Belkahia wahrscheinlich nicht vor Shipnoski warnt, keine Schuld.

Der zweite Gegentreffer

Auch das 2:0 verteidigen die Löwen brutal inkonsequent. Ein Einwurf auf der linken Angriffsseite der Saarbrücker etwa auf Höhe der Strafraumbegrenzung von Breitenbach kommt zu Deville, der nicht energisch genug von Willsch angegangen wird. Deville geht einige Schritte unbedrängt und schlägt eine flache Flanke in den Strafraum an die Fünfermarkierung zentral vor dem Tor zu Jacob. Salger versucht Jacob etwas unbeholfen, aber komplett wirkungslos, zu stören. Jacob kann auf Günther-Schmidt, der Erdmann in dessen Rücken entkommt, ablegen. Hiller ist bei Günther-Schmidts Schuss unter die Latte chancenlos.

Dieses Tor war noch unnötiger als das vorhergehende. Marius Willsch hätte viel energischer gegen Deville verteidigen müsssen. Möglicherweise war es der zuvor gegen ihn vom Schiri verteilten gelben Karte (seine Fünfte) geschuldet, dass er das nicht getan hat. Aber wenigstens am Mann zu bleiben hätte man hier von Willsch erwarten können. Auch Daniel Wein schaut Deville bei seiner Aktion lieber aus sicherer Entfernung zu anstatt einzugreifen.

Das Tor der Löwen

Aus einer Pressingsituation auf der linken Seite der Saarbrücker Abwehr etwa auf halber Höhe zwischen Grund- und Mittellinie erobert Erdmann in der 67. Minute gegen Günther-Schmidt das Leder und flankt nach halbrechts an den Sechzehner. Dort wehrt Zellner den Ball zu seinem Kollegen Perdedaj ab, dem der Ball verspringt und direkt vor Mölders Füßen landet. Sascha Mölders versenkt die Kugel freistehend aus halbrechter Position. Batz ist hier chancenlos.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt war das Spiel, abgesehen von zwei Situationen der Saarbrücker in der 81. Minute, als Shipnoski eine flache Flanke von Jacob, der in dieser Situation von Dressel in der Box nur begleitet und nicht angegriffen wird, verpasst und in der 88. Minute, als Golley nach einem Konter an Hiller scheitert, in Löwenhand. Leider wurden die Situationen, die durchaus vorhanden waren, nicht gut zu Ende gespielt bzw. die Chancen kläglich vergeben.

Ein Spiel, in dem der TSV 1860 mit dem von Batz gehaltenen Elfmeter, Staudes Pfostentreffer und Biankadis Geschenk an Saarbrücken genug Chancen hatte, um einen Punkt zu holen, geht unglücklich aber letztendlich doch verdientermaßen verloren.

Fazit

Der Druck, den Saarbrücken aufbauen konnte, weil der TSV 1860 in der ersten Halbzeit kaum zweite Bälle gewinnen konnte und auch im Aufbau aus der Abwehr heraus gegen die teilweise mit fünf Spielern hoch pressenden Saarbrücker kein adäquates Mittel fand, die eigenen Offensivbemühungen zum Rollen zu bringen, führte letztlich zu vermeidbaren Fehlern. Beide Tore wären klar vor der eigentlichen Torchance zu verteidigen gewesen. An beiden Gegentoren war Salger nicht unwesentlich beteiligt. Ihm jedoch hier alleine den schwarzen Peter zuzuschieben wäre der falsche Ansatz. Beide Tore der Saarbrücker müssen schon in der Entstehung auf den Flügeln besser verteidigt werden.

Wer die Spielweise oder die Herangehensweise an das offensive Spiel kritisiert, wie es in den sozialen Medien schon wieder massenweise geschieht, übersieht einen essentiellen Baustein: den Gegner. Man muss darauf antworten, was der Gegner anbietet. Stellt eine spielstarke Mannschaft die kurze Eröffnung mit fünf Mann zu, kann ich nicht das Risiko gehen und kurz von hinten herausspielen. Wenn dann dem Gegner eine Pressingattacke gelingt, geht das Lamento genau in die andere Richtung und die Masse der Sofatrainer kritisiert, dass man gegen so ein Pressing kurz aufbaut. Also genau hinschauen und nicht den Spielaufbau, sondern die großen Abstände im Mittelfeld kritisieren, die in den Situationen um den 2. Ball letztlich viele der Ballgewinne der Saarbrücker begünstigt haben. Dann wird ein Schuh draus und die Kritik hat Hand und Fuß. In der zweiten Halbzeit hatte die Mannschaft des TSV 1860 München das eigene Aufbauspiel dann wieder im Griff.

“Pro Spiel rein statistisch drei klare Torchancen mehr”

Dass bei uns momentan die herausgespielten Chancen nicht verwertet werden können, ist ein viel größeres Problem als unsere Abwehrleistung oder leichte Probleme im Spielaufbau. Es hapert in der Box, speziell vor dem Tor.

Das Torverhältnis von 43:23 ist bezogen auf die Offensivleistung der Löwen ein wenig trügerisch. Nehmen wir die Kantersiege gegen Lübeck (4:1), Halle (6:1) und Mannheim (5:0) mal rein hypothetisch aus der Wertung, haben wir plötzlich nur noch ein Torverhältnis von 28:21. Das wären dann anstatt +20 Tore nur noch +7. Damit würde der Torschnitt des TSV 1860 München von 1,79 auf 1,33 Tore pro Spiel sinken.

Wenn die Sechzger weiter an der Spitzengruppe dranbleiben wollen, muss sich entweder hinsichtlich der Chancenverwertung oder hinsichtlich der herausgespielten Chancen etwas positiv verändern. Bei gleichbleibender prozentualer Chancenverwertung in Abhängigikeit vom xG Wert brauchen wir pro Spiel rein statistisch drei klare Torchancen (xG ≥ 0.2) mehr als wir momentan herausspielen.

Man braucht übrigens anhand der Leistung am Samstag nicht gleich wieder den bevorstehenden Weltuntergang ausrufen. Wir haben momentan eine drei Spiele andauernde Phase mit Ladehemmung. Das wird sich bessern. Am Freitag gegen Unterhaching haben wir einen taumelnden Gegner vor uns, den gilt es umzuknocken.

Datenquelle: http://www.wyscout.com/

Lustfinger: Crowdfunding (Startnext) zum Jubiläumsalbum

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40 Jahre Lustfinger Jubiläumsalbum

Bei den Löwenfans sind Lustfinger wahrlich keine Unbekannten: Seit nunmehr 40 Jahren rocken die Mannen um Sänger Tom Fock mittlerweile die Bühnen und haben mit “Löwenmut” wohl DIE Hymne des TSV 1860 München aufgenommen. Pünktlich zum 40. Geburtstag der Band haben Lustfinger nun über die Plattform “Startnext” ein Crowdfunding gestartet, um ihr Jubiläumsalbum aufnehmen zu können.

Es war vor gar nicht langer Zeit…

40 Jahre Lustfinger – unfassbar, wie die Zeit vergeht, oder? Auch ihr legendärster Song, Löwenmut, hat mittlerweile über 30 Jahre auf dem Buckel. Dennoch gibt es wohl kaum einen Löwenfan, der nicht jede einzelne Zeile mitsingen kann und besondere Erinnerungen damit verbindet. Und so viele Besetzungswechsel es bei Lustfinger auch gegeben haben mag, eins war immer gewiss: Die Herren um Tom Fock trugen/tragen den Löwen im Herzen! Davon zeugen auch einige andere Tracks mit Bezug zum TSV 1860, z.B. Wir sind die Löwen, Hoch die Schals oder das legendäre Grünwalder Stadion.

Lustfinger: Crowdfunding zum Jubiläumsalbum

In Zeiten von Corona geht es bekanntlich auch den Kulturschaffenden nicht sonderlich rosig. Aus diesem Grund haben sich Lustfinger dazu entschlossen, ihr Jubiläumsalbum via Crowdfunding zu finanzieren.

Die Message der Band im Wortlaut:

Liebe Freunde, in diesen Zeiten muss man als Band ungewöhnliche Wege gehen. Wir haben tolle neue Songs am Start und wollen unser Jubiläumsalbum zum 40-jährigen Bandbestehen produzieren – MIT EURER UNTERSTÜTZUNG! Über die Crowdfunding-Plattform “Startnext” könnt Ihr uns bei der Finanzierung helfen und jede Menge besondere Dankeschöns erhalten, wie z.B. Tom Focks original Mikrofonständer oder persönliche Erlebnisse mit der Band. Natürlich könnt Ihr uns auch “einfach so” unterstützen – worüber wir uns wahnsinnig freuen würden und Euch super dankbar wären!
Jeder Betrag ist willkommen. Sobald wir das Finanzierungsziel erreicht haben, legen wir mit der Produktion los; sollten wir das Finanzierungziel nicht erreichen, fließt das Geld wieder zurück an Euch.

Tom Fock bei sechzger.de

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Das dachten wir uns, als wir Tom Fock pünktlich zum Derby gegen die kleinen Roten um einen Ergebnistipp baten. Und siehe da: Der Lustfinger-Frontmann sagte die drei Punkte gegen die Seitenstraßler korrekt voraus!

Sechzig um Sieben: Zum Start in die Woche mit 1860 München

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Sechzig um Sieben 1860
Sechzig um Sieben: Erfolgsrezept

Guten Morgen, Löwen! Wir starten in eine neue Woche und haben bald schon den Februar hinter uns gelassen. Viel Zeit bleibt uns in dieser Woche nicht, denn bereits am Freitagabend geht es für unseren TSV 1860 München in der 3.Liga weiter. Zum Start in den Montag fassen wir euch den – zugegeben – sehr ruhigen Sonntag zusammen und geben einen Ausblick auf den heutigen Tag.

Guido Erhard, von 1990 bis 1995 beim TSV 1860 München

Der Todestag des ehemaligen Löwen-Spielers jährte sich gestern zum 19.Mal. Zum Gedenken an ihn haben wir eine Zusammenfassung über sein Leben verfasst.

Giesinger Gedanken

Emotional eingeordnet wurde die Partie vom Samstag in gewohnter Manier von Thomas Enn. In den Giesinger Gedanken beschäftigt er sich mit der Niederlage gegen Saarbrücken. Wirbellose Tiere spielen darin die Hauptrolle… Apropos wirbellos: wenn ihr eure nicht mehr sehen könnt, habt ihr Glück. In genau einer Woche öffnen die Friseure wieder!

TAKTIKTAFEL – die Analyse zur Niederlage von 1860 München

Doch war die Niederlage am Ende verdient? Was sagen die Zahlen? Hätte der TSV 1860 München auch Punkte aus dem Saarland entführen können? In ein paar Stunden beantwortet unsere TAKTIKTAFEL-Analyse diese Fragen.

Löwe des Spiels

Unabhängig von all diesen Fragen sucht unser Hauptsponsor wieder den Spieler, der euch am Samstag am besten gefallen hat. Bis um 12:00 Uhr habt ihr bei der Wahl Löwe des Spiels noch die Chance auf ein signiertes Home-Trikot.

Ergebnisse 3.Liga

Am gestrigen Sonntag standen zwei weitere Partien des 25.Spieltags auf dem Programm. Bayern II verlor dabei im Sechzgerstadion mit 0:1 gegen Viktoria Köln (Torschütze: Cueto). Eine klare Angelegenheit wurde es dagegen in Magdeburg. Der FCM ging gegen den SC Verl mit 0:4 unter. Damit ist der Aufsteiger nun aktuell das Team mit den meist erzielten Toren der Liga und löst den TSV 1860 München ab.

Die Ergebnisse des 25.Spieltags in der Übersicht

Meppen – Halle 2:1
Lübeck – Türkgücü 0:2
Ingolstadt – Kaiserslautern 1:0
Duisburg – Unterhaching 2:1
Rostock – Mannheim 1:0
Zwickau – Dresden 0:2
Bayern II – Viktoria Köln 0:1
Magdeburg – Verl 0:4

Heute Abend schließen Wiesbaden und Uerdingen den Spieltag ab. Nach den vielen Absagen in letzter Zeit stellt das fast schon eine Besonderheit dar. Anstoß ist um 18:60 Uhr.

In Gedenken an Guido Erhard, Publikumsliebling beim TSV 1860

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Guido Erhard Löwenbomber
Guido Erhard mit dem Löwenbomber im Frankenstadion nach dem Spiel gegen den TSV Vestenbergsgreuth

(Foto: Löwenbomber-Archiv)

In Gedenken – zum Todestag von Guido Erhard (06.10.1969 – 21.02.2002)

Guido Erhard

Guido Erhard wurde am 06. Oktober 1969 in Hanau geboren. Fussball spielte er bei den Kickers Offenbach, ehe er im Jahre 1990 zum TSV 1860 München wechselte. Mit diesem gelang ihm der Aufstieg aus der Bayernliga in die 2. Bundesliga Süd. Dabei kam Erhard 21 mal zum Einsatz und erzielte 6 Tore. (Quelle: Das Löwen Kompendium) Wegen einem Kreuzbandriß fiel er jedoch verletzt dann länger aus.

Die Löwen stiegen nach nur einer Saison in der 2. Bundesliga Süd jedoch wieder in die Bayernliga ab.

Direkter Durchmarsch mit dem TSV 1860 in die 1. Bundesliga ab 1993

Von dort ging es jedoch nach nur einem Jahr postwendend in die 2. Bundesliga (8 Einsätze) und von dieser direkt in die 1. Bundesliga. In der ersten Erstligasaison mit dem TSV 1860 kam Guido Erhard auf 16 Einsätze. Meist als Einwechselspieler für Peter Pacult oder Bernhard Winkler. Er erzielte dabei 4 Tore. Schon davor wurde Guido Erhard durch seine fröhliche Art einer der absoluten Publikumslieblinge.

Wechsel zum VfL Wolfsburg und Kündigung

In der darauffolgenden Saison konnte er sich gegen die Neuzugänge Olaf Bodden und Marek Lesniak nicht durchsetzen und wechselte noch im Sommer zum VfL Wolfsburg. Auch dort konnte er sich nicht durchsetzen. Erhard fiel erstmals in eine Depression und kündigte im Zuge des Bosman-Urteils seinen Vertrag. Dadurch verschenkte er viel Geld.

Ohne Verein und Einkommen ergriff Zukunftsangst seine Seele.

Neuanfang beim FSV Mainz

Ein halbes Jahr später verschwanden die Depressionen wieder. Guido Erhard spielte für Mainz in der zweiten Liga. Ein Jahr später kamen die Depressionen jedoch wieder. Der Süddeutschen Zeitung gab Erhard ein Interview. Er sagte unter anderem “Meine Freundin hat sich von mir getrennt, es hat Paff gemacht, und nichts hat mehr gestimmt. 1997 war das. Acht Wochen habe ich mich noch im Alltag gehalten, nicht im Fühlen und Denken, aber ich konnte den Alltag irgendwie aufrechterhalten“.

Selbstmordmöglichkeiten im Mannschaftsbus zum Auswärtsspiel

Im Bus zu einem Auswärtsspiel fing Erhard an, sämtliche Selbstmordmöglichkeiten aufzuzählen. Niemandem war zu diesem Zeitpunkt bewusst, wie es in Erhard drinnen aussah.

Wenig später offenbarte er sich dem Mainzer Physiotherapeuten. Er wurde nach Mannheim ins Zentralinstitut für seelische Gesundheit gebracht. Nach über sieben Monaten wurde er entlassen. Laut Erhard selbst „hoch suizidal.

Mehrmals landete Guido Erhard wieder in der Klinik. Manisch-depressiv drohte er unter anderem an, er werde sich selber den Bauch mit einer Glasscherbe aufschlitzen.

Erster Selbstmordversuch im Jahr 2000

Im Oktober 2000 unternahm Erhard einen ersten Selbstmordversuch mit Tabletten, den er überlebte. Dankbar dafür hatte er das Gefühl, dass er es jetzt schaffen würde zu leben.

Wendung zum Guten im Jahre 2001

2001 fand er eine neue Liebe, spielte wieder Fußball in der Bezirksliga. Er gab Interviews für verschiedene Zeitungen und der NDR drehte einen Film über sein Leben. Es schien wieder aufwärts zu gehen. Auch eine Rückkehr nach München steht im Raum.

Verletzung und Rückfall in die Depression

Durch eine Verletzung konnte er erst einmal keinen Sport mehr machen, er fiel wieder in die Depression. Erneut kam er in eine Klinik, aus der er sich am 21.02.2002 für einen Spaziergang abmeldete. Am Offenbacher Bahnhof warf Erhard sich vor einen ICE. Er beendete sein Leben mit gerade einmal 32 Jahren.

Guido Erhard auf Wikipedia

Giesinger Gedanken nach der Niederlage in Saarbrücken

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„… dann ist der Wurm drin“, sang Jürgen von der Lippe 1987. Die älteren Semester im weiß-blauen Anhang werden sich dran erinnern. Das Lied genießt eine Art vampirösen Zustand des Untot-Seins und steigt jedes Jahr zu Fasching aus dem Sarg, um von leidlich verkleideten Menschen bei Polonaisen in angeschickertem Zustand inbrünstig mitgegröhlt zu werden. Die erste Strophe handelt sogar ausschließlich von Fußball und schließt mit dem Refrain:

“Rollt er nach links ist alles in Ordnung
Rollt er nach rechts ist auch nicht schlimm
Nur wenn er ganz ruhig liegen bleibt
Dann ist der Wurm drin”

Aus aktuellem Anlass möchte man die Zeile “und wenn er parallel zur Linie rollt, dann ist der Wurm drin” ergänzen.

Nun ist ja der Fasching zu Ende und relativ spurlos an uns allen vorbeigegangen. Jürgen von der Lippes Lied hätte also ein Jahr im verschlossenen Sarg bleiben können. Allerdings schoss mir der Song mit dem Wurm gestern in der vierten Minute der Nachspielzeit in voller Polonaisenlautstärke ins Gehirn. Vor mein geistiges Ohr sozusagen. Irgendjemand muss den Sarg mit dem untoten Liedgut in der Nähe des Völklinger Hermann Neuberger Stadions vergraben haben und der Song verschaffte sich doch noch Gehör. Wenn auch ein paar Tage verspätet.

Biankadi reißt den Sargdeckel auf

Zunächst öffnete der Saarbrücker Zellner den Sargdeckel einen ersten kleinen Spalt, als er einen Kopfball von Greilinger noch auf der Torlinie klären konnte. Halb geöffnet war der Deckel nach dem vergebenen Elfmeter von Philipp Steinhart, der eigentlich platziert ins linke untere Eck geschossen war. Aber Batz im Saarbrücker Tor machte sich ganz lang und parierte den Schuss mit den Fingerspitzen. Endgültig aufgerissen wurde der Deckel dann von Merveille Biankadi, der einen an den Pfosten getrudelten Ball nach einem Zweikampf von Staude und Batz, nur noch 30 Zentimeter über die Linie hätte schieben müssen. Aber er spielte den Ball – Gott weiß warum – parallel zur Torlinie, wo er dann von Bösel aus dem Spielfeld gedroschen werden konnte. Das hätte der Ausgleich sein müssen!!!

Der Wurm nistet sich ein

Er war es aber nicht und man ging mit einer 2:1 Niederlage vom Platz. So fraß sich der Wurm noch weiter in den weiß-blauen Apfel. Stephan Salger sah bei einer Rudelbildung nach Abpfiff unnötig gelb-rot. Damit ist er am Freitag gegen Haching gesperrt. Das Schicksal teilt Marius Willsch, der die 5. Gelbe sah. Somit muss Köllner am Freitag die halbe Abwehrkette umbauen.

Hätte Biankadi getroffen, wäre von diesem Spiel eine schlafmützige erste Hälfte in Erinnerung geblieben, möglicherweise wäre eine Diskussion über einen verschenkten Sieg wegen des verschossenen Elfmeters entstanden und man wäre in erweiterter Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen geblieben. Durch die Niederlage dreht sich die Diskussion nun mehr der Frage zu, wann der Wurm in den Apfel gekommen ist und wie er sich so tief reinfressen konnte.

Drei sieglose Spiele in Folge

Nach dem einwandfreien Auftritt in Magdeburg (3:0-Auswärtssieg, zur Erinnerung) konnte kein Spiel mehr gewonnen werden. Gestern das dritte in Folge. Gegen Zwickau lag es an der Abschlussschwäche in Halbzeit eins und der Vorhersehbarkeit im Angriff gegen mauernde Zwickauer nach deren Führungsteffer. Gegen Rostock war nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte ebenfalls das Auslassen großer Torchancen das größte Manko beim TSV 1860. Die Löwen kombinierten gegen die dezimierten Rostocker ansehnlich, spielten sich sogar die ein oder andere Chance heraus, trafen aber nicht. Gestern sahen wir ein grundlegend anderes Spiel, da Saarbrücken die Initiative übernahm und Sechzig auch in der ersten Hälfte trotzdem einige Chancen hatte. Gestern sogar mal mit ausreichend Platz im gegnerischen Strafraum. Leider wurden wieder alle vergeben.

Kann Keanu Staude den Wurm vertreiben?

Für mich stellt es sich so dar, als ob die doch relativ vorhersehbare offensive Spielweise und die mangelnde Chancenverwertung das Eingangsloch für den Wurm in unseren schönen makellosen weiß-blauen Apfel waren. Der Wurm sitzt jetzt erstmal fest. Vielleicht ist Keanu Staude der Baustein, der ermöglicht, den Wurm wieder aus dem Apfel zu vertreiben. Leider konnte man gestern noch nicht erkennen, wie er das Offensivspiel bereichern und vor allem um weitere taktische Varianten bereichern kann. Ich glaube, mehr Flexibilität in der Offensive ist der Schlüssel zum Erfolg.

Spielaufbau zu sehr auf Mölders fixiert?

Insofern sehe ich auch die Aussagen von Günter Gorenzel im SZ-Interview (Link für SZ-plus Kunden) unter der Woche kritisch. Dort führt Gorenzel aus, dass er und Michael Köllner sich entschieden haben, das Spiel komplett auf Sascha Mölders zuzuschneiden. Sascha ist sicher einer der herausragendsten Stürmer der dritten Liga und DIE Führungsfigur unserer Mannschaft. Mit aktuell 14 Toren führt er die Torschützenliste an, aber ein komplett auf ihn zugeschnittenes Spiel ist einfach zu durchschaubar. Und der gute Sascha wird im März 36 Jahre jung. Ich finde, da hängt einfach zu viel Verantwortung an ihm und er braucht eine bessere Unterstützung im und um den Strafraum. Denn man sieht in dieser Saison eindeutig, wenn es bei Mölders läuft, läuft es auch bei der ganzen Mannschaft.

Freitag Wurm-Derby

„Dann ist der Wurm drin“ heißt es übrigens schon etwas länger bei unseren Nachbarn aus der südlichen Vorstadt mit dem Bob im Wappen. Die hatten sich ihre Saison auch komplett anders vorgestellt. Hoffen wir, dass unser Wurm bis dahin verschwunden ist. Dass wir mit leeren Händen aus Saarbrücken zurückgekommen sind, wurmt mich übrigens. Aber das habt Ihr Euch ja wahrscheinlich schon gedacht…

TSV 1860 mit Zaunfahnen – Aktion beim Derby + sechzger.de ebenfalls

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TSV 1860 Zaunfahnen, La Manga 2020

TSV 1860 München mit Zaunfahnen – Aktion gegen Unterhaching

Der TSV 1860 München möchte am Freitag gegen die SpVgg Unterhaching das Sechzgerstadion virtuell ausverkaufen. Alles zu dieser Aktion steht hinter diesem Link. Zugleich ruft der Verein die Fans auf, ihre Zaunfahnen aufhängen zu lassen.

1860 ruft Fans und Fanclubs auf ihre Fahnen aufhängen zu lassen

Nicht nur virtuell soll das Grünwalder Stadion am Freitag, 26. Februar 2021, ausverkauft sein. Zum Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching rufen die Löwen alle Fans und Fanclubs auf, ihre Zaunfahnen aufhängen zu lassen. In diesem wichtigen Spiel soll der Mannschaft auch optisch Rückendeckung gegeben werden.

Möglichst viele Zaunfahnen sollen in der Westkurve das Stadionbild bereichern. Maßgeblich mit initiert haben die Aktion die beiden TSV 1860-Fanclubs „Gfui für 60 Minga“ und der „Löwen-Fanclub Teisbach“. Löwen-Fans die ihre Zaunfahnen aufhängen lassen wollen, wenden sich bitte an die Fanbetreuung der Löwen.

Virtuelle Galerie der TSV 1860 – Zaunfahnen

Die Aktion erinnert uns daran, dass wir bereits vor über einem Jahr angefangen haben, die Zaunfahnen der 1860-Fans & Fanclubs virtuell zu verewigen. Hinter so mancher Zaunfahne versteckt sich auch ein Link zur Vorstellung des jeweiligen 1860-Fanclubs oder Fans, der hinter der Zaunfahne steckt.

Wenn auch ihr eure Zaunfahne in der Zaunfahnen-Galerie auf sechzger.de verewigen und/oder euren Fanclub auf dieser Seite vorstellen wollt, dann wendet euch bitte an stephan AT sechzger.de . Das “AT” ersetzt in diesem Fall das “@”-Zeichen und natürlich sind keine Leerzeichen in der E-Mail-Adresse.

TSV 1860 München – Zaunfahnen Galerie

Spielbericht Saarbrücken – TSV 1860 München, 25.Spieltag

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Saarbrücken TSV 1860 20.02.21 2:1

Am 25.Spieltag kam es zum Duell zwischen Saarbrücken und dem TSV 1860 München im Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen.

Bei den Löwen begann Greilinger für Merveille Biankadi. Außerdem durfte Belkahia statt Erdmann und Tallig in der Rolle des Box-to-Box Spielers für Dennis Dressel starten.
Saarbrücken begann in der Innenverteidigung gegen den TSV 1860 München etwas überraschend mit Steven Zellner. Dieser hatte sich erst Ende Januar einen Teilriss des Kreubands zugezogen.

Saarbrücken TSV 1860 Völklingen
Das Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen

Eckenfestival in Völklingen

Die erste Viertelstunde gehörte eindeutig den Gastgebern. Saarbrücken begann druckvoll in der Offensive, der TSV 1860 München war in der Defensive gefordert und konnte selten für Entlastung sorgen. In dieser Phase gab es fünf Ecken für die Gastgeber, aber Gefahr für das Tor von Geburtstagskind Marco Hiller wollte nicht so recht aufkommen. Die Saarländer zeigten sich variabel und tauschten ihre Postionen permanent durch.

Führung für die Gastgeber

Danach ebbten die Angriffsbemühungen von Saarbrücken etwas ab und der TSV 1860 kam etwas besser in die Partie hinein. Spielbestimmend blieben trotzdem die Gastgeber.
Fast schon folgerichtig fiel dann auch das 1:0, allerdings mit dem ersten richtigen Torschuss. Jänicke setzte sich auf der rechten Außenbahn gut durch und flankte in die Mitte. Sträflich allein gelassen brachte Topscorer Lukas Shipnoski den Ball mit der Spitze im linken Eck unter. Marco Hiller war chancenlos (31.Minute).

TSV 1860 gegen Saarbrücken weiter hinten gefordert

Nach dem Tor setzten die Gastgeber ihre Spielweise fort. Der FCS hatte deutlich mehr Ballbesitz und kontrollierte das Spiel. Auch die Großzahl der zweiten Bälle konnten von Saarbrücken erobert werden. Insgesamt war das eine schwache erste Hälfte vom TSV 1860 München mit wenigen offensiven Akzenten.

Engagierter Beginn nach Wiederanpfiff

Die Löwen kamen motiviert aus der Halbzeitpause und drängten auf den Augleich. Saarbrücken hatte damit allerdings gerechnet, zog sich entsprechend zurück und stand hinten sicher.
Als sich die Partie gerade wieder etwas beruhigt hatte, gab es Elfmeter für Sechzig München. Zellner ging gegen Lex zu ungestüm im Strafraum vor, Schiedsrichter Jöllenbeck zeigte auf den Punkt (61.Minute). Der etatmäßige Schütze Philipp Steinhart lief an und zielte in Richtung linkes unteres Eck. Aber auch Saarbrücken hat einen Elfmeter-Killer in seinen Reihen. Daniel Batz parierte stark.

Saarbrücken TSV 1860 Batz hält gegen Steinhart
Daniel Batz im Tor von Saarbrücken kann gegen Steinhart (TSV 1860 München) parieren

Im Gegenzug die kalte Dusche

Quasi direkt im Gegenzug konnten die Gastgeber ihre Führung ausbauen. Günther-Schmidt haute den Ball aus etwa elf Metern ins rechte Kreuzeck. Hiller war erneut ohne Chance (64.Minute). Eine Vorentscheidung war das Tor allerdings keinesfalls, denn Sascha Mölders hatte gegen die Niederlage etwas einzuwenden. Etwas glücklich gelangte ein Pass von Erdmann abgefälscht zu unserem Torjäger, der sich diese Chance nicht nehmen ließ und den Anschlusstreffer markierte (67.Minute).

Direkt danach brachte Michael Köllner mit Dressel für Tallig und Neuzugang Staude für Lex zusätzlich frische Kräfte. Die Löwen probierten auch noch einmal alles, kamen aber gegen die gut gestaffelten Gastgeber kaum durch. Große Torchancen konnte man nach dem 2:1 nicht mehr kreieren. Das lag oft aber auch schlicht und ergreifend an Ungenauigkeiten oder falschen Entscheidungen im Spiel nach vorne.

Staude scheitert am Pfosten, Biankadi an sich selbst

In der dritten Minute der Nachspielzeit gab es dann doch noch die Riesenchance zum Ausgleich. Ein Schuss von Keanu Staude trudelte gegen den rechten Pfosten. Der nachgerückte Merveille Biankadi erwischte den Nachschuss nicht voll, sodass der Ball aus einem Meter nicht ins Tor ging und Boesel für seinen bereits geschlagenen Keeper den Ball soeben noch von der Linie kratzen konnte.

Nach Abpfiff löste Stephan Salger nach einem Streit mit Jacob eine Rudelbildung aus. Nachdem er bereits in der 81.Minute eine gelbe Karte kassiert hatte, bedeutete die zweite nach Abfiff gelb-rot und ein Spiel Pause für den Innenverteidiger.

Saarbrücken gewinnt am Ende verdient mit 2:1 gegen den TSV 1860 München und fügt den Löwen die sechste Saisonniederlage hinzu. Die Löwen liegen nun mit 38 Punkten auf Rang 5 der Tabelle und haben bereits ein Spiel mehr als das Spitzentrio absolviert.

Weiter geht´s am kommenden Freitag, 26.02.21 gegen das Krisenteam der Liga aus Unterhaching. Anpfiff ist dann um 18:60 Uhr.