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BFC Dynamo Berlin macht (wahrscheinlich) die Relegation klar

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Stadion Friedrich Ludwig Jahn

Wer ist BFC Dynamo Berlin?

Gegründet wurde der Verein erstmals 1949 als SG Volkspolizei Berlin und durch den Anschluss der SG Volkspolizei Potsdam 1953 in SG Dynamo Berlin umbenannt. Zum Ende der DDR war man das Maß aller Dinge und wurde zehn Jahre am Stück Meister. Diese Titelgewinne wurden von angeblichen Spielmanipulationen überschattet, welche aber nie nachgewiesen werden konnten. International konnte man vor der Wende 1971/72 den Einzug in das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger verzeichnen. Auch konnten die Berliner 3x den FDGB-Pokal gewinnen.

Nach der Wende (eine Weile ganz schlicht als FC Berlin unterwegs) fuhr sich der Verein wirtschaftlich komplett an die Wand und war zwischenzeitlich sogar insolvent. Mittlerweile ist der BFC seit 2014 in der Regionalliga und könnte gegen den Sieger der Nord-Staffel den Aufstieg in die 3. Liga perfekt machen. Seine Heimspiele würden die Hauptstädter im Friedrich Ludwig-Jahn-Sportpark (siehe Titelbild) austragen, welchen einige Löwen aus dieser Saison noch kennen.

Die Saison des BFC

Der Aufstieg des BFC war von Anfang an anvisiert und das merkte man. Am dritten Spieltag übernahm man die Tabellenspitze und gab sie danach nur noch an sechs Spieltagen an den BAK ab, welcher die Saison auf Platz 7 beendet hat. Am Ende der Saison ist Dynamo mit 82 Punkten aus 38 Spielen souverän Meister geworden. Zwar hätte man am letzten Spieltag theoretisch noch von Carl-Zeiss Jena überholt werden können, aber das war aufgrund des klar besseren Torverhältnisses sehr unwahrscheinlich.

Gibt es gar keine Relegation?

Eigentlich würde man in den zwei anstehenden Relegationsspielen auf den Sieger der Regionalliga Nord treffen, jedoch steht hier das würde im Vordergrund. Denn dem BFC Dynamo Berlin fehlt es an Geld – und davon gar nicht mal so wenig. Auf ganze 900.000 € summiert sich der Fehlbetrag und wenn dieser bis zum 1. Juni nicht vorliegt, steigt der VfB Oldenburg kampflos auf. Denn das erste Relegationsspiel steigt schon am 28. Mai, womit ein Nachrücken des Tabellenzweiten aus Jena nicht mehr möglich ist. Sollte sich keine Bürgschaft finden, gibt es nächstes Jahr zu 100% keinen Verein aus der Hauptstadt in Liga 3. Somit könnte diese die einzige Profiliga ohne Berlin sein, falls der HSV in der Relegation gegen die Hertha seine Hausaufgaben erledigt.

Vollzug vermeldet: Meris Skenderovic wechselt zum TSV 1860

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Meris Skenderovic Tsv 1860

Bereits Anfang Mai hatte der kicker vermeldet, dass Meris Skenderovic zur neuen Saison zum TSV 1860 wechseln würde. Nun vermeldeten auch die Löwen Vollzug! Der Stürmer wechselt ablösefrei vom Regionalligisten FC Schweinfurt 05 an die Grünwalder Straße.

Meris Skenderovic wechselt zum TSV 1860

Bereits in der vergangenen Winterpause hatte der TSV 1860 ein Auge auf Stürmer Meris Skenderovic geworfen. Damals scheiterte ein Transfer an der Ablöseforderung des FC Schweinfurt 05. Nach Ablauf des Vertrags in Unterfranken wechselt der 24-jährige Deutsch-Montenegriner nun jedoch zu den Löwen.

Der gebürtige Mannheimer wurde größtenteils bei der TSG Hoffenheim ausgebildet und kam bei den Kraichgauern sogar einmal in der Europa League zum Einsatz. Über die Leihstationen TSV Hartberg und Carl Zeiss Jena landete der Stürmer beim FC Schweinfurt 05. Dort erzielte er in der laufenden Saison in 32 Spielen 16 Tore und empfahl sich für höhere Aufgaben.

Die Stärken und Schwächen des Löwen-Neuzugangs hat sich unser Statistik-Freak Bernd Winninger genauer angeschaut. Das Ergebnis findet Ihr HIER!

Still und heimlich: Djayo und Cocic verlängern beim TSV 1860

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Milos Cocic Stürmer TSV 1860 Münchn 3-Liga Saison 2021-22

Kaum ist die Saison vorbei, nimmt die Mannschaft für die Spielzeit 2022/23 immer weiter Form an. Auch Milos Cocic und Johann Ngounou Djayo werden nächstes Jahr weiter das Trikot des TSV 1860 München tragen.

Cocic und Djayo verlängern bei den Löwen bis 2023

Anfang April waren es zehn Spieler, deren Verträge Ende Juni des aktuellen Jahres auslaufen sollten. Tim Linsbichler und Keanu Staude wurden vor dem Spiel gegen Dortmund II offiziell verabschiedet, ihr Abgang ist daher sicher. Wie es beim Trio Neudecker, Biankadi und Dressel weitergeht, ist hingegen aktuell überraschenderweise völlig offen. Geklärt haben sich allerdings die Situationen bei Milos Cocic und Johann Ngounou Djayo. Beide haben bereits im März ihren neuen Vertrag beim TSV 1860 unterschrieben. Die Laufzeit beträgt – übrigens wie auch bei Junglöwe Leandro Morgalla – ein Jahr bis zum Juni 2023. Das verrät ein Blick auf die Webseite SpielPlus des DFB.

Cocic (siehe Titelbild) brachte es im Hinspiel gegen Dortmund II, in Mannheim und in Duisburg zu drei Kurzeinsätzen und stand weitere 13 Mal im Kader. Der 18-Jährige wartet damit noch auf seinen ersten Einsatz in der 3.Liga vor heimischer Kulisse. Dieses Privileg wurde hingegen Johann Djayo am Samstag zuteil. Kurz vor Schluss betrat er im Austausch für den Torschützenkönig Marcel Bär den Platz. Es war allerdings sein einziger Saisoneinsatz in Liga 3.

Damit ist die Vertragslage von sechs weiteren Spielern noch ungeklärt. Neben den bereits erwähnten Dressel, Neudecker und Biankadi sind das Freitag, Székely und Lang. Mit Freitag soll ebenso wie mit Lang verlängert werden, auch ein Abgang von Székely erscheint unrealisitsch. Der 26-Jährige fühlt sich bei den Löwen wohl und kommt vorrangig bei der U21 in der Bayernliga zum Einsatz.

AZ: Moritz Leitner kehrt nicht zum TSV 1860 zurück – Kommt Kobylanski?

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Moritz Leitner TSV 1860

Kürzlich wurde Moritz Leitner mit dem FC Zürich Schweizer Meister und rückte plötzlich auch im Löwen-Kosmos wieder in den Fokus. Eine Rückkehr des verlorenen Sohnes an die Grünwalder Straße stand zur Diskussion. Wie die AZ nun berichtet, wird Leitner nicht zum TSV 1860 wechseln. Stattdessen könnte der Braunschweiger Martin Kobylanski demnächst das Trikot der Löwen tragen.

Moritz Leitner wechselt nicht zum TSV 1860

Leitner selber habe durchaus Interesse an einer Rückkehr an die Grünwalder Straße geäußert, so das Blatt. Bei den Löwen sei man sich aufgrund der Verletzungshistorie des inzwischen 29-Jährigen nicht sicher, inwiefern man aus Rücksicht auf die ohnehin klammen Kassen auf Risiko gehen möchte. Ein namentlich nicht genannter Funktionär äußerte gegenüber der AZ:

“Leitner? Nein, das können wir nicht machen.”

Das Kapitel dürfte somit also geschlossen sein. Aber wer weiß: Vielleicht bleiben die bisherigen Stammspieler Dennis Dressel und Richard Neudecker dem TSV 1860 ja ohnehin erhalten…

Kommt Kobylanski zu den Löwen?

Nichtsdestotrotz sind die Löwen auf der Suche nach einer Verstärkung in der Kreativzentrale. Einer der Kandidaten, David Kopacz, wechselt von den Würzburger Kickers zum FC Ingolstadt 04. Fällt die Wahl der Löwen nun auf Martin Kobylanski, dessen Name auch schon seit geraumer Zeit genannt wird? Bei Eintracht Braunschweig wurde der 28-jährige Spielmacher, der sowohl für Deutschland als auch für Polen U-Länderspiele bestritten hatte, am Wochenende offiziell verabschiedet.

Gastbeitrag: Warum Julian Baumgartlinger zum TSV 1860 kommen soll

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Julian Baumgartlinger ÖFB TSV 1860
Baumgartlinger

Das Personalkarussell bei den Löwen dreht sich. Mit Salger, Staude und Linsbichler wurden am Samstag drei Profis verabschiedet, weitere könnten folgen. Auf der Habenseite ist mit Tim Rieder bereits der erste Neuzugang betätigt. Unser Leser Roman Schwaiger wünscht sich fürs defensive Mittelfeld des TSV 1860 einen weiteren Neuzugang, nämlich Julian Baumgartlinger! Die Gründe dafür hat er uns (und Euch) zusammengefasst.

Erfolgreiches Löwen-NLZ in der Saison 2021/22

Die Nachwuchsarbeit der Löwen scheint endgültig rehabilitiert. Nach dem Aufstieg der U19 in die Bundesliga und dem U17-Klassenerhalt in selbiger, haben Löwenfans allen Grund zur Hoffnung, in naher Zukunft wieder Talente des Kalibers Bender-Zwillinge, Julian Weigl oder Kevin Volland aus der eigenen Jugendarbeit hervorzubringen. Nicht erst in den letzten Jahren, als der Löwennachwuchs zwischenzeitlich etwas eingerostet schien, richteten die Fans den Blick voller Stolz und Sehnsucht auf die erstklassig spielenden Alumni des Sechzger-NLZ. Und ebenso lang träumen sie von einer Heimkehr des ein- oder anderen »verlorenen Sohnes« — wenn sich Zeit, Raum, sportliche Ambitionen und Gehaltsforderungen denn irgendwann einmal wieder fügen.

Noch vor Beginn dieser Transferphase liefen die alljährlichen Gerüchte um etwaige
Rückholaktionen an. Richy Neudeckers Verpflichtung vor bald zwei Jahren verleiht solchen Spekulationen eine – zumindest gefühlte – realistischere Dimension, wie es sie in den ersten Jahren nach dem Doppelabstieg nicht mehr gab. Kevin Volland bekundet selbst regelmäßig sein Interesse, das Löwentrikot erneut überzustreifen. Davor müssen aber noch ein, zwei Saisons und allem voran ein Aufstieg der Löwen ins Land ziehen. Das ewige Talent Moritz Leitner hingegen wird für diesen Sommer zumindest in den Medien heiß diskutiert.

Wunsch: Baumgartlinger zurück zum TSV 1860

Der Name eines gewissen Spielers, der die Jugendmannschaften des TSV 1860 durchlief und zwei Saisons bei den Profis absolvierte, tauchte in der Gerüchteküche bislang noch nicht auf – und das, obwohl er ablösefrei zu haben wäre und der Schlüssel für den Aufstieg im dritten Anlauf sein könnte. Die Rede ist freilich von Julian Baumgartlinger. Dass sein Name medial eben nicht heiß diskutiert wird, steht auch ein wenig sinnbildlich für seine Karriere als unbesungener Held. Nur selten ist das Rampenlicht auf ihn gerichtet und doch steht und fällt die gesamte Aufführung mit ihm. Am 34. Spieltag der nun vergangenen Bundesligasaison bestritt der Österreicher über eine knappe Stunde hinweg seine letzte Partie für Bayer 04 Leverkusen. Nach sechs Jahren und 114 Spielen wird der auslaufende Vertrag des 34-Jährigen nicht verlängert.

Mit etwas Glück und vermutlich deutlich mehr Fantasie schließt sich nun aber nicht nur das Kapitel Leverkusen, sondern mit einer Rückkehr nach Giesing auch die Klammer seiner Profikarriere. Wär schon ein feines Stück Fußballromantik, den Jugendverein auf die alten Tage vielleicht zum Aufstieg zu führen. Ans Aufhören denkt der Routinier laut laola1.at nicht:

“Ich habe die drei letzten Monate so genossen und deswegen will ich auch mit dem Fußball weitermachen.”

Leverkusens Trainer schwärmt vom Ex-Löwen

Gute Voraussetzungen also, wenngleich er große Teile dieser und vorheriger Saison aufgrund von zweier langer Verletzungen verpasste. Davon hat er sich inzwischen gut erholt, nach seinem Comeback am 31. Spieltag hob Leverkusen-Coach Gerardo Seoane Baumgartlingers gute Entwicklung hinsichtlich des Fitnesszustandes hervor. Und noch etwas betonte der Cheftrainer: Der Österreicher sei ein »exzellenter Profi« und in seiner Führungsrolle »wichtiger Bestandteil der Kabine«. Dass Baumgartlinger das Zeug zum Leader hat, bewies er schon bei Mainz 05 und der österreichischen Nationalmannschaft, wo ihm jeweils die Kapitänsbinde anvertraut wurde. Bei 1860 könnte Baumgartlinger mit all seiner Erfahrung die Rolle eines Führungsspielers auf und neben dem Platz einnehmen, die gerade in wichtigen Begegnungen schmerzlich vermisst wird. Aber auch sportlich füllt er ein Spielerprofil aus, welches das Mittelfeld der Löwen bereichern würde.

Ein kluger Zweikämpfer, der Bälle auch unter Druck zielgenau verteilen kann und das Zentrum kompakt hält. Die Statistiken (aus der Bundesligasaison 2020/21, da zu wenig Einsatzzeit in der vergangenen Runde) belegen dies auf beeindruckende Weise. Das Verteidigen gehört dabei zu seiner Kernkompetenz. Die Zweikampfwerte lagen allesamt in den Top-3% der Mittelfeldspieler, besonders begabt ist Baumgartlinger auch im Verhindern gegnerischer Dribblings. Sein Passspiel ist selbst für einen Bundesliga-Mittelfeldspieler in sämtlichen Belangen überdurchschnittlich gut, allen voran über die Distanz und wenn er gepresst wird. Dazu liegen ihm auch Weitschüsse und Kopfballduelle, Letztere gewann er mit seinen 1,81 m zu 66%. Die Leichtathletik-Erfahrung des 84-fachen Nationalspielers schlagen sich auch heute noch in seiner Laufleistung nieder. Oftmals als »Pferdelunge« o.Ä. bezeichnet, beackert er das gesamte Mittelfeld tugendhaft über 90 Minuten hinweg.

Auf der Acht oder Doppelsechs einsetzbar

Im Mittelfeld der Löwen könnte Baumgartlinger entweder vor einem Sechser (wie z.B. Tim Rieder) als zweikampfstarker Spielmacher neben einem offensivfreudigeren Pendant agieren, oder die Bälle aus einer tieferen Position heraus als Teil einer Doppelsechs verteilen. Seiner Rolle als Wortführer kann er im Zentrum bestmöglich gerecht werden. Ein Nebenaspekt seiner Verpflichtung wäre außerdem die Möglichkeit, von einer Verpflichtung eines weiteren Innenverteidigers abzusehen und den Talenten Morgana, Lang und Belkahia das größtmögliche Entwicklungspotential zuzugestehen.

Mögliche Ausfälle durch Verletzungen und Sperren, sowie die natürlichen Leistungsschwankungen solch junger Spieler ließen sich so durch Spieler wie Rieder oder, wenn fit, Wein auffangen, die bekanntermaßen auch von der Sechs in die Innenverteidigung rücken können. Baumgartlinger kann mit seinen Zweikampfwerten problemlos die dadurch entstehende Lücke im Mittelfeld füllen und defensiver agieren.

Knackpunkt Gehalt

Zu guter Letzt natürlich die zwei nicht-sportlichen Argumente. Nach elf Jahren in Mainz und Leverkusen wäre Baumgartlinger in München (und bei 1860) wieder bedeutend näher an seiner Heimat in Mattsee im Salzburger Land. Zudem ist seine Frau gebürtige Münchnerin. Wenn es ihn mit seiner Familie wieder in die Heimat verschlägt, wäre Sechzig eine wahrlich naheliegende Adresse. Aber ein Damoklesschwert schwebt freilich über den gesamten Beitrag: das Gehalt. Quellen im Internet berichten von einem Jahressalär um 1,75 bis zwei Millionen Euro respektive knappen 34 tausend Euro pro Woche. Ohne Frage ein Gehalt, das ihm an der Grünwalder Straße nicht einmal im Ansatz bezahlt werden könnte. Aber darin liegt vielleicht auch die Chance, welche eine Verpflichtung Baumgartlingers doch noch zur Realität werden lassen könnte. Seine Schäfchen hat der Österreicher bereits ins Trockene gebracht, dahingehend wäre er keineswegs mehr auf Gehaltsschecks der Löwen angewiesen.

Pro Bono wird er vermutlich auch nicht im Löwendress auflaufen, aber vielleicht lässt sich für den Karriereabend eine Summe aushandeln, für die es sich lohnt, noch die ein oder andere Saison beim TSV 1860 dranzuhängen, ohne das Gehaltsgefüge zu sprengen. Vielleicht hat Günther Gorenzel die Benders bei ihrem Besuch des Löwen-NLZ klangheimlich nach der Handynummer ihres alten Mannschaftskollegen gefragt. Zu hoffen wär’s allemal.

Sechzig um sieben: Drei Abschiede und ein Rückkehrer

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Sechzig um Sieben: Ohne Vier gegen Havelse

Die Saison 21/22 ist bis auf die Relegation Geschichte. Mit einem intensiven 6:3 gegen Borussia Dortmund II sicherten die Löwen Platz 4 und verabschiedeten sich in die Sommerpause. Zumindest die Spieler. Für Günther Gorenzel beginnt nun die Phase der Schwerstarbeit: Er muss den Kader für die kommende Saison zusammenstellen. Bisher gibt es drei bestätigte Abschiede und einen offiziell bestätigten Rückkehrer.

Drei Abschiede in Giesing

Bereits am Samstag vor dem Spiel wurden drei Spieler und zwei Trainer der abgelaufenen Saison verabschiedet. Stephan Salger wird wie bereits bekannt die zweite Elf des 1.FC Köln verstärken. Vor seiner Metamorphose vom Löwen zum Geißbock verabschiedete er sich emotional und war froh, dass er wenigstens eine Saison frenetisch von Fans im Stadion unterstützt werden konnte. Neue Arbeitgeber müssen sich Keanu Staude und Tim Linsbichler suchen. Aus dem Trainerteam verlassen Jürgen Luginger und Günter Brandl die Grünwalder Straße. Weitere Abgänge wurden bislang nicht kommuniziert, so dass man davon ausgehen kann, dass bei Neudecker, Dressel und Biankadi das letzte Wort doch noch nicht gesprochen ist. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Rieder kehrt zurück – jetzt offiziell bestätigt

Die Spatzen pfiffen es seit Wochen von den Giesinger Dächern: Tim Rieder kehrt nun auch offiziell bestätigt an die Grünwalder Straße zurück. Damit sind jetzt drei Abgänge und ein Rückkehrer bestätigt. Nach zwei Jahren kehrt der gebürtige Dachauer zu den Löwen zurück. Nach wahrscheinlich auch für ihn selbst zwei unbefriedigenden Saisons in Kaiserslautern und Neuperlach will der Defensivspezialist bei den Löwen nächste Saison nochmal durchstarten.

Weitere Transfergerüchte

Heiß gehandelt werden nach wie vor Meris Skenderovic, Albion Vrenezi und Fynn Lakenmacher als Neuzugänge für die kommende Saison. Wir gehen davon aus, dass nur noch die offizielle Bestätigung fehlt. Neu in der Gerüchteküche bei 1860 ist Jesper Verlaat. Der Mannheimer Innenverteidiger soll das Interesse der Löwen geweckt haben. Etwas ruhiger geworden ist es um Martin Kobylanski und Timur Gayret. Vielleicht liegt das daran, dass es Bewegung bei den aktuell vertragslosen Neudecker, Biankadi und Dressel gibt (siehe oben).

Familie Mölders im Sommerhaus der Stars

Eigentlich stünde ja diesen Sommer eine Fußball WM an. Diese kann aus klimatischen Gründen aber erst kurz vor Weihnachten stattfinden. Wer nun also ein Ersatzprogramm in der Flimmerkiste sucht, könnte bei RTL fündig werden. Die Familie Mölders wird in das Sommerhaus der Stars einziehen. Dort treffen unser ehemaliger Kapitän und seine Frau Ivonne unter anderem auf Mario Basler samt Frau. Vielleicht gibts da mehr Zweikämpfe zu sehen als bei der WM. Wer weiß…

Sechzger.de Talk Nummer 59

Jan moderiert einen launigen Talk mit Bernd, Christian und Thomas. Die vier diskutieren das für manche nervenaufreibende Spiel gegen Dortmund, wagen ein erstes Saisonfazit und debattieren die Situation um Michi Köllner. Der Talk erscheint ab Mittag auf unserem youtube-Kanal und den gängigen podcast-Plattformen.

 Der TSV 1860 München beim Giro die Monaco

Am Sonntag fand der Giro di Monaco statt. Das Laufevent stand aus aktuellem Anlass unter dem Motto “Run for Peace”. Die Läufer des TSV 1860 München waren zahlreich vertreten und setzten ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine. Unter anderem nahm Vize-Präsident Hans Sitzberger teil.

News aus der dritten Liga

Kopacz zu Ingolstadt

Gerüchteweise war er auch bei den Löwen in der Diskussion: David Kopacz. Der 22-jährige offensive Mittelfeldspieler schließt sich aber nun den Schanzern an.

Emanuel Taffertshofer bleibt in Wehen

Der mittlerweile 27-jährige ehemalige Nachwuchsspieler der Löwen verlängerte seinen Vertrag beim SV Wehen um ein Jahr.

Osnabrück holt Torjäger aus der Regionalliga Nordost

Von Energie Cottbus stößt Stürmer Erik Engelhardt zum VfL Osnabrück. Der 24-jährige Franke, der die Nachwuchsabteilungen des 1 FC Nürnberg durchlief, kommt mit der Empfehlung von 33 Scorerpunkten aus der Lausitz an die Bremer Brücke.

Damit seid Ihr auf dem neuesten Stand was die Transferaktivitäten an der Grünwalder Straße und im Rest der Liga angeht. Das wird wahrscheinlich unser Hauptthema in den nächsten Wochen sein. Wir freuen uns, wenn Ihr auch in der Sommerpause sechzger.de die Treue haltet.

 

 

 

TSV 1860 verabschiedet drei Spieler – bleibt Neudecker?

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TSV 1860 München Verabschiedet Salger Staude Brandl Luginger Linsbichler Vor Spiel Gegen Dortmund

Vor dem torreichen Sieg gegen Borussia Dortmund II hat der TSV 1860 München drei Spieler verabschiedet. Außerdem verlassen Fitnesscoach Luginger und Co-Trainer Brandl die Mannschaft.

TSV 1860 verabschiedet Spieler – was ist mit Dressel, Biankadi und Neudecker?

Blumen und jeweils ein Bild gab es für drei – bald ehemalige – Spieler der Löwen vor dem 6:3 gegen die Dortmunder Borussia. Stephan Salger kehrt in seine Heimat zurück und schnürt die Schuhe zukünftig bei Köln II. Keanu Staude und Tim Linsbichler erhalten keinen neuen Vertrag und müssen sich einen neuen Verein suchen. Michael Köllner hatte einige Überraschungen in der Pressekonferenz vor der Partie angekündigt. Bezüglich Personalien, die aus der Mannschaft ausscheiden, war dies nur eine. Günter Brandl verlässt das Team. Er ist nach Oliver Beer der zweite Co-Trainer in der Saison 2021/22, der gehen muss. Bereits länger steht fest, dass Matthias Luginger, der für die Athletik zuständig war, nicht bei den Löwen bleiben wird.

Fast noch spannender ist dann aber zu beobachten, wer auf dem Bild eben nicht zu finden ist. Drei Spieler hat der TSV 1860 verabschiedet – doch es hätten durchaus doppelt so viele sein können. Bei Richard Neudecker, Dennis Dressel und Merveille Biankadi erwarteten viele ebenfalls einen Abschied. Bei Neudecker liegen die finanziellen Vorstellungen noch zu weit auseinander, doch der Spieler selbst möchte gerne bei den Löwen bleiben. Er befindet sich weiterhin in Gesprächen mit Günter Gorenzel.

Am überraschendsten dürfte das Fehlen von Dennis Dressel auf dem Bild sein. Der 23-Jährige hatte klar kommuniziert, dass er seine Zukunft in der 2.Liga sieht und daher den TSV 1860 verlassen möchte. Auf dem Abschiedsfoto ist er nun aber vorerst nicht zu sehen. Auch bei Merveille Biankadi rechnete man mit einem Abgang in Richtung Heidenheim. Dort hat er noch einen Vertrag über ein Jahr. Doch in diesen beiden Fällen scheinen ebenso noch nicht alle Details geklärt zu sein. Auch Dressel und Biankadi sprechen noch mit Günter Gorenzel, wie Michael Köllner im Rahmen des Dortmund-Spiels bestätigte.

Foto: TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA

 

Videos vom 6:3-Sieg des TSV 1860 gegen Borussia Dortmund II

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TSV 1860 Borussia Dortmund BVB II

Was war das nur für ein würdiger Saisonabschluss! 15.000 Fans feierten den 6:3-Sieg der Löwen gegen die Zweite des BVB und verwandelten das Grünwalder Stadion (einmal mehr) in ein Tollhaus. Wir haben für Euch zwei Videos vom Spiel des TSV 1860 gegen Borussia Dortmund II bei YouTube hochgeladen. Viel Spaß!

Videos von TSV 1860 gegen Borussia Dortmund II

Bereits zu Beginn der Partie war die Stimmung im Sechzgerstadion prächtig. Die Fans stimmten sich lautstark auf das Match der Löwen gegen den BVB II ein.

Selbstverständlich ging nach dem Abpfiff ordentlich die Post ab. Die Westkurve feierte die Mannschaft nach dem 6:3-Sieg und der damit verbundenen Qualifikation für den DFB-Pokal.

Salgers Abschiedsworte bei der Löwenparty: “Deswegen ist Sechzig auch Sechzig”

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Zurück zu den Wurzeln – Salger geht zu Köln II

Stephan Salger war der erste Abgang, der beim TSV 1860 für das Saisonende 2022 fest stand. Der gebürtige Dürener lässt seine Karriere zukünftig bei jenem Verein ausklingen, bei dem er ab dem zarten Alter von 12 Jahren alle Jugendmannschaften durchlaufen hatte und für den er im Jahr 2010 sogar in der Bundesliga fünfmal zu Kurzeinsätzen kam: Beim 1. FC Köln. In der Regionalliga West wird er für die zweite Mannschaft der Geißböcke auflaufen und, wie er selber nach der Partie gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund lächelnd feststellte, dann auf “der anderen Seite stehen und die Traditionsvereine im Westen ärgern.”

Abschiedsparty auf Giesings Höhen

In seiner Zeit beim TSV 1860, die im Sommer 2020 begann, bestritt der 32jährige 67 Drittligaspiele (erzielte dabei 2 Tore) und insgesamt acht Partien in DFB- und bayerischem Landespokal. Nach dem finalen 6:3 gegen Dortmund am Samstag Nachmittag stand Salger den Medienvertretern Rede und Antwort und kommentierte die ausgelassene Stimmung im Sechzgerstadion so:

Ich glaube, dass die Zuschauer das letzte halbe Jahr honoriert haben. Wir haben 2022 einen sensationellen Schnitt gespielt. Da haben die Zuschauer hier ein sehr sehr feines Gespür dafür, auch was zurück zu geben. Und wir haben es heute zum Glück mit einem Sieg wieder geschafft – nach einer bitteren Enttäuschung letzte Woche.

Die Szenen der Begeisterung, die sich nach dem samstäglichen Torfestival auf Giesings Höhen abspielten, bewiesen Salger wohl noch einmal, dass seine Entscheidung im Jahr 2020 den Weg aus Bielefeld zu den Löwen zu gehen, richtig gewesen war.

Das ist sensationell! Deswegen ist Sechzig auch Sechzig. Das macht den Verein aus, deswegen bin ich hierher gekommen. Weil die Strahlkraft und die Größe des Vereins auch bis nach Köln durchgekommen ist.

Eine ganze Saison ohne Löwenfans im Rücken

Leider durfte er derlei Partystimmung bei den Löwen nicht all zu oft erleben. Dies lag allerdings nicht am sportlichen Misserfolg. Als Salger im Sommer 2020 nach München kam, befand sich die Welt gerade inmitten der Coronapandemie und es folgte für die Löwen eine komplette Spielzeit mit den – bei Spielern und Fans – so unbeliebten Geisterspielen. Salger zieht dennoch ein positives Fazit seiner Zeit in der bayerischen Landeshauptstadt:

Ich habe trotzdem eine sehr sehr schöne Zeit hier gehabt, mit tollen Leuten, die ich kennengelernt habe und zuletzt Gott sei Dank auch mit Fans – endlich mal. Ich habe das erste Jahr hier komplett ohne Fans gespielt, das war nicht so toll. Umso schöner, dass es dann heute mal zehn Minuten länger geht.

 Salger glaubt an die Qualität der jungen Kollegen

Neben dem erfahrenen Stephan Salger konnten in den letzten beiden Spielzeiten in der 1860-Inneverteidigung Löwentalente, wie Semi Belkahia (23), Niki Lang (19) oder zuletzt Leo Morgalla (17) wachsen und sich fußballerisch weiter entwickeln. Nun geht der Leitwolf und Abwehrchef von Bord und die Verantwortung für die jungen Wilden wird größer. Ihm ist aber für die Zukunft in der Defensive der Löwen nicht bang. Als “top” bezeichnet er die Qualität die 1860 im Abwehrverbund – auch ohne ihn – zu bieten hat.

Wir danken Stephan Salger für seinen Einsatz für Münchens große Liebe und wünschen ihm für die Aufgabe in Köln alles Gute und viel Erfolg!

Servus und Tschö, Stephan!

 

TSV 1860 – Borussia Dortmund II (6:3) in der Taktiktafelanalyse

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen zur letzten Taktiktafelanalyse der Saison 21/22. Unsere Sechzger empfingen die Zweitvertretung von Borussia Dortmund und machten in einem rassigen Spiel die Qualifikation für den DFB Pokal und die Torjägerkanone für Marcel Bär klar.

Borussia Dortmund II wurde von Trainer Enrico Maaßen wie erwartet im 3-4-3 auf den Platz geschickt, Michael Köllners TSV 1860 München wie üblich im 4-1-4-1.

Dortmunds Plan war es, nach Ballgewinn über schnelles direktes, wenn möglich vertikales Spiel, mit viel Tempo in die gegnerische Spielfeldhälfte einzudringen und dort den Ball halbhoch von der Seite oder flach ins Zentrum so vor das gegnerische Tor zu bringen, dass ein Spieler in der Mitte die Kugel im Kasten unterbringen kann.

Die Sechzger setzten darauf, mit zwei offensiv ausgerichteten Außenverteidigern früh Überzahl im Mittelfeld zu schaffen und so im Positionsspiel mit variablen Verschiebungen hinter der Spitze mit Kombinationsspiel über Außen und die Halbpositionen nach vorne zu kommen. Bei Ballverlust wurde auf Gegenpressing gesetzt, um schnelle Vorstöße des BVB II zu verhindern. Das Positionsspiel der Dortmunder wurde weder hoch noch hart gepresst, sondern konservativ und eher mannorietiert verteidigt.

Die wichtigsten statistischen Werte des Spiels TSV 1860 München – Borussia Dortmund II

  • Ballbesitz: TSV 1860 47% – Borussia Dortmund II 53%
  • Passgenauigkeit: TSV 1860 77% – Borussia Dortmund II 81%
  • Defensive Zweikampfquote: TSV 1860 55% – Borussia Dortmund II 61%
  • Schüsse/aufs Tor TSV 1860: 17/9 – Borussia Dortmund II 17/9
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion): TSV 1860 9,32 – Borussia Dortmund II 9,6

Analyse der statistischen Werte

Ballbesitz

Der nahezu ausgeglichene Ballbesitz der beiden Mannschaften bedarf, denke ich, kaum einer Erklärung. Die Spielanteile waren in den Phasen, als es während dem Spiel unentschieden stand, deutlich auf Seiten der Sechzger. Vor dem 1:0 für den TSV 1860 München und während es 2:2 stand, hatten die Löwen gegenüber Borussia Dortmund 20 % mehr Spielanteile. In Führung liegend überließ Michael Köllners Mannschaft dem Gegner den Ball und das Feld. Über etwas mehr als zwei drittel der Spieldauer hatte also Dortmund den Ball. Dadurch ergibt sich die um 6 % höhere Ballbesitzquote für den BVB II über die gesamte Spieldauer hinweg.

Passgenauigkeit

Wie fast immer, erklärt sich die bessere Passgenauigkeit des Gegners auch diesmal mit einer Vielzahl an Rück- und Querpässen in der Defensivreihe der Gäste. Die auf Umschaltspiel, Konter und vertikales Spiel ausgerichtete Taktik des BVB II passte für die Schwarz-Gelben nicht zum Spielverlauf. Wenn man hinten lange die Null hält und selbst irgendwann in Führung geht, kann dieser Plan aufgehen. Muss man aber selbst über einen Großteil der Partie das Spiel machen, kann es vorkommen, dass gegen eine Mannschaft die mannorientiert verteidigt und beim Positionsspiel gegen den Ball stark auf Angriffssteuerung setzt, die Anspielstationen gut zugestellt sind und man den Weg nach vorne nicht findet. Die Zahlen bei den Pässen zeigen das auch überdeutlich.

In den Phasen, als es Unentschieden stand, ist die Anzahl der Rückpässe innerhalb der beiden Defensivreihen etwa auf gleichem Niveau, während bei den Querpässen hintenherum der TSV 1860 München ein deutliches Übergewicht hat. In den Phasen, als die Löwen in Führung lagen – also 63 Minuten lang – sieht das Ganze anders aus. Sowohl bei Rück- als auch bei Querpässen innerhalb der eigenen Defensivreihe hat der BVB, während die Sechzger in Führung lagen, in beiden Kategorien fast 40 % mehr dieser Pässe auf dem Kerbholz. Dass Dortmund dann in diesen Phasen nur ganze zehn Vorwärtspässe mehr zu Buche stehen hat als die Sechzger, zeigt, dass der BVB II wenig Ideen hatte anders zu agieren als mit vertikalem Spiel, das durch die eher mannorientierte Defensive gut unterbunden werden konnte.

Defensive Zweikampfquote

Bei der defensiven Zweikampfquote herrscht eine Diskrepanz von 7 % und gleichzeitig haben die Löwen einen der schlechteren Werte dieser Saison eingefahren. Wer insgesamt 6 % weniger Ballbesitz hat, muss logischerweise mehr defensive Zweikämpfe führen und hat demzufolge auch mehr Chancen, diese nicht erfolgreich zu gestalten. Allerdings kommt es auch immer darauf an, wo finden diese Zweikämpfe statt, und will man mit der Aktion gegen den ballführenden gegnerischen Spieler diesen eher stören, unter Druck setzen oder will man das Leder in diesem Zweikampf tatsächlich gewinnen.

Genau diesen Ansatz muss man hier bei der Analyse wählen. Einem verlorenen Zweikampf folgte – egal in welcher Zone er geführt wurde – meist ein abgefangener Ball durch einen eigenen Mitspieler. Der TSV 1860 München gewann, wenn man die absoluten Zahlen ansieht, sechs defensive Zweikämpfe weniger als Borussia Dortmund II insgesamt geführt hat. Das Verhältnis tatsächlich gewonnener Zweikämpfe gegen den Ball gewinnt der TSV 1860 München im Vergleich mit den Gästen von Borussia Dortmund mit 40:28.

Schüsse

Ein ausgeglichenes Schussverhältnis sowohl bei den Schussversuchen, als auch bei Schüssen ,die tatsächlich auf den Kasten des Gegners gingen, unterstreicht die Rassigkeit des Spiels. Es war Feuer drin in der Partie. Schlussendlich ausschlaggebend für den Sieg des TSV 1860 über Borussia Dortmund ist wohl die Leistung der Spieler zwischen den Pfosten: Marco Hiller und Stefan Drljaca. Während Hiller fünf von neun Schüssen parieren konnte, gelang seinem Gegenüber das nur dreimal. Die Tatsache, dass Stammkeeper Unbehaun wieder bei der Bundesligatruppe der Westfalen auf der Bank saß und Drljaca einspringen musste, könnte man somit als deutlichen Nachteil für die Borussen auslegen. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Beim Stand von 2:1 hielt Drljaca seine Borussen noch im Spiel, als Biankadi in der 26. Minute schoss und der Torhüter der Borussen die Kugel mit einem Reflex über den Querbalken lenkte.

Alle Schüsse des TSV 1860 München, die aufs Tor gingen wurden aus zentraler oder halbzentraler Position abgesetzt. Nur einen der neun Schüsse, die auf den Kasten von Drljaca gingen, feuerten die Löwen von außerhalb der Box ab (Lex, 56.).

Den Gegner zentral vor dem Tor zum Schuss kommen zu lassen, kann man natürlich nicht dem Keeper anlasten. Und wenn aus solchen Positionen die Schüsse nicht geblockt werden, schaut der Torhüter meist alt aus.

Dortmund hatte sechs Schussversuche in der Box, die nicht geblockt werden konnten. Den Schuss mit der größten Wahrscheinlichkeit auf einen Torerfolg der Gäste überhaupt, vereitelte diesmal nicht Hiller, sondern Salger unter dankbarer mithilfe des Schützen Njinmah, der in der 34. Minute das Leder nicht richtig traf. Drei der Schüsse, die Dortmund im Strafraum abfeuerte, parierte die Nummer 1 des TSV 1860, einer ging rein (Njinmah, 45.), einer über den Querbalken.

Das alles hat natürlich unter anderem mit der Anzahl der Ballkontakte im gegnerischen Strafraum zu tun. Während die Gäste auf insgesamt 15 Ballkontakte im Strafraum der Löwen kommen, von denen lediglich vier mehr oder weniger zentral vor dem Kasten waren, hat der TSV 1860 deren 27 in der Box von Dortmund verbucht. 14 davon zentral oder halbzentral vor dem gegnerischen Kasten.

PPDA

Beide Mannschaften hatten einen durchschnittlich guten Wert bei der Pressingintensität. Bis zum vorentscheidenden Treffer zum 4:2 war es allerdings so, dass Dortmund insgesamt energischer versuchte, bei gegnerischem Ballbesitz draufzugehen. Sieht man die Phasen des Spiels einzeln an, fällt auf, dass die Sechzger nach dem zwischenzeitlichen 2:0 in der ersten Spielhälfte bis zum Pausenpfiff beim Pressing etwas zurückschalteten und Dortmund in dieser Phase den Faden wieder aufnehmen konnte.

Die Halbzeitansprache von Michael Köllner hatte wohl auch das Anlaufverhalten bei gegnerischem Ballbesitz als Thema. Nach Wiederanpfiff bis zum Ende der Partie ließ der TSV 1860 München Dortmund mit einer guten Mischung von Angriffs- und Mittelfeldpressing nicht mehr wirklich zur Entfaltung kommen. Allerdings war es auch so, dass auch das Pressing auf der vorderen Linie eher zur Angriffssteuerung diente als der direkten Balleroberung. Bezeichnend ist, dass dadurch der BVB in der zweiten Halbzeit nur noch sieben Ballkontakte im Strafraum der Sechzger hatte. Ein einziger davon in aussichtsreicher Position. Njinmah lief in dieser Situation allein auf Hiller zu, der ihm mit einer Glanztat den Ball vom Fuß nahm. Im Gegenzug dieser Aktion markierten die Sechzger das 4:2. Alle weiteren Ballkontakte für Dortmund in der Box des TSV 1860 waren an einer der beiden seitlichen Begrenzungen der Box.

Das Spiel

1.Halbzeit

Der erste Durchgang der Partie TSV 1860 München gegen Borussia Dortmund bestand aus zwei Phasen. Zunächst waren, bis die Löwen sich in die Partie gefunden hatten, kurz die Dormunder mit weniger Ballbesitz aber überfallsartigen präzisen schnellen Angriffen leicht im Vorteil. Defensiv fanden die Sechzger zunächst kein gutes Mittel gegen diese Spielweise der Gegner aus dem Pott. Viele Ballgewinne erfolgten für den TSV 1860 nicht auf dem Feld durch Balleroberungen, sondern dadurch, dass der BVB viele Bälle ins Seitenaus spielte und die Löwen zu Einwürfen kamen. Nach der kurzen Findungsphase waren dann aber die Löwen am Drücker. Ballbesitz, Passgenauigkeit, Schussverhältnis – alles entwickelte sich in die für den TSV 1860 richtige Richtung.

Mit einem Doppelschlag in der 18. (Lex) und 21. (Bär) Minute gingen die Löwen dann verdient in Führung. Danach gab es einen Bruch im Spiel des TSV 1860 München. Dortmund wurde stärker und nach einem Traumfreistoß durch Papadopuolus (23.) zum 2:1 hatte Dortmund das Geschehen auf dem Spielfeld zusehends immer besser im Griff. Es war spannend im Sechzgerstadion. So kam es wie es kommen musste und Njimah traf nach einem Konter zum zwischenzeitlichen Ausgleich für den BVB II (45.).

2. Halbzeit

Bis zur erneuten Führung des TSV 1860 acht Minuten nach Wiederanpfiff ging es munter hin und her auf Giesings Höhen. Zu Schüssen kamen, bis das erneute Führungstor fiel, allerdings nur die Sechzger. Borussia Dortmund hatte in dieser Zeit zwar etwas mehr Ballbesitz, aber die Löwen waren zwingender. Salger, dessen Schuss gehalten wurde, und Deichmann, dessen Versuch drüber ging, scheiterten noch. Biankadi verwandelte das Sechzgerstadion dann mit seinem Treffer (54.) zum 3:2 in ein Tollhaus.

Und der TSV ließ nicht nach: Bis zum 4:2 spielten die Löwen nur einen einzigen Pass, der nicht beim Adressaten ankam. Für eigenen Ballbesitz musste der BVB II hart arbeiten. Diese Arbeit wäre kurz vor dem 4:2 allerdings fast belohnt worden, als – wie oben schon beschrieben – Njimah allein aufs Tor unterwegs war. Im Gegenzug dieser Aktion Njimahs fiel dann das vorentscheidende 4:2 wiederum durch den Torschützenkönig der Saison 21/22, Marcel Bär (59.).

Danach ergab sich Dortmund zwar nicht dem Schicksal, aber musste die klare Überlegenheit der Sechzger vor dem gegnerischen Kasten akzeptieren. Zunächst erhöhte Deichmann in der 75. Minute auf 5:2. Bah-Traoré steuerte mit seinem ersten Profitor das 5:3 für Dortmund bei, bevor Dressel mir dem 6:3 in der 84. Minute endgültig den Deckel auf die Partie machte.

Die Tore

Neun Tore im Spiel. Ein Wahnsinn. Das torreichste Spiel des TSV 1860 in der 3. Liga bisher stellt sicher, dass sich Marcel Bär die Torjägerkanone sichert. Es war überhaupt ein Sahnetag für den gebürtigen Gifhorner. Er war in irgendeiner Weise an allen Treffern des TSV 1860 München beteiligt. Zwei Treffer, drei Vorlagen und beim Tor von Deichmann zum 5:2 war es ebenfalls Bär, der mit seinem Einsatz an der linken Seitenauslinie Steinharts Flanke auf Deichmann erst ermöglicht hatte.

Alle Treffer im Detail zu analysieren würde definitiv zu weit führen. Ansehen könnt Ihr euch alles in der Zusammenfassung von Magenta Sport, die hier zu finden ist.

Dennoch ist es mir ein Anliegen, ein Tor und dessen Entstehung herauszustellen. Das 2:2 für die Gäste kurz vor der Halbzeit. Dieser Treffer war unnötig wie ein Kropf.

Das 2:2

Zunächst erkämpft sich Salger mit einer tollen Defensivaktion gegen Njinmah den Ball auf Höhe der Mittellinie. Salger geht danach ungestört ein paar Meter mit der Kugel am Fuß und legt den Ball dann kurz quer auf Steinhart. Anstatt sich wieder in die Abwehrkette zurückfallen zu lassen, geht Salger jedoch weiter nach vorne.

Steinhart legt das Leder weiter nach außen zu Bär. Der spielt zu Moll. Bevor dieser den Fuß an den Ball bringt, springt dieser seltsam auf und Moll sieht, als er den Ball an den Fuß bekommt, etwas unglücklich aus. Eine Kerze ist die Folge. Das Kopfballduell im Anschluss gewinnt dann der weiter aufgerückte Steinhart. Der Ball kommt somit an die Strafraumgrenze der Dortmunder, wo der mittlerweile dort befindliche Salger das Leder nicht erreicht.

Der Befreiungsschlag von Papadopoulos landet bei Bornemann im Mittelkreis, der das Leder mit einem Kontakt brillant zu Njinmah weiterleitet. Dieser startet durch ist danach mehr oder weniger allein auf dem Weg zum Tor. Neudecker, der aus der gegnerischen Spielfeldhälfte zurückeilt und Morgalla, der aufgrund dessen, dass er erst dann Tempo aufnehmen kann, als Njinmah schon an ihm vorbei ist, können die Nummer 22 des BVB II nur noch begleiten, aber nicht mehr eingreifen, ohne das Risiko einer roten Karte einzugehen.

Dieser Treffer geht leider auf die Kappe von Stephan Salger. Grundsätzlich ist es natürlich, wenn die Abstimmung passt und jemand den Raum hinten absichert, kein Fehler, wenn sich ein Innenverteidiger in einen Angriff einschaltet. Bei einer knappen 2:1-Führung in einem Spiel, in dem ein Sieg, um das Minimalziel zu erreichen, Pflicht ist, sollte man das aber möglicherweise besser unterlassen.

Man muss aber auch Bornemann, der das Leder mit dem Rücken zum Mitspieler mustergültig weiterleitet, loben. Diese Aktion war ganz großes Kino. Auch die Kaltschnäuzigkeit des jungen Njimah vor dem Kasten gegen den herauseilenden Hiller war durchaus bemerkenswert.

Seien wir froh, dass Salgers Faux-Pas am Ende nicht teurer kam. Entscheidend ist: Die Löwen konnten das Spiel in der zweiten Halbzeit mit vier weiteren Treffern deutlich für sich entscheiden.

Fazit

Zum Spiel

Ende gut, alles gut. Zwischenzeitlich war ich am Samstag durchaus einem platzenden Kragen sehr nahe. Allerdings war ich mir selbst nach dem 2:2 noch sehr sicher, dass die Sechzger den Platz als Sieger verlassen werden. Es war durchaus deutlich zu sehen, dass alle auf dem Platz sowohl den Einzug in den DFB Pokal, als auch die Torjägerkanone für Marcel Bär als wichtige Ziele ansahen und auch dementsprechend agiert haben.

Einen direkt verwandelten Freistoß sieht man in der 3. Liga nicht wirklich häufig. In 342 gewerteten Spielen dieser Saison sind 19 Tore nach direkt verwandelten Freistößen gefallen. Am häufigsten durften da die Wiesbadener jubeln, denen dieses Kunststück dreimal gelang. Vier Mannschaften – unter anderem unser TSV 1860 – schafften dies zweimal. Acht Teams haben einen direkten Freistoß im Kasten untergebracht. Sieben Teams, wenn man das gescheiterte Projekt von der Heinrich-Wieland-Straße mitzählt, gingen leer aus. Das erste Tor der Dortmunder haken wir also unter Betriebsunfall ab. Dass die Chance zum zweiten Tor des BVB so nicht entstehen darf, habe ich oben schon dargelegt.

Zur Saison

Es war am Samstag der gelungene Abschluss nach einer Saison, die man möglicherweise, wenn man gewisse Entscheidungen im Herbst früher trifft, und in dem ein oder anderen Spiel keine spielentscheidenden Fehlentscheidungen der Schiedsrichter hinnehmen muss, noch erfolgreicher gestalten hätte können. Die Konstanz von Magdeburg war für keine andere Mannschaft zu erreichen. Dass Magdeburg das Glück hat, dass Baris Atik, den sonst niemand haben wollte, dermaßen einschlägt, ist auch nicht planbar gewesen. Am Ende hat jedes Team, denke ich, den Platz erreicht, der ihm zusteht.

Etwas unfair war es von manchen Teams, bzw. deren Funktionären, den Schwarzen Peter nach dem finanziellen Aus des Perlacher Projekts dem TSV 1860 zuzuschieben, der deshalb weniger Punkte als die meisten anderen Teams abgezogen bekam. Es wurde ja durchaus so dargestellt, als ob unser TSV 1860 München etwas für die Regularien beim DFB für solche Fälle könnte.

Zur näheren Zukunft

Durch die Gazetten schwirren nur so die Gerüchte. Während ich hier sitze und diese Zeilen schreibe, wurde nun auch mit Tim Rieder der erste Neuzugang an der Grünwalder Straße 114 bestätigt. Wenn auch nur die die Hälfte der Gerüchte, die im Umlauf sind, der Wahrheit entsprechen, wird der TSV 1860 München in der kommenden Saison eine schlagkräftige Truppe auf den Platz bringen, die von Anfang an oben mitspielen kann. Wichtig wäre natürlich auch der Verbleib von Trainer Michael Köllner – aber davon gehe ich ohnehin ganz stark aus! Einen zweiten Fall Mölders, der das Team zu zerbrechen droht, schließe ich aus. In so einem Fall wird die sportliche Leitung aus Fehlern gelernt haben und früher die Reißleine ziehen.

Damit bleibt mir nur noch übrig, Euch – liebe Leser – eine entspannte Sommerpause zu wünschen. Bis dann.

Datenquelle: Wyscout