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sechzger.de Talk Folge 55 vor MSV Duisburg – TSV 1860 München

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Einen Tag später als sonst – was dem freien Ostermontag geschuldet ist – erscheint Folge 55 des sechzger.de Talks vor dem Auswärtsspiel des TSV 1860 München beim MSV Duisburg. Nach einer ganzen Reihe an externen Gästen begrüßt Moderator Jan mit Bernd und Christian “nur” zwei seiner Redaktionskollegen, sodass sich Ausgabe 55 vollumfänglich um die Löwen dreht.

Die Niederlage gegen Osnabrück

Wie gewohnt geht es zu Beginn um das letzte Spiel des TSV 1860 München, auch wenn das in diesem Fall erneut eher unangenehm zu besprechen ist. Die 2:3-Niederlage gegen den VfL Osnabrück ist noch nicht ganz aus den Köpfen, was unter anderem auch an der Entstehung zum 0:1 liegen dürfte. Aber auch die tabellarische Situation fällt hier natürlich ins Gewicht. Der Aufstieg ist mit dem Ergebnis außer Reichweite – doch die Saison ist deswegen noch lange nicht vorbei. Im Kampf um den wichtigen (weil finanziell bedeutsamen) Platz 4 zählt jeder Punkt.

Transfers und Gerüchte um Köllner, Rieder & Co.

Passend dazu läuft die Gerüchteküche so langsam heiß und auch Trainer Michael Köllner wird hierbei mit Fragen nicht verschont. Ein klares Bekenntnis gab der 52-Jährige dabei nicht zum Besten, vertraglich ist er noch bis Sommer 2023 an den TSV 1860 gebunden. In einem Kommentar bewertete Christian bereits die öffentliche Diskussion und nimmt auch im Talk noch einmal Stellung. Bernd legt sich derweil fest – Köllner bleibt bei den Löwen!
Neben dem Trainer sind auch die Spieler im Fokus. Zehn Verträge laufen aus und einige Namen wie Rieder, Vrenezi, Jakobi oder Sorge (alle ehemals Türkgücü) sind bereits gefallen. Wer den TSV 1860 verstärken wird, ist natürlich noch nicht gewiss – aber über die potentiellen Zugänge wird trotzdem schon einmal diskutiert.

Das nächste Spiel: der TSV 1860 auswärts beim MSV Duisburg

Bei einem Punktgewinn am Sonntag können diese Namen allerdings noch nicht helfen, das müssen die aktuellen 29 Löwen alleine hinbekommen. Der TSV 1860 München reist vier Spieltage vor Schluss zum MSV Duisburg und braucht dringend einen Sieg, um die Chancen auf Platz 4 zu wahren. Die Gastgeber hingegen könnten sich mit drei Punkten endgültig aus dem Abstiegskampf der 3.Liga verabschieden. Es ist also alles angerichtet für ein spannendes Spiel, das Christian und Jan im Gästeblock vor Ort verfolgen werden. Die Vorfreude bei den beiden ist schon jetzt deutlich vorhanden und abschließend das Thema in Folge 55.

Der sechzger.de Talk Nummer 55 als Video und Podcast

Ob Video oder Audio – den sechzger.de Talk gibts für Auge und/oder Ohr. Um keine Folge zu verpassen, könnt Ihr uns natürlich gerne auf YouTube bzw. diversen Podcast-Plattformen abonnieren:

Selbstverständlich freuen wir uns auch über jede positive Bewertung, über Kommentare und über Eure Verbesserungsvorschläge.

1. FC Magdeburg – TSV 1860: Live-Übertragung im BR und MDR

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Titelbild Tsv 1860 Live Im Free Tv 1200x628 Löwen MagentaSport BR SWR
sechzger.de berichtet über die Free-TV Spiele (Fernsehen und Online-Stream) des TSV 1860 München.

Wie wir bereits berichteten, beginnt heute Mittag der Vorverkauf für das Match des TSV 1860 beim designierten Aufsteiger aus Magdeburg. Nun gibt es auch gute Nachrichten für diejenigen, die nicht nach Sachsen-Anhalt fahren wollen. Das Spiel wird am 07.05. (14 Uhr) im BR und MDR live übertragen.

1. FC Magdeburg – TSV 1860 live im BR und MDR

Während der FCM bis dahin als Aufsteiger feststehen dürfte, geht es für die Löwen womöglich noch um wichtige Punkte im Kampf um Rang 4. Mit dieser Platzierung wäre der TSV 1860 erneut für den DFB-Pokal qualifiziert. Durch das Halbfinal-Aus im Toto-Pokal in Aubstadt ist dies die einzige Möglichkeit, nächste Saison wieder im Konzert der Großen mitzuspielen.

In der Spielzeit 2020/21 zeigten die Löwen in Magdeburg eine ihrer besten Saisonleistungen und zerlegten die Gastgeber nach allen Regeln der Kunst. Lex, Salger und Steinhart sorgten für einen überragenden 3:0-Auswärtssieg in der MDCC-Arena.

Die Löwen am Wochenende: U17 des TSV 1860 kämpft gegen Abstieg

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TSV 1860: Die Löwen am Wochenende

Am vergangenen Spieltag verpasste es die U17 durch eine Niederlage gegen Eintracht Frankfurt, vorzeitig aus eigener Kraft den Abstieg aus der Bundesliga zu vermeiden. Die nächste Chance dazu bietet sich am Samstag in Darmstadt. Ein Punkt muss her, dann sind die Junglöwen auch in der kommenden Saison in der B-Junioren-Bundesliga vertreten.

U17 des TSV 1860 kämpft gegen Abstieg

Mit 23 Punkten rangieren die Löwen aktuell drei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz, den derzeit der 1. FC Kaiserslautern innehält. Da die Pfälzer jedoch schon jetzt die bessere Tordifferenz aufweisen, wäre ein Punktgewinn des TSV 1860 beim SV Darmstadt 98 (9. der Tabelle) wichtig. Lautern empfängt zeitgleich den bereits abgestiegenen 1. FC Heidenheim. Auch der FSV Frankfurt hat noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Die Hessen sind beim FC Bayern jedoch klarer Außenseiter und müssen auf die Löwen nicht nur drei Punkte, sondern auch drei Tore aufholen. Kann die U17 des TSV 1860 mit Neu-Nationalspieler Lukas Reich den Abstieg am letzten Spieltag abwenden? Wir drücken die Daumen!

U19, Dritte und Vierte peilen Aufstieg an

Ebenfalls in die Bundesliga will die U19 hat den Aufstieg nach den Siegen zuletzt selbst in der Hand. Am Samstag Nachmittag soll gegen den Würzburger FV der nächste Schritt in Richtung Erstklassigkeit folgen.

Die nächsthöhere Spielklasse streben auch die 3. und 4. Mannschaft des TSV 1860 an. Hierzu sind am Wochenende Siege gegen den SV Stadtwerke (Dritte) bzw. den FC Sportfreunde (Vierte) notwendig.

Die Spiele im Überblick

Donnerstag, 21.04.

12.00 Uhr: U12 – SpVgg SV Weiden U13 -:-

Freitag, 22.04.

10.00 Uhr: Bayern-Auswahl – U15 -:-
15.30 Uhr: FC Coburg U14 – U13 -:-

Samstag, 23.04.

13.00 Uhr: SV Darmstadt 98 – U17 -:-
15.00 Uhr: 4. Mannschaft – FC Sportfreunde -:-
16.00 Uhr: U19 – Würzburger FV -:-
17.00 Uhr: 3. Mannschaft – SV Stadtwerke -:-

Sonntag, 24.04.

11.00 Uhr: U16 – SSV Jahn Regensburg -:-
13.00 Uhr: MSV Duisburg – Profis -:-

Wappen des TSV 1860 in Rumänien und den Niederlanden plagiiert

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Cs Atletic Drobeta Mzc 11 Wappen 1860

Der Löwe im Wappen des TSV 1860 ist ein markantes Merkmal des Vereins aus Giesing. Nicht umsonst wurde das Wappen des TSV 1860 vom britischen Magazin FourFourTwo unter die besten 100 Logos in der bunten Welt des Fußballs gewählt. Besonders beeindruckt zeigte man sich scheinbar in Rumänien und den Niederlanden, wo sich zwei Vereine des 1860-Löwen bedienten. Ob man darüber bei der KGaA und der Merchandising GmbH sonderlich begeistert ist?

Das Wappen des TSV 1860 in Rumänien

In seiner aktuellen Ausgabe stellt das überaus lesenswerte Zeitspiel-Magazin in der Rubrik “Original + Original” die Wappen des TSV 1860 und des rumänischen Clubs CS Atletic Drobeta gegenüber. Und siehe da: Viele Unterschiede sind nicht zu erkennen! Ob sich die Damen und Herren vom Balkan darüber bewusst sind, dass das verwendete Symbol auf den Münchner Stadtgründer Heinrich den Löwen zurückgeht? Und ob ihnen klar ist, dass der Schweif des Löwen doppelt verschlungen ist, um ihn von der Löwenbrauerei abzugrenzen? Wie dem auch sei: Es ist davon auszugehen, dass die Nutzung seitens der KGaA bzw. der Merchandising GmbH des TSV 1860 nicht freigegeben wurde.

Der Löwe in den Niederlanden

Auch in den Niederlanden erfreut sich das Wappen der Löwen offenbar großer Beliebtheit. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass sich der MZC ’11 mit dem Löwen schmückt, auch wenn die Farbwahl des Logos etwas gewöhnungsbedüftig ist.

Wir haben beide Vereine bereits Ende 2021 angeschrieben, um etwas über die Beweggründe für die Wahl des Wappens zu erfahren, warten jedoch leider bis heute auf eine Antwort…

Sechzig um Sieben: Türkgücü-Quartett als Verstärkung für den TSV 1860?

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Sechzig um Sieben beim TSV 1860 München

Drei Tage vor dem nächsten Auswärtsspiel und vier Spieltage vor Saisonende werden immer mehr Gerüchte in der Öffentlichkeit diskutiert. Mit Jakobi, Vrenezi und Sorge sind drei weitere Spieler beimTSV 1860 München im Gespräch, die zuletzt bei Türkgücü unter Vertrag waren. Diese und alle weiteren Meldungen des gestrigen Tages gibt es nun zum Start in den heutigen Donnerstag in der Übersicht.

Tickets für Magdeburg ab 12:00 Uhr

Für das letzte Auswärtsspiel der aktuellen Spielzeit startet der Verkauf von Tickets am heutigen Tag. Ab 12:00 Uhr sind Karten für den Gästeblock erhältlich. Zunächst haben die Mitglieder die Chance, Karten zu erwerben (maximal zwei Stück). Gespielt wird am Samstag, den 7.Mai um 14:00 Uhr.

Eindrücke von der Mittwochseinheit

Relativ spontan war ein Mitglied unserer Redaktion gestern bei der Trainingseinheit der Löwen anwesend und nutzte die Gelegenheit, um ein paar Schnappschüsse einzufangen. Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen.

Kommentar zur Zukunft von Michael Köllner

Teil von Gerüchten ist momentan auch der Trainer. Obwohl Köllner eigentlich noch einen Vertrag beim TSV 1860 hat, ist dennoch eine Diskussion am Laufen. Ein Bekenntnis seinerseits zu einem Verbleib in München gab es zuletzt nicht – und das braucht es auch nicht, findet Christian Jung in seinem Kommentar.

Mehrere ehemalige Türkgücü-Spieler beim TSV 1860 im Gespräch

Nachdem bei Tim Rieder offenbar schon so gut wie alle Details geklärt sind, will die Abendzeitung erfahren haben, dass weitere ehemalige Spieler von Türkgücü beim TSV 1860 auf der Liste stehen. Namentlich werden Albion Vrenezi, Luis Jakobi und Alexander Sorge genannt. Im gleichen Atemzug wird berichtet, dass sich die Wege mit Dressel, Linsbichler und Biankadi wohl trennen werden. Sie sind drei von insgesamt zehn Spielern, deren Verträge im Sommer enden.

Stefan Lex vor Karriereende

Nicht davon betroffen ist der aktuelle Kapitän Stefan Lex. Sein Vertrag läuft noch bis 2023 und geht es nach dem Spieler, wird dieser auch nicht darüber hinaus verlängert. Der 32-Jährige spielt mit dem Gedanken, seine Karriere nach der Saison 2022/23 zu beenden.

Dreiteiliger Bericht aus der Ukraine

An Fußball ist im Krieg momentan überhaupt nicht zu denken. 2012 war das allerdings noch ganz anders, die EM wurde in der Ukraine ausgetragen. Gastautor Stefan war zu Besuch in dem Land und schildert in drei Teilen seine Eindrücke von vor Ort. Hier geht es zu Beitrag Nummer 1.

Vor 37 Jahren: Sieg in der Bayernliga gegen Bamberg

Noch länger zurück liegt der Rückblick nach Bamberg in das Jahr 1985. Bayernliga war damals die Realität, mit der sich die Löwenfans konfrontiert sahen. Es ging auswärts zum 1.FC 01 Bamberg und nach Abpfiff gab es Grund zum Jubeln.

TSV 1860 II siegt erneut

Zurück in das Hier und Jetzt: Die zweite Mannschaft der Löwen war gestern im Einsatz und konnte sich in einer turbulenten Nachspielzeit einen knappen Auswärtssieg beim TSV Schwabmünchen sichern. Tragische Figur dabei war Jeremie Zehetbauer, der zunächst einen Treffer erzielte und dann vom Platz flog. Als nächstes geht es zum TSV 1882 Landsberg, gespielt wird parallel zum Heimspiel der Profis gegen den TSV Havelse am 30.April.

Box-Löwin im EM-Finale

Aktuell findet in Bulgarien die U19 Europameisterschaft beim Boxen statt. Jessica Vollmann vom TSV 1860 München hat dabei sensationell das Finale erreicht und kämpft als erste Löwin überhaupt um den Titel. Weiter geht es bereits heute ab 16:00 Uhr, wir drücken alle vorhandenen Daumen!

 

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News aus der 3.Liga

Rechenspiele vor dem 35.Spieltag

Noch vier Spieltage sind zu spielen, weitere Entscheidungen in Sachen Auf- oder Abstieg könnte es bereits am kommenden Wochenende geben. Bei diversen Überlegungen von der liga3-online Redaktion gibt es zwei recht konkrete Fälle. Sollte Magdeburg sein eigenes Spiel gegen den FSV Zwickau am Sonntag gewissen, ist der 1.FCM mit Sicherheit aufgestiegen und darf in der 2.Bundesliga antreten. Am anderen Ende der Tabelle müssen die Würzburger Kickers unbedingt gegen Konkurrent Viktoria Berlin gewinnen – sonst geht es eine Etage tiefer in der Regionalliga Bayern weiter.

Bayernliga Süd: U21 des TSV 1860 siegt beim TSV Schwabmünchen

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TSV Schwabmünchen TSV 1860 U21

Die Erfolgsserie der Löwen-U21 geht weiter. Auch der Tabellenletzte TSV Schwabmünchen konnte den Lauf des TSV 1860 nicht bremsen und musste sich der Schmöller-Truppe mit 1:2 geschlagen geben.

Zehetbauer trifft und fliegt

Nach zuletzt acht Spielen ohne Niederlage reisten die Löwen als klarer Favorit zum designierten Absteiger. Dieser musste auf Ex-Profi Djordje Rakic verzichten, der nicht im Kader stand und laut Zuschaueraussagen seinen Vertrag bereits wieder aufgelöst hat. Bereits nach zwei Minuten klingelte es dann auch schon im Kasten der Gastgeber. Jeremie Zehetbauer sorgte für die früher Führung des TSV 1860 in Schwabmünchen und die Dinge schienen ihren Lauf zu nehmen.

Danach machten es sich die Löwen jedoch schwer als notwendig. Torschütze Zehetbauer sah in der 19. Minute Gelb und nach einer guten halben Stunde gar Gelb-Rot. Die U21 des TSV 1860 musste fortan also in Unterzahl agieren.

TSV 1860 U21 siegt in Schwabmünchen

In der zweiten Hälfte wogte das Spiel hin und her, doch als sich alle schon mit dem Sieg der Löwen abgefunden hatten, schlugen die Gastgeber doch noch zu. In der Nachspielzeit sorgte Prushi für den vielumjubelten Ausgleich für den Tabellenletzten.

Aber noch war nicht Schluss und das letzte Wort hatten die Löwen! Quasi mit dem Schlusspfiff erzielte Colin Beutel das 1:2 und so entführte die U21 des TSV 1860 doch noch drei Punkte aus Schwabmünchen. Durch den Sieg kletterte die Mannschaft von Trainer Frank Schmöller in der Tabelle auf Platz 7.

Tickets für Magdeburg – TSV 1860 ab morgen 12:00 Uhr erhältlich

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1. FC Magdeburg
1. FC Magdeburg

Ab dem morgigen Donnerstag sind für Mitglieder des TSV 1860 München Tickets für das Auswärtsspiel beim 1. FC Magdeburg erhältlich.

Tickets für die Partie Auswärts beim 1. FC Magdeburg am Samstag, 7. Mai 2022

Los geht der Verkauf um 12 Uhr. Zunächst sind nur Karten für Mitglieder erhältlich. Es gibt die Auswahl zwischen Stehplätzen (15,00 €) und Sitzplätzen (18,00 €). Jedes Mitglied kann maximal zwei Tickets für das Spiel in Magdeburg erwerben. Karten gibt es im Onlineshop der Löwen.

 

Groundhopping Ukraine: Europameisterschaft 2012 (Teil 3)

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In Kharkiv hatte Stefan den 2:1-Sieg der deutschen Elf gegen die Niederlande mitverfolgt und reiste anschließend weiter in die Hauptstadt Kiew. Viel Spaß mit Teil 3 des Groundhopping Trips durch die Ukraine! Nochmal der Hinweis: Der Bericht wurde bereits vor der russischen Invasion erstellt. Die verwendeten Städtenamen entsprechen der damals gültigen Bezeichnung, welche üblicherweise an die russische Nennung angelehnt sind. Die korrekte – ukrainische – Schreibweise der Städte lautet Lwiw, Kyiv, Charkiw und Donezk.

England – Schweden 3:2
15. Juni 2012, Olympiastadion Kiew
Vorrunde Gruppe D

Nach einer erneut kurzen Nacht kam ich ziemlich früh in der Hauptstadt Kiew an und warf dort meine Sachen erneut in ein Guerilla-Hostel, dieses Mal im Keller eines Wohnbunkers in einem Vorort.

Bei der dritten Station meiner Reise bemerkte ich zum ersten Mal die Veränderung: Es sprachen wieder mehr Leute Englisch, in der Innenstadt gab es mehr Fast-Food-Ketten und auch die Architektur erschien nicht mehr so „klobig kommunistisch“. Obwohl Kiew eine wunderschöne Stadt ist, bemerkte ich, wie sehr ich vom Osten weg, sprichwörtlich in Richtung Westen gefahren war.

In Kiew war die gesamte Innenstadt zur Fanzone umfunktioniert worden und reichte vom Olympiastadion „Національний спортивний комплекс «Олімпійський» bis zum „Platz der Unabhängigkeit“, dem Majdan Nesaleschnosti. Auch die umliegenden Bars und Kneipen wurden in die Fanmeile integriert.

Protestcamp in der Fanzone

Mitten in der Fanzone befand sich außerdem das Protestcamp der politischen Opposition, in dem unzählige Anhänger von Julija Tymoschenko für deren Freilassung demonstrierten. Nach ein paar Gesprächen wurde mir sogar ein T-Shirt mit ihrem Konterfei geschenkt. Allerdings wurde mir geraten, es nicht zum Spiel anzuziehen.

Die etwa anderthalb Kilometer lange Prachtstraße „Kreshatyk“ war voll mit Fußballfans aus aller Welt. Auf der einen Seite standen die Schweden und soffen und sangen, auf der anderen Seite standen die Engländer und soffen. Und zwischendrin standen Deutsche, Russen, Ukrainer und sonstige Leute aus der ganzen Welt – und soffen und sangen. Es war ein gigantisches, tolles und friedliches Fest. Auch ein starker Regenschauer änderte nichts an der Feier, im Gegenteil: Er verursachte nicht nur eine Spielverschiebung um eine Stunde, sondern auch einen Stromausfall. Ein Straßenkünstler hat die plötzliche Stille genutzt, sich mit seiner Gitarre auf eine Bierbank gestellt und „Wonderwall“ von Oasis angestimmt. Gefühlt die ganze Straße hat mitgesungen und sich danach wieder friedlich dem Bier gewidmet. Engländer und Schweden auf einem Fleck zusammen in der Ukraine. Friedlich und absolut geil!

Schwedische Fans Vor Dem Match
Schwedische Fans vor dem Match

Fußball verbindet

Der Unabhängigkeitsplatz Maidan ist von mehreren stalinistischen Gebäuden eingerahmt. Am südlichen Ende befindet sich das berühmte Hotel Ukrajina. Ich sitze mit meinen neuen Freunden von Aston Villa am Straßenrand und wir feiern mit Tausenden anderen Menschen ein Fußballfest. Wenige Monate später – im Dezember 2013 – wird der Maidan Schauplatz schwerer Gefechte zwischen Regierungstruppen und der Opposition. Über 80 Menschen verloren an diesem Ort ihr Leben beim Versuch, die Ukraine noch weiter Richtung Westen zu lenken. Die Gefechte am Maidan gipfelte in der Annexion der Krim durch Russland und werden im Osten der Ukraine bis heute weitergeführt.

Für mich ist Fußball ein Sport, der Menschen zusammenbringt. „Fußball verbindet“, sagt mein alter Freund Woife bei jeder sich bietenden Möglichkeit und er hat Recht damit. Das große Fest bei diesem Spiel der EM 2012 an diesem Ort ist eines der besten Beispiele dafür, wie gut es der Sport schafft, Menschen gemeinsam feiern zu lassen. Er bringt Kulturen und Völker zusammen, denn über alle Vereinsfarben hinweg sind Fußballfans in ihrer Freude und in ihrer Trauer (über ein verlorenes Spiel) überall gleich. Der Tag am Maidan war einer der schönsten in meinem Fanleben. Und er wurde durch die Bilder, die Monate später in der Tagesschau gezeigt wurden, umso einprägsamer: Politische Wirrungen und Konflikte bringen Menschen immer wieder gegeneinander auf und schüren Hass und Neid. Es ist der Fußball, der sie immer wieder zusammen bringt und gemeinsam feiern oder trauern lässt. Für solche Tage wie den 15. Juni 2012 liebe ich den Fußball.

20.000 Schweden in Kiew

Relativ spät erst bewegte ich mich zum Olympiastadion. Seinen Namen hat die für 70.000 Leute generalsanierte Schüssel daher, weil sie 1980 bei den Olympischen Spielen von Moskau Austragungsort des Fußballturniers war. Zwei Wochen später fand zudem in diesem Stadion das Finale der EM zwischen Italien und Spanien statt.

Schweden durfte als Gruppenkopf alle Spiele in Kiew austragen, daher hatten auch mehr als 20.000 schwedische Anhänger in der Stadt ihr Lager aufgeschlagen. England war mit etwa 3.000 Leuten angereist.

Die Stimmung beim Spiel war einfach bombastisch. Die englischen Fans gaben ihr gesamtes Gesangsrepertoire zum Besten, wurden aber regelmäßig von den Schweden (alle ausnahmslos in gelb gekleidet) übertönt. Was ziemlich geil ist, und was ich sonst noch nirgends erlebt habe: Schwedische Fans warten erst ab, was der Gegner singt, und singen dann dasselbe Lied weiter. Nur in ihrer Sprache und viel lauter. Nicht nur einmal wurde so den Engländern gezeigt, wo der Bartl an Most holt.

Siegesgewisse Engländer Stimmen Sich Ein
Siegesgewisse Engländer stimmen sich ein

England setzt sich knapp durch

Auch auf dem Platz ging der Punk ab: England hatte erst einen Punkt, Schweden noch gar keinen. Beide benötigten also unbedingt einen Sieg, um im Turnier zu bleiben, und so war das Spiel kampfbetont und intensiv. England führte zur Halbzeit 1:0, Schweden lag in der Sechzigsten mit 2:1 vorne, England schoss 10 Minuten vor Ende das 3:2, was die mitgereisten Fand total zum Ausrasten brachte. Mein Kumpel Kevin erzählt heute noch davon, dass er gar nicht weiß, wie er nach dem Tor plötzlich auf die Laufbahn des Stadions gelangen konnte.

Schweden war also raus und die Elf von Roy Hodgson war weiter im Turnier. Die Party in der Innenstadt sollte jetzt so richtig starten. Leider konnte ich den darauffolgenden Tag nicht zum Sightseeing nutzen, denn ich wurde schon früh von Leschi mit den Göppinger Löwen in seinem Auto aufgegabelt. Den Rest der Strecke nach Lviv legte ich nicht im Zug zurück, sondern bequemer im PKW. Aber ich werde ja – so Jogi will – in zwei Wochen wieder zum Finale hier sein und mir dann in Ruhe die Stadt ansehen.

Über Lviv nach Warschau

Auf dem Rückweg habe ich mir noch das deutsche Spiel gegen Dänemark in Lviv (habsburgerisch: Lemberg) und das Halbfinale gegen Italien in Warschau angesehen, aber auf die will ich jetzt nicht im Detail eingehen. Bis heute habe ich es aber ärgerlicherweise nicht wieder nach Kiew geschafft. Wobei mich die Stadt weiterhin fasziniert. Und ich vor allem unbedingt auch mal in die Todeszone von Tschernobyl fahren will, die mit einem Tagesausflug zu erreichen ist.

Auf der Weiterfahrt habe ich mir dann auch noch das Gruppenspiel der Deutschen gegen Dänemark in Lviv (habsburgerisch: „Lemberg“) angesehen, und bin auch noch zusammen mit Robert und Stefan zum Halbfinale gegen Italien nach Warschau – dem berühmten Spiel mit dem Muskelprotz Balotelli. Aber das sind andere Geschichten und sollen wann anders erzählt werden.

Teil 1
Teil 2
Teil 3 (dieser Artikel)

Groundhopping mit Stefan

Stefan berichtet von seinen Reisen zu Fußballspielen in aller Welt. Die Vorstellung von ihm und einige ausgewählte Fußballreisen findet ihr hier.

Hier die Reiseberichte von Stefan, die bislang auf sechzger.de veröffentlicht wurden:

Groundhopping Bukarest / Rumänien – Stadionul Dinamo – Bericht hier
Groundhopping Mazedonien bzw. Nordmazedonien -Bericht hier
Groundhopping Armenien in Jerewan – Bericht hier
Groundhopping Thailand in Bangkok – der Bericht

Der Maidan In Kyiv
Der Maidan in Kyiv

Impressionen vom Mittwochs-Training

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15 Grad Celsius, strahlend blauer Himmel – so lässt es sich aushalten in der Landeshauptstadt München. Auch für Michael Köllner und seine Löwen, die sich heute am späten Vormittag zu einer weiteren Trainingseinheit zur Vorbereitung auf das Spiel in Duisburg am Sonntag (13 Uhr – im sechzger.de Liveticker) zusammenfanden. Weniger erfreulich: Richard Neudecker fehlte am Trainingsplatz.
Wir haben ein bisschen zugeschaut und ein paar Impressionen für Euch eingefangen:

 

Groundhopping Ukraine: Europameisterschaft 2012 (Teil 2)

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Groundhopping Ukraine Europameisterschaft 2012 Deutschland Holland Kharkiv

Nachdem Stefan in Teil 1 seines Grundhopping Trips durch die Ukraine in Donezk Station gemacht hatte, ging es anschließend weiter nach Kharkiv. Dort traf die deutsche Elf auf den orangenen Nachbarn aus den Niederlanden. Und nicht vergessen: Der Bericht wurde bereits vor der russischen Invasion erstellt. Die verwendeten Städtenamen entsprechen der damals gültigen Bezeichnung, welche üblicherweise an die russische Nennung angelehnt sind. Die korrekte – ukrainische – Schreibweise der Städte lautet Lwiw, Kyiv, Charkiw und Donezk.

Deutschland – Holland 2:1
13. Juni 2012, Metalist-Stadion Kharkiv
Vorrunde Gruppe B

23° Celsius zeigt die Bahnhofsuhr im ukrainischen Kharkiv schon um 5 Uhr morgens. Es wird ein verdammt heißer Tag werden, an dem die deutsche Elf auf den „Erzfeind“ aus Holland trifft. Zwei Jahre zuvor stand die Elf von Bert van Marwijk (mit ihren Stars van der Vaart, van Bommel und Robben) in Südafrika im Finale gegen Spanien, hat aber bei der laufenden EM sein Auftaktspiel gegen Dänemark überraschend mit 1:0 verloren. Als Gruppenkopf dürfen die Niederlande alle Spiele in Kharkiv austragen, demzufolge haben sich schon Tausende niederländische Schlachtenbummler in der Stadt eingenistet. Eine Unterkunft zu finden ist wieder schwer, letztendlich habe ich aber ein Bett in einer Studenten-WG gefunden, die ihre Wohnung zur EM kurzerhand zum Guerilla-Hostel umfunktioniert hat. Nicht wenige ganz normale Wohnungen werden in dieser Zeit zu Unterkünften für Fußballfans aus der ganzen Welt, aber ein WC und eine Dusche für 30 Leute ist auch für den erfahrenen Reisenden nahe an der Schmerzgrenze.

Kharkivs größte Sehenswürdigkeit ist der „Freiheitsplatz“. Europas größter Stadtplatz ist so groß wie zwölf Fußballfelder, und beherbergt die „UEFA Fanzone“. Fanzonen sind Erfindungen der großen Verbände UEFA und FIFA. Sie sollen während der Turniere die Fans bei lauter Musik und Sponsoren-Bier dazu animieren, richtig viele Fanartikel zu kaufen. Was an manchen Orten vielleicht eine ganz nette Idee sein kann, wirkt an dieser Stelle absolut surreal: Unter den wachsamen Augen einer riesigen Statue von Lenin versammeln sich tausende – in orange gekleidete – Menschen, trinken Budweiser Bier und grölen zu Musik vom Band.

Der Bahnhof von Kharkiv (Ukraine)
Der Bahnhof von Kharkiv (Ukraine)

Fanrekrutierung auf Reisen

In praller Mittagshitze sind noch kaum andere deutsche Fans auszumachen und so ziehen wir uns in naheliegende Pubs mit viel Sonnenschutz zurück und fangen langsam an, uns für das Spiel warm zu trinken. Im Zug habe ich Steffen aus Hannover kennengelernt und zusammen haben wir immer mehr andere Fans aufgegabelt, mit denen es eine lustige Runde wird. Irgendwann stellt uns der Wirt eines Irish Pubs sogar ein Fass Bier auf den Tisch. Steffen aus Hannover besucht aufgrund unseres Kennenlernens mittlerweile viele Löwenspiele und so ist unser Treffen ein gutes Beispiel dafür, dass Fußball über Vereinsgrenzen hinweg immer für Freundschaften und tolle Verbindungen sorgt.

Rund ums Stadion werden die deutschen Fans immer mehr und immer gesangsfreudiger, während die Unmengen an orangen Menschen dem übermäßigen Alkoholkonsum in praller Sonne Tribut zollen müssen. Im Stadion ist von den Feierbiestern nichts mehr zu hören. Auf den Rängen wie auf dem Platz geben die Deutschen den Ton an und das Spiel geht verdient mit 2:1 an die Elf von Jogi Löw. Auch das Metalist-Stadion in Kharkiv wurde für die EM generalsaniert: Mit Laufbahn und vollüberdacht gibt es in Deutschland meiner Meinung nach nichts Vergleichbares für etwa 40.000 Menschen. Der Heimverein Metalist Kharkiw spielt in diesem Stadion regelmäßig Europacup und durfte unter anderem 2013 Rapid Wien begrüßen. Außerdem nutzt das bereits bekannte Schachtar Donezk das Stadion als Ausweichstadion.

Kharkiv Ukraine
Die Innenstadt von Kharkiv

Holland fährt nach Hause

Wie viele deutsche Fans letztendlich beim östlichsten EM-Spiel der Nationalmannschafts-Geschichte anwesend waren, lässt sich nicht mehr festhalten, da aufgrund der unorganisierten Ticketvergabe viele Ukrainer in den deutschen Blöcke saßen. Geschätzt? Ich würde sagen 5.000. Nach dem 2:1-Sieg ist Holland ausgeschieden, während Deutschland nur noch 1 Punkt fürs Viertelfinale fehlt. Das nächste Spiel gegen Dänemark ist in Lviv an der polnischen Grenze.

Völlig erschöpft ging es zurück ins Guerilla-Hostel, wo ich mit Fußballfans aus Kanada ins Gespräch kam, die extra zum Turnier angereist waren. Den nächsten Tag nutze ich noch einmal für Sightseeing und werde von der freundlichen Masha von der Fanbotschaft in Kharkiv begleitet. Dankeschön.

Freundliche russische Hooligans

Die nächste Nachtzugreise führt mich in die Hauptstadt Kiew und ich bin schon auf meine Abteilgesellschaft gespannt: Heute sind es drei russische Hooligans aus St. Petersburg. Am Vortag zu unserem Spiel nämlich traf Russland in Warschau auf Polen, was schwere Ausschreitungen mit sich brachte. Die drei Herren, die ich in die Kategorie Bulldozer verortete, entschieden sich also kurzerhand nach Polen zu fahren, um die Dinge wieder „geradezurücken“.  Ich entschied mich dazu, den Dreien schnell mitzuteilen, dass von mir (Sorte: Handtuch) keine Gefahr ausging, und wir tranken trotz sprachlicher Differenzen schnell Nastrowje auf die Friendship! Schon wieder eine durchzechte Nacht. Oh Fußball, wie ich dich liebe!

Teil 1
Teil 2 (dieser Artikel)
Teil 3

Russische Hooligans Im Zug
Russische Hooligans im Zug