Das Wintertransferfenster ist offen. Noch gibt es keine Winterneuzugänge bei unserem TSV 1860 München. Gerüchteweise wird der ein oder andere Spieler allerdings bei den Löwen als Neuzugang gehandelt. Zum Beispiel Pascal Sohm oder auch Philipp Hosiner (beide Dynamo Dresden), der ja schon auf eine Vergangenheit bei den Löwen zurückblicken kann.
Brauchen die Löwen einen Stürmer?
Aber ist ein Stürmer wirklich das, was der TSV 1860 München in der momentanen Situation brauchen kann? Nach dem Abgang von Sascha Mölders, dem Torschützenkönig der vergangenen Saison in der 3. Liga, steht die Frage im Raum, ob die Löwen einen adäquaten Ersatz für ihn brauchen. Nach den Leistungen von Stefan Lex und Marcel Bär in den letzten beiden Spielen vor der Winterpause und im Test gegen Rostock sehe ich eigentlich keine Notwendigkeit für einen direkten Mölders-Ersatz. Mit Tim Linsbichler und Lorenz Knöferl hängen zwei junge Talente in der Warteschleife, die einen Ausfall von Lex oder Bär kompensieren könnten. Zudem haben wir mit Neudecker und Biankadi zwei Mittelfeldspieler, die durchaus auch als torgefährlich bezeichnet werden dürfen.
Ein Blick auf’s Mittelfeld
Im Mittelfeld besteht meiner Ansicht nach ebenfalls kein Bedarf für Verstärkungen. Dort haben wir genügend Spieler, die als gut bis sehr gut eingestuft werden können. Außerdem besteht auch ein großes Reservoir an möglichen Nachrückern für den Verletzungsfall.
Handlungsbedarf in der Verteidigung
Anders sieht es hingegen in der Abwehr aus. Während die Außenpositionen gut besetzt sind, fehlt in der Innenverteidigung nach der Systemumstellung auf die Dreierkette ein Spieler für die Stammelf oder die Ersatzbank. Aber der Reihe nach: In der Außenverteidigung gibt es – wie gesagt – keinen Bedarf. Auf den Außenpositionen haben Dauerbrenner Phillipp Steinhart und als Ersatz auf dieser Seite Fabian Greilinger (links) sowie rechts Marius Willsch oder bei Bedarf Yannick Deichmann (der diese Position fast die komplette Hinrunde mit Bravour gespielt hat) ihre Aufgaben in den letzten Spielen vor der Winterpause gut gelöst.
Falls weiterhin mit drei Innenverteidigern gespielt werden soll, fehlt ein Innenverteidiger, der im Verletzungsfall oder bei einer Sperre einspringen kann oder dort sogar Stammspieler wird. Die Innenverteidigung mit Niki Lang und Semi Belkahia auf den Positionen des rechten und linken Innenverteidigers sehe ich als noch ein wenig zu unerfahren im Aufstiegsrennen an (das ich definitiv noch nicht abgehakt habe). Salger als Abwehrchef im Zentrum der Dreierkette ist natürlich gesetzt. Der 17-jährige Leandro Morgalla ist zweifelsohne ein großes Talent, muss aber behutsam an die 3. Liga herangeführt werden.
Mögliche Winterneuzugänge bei 1860 für die Abwehr
Was für Spieler holt man also in der momentanen Situation zur Verstärkung? Und was gibt der Transfermarkt im Winter überhaupt her? Entweder man leiht ein Talent von einem höherklassigen Verein aus, das dann Lang oder Belkahia ersetzt, aber möglicherweise dem Druck des Aufstiegskampfes nicht gewachsen ist. Oder man schaut sich nach einem günstigen älteren Spieler um, der in seinem Team nur sporadisch zum Einsatz kam. Da gäbe es für mich beispielsweise folgende Kandidaten.
Sebastian Mai
Blicken wir als erstes wie bei Sohm (der voraussichtlich zu Waldhof Mannheim wechselt) oder Hosiner in die sächsische Landeshauptstadt. Sebastian Mai kommt nach dem Aufstieg in die zweite Liga nicht bzw. kaum noch zum Zug. Acht Saisonspiele stehen für den 1,95 m großen Hünen zu Buche. Dabei spielte er nur zweimal über die vollen 90 Minuten. Seine Qualitäten als Abwehrrecke in der 3. Liga hat er letztes Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit einem Marktwert von 325.000 € ist er selbst dann bezahlbar, wenn Dresden den vollen Preis erzielen möchte. Davon sollte man allerdings nicht ausgehen, denn sein Vertrag läuft im Sommer aus. Mit knapp 70% gewonnener Defensivzweikämpfe in der letzten Saison, 60% Erfolgsquote bei Kopfballduellen und einer Passgenauigkeit von 82% und seinem guten Stellungsspiel, das ihm letzte Saison half, 147 Pässe des Gegners abzufangen, wäre er sicherlich eine Bereicherung. Seine Erfahrung als Führungsspieler in der 3. Liga ist ein zusätzlicher Pluspunkt.
David Gugganig
Schauen wir über unsere südliche Grenze nach Österreich finden wir mit David Gugganig einen jungen Innenverteidiger, der mit seinen 24 Jahren nicht mehr als gänzlich unerfahren eingestuft werden kann, aber natürlich kein so erprobter Haudegen wie Mai ist.
Der aktuelle Marktwert von 700.000 € spricht eher nicht für einen dauerhaften Transfer zum TSV 1860. Eine Leihe jedoch könnte für beide Seiten ein Vorteil sein. Gugganig hat zwar zwölf Einsätze in dieser Saison beim Wolfsberger AC zu verzeichnen, davon wurde er allerdings acht Mal in der zweiten Halbzeit eingewechselt, davon vier Kurzeinsätze von weniger als zehn Minuten. Nur vier Mal durfte der 1,90 m große Kärntner von Beginn an Spielen (davon zwei Einsätze über die volle Distanz). Einmal musste er wegen einer geringfügigen Verletzung als Vorsichtsmaßnahme in der 63. Minute vom Platz genommen werden. Ein anderes Mal schickte ihn der Schiedsrichter vorzeitig zum Duschen. Fast 80% gewonnene Defensivduelle und knapp 13 Balleroberungen pro Spiel hat er statistisch gesehen auf der Habenseite. Dazu gesellt sich eine Passgenauigkeit von 85%. Wenn er mit nach vorn geht, spricht seine hohe Schussgenauigkeit für diesen Spieler.
Sebastian Nachreiner
Sebastian Nachreiner, der bei Jahn Regensburg in der laufenden Spielzeit nur acht Einsätze zu Buche stehen hat, ist laut transfermarkt.de für 350.000 € zu haben. Da sein Vertrag noch bis 2023 läuft, könnte der volle Preis verlangt werden. Den Einsatzzeiten nach vermute ich, dass er jedoch nicht unbedingt gehalten werden soll, und daher auch etwas günstiger an die Grünwalder Straße wechseln könnte.
Nachreiner ist ein solider Innenverteidiger, der letztes Jahr noch zum Zweitliga-Stammpersonal des Jahn aus der oberpfälzischen Bezirkshauptstadt gehörte. Der gebürtige Niederbayer sollte sich auch in München schnell einleben und könnte als kleinen Bonus zusätzlich auch den fehlenden Mann in der Schafkopfrunde des TSV 1860 München ersetzen. Seine statistischen Karrierewerte liegen in allen für Defensivspieler relevanten Bereichen über dem Ligadurchschnitt. 65% gewonnene Defensivzweikämpfe, im Schnitt 6 abgefangene Pässen pro Spiel und 80% Passgenauigkeit zusätzlich zu seiner Erfahrung von 122 Zweitligapartien und 117 Drittligaspielen sprächen definitiv dafür, ihn aus Regensburg nach München zu lotsen.
Weitere Kandidaten
Ein weiterer Innenverteidiger, der für einen, wie auch immer gearteten Transfer in Frage gekommen wäre, wäre Marvin Knoll gewesen, der für den FC St. Pauli diese Saison noch gar nicht zum Zug kam, aber durchaus gute Karrierewerte vorweisen kann. Der 31-Jährige unterschrieb jedoch gestern beim abstiegsbedrohten MSV Duisburg.
Interessant wäre auch Marcel Correja vom SC Paderborn 07, der dort diese Saison auch keine guten Karten hat, aber mit 179 Zweitligaspielen und 19 Einsätzen im Oberhaus durchaus die nötige Erfahrung mitbringt.
Auch in der österreichischen Bundesliga finden sich noch weitere interessante Kandidaten, die für einen Transfer an die Grünwalder Straße in Frage kämen. So zum Beispiel Ivan Šaravanja vom LASK, dessen Marktwert zwar bei 700.000 € liegt, dessen Kontrakt jedoch im Sommer ausläuft. Auch Christian Schoissengeyr von der Wiener Austria (Marktwert 250.000 €, Vertrag bis zum Sommer) könnte als Winterneuzugang beim TSV 1860 München hilfreich sein.
Alles Spekulation
Diese Namen sind natürlich reine Spekulation meinerseits. Ob die sportliche Leitung ähnlich denkt wie ich oder ob sie ganz andere Kandidaten/Positionen auf dem Schirm hat, weiß keiner außer den Protagonisten beim TSV 1860. Sollten Köllner und Gorenzel mehr als eine Verstärkung auf dem Schirm haben, wären natürlich Sohm oder Hosiner geeignete Kandidaten. Momentan sehe ich, wenn es systematisch beim 3-5-2 bleibt, aber nur in der Innenverteidigung Bedarf.
Was denkt Ihr? Braucht es überhaupt Verstärkungen? Und wenn ja auf welchen Positionen? Welche Kandidaten seht Ihr da? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!