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Leistungsauswertung 23/24: Mittelfeld Teil 1

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Nachdem am Dienstag der Fokus der Leistungsauswertung auf Tor und Abwehr lag, sehen wir uns heute das Mittelfeld an. Die zentralen Mittelfeldpositionen defensiv wie offensiv liegen für die heutige statistische Auswertung im Fokus.

Die Leistungsauswertung Mittelfeld 23/24 wird zeigen, dass die Mannschaft des TSV 1860 München im Mittelfeldzentrum mehr oder weniger zwei Gesichter zeigte. Hin und wieder blitzte ein drittes kurz hervor, das wurde aber leider nie konstant gezeigt. Die beiden meist zur Schau gestellten Gesichter des Mittelfelds der Sechzger waren einerseits die grundsätzliche Stabilität bei ausreichender Elastizität gegen den Ball und andererseits die konstruktive Gehemmtheit und das sehr statische Auftreten bei eigenem Ballbesitz in der Frühphase.

Nur in wenigen Spielen war bei eigenem Ballbesitz auch im Mittelfeldzentrum genug Bewegung vorhanden, um genügend Unordnung in die gegnerische Defensive zu bringen, sodass man von Spielkontrolle und Dominanz sprechen konnte. In einigen dieser Spiele zog man dann unglücklich den Kürzeren, als Beispiel sei der Auswärtspunkt in Regensburg genannt. Dass man sich für gute Spiele nicht belohnen konnte, war leider oft ein Grund zum Ärgernis.

Nun richten wir den Fokus auf die Spieler des TSV 1860 München, die in den drei Kategorien im Mittelfeldzentrum in den Toplisten der Liga auftauchen.

Leistungsauswertung 23/24 Defensives Mittelfeld

Bester defensiver Mittelfeldspieler bzw. bester Spieler der Sechzger, der auf der Sechs häufig genug eingesetzt wurde, um ins Ranking zu kommen, ist auf Platz 19 Manfred Starke. Er spielte auf der Doppelsechs eher die Rolle des Box to Box Spielers als die des Tiefen Sechsers. Starkes Bilanz muss man – meiner Meinung nach – also eher aus der offensiven als aus der defensiven Perspektive betrachten.

In dieser offensiven Perspektive gelten natürlich andere Bewertungsgrundlagen für die Leistung eines Spielers. Für defensive Mittelfeldspieler sind das folgenden Kategorien:

a) Zweikämpfe pro 30 Minuten gegnerischen Ballbesitzes
b) abgefangene Pässe pro 30 Minuten gegnerischen Ballbesitzes
c) Passgenauigkeit
d) gespielte Pässe pro 90 Minuten
e) geführte Defensivzweikämpfe pro 90 Minuten
f) defensive Zweikampfquote
g) begangene Fouls pro 90 Minuten
h) Balleroberungen pro 90 Minuten
i) Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte pro 90 Minuten
j) Ballverluste in der eigenen Hälfte pro 90 Minuten
k) Laufduelle um freie Bälle

Für offensiver ausgerichtete Mittelfeldspieler, wie es der Box to Box Spieler ist, obwohl er systematisch nominell auf auf der Doppel-Sechs spielt, gelten in meinen Augen die Zahlen, die auch im Zentralen Mittelfeld angewandt werden. Darum werde ich Manfred Starke erst im nächsten Teilabschnitt behandeln.

Schauen wir uns in der Leistungsauswertung 23/24 die beiden anderen Sechser, die genug Spielminuten auf der Uhr haben an, obwohl sie es nicht in die Top 20 geschafft haben. Dies sind Tim Rieder und Marlon Frey.

Leistungsauswertung 23/24 Tim Rieder

Rieder ist mit Platz 23 im Ranking nur knapp an der Top 20 gescheitert. Wenn wir uns Rieders statistische Werte ansehen, so ergibt sich ein durchwachsenes Bild.

Während Rieders Quote bei den abgefangenen Pässen noch als durchschnittlich angesehen werden kann, ist das bei seinem Wert für defensive Zweikämpfe sowohl bei der Zweikampffrequenz als auch bei der Quote für seine Position nicht der Fall. Hier hat Rieder weniger gezeigt als er, wenn man seine Werte in anderen Jahren betrachtet, eigentlich im Stande wäre zu leisten. Sollte Tim Rieder bei den Löwen bleiben, muss er sich vor allem in diesen Kategorien wieder verbessern und dies dann stabilisieren. Was den Spielaufbau bzw. die Spielfortsetzung betrifft, war Rieder vergangene Saison mit für seine Position durchschnittlichen Werten unterwegs.

Passspiel

Im Passspiel hat Tim Rieder pro Spiel vergangene Saison 34 Pässe gespielt. Davon waren zwölf Pässe pro 90 Minuten Vorwärtspässe, fünf Pässe gingen in die entgegengesetzte Richtung und siebzehn Pässe spielte Rieder im Schnitt pro 90 Minuten quer. Das Ganze mit einer Gesamtgenauigkeit 83%. Auf die einzelnen Kategorien aufgeteilt haben wir Quoten von 70% bei den Vorwärtspässen, 96% bei Rückpässen und 91% bei den Querpässen.

Diese Konstellation im Passspiel ist, wenn man die Präzision betrachtet, absolut in Ordnung für die Position. Rieder hatte durchschnittlich 53 Aktionen im Spiel, 34 davon sind wie oben geschrieben Pässe gewesen.

Leider waren es insgesamt aber zu wenig Pässe, die einen offensiven Mehrwehrt gehabt hätten. Das muss sich ändern.

Gegen den Ball

Ich habe oben geschrieben, dass Rieder eine weniger gute Zweikampfintensität und -quote hat – und genau da sind wir nun. Mit fünf Duellen gegen den Ball pro Spiel im Schnitt bei einer Quote von 57% ist das im Kerngeschäft des Sechsers leider zu wenig. Die Quoten bei Luftduellen oder Laufduellen um freie Bälle liegen beide deutlich unter 50%.

Auch die Anzahl der abgefangenen Pässe müsste eigentlich bei Rieder höher sein als sie ist, um die Saisonleistung gegen den Ball mit einem Superlativ zu bezeichnen.

Offensive Duelle

Offensive Einzelaktionen pro Spiel sind bei Rieder mehr oder weniger vernachlässigbar, aber dennoch gehören sie zum vollständigen Bild. Alle progressiven Offensivduelle zusammengenommen, also Dribblings und Laufduelle, führt Rieder im Schnitt zwei pro Spiel; diese absolviert er mit einer Erfolgsquote von 41%. Mit 58% Erfolgsquote ist er im Dribbling deutlich stärker zu bewerten als wenn Geschwindigkeit und Antritt in einem Laufduell gefragt sind.

Fazit zu Rieder

Anhand dieser Werte kann nun jeder die Leistungsauswertung 23/24 bei Rieder für sich bewerten. Für mich ist klar, dass Tim Rieder nicht das gezeigt hat, was er eigentlich kann oder könnte. Es war eine solide Leistung, aber ohne Heldentaten oder Übereifer.

Die Frage, die andere beantworten müssen, ist nun, ob man Rieder zutraut, die Form wieder zu finden, die er in der Vergangenheit schon gezeigt hatte.

Leistungsauswertung 23/24 Marlon Frey

Marlon Frey war für viele einer der Sündenböcke, wenn es bei unseren Sechzgern nicht lief. Sehen wir uns seine Werte in der Leistungsauswertung 23/24 nun im Vergleich mit Rieder einmal an. Ich habe in dem Moment, als ich diese Zeilen schreibe, seit einiger Zeit selbst nicht mehr explizit in Freys Statistik hineingesehen, also bin ich ebenfalls gespannt, wie er im Vergleich abschneidet.

Passspiel

Im Passspiel hat Marlon Frey pro Spiel vergangene Saison 36 Pässe gespielt. Davon waren 13 Pässe pro 90 Minuten Vorwärtspässe, sieben Pässe gingen nach hinten und 16 Pässe spielte er im Schnitt pro 90 Minuten quer. Die Werte sind nahezu deckungsgleich mit denen Rieders. Wie sieht dabei die Genauigkeit aus? Freys Gesamtgenauigkeit liegt bei 81%. Auf die einzelnen Kategorien aufgeteilt haben wir Quoten von 69% bei den Vorwärtspässen, 94% bei Rückpässen und 89% bei den Querpässen. Auch hier liegt Rieder nur jeweils knapp und in meinen Augen vernachlässigbar vorne.

Auch bei Frey ist, wenn man die Präzision der einzelnen Passkategorien betrachtet, aus statistischer Sicht alles in Ordnung für die Position und Rolle. Frey hatte mit durchschnittlich 59 Aktionen im Spiel, wovon 36 auf Pässe ausfielen, etwas mehr pro Spiel zu tun als Rieder. Davon eine höhere Einsatzbereitschaft herzuleiten, würde mir aber nicht einfallen.

Schauen wir einfach auf die anderen Kategorien.

Gegen den Ball

Mit sieben Duellen gegen den Ball pro Spiel im Schnitt bei einer Quote von 56% ist zumindest die Zweikampffrequenz im für Sechser durchschnittlichen Bereich. Die Quote sollte allerdings um einige Prozentpunkte höher liegen. Man muss allerdings hier anmerken, dass sich Freys defensive Zweikampfbilanz in der Rückrunde auf 61% gesteigert hat. Die Quoten bei Luftduellen oder Laufduellen um freie Bälle liegen wie bei Rieder ebenfalls deutlich unter 50%.

Offensive Duelle

Offensive Einzelaktionen pro Spiel sind bei Frey zwar wie bei Rieder vernachlässigbar, aber gehören zum Gesamtbild dazu. Dribblings und Laufduelle versucht Frey rund drei pro Spiel, seine gesamt Erfolgsquote dabei beträgt 37%. Mit 46% Erfolgsquote im Dribbling ist er dabei genau wie Rieder stärker als im Laufduell.

Fazit zu Frey

Auch bei Marlon Frey kann nun jeder diese Daten zur Leistungsauswertung 23/24 Hilfe nehmen, um sein eigenes Urteil zu fällen. Für mich hat man in dieser Saison zwei Gesichter von Frey gesehen. In der Hinrunde war dieses Gesicht nicht wirklich schön anzusehen. In der Rückrunde hat sich das dann gewandelt. Frey hat nach dem Trainerwechsel unter Argirios Giannikis deutlich bessere Spiele gezeigt als in der Hinrunde unter Maurizio Jacobacci.

Leistungsauswertung 23/24: zentrales und offensives Mittelfeld

Leistungsauswertung 23/24 Manfred Starke

Der einzige Spieler, der beim TSV 1860 wirklich die Rolle eines Box to Box Spielers zufriedenstellen ausfüllen konnte, war Manfred Starke. Alle anderen Experimente diese Rolle betreffend scheiterten. Und Starke, der zum Ende der Saison hin nicht mehr zum Stammpersonal gehörte? Wie ist er zu bewerten?

Wie oben schon erwähnt, wird Starke aufgrund der Systematik des 4-2-3-1 im Statistikportal bei den defensiven Mittelfeldspielern eingeordnet, wohingegen die Rolle als Box to Box Spieler eher mit den Kriterien für zentrale Mittelfeldspieler gewertet werden sollte.

Der Box to Box Spieler muss abgesehen von der für Mittelfeldspieler immer wichtigen Fähigkeiten Ballkontrolle und Passgenauigkeit, drei weitere wichtige Fähigkeiten besitzen. Diese wären hohe Laufbereitschaft, offensive Zweikampfstärke und Ballprogressionsfähigkeit sowie defensiver Einsatzwillen.

Passspiel

Die Kriterien, nach denen Starke beim Passspiel bewertet werden sollte, sind das Verhältnis von Vorwärts- zu Quer- und Rückpässen und die Genauigkeit bei den unterschiedlichen Passkategorien dabei.

Mit 24 Pässen pro 90 Minuten, von denen zehn als Vorwärtspässe gespielt wurden und fünf nach hinten, hat Starke mit neun Querpässen ein schlechtes Verhältnis von Querpässen gegenüber Pässen nach vorne. Die Anzahl von Rückpässen ist nicht kritikwürdig.

Mit einer Gesamtgenauigkeit im Passspiel von 74% bei einer Vorwärtspassgenauigkeit von 65%, 74% bei den Quer- und 91% bei den Rückpässen lässt hier die nötige Präzision stark zu wünschen übrig.

Duelle

Den Ball selbst nach vorne zu treiben versucht Starke pro Spiel in direkten Duellen offensiver Natur pro Spiel sechs Mal. Das Verhältnis von Dribblings zu Laufduellen lag dabei etwa bei 2:4. die Erfolgsquote insgesamt bei 50%.

Gegen den Ball

Mit rund vier Defensivduellen in 90 Minuten ist Starkes Zweikampffrequenz gegen den Ball ein wenig unter dem, was man von einem Box to Box Spieler im 4-2-3-1 erwarten darf.

Dafür ist die Quote von fast zwei Drittel gewonnener Duelle wieder positiv zu bewerten. Starkes Bilanz in Luftduellen ist ebenfalls gut. Mit den meisten geführten Kopfballduellen aller Mittelfeldspieler der Löwen pro 90 Minuten und einer Bilanz von 50% dabei darf man für die Rolle des Box to Box Spielers bei diesen Werten nicht meckern.

Leider ist aber auch in der Kategorie der defensiven Laufduelle um freie Bälle mit 38% bei Starke keine positive Bilanz vorhanden.

Fazit zu Starke

Mithilfe der Daten zur Leistungsauswertung 23/24 kann nun auch bei Starke jeder für sich entscheiden, wie er den Spieler bewertet. Im meinen Augen hat Starke bis auf einige wenige Momente eher underperformt. Auch erinnerungswürdige Aktionen, wie zum Beispiel sein Weitschusslattentreffer, der dann am Ende über den Umweg Torhüter ins gegnerische Gehäuse fiel und den Sieg unserer Löwen gegen Mannheim am Saisonbeginn einläutete, waren leider dünn gesät.

Leistungsauswertung 23/24 Julian Guttau

Julian Guttau war der statistisch gesehen zweitbeste Feldspieler der Löwen, was die Platzierung im jeweiligen Mannschaftsteil betrifft. Er liegt ligaweit in der Kategorie offensiver Mittelfeldspieler auf Rang 5.

Guttau wurde die Saison über variabel eingesetzt. Er kam als zentral offensiver Mittelfeldspieler, als linker Mittelfeldspieler und als hängende Spitze oder Schattenstürmer, wenn das System zum 4-4-2 verschoben wurde, zum Einsatz.

Sieht man sich Guttaus Bewegungsdiagramm für die Saison an, befindet sich sein Hauptaktionsfeld links und im linken Achterraum. Die Zentrale konnte er leider zu selten besetzen, was häufig einem gut organisierten defensiven Zentrum der Gegner geschuldet war. Deswegen war Guttau gezwungen, in andere Zonen auszuweichen.

Welches sind die Kriterien, die für diese Offensivposition wichtig sind? Wer offensiv spielt, wird vor allem an Toren und Vorlagen gemessen, aber auch andere statistische Kategorien sind wichtig. Welche sind das?

Als Erstes muss man natürlich das Passspiel nennen. Einerseits im Allgemeinen, im Speziellen aber vor allem das Passspiel nach vorne, das in die Box, sowie das ins letzte Drittel und die sogenannten Schlüsselpässe (Pässe, die eine klare Torgelegenheit einleiten). Schlüsselpässe fallen allerdings weniger stark ins Gewicht. Es gibt dabei eine Unwägbarkeit, die vom Mitspieler abhängt.

Die offensive Durchsetzungsfähigkeit wäre das zweite Kriterium. Diese setzt sich aus der Gesamterfolgsquote aus Offensivduellen, der Anzahl aus Ballkontakten in der gegnerischen Box und der Schussstatistik zusammen.

Allerdings fallen im modernen Fußball auch für Offensivspieler defensive Gesichtspunkte mit in die Wertung. Zweikampffrequenz in Abhängigkeit von der Pressingintensität, abgefangene Pässe und Balleroberungen insgesamt sind hier die wichtigen Werte, um die Leistung zu bewerten.

Tore und Vorlagen

Mit sieben Toren aber nur zwei Vorlagen hat Julian Guttau zumindest bei der Torquote einen für seine Position ordentlichen Wert erzielt. Zwei Vorlagen sind allerdings zu wenig – denkt man. Aber: Der beste Vorlagengeber kann noch so viele gute Pässe spielen, wenn der Kollege nicht verwandelt oder überhaupt abschießen kann. Dadurch wird aus dem besten Pass keine Schuss- oder Torvorlage. Apropos Schussvorlagen: Hat Guttau hier möglicherweise Aktien, die durch seine Mitspieler wertlos wurden? Ja, eindeutig! Mit 44 Schussvorlagen, die er auf dem Konto hat, kann man die Schuld, dass Guttau nur zwei Torvorlagen verzeichnet, durchaus ein wenig bei seinen Mitspielern suchen.

Damit wären wir auch schon beim Passspiel.

Passspiel

Je weiter vorne auf dem Spielfeld man agiert, desto schwieriger wird es, erfolgreiche offensive Aktionen durchzuführen, da die Anzahl der Gegenspieler und die Aggressivität derselben sich mit zunehmender Nähe zu deren Tor erhöht. Das ist eine Binsenweisheit. Ich wiederhole sie hier nur, damit die bei Offensivspielern traditionell etwas schlechteren Quoten im Passspiel nicht gleich für Zweifel sorgen. Positionsbezogen sind die Werte, die er im Passspiel aufweist, nicht zu bemängeln. Die Passgenauigkeit von 75% insgesamt setzt sich bei durchschnittlich 29 Pässen pro Spiel aus im Schnitt neun Vorwärtspässen mit 62% Genauigkeit, sieben Rückpässen mit 89% Genauigkeit und dreizehn Querpässen, die mit 75% Genauigkeit gespielt wurden, zusammen.

Mit 51% Genauigkeit bei Pässen in die Box und einer Genauigkeit 66% bei Pässen ins letzte Drittel, hat Guttau bei diesen Passkategorien ebenfalls Werte erreicht, die ligaweit auf dieser Position nicht von vielen Spielern übertroffen werden.

Was die Anzahl an Schlüsselpässen betrifft, ist Guttau teamintern die Nummer 2 hinter Schröter. Ligaweit liegt er insgesamt auf Rang 22, Positionsbereinigt allerdings auf Platz 8.

Offensive Durchsetzungsfähigkeit

Bei Dribblings ist Guttau sehr durchsetzungsfähig. Die Vorteile, die er mit seiner Wendigkeit im Dribbling hat, werden in Laufduellen, in denen die körperliche Komponente ebenfalls zum Tragen kommt, eher zum Nachteil. Sehr gute 57% Zweikampfquote in Dribblings stehen hier zu Buche. Insgesamt kommt Guttau damit bei Offensivduellen leider nur auf eine Erfolgsquote von 41%. Auch die Anzahl der Ballkontakte in der Box könnte etwas höher liegen. Die ist allerdings genau wie die Anzahl der Schlüsselpässe immer auch von den Mannschaftskameraden und deren Übersicht und Passgenauigkeit abhängig. Und wie schaut die Schussstatistik bei Guttau aus? Der ehemalige Freiburger hat 52 Schussversuche in dieser Saison zu Buche stehen. Bei einer Schussgenauigkeit von knapp unter 29% erzielte er so bei 15 Schüssen, die aufs Tor gingen, sieben Treffer. Die Trefferanzahl von sieben ist, wie oben schon geschrieben, ein ordentlicher Wert. Die Schussgenauigkeit muss sich allerdings etwas verbessern, damit aus ordentlich gut oder sehr gut wird. Und das nicht unbedingt nur wegen der Tore, die Guttau dann selbst mehr erzielt oder erzielen könnte. Jeder Schuss, der aufs Tor geht, hat auch die Chance, ein Abpraller vom Torwart zu werden, den dann ein Mitspieler Guttaus verwerten könnte.

Arbeit gegen den Ball

Mit rund vier Defensivduellen pro 90 Minuten und einer durchschnittlichen Erfolgsquote von 59% dabei sieht sowohl Einsatz als auch Quote dabei in Abhängigkeit der PPDA (Pressingintensität der Mannschaft) in Ordnung aus. Insgesamt kommt Guttau pro 90 Minuten auf fünf Balleroberungen. Das ist bei der Art und Weise, wie die Sechzger vergangene Saison gegen den Ball passiv und abwartend gespielt haben, nicht kritikwürdig, vor allem angesichts der für einen Offensivspieler hohen Erfolgsquote.

Julian Guttau hätte mit etwas treffsichereren Mannschaftskameraden bei 44 Schussvorlagen, die er gegeben hatte, anstatt auf Platz 5 durchaus auch auf Rang 1 der Rangliste “Offensives Mittelfeld” landen können. Der Wert erwartete Vorlage (xA), das Pendant zum erwarteten Tor (xG), zeigt bei Guttau, dass er bei besserer Chancenverwertung der Kollegen anstatt zwei Vorlagen mindestens sechs haben müsste.

Fazit zu Guttau

Julian Guttaus Leistung richtig einzuschätzen, sollte anhand der vorliegenden Werte der Leistungsauswertung 23/24 keinem schwerfallen. Für mich war er eine klare Bereicherung, was das Spielerische betrifft. Sein Entwicklungspotential ist ebenfalls noch nicht ausgeschöpft.

Fazit zu den zentralen Positionen

Alles in allem war in der Verbindung zwischen defensivem und offensiven Mittelfeld ziemlich der Wurm drin. Die Leistungsauswertung für diesen Mannschaftsteil fällt für die Saison 23/24 negativ aus. Guttau als einziger Lichtblick ist zu wenig fürs kreative Zentrum.

Bei eigenem Ballbesitz haben die Räder nicht ineinander gegriffen, einzelne Spieler, die mit ihrer Performance in manchen Situationen oder auch häufig herausstachen, können keine mangelnde Kollektivleistung kaschieren.

Das Spiel gegen den Ball in diesen Mannschaftsteilen kann man alles in allem als “Dienst nach Vorschrift” bezeichnen.

Insgesamt kann man dem Mittelfeldzentrum trotz Guttaus verdient guter Platzierung bei den offensiven Mittelfeldspielern aber keine gute Zensur ausstellen.

Allerdings – und das muss man auch ganz deutlich sagen – war die teils unmenschliche und unsachlich vorgetragene Kritik an einzelnen Spielern in sozialen Netzwerken und Kommentarbereichen bei keinem unserer Spieler und zu keinem Zeitpunkt gerechtfertigt. Kein einzelner ist so schlecht gewesen, wie ihn der Internetmob hinstellte.

Datenquelle: Wyscout

Präsidium, Ehrenrat und Wahlausschuss: Plädoyer für faire MV

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Das Präsidium, der Ehrenrat und der Wahlausschuss haben auf der Website des TSV München von 1860 e.V. für eine faire Mitgliederversammlung plädiert und weitere nützliche Informationen herausgegeben.

Keine weiteren Anträge

Dem Statement der Gremien zufolge bleibt es bei den Anträgen, die der Verein bereits mit der Einladung zur Mitgliederversammlung veröffentlicht hat. Obwohl das Präsidium eine zweite Frist für nicht-satzungsändernde Anträge bis zum 17. Mai gewährt hatte, landet kein weiterer Antrag auf der Tagesordnung.

Verkürzte Steckbriefe im Begleitmaterial

Im Begleitmaterial zur Mitgliederversammlung, das jedes Mitglied vor Ort erhalten wird, werden die Steckbriefe der Kandidierenden nur in abgekürzter Form, mit QR-Code Verweis auf die vollständigen Steckbriefe abgedruckt. Grund ist Rücksicht auf die Umwelt: der Verein schreibt, dass man sonst ca. 300.000 Seiten extra drucken müsste.

Plädoyer für faire Mitgliederversammlung

Zuguterletzt appellieren die Gremien an einen fairen und gesitteten Verlauf der Mitgliederversammlung. Mit Verweis auf die rückläufige Bereitschaft in Deutschland zur Übernahme von Ehrenämtern wird in der Stellungnahme klargestellt, dass jede Person, die sich für ein Amt zur Verfügung stellt, Respekt verdiene.

Redezeiten sollen gewährt und Fragen bzw. Redebeiträge angemeldet und anstandsvoll kommuniziert werden.

Der gesamte Wortlaut der Stellungnahme von Präsidium, Ehrenrat und Wahlausschuss

Liebe Mitglieder,

wenige Wochen vor der Mitgliederversammlung möchten wir euch auf diesem Wege ein paar Informationen mit auf den Weg geben.

Die zweite Frist für die Einreichung nicht-satzungsändernder Anträge endete mit Ablauf des 17. Mai 2024. Es wird kein weiterer Antrag als die bereits im Vereinsmagazin „Sechzger 02/24“ kommunizierten Anträge bei der Mitgliederversammlung zur Abstimmung stehen.

Auch bei der Mitgliederversammlung 2024 wird es für die Mitglieder ein gedrucktes Begleitmaterial geben. Dort sind neben nützlichen Informationen wie der Tagesordnung oder Erklärungen zu den Abläufen von Abstimmungen und Wahlen auch die zugelassenen Anträge abgedruckt. Die Steckbriefe der Kandidierenden für die zu wählenden Ämter sind hingegen nur in abgekürzter Form beigelegt.

Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass bei insgesamt 39 Kandidierenden der Abdruck der gesamten Steckbriefe knapp 100 zusätzlich zu druckende Seiten pro Handout bedeuten würde – also ca. 300.000 Seiten insgesamt. Aus Gründen der Nachhaltigkeit und zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks werden für die Mitglieder somit nur die Kernpunkte zu den jeweiligen Kandidierenden mit dem Begleitmaterial herausgegeben. Die Mitglieder werden jedoch mittels QR-Code Zugriff auf die vollständigen Steckbriefe erhalten.

 

Nutzt gerne die Gelegenheit und macht euch bereits vor der Mitgliederversammlung mit den vollständigen Steckbriefen der Kandidierenden vertraut, welche ihr hier findet.Als gemeinnütziger Verein sind wir auf den ehrenamtlichen Einsatz und die Bereitschaft vieler Mitglieder zur Übernahme von Funktionen und Verantwortung angewiesen. Wir freuen uns daher sehr, dass sich auch in diesem Jahr wieder eine große Anzahl an Mitgliedern dazu bereit erklärt hat, für ein Amt beim TSV München von 1860 e.V. zu kandidieren.

Auch bei den diesjährigen Wahlen haben wir uns dafür entschieden, allen zur Wahl stehenden Personen eine faire Kurzvorstellung mit identischem Zeitrahmen zu ermöglichen.

In Deutschland ist ein Rückgang der Bereitschaft für die Übernahme von Ehrenämtern erkennbar. Einer der Gründe liegt Umfragen zufolge an der fehlenden Wertschätzung, die Personen erfahren, die sich für Ehrenämter zur Verfügung stellen. Sich den Mitgliedern zur Wahl zu stellen, erfordert Überzeugung, zeitliche Bereitschaft und Mut.

Daher möchten wir an den Fairnessgedanken aller Anwesenden auf der Mitgliederversammlung appellieren. Auch wenn das Wahlprogramm, die vereinspolitische Überzeugung oder die ein oder andere Äußerung von Kandidierenden oder anderen Mitgliedern nicht der eigenen Einstellung entsprechen sollte, bitten wir darum, allen Personen respektvoll gegenüberzutreten. Hierfür ist es ganz besonders wichtig, dass alle Kandidierenden ihre festgelegte Redezeit in den Vorstellungsrunden ohne Unterbrechungen aus dem Publikum ausschöpfen können und auch im Übrigen mit dem nötigen Respekt und Anstand behandelt werden. Das Gleiche gilt auch für Mitglieder, die an das Mikrofon treten, um Fragen zu stellen oder in der Aussprache zu den jeweiligen Tagesordnungspunkten ihre Meinung kundtun.

Solltet ihr nach einer Vorstellungsrunde Fragen an einzelne Kandidierende haben, steht euch hierfür eine großzügige Fragerunde im Anschluss an die jeweilige Vorstellungsrunde zur Verfügung. Bitte meldet dazu möglichst rechtzeitig im Vorfeld eure Fragen vor Ort beim Wahlausschuss an; so können diese gebündelt werden und es werden doppelt gestellte Fragen vermieden, was uns allen Zeit sparen wird.

Wir freuen uns, euch zahlreich bei der Mitgliederversammlung 2024 begrüßen zu dürfen.

Euer

Präsidium
Ehrenrat
Wahlausschuss

Edit: Das Fehlerteufelchen 30.000/300.000 wurde ausgebessert.

Saisonrückblick 2023/24: Stefan Kranzberg

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Titelbild Fotogalerie Tsv 1860 Viktoria Köln Stefan Kranzberg

Aus rein sportlicher Sicht nimmt Stefan Kranzberg wenig Positives aus der abgelaufenen Saison mit. Abgesehen von den Leistungen auf dem Platz gab es jedoch durchaus ein wenig Licht am Ende des Tunnels.

Saisonrückblick 2023/24 von Stefan Kranzberg

Welches war Dein Löwenspiel der Saison?

Das war eindeutig das Testspiel in der Winterpause bei SW Bregenz. Klingt erstmal komisch, aber ich kanns natürlich erklären. Dieser an sich unwichtige Kick in Vorarlberg war nicht nur das erste Match von Argirios Giannikis, sondern auch – und das macht es für mich so besonders – das erste Löwenspiel, das mein sechsjähriger Sohn besuchte. Zur Krönung gab es einen 6:3-Sieg und die Möglichkeit, ganz nah dran zu sein an den Spielern, die er bisher nur aus dem TV kannte. Für ihn ein unvergessliches Erlebnis und für mich genau deshalb das Spiel der Saison.

In Bregenz sah mein Sohn sein erstes Löwenspiel

Spieler der Saison: Fynn Lakenmacher

Wer war Dein Spieler der Saison?

Nach so einer Spielzeit ist das wirklich schwer zu beantworten. Beide Torhüter haben ihre Sache sehr ordentlich gemacht, phasenweise gefielen mir auch Kwadwo, Verlaat, Glück, Guttau und Schröter ganz gut. Spieler der Saison ist für mich jedoch Fynn Lakenmacher, der unter denkbar schlechten Voraussetzungen in die Spielzeit gestartet ist, den Kampf angenommen hat und gezeigt hat, wie wertvoll er für die Mannschaft sein kann. Er war/ist sicher nicht der Torjäger vor dem Herren, aber was er gerackert und Räume geschaffen hat, war oft herausragend. Ich wünsche ihm in Darmstadt nur das Beste.

Was oder wer war für Dich die Überraschung (positiv/negativ) der Saison?

Positiv: Als positiv erachte ich, dass sich der e.V. in den vergangenen Monaten weiter emanzipiert hat und nicht mehr so oft den Schwanz einzieht wie in der Vergangenheit. Die Entwicklung des Vereins gibt den Amtsträgern Recht: Rekordmitgliederzahl, so viele Abteilungen, Sparten und aktive Sportler wie noch nie, die Eröffnung des Bamboleo – da wird schon viel richtig gemacht. Auch die deutliche Ansage des Präsidenten in Richtung eines kommerziellen Blogs empfand ich als längst überfällig. Zudem ist es natürlich sehr erfreulich, dass die Kommunikation zwischen dem TSV 1860 und sechzger.de nach der Verabschiedung des ehemaligen Geschäftsführers deutlich entspannter ist und dem Kollegen Thomas Spiesl sogar ungefragt eine Saisonakkreditierung ausgestellt wurde.

Außerdem erachte ich die Neubesetzungen bei der KGaA (Geschäftsführung) als sinnvoll, da man ja gesehen hat, was dabei rauskommt, wenn Pfeifer, Power, Stimoniaris und Jacobacci Football Manager spielen.

Negativ: Die Transferphase im letzten Sommer – siehe oben. Und wo wir schon bei “siehe oben” sind: Auch wenn ich von Tag 1 an nichts anderes erwartet hatte, so enttäuscht mich doch, wie sich das “Bündnis Zukunft” entwickelt hat und dass man letztendlich genau das gemacht hat, was man zu Beginn kategorisch ausgeschlossen hatte. Das ist für mich alles andere als vertrauensbildend.

Was war für Dich das schönste Tor der Saison?

Das 0:2 von Morris Schröter in Saarbrücken war super, der Siegtreffer von Fynn Lakenmacher in Essen ebenso, meine Stimme bekommt aber Julian Guttau für das 2:0 gegen Rot-Weiss Essen im Grünwalder Stadion. Was für ein Strich!

Giannikis: Sachlichkeit vs. Leidenschaft

Am Ende stand Platz 15. Zufrieden mit dem Nicht-Abstieg und hättest Du eher mit einer Position etwas weiter oben gerechnet?

Mir Platz 15 kann und darf man nicht zufrieden sein – da gibt’s kein Wenn und Aber. Auch wenn die Kaderzusammenstellung im letzten Sommer sicher alles andere als gelungen war, so sind die Einzelspieler m.E. doch deutlich besser als die erreichte Platzierung. Ich denke, Platz 8 hätte man mit dem Kader durchaus erreichen können.

Wie schätzt Du die Arbeit von Argirios Giannikis und seinem Trainerteam ein?

Schwer zu beantworten, da ich ja nicht tagtäglich dabei bin und nicht weiß, wie der Trainer in der Kabine agiert. Klar ist aber, dass er eine Mannschaft übernommen hat, die komplett am Boden war und in der es vorne und hinten nicht gestimmt hat. Gott sei Dank hatte Frank Schmöller bereits Aufbauarbeit geleistet, teamintern einige Gräben zugeschüttet und den Spaß zurückgebracht. An Giannikis schätze ich seine ruhige und sachliche Art, auch wenn ich mir manchmal durchaus etwas mehr sichtbare Leidenschaft wünschen würde.

Was wird Dir von der Saison 2023/24 besonders in Erinnerung bleiben?

Ich hoffe, dass mir da nicht wo arg viel in Erinnerung bleiben wird. Die Saison war alles in allem schon ziemlich deprimierend. Positiv war jedoch der Saisonabschluss mit dem Sieg in Essen und natürlich die persönliche Verabschiedung von Frank Schmöller beim U21-Spiel in Sonthofen. Er wird sehr fehlen!

Wie entwickeln sich Reich, Bangerter, Kloss & Co.?

Von welchem Spieler erwartest Du Dir in der Saison 2024/25 besonders viel?

Ich habe mir abgewöhnt, große Erwartungen zu haben, bin aber sehr gespannt, wie sich junge Spieler wie Moritz Bangerter, Tim Kloss und Lukas Reich weiterentwickeln. Sie haben nun ihre ersten Spuren in der 3. Liga hinterlassen, kommen aus der eigenen Jugend, haben Bock, den Löwen auf der Brust zu tragen und bringen den nötigen Ehrgeiz mit, den nächsten Schritt in Richtung Stammspieler zu machen.

Reich & Bangerter – die Zukunft der Löwen

Was ist Dein dringendster Wunsch in Bezug auf den TSV 1860?

Vereinspolitisch, dass der eingeschlagene Weg am 16.06. bestätigt wird und man in der Folge versucht, die Abhängigkeit von Hasan Ismaik auf ein Minimum zu reduzieren. Sportlich wünsche ich mir natürlich ein besseres Abschneiden als in der Vorsaison mit einer Platzierung in der oberen Tabellenhälfte.

Bisher erschienen auf sechzger.de die Saisonrückblicke 2023/24 von…

Thomas Enn

Christian Jung

Thomas Spiesl

Sechzig um Sieben – Ismaik wirbt für Abwahl des Verwaltungsrats

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Sechzig um Sieben: Regionalliga-Match in Vilzing

Sechzig um Sieben, heute mit Hasan Ismaik, der offensiv für die Abwahl des Verwaltungsrats geworben hat und weiteren Themen.

Hasan Ismaik wirbt für Abwahl des Verwaltungsrats

Hasan Ismaik hat einen Fanclub in Vierkirchen im Dachauer Land besucht und offen für die Abwahl des amtierenden Verwaltungsrats geworben. Wie auch später in der Fragerunde bekräftigte Ismaik, nicht mit den amtierenden, gewählten Vereinsvertretern sprechen zu wollen: “Ich möchte mit den amtierenden Funktionären nichts zu tun haben” Zudem will Ismaik bis nächstes Jahr Deutsch gelernt haben und hielt an seinem 200 Millionen Versprechen fest – vorausgesetzt, der 16. Juni läuft nach seinen Vorstellungen. Mehr zu Ismaiks Auftreten beim Fanclub-Treffen lest ihr hier.

Neue Serie von sechzger.de: “Ein Wort zum TSV 1860 München”

Wo andere bei 1860 Stagnation und gar Rückschritte sehen, sehen wir wirtschaftliche Vernunft, zukunftsfähige, nachhaltige Konzepte sowie messbaren Fortschritt. Und wir sind nicht allein. Wir haben ehemalige Spieler, die selbst ihre fußballerische Heimat in Giesing haben, aber auch mehr oder weniger prominente Anhänger und Freunde des TSV 1860 München nach ihren Gedanken gefragt. Klickt rein in unsere neue Serie: “ein Wort zum TSV 1860 München”. Am Samstag geht es los. Mehr dazu lest ihr hier.

Ismaik plant Podiumsdiskussion in der Sechzger Alm – am Abend des EM-Eröffnungsspiels

Hasan Ismaik hat vorgestern auf Facebook verkündet, dass er zu wenig über die kandiderenden Personen für die Verwaltungsratswahlen wisse. Dies sei ihm in den letzten Tagen bewusst geworden. Die Steckbriefe reichten ihm nicht aus. Er lädt nun alle Kandidierenden am 14. Juni um 18 Uhr in die Alm. um 21 Uhr eröffnen Deutschland gegen Schottland die Europameisterschaft.

St. Gallen Fan über Neuzugang Schubert: “Super Typ”

Mit Fabian Schubert konnte der TSV 1860 einen Stürmer vom FC St. Gallen verpflichten, der in der 3. Liga durchaus den Unterschied machen kann. Wir haben FCSG-Fan Andi zu seiner Meinung über den Österreicher befragt und eine klare Aussage erhalten: “Menschlich ist er ein super Typ – auf und neben dem Feld.”

“Beginnen möchte ich mit meiner persönlichen Meinung:
Schubi war mein Liebling! Ein richtiger Brecher, der zwei, drei Spieler auf sich zieht und so Raum schafft für die anderen. Sein Abschluss und seine Präsenz sind stark. Menschlich ist er ein super Typ – auf und neben dem Feld. Nach seiner Verletzung 2022 hat er die U21 gepusht und verbessert. Er ist sich für nichts zu schade. Ein richtiger Kämpfer, was wir in St. Gallen lieben – und Ihr bei 1860 auch, glaub ich.

Mehr dazu lest ihr hier.

Die Satzungs-Serie von sechzger.de: TSG Hoffenheim

Die Mitglieder der TSG Hoffenheim haben einen großen Einfluss auf die Wahl des Vorstands. Laut Satzung gibt es keine Beschränkung für Kandidaturen, solange man ein ordentliches Mitglied ist.

Der Verein kommt mit sehr wenigen Gremien aus, was die vorstehende Offenheit bei den Vorstandswahlen auch in ein anderes Licht rückt: Der Vorstand entscheidet selbst über die Aufnahme von Mitgliedern und über deren Ausschluss – ein unabhängiges Gremium (wie den Ehrenrat bei 1860) findet man bei Hoffenheim nicht. Der Vorstand kann Mitgliedschaftsanträge ohne Angabe von Gründen ablehnen. Mehr zur Satzung der Hoffenheimer lest ihr hier.

Der Saisonrückblick von Thomas Spiesl

Thomas Spiesl ist unser Mann für die “Löwenrunde”, die Pressekonferenz des TSV 1860 vor Spieltagen. Er hat für uns seinen persönlichen Saisonrückblick geteilt. Wieso Lakenmacher für ihn der Spieler der Saison war und weshalb man mit dem Klassenerhalt aus seiner Sicht zufrieden sein muss, lest ihr hier.

Dierl und Obermüller in Vilsbiburg zu Gast

Wer heute abend noch nichts vor hat und sich für die Wahl des Verwaltungsrats interessiert, kann sich in Vilsbiburg über die Kandidaten Christian Dierl und Martin Obermüller informieren. Beide sind beim Wirt an der Vils zu Gast und sind offen für Fragen sowie Gespräche mit den Löwenfans. Los geht es ab 18:00 Uhr.

Ismaik besucht Fanclub – und wirbt für Abwahl des Verwaltungsrats

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Hasan Ismaik hat den Fanclub in Vierkirchen im Dachauer Land besucht und offen für die Abwahl des amtierenden Verwaltungsrats geworben.

Eingeladen hatte der Fanclub Markt Indersdorf, nicht der Fanclub Vierkirchen Pasenbach.

Ca. 100 Anwesende im Sportheim Vierkirchen

Ungefähr einhundert Interessierte erwarteten Hasan Ismaik am Donnerstagabend im Sportheim in Vierkirchen. Zunächst wurde Ismaik vom Fanclub-Vorsitzenden Sepp Sedlmayr sowie dem Altbürgermeister Eichinger begrüßt. Nach einem Monolog Ismaiks wurden ihm von aus dem Publikum Fragen gestellt.

Ismaik will nächstes Jahr Deutsch sprechen und ein Haus in München kaufen

“Ich will ein Haus in München kaufen […]. Ich habe ein deutsches Handy […] habe angefangen, Deutsch zu lernen. Nächstes Jahr werde ich Deutsch sprechen.”

Ein Haus in München wollte Ismaik bereits 2011 und 2016 kaufen:

“Schon bei seinem Einstieg im Juni 2011 kündigte Löwen-Investor Hasan Ismaik (39) an, er werde sich in München eine Wohnung suchen.”

“Jetzt macht der Multi-Millionär aus Abu Dhabi ernst. Ismaik will Münchner werden! Nach BILD-Informationen hat er diese Woche mehrere Makler-Termine. Für den, der das richtige Objekt hat, sicher ein lohnendes Geschäft: Denn Ismaik will keine Wohnung , sondern ein repräsentatives Haus in München oder naher Umgebung.” Beide Zitate stammen aus der BILD-Zeitung vom 20. September 2016.

Ismaik lehnt Gespräch mit Vereinsvertretern ab

In seinem Monolog (“Ideologie bei 1860 schadet dem Verein, wir müssen 1860 verteidigen“) kamen wenig neue Erkenntnisse zum Vorschein. Wie auch später in der Fragerunde bekräftigte Ismaik, nicht mit den amtierenden, gewählten Vereinsvertretern sprechen zu wollen: “Ich möchte mit den amtierenden Funktionären nichts zu tun haben” und “Unter vier Augen wird es kein Gespräch geben. Nur unter Anwesenheit von Zeugen.” sowie auf die Frage, wen er als Lügner bezeichnete, “Fragen Sie jeden im Saal, wer der Lügner ist!”

200 Millionen Invest soll als “Geschenk” oder “Kapitalerhöhung” erfolgen

Hasan Ismaik bekräftigte erneut, bis zu 200 Millionen Euro investieren zu wollen – sich jedoch erst nach dem 16. Juni (Tag der Mitgliederversammlung, d. Red.) zu entscheiden. Ein deutliches Statement in Richtung: Investition nur gegen mir gefälliges Personal.

Ein neues Stadion sei “wichtiger als Essen und Trinken“: “Ich halte mein Versprechen – ich investiere 100 Millionen für 1860. Und 100 Millionen für ein neues Stadion. Wir wollen das Grünwalder Stadion behalten – für die Nachwuchsteams und die Frauenmannschaften. […] Aber wir müssen ein neues Zuhause für 1860 finden und bauen. Wir brauchen eine neue Heimat.”

Angesprochen auf die Frage, ob die neuen Investitionen etwa erneut Darlehen sein sollten, entgegnete der Jordanier: “Es werden keine Darlehen sein. Es wird entweder als Geschenk oder als Kapitalerhöhung erfolgen. Es ist entscheidend für mich, dass alles sich am 16. Juni ändert.”

Ohnehin seien laut Ismaik die Darlehen “eine Idee des e.V.” gewesen.

“Ich werde 1860 an die Fans verkaufen”

“Ich verspreche euch: Ich werde euch als Fans (1860, d.Red.) wieder geben. Weil 1860 gehört den Fans. Und wie gesagt, ich werde das an die Fans so quasi dann übergeben und verkaufen. Aber all das kommt nach dem 16. Juni. Aber ich werde euch versprechen, ich werde Sechzig nur an die Fans verkaufen.”

Unbeantwortete Fragen und pochen auf den 16. Juni

Fragen, was es mit Ismaiks neuesten Facebook-Pöbeleien auf sich habe und ob sich nicht eine kurzfristige Erhöhung des Mannschaftsetats bereits jetzt für die neue Saison durch ihn erwirken ließe, beantwortete Ismaik nicht bzw. vertagte alles auf den 16. Juni, genauso wie die etwaige Aufhebung der Blockadehaltung in der Turnhallenthematik.

Insgesamt pochte Ismaik häufig darauf, am 16. Juni ins Zenith zu gehen und ließ deutlich durchblicken, dass (neben seiner inzwischen ausgesprochenen Wahlempfehlung für Saki Stimoniaris und das “Bündnis Zukunft 1860“) die amtierenden Funktionäre nicht gewählt werden sollten:

“Ich bitte euch: Wir müssen am 16. Juni 1860 München besser machen. Das darf kein normaler Tag sein, es muss ein besserer Tag sein. Ihr müsst 1860 unterstützen und verteidigen. Der Wahltag ist ein wichtiger Tag. Wir brauchen bessere Leute für 1860.” “Ich will mit den amtierenden Funktionären nichts zu tun haben.” “Die Funktionäre treffen immer falsche Entscheidungen, die nicht passen.” “Leider haben sie nichts gemacht und getan.”

“Für mich ist es wichtig, dass sich alles am 16. Juni ändert.” (Disclaimer hinsichtlich seines angekündigten 200-Millionen-Invests)

“Wir warten auf den 16. Juni.” (hinsichtlich einer etwaigen Aufhebung der Turnhallenblockade)

“Ein Wort zum TSV 1860 München” – die neue Serie von sechzger.de

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sechzger.de startet am Samstag für 14 Tage die neue Serie “Ein Wort zum TSV 1860 München”.

Stagnation bei 1860? sechzger.de hat Stimmen eingeholt: “Ein Wort zum TSV 1860 München”

Der TSV München von 1860 e.V. und auch die vom Verein neu eingesetzte Geschäftsführung der KGaA möchte den Weg der wirtschaftlichen Vernunft weitergehen und auf seine Tugenden setzen: die eigene Jugend, aus der schon zahlreiche Nationalspieler hervorgegangen sind und nach wie vor Jugendspieler das Trikot des DFB tragen.

Als ehrenamtliche Betreiber von sechzger.de verfolgen wir entsprechende Pläne mit großem Interesse und Freude. Denn auch wir Fanberichterstatter sind der festen Überzeugung, der Fokus auf selbstausgebildete Talente und eventuelle Heimkehrer ist perspektivisch das mit Abstand sinnvollste Modell für den TSV 1860 München.

Wo andere Stagnation und gar Rückschritte sehen, sehen wir wirtschaftliche Vernunft, zukunftsfähige, nachhaltige Konzepte und messbaren Fortschritt. Und wir sind nicht allein. Wir haben ehemalige Spieler, die selbst ihre fußballerische Heimat in Giesing haben, aber auch mehr oder weniger prominente Anhänger und Freunde des TSV 1860 München nach ihren Gedanken gefragt. Klickt rein in unsere neue Serie: “ein Wort zum TSV 1860 München”. Am Samstag geht es los.

Scherbenhaufen nach Totalabsturz

Seit dem Sommer 2017, in dem die erste Mannschaft des TSV 1860 München in Folge eines wirtschaftlichen und sportlichen Desasters der aus dem Mutterverein ausgegliederten Profi-Fußballgesellschaft, bis in die Regionalliga Bayern fiel, sind die Vertreter des Muttervereins beharrlich um einen bodenständigeren Kurs bemüht.

Die ökonomischen und strukturellen Problemlagen in der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA waren im Nachwuchsbereich schon zwei Spielzeiten vor dem großen Crash wahrnehmbar gewesen. Zwei Jahre lang blieb die KGaA damals dem gemeinnützigen Verein die vertraglich vereinbarten Ausbildungszuschüsse schuldig. In der Folge mussten Ausbildungsmaßnahmen zurückgefahren werden und zeitgleich mit den Profis stiegen in der Saison 2016/2017 auch die A- und B-Junioren aus der Bundesliga ab.

TSV München von 1860 e.V. trägt die Ausbildung der jungen Talente seit 2017 allein

Seit dem Sommer 2017 trägt der Mutterverein die Ausbildung der Talente finanziell allein. Die ausstehenden Beihilfen wurden nach dem Neubeginn im Rahmen eines Sanierungskonzepts für die überschuldete KGaA gestundet. Der Eintritt zahlreicher Neumitglieder in den Verein versetzte die Verantwortlichen in die Lage, umfangreiche organisatorische, konzeptionelle und ausbildungsspezifische Erneuerungen bei den Junglöwen voranzutreiben.

Das Nachwuchsleistungszentrum des TSV 1860 München ist heute wieder eine renommierte Ausbildungsstätte. Sowohl die A-Junioren wie die B-Junioren kehrten sportlich in die Bundesliga  zurück. Zahlreiche Nachwuchstalente konnten für den Einsatz im Profibereich des TSV 1860 München qualifiziert werden. Die Profimannschaft des Klubs verfügt seit vielen Jahren über eine der höchsten Quoten an sogenannten Eigengewächsen im Deutschen Fußball.

Neue Geschäftsführer des TSV 1860 setzen auf die Jugend

Das vom Mutterverein zu Jahresbeginn neu eingesetzte Management der Profi-Fußballgesellschaft (Dr. Christian Werner, Sport/Oliver Mueller, Finanzen) verfolgt einen sportlichen Kurs, der diese Bemühungen für die Zukunft zu einem identitätsstiftenden Merkmal für den TSV 1860 München institutionalisieren will.

Die Presse berichtet darüber: Für Präsident Robert Reisinger war die Verpflichtung von Giannikis, Werner und Mueller diesbezüglich ein Meilenstein. „Wir müssen von unserer Ausbildungsqualität mehr profitieren“, lautet seine alte, in einem Podcast erneuerte Forderung: „Diese Aufgabe ist in meinen Augen absolut wettbewerbsentscheidend. Dafür braucht es Kreativität, strategisches Geschick und einen scharfen Blick für Entwicklungspotenzial. Das scheint jetzt endlich angekommen zu sein.”

 

Die Satzungs-Serie von sechzger.de: TSG Hoffenheim

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TSV 1860 Trikot Retro

Die Satzung des TSV München von 1860 e.V. wird in Kommentarbereichen kommerzieller Boulevardblogs gerne ans undemokratisch bezeichnet. Sechzger.de wagt eine Vergleichsreihe.

Satzung des TSV 1860 wird vielfach kritisiert

Keine Briefwahl, keine Onlineversammlung, keine unbeschränkte Kandidatenauswahl bei der Präsidiumswahl. Das Wehklagen in einschlägigen Blogs rund um den TSV 1860 ist groß, wenn es um die Vereinssatzung geht. Insbesondere vor der anstehenden Mitgliederversammlung treten vermehrt Versuche auf, der “Verfassung” des Vereins die Existenzberechtigung abzusprechen und diese in ein schlechtes Licht zu rücken.

So äußerte sich Verwaltungsratskandidat Klaus Lutz, der jüngst 1860-Fans als “Abschaum” und “Idioten” bezeichnet hatte, im Interview mit der Süddeutschen Zeitung wie folgt: “Ich (…) bin an manchen Stellen schon verwundert. Was ich hier feststelle, hat mit einer vereinsrechtlich demokratischen Ausrichtung wenig zu tun. (…)

Ist die Kritik berechtigt?

Kritik ohne Faktengrundlage ist man beim TSV 1860 von einigen Seiten leider inzwischen gewöhnt. Umso wichtiger ist es, diesen fundiert auf den Grund zu gehen. Denn die Mitglieder unseres Vereins dürfte durchaus interessieren: ist unsere Satzung wirklich “undemokratisch”?

Wir haben uns die Satzungen diverser Vereine aus der 1. und 2. Bundesliga vorgenommen und werden diese in einer eigenen Reihe – immer dienstags und donnerstags – auf sechzger.de vorstellen. Stichpunktartig wird unser Fokus auf der Zusammensetzung der Vereinsgremien, deren Berufung in die jeweiligen Ämter, Online-Versammlungen und Mehrheits-Erfordernisse bei Abstimmungen liegen. Wir beginnen mit dem TSV München von 1860 e.V.

Was wir schon verraten können: von den bisher 6 verglichenen Satzungen weist die des TSV München von 1860 e.V. die höchste Direktbeteiligung der Vereinsmitglieder auf.

Es folgen (vorerst) in der Gegenüberstellung:

  • Satzung von Borussia Dortmund (Dienstag, 7. Mai)
  • Satzung des FC Bayern München (Donnerstag, 9. Mai)
  • Satzung des Hamburger SV (Dienstag, 14. Mai)
  • Satzung von Eintracht Frankfurt (Donnerstag, 16. Mai)
  • Satzung von Rasenballverein Leipzig (Dienstag, 21. Mai)
  • Satzung von Borussia Mönchengladbach (Donnerstag, 23. Mai)
  • Satzung des VfB Stuttgart (Dienstag, 28. Mai)
  • Satzung der TSG Hoffenheim (Donnerstag, 30. Mai)
  • Satzung von Hertha BSC (Dienstag, 4. Juni)

Die Satzung der TSG Hoffenheim in der Übersicht

Volltext der Satzung der TSG Hoffenheim

Organe (Auszug)

Die Mitgliederversammlung

Der Vorstand:

  • 1. Vorstand, 2. Vorstand und 3. Vorstand

Die Ausschüsse:

  • Es gibt 3 Ausschüsse, nämlich “Jugendsport”, “Breiten- und Freizeitsport” und “Wettkampfsport”, deren Mitglieder vom Vorstand berufen werden. Der Vorstand kann zudem weitere Ausschüsse bilden.

Mehrheiten:

2/3 Mehrheit bei Satzungsänderungen

Wahl des Vorstands:

Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung für 3 Jahre gewählt.

Besonderheiten:

Der Verein kommt mit sehr wenigen Gremien aus. Das Präsidium wird in einer Wahl mit freien Kandidaturen von der Mitgliederversammlung gewählt. Der Vorstand kann Mitgliedschaftsanträge ohne Angabe von Gründen ablehnen.

Der Vorstand entscheidet selbst über die Aufnahme von Mitgliedern und über deren Ausschluss – ein unabhängiges Gremium (wie den Ehrenrat bei 1860) findet man bei Hoffenheim nicht.

Key facts:

    • Vorstand wird direct von der Mitgliederversammlung gewählt, jedes ordentliche Mitglied kann kandidieren
    • Die tägliche Arbeit bewältigen die Ausschüsse, deren Mitglieder der Vorstand bestimmt

Online-Mitgliederversammlung

Nicht vorgesehen, die Satzung spricht von “erschienenen Mitgliedern”

 

Gegenüberstellung zur Satzung des TSV München von 1860 e.V.

Die Mitglieder der TSG Hoffenheim haben einen großen Einfluss auf die Wahl des Vorstands. Laut Satzung gibt es keine Beschränkung für Kandidaturen, solange man ein ordentliches Mitglied ist.

Der Verein kommt mit sehr wenigen Gremien aus, was die vorstehende Offenheit bei den Vorstandswahlen auch in ein anderes Licht rückt: Der Vorstand entscheidet selbst über die Aufnahme von Mitgliedern und über deren Ausschluss – ein unabhängiges Gremium (wie den Ehrenrat bei 1860) findet man bei Hoffenheim nicht. Der Vorstand kann Mitgliedschaftsanträge ohne Angabe von Gründen ablehnen.

Saisonrückblick 2023/24: Thomas Spiesl

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Saisonrückblick Thomas Spiesl
Saisonrückblick Thomas Spiesl

Auch unser Redaktionsmitglied Thomas Spiesl veröffentlicht seinen ganz persönlichen Saisonrückblick auf die kürzlich zu Ende gegangene Spielzeit. Im Grunde das selbe Bild wie bei an anderen Kollegen, wenig Positives und ein Funken Optimismus…

Saisonrückblick 2023/24 von Thomas Spiesl

Welches war Dein Löwenspiel der Saison?

Im Endeffekt tue ich mich schwer, mich festzulegen, da wenig Überragendes dabei war. Ich nehme mal den 2:0-Auswärtssieg in Halle. Wir sind mit einer Gruppe von sieben Leuten (mit den üblichen Zugausfällen und dem Anreisechaos) bereits am Freitag auf unsere “Ostalgische Reise” gegangen und haben uns den FSV Zwickau gegen Chemie Leipzig angeschaut. Tolle Stimmung, Freibier am Fan-Stand und eine kleine Treibjagd der Dresdner Zwickau-Supporter nach dem Spiel inklusive. Nach einer Übernachtung in Zwickau ging es weiter nach Halle, wo die Löwen einen 2:0-Auswärtssieg feierten. Keinen Bock mehr auf Zug und auf der Suche nach Alternativen wurden bei bei den Kreativen für Sechzig fündig und durften im Fanbus eine lustige Heimreise erleben, auf der ich unter anderem den Biermo kennengelernt habe.

Lakenmacher als Spieler der Saison

Wer war Dein Spieler der Saison?

Fynn Lakenmacher. Auch wenn er sicher noch an sich arbeiten muss. Sein Einsatz, sein Kampfgeist und sein unablässiges Arbeiten haben ihn für mich – trotz insgesamt zu weniger Treffer – zu meinem Lieblingsspieler der letzten Saison gemacht. Das Tor in Essen zum Klassenerhalt hat das natürlich noch befeuert, auch wenn ich ein wenig traurig bin, dass er die Löwen verlässt. Viel Erfolg in Darmstadt – schade um den Lakenmacher. Ich hätte lieber alle anderen Stürmer der letzten Saison abgegeben.

Was oder wer war für Dich die Überraschung (positiv/negativ) der Saison?

Positiv: Der brutale Lauf der Löwen zu Beginn des Jahres 2024, der uns am Schluss den Kopf gerettet hat. Dennoch kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum es dann plötzlich nicht mehr lief, nachdem man drei Mal knapp gegen die Top-Teams verloren hatte und beispielsweise in Regensburg die bessere Mannschaft war. Außerdem die gute Zusammenarbeit mit den Offiziellen rund um 1860, seit MNP den Verein verlassen musste.

Negativ: Das Ganze Außenherum, der ganze Hickhack, der ewige Streit. Ich kann es nicht mehr lesen, ich kann es nicht mehr hören. Und jetzt geht es erst richtig los, nachdem der Investor jetzt meint sich zu profilieren (was aber eher nach hinten loszugehen scheint). Ich versuche das jetzt auszublenden und blicke optimistisch auf die nächste Saison.

Was war für Dich das schönste Tor der Saison?

Das 0:1 von Morris Schröter in Regensburg. Was danach im Stadion los war, auch auf dem Rasen, war einer meiner wenigen Höhepunkte der Saison. Auf der Tribüne sowieso, für mich fantechnisch das beste Auswärtsspiel der Spielzeit!

Wir müssen wohl mit dem Klassenerhalt zufrieden sein

Am Ende stand Platz 15. Zufrieden mit dem Nicht-Abstieg und hättest Du eher mit einer Position etwas weiter oben gerechnet?

Im Nachhinein muss man sagen, dass nicht viel mehr möglich war. Wenn ein paar Leute, die nicht die große Ahnung haben von der Branche, Drittliga-Kickbase spielen, dann ist das Ergebnis genau das, was uns diese Saison passiert ist. Am Ende müssen wir, trotz vermeintlich guter Einzelspieler, mit dem Klassenerhalt zufrieden sein – auch wenn es bitter ist.

Wie schätzt Du die Arbeit von Agirios Giannikis und seinem Trainerteam ein?

Ich finde seine Art sehr angenehm, auch rund um und in der Löwenrunde, bei der ich ja fast jede Woche vor Ort bin. Seine ruhige und besonnene Art hat auch auf die Mannschaft abgestrahlt und ich denke das war der entscheidende Faktor für die Serie zu Beginn des Jahres.

Was wird Dir von der Saison 2023/24 besonders in Erinnerung bleiben?

Das sportlich bescheidene Abschneiden, der immer wieder eskalierende Streit rund um den Verein, aber auch viele lustige Stunden im Zug, im Auto oder in Giesing, für die es den ganzen Aufwand mal wieder wert war. Und – das mag jetzt minimalistisch klingen – dass ich immerhin mehr als 50% aller Spiele live im Stadion gesehen habe, obwohl ich einige Mal durch Spiele “meines” Heimatvereins, des TSV Weyarn, nicht nach Giesing fahren konnte.

Hobsch kann für mich zum Mölders werden

Von welchem Spieler erwartest Du Dir in der Saison 2024/25 besonders viel?

Von Patrick Hobsch! Er ist glaube ich genau das Puzzlestück, das uns gefehlt hat und hat das Zeug dazu einen ähnlichen Führungsspieler und Charakter abzugeben wie es zu Beginn ein Sascha Mölders war…

Was ist Dein dringendster Wunsch in Bezug auf den TSV 1860?

Eine Mitgliederversammlung ohne totale Eskalation, ein Ergebnis das den Verein weiterbringt und das wir uns alle wünschen. Dass unsere Geschäftsführer und die Mitarbeiter an der GWS114 weiterhin in Ruhe arbeiten können, wie im letzten haben Jahr, und natürlich einen sportlichen Aufwärtstrend. Wir Löwenfans hätten es verdient und ich bin guter Dinge, dass wir nächste Saison wieder größere Brötchen backen können.

Bisher erschien auf sechzger.de der Saisonrückblick 2023/24 von…

Thomas Enn

Christian Jung

Ismaik plant Podiumsdiskussion in der Alm – Überschneidung mit EM-Eröffnungsspiel?

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TSV 1860 München VIP
TSV 1860 München VIP

Hasan Ismaik hat die Verwaltungsratskandidaten für eine Podiumsdiskussion in die “Sechzger Alm” am Trainingsgelände eingeladen.

Ismaik lädt zu Podiumsdiskussion am 14. Juni

Am 14. Juni soll sie stattfinden: die von Hasan Ismaik initiierte Podiumsdiskussion in der Sechzger Alm am Trainingsgelände. Das verkündete Ismaik über seine Accounts in den sozialen Medien.

Seit “einigen Tagen” beschäftige ihn die “Frage, wofür die 24 Kandidaten für die Verwaltungsratswahl eigentlich stehen” Was macht jeden einzelnen besonders? Welche Werte und Ziele verfolgen sie? Was ist das Konzept?”

Um 18 Uhr soll es losgehen. Die Steckbriefe, die seit ca. zwei Monaten auf der e.V.-Website abrufbar sind, scheinen Ismaik nicht gänzlich zu überzeugen: “Mir ist bewusst, dass von jedem Kandidaten ein Steckbrief im Internet abrufbar ist, aber ich möchte mehr über die Persönlichkeiten der einzelnen Löwen erfahren, die die nächsten Jahre des TSV 1860 gestalten sollen, insbesondere im Profifußball”.

Und weiter: “Der Verwaltungsrat lenkt indirekt die KGaA und damit unseren Erfolg oder Nichterfolg. Die Drei-Minuten-Vorstellung auf der Mitgliederversammlung reicht nicht aus, um den Menschen kennenzulernen.”

Veranstaltung dürfte sich mit dem EM-Eröffnungsspiel überschneiden

Für Fußballfans kommt der Termin höchst ungelegen: um 21 Uhr startet die Fußball-Europameisterschaft mit dem Eröffnungsspiel der Deutschen Fußballnationalmannschaft in München. Die vergangene Veranstaltung von “Pro1860” und der “Löwenheimat Giesing e.V.” vor rund zwei Wochen, die ebenfalls in der Alm stattfand, dauerte ca. 4 Stunden. Damals waren nur 19 von 24 Kandidaten anwesend, die ebenfalls vor der Fragerunde nur 3 Minuten Vorstellungszeit erhalten hatten.

Freunde des hochklassigen Profifußballs würden also mindestens die erste Halbzeit des Eröffnungsspiels der Europameisterschaft (Deutschland: Schottland) verpassen.

Immerhin: Für Getränke und das leibliche Wohl will Hasan Ismaik laut seiner Aussage sorgen. Die Kapazität der Alm mit 600 Plätzen begrenzt, weitere Details sollen folgen.

 

Fabian Schubert: “Super Typ auf und neben dem Feld”

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Fabian Schubert Tsv 1860

Mit Fabian Schubert konnte der TSV 1860 einen Stürmer vom FC St. Gallen verpflichten, der in der 3. Liga durchaus den Unterschied machen kann. Wir haben FCSG-Fan Andi zu seiner Meinung über den Österreicher befragt und eine klare Aussage erhalten: Menschlich ist er ein super Typ – auf und neben dem Feld.”

“Super Typ auf und neben dem Feld”

Andi ist seit vielen Jahren Fan, Dauerkarten-Besitzer und Fast-Allesfahrer der Espen. Im Laufe der Jahre hat der Schweizer viele Spieler kommen und gehen gesehen. Von Löwen-Neuzugang Fabian Schubert ist er sehr angetan, wie er auf Anfrage von sechzger.de bestätigt.

“Beginnen möchte ich mit meiner persönlichen Meinung:
Schubi war mein Liebling! Ein richtiger Brecher, der zwei, drei Spieler auf sich zieht und so Raum schafft für die anderen. Sein Abschluss und seine Präsenz sind stark. Menschlich ist er ein super Typ – auf und neben dem Feld. Nach seiner Verletzung 2022 hat er die U21 gepusht und verbessert. Er ist sich für nichts zu schade. Ein richtiger Kämpfer, was wir in St. Gallen lieben – und Ihr bei 1860 auch, glaub ich.

Objektiv betrachtet ist aber festzuhalten, dass er spielerisch leider nicht mehr da ansetzen konnte, wo er vor der Verletzung war. Meistens wurde er aber auch nur als Joker gebracht und konnte nicht überzeugen.

Wenn er Spielzeit bekommt und der Knopf schnell auf geht, werdet Ihr viel Freude an ihm haben. Er kann das Spiel nicht alleine entscheiden, aber er kann für zwei kämpfen und hat ein sehr gutes Stellungspiel.”

Fabian Schubert als Sturmpartner von Patrick Hobsch?

Bekanntlich hat der TSV 1860 neben Fabian Schubert mit Patrick Hobsch und Maximilian Wolfram zwei weitere Stürmer verpflichtet, die zusammen mit Joel Zwarts und Serhat-Semih Güler aktuell ein durchaus namhaftes Angriffsquintett bilden.

Lässt das Rückschlüsse darauf zu, dass Trainer Argirios Giannikis zukünftig mit zwei Stürmern agieren lassen möchte? Fällt Fabian Schubert dabei die Rolle zu, in erster Linie als Vorbereiter für Patrick Hobsch & Co. zu dienen? In der Vergangenheit hat der Österreicher jedoch auch bereits bewiesen, dass er weiß, wo das Tor steht. 48 Tore in 56 Spielen für Blau-Weiß Linz sprechen diesbezüglich eine deutliche Sprache.

Bild: TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA