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Gastbeitrag: the final countdown – under pressure

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Der Kassenwart lässt Euch hier bei sechzger.de regelmäßig an seinen Gedanken teilhaben. Zuletzt ging es dabei um die angebliche Wettbewerbsverzerrung durch das Türkgücü-Aus oder um die möglichen Schwierigkeiten von Günther Gorenzel, Spieler vom teuren Pflaster München zu überzeugen. Heute beschäftigt er sich mit Druck im Saisonfinale. Aus sportpsychologischer Perspektive. Prädikat: lesenswert!

Einstieg in die entscheidende Saisonphase

Mit dem gestrigen Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken (1:1) sind wir in die absolut entscheidende Saisonphase eingetreten. Nur noch sechs Spiele haben die Teams der 3. Liga, um ihre gesteckten Saisonziele zu erreichen. Gerade im Aufstiegskampf geht es heiß her. Der Endspurt entscheidet darüber, ob der eigene Klub im kommenden Jahr in der 2. Bundesliga mitmischen darf.

Immer, wenn es um die Bigpoints geht, versagt 1860. Das liegt so in unseren Genen, das gehört zu unserer DNA.

So oder so ähnlich lautet wohl die einhellige Meinung (fast) aller Löwenfans. Aber wie sieht das Thema eigentlich aus sportpsychologischer Sicht aus?

Was sagt ein Sportpsychologe zur typischen “Löwen-Krankheit”?

Jeder weiß, “Leistungsdruck” ist Teil des Profifussballs. Entweder ich lerne, als Spieler im Laufe meiner Karriere damit umzugehen oder ich werde über kurz oder lang scheitern. Es ist im Leistungssport eben wichtig, dass man Leistungshandeln nicht als Bedrohung versteht, sondern als Herausforderung. Vieles von dem, was in den Medien immer als “Druck” bezeichnet wird, ist es für den Spieler gar nicht. In der Psychologie kennt man den Begriff “Stress”, der eher das ausdrückt, worum es geht. Kennzeichnend ist hier immer die Angst vor Misserfolg, die man mit dem Einsatz persönlicher Fähigkeiten nicht eliminieren kann.

Kommt Misserfolg dann automatisch?

Der Sportpsychologe René Paasch, der im Profifussball unter anderem für den VfL Bochum und Schalke 04 arbeitete, weiß, wie Spieler mit Erfolg und Misserfolg umgehen: Bei anhaltendem Misserfolg konzentriere sich laut Paasch der Spieler mehr auf die eigenen Fehler und die der Mitspieler. Das begünstige allerdings noch mehr Fehler und es entstehe ein Kreislauf, aus dem es sehr schwer sei, auszubrechen. Daher ist es für jeden Aktiven wichtig, gut ins Spiel zu kommen und möglichst direkt zu Spielbeginn ein, zwei gute Aktionen zu haben. Ansonsten droht eine negative Leistungsspirale und der Spieler bleibt mental bei den drei Fehlern, die er im Spiel gemacht habt, gefangen und sieht nicht die 85 Prozent, die er gut gemacht hat, so der Sportpsychologe. Insofer darf man hier einmal Leandro Morgalla lobend erwähnen, der vor zwei Wochen beim Spiel in Mannheim abgeklärt seinen Fehler aus der 3. Minute wegsteckte – wie ein alter Hase. Ganz großer Respekt dafür! Von der gestrigen Leistung unseres “Team-Kükens” wollen wir an dieser Stelle gar nicht reden. Junge Spieler suchen üblicherweise eher die Schuld woanders. Sie geben dann z.B. ganz einfach den Mitspielern für einen unmittelbar zuvor verlorenen Zweikampf die Schuld.

Die zwei verschiedenen Spielertypen

In der Psychologie unterscheidet man zwischen lage- und handlungsorientierten Spielern. Die Gedanken der lageorientierten Spieler drehen sich meist um die äußeren Einflüsse: Wie ist die wirtschaftliche Lage des Vereins? Wird mein Vertrag verlängert? Wie werden die Fans bei Spielende reagieren? Um ein paar typische Beispiele zu nennen. Diese Spieler können den Kopf nicht “ausschalten” und rufen dadurch häufig auch verminderte Leistungen ab. Lageorientierte Spieler haben gleich eine doppelte Belastungssituation: Einerseits durch den Druck, den sie sich selbst machen. Aber natürlich auch durch den Druck, den sie von außen wahrnehmen. Dazu zählen Medienberichte oder auch Reaktionen der Fans, von denen sich die Fußballer ablenken lassen.

Im Gegensatz dazu fokussieren sich handlungsorientierte Spieler auf den Augenblick, auf die Momente, die sie selbst aktiv beeinflussen können: Die eigene Leistung. Es sind die Typen, welche einfach auf den Platz gehen und 90 Minuten Vollgas geben. Die Typen, die sieben Mal im 1 gegen 1 scheitern und von der Kurve verflucht werden, um dann beim achten Mal doch durchzukommen und das Tor zu erzielen. Und sich dann auf dem Zaun feiern zu lassen…

Mix im Team wichtig für ein goldenes Finale

Ob auch das Alter eine Rolle spielt, kann man laut Sportpsychologie pauschal nicht beantworten. Immer wieder gibt es Spieler, die aus dem typischen Raster rausfallen. Allerdings zeigt sich tendenziell schon, dass sich jüngere Spieler viel mehr Gedanken machen, weil sie noch nicht die Erfahrung haben, wie ältere Akteure und mental oft noch nicht so gefestigt sind. Erfahrene Profis wissen in der Regel, wie sie im Saisonschlussspurt handeln müssen. Sie verhalten sich lösungsorientiert. Insofern könnten die Schlussspurt-Erfahrungen aus den letzten zwei Jahren Saison bei 1860 positiv von den Spielern interpretiert werden.

Die “Löwen-Krankheit” und der Medizinmann Köllner

Wer kann dem einzelnen Spieler in der oben beschriebenen Situation helfen? Erster und engster Vertrauter ist natürlich der Trainer und das Training selbst. Wichtig sind dabei Konzentrationsübungen. Außerdem sollte es den Spielern ermöglicht werden, im Training viele Erfolgserlebnisse zu sammeln. Man muss den Spielern bewusst machen, auf welchen Bereich sie Einfluss haben, so der Sportpsychologe Paasch. Das geht vor allem, indem der Trainer auch Kleinigkeiten hervorhebt, ein gutes Zweikampf- oder Pressingverhalten lobt. Oder aber auch, wie bei uns im Training gesehen, durch das Team selbst, welches sich bei einem erfolgreich abgeschlossenen Spielzug gegenseitig applaudiert und lobt.

Und schließlich: Wie beeinflusst das Saisonziel ein Team?

Vor dem Saisonstart hat 1860 den Aufstieg bzw. mindestens die Teilnahme an der Relegation zur 2. Liga („besser als letzte Saison“) ausgerufen. Für Sportpsychologe Paasch ist es problematisch, wenn ein Verein vor Beginn der Saison das Ziel “Abstieg vermeiden” oder “Klassenerhalt” ausgibt.  Durch diese Zielsetzung signalisiert man den Spielern, dass man sowieso nur mit einer Platzierung am Tabellenende rechne. Das ist nicht besonders motivierend. Gleiches gilt dann wohl für das berühmte „gesicherte Mittelfeld“. Aus sportpsychologischer Sicht ist das Leistungsziel “Aufstieg” nicht zu beanstanden. Paasch weiß sowieso, dass oft innerhalb der Mannschaft andere, höhere Ziele formuliert werden, als gegenüber den Medien. So sicherlich auch jetzt – bei den Löwen – in der Schlussphase der Meisterschaft. Macht das Druck? Nein, denn wir wissen jetzt: Leistungshandeln als Herausforderung angesehen setzt Adrenalin und damit zusätzliche Energien im Spiel frei. Wenn es doch nicht langen sollte, lag es nicht am vielfach kolportierten Druck sondern eher an den Fähigkeiten der Spieler.

In wenigen Wochen werden wir sehen, ob die alte Löwenkrankheit wieder ausgebrochen ist oder wir dank letztjährigem Finalspiel-Infekt gegen Schlussspurtschwäche immun geworden sind. Der gestrige starke Auftritt gegen Saarbrücken war eher ein Beleg für Immunisierung.

*Die Aussagen des Sportpsychologen sind dem Artikel Bundesliga: Was Fußballspieler im Abstiegskampf laut einem Psychologen beachten sollten entnommen.

 

 

 

Bei Aufstieg: SpVgg Bayreuth im Steigerwaldstadion in Erfurt?

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Steigerwaldstadion Erfurt Beim Spiel Gegen Den TSV 1860 München September 1991
Steigerwaldstadion Erfurt Beim Spiel Gegen Den TSV 1860 München September 1991

Sollte die SpVgg Bayreuth im Mai tatsächlich den Aufstieg in die 3. Liga schaffen, muss sie ihre Heimspiele wohlmöglich zunächst im Steigerwaldstadion austragen. Grund dafür sind Mängel an der Infrastruktur im Hans-Walter-Wild-Stadion, das den Regularien nicht entspricht.

Bayreuth vor Aufstieg: deutlicher Vorsprung

13 Punkte trennen die SpVgg Bayreuth mittlerweile vom Tabellenzweiten, der zweiten Mannschaft aus der Seitenstraße. Auch wenn die Schwarz-Gelben aktuell zwei Spiele weniger absolviert haben, deutet alles auf einen Aufstieg in die 3.Liga hin. Wie auch die Regionalliga West hat die Regionalliga Bayern in dieser Saison einen festen Aufstiegsplatz. Nord und Nord-Ost spielen einen weiteren Aufsteiger aus, der Südwesten hat permanent einen fixen Platz sicher.

Zuletzt gelang ein ungefährdeter Sieg gegen Augsburg II (4:0). Am 18.April steigt dann das Spitzenspiel zwischen den beiden aktuell besten Mannschaften im Hans-Walter-Wild-Stadion. Doch sollte es tatsächlich zur Teilnahme an der 3.Liga reichen, ist laut einem Bericht von liga3-online nicht sicher, ob die Spielvereinigung die ersten Heimspiele im heimischen Stadion durchführen kann. Grund dafür ist eine fehlende Flutlichtanlage, eine Rasenheizung ist hingegen seit letztem Jahr installiert. Ein funktionierendes Flutlicht ist zwingende Voraussetzung für die Erteilung einer Lizenz.

SpVgg Bayreuth in der 3.Liga im Steigerwaldstadion?

Das könnte zu Saisonbeginn dazu führen, dass die SpVgg Bayreuth nach Erfurt in das Steigerwaldstadion ausweichen muss. 183 Kilometer trennen die beiden Spielstätten, auch für die meisten Löwenfans würde sich die Anreise dadurch deutlich verlängern. Die Saison 2022/23 beginnt wegen der anstehenden Weltmeisterschaft bereits im Juli. Im Winter ist dann mit zwei Monaten ungewöhnlich lange Winterpause.

Am liebsten würde man sich diese Fahrtstrecke beim aktuellen Verein von den Ex-Löwen Ziereis, Weber, Andermatt und Knezevic allerdings ersparen. Auch die Stadt Bayreuth unterstützt die Schwarz-Gelben und stellte bereits im Februar 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Ob die Anlage allerdings rechtzeitig installiert werden kann, ist zurzeit noch nicht bekannt. Sollte der Bau nicht bis Juli abgeschlossen sein, gibt es in der näheren Umgebung keine Möglichkeit ein Spiel in der 3.Liga auszutragen. Entsprechende Angebote wurden bereits angefragt, Erfurt hat mit seinem Steigerwaldstadion entsprechende Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Titelbild: Steigerwaldstadion im September 1991 beim Spiel Rot-Weiß Erfurt – TSV 1860 München

Anmerkung: In einer ersten Version wurde von einer fehlenden Rasenheizung gesprochen. Dies wurde mittlerweile korrigiert.

Giesinger Gedanken: Kein neues Festival im Schnee

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Frühling 1991: Sieg im Schnee

Anfang April 2022 – statt Frühlingsgefühle nochmal Wintereinbruch in München. Nichts ganz außergewöhnliches aber etwas, bei dem man sich im Zusammenhang mit Spielen der Löwen – zumindest die älteren Semester unter uns – an ein ganz besonderes Ereignis erinnert: Gründonnerstag, 28. März 1991, Bayernliga-Spitzentreffen zwischen dem TSV 1860 und der SpVgg Weiden. Im Giesinger Schneesturm schlugen die Löwen vor 25.000 Zuschauern einen Verfolger und die Fans machten danach die Nacht zum Tag…

Frühling 2022: Hoffnung auf erneutes Glück im Schnee

An dieses Spiel vor über 31 Jahren musste ich gestern Mittag denken, als ich mich auf den Weg in Richtung Giesing machte. Gestern wie damals ging es durch die verschneite Stadt hin zum Giesinger Berg zu einem Spitzenspiel, das für meine Löwen richtungsweisende Bedeutung haben sollte. Mit einem Sieg konnte man damals die Tabellenführung auf dem Weg in Richtung Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga festigen und die Verfolger Haching und Weiden auf Distanz halten. Gestern wollten wir mit einem Erfolg den Gegner in der Tabelle überholen und die finale Jagd auf Platz drei (oder gar zwei) eröffnen.

Begeisternde Löwen – 94 Minuten lang

Und was soll ich sagen? Die Löwen 2022 haben mich – wie die von 1991 – nicht entäuscht! Im Gegenteil: Sie wussten wirklich zu begeistern. Nicht nur mich, sondern alle Weiß-Blauen, die den Weg ins Sechzgerstadion gefunden hatten und dem Wintereinbruch trotzten. Sechzig zeigte im Schneetreiben eine Leistung, die mit den Vokabeln Leidenschaft und Einsatzwille perfekt umschrieben ist. Damals, wie gestern. Von Minute 1 bis Minute 94. Nicht die – wegen des sechsfachen Türkgücü-Punktverlusts – angeblich so geladenen und mit Wut im Bauch angereisten Saarländer fielen mit unbedingtem Siegeswillen auf, sondern die elf Löwen, denen Michael Köllner sein Vertrauen schenkte.

Trotz Schnee – auch Erinnerungen an 2018

Ein bisschen erinnerte mich das Auftreten beider Teams an die unter sommerlichen Bedingungen absolvierten Relegationsspiele von 2018: Hier die Löwen, die um jeden Ball fighten, die alles geben und ihre Fans begeistern. Und dort die irgendwie überheblich auftretenden Saarbrücker, etwas zu überzeugt von ihrer (angeblichen) sportlichen Überlegenheit. Symptomatisch dafür vielleicht die Szene, die nach 52 Minuten beinahe zum 0:1 geführt hätte. Als Sebastian Jacob aus der eigenen Hälfte alleine auf Tom Kretzschmar im Löwentor zulief, ihn sogar überdribbelte und dann doch noch vom gestern überragenden Fabian Greilinger gestellt wurde. Unter’m Strich fehlte dem Saarbrücker – zum Glück für uns – hier wohl der unbedingte Wille, diese Aktion erfolgreiche abzuschließen.

Spielverderber ganz in schwarz

Eigentlich gab es gestern nur einen, maximal zwei Spielverderber. Der eine, der entscheidende, trug schwarze Kleidung und einen Aufnäher mit den Worten “FIFA Referee” auf der Brust – was auch immer dieses modische Accessoire da gestern zu suchen hatte.  Über seine Leistung wurde schon während des Spiels und danach noch mehr geschrieben und gesprochen. Dies erspare ich dem lieben Leser und mir an dieser Stelle. Ich hoffe, dass Herr Jablonski sich zumindest ein bisschen für seinen Auftritt gestern Nachmittag in Giesing schämt! Der andere Spielverderber war oben schon angesprochener Sebastian Jacob, der, nachdem Sportskamerad Minos Gouras unseren Fabi Greilinger ruppig zu Boden gerdrückt und den Ball zur Mitte des Fünfmeterraums geköpft hatte, das Sportgerät per Kopf ins Löwentor beförderte. Und dem Löwenherz einen tiefen Stich versetzte.

Unterschiede zwischen 1991 und 2022

Spätestens an dieser Stelle enden also die Parallelen zwischen 2022 und 1991. Damals hatte Horst Schmidbauer in der 67. und der 74. Spielminute mit zwei Treffern den Sieg sichergestellt.
Und noch einen Unterschied zu 1991 habe ich ausgemacht: Im Flutlichtspiel vor 31 Jahren blieb der Schnee letztlich auf dem Rasen liegen und verwandelte das Spielfeld in eine im Flutlicht glitzernde Fläche. Gestern schmolz die weißt Pracht – wohl auch Dank der mittlerweile vorhandenen Rasenheizung – sofort wieder. Genauso wie die Hoffnung der Fans, am heutigen Sonntag Morgen auf Tabellenplatz vier zu erwachen.

Zufriedener Köllner auf der Pressekonferenz nach 1860 – Saarbrücken

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Michael Köllner 1860 Saarbrücken Pressekonferenz

Nach dem (vorsichtig ausgedrückt) unglücklichen Remis gegen den 1. FC Saarbrücken kamen die beiden Trainer Michael Köllner und Uwe Koschinat auf der Pressekonferenz überein, dass es an diesem Tag eigentlich nur einen Sieger hätte geben dürfen.

Koschinat: Glück bei Schiedsrichterentscheidungen

Erstaunlicherweise redete sogar der Trainer der Saarländer gar nicht lange um den heißen Brei herum, sondern sprach sowohl “von der Entstehung als auch inhaltlich” von einem “glücklichen Punkt” für den FCS. Besonders imponierte ihm das hohe Tempo der Löwen, das den FCS in Defensive zu harter Arbeit zwang. Die Führung des TSV 1860 sei nur deswegen nicht gefallen, weil das ein oder andere Mal die Konzentration im Abschluss gefehlt habe.

“Wir hatten bei der ein oder anderen Schiedsrichterentscheidung Glück. Es waren viele enge Situationen, in denen wir sehr hart, sehr grenzwertig verteidigen mussten.”

Faire Worte des Sportskollegen Uwe Koschinat, der jedoch auch der riesigen Chance von Sebastian Jacob zum 0:1 nachtrauerte. Ein großes Lob zollte er auch den Löwenfans, die “1860 wahnsinnig toll unterstützt” haben. Zudem hätten es sich die Löwen selbst zuzuschreiben, dass sie die Vorentscheidung trotz toller Chancen nicht erzwungen haben. Recht hat er.

Köllner: “Wir waren sehr dominant im Spiel.”

Michael Köllner zeigte sich mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden.

“Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht. Die Mannschaft hat das, was wir uns im Vorfeld vorgenommen hatten, 1:1 umgesetzt. Wir waren sehr dominant im Spiel, haben sehr, sehr gutes Pressing gespielt.”

Auch er kritisierte die Chancenverwertung seiner Elf, schwärmte jedoch ansonsten vom strukturierten Offensivspiel seiner Mannschaft.

“Wir sind bereit fürs Finish!”

Zur Schiedsrichterleistung wollte Köllner zunächst aktiv nichts sagen.

“Da schütteln wir uns heute. Egal, wie wir uns aufregen, da wird es keine andere Wertung des Spiels mehr geben. (…) Mit der Leistung, die wir heute gezeigt haben, können wir in den letzten sechs Spielen noch viele Punkte holen. Wir sind bereit fürs Finish!”

Auch auf Nachfrage des Medien wollte sich Michael Köllner auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Saarbrücken nicht explizit zum Unparteiischen äußern.

“Der Schiedsrichter hat das so entschieden. Punkt. Aus. (…) Fakt ist, wir haben vor zwei Wochen in Mannheim zwei strittige Handelfmeterentscheidungen gegen uns bekommen. Heute wäre es eine Elfmeterentscheidung für uns gewesen. Das ist natürlich umso bitterer, wenn Du keinen Elfmeter bekommst. Bei Lex war es eine 50:50-Situation. (…) Für uns war es bitter, dass wir keiner Entscheidung profitiert haben, sondern die Leidtragenden sind, weil man bei dem 1:1 ein Stoßen (…) sieht. Da verschafft sich der Spieler einen Vorteil.”

Köllner geht zwar davon aus, dass der Punktverlust ihn und die Mannschaft heute noch ärgern und beschäftigen werde, der Blick richtet sich jedoch bereits auf die schwere Aufgabe in Freiburg am kommenden Sonntag.

Irregulärer Treffer rettet Saarbrücken ein Remis beim TSV 1860

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1860 saarbrücken

Der Winter war zurück, als der TSV 1860 die Gäste aus Saarbrücken im Grünwalder Stadion zum Verfolgerduell begrüßte. Die stark ersatzgeschwächten Löwen zeigten am 32. Spieltag der 3. Liga eine beherzte Leistung und hatten die Saarländer gut im Griff. Nur der Schiedsrichter hatte was gegen einen Sieg von Münchens großer Liebe…

Handspiel im Strafraum – kein Elfmeter!

Ohne zahlreiche Stamm- und Ergänzungsspieler musste der TSV 1860 gegen Saarbrücken ran, unter der Woche meldeten sich auch noch Marco Hiller und Phillipp Steinhart ab. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, aber Michael Köllner stellte sein Team gut auf den Gegner ein und dementsprechend offensiv starteten die Löwen in die Partie. Bär hatte nach acht Minuten die erste Chance, schob den Ball jedoch am Kasten vorbei.

Nach knapp 20 Minuten forderten die Löwen Elfmeter – zurecht, denn der Saarbrücker Verteidiger war eindeutig mit der Hand am Ball. Das Schiedsrichtergespann sah das jedoch anders und ließ weiterspielen.

Drangphase der Löwen ohne Torerfolg

In der 21. Minute hatte Tallig dann nach toller Vorarbeit von Bär die Führung auf dem Fuß, ließ die Riesenchance aber liegen. Quasi im Gegenzug dann eine gute Möglichkeit für den FCS, doch auch hier strich der Ball knapp am Pfosten vorbei.

1860 nun aber klar spielbestimmend, Saarbrücken fast ausschießlich in der Defensive. Nach einer halben Stunde bediente Deichmann den Kollegen Lex, doch dieser nahm den Volley zu zaghaft und vergab die gute Möglichkeit fahrlässig. Der Kapitän war es dann auch, der in der 33. Minute im Strafraum der Saarländer zu Boden ging. Elfmeter gab es jedoch wieder keinen, diesmal lag der Schiri wohl richtig. Und wieder nur zwei Zeigerumdrehungen fertig scheiterte Lex an Keeper Batz – die Führung war eigentlich überfällig!

Saarbrücken kurz vor der Pause gefährlicher

Die nächste Gelegenheit bot sich dann aber den Gästen, doch Belkahia fälschte das Geschoss von Jänicke gerade noch zur Ecke ab (37.). Auch drei Minuten später brannte es im Sechzehner der Löwen, als Günther-Schmidt abzog, doch auch diesmal brachte ein Löwen noch seinen Fuß dazwischen. Kurz vor der Pause dann Glück für Sechzig, als Jänicke sich gegen Belkahia durchsetzte, der Abschluss jedoch übers Lattenkreuz strich.

Nach der Pause dann zunächst wieder die Löwen schwungvoll, doch in der 51. Minute lief Jacob mutterseelenallein auf Kretzschmar zu. Dieser machte sich ganz groß, Jacob legte den Ball vorbei und der ohnehin starke Fabi Greilinger lief den Ball ab. Was für ein geiler Sprint des Steinhart-Vertreters!

Tallig trifft ansatzlos zum 1:0

Danach gönnten sich die Mannschaften eine kurze Verschnaufpause in Sachen Torchancen, an Intensität ließ die Partie jedoch keineswegs nach. In der 67. Minute versuchte es Moll dann mal aus der Distanz. Der Ball strich knapp am Pfosten vorbei, Batz hätte den aber auch gehabt. Eine Minute später dann Chance für Belkahia, doch auch diesmal ging die Kugel daneben.

In der 73. Minute dann ein Befreiungsschlag, dem Marcel Bär nachsetzte, sich den Ball schnappte und Tallig bediente. Der ließ einen Gegenspieler aussteigen und hämmerte den Ball dann ansatzlos in die Maschen. 1:0 für Sechzig! Unfassbarer Jubel im Schneefall von Giesing!

Saarbrücken gleicht in der Nachspielzeit aus

Anschließend drängte Sechzig zunächst auf die Vorentscheidung, doch Deichmann vergab nach einer klasse Aktion auf rechts, indem er seine Hereingabe zur Mitte zu ungenau platzierte.

In der Nachspielzeit dann die eiskalte Dusche: Nach einem klaren Foul von Gouras trifft Jacob zum unverdienten Ausgleich. Zum Kotzen! Aber das passte zur Leitung des Schiedsrichters…

Liveticker: TSV 1860 München – 1.FC Saarbrücken (32.Spieltag)

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Herzlich willkommen zu unserem Liveticker am 32.Spieltag der Saison 2021/22 mit dem Duell zwischen dem TSV 1860 München und Saarbrücken!

Da ist ordentlich Feuer drin! Nach der Abmeldung vom Spielbetrieb von Türkgücü trifft heute der Tabellen-6. auf den Vierten. Der TSV 1860 könnte mit einem Sieg an den Gästen aus Saarbrücken vorbeiziehen. sechzger.de begleitet das heutige Duell live aus dem Grünwalder Stadion und mit Bildern sowie Eindrücken aus Giesing.

 

Aufstellung:
40 Kretzschmar – 11 Greilinger, 39 Morgalla, 27 Belkahia, 20 Deichmann – 5 Moll, 8 Tallig, 19 Biankadi (87. 3 Lang) – 31 Neudecker (90.+4 14 Dressel) – 7 Lex (82. 16 Goden), 15 Bär

Bank:
12 Szekely (Tor), 6 Salger, 21 Djayo, 24 Wicht, 32 Gresler, 34 Freitag

Tore:
1:0 Tallig (73.), 1:1 Jacob (90.+1)

Die Personalsituation

Die Langzeitverletzten Keanu Staude (Herzmuskelentzündung), Daniel Wein (Ermüdungsbruch), Lorenz Knöferl (Schulter-OP) und Marius Willsch (Trainingsrückstand) fallen weiterhin aus. In dieser Woche gesellten sich noch Marco Mannhardt (Fuß-OP), Phillipp Steinhart (Magen-Darm-Infekt und Schulterverletzung) und Marco Hiller (Corona) zum Lazarett. Auch Tim Linsbichler dürfte nach seiner Operation noch nicht wieder zur Verfügung stehen.

Dafür kehren Semi Belkahia, Quirin Moll und Dennis Dressel nach ihrer Corona-Quarantäne in den Kader zurück. Ebenso können Nathan Wicht und Leo Morgalla nach ihren Einsätzen bei den U-Nationalmannschaften wieder für den TSV 1860 auflaufen.

Diesen Löwen droht eine Sperre

Aktuell droht keinem Spieler eine Gelbsperre. Allerdings muss Trainer Michael Köllner aufpassen. Er hat bereits drei Gelbe gesehen und müsste bei einer vierten ein Spiel von der Tribüne aus verfolgen.

Wo könnt ihr das Spiel TSV 1860 München – Saarbrücken außer im Liveticker noch verfolgen?

Endlich wieder volles Haus in Giesing! Nach langer Zeit sind die Plastikdauerkarten zurück und 15.000 Zuschauer dürfen das Spiel auf den Rängen verfolgen. Für alle Löwenfans daheim gibt es immerhin die Option Free-TV. Alle Informationen hierzu sind in unserem Artikel zu finden.

Für Abonnenten von MagentaSport besteht allerdings wie gewohnt die Möglichkeit, das Spiel zu verfolgen (Fernsehen und Online-Stream).

Seit dieser Spielzeit können alle Spiele der 3.Liga bei onefootball abgerufen werden. In der App des Anbieters kann das Spiel für nur 2,99€ gekauft werden.

Zudem ist das Löwen-Radio vor Ort und geht für euch live auf Sendung. Die Moderatoren Gilbert Kalb und Jan Mauersberger führen euch durch die 90 Minuten, an dessen Ende hoffentlich unsere Löwen punkten können.

Den Gegner im Fokus: TSV 1860 – 1. FC Saarbrücken

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Technische Daten

1. Fußballclub Saarbrücken e.V.
Gründung:
18. April 1903
Mitglieder:
3.500
Vereinsfarben:
blau-schwarz
Weitere Sportarten:
Tischtennis
Website der Fußball-Gesellschaft

Pause in Giesing

Satte 29 Tage sind seit dem letzten Heimspiel auf Giesings Höhen vergangen. Und das Mitten in der Saison! Am 4. März schlugen die Löwen den SC Verl mit 2:0. Danach folgten zwei Auswärtsspiele in Berlin und Mannheim und das ligafreie Wochenende mit der Totopokal-Partie in Aubstadt. Tut gut, heute mal wieder ins Sechzgerstadion zu gehen. Und das mit 15.000 anderen. Das gab’s zuletzt am 30. Oktober.

Heimbilanz gegen Saarbrücken

11 Spiele
6 Siege
4 Unentschieden
1 Niederlage

Gesamtbilanz gegen Saarbrücken

24 Spiele
10 Siege
9 Unentschieden
5 Niederlagen

Punktabzüge

Eine spezielle Brisanz erhält die Partie heute Nachmittag durch den Rückzug von Türkgücü aus der 3. Liga: Es treffen quasi der Hauptleidtragende und der Hauptprofiteur von der notwendig gewordenen Maßnahme, alle Spiele der Perlacher aus der Wertung zu nehmen, aufeinander. Über Rechtsverständnis und Gerechtigkeit in diesem Zusammenhang konnte man auch bei uns vieles lesen (u.a. den hervorragenden Gastbeitrag vom Kassenwart). Darum sollte es heute nicht mehr gehen. Fakt ist, dass dem FCS sechs Punkte aus den zwei Spielen gegen Türkgücü fehlen (aus einem 5:1 und einem 3:1). Den Löwen einer (aus dem kläglichen 1:1 im August)

Generalproben im Landespokal

Drei Tage vor der weiter unten noch anzusprechenden Relegation im Jahr 2018 musste der 1. FC Saarbrücken noch sein saarländisches Pokalfinale gegen die SV Elversberg spielen – und unterlag 0:1. Die Löwen waren in jener Saison schon am Ostermontag in Bayreuth (absichtlich?) im Totopokal gescheitert und qualifizierten sich damals dann als Meister der Regionalliga Bayern für den DFB-Pokal.
Auch vor dem heutigen Duell kommen beide Teams mit einem Pokalspiel in Kopf und Knochen zusammen: Über den Auftritt der Löwen in Aubstadt letzten Samstag hüllen wir ja inzwischen den Mantel des Schweigens. Und der FCS? – Der reiste am Mittwoch ins Waldstadion Homburg, um dort dem ehemaligen Bundesligisten am Ende mit 1:2 zu unterliegen.

Fast Nachbarn

Vor zwei Wochen in Mannheim begegneten die Löwen erst zum zweiten Mal in dieser Saison einem direkten Tabellennachbarn. Und eigentlich wäre das heute schon wieder der Fall gewesen. Allerdings konnte sich der VfL Osnabrück durch sein 1:1 im Nachholspiel gegen Braunschweig nun noch zwischen Saarbrücker und Münchner schieben. Macht aber nichts. Wir hoffen, dass wir uns heute um dreiviertel Vier an beiden Teams vorbeigearbeitet haben. Dazu beitragen könnte der Hallesche FC – er empfängt die Lila-Weißen.

Erinnerung an Mai 2018

Was aus Löwensicht für das Jahr 1994 der SV Meppen ist, ist für 2018 der 1. FC Saarbrücken. Natürlich erinnern wir bei Partien gegen die Saarländer immer gerne an die legendären Relegationsschlachten von vor fast vier Jahren, die den TSV 1860 nach einem Jahr in der Regionalliga Bayern direkt in den bundesweiten Profifußball zurückbrachten. Zum Schwelgen in Erinnerungen empfehlen wir den Artikel von Jan Schrader vom dritten Jahrestag des Ereignisses. Ach, war das herrlich…


Bis hierher

Saisonverlauf 2021/22: 1860 & Saarbrücken

Saisonverlauf in Worten

Wie sich die Linien ähneln , die den bisherige Saisonverlauf der beiden heutigen Gegner tabellarisch vergleichen: Nach akzeptablem Start in die Spielzeit ging es im Herbst für beide deutlich bergab, um dann pünktlich zur Rückrunde nochmal die oberen Tabellenregionen anzugreifen. Mal sehen, wer heute Nachmittag dieses Unterfangen fortsetzen kann.

Fast makellose Heimbilanz

Diese Heimbilanz kann sich sehen lassen: Erst ein einziges Mal unterlag 1860 in München dem 1. FC Saarbrücken. Das war allerdings das letzte Heimspiel gegen diesen Gegner. Vor Corona-bedingter Geisterkulisse endete die Partie an einem trüben Mittwochabend in der Frühphase der vergangenen Saison mit 1:2.
Da erinnern wir uns viel lieber an das erste Spiel zwischen den beiden Kontrahenten: Am 9. November 1963 wurden die Saarländer vor 38.000 Zuschauern mit 7:1 aus dem Sechzgerstadion geballert. Gerne heute wiederholen!

Das Hinspiel

Samstag, 23. Oktober 2021
1. FC Saarbrücken – TSV 1860 1:1
3. Liga, 13. Spieltag
Ludwigsparkstadion
Zuschauer: 12.347
Tore:
0:1 Biankadi (58.)
1:1 Günther-Schmidt (80. Foulelfmeter)
Wie schon knapp einen Monat zuvor, beim letzten Auswärtsspiel der Löwen beim SC Verl brachte der so oft gescholtene Merv Biankadi Sechzig in Führung. Und am Ende stand – wie ebenfalls so oft in dieser Saison – dann doch nur ein irgendwie ernüchterndes 1:1 auf der Anzeigetafel im Saarbrücker Ludwigspark. Das – bis dahin – achte Unentschieden (und das siebte 1:1) in dreizehn Spielen! Und doch durften die verhältnismässig wenigen mitgereisten Löwenfans eigentlich nicht unzufrieden sein. Die ingesamt sehr unterhaltsame Partie hatte keinen Sieger verdient. Tabellarisch war Michael Köllners Mannschaft in jenen Wochen am Tiefpunkt der Saison angelangt: Rang 15, nur noch zwei Plätze von der Abstiegszone entfernt. Mit den vielen Unentschieden war es in der Folge dann aber erstmal vorbei. Erst Anfang Februar kam es wieder zweimal hintereinander zu Punkteteilungen (gegen Braunschweig und in Meppen).

Wiesbaden eröffnet den 32.Spieltag mit klarem Sieg beim SV Meppen

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SV Meppen SV Wehen Wiesbaden 01.April 2022 32.Spieltag Emsland Stadion

32.Spieltag in der 3.Liga: am Freitagabend trafen mit dem SV Meppen und dem SV Wehen Wiesbaden zwei Mannschaften aufeinander, die sich mittlerweile im Mittelfeld der Tabelle wiederfinden. Dabei konnten die Gäste einen souveränen Auswärtssieg erzielen.

Wurtz mit der frühen Führung

Nach acht sieglosen Spielen wollte der SV Meppen vor heimischen Publikum gegen Wiesbaden endlich wieder drei Punkte einfahren. Unter der Woche verlängerte Trainer Rico Schmitt seinen Vertrag um ein weiteres Jahr und setzte damit ein Zeichen der Kontinuität beim SVM. Die Gäste hatten gegen die Pläne der Gastgeber natürlich etwas einzuwenden und wollten ihrerseits mit der maximal möglichen Punkteausbeute zurück nach Wiesbaden fahren.

Personell hatte Meppen einige Ausfälle zu verkraften. Neben Langzeitverletzten fielen einige Spieler auch wegen einer Quarantäne-Anordnung aus. Obendrein erwischte Wiesbaden dann auch noch den besseren Start. Bereits nach 11 Minuten versenkte Johannes Wurtz einen direkten Freistoß zum 0:1. Die Meppener kamen in der Folge ebenfalls zu ihren Chancen, scheiterten jedoch am Torwart der Gäste. Besser machte es Wiesbaden, auch das Timing beim zweiten Treffer des Tages war perfekt. Kurz vor der Pause traf Goppel nach einem Konter zum 0:2 (45.+1).

Wiesbaden macht es gegen Meppen deutlich

Der SVM kehrte unverändert aus der Kabine zurück und war gewillt, das Ergebnis auf der Anzeigetafel noch einmal zu Gunsten der in blau gekleideten Hausherren positiver zu gestalten. Doch so richtig etwas gelingen wollte ihnen am heutigen Tage nicht. Ganz im Gegenteil: Frommann, der nach 10 Monaten Verletzungspause in den Kasten der Meppener zurückkehrte und sein Debüt in der 3.Liga feierte, ließ einen Abschluss von Brumme durch die Beine rutschen. 0:3 (64.)! Wenige Minuten später lag der Ball schon wieder im Kasten, doch der Schiedsrichter gab den Treffer von Iredale wegen vermeintlichem Abseits nicht (68.).

Nach 80 Minuten durfte der junge Australier dann aber doch noch jubeln. Erneut machte Frommann keine gute Figur und sprang am Ball vorbei, sodass der 22-Jährige den Ball nur noch in das leere Tor schieben musste. Die restlichen Minuten ließen beide Mannschaften von der Uhr laufen. Zu deutlich war der Spielstand, der auch zum Schlusspfiff hin Bestand hatte. Pünktlich beendete der Schiedsrichter das Spiel. Wiesbaden feiert einen Auswärtssieg und festigt Tabellenplatz 8, Meppen schafft hingegen auch im neunten Spiel nacheinander keinen Sieg und liegt auf Rang 11.

SV Meppen Fanszene Im Emsland Stadion Mit Zaunfahne
Hatten heute nichts zu jubeln: die Fans des SV Meppen

Pressekonferenz des 1.FC Saarbrücken: ohne Grimaldi zum TSV 1860

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Uwe Koschinat Saarbrücken

Wie auch sein Kollege Michael Köllner hat sich Uwe Koschinat am Freitag den Fragen in der Pressekonferenz gestellt. Dabei wurde bekannt, dass der 1.FC Saarbrücken die Reise nach München ohne Adriano Grimaldi antreten wird.

Vorfreude auf ein “absolutes Spitzenspiel”

Natürlich war auch einen Tag vor dem Spiel des TSV 1860 München gegen Saarbrücken der Fall Türkgücü noch einmal ein Thema. Durch die Annulierung aller Spiele mit Beteiligung der Neuperlacher sind die Löwen wieder in der Spitzengruppe der 3.Liga vertreten. Allein auf die Saarländer wurden so fünf Punkte gut gemacht. Ein Fakt, der Fans und Verantwortlichen beim FCS nach wie vor sauer aufstößt. Auch die Pokalniederlage gegen den Regionalligisten aus Homburg konnte freilich wenig zur Verbesserung beigetragen. Man merkte Uwe Koschinat das Ausscheiden aus dem Saarland-Pokal immernoch an, obwohl sich seine Stimmung mittlerweile im Vergleich zum Vortag wieder gebessert habe.

Ich war gestern zugegebenermaßen auch sehr, sehr schlecht drauf.

Viel Zeit zum Grübeln bleibt dem Trainerteam und der Mannschaft ohnehin nicht, schließlich steht morgen mit dem Gastspiel im Grünwalder Stadion direkt das nächste, enorm wichtige Spiel auf der Agenda. Koschinat sieht den Hauptdruck weder bei den Löwen noch bei Saarbrücken, schließlich sind die Voraussetzungen für beide Teams nahezu identisch. Lediglich ein Punkt trennt den TSV 1860 und den FCS aktuell in der Tabelle. Ein Sieg würde dem Gewinner den Grundstein für einen spannenden Kampf um die Aufstiegsränge legen, während null Punkte für das jeweils andere Team ein herber Rückschlag wäre – wenn auch möglicherweise kein endgültiger.

Saarbrücken ohne Grimaldi, Zellner rechtzeitig wieder fit

So oder so freut sich der Trainer der Saarländer auf “ein geiles Spiel vor unfassbarem Publikum“. Erstmals seit langem wird das Grünwalder Stadion mit 15.000 Zuschauern wieder voll besetzt sein. Auch der Gästeblock dürfte morgen gut besucht sein.

Personell muss der 1.FC Saarbrücken im Sturm allerdings ein Wehmutstropfen hinnehmen, denn Ex-Löwe Adriano Grimaldi wird nicht zur Verfügung stehen. In der ebenfalls heute stattfindenden LÖWENRUNDE nahm Michael Köllner noch Stellung zum Stürmer der Saarbrücker, erwartete ihn aber ohnehin nicht in der ersten Elf. Nun ist klar, dass Grimaldi für Saarbrücken nicht einmal als Joker auflaufen wird. Im Pokal wurde der 30-Jährige in der Schlussphase eingewechselt, doch bei der gestrigen Trainingseinheit stellte sich ein Einsatz als unmöglich heraus. Es droht sogar das vorzeitige Saisonende für den Stürmer – ein bitterer Verlust für den FCS.

Justin Steinkötter wird für den Angreifer in den Kader rutschen, der in der laufenden Saison bereits 26 Mal zum Einsatz kam und dabei vier Treffer erzielen konnte. Kapitän Steven Zellner hatte nach der Niederlage in Homburg mit Knieproblemen zu kämpfen, konnte aber die heutige Trainingseinheit über die komplette Distanz absolvieren und steht damit aller Voraussicht nach zur Verfügung.

Alles komplett: DFB terminiert Spieltag 35-37 der 3. Liga

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1860 Terminierungen 3 Liga Saison 2021 2022
1860 Terminierungen 3 Liga Saison 2021 2022

Spieltag 38 schon lange klar

Der letzte Spieltag einer Saison wird ja traditionell schon zu Beginn der Spielzeit fix terminiert, da – um jeglicher Wettbewerbsverzögerung vorzubeugen – alle Partien gleichzeitig ausgetragen werden müssen. Früher war dies sogar in den beiden letzten Runden der Fall, aber diese Regel in den drei deutschen Profiligen wurde in der vergangenen Saison erstmals aufgeweicht. Nur noch am finalen letzten Spieltag müssen alle Partien zeitgleich angepfiffen werden. In unserem Fall ist das am Samstag, den 14. Mai um 13:30 Uhr die Partie gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund, die auf Giesings Höhen ausgetragen wird.

Damit sind alle Spiele terminiert

Im fixierten Terminplan der 3. Liga fehlten bis heute noch die drei Spieltermine in Duisburg, gegen den TSV Havelse und in Magdeburg an den Spieltagen 35, 36 und 37. Diese finden zu folgenden Zeiten statt:

Sonntag24. April, 13 Uhr: MSV Duisburg – TSV 1860
Samstag, 30. April, 14 Uhr: TSV 1860 – TSV Havelse
Samstag,   7. Mai, 14 Uhr:
1. FC Magdeburg – TSV 1860

MSV Duisburg - TSV 1860
Duisburg. Schauplatz des vorletzten Auswärtsspiels in dieser Saison.

Das Spiel in Magdeburg könnte eine mdr-Liveübertragung werden. Spannend ist die Frage, ob der derzeitige Tabellenführer aus Sachsen-Anhalts Hauptstadt bis dahin den eigentlich ja schon fest stehenden Aufstieg bereits unter Dach und Fach gebracht hat, und/oder womöglich gegen uns die (vielleicht ganz spontane) Aufstiegsparty steigt.

Gegen die beiden vorherigen Gegner siegte der TSV 1860 in der Hinrunde übrigens jeweils mit 3:2. Der Erfolg in Hannover gegen den Aufsteiger Havelse am 27. November war der erste Auswärtssieg der Löwen in der laufenden Saison – am 17. Spieltag! Der in der Woche zuvor im sechzger.de-Talk gastierende Spieler Yannik Jaeschke konnte nach seiner Einwechslung nach der Pause mit zwei Anschlusstreffern zwar nochmal für Spannung sorgen, am Ende holte Sechzig aber den verdiente “Dreier” in der Ex-Expo-Stadt.

Groundhopping im Westen Ende April

Schon eine Weile vor der nun erfolgten Drittliga-Terminierung wurden auch die letzten offenen Spieltage in Bundesliga und 2. Bundesliga festgesetzt. In der Regionalliga West sollte das in Kürze passieren. Warum das hier von Relevanz sein könnte? Rund um die Partie von Sechzig in Duisburg plant der eine oder andere Löwenfan – wie man hört – ein ausgiebiges Groundhopping-Wochenende im Westen der Republik und da boten sich in der Vorschau doch einige Partien an (z.B. Köln-Bielefeld, Schalke-Bremen, Düsseldorf-Dresden, Aachen-Wuppertal, 1.FC Köln II-Fortuna Köln, oder im Notfall auch Bochum-Augsburg). Und sogar ein Abstecher in die niederländische Ehrendivision ist an jenem Wochenende machbar. In Holland stehen die genauen Spieltermine bereits seit langem fest. Die Reiseplanung kann beginnen.