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Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch im Interview – Teil IV

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Rene Paasch Sportpsychologe Interview Branded

Im dritten Teil unseres Interviews hatte sich Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch gestern über gestern unter anderem mit Ritualen und Extremsituationen auseinandergesetzt. Heute klärt er uns über den von den Medien so gerne zitierten “wichtigen psychologischen Zeitpunkt” auf. Gibt es den wirklich?

Interview mit Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch

Inwieweit wird den Sportpsychologen derzeit die Gelegenheit zum „Training“ gegeben?

Leider noch nicht so oft. Also wenn der Kollege oder die Kollegin in so einem Team ist und die Chance bekommt, ist das großartig. Aber der Alltag sieht anders aus. Meistens steht man mit an der Linie, schön warm eingepackt und schaut diesem Trainingsprozess zu. Und dann gibt es Spieler, bei denen man die Chance hat, im Einzelgespräch etwas zu machen und vielleicht auch noch in der saisonalen Vorbereitung, also im Teambuilding-Prozess. Aber diese ganze Arbeit, die eigentlich stattfinden müsste, der Raum, den ein Sportpsychologe benötigt, um umfangreich zu arbeiten, der wird nicht gegeben, da nun einmal der Schwerpunkt auf dem Platz ist.

Mein Wunsch wäre, dass man diese Dinge mit einbindet. Kommunikation, Selbstvertrauen, Konzentration – es gibt so viele schöne Felder in unserem Bereich, die man wunderbar in diesem Trainingsprozess mit einbinden kann. Dafür muss man aber offen sein. Leider ist das bei Übungseitern, die mal vor 20, 25 Jahren den Fußballtrainer gemacht haben, ganz oft nicht der Fall – es sei denn, sie haben dazugelernt.

Positive Entwicklung bei Felix Magath

Wir sehen es ja jetzt zum Beispiel bei Felix Magath. Wenn man sich mal anhört, wie er heute spricht, dann spricht er über Menschen! Er spricht über Zwischenmenschlichkeit und und und. Das hat er vor 10, 15 Jahren niemals getan. Das zeigt ja auch, dass er verstanden hat, dass es eben nicht nur über Druck und Sanktionen läuft, sondern dass man als Trainer auch viel mehr leisten muss, um seine Spieler zu erreichen.

Es ist nicht der Schlüssel für dauerhaften Erfolg, aber es ist eben die Möglichkeit, Menschen auf Augenhöhe abzuholen und sie zu begleiten in schwierigen Zeiten – aber auch in entsprechend richtig guten Zeiten.

Wann wird ein Spieler aus dem Flow rausgerissen?

Wenn ein Spieler jetzt so aus dem Flow rausgerissen wird, was meinen sie: Wieviel Sekunden oder Minuten ist es denn noch unkritisch? Also ich sag mal so, ein Spiel wird ja auch ganz normal hier und da unterbrochen mit dem Einwurf oder Freistoß. Das dauert dann mal 20 Sekunden, bis dieser ausgeführt ist oder auch eine Minute beim Freistoß. Da dürften die Spieler ja kein Problem mit haben, sich wieder sofort in den in den Spielfluss – auch mental – einzufinden. Wie ist es jetzt aber, wenn es eine längere Unterbrechung gibt, beispielsweise mit dem VAR, wo man womöglich 2-3 Minuten auf die Entscheidung wartet? Gibt es eine Grenze, wo man sagen kann, dass dadurch wirklich ein Bruch im Spiel entstanden ist?

Also körperlich nicht, auf keinen Fall. Gedanklich kann es jedoch entstehen. Deswegen ist es auch so wichtig, relativ schnell wieder ins Spiel zu kommen, am besten so schnell wie möglich den ersten Ballkontakt zu ermöglichen. Also je länger es dauert, bis wir uns wieder auf die Tätigkeit einlassen können, desto schwieriger wird es sein, sich nicht mit anderen Dingen auseinanderzusetzen. Wenn der Spieler Zeit hat, über Dinge nachzudenken, dann ist es so, dass da auch eine Kette von Ideen entsteht, von Gedanken und Bildern. Das kann durchaus dazu führen, dass man aus der Situation raus fällt und es ist schwer, wieder reinzukommen.

“Der Kopf steuert das Verhalten.”

Deswegen ist es körperlich nicht das Problem. Aber viel wichtiger ist, dass sie versuchen, ganz schnell wieder an ihre Aufgabe heran zu gehen, in die Verteidigung, den Zweikampf, die Balleroberung, den Ball fordern, also sich wieder darauf einzulassen, damit dieses Level gehalten wird. Aber dadurch, dass sie während der Belastung so viel Adrenalin und so viele Stresshormone ausschütten, hält das schon über einen längeren Zeitraum an.

Viel wichtiger ist, wie sie gedanklich damit umgehen. Der Kopf steuert das Verhalten. Erst ist der Gedanke, daraus entsteht immer ein Gefühl und aus diesem Gefühl entwickelt sich das Verhalten. Wenn jemand sich auf einmal nur mit diesem Nicht-Freistoß oder mit dieser VAR-Bestätigung auseinandersetzt, dann kann es sein, dass er abgelenkt wird und aus diesem Gefühl des Flows herauskommt.

TSV 1860 SV Wehen Wehen Wiesbaden
Psychologisch wichtiger Zeitpunkt: Semi Belkahia traf in der letzten Saison gegen den SV Wehen Wiesbaden noch vor der Pause zum 1:2. Am Ende siegten die Löwen gar mit 3:2.

Gibt es den “wichtigen psychologischen Zeitpunkt”?

Gibts denn eigentlich wirklich diesen “wichtigen psychologischen Zeitpunkt” eines Tores, wie der Fernsehreporter gerne sagt?

Ja, man kann das als “Schlüsselreiz” benennen, der einem so ein Stück Hoffnung gibt. Es gibt ja ganz oft diese Wende in einem Spiel, wenn man einfach das Gefühl hat, jetzt geht so ein Ruck durch das Team. Dafür gibt es eigentlich immer einen Auslöser. Wenn Teams sich verändern, brauchen sie einen Auslöser. Ganz oft ist dies vielleicht ein gewonnener Zweikampf. Oder es ist die Körpersprache. Der Anschlusstreffer. Oder es ist etwas, was bei der gegnerischen Mannschaft passiert, z.B. weil sie eine rote Karte bekommen.

“Diesen Trigger kann man sich erarbeiten.”

Wir brauchen ganz oft Auslöser, die getriggert sind an Verhalten, welches wir mal erlebt haben. Und wenn wir erlebt haben, dass wir uns als Team auf einmal so richtig aufrichten, weil wir einen Anschlusstreffer gemacht haben, dann sieht man ganz oft: Das funktioniert sofort! Das sind so Dinge, die man üben kann. Diesen Trigger kann man ja vorgeben und sich erarbeiten. Man kann ja nicht nur sagen, der Anschlusstreffer ist der Trigger für Veränderung, sondern auch andere Situationen.

Es gibt viele Verhaltensweisen, die so sein könnten für ein neues Verhalten. Und ich erkenne ganz oft nur, dass es immer ähnliche Dinge sind, die ein Team zu einer Veränderung führen. Das ist dann meistens, dass die gegnerische Mannschaft geschwächt wird oder man erzielt einen Anschlusstreffer. Man kann sich aber diese Schlüsselreize auch anders erarbeiten, ohne dass man das immer koppelt an einer erfolgreichen Situation auf dem Platz.

20 % der Energie werden durch den Kopf beansprucht

Lassen die Spieler mit der Zeit eher physisch oder eher psychisch nach?

Auch da ist es eine Wechselwirkung. Natürlich spüren wir Energieverlust. Wir benötigen Energie für die Leistungsfähigkeit – auch der Kopf. Allein 20% der Gesamtenergie, die wir am Tag zuführen. 20%! Und wenn sie aktuell davon viel mehr benötigen als ihnen gerade zur Verfügung steht, dann steht so ein inkohärentes Verhalten auf der Kopfebene.

Das heißt, der Kopf versucht ständig nach Lösungen zu suchen, findet aber keine und muss unglaublich viel Energie verbrauchen und dann erschöpft der Kopf irgendwann.

“Der Körper ist extrem leistungsfähig.”

Wenn ein Sportler das Gefühl hat, dass er körperlich gerade nicht mehr kann, dann würde der Körper trotzdem weitermachen, wenn der Kopf diese Entscheidung trifft. Beispiel: Wir laufen los und wir merken irgendwann, dass die Beine zu machen. Die Beine bleiben nicht stehen, die Beine würden weiterlaufen. Der Kopf trifft die Entscheidung, dass wir nicht weitermachen möchten.

Wenn ich also Teams habe, die ganz besonders auffällig die letzten 20, 30, 40 Minuten nicht zu Ihrer Leistungsfähigkeit finden, weil sie müde wirken, dann ist es  oft der Kopf und nicht der Körper. Der Körper ist nämlich extrem leistungsfähig. Selbst wenn Sie mal die nächsten Tage nicht essen würden und würden einen Marathon laufen, könnten Sie mit ihren Reserven – und das ist unabhängig davon, ob man mehr Körpergewicht hat oder nicht – fast ein oder zwei Marathons laufe. So viel Energie hätten Sie noch im Körper, wenn Sie diese mobilisieren können. Und ganz wichtig: Wenn Sie davon überzeugt sind, dass Sie das können!

Der Kopf ist also der Entscheider für 90 + 3 und nicht der Körper. Die Mannschaften haben genug Athletiktrainer. Die machen extrem viel, um fit zu sein. Es ist die Entscheidung auf der Kopfebene. Wenn das Netzwerk da oben, der Captain, die Entscheidung trifft “ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr”, dann hören auch die Beine auf, nicht umgekehrt.

Wie geht es im fünften Teil weiter?

In Teil V befasst sich Prof. Dr. René Paasch mit dem Spielerkreis vor bzw. nach dem Spiel, durchleuchtet die Folgen von Negativerlebnissen und stellt die besondere Position von Führungsspielern heraus.

Hier findet Ihr sämtliche Teile des Interviews

Teil I
Teil II
Teil III
Teil IV (dieser Artikel)
Teil V
Teil VI

Vielen Dank an unseren freien Mitarbeiter “Kassenwart”, der das Gespräch mit Prof. Dr. Paasch führte.

Sechzig um sieben: Erste Rückennummern bekannt

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Sechzig um Sieben: Beckett
Sechzig um Sieben: Rafati über das Löwenspiel in Aachen

Der Start der Vorbereitung rückt immer näher und die Fragezeichen bis zum Traingsstart werden weniger. Nun erfuhren die Löwenfans erste Rückennummern von Neuzugängen. Außerdem gab der DFB den Termin des Pokal-Hits gegen Borussia Dortmund bekannt.

Erste Rückennnummern bekannt

Die Rückennumern von zwei Neuzugängen sickerten gestern durch. Martin Kobylanski wird die kommende Saison mit der 10 auf dem Rücken auflaufen. Daher sollte seine Rolle im Team wohl auch klar umrissen sein. Die Nummer 14 wird Offensivspieler Meris Skenderovic tragen. Weitere Nummern sind bisher nicht bekannt.

Pokalfight gegen Dortmund terminiert

Schwacher Trost für alle Löwenfans, die für das Pokalspiel gegen Borussia Dortmund kein Ticket ergattern können: Das Spiel wird am 29.07. vom ZDF live übertragen und um 20:45h angepfiffen. Damit haben die Löwen das erhoffte Spiel im Free-TV und ganz Fußballdeutschland kann sich an der einmaligen Atmosphäre des Sechzgerstadions berauschen.

Interview mit Jonas Schittenhelm

“Absolut zufrieden” zeigte sich der Trainer der U19 mit der abgelaufenen Saison seiner Mannschaft. Die U19 konnte schließlich durch den Aufstieg und die Pokalqualifikation alle sportlichen Ziele erreichen. Warum er trotz des 0:0 Halbzeitstandes nicht nervös war, lest Ihr in unserem großen Interview mit ihm.

Spielplan der U21 veröffentlicht

Die “Amas” starten bereits am 16.07. in die neue Sasion. Gestern veröffentlichte der BFV den Spielplan. Alle Termine findet Ihr hier. Außerdem wurde bekannt, dass die “Amas” ihr erstes Spiel in Gilching austragen. Nicht mehr mit im Kader sind bei den Junglöwen Valdrin Konjuhi und Mussa Fofanah, denn beide wechseln nach Ingolstadt.

Teill III der Interviewreihe mit Prof. Dr. Paasch

In der erhellenden Interviewreihe mit Sportpsychologe Prof. Dr. Paasch ging es gestern um Extrenmsituationen und Rituale. Heute am späten Vormittag erscheint dann der vierte Teil.

News aus der dritten Liga

Nächster Neuzugang bei Waldhof

Der SVW präsentierte gestern den vierten Neuzugang in zwei Tagen. Julian Riedel wird aus Rostock nach Mannheim wechseln. Der Verteidiger mit der Erfahrung von 190 Drittligaspielen soll die Abwehr am Neckar verstärken. Der 30-Jährige durchlief die AUsbildung bei Bayer Leverkusen.

Burger zu Aue

Ex-Löwe Korbinian Burger wird nächste Saison für Erzgebirge Aue auflaufen. Der 27-jährige Verteidiger kommt von Aufsteiger Magdeburg, wo er es in der vergangenen Saison auf 17 Einsätze brachte. Darüber hinaus wurde bekannt, dass Dimitrij Nazarov seinen Vertrag in Aue verlängerte. Der 32-jährige Stürmer geht bereits seit 2016 im Erzgebirge auf Torejagd.

Lankford von Wehen nach Köln

Der schnelle Außenbahmspieler Kevin Lankford löste seinen Vertrag beim SV Wehen auf und unterschrieb bei Viktoria Köln. In Wehen konnte er letzte Saison drei Tore in 23 Spielen erzielen.

Damit seid Ihr kurz vor dem Trainingsstart wieder bestens informiert über das Geschehen an der Grünwalder Straße und in der dritten Liga. Sechzger.de wünscht Euch heute einen erholsamen Feiertag!

 

 

 

Bayernliga Süd: Spielplan der U21 des TSV 1860 veröffentlicht

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TSV 1860 München II Gegen FC Ingolstadt II In Gilching Bayernliga Süd

Jetzt gehts Schlag auf Schlag: Nachdem vorher das Pokalspiel der Profis gegen Borussia Dortmund terminiert wurde, veröffentlichte der BFV nun auch den Spielplan der Bayernliga Süd und somit auch der U21 des TSV 1860.

TSV 1860 U21: Spielplan der Bayernliga Süd

Zum Auftakt muss die U21 des TSV 1860 am 16.07. (14.00 Uhr) gegen den SV Kirchanschöring ran.

Aber Achtung: Das Spiel wird nicht auf dem Trainingsgelände an der Grünwalder Straße ausgetragen, sondern in der Kies-Arena in Gilching (siehe Titelbild).

Der (vorläufige) Spielplan der Löwen-Amateure in der Vorrunde

  1. Spieltag: 16.07. (H) – SV Kirchanschöring
  2. Spieltag: 20.07. (A) – SV Erlbach
  3. Spieltag: 23.07. (H) – FC Ismaning
  4. Spieltag: 30.07. (A) – FC Ingolstadt 04 II
  5. Spieltag: 06.08. (H) – VfB Hallbergmoos
  6. Spieltag: 10.08. (A) – FC Memmingen
  7. Spieltag: 13.08. (H) – FC 1920 Gundelfingen
  8. Spieltag: 20.08. (A) – TSV 1874 Kottern
  9. Spieltag: 27.08. (H) – TSV 1882 Landsberg
  10. Spieltag: 03.09. (A) – TSV Schwaben Augsburg
  11. Spieltag: 10.09. (H) – TSV 1861 Nördlingen
  12. Spieltag: 18.09. (A) – Türkspor Augsburg
  13. Spieltag: 23.09. (A) – TSV 1860 Rosenheim
  14. Spieltag: 08.10. (H) – SV Schalding-Heining
  15. Spieltag: 15.10. (A) – TSV Dachau 1865
  16. Spieltag: 22.10. (H) – FC Deisenhofen
  17. Spieltag: 29.10. (A) – VfR Garching

Neuzugänge: Kobylanski mit der 10, Skenderovic mit der 14

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TSV 1860 Trikot Nummer 10 Rückennummern II moumou Wunschaufstellung Wunschaufstellungen

Jede Saison fragen sich die Fans aufs Neue, welche Trikotnummern die Neuzugänge bei den Löwen wählen. Bei zwei Akteuren können wir bereits Licht ins Dunkel bringen: Während Martin Kobylanski wenig überraschend die 10 erhält, wird Meris Skenderovic in Zukunft mit der 14 auflaufen.

Kobylanski der neue 10er – Skenderovic beerbt Dressel

Der ehemalige Braunschweiger tritt mit der 10 die Nachfolge klangvoller Namen beim TSV 1860 an. Schon Piotr Nowak, Thomas Häßler, Roland Kneißl und zuletzt Timo Gebhart trugen das prestigeträchtige Leiberl mit der 10 auf dem Rücken.

Meris Skenderovic übernimmt indes die Nummer 14 von Dennis Dressel, der die Löwen in Richtung Hansa Rostock verlassen hat.

Meris Skenderovic
Meris Skenderovic läuft mit der Rückennummer 14 für die Löwen auf

DFB Pokal: TSV 1860 – Borussia Dortmund am Freitag Abend (29.07.2022)

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TSV 1860 Grünwalder Stadion

Das Pokalspiel des TSV 1860 gegen Borussia Dortmund wird am 29.07. unter Flutlicht im Grünwalder Stadion ausgetragen. Das ergab die Terminierung seitens des DFB. Zudem wird die Partie der beiden Traditionsvereine live im ZDF übertragen.

TSV 1860 – Borussia Dortmund unter Flutlicht

Das Szenario ist schonmal perfekt: Giesing, Flutlicht, ausverkauftes Haus. Zeit für eine Sensation, liebe Löwen!

Zum Abschluss der vergangenen Drittligasaison besiegte der TSV 1860 die U23 von Borussia Dortmund mit 6:3. Mal schauen, wie sich die Truppe von Michael Köllner gegen die Profis des BVB schlägt. Wir freuen uns schon riesig!

“Absolut zufrieden” – Trainer Jonas Schittenhelm über die erfolgreiche Saison der U19

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Jonas Schittenhelm (Trainer U19 TSV 1860)
Jonas Schittenhelm, Trainer der U19 des TSV 1860

Durch den Aufstieg der U19 spielen nun wieder alle Nachwuchsmannschaften des TSV 1860 München in der höchstmöglichen Liga. Als “absolut zufrieden” zeigt sich Jonas Schittenhelm, Trainer der U19, mit der abgelaufenen Saison im Interview mit sechzger.de.

“Absolut zufrieden mit der letzten Saison”

sechzger.de: Servus, Jonas! Bevor es los geht: Nochmals herzlichen Glückwunsch von allen bei sechzger.de an Dich und Dein Team für den Aufstieg in die Bundesliga und den BFV-Pokalsieg! Und vielen Dank, dass Du Dir mal wieder Zeit für ein Interview bei uns nimmst.

Jonas Schittenhelm: Sehr gerne! Für Euch nehme ich mir gerne Zeit für ein Interview. Und vielen Dank für Eure Glückwünsche.

sechzger.de: Wie zufrieden bist Du mit der letzten Saison?

Jonas Schittenhelm: Ich bin absolut zufrieden mit der letzten Saison. Wir haben alle sportlichen Ziele erreicht. Die Mannschaft hat den Aufstieg realisiert und den Pokal geholt. Mehr geht nicht! Außerdem haben wir alle Spieler weiterentwickelt und konnten sogar einige Spieler an die Profis heranführen. Mit Leandro Morgalla haben wir letztendlich auch einen Junglöwen abgegeben, der bereits regelmäßig bei den Profis zum Einsatz gekommen ist.

sechzger.de: Von Außen hatte man den Eindruck, dass die Rückkehr der U19 in die Bundesliga das große Saisonziel im NLZ war. Hatte das wirklich Priorität oder ist es doch wichtiger, die jungen Spieler weiterzuentwickeln unabhängig von der Liga?

Jonas Schittenhelm: Das Wichtigste für uns ist, Spieler zu entwickeln, die oben – also bei den Profis – anklopfen. Wir hatten dieses Jahr und werden auch nächstes Jahr starke Jahrgänge in der U19 haben, die natürlich soweit oben wie möglich spielen sollen, um sich optimal entwickeln zu können.

Wir standen diese Saison natürlich unter Druck, um unser Saisonziel Aufstieg zu erreichen. Das war sicher eine besondere Herausforderung für das Team. Die Mannschaft hat eine starke Saison gespielt. 89:7 Tore, 15 Siege und ein Unentschieden, sprechen für sich. Dass die Saison bis zum letzten Spieltag noch nicht entschieden war, hatten wir auch dem Meisterschaftsmodus des BFV zu verdanken und der Tatsache, dass Schweinfurt eine überraschend starke Meisterrunde gespielt hat, nachdem sie sich in der Nordgruppe überhaupt nur knapp mit 14 Punkten qualifizieren konnten.

Am ersten Spieltag der Meisterrunde hatten wir bei unserem 0:0 in Schweinfurt ein bisserl Spielglück, aber letztendlich war die Meisterschaft aus unserer Sicht absolut verdient. An dieser Stelle auch ein großes Kompliment an Schweinfurt für die sehr starke Meisterrunde.

TSV 1860 FC Memmingen U19 Aufstieg
Vor dem entscheidenden Spiel gegen die U19 des FC Memmingen

Mit gesundem Selbstbewusstsein ins Entscheidungsspiel gegen Memmingen

sechzger.de: Wie nervös warst Du vor dem letzten Spiel gegen Memmingen? Hätte aus Deiner Sicht noch etwas schief gehen können?

Jonas Schittenhelm: Im Fußball kann natürlich immer alles passieren. Die große Herausforderung dieses Jahr war es, nicht zu stolpern. Es war klar, dass wir das Spiel gewinnen mussten, um alles in eigener Hand zu haben. Wir wussten, dass wir diese Saison die spielstärkste Mannschaft der Liga waren und haben unsere Heimspiele immer klar gewonnen. So sind wir auch immer mit einem gesunden Selbstbewusstsein ins Spiel gegangen.

sechzger.de: Zur Halbzeit gegen Memmingen stand es 0:0. Ihr hattet bis dahin eine Saison ohne Niederlage hingelegt und hättet mit einem Unentschieden unter Umständen am Ende mit leeren Händen dastehen können. Hat man da Angst vor einem unglücklichen Gegentor und dass die Mannschaft dann verkrampft und es am Ende noch schief gehen könnte?

Jonas Schittenhelm: Wie bereits erwähnt, kann alles passieren. Wir wussten, dass wir den Druck hochhalten mussten und es dann nur eine Frage der Zeit sein würde, bis der Führungstreffer fällt. Selbst im Falle eines Rückstandes wäre ich noch sehr zuversichtlich gewesen. Denn wir lagen diese Saison zwei Mal 1:0 hinten und gewannen dann 9:1 gegen Memmingen bzw. 8:1 gegen Deggendorf. Ich denke, wir wären jederzeit in der Lage gewesen, einen Rückstand zu drehen und haben darauf vertraut, dass wir in jedem Heimspiel bis dahin mindestens drei bis vier Tore geschossen hatten.

TSV 1860 FC Memmingen U19 Aufstieg
Die Freude war groß, als der Aufstieg eingetütet war

Pokalqualifikation war wichtiges Saisonziel

sechzger.de: Wie wichtig war der Pokalsieg für Euch, nachdem Ihr die Meisterschaft schon klar gemacht hattet?

Jonas Schittenhelm: Da wir uns unbedingt auch für den DFB-Pokal qualifizieren wollten, war er sehr wichtig für uns. Wir sind das Finalturnier mit vollem Ernst angegangen und haben uns fokussiert drauf vorbereitet. Co-Trainer Florian Ziegler, mit dem ich seit sechs Jahren jede Mannschaft gemeinsam trainieren durfte, hat das zum Abschluss hauptverantwortlich vorbereitet, ich war „nur“ Assistent. Er muss leider aus beruflichen Gründen als Trainer aufhören. Flo hat die Vorbereitung und das Coaching am Turniertag hervorragend gemacht. Es war ein toller Abschluss unserer gemeinsamen Zeit und ich hoffe, er kommt bald wieder zurück zu Sechzig.

sechzger.de: Wie findest Du den Modus des Abschlussturniers? Die Spieler müssen ja bei sommerlichen Temperaturen bis zu 150 Spielminuten an einem Tag absolvieren.

Jonas Schittenhelm: Das ist schon eine sehr intensive Geschichte, vor allem weil man ja nur 18 Spieler beim Finalturnier einsetzen darf. Hinten raus war bei allen Mannschaften der Akku total leer. Ich bin sehr froh, dass sich niemand verletzt hat. Außerdem ist der Zeitpunkt etwas unglücklich, weil er die Sommerpause für die Spieler, die nach oben aufrücken, stark verkürzt. Die Profis beginnen ja bereits am 17.06. mit dem Training. Da ist die Regeneration schon sehr kurz.

U19 Pokal
Auch im Pokal hieß der Sieger TSV 1860 München

Hohe Leistungsdichte in der Bundesliga erwartet

sechzger.de: Wie siehst Du die Chancen, nächstes Jahr die Klasse zu halten?

Jonas Schittenhelm: Es gibt in der nächsten Saison wieder eine Einfachrunde und sechs Absteiger bei 17 Teams in der Bundesliga. Das wird natürlich eine schwere Aufgabe. Unser erstes Ziel wird sein, Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Ich denke, dass vier bis fünf Mannschaften um die Meisterschaft und der Rest gegen den Abstieg spielen werden. Wir werden eine hohe Leistungsdichte und nur geringe Unterschiede bei den restlichen 12-13 Teams sehen.

sechzger.de: In wie weit wird sich der Kader verändern? Devin Sür, Marius Wörl und Michael Glück sollen ja zu den Profis aufrücken. Wird es weitere Zu- bzw. Abgänge geben?

Jonas Schittenhelm: Der ältere Jahrgang rückt auf zu den Profis bzw. zur U21. Devin Sür und Marius Wörl gehören ja zum jüngeren Jahrgang. Sie werden wohl oben trainieren und bei der U19 spielen. Die U17-Spieler mit Jahrgang 2005 rücken zur U19 auf. Die Spieler des älteren Jahrgangs, die letzte Saison schon in der U19 waren, müssen nun den Karren ziehen und die jungen Spieler müssen anschieben.

Sür und Wörl sollen bei den Profis trainieren und bei der U19 spielen

sechzger.de: Kommen die drei dann auch wieder in U19 oder U21 zum Einsatz?

Jonas Schittenhelm: Michael Glück ist aus dem älteren Jahrgang und daher nicht mehr für die U19 spielberechtigt. Sür und Wörl werden wohl wie gesagt bei uns zum Einsatz kommen. Nathan Wicht und Leandro Morgalla wären rein theoretisch auch noch einsatzberechtigt, werden aber ziemlich sicher weiter oben spielen.

sechzger.de: Wie ist das für Dich als Trainer, wenn die Spieler häufig zwischen den Mannschaften wechseln? Kannst Du wirklich gut mit der Mannschaft arbeiten, wenn einzelne Spieler hauptsächlich in anderen Mannschaften trainieren?

Jonas Schittenhelm: Ich kenne die Spieler sehr gut. Habe sie alle mindestens zwei Jahre trainiert, manche sogar länger. Sie haben alle meine/unsere Spielidee verinnerlicht und ihre Einstellung passt auch. Die geben immer Gas. Ich erwarte also keine Probleme!

sechzger.de: Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen Dir und der Mannschaft alles Gute für die kommende Bundesliga-Saison.

Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch im Interview – Teil III

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Rene Paasch Sportpsychologe Interview
Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch im Interview mit sechzger.de

Nachdem sich Prof. Dr. René Paasch gestern über Spielerberater und auch unseren Trainer Michael Köllner geäußert hat, beschäftigt sich das Interview mit dem Sportpsychologen in Teil III unter anderem mit Ritualen und Extremsituationen.

Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch im Interview

Sie hatten bereits erwähnt, dass Spieler versuchen, Unsicherheiten zu reduzieren. Damit sind oft auch Rituale verbunden. Der eine bekreuzigt sich beim Einlaufen, der nächste muss erstmal den Ball anfassen oder über den Rasen streicheln. Ein anderer zieht sich immer erst den rechten Schuh an und hat einen gewissen Ablauf, wie er seine Trainingskleidung ablegt. Wie wichtig sind für die Sportler diese Rituale und was kann eigentlich schlimmstenfalls mit diesem Spieler passieren, wenn er aus diesem typischen Ablauf rausgerissen wird? Wenn z.B. beim Binden plötzlich der Schnürsenkel reißt oder er stolpert in dem Moment, in dem er über den Rasen streicheln will. Was läuft in diesem Moment in dem Spieler ab?

Also in erster Linie ist erstmal ein Ritual auch ein Stück Selbstsicherheit oder Selbstvertrauen. Je mehr wir Dinge tun, die wir kennen, desto mehr vertrauen wir uns. Umso ungewohnter Dinge sind, desto unsicherer fühlen wir uns. Deswegen versuchen wir auch so viele Erlebnisse wie möglich zu schaffen. Wir koppeln das aber auch an bestimmten Situationen. Das heißt: Wenn ein Spieler gute Spiele macht und hatte sich dabei so und so verhalten, dann nimmt er bewusst das als Aufhänger, dass, wenn er sich so immer verhält, daraus dann das Ergebnis folgt. Das ist natürlich etwas, was bei ihm im Kopf stattfindet. “Er konditioniert sich” sagen wir in der Psychologie, er hat also Schlüsselreize. Wenn wir einen knurrenden Magen haben, kann man davon ausgehen, dass man dann automatisch zum Kühlschrank geht, um etwas zu essen.

Handlungssicherheit durch Automatismen

So gibt es viele andere Dinge in unserem Leben, die wir automatisch tun. Das erleichtert uns das Leben. Es führt aber auch dazu, dass wir ganz oft Dinge tun, ohne dass uns das bewusst ist. Kennen Sie vielleicht: Sie fahren Auto und wenn sie immer so ein bisschen gedanklich abschweifen, dann fragen sie sich: Wer ist eigentlich gerade das Auto gefahren oder was hab ich die letzten 50 Kilometer eigentlich gemacht? So sehr bin ich in diese Automatismen drin. Automatismen sind auch wichtig, denn sie verschaffen uns Handlungssicherheit. Rituale führen dazu, dass uns Bestätigungen gegeben werden für unser Verhalten, was möglicherwiese dann die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass wir auch wieder gut sind.

Aber das ist eher etwas, was nur bei uns stattfindet. Wir koppeln also das Verhalten, das Ritual, an Leistungsfähigkeit. Tatsächlich ist es aber nur hausgemacht, aber keineswegs so, dass es wirklich einer Realität entspricht. Das kann sich auch wieder verändern. Es kann sogar passieren, dass wenn dieses Ritual praktiziert wird und er nicht gut spielt, dass er dieses Ritual übern Haufen wirft und wieder nach neuen Möglichkeiten sucht. Deswegen muss man gut überlegen, was an für Automatismen im Alltag hat und wie sehr man davon abhängig ist.

Neue Wege statt Komfortzone

Ich will doch, dass ein Fußballer auf alle Situationen reagieren kann und eben nicht nur in dieser Komfortzone. Mir ist wichtig, dass er sich auch außerhalb der Komfortzone aufhält und auch mutig neue Wege geht, damit auch hirntechnisch eine Veränderung stattfinden kann. Das Schlimmste, was passieren kann, ist eben, dass dieser Halt, diese Sicherheit verloren geht, wenn das Ritual auf einmal nicht mehr so funktioniert.

Dann zweifelt er und sagt: “Ok, ich versteh das jetzt nicht. Eigentlich war doch der Auslöser dieses so und so Verhalten und das gibt mir die Sicherheit auf dem Platz zu funktionieren.” Aber es stimmt, fast jeder Fußballer, den ich kenne, arbeitet mit Ritualen, um sich Sicherheit zu erarbeiten und  im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Unterschiedliche Reaktionen auf Extremsituationen

Nehmen wir an, der Spieler ist nun in einer Situation, in der er sich sicher fühlt. Das Spiel läuft, es kommt nun jedoch zu einem extremen Event. Man erinnere sich an das EM-Spiel, in dem der Spieler Christian Eriksen einen Herzstillstand erleidet und man plötzlich um das Leben seines Mitspielers bangen muss. Der Anlass kann natürlich auch harmloser sein, z.B. eine Spielunterbrechung wegen Ausschreitungen oder vielleicht sogar nur ein VAR-Einsatz. Jetzt ist der Spieler komplett rausgerissen, das Spiel geht aber dann irgendwann weiter und nun die Frage: Findet der Spieler aufgrund des Adrenalinspiegels wieder in den Flow? Oder kann er die Umstände gar nicht ausblenden? Wie muss man sich das vorstellen?

Das ist natürlich sehr unterschiedlich. Jeder Spieler geht sehr unterschiedlich mit solchen Situationen um. Aber solche Ereignisse, die plötzlich auftreten und für uns ganz neu sind, binden natürlich extrem viel Aufmerksamkeit. Es verändern sich die Gedanken, die Sichtweise. Wir merken im Extremfall erst mal, wie nebensächlich Fußball sein kann, wenn wir bei der Situation von Eriksen sind. Dass es einfach viel mehr gibt als Fußball und das dann nicht mehr um Ergebnisse geht, oder ein Punkt oder ein gutes Spiel. In solchen Momenten ist es wichtig für einen Spieler, dies zu akzeptieren. Dass das eine Situation ist, die er nicht verändern kann. Und die nächste Frage, die man sich dann stellen muss: Was kann ich jetzt tun, um zurückzufinden? Also auch konkret wirklich Lösungswege für sich zu erarbeiten.

Marco Hiller TSV 1860 FC Bayern II
Marco Hiller blieb nach einem bösen Foul von Joshua Zirkzee minutenlang lieb und blutete stark – eine Extremsituation für seine Mitspieler

Frühzeitiger Umgang mit Wenn-Dann-Strategien

Das ist oft ganz schwer, weil solche Situationen an Emotionen gekoppelt sind. Das Stärkste, was uns Menschen ausmacht, sind nun mal Hormone. Wenn diese erst mal dazu führen, dass wir uns mit Ängsten und Sorgen auseinandersetzen, dann ist das für den einen oder anderen Spieler, der keine Technik, keine Methoden bereit hat, um da wieder herauszufinden, sehr, sehr schwer, wieder ins Spiel zurückzufinden.

Deswegen müssen Spieler auch frühzeitig lernen, mit Wenn-Dann-Strategien umzugehen. Was ist denn, wenn ich gefoult werde? Wie ist mein Verhalten? Was ist, wenn ich nicht schnell genug ins Spiel finde? Wie muss ich mich verhalten, um ins Spiel zu finden? Was ist, wenn der Schiedsrichter mir zu Unrecht die gelbe Karte gibt oder eine rote Karte? Ganz oft haben Spieler diese Alternativen für sich gar nicht im Kopf.

“Ich würde sie unter Stress setzen”

Wir brauchen also immer auch für uns Erklärungs- und Verhaltensmuster, um mit bestimmten Situationen umzugehen. Und deshalb würde ich wirklich ganz oft Spieler in bestimmten Situationen bringen, damit sie das kompetent lösen können. Aber wenn ich etwas nicht kenne, weiß ich auch nicht, wie ich darauf reagieren kann. Das kann man üben, das kann man trainieren. Man kann mit vielen Situationen des Alltags Spieler in diese Situationen bringen.

Ich würde sie unter Stress setzen, unter Druck setzen. Ich würde Elfmeter üben, würde sie oft so wie möglich in Situationen bringen, wo sie für sich Lösungen erarbeiten müssen. Je mehr sie hirntechnisch an Lösungen parat haben, desto adäquater können sie mit den Situationen des Fußballs umgehen.

Was erwartet uns im vierten Teil des Interviews?

In Teil IV des Interviews klärt uns Prof. Dr. René Paasch über den von den Medien so gerne zitierten “wichtigen psychologischen Zeitpunkt” auf. Gibt es den wirklich? Sind Trainer lernfähig? Und wie lange darf eine Spielunterbrechung sein, bevor ein Spieler seinen Rhythmus verliert?

Hier findet Ihr sämtliche Teile des Interviews

Teil I
Teil II
Teil III (dieser Artikel)
Teil IV
Teil V
Teil VI

Vielen Dank an unseren freien Mitarbeiter “Kassenwart”, der das Gespräch mit Prof. Dr. Paasch führte.

U21: Löwen-Talente Konjuhi und Fofanah wechseln nach Ingolstadt

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TSV 1860 U21 Valdrin Konjuhi

Neun Jahre lang ging Stürmer Valdrin Konjuhi für die Löwen auf Torejagd, nun wechselt der 19-Jährige zum FC Ingolstadt 04 II. Auch Offensiv-Kollege Mussa Fofanah verlässt den TSV 1860 und schließt sich den Schanzern an.

Konjuhi und Fofanah wechseln nach Ingolstadt

Bei Instagram verabschiedete sich Konjuhi nach seiner Unterschrift in Ingolstadt von den Löwen:

“Nach 9 schönen Jahren beim TSV 1860 ist die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen. Ich bedanke mich bei allen Spielern, Trainern, Physios und Funktionäre für die geile Zeit & wünsche allen weiterhin viel Erfolg auf ihren weiteren Weg.”

In der vergangenen Spielzeit erzielte der gebürtige Dachauer bei 19 Einsätzen neun Tore für die U21. Durch die Neuverpflichtungen Fynn Lakenmacher und Meris Skenderovic sowie die Beförderung von Youngster Devin Sür zu den Profis sieht Konjuhi bei den Löwen jedoch keine Perspektive und wagt in Ingolstadt einen neuen Anlauf.

Fofanah nur ein Jahr in Giesing

Lediglich eine Saison streifte sich Mussa Fofanah das Trikot der Löwen über. Nach seinem Wechsel aus Ulm bestritt der Flügelstürmer 26 Partien für die Löwen-Amataure und netzte dabei sechsmal ein. Auch er hofft bei den Schanzern über den Umweg 2. Mannschaft auf den Sprung in den Profibereich.

Sechzig um Sieben: Willsch und Wein beim Saisonauftakt dabei

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Sechzig um Sieben: Heimpremiere rückt näher

Das Wochenende – und damit der Saisonauftakt beim TSV 1860 München – nähert sich in großen Schritten. Erfreulicherweise können Daniel Wein und Marius Willsch an den ersten Einheiten überraschenderweise nun doch teilnehmen. Ein weiterer möglicher Neuzugang wurde von Bernd Winninger unter die Lupe genommen und auch bei der Konkurrenz in der 3.Liga gibt es wieder Neuigkeiten. Genug Stoff also für das heutige Sechzig um Sieben, um euch auf den neuesten Stand zu bringen.

Interview mit René Paasch, Teil II

Im zweiten Teil mit dem Sportpsychologen Dr. René Paasch ging es gestern unter anderem um die Schicksale von Robert Enke und Babak Rafati. Aber auch der erst vor kurzem zurückgetretene Max Eberl ist ein Beispiel für den Druck, der durch die Öffentlichkeit auf eine Person ausgeübt werden kann. Außerdem sind auch die Ladehemmung bei einem Stürmer und Michael Köllner weitere Themen. Heute vormittag wird dann Teil III veröffentlicht.

Elf Tore und am Ende siegreiche Löwen

Ein wilder Schlagabtausch jährte sich gestern zum 67.Mal. Damals waren die Löwen bei den Grasshoppers aus Zürich zu Gast. Insgesamt sahen die Zuschauer auf den Rängen elf Tore bei einem munteren Schlagabtausch. Am Ende hatten die Löwen den längeren Atem und konnten in Zürich gewinnen.

Das Programm für den Saisonauftakt

Samstag können die Löwenfans endlich das erste Mal die Spieler wieder live auf einem Fußballplatz beobachten. Besonders interessant dürften dabei die zahlreichen Neuzugänge sein. Für die Spieler selbst geht es bereits am Freitag los, der neue Athletik-Trainer beschäftigt die Mannschaft in Kleingruppen. Sonntag steht dann direkt der erste Test an, es geht zum Landesligisten TSV Waldkirchen. Einen Überblick über das Programm am ersten Wochenende gibt es hier.

Willsch und Wein von Beginn an dabei

Zwei weitere Spieler, die schon länger beim TSV 1860 unter Vertrag stehen, werden sich wie Neuzugänge anfühlen, wenn sie wieder auf den Platz zurückkehren. Die Rede ist von den beiden Langzeitverletzten Marius Willsch und Daniel Wein. Nachdem Michi Köllner zunächst noch davon ausging, dass beide beim Trainingsauftakt noch nicht fit sind, scheint sich der Zustand nun doch gebessert zu haben. Zumindest können sowohl Willsch als auch Wein am Freitag bei den ersten kurzen Einheiten teilnehmen wie die AZ berichtet. Ob sie dann auch am Samstag auf dem Platz stehen, wird sich noch entscheiden.

Joseph Boyamba im Check

Ein anderer Spieler ist hingegen noch nicht offiziell an der Grünwalder Straße, doch gerüchteweise wurde er dort bereits gesichtet. Sicher ist, dass Boyamba in München war. Löwenfans sichteten den 25-Jährigen am Flughafen wie sie gegenüber sechzger.de berichteten. Grund genug für Bernd Winninger, die eingestaubte Taktiktafel kurzzeitig aus der Sommerpause zu holen und einen Blick auf den potentiellen Neuzugang zu werfen.

News aus der 3.Liga

Drei Neuzugänge beim Waldhof

Einer der großen Verlierer der bisherigen Transferperiode dürfte Waldhof Mannheim sein. Ganz unschuldig an dieser Einschätzung ist auch der TSV 1860 München durch die Verpflichtung von Jesper Verlaat nicht. Nun aber haben die Kurpfälzer gleich drei Neuzugänge an einem Tag präsentiert. Von Hansa Rostock kommt Bentley Bexter-Bahn, aus Magdeburg wechselt Adrian Malachowski zum Waldhof. Das größte Aufsehen dürfte allerdings Berkan Taz verursacht haben. Der 23-Jährige lief in der abgelaufenen Saison für Dortmund II auf und machte mit zehn Toren sowie acht Vorlagen auf sich aufmerksam. Mit dem Wechsel nach Mannheim will er nun den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen.

Geldstrafe für Mannheim

Auch bei der nächsten Meldung steht Waldhof Mannheim im Fokus. Insgesamt 16.350€ muss der Drittligist an den DFB überweisen. Grund dafür ist neben Pyrotechnik in zwei Fällen auch das Werfen von Münzen auf den ehemaligen Löwen-Spieler Stephan Salger, der mittlerweile zurück in seine Heimat gewechselt ist. Ende März war es bei der 0:3-Auswärtsniederlage der Löwen zu den unschönen Szenen gekommen. Mannheim hat dem Urteil bereits zugestimmt.

Gerücht: Joseph Boyamba zu 1860? Der Stürmer im Check!

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Waldhof 1860 Elfmeter Boyamba
In der Vorsaison traf Joseph Boyamba per Elfmeter gegen die Löwen

Das Gerücht, dass der TSV 1860 München offenbar ein Auge auf den Offensivallrounder Joseph Boyamba geworfen hat, macht seit einigen Tagen die Runde. Ohne zu wissen, was da tatsächlich dran ist, haben wir mal einen Blick auf den Stürmer geworfen.

Was für ein Spielertyp ist Boyamba

Am wohlsten fühlt sich der 1,73 m große, schnelle Techniker auf der rechten Außenbahn. Er kann aber alle offensiven Positionen bekleiden. Boyamba wäre ein Spieler der alles mitbringt um den Löwen offensiv weiterzuhelfen.

In seiner Profikarriere hat er vom offensiven Mittelfeld bis zum Mittelstürmer im Angriff schon jede Position gespielt und auch im rechten Mittelfeld hat man ihn schon in Aktion gesehen. Bisher hat er in achtundsechzig Spielen in der 3. Liga für den SV Waldhof siebzehn Tore erzielt. Dazu kommen achtunddreißig Tore in hundertsiebenundzwanzig Regionalliga Spielen.

Offensiv

Seine Fähigkeit, sich auf allen Positionen in der Offensive und auf beiden Seiten des Spielfelds zurechtzufinden, eröffnet Chancen auf ein sehr variantenreiches Offensivspiel. Egal, wo Boyamba in der Startaufstellung eingeteilt ist: Man darf davon ausgehen, dass er nicht über 90 Minuten seine Position halten wird. Würde man ihn dazu verdonnern, nähme man ihm viel von seiner Gefährlichkeit. Boyamba ist ein Spieler, der durch Freiheiten im Spiel nach vorne seine Durchschlagskraft entwickeln muss.

Torgefährlichkeit ist ein weiterer Aspekt. Jeder fünfte seiner Schüsse ist ein Treffer. Mehr als die Hälfte aller seiner Schussversuche verschaffen dem Torhüter auch Arbeit. Diese Quote macht ihn zu einem der Top 5-Offensivspieler in dieser Kategorie. Auf seiner Lieblingsposition, dem rechten Flügel, ist er hinter Ceka von Aufsteiger Magdeburg auf Platz zwei in dieser Statistik. Leider schießt er eher selten selbst. Etwas mehr als eineinhalb Schüsse pro Spiel setzt Boyamba im Schnitt ab. Wenn er sich da nur um einen Schuss pro Spiel steigert und die Zielgenauigkeit beibehält, bekommen wir eine Tormaschine.

Wenn Boyamba dann noch öfter das Kombinationsspiel sucht und sich seltener in eins gegen eins-Situationen verzettelt, wird er einschlagen wie eine Bombe.

Defensiv

Gegen den Ball ist Boyamba zumindest am Boden überaus Stabil. Kopfballwunderdinge, im Luftzweikampf, darf man bei seiner Größe, keine, vom gebürtigen Troisdorfer, erwarten. Mit achtundfünfzig Fouls in fünfunddreißig Spielen ist er offensichtlich auch wenn es mal sein muss bereit den Gegner mit unerlaubten Mitteln vom Ball zu trennen und zu stoppen bevor eine Situation zu brenzlig wird. Oft hat man gesehen, dass Boyamba im Pressing direkte Zweikämpfe gewinnt und wenn möglich sofort die nächsten Attacke einleitet.

Passspiel

Seine Passgenauigkeit ist für einen Spieler auf seiner Position auf den ersten Blick durchaus beeindruckend. Seine Flankengenauigkeit hingegen bedarf ein wenig der Verbesserung.

Viel beim Passspiel hängt hier ja auch von der Spielphilosophie und Taktik der Mannschaft ab, in der man spielt. In einer Mannschaft, die gerne hoch presst und auch mal direkt auf den ballführenden Spieler geht, ist es nach Ballgewinn durchaus auch mal nötig, das Leder zurückzupassen. Von daher ist Boyambas relativ hohe Anzahl an Rückpässen durchaus logisch. Insofern ist die hohe Passgenauigkeit nicht mehr ganz so beeindruckend. Rechnen wir diese Pässe raus, ist Boyamba immer noch im besseren Durchschnitt der Offensivspieler, was Passgenauigkeit anbelangt.

Fazit

Wenn das Gerücht wirklich stimmt und Joseph Boyamba zum TSV 1860 wechselt, dann ist das ein Top-Neuzugang, der die gegnerischen Defensivreiehen durch seine Variabilität vor große Probleme stellen wird. Schafft Boyamba es zudem, einen Schuss mehr pro Spiel abzufeuern, und behält er seine Zielgenauigkeit bei, schießt er kommende Saison mindestens 20 Tore, falls er es auf 35 Spiele bringt.

Auch für einen agressiven Pressingstil, um den Gegner beim Aufbau zu stören, bringt der wendige Spieler alles mit, was man braucht, um erfolgreich zu sein.

Datenquelle: Wyscout