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Saisonauftakt: Das Programm für das erste Wochenende

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Trainingslager TSV 1860 Windischgarsten
1860 im Trainigslager Windischgarsten

Mission Aufstieg beginnt am Freitag

Am kommenden Wochenende startet der TSV 1860 in die neue Saison 2022/23. Knapp fünf Wochen nach dem letzten Pflichtspiel der Vorsaison (6:3 gegen Borussia Dortmund), in dem die Qualifikation für den DFB-Pokal gesichert wurde, steht für die Löwen der Saisonauftakt auf dem Programm. Am Ende der Spielzeit soll im Sommer 2023 – im dritten (kompletten) Anlauf für Michael Köllner an der Seitenlinie – die Rückkehr in die 2. Bundesliga gelingen.

Erstes öffentliches Training am Samstag um 14 Uhr

Der Löwendompteur verriet am Montag Mittag bei einem Gespräch mit den 1860-Reportern der schreibenden Zunft die genauen Pläne für das Auftaktwochenende.

Wir haben am Freitag Tests mit kleinen Gruppen auf dem Platz draußen. Immer 30 Minuten, dass sie sich wieder an die Fußballschuhe gewöhnen … Am Samstag sind dann keine Tests mehr, der neue Athletiktrainer rauscht da am Freitag über alle hinweg. Samstag früh werden die Tests schon mit den Spielern besprochen. Am Nachmittag geht es dann im Kraftraum los. Eine halbe Stunde. Bei Superwetter werden wir es auch gleich draußen machen. Dann um 14 Uhr ist Training.

Gewiss interessant für den einen oder anderen Fan: Dies wird die erste öffentliche Einheit an der Grünwalder Straße 114 sein, bei der man einen ersten Blick auf die Neuzugänge werfen kann.

Noch am Samstag Abfahrt Richtung Waldkirchen

Nach dem Training gibt es für die Akteure etwas zu essen, ehe sie direkt in den Bus steigen und Richtung Waldkirchen aufbrechen. Am Sonntagmorgen findet in Niederbayern die nächste Trainingseinheit statt – erneut mit Zugang für die Löwenfans vor Ort. Die Fannähe ist Michael Köllner wichtig:

Niederbayern ist schon eine Base von uns, wo wir richtig viel Fanpotenzial haben.

Erster Test gegen Sechstligisten

Am Sonntagnachmittag um 16 Uhr steigt dann das erste von zahlreichen Testspielen in der Saisonvorbereitung. Gastgeber ist der Aufsteiger in die Landesliga Mitte, der TSV Waldkirchen. Wer plant, den Auftritt der Löwen in Niederbayern live zu verfolgen kann sich hier online mit Tickets eindecken. Rund 1.500 von möglichen 3.500 Eintrittskarten sind für das Spiel im Knaus-Tabbert Stadion im Vorverkauf abgesetzt worden. Es wird also auch am Spieltag eine Tageskasse in Waldkirchen geben.

Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch im Interview – Teil II

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Rene Paasch Sportpsychologe Interview Branded

Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch arbeitet mit Einzelsportlern, Trainern und Teams aus verschiedenen Sportarten. Seine Schwerpunkte sind u.a. Führung und Teamentwicklung, Kognitives Training, Psychologisches Aufbautraining nach Sportverletzungen, Persönlichkeits- und Leistungstests, Mentales Training, Stressmanagement, Betriebliches Gesundheitsmanagement und der Umgang mit Medien. Im Interview (hier gehts zu Teil I) erläutert Paasch sportpsychologische Themen und gibt heute auch eine Einschätzung zu Löwen-Trainer Michael Köllner ab.

Interview mit Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch

Hat sich der mediale und öffentliche Umgang mit Themen wie Stress oder Druck durch Fälle wie Robert Enke oder Babak Rafati nicht verbessert? Er war ja Schiedsrichter, der auch unter Stress stand und damit nicht mehr klar kam. Mit dieser medialen Öffnung der Schicksale hätte ich erwartet, dass man nun sowohl in den Vereinen als auch im Umfeld (Familie, Spielerberater, etc.) mit solchen Themen offener umgeht. Ist das denn nicht der Fall?

Wir haben in der Gesellschaft das Problem, dass dies mit Schwäche assoziiert wird – und Schwächen gibt es nicht im Fußball. Wir sind alle nur stark und mächtig und Weicheier gibt es auch nicht. Deswegen haben wir ja auch so ein Problem mit Menschen, die gleichgeschlechtlich lieben, die sich anders verhalten. Das heißt: Diese Öffnung, gerade im Kontext von Fußball, die fehlt mir manchmal. Natürlich gibt es Initiativen, die mittlerweile aktiv sind. Es gibt mental gestärkt, es gibt Mentaltalent, es gibt die Initiative der Deutschen Sporthochschule Köln, die auch sehr stark versucht, den Fußball mehr für dieses Thema zu sensibilisieren. Aber auch die haben mittlerweile ein bisschen aufgegeben. Das ist nicht böse gemeint. Die arbeiten jetzt auch nur noch mit Nachwuchs. Einmal mehr macht der Profifußball, was er will. Da es ja keine Vorgaben gibt, müssen die sich auch nicht damit beschäftigen.

Mahnendes Beispiel Max Eberl

Wir sehen es ja auch ganz aktuell an Max Eberl: Wo war denn da der Psychologe, der frühzeitig erkannt hat, dass er ausgebrannt ist? Wer hat sich denn für ihn interessiert? Niemand hat sich dafür interessiert, sonst wäre das nämlich nicht passiert. Erst wenn das Kind so richtig in den Brunnen gefallen ist, dann holt man sich einen Psychologen. Aber ich bin auch kein Feuerwehrmann. Ich kann auch nicht von heute auf morgen die Situation verändern, sondern ich muss in diesen Prozess eingebunden werden. Da spielt der Verein eine Rolle, die Identität, die Philosophie. Welche Gedanken haben die Menschen, wie arbeiten sie zusammen, was ist die Kommunikation und was bringen sie mit? Es ist unfassbar vielschichtig, aber man muss auch bereit und offen dafür sein.

Natürlich nehmen wir Tendenzen und Veränderungen wahr. Für mich sind sie einfach noch viel zu wenig, denn  ganz oft ist es so, dass sie sagen: “Hey ist nicht böse gemeint, der hat 100.000 Euro Monat als Einkommen, der wird sich ja wohl einen Psychologen selbst leisten können.” Da liegt auch ganz oft das Problem. Dann kann ich zwar mit dem Einzelnen arbeiten, aber das ist ja ein Teamprozess, ein Teamentwicklungsprozess. Und wie kann ich an einem Team arbeiten, wenn ich eben halt nur von außen mit dem Einzelnen arbeiten kann? Dann kann ich zwar den Einen auf den Weg bringen, habe aber in den seltensten Fällen gleichzeitig Einfluss auf das Team.

Therapie gegen Ladehemmung eines Stürmers?

Wenn jetzt ein Team tatsächlich in einer schlechten Phase ist und der Torjäger seit zehn Spielen Ladehemmung hat, hört man ja auch mal, dass sich der Spieler auf die Couch beim Psychologen legen soll und dieser ihn mental versucht zu stärken. Wie sinnvoll sind solche kurzfristige Aktionen? Geht es nicht eigentlich nur, wenn schon eine langfristige Beziehung zu dem Therapeuten besteht und bereits ein entsprechendes Vertrauensverhältnis aufgebaut ist?

Also erstmal muss man ja auch unterscheiden zwischen dem Sportpsychologen und dem Therapeuten. Der Sportpsychologe kann einen Prozess begleiten, der kann Leistung optimieren und gesund halten. Er kann aber niemals therapeutisch tätig werden, denn das darf er auch nicht. Aber er kann Dinge erkennen und wenn er erkennt, dass jemand viele traurige Phasen hat oder sich auffällig verhält oder Ängste entwickelt, dann muss er den Weg zu einem Therapeuten vermitteln, denn der darf wirklich auch nur therapeutisch arbeiten.

Wenn aber ein Spieler plötzlich das Tor nicht mehr trifft oder nicht zu seiner Leistungsfähigkeit zurück findet, dann helfen natürlich auch Gespräche. Aber man muss auch gezielt an seinem Verhalten arbeiten. Ganz oft ist es so, dass die Spieler sehr fehlerorientiert sind. Sie denken sehr viel über Fehler nach und erzeugen für sich einen immensen Druck. Wenn man Druck erzeugt, gibt es auch immer im Gegendruck. Aber Leistungsfähigkeit entsteht immer nur dann, wenn Spieler gelöst sind. Wenn sie sich etwas zutrauen und wenn sie mutig sind. Dann helfen sportpsychologische Techniken und Methoden, um jemand da rauszuholen.

Es gibt kein Zaubermittel

Aber es ist eben nun mal kein Zaubermittel, das ist ein Prozess, der bei dem einen oder anderen Spieler auch mal länger dauern kann. Es gibt jedoch auch Möglichkeiten, mit denen man  Spieler relativ schnell auf die Spur bringt. Das kann man schaffen, aber es gibt keine generelle Lösung. Denn warum ein Spieler nicht funktioniert, ist komplex. Das kann im familiären Bereich begründet sein. Es kann sein, dass er Probleme mit dem Trainer hat oder dass die Beziehungsgestaltung innerhalb des Teams nicht passt. Vielleicht wurde er medial angegriffen.

Es gibt unfassbare viele Beispiele, die einen Spieler verunsichern können. Wenn sich der Spieler mit der Verunsicherung beschäftigt, dann hält er dieses Fenster aufrecht und findet kaum Möglichkeiten, wieder herauszufinden. Das sehen wir ganz oft, wenn Teams nicht funktionieren. Dann kritisieren sie sich extrem gegenseitig. Die Trainer sagen beispielsweise ganz oft in Mannschaftsitzungen – und das meine ich jetzt gar nicht böse: “Jungs, Ihr müsst zusammenrücken”. Die erste Frage, die ich dem Trainer stelle: Wie sollen die Jungs das machen? Dann guckt er mich an. Man redet so oft von Teambuilding und Teamentwicklung. Aber sagt den Jungs doch konkret, wie sie es tun sollen! Das findet oft nicht statt sondern erfolgt oft nur oberflächlich. Oder sie rufen  rein: “Konzentrier Dich!” Dann sag ich: Ja, dann erklär dem Spieler, wie er das machen soll.

Trainer sind oft überfordert

Es fehlt oft das Handwerkszeug, konkret den Jungs dabei zu helfen, aus dieser Situation rauszukommen. Wenn bei einem Team nach dem 0:1 die Köpfe runtergehen, dann muss ich den Jungs doch erklären können, was sie tun müssen, um da rauszukommen. Also dieser Lösungsweg, aktiv mit Menschen und Teams zu arbeiten, das wird jetzt auch über den Think Tank und die DFB-Spielerakademie  auch gefördert und mit eingebunden. Das heißt, das Menschliche spielt jetzt eine Rolle. Es wird eine Zeit dauern, bis das wirklich an der Basis ankommt. Es werden aktuell aber noch ganz entscheidende Fehler gemacht. Wir sehen es im Nachwuchsfußball.

Der Schlüssel für Wachstum, also dafür, dass mehr da oben ankommen, ist der Trainer. Wir wissen ganz oft auch aus unserem eigenen Leben, dass wir uns sehr gerne an Menschen zurück erinnern, die uns gutgetan haben, die uns abgeholt haben, die uns begeistert haben. Wenn aber ein Trainer schon sehr früh Druck erfährt und über Ergebnisse definiert wird, und infolge dessen Kinder sanktioniert werden und ihnen keine Chance gegeben wird, sich langfristig zu entwickeln, dann wissen wir, was da rauskommt. Nämlich, dass 0,003% der Kinder im Profifußball ankommen. Wo sind denn die ganzen Talente? Meine These ist, dass der größte Teil wegbricht, weil nicht die richtigen Menschen am richtigen Ort sind.

Michael Köllner
Über Michael Köllner findet Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch lobende Worte

Wie schätzt Prof. Dr. René Paasch Michael Köllner ein?

Wie sehen Sie in dem Zusammenhang unseren Trainer Michael Köllner im Thema Psychologie? Wie modern ist er da von seiner Art des Umgangs mit den Spielern?

Ich kenne ihn nicht persönlich, habe seinen Weg jedoch ein bisschen verfolgt. Ich kann natürlich nicht sagen, wie er persönlich mit der Mannschaft arbeitet. Ich kann sagen, was ich so medial wahrnehme. Ich hab auch das Buch gelesen, das er geschrieben hat und ich glaube sagen zu können: Von außen betrachtet hat er ein großes Interesse an Menschen. Und er hat auch Lust, mehr zu machen als was eben nur auf dem Platz stattfindet.

Wahrscheinlich auch, weil er für sich auch gespürt hat, dass Trainertätigkeit allumfassend ist und dass man viele verschiedene Berufsfelder mit einbinden muss, um Spieler zu erreichen. Aber ob es am Ende des Tages dann auch ein Handwerkszeug ist, das er benutzt, muss man sehen. Weil wir wissen ja auch, dass wenn Menschen unter Druck oder unter Stress geraten, dann agieren sie eigentlich im Grunde nicht so, wie sie es sich gerne wünschen, sondern reagieren eher auf Gegebenheiten.

Köllner erkennt die Wichtigkeit des Zwischenmenschlichen

Deswegen glaube ich, dass er aufgrund seiner Erfahrung verstanden hat, dass eben halt auch das Zwischenmenschliche sehr wichtig ist, dass der Spieler zu sehen ist, dass die Idee hinter ihm zu sehen ist und dass er da auch komplexer herangeht. Aber das ist nur eine Außenperspektive. Wenn ich mir so seine Posts anschaue und wenn er so spricht in der Öffentlichkeit, dann macht es da den Anschein, dass er halt über den Tellerrand hinaus an den Spielern interessiert ist.

Teil III: Rituale und Extremsituationen

Der dritte Teil des Interviews mit Prof. Dr. René Paasch behandelt unter anderem die Themen Rituale und Extremsituationen. Zu Lesen gibts das Ganze ab morgen Vormittag – nicht verpassen!

Hier findet Ihr sämtliche Teile des Interviews

Teil I
Teil II (dieser Artikel)
Teil III
Teil IV
Teil V
Teil VI

Vielen Dank an unseren freien Mitarbeiter “Kassenwart”, der das Gespräch mit Prof. Dr. Paasch führte.

Sechzig um sieben: Köllner sucht noch zwei Mittelfeldspieler

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Sechzig um Sieben: Löwen in Rot, im Podcast und im Blick

Gestern erfolgte der inoffizielle Startschuss für die kommende Saison. Michi Köllner lud zu einer Presserunde und verkündete, dass er beim TSV 1860 München bleibt und noch zwei Mittelfeldspieler sucht.

Köllner bleibt

In der Presserunde auf dem Münchner Viktualienmarkt bestätigte der Löwentrainer, dass er auch in der kommenden Saison an bei 1860 an der Seitenlinie stehen wird. Offenbar haben die Transfers der Sommerpause ihm eine ausreichende Perspektive gegeben, um ihn Giesing zu bleiben.

1860 sucht noch zwei Mittelfeldspieler

Außerdem verkündete Köllner, dass 1860 noch weitere Neuverpflichtungen anstrebt. Laut Köllner sucht 1860 noch zwei weitere Mittelfeldspieler. Einer davon könnte Joseph Boyamba sein, der angeblich gerstern auf dem Trainingsgelände gesichtet wurde und bei Transfermarkt als möglicher Neuzugang gehandelt wird.

Torsten Fröhling vor Rückkehr?

Nach Angaben der Bild steht Torsten Fröhling vor einer Rückkehr nach Giesing. Der ehemalige Amateur- und Proficoach wurde im Frühjahr bei Schalke 04 II entlassen.

Neue Gegner der U21

Mit fünf neuen Gegnern bekommt es die U21 nächste Saison in der Bayernliga Süd aufnehmen. Dazu gehört auch der von Sascha Mölders trainierte TSV 1882 Landsberg. Eine Übersicht über die kommenden Gegner findet Ihr hier.

News aus der dritten Liga

Hug zu Halle

Der Hallesche FC verpflichtet mit Nico Hug einen neuen Linksverteidiger für die kommende Saison. Der 23-Jährige kommt vom FC Vaduz aus der zweiten Schweizer Liga. Hug durchlief das NLZ des SC Freiburg.

Andre Becker zu Viktoria Köln

Der 25-Jährige kommt von Jahn Regensburg. Der 1.97m große Mittelfeldstürmer war letzte Saison an die Würzburger Kickers ausgeliehen. Verletzungsbedingt kam er nur auf sechs Einsätze am Dallenberg, in denen ihm immerhin zwei Tore gelangen.

Hemmerich bei Bayreuth im Gespräch

Der Verteidiger von Preußen Müncter soll kurz vor einer Unterschrift bei den Oberfranken stehen. Er absolvierte zwölf Zweitliga-Partien für Bochum, Aue und Würzburg und bringt es auf 49 Einsätze in der dritten Liga.

Damit wisst Ihr in der Woche vor dem Traininigausftakt wieder, was bei den Löwen und in der dritten Liga läuft.

BILD: Wird Torsten Fröhling neuer Co-Trainer des TSV 1860?

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TSV 1860 Trikot Bundesliga 1994/95 redaktion Wunschaufstellungen
"Stempeltrikot" des TSV 1860 München

Am 02.06.2015 rettete Kai Bülow die Löwen mit seinem Last-Minute-Treffer vor dem Abstieg aus der 2. Bundesliga. Trainer damals: Torsten Fröhling. Laut BILD bahnt sich nun die Rückkehr von Fröhling zum TSV 1860 als Co-Trainer an.

Wird Fröhling neuer Co-Trainer des TSV 1860?

Nachdem Wunschkandidat Nate Weiss vom VfB Stuttgart keine Freigabe erhielt, sind Michael Köllner und die Löwen weiterhin auf der Suche. Heißester Kandidat für den Posten als Co-Trainer bei Münchens großer Liebe ist nun wohl Torsten Fröhling.

Der ehemalige Spieler des HSV und des FC St. Pauli war zuletzt als Trainer des FC Schalke 04 II tätig und wurde dort im März 2022 entlassen. Bei den Löwen stand Föhling bereits von 2013 bis 2015 unter Vertrag.

Michael Köllner bleibt bei 1860 und sucht noch zwei Mittelfeldspieler

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Michael Köllner Fredi Heiß

Geht er? Bleibt er? So wirklich an einen Abschied von Michael Köllner vom TSV 1860 hat vermutlich eh niemand geglaubt, doch nun stellte der Trainer im Gespräch mit Pressevertretern klar, dass er den Löwen erhalten bleibt.

Michael Köllner bleibt beim TSV 1860

Gut gelaunt empfing Michael Köllner seine Gäste auf dem Viktualienmarkt und neben den geladenen Medienvertretern ließen sich auch Meisterlöwe Fredi Heiß und der ehemalige Stadionsprecher Stefan Schneider blicken.

In dieser kleinen Runde bestätigte der Trainer, dass er auch in der kommenden Saison bei den Löwen an der Linie stehen werde. Angesichts der bereits getätigten Transfers, die Köllner eine gute Perspektive bieten dürften, erfolgte diese Aussage nicht überraschend.

Im Rahmen des Gesprächs stellte Köllner aber auch klar, dass die Personalplanung noch nicht abgeschlossen sei und dass er gerne noch zwei Mittelfeldspieler verpflichten würde. Erst dann könne man die Löwen als Aufstiegskandidaten titulieren.

Michael Köllner Stefan Schneider
Auch der ehemalige Stadionsprecher Stefan Schneider folgte Köllners Einladung

Groundhopping Kolumbien: Der Traum von der Copa Libertadores

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Unser Leser Stefan ist ein Weltreisender in Sachen Fußball. Bereits des Öfteren haben wir auf sechzger.de über seine Trips rund um die Erdkugel berichtet. Im Jahr 2015 verschlug ihn sein Hobby Groundhopping nach Kolumbien – viel Spaß beim Lesen!

Der Traum von der Copa Libertadores

Bei meiner Reise durch Kolumbien im Frühjahr 2015 konnte ich mir endlich einen langersehnten Traum erfüllen: ein Spiel der Copa Libertadores, dem südamerikanischen Pendant zur Champions-League, sehen.

Ein Heimspiel des Clubs Atletico Nacional Medellin in Kolumbien sollte es sein. Die Grün-Weißen aus der Stadt von Drogenkönig Pablo Escobar sind einer der größten Vereine des Landes und konnten diesen Cup 1989 schon mal gewinnen. Anders als unsere Champions-League ist die Copa Libertadores finanziell nicht so auf Rosen gebettet. Das jedoch hat den positiven Nebeneffekt, dass nicht jedes Jahr die selben sechs Mannschaften den Titel unter sich ausmachen. Allein in den 15 Jahren von 2005 bis 2019 gab es 13 verschiedene Sieger.

Groundhopping Kolumbien

Im letzten Spiel der Gruppenphase traf Atletico Nacional auf den Club Libertad aus Paraguay. Beide Teams waren punktgleich auf den Plätzen eins und zwei, nur ein Punkt dahinter aber wartete La Plata aus Buenos Aires. Ein Sieg bedeutet also das sichere Weiterkommen in die Ausscheidungsspiele.

Das Estadio Atanasio Girardot ist eine riesige, teilüberdachte, typisch südamerikanische Schüssel für 53.000 Menschen mit zwei Rängen. Aus Paraguay kamen keine Gästefans angereist, sodass die etwa 43.000 Besucht allesamt für Nacional und dementsprechend auch in grün-weiß gekleidet waren.

Ich sollte nicht enttäuscht werden: Die Barra Brava hatten ein riesen Sortiment an Fahnen, Bannern, Trommeln und Liedern aufgeboten und zeigten zu Spielbeginn eine gute Choreo aus Luftballons.

Einheitliche Schwenkfahnen

Was mir überaus gut gefallen hat und was ich vorher noch nirgends gesehen habe: Im Fanblock waren überall die selben Fahnen zu sehen. Etwas größer als typische Fanshop-Fahnen, aber dennoch im einheitlichen Farbmuster mit Vereinslogo, wobei aber jeweils auch der Fanclubname, oder ein Ortsteil mit auf der Schwenkfahne stand. So verschwammen die einzelnen Fanclubs, die komplett hinter ihrem Verein standen, zu einem großen, einheitlichen Ganzen. Ein paar Wochen später habe ich zu Hause von dieser Idee erzählt und kurz darauf habe ich überall die Aufkleber der ML gesehen, garniert mit den unterschiedlichen Stadtvierteln. Ob es da einen Zusammenhang gab?

Spielerisch ließ Atletico nichts anbrennen und gewann sicher mit 4:0. Drei der Tore fielen in der zweiten Halbzeit. Und je mehr feststand, dass hier kein Ausscheiden mehr zu befürchten war, desto mehr sangen sich alle Zuschauer fast in einen Rausch. Überall wurden grünweiße Regenschirme, Luftballons und Trikots geschwenkt und typisch südamerikanisch gehüpft und gesprungen. Abgerundet wurde das tolle Bild noch mit den Lichtern der Favelas an den Hängen rund um das Stadion. Es war ein wunderbarer Abend, der natürlich im Anschluss noch mit ein paar “Club Colombia”-Bieren abgerundet wurde.

Große Geste gegenüber Chapecoense

Atletico Nacional qualifizierte sich also für die Ausscheidungsspiele, verlor dort aber schon in der ersten Runde gegen Emelec aus Ecuador. Für den Club ging jedoch das darauffolgende Jahr 2016 in die Geschichtsbücher ein, als die begehrte Trophäe zum ersten Mal seit 1989 wieder gewonnen wurde.

Auch beim zweithöchsten Turnier, der Copa Sudamericana, nahm Atletico teil und schaffte es bis ins Finale. Dieses jedoch wurde niemals ausgespielt, da das Flugzeug des Gegners Chapecoense im Landeanflug für das Hinspiel in Medellin am 28. November 2016 abstürzte und fast die gesamte Mannschaft der Brasilianer in den Tod riss.

Atletico Nacional verzichtete zugunsten Chapecoense auf den Titel und die Siegprämie. Obwohl das Finalspiel nicht stattfinden konnte, trafen sich dennoch 52.000 Anhänger von Nacional im Stadion, und sangen gemeinsam die Hymne von Chape. Die SZ schrieb dazu:

“Es waren 90 Minuten Fußballstimmung, ohne dass ein Ball rollte, vielleicht einer der größten Momente der jüngeren Sportgeschichte.”

Groundhopping Kolumbien
Im Estadio Atanasio Girardot von Atlético Nacional

Groundhopping auf sechzger.de

In den letzten Monaten erschienen bereits einige Groundhopping-Artikel auf sechzger.de. Hier eine kurze Übersicht:

Groundhopping Rumänien
Groundhopping Mazedonien bzw. Nordmazedonien
Groundhopping Armenien
Groundhopping Thailand
Groundhopping Ukraine
Groundhopping Kuba
Groundhopping Montenegro
Groundhopping Indien
Groundhopping Kirgisistan
Groundhopping Saudi-Arabien
Groundhopping Antarktis (Südgeorgien)

11Freunde berichtet über Design-Kopie der Merchandising GmbH

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11Freunde 11 Freunde

“Wir sind der Verein – 1860 München”: mit diesem Slogan gibt es seit einiger Zeit diverse Artikel im Shop des e.V. zu kaufen. Das Design ist mittlerweile aber auch im Shop der Merchandising GmbH auf der Seite des TSV 1860 München zu finden. Über die Design-Kopie berichtet nun das Fußball-Magazin 11Freunde.

Design-Kopie der Merchandising GmbH: Interview in 11Freunde

Mit einer Ankündigung der besonderen Art verwunderte der Shop des TSV 1860 München vor ein paar Wochen den ein oder anderen Löwenfan. “Wir sind der Verein” war da auf einem T-Shirt zu lesen und das Design kam vielen bereits bekannt vor. Sie hatten sich nicht getäuscht. Der Slogan und das Logo stammen eigentlich aus einer Kollektion, die im Shop des TSV 1860 e.V. erhältlich sind. Mittlerweile ist das Shirt tatsächlich doppelt erhältlich, obendrein wird im offiziellen Shop auch noch ein Pullover angeboten.

Nun äußert sich mit Benedikt Niedergünzl einer der Verantwortlichen für den Shop des e.V. im Fußball-Magazin 11Freunde. Dabei findet er deutliche Worte für die Vorgehensweise der Merchandising GmbH, deren Geschäftsführer Anthony Power ist. Als verantwortliche Person geht die Kritik folglich hauptsächlich in seine Richtung. Aber auch über die Hintergründe werden die Leser informiert. Schließlich ist das Heft seit Jahren eine feste Institution im deutschsprachigen Raum und viele Fans wissen noch nicht über die Verhältnisse beim TSV 1860 München Bescheid.

Nicht der erste Vorfall dieser Art

Die neuerliche Design-Kopie der Merchandising GmbH, die nun auch von 11Freunde aufgegriffen wurde, ist nicht der erste Vorfall dieser Art. Zuvor waren bereits mehrere Artikel im Shop erschienen, die deutlich erkennbar an Designs der aktiven Fanszene angelehnt waren. Entsprechend reagierte die Kurve beim Spiel gegen Borussia Dortmund II mit einem unmissverständlichen Spruchband.

Während der e.V. mit einer Kooperation mittlerweile eine neue Badehose auf den Markt gebracht hat, wird sich Anthony Power mit der Verwendung des Slogans keinen Gefallen getan haben. Zumindest rechtlich hat er offenbar nichts zu befürchten. Weder Niedergünzl noch der Verein selbst werden gegen die Verwendung Klage einreichen. Doch für das Ansehen der Fanartikel beim TSV 1860 München dürfte die Kopie trotzdem weitreichende Folgen haben. Schon jetzt verzichten viele Löwenfans auf einen Kauf, zukünftig dürften es noch einmal mehr werden.

Bayernliga Süd: Neue Gegner für die U21 des TSV 1860 München

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TSV 1860 Bayernliga Süd

Zwei Aufsteiger und drei Absteiger aus der Regionalliga Bayern – gleich fünf neue Gegner erwartet die U21 des TSV 1860 also in der neuen Saison der Bayernliga Süd.

Neue Gegner für die U21

Die Spielzeit 2021/22 schlossen die Löwen-Amateure mit einem insgesamt zufriedenstellenden 7. Platz ab. Auch in der kommenden Saison erwartet die U21 des TSV 1860 in der Bayernliga Süd einige heiße Schlachten. Besonders die drei Regionalliga-Absteiger SV Schalding-Heining, TSV 1860 Rosenheim und FC Memmingen dürften großes Interesse daran haben, so schnell wie möglich in die vierthöchste Spielklasse zurück zu kehren.

Beim ambitionierten TSV 1882 Landsberg fungiert Sascha Mölders in der bevorstehenden Saison als Spielertrainer. Er dürfte gegen die Löwen besonders motiviert sein und beim Spiel an der Grünwalder Straße den einen oder anderen zusätzlichen Fans aufs Trainingsgelände locken.

Das Teilnehmerfeld der Bayernliga Süd

Das Teilnehmerfeld inklusive der Aufsteiger aus Erlbach und Nördlingen im Überblick.

TSV 1860 München II
SV Schalding-Heining
FC Memmingen
TSV 1860 Rosenheim
FC Ingolstadt 04 II
VfB Hallbergmoos
SV Kirchanschöring
FC Ismaning
TSV Schwaben Augsburg
TSV 1882 Landsberg
FC Deisenhofen
VfR Garching
TSV 1874 Kottern
FC 1920 Gundelfingen
Türkspor Augsburg 1972
SV Erlbach
TSV 1861 Nördlingen
TSV Dachau 1865

Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch im Interview – Teil I

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Rene Paasch Sportpsychologe Interview
Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch im Interview mit sechzger.de

Wer hat gesagt, dass es in der Sommerpause der 3. Liga keine interessanten Themen gibt? Neben diversen Transfers hat man nun auch mal Zeit, sich mit Thematiken auseinander zu setzen, die während der laufenden Saison oft zu kurz kommen. Aus diesem Grund haben wir Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch zum Interview gebeten und interessante Einblicke gewonnen. Er bietet sportpsychologische Beratung und Betreuung im Breiten- und Spitzensport sowie Coaching im betrieblichen Umfeld und Gesundheitsförderung an. Mit seiner UEFA B-Lizenz, mehrjähriger Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Profi- und Amateurvereinen und zahlreichen Betreuungen von Kickern ist er einer der Fußballexperten im Netzwerk Die Sportpsychologen.

Sportpsychologe Prof. Dr. René Paasch im Interview

Hallo, Herr Prof. Dr. Paasch. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für uns nehmen.

Sehr gerne. Ich freue mich auf wirklich viele tolle und wichtige Fragen. Ich kann immer nur für unser Feld der Sportpsychologie sprechen. Wir sind auch sehr dankbar, dass wir unsere Themen in der Öffentlichkeit ein bisschen mehr ausbreiten dürfen, weil das an der einen oder anderen Stelle einfach viel zu kurz kommt.

Super, dann steigen wir doch gleich ein: Wie sehen Sie denn – Stand heute – die Bedeutung der Psychologie im Profifußball? Hat sich diese in den letzten 10, 20 Jahre irgendwie verändert und wird ihr jetzt mehr Bedeutung beigemessen als früher?

Die Entwicklung begann im Jahr 2006 an, als die deutsche Nationalmannschaft den (Sport-)Psychologen Hans-Dieter Hermann engagiert. Der ist immer noch dort ist – was ja auch ein gutes Zeichen ist. Gerade Kontinuität ist in diesem Kontext sicherlich sehr wichtig. Wir sehen aber auch an der einen oder anderen Stelle, dass es noch viele Menschen gibt – gerade im Kontext von Leistungssport – die das eher als Schwäche titulieren. Die sagen “brauchen wir nicht, die Arbeit findet auf dem Platz statt” oder “die Qualität ist in den Füßen der Spieler und die müssen lernen, von alleine damit zurechtkommen, weil sie bekommen viel Geld dafür”. Oftmals wird nicht verstanden, was der Kopf für großartige Arbeit leistet und dass man den auch trainieren kann. Wir merken auch, dass gerade ganz besonders der Nachwuchs, auch im Kontext von Nachwuchsleistungszentren (NLZ), mittlerweile bereit ist, jemanden zu engagieren.

“Es gibt ein Problem, Psychologe klär das mal.”

Ich muss aber leider auch ein “Aber” ergänzen: Wenn wir heute U10 bis U21-Mannschaften haben, plus Trainer plus Co-Trainer plus natürlich auch Menschen, die dazu gehören, z.B. die Eltern, dann reicht ein Kollege natürlich nicht aus, um nachhaltig mit Menschen zu arbeiten. Zudem ist das auch eine Vorgabe des DFB, dass man als NLZ jemand engagiert. Hinzu kommt, dass diese Mannschaften ja sehr leistungsorientiert sind und alles danach ausgelegt ist, auf dem Platz Arbeit zu leisten. Das heißt: Die Spieler haben 90 Minuten Training, sie werden zum Teil dann zum Training gefahren oder müssen auch andere Dinge noch leisten, um überhaupt das Training absolvieren zu können. Somit ist Zeit oder ein Zeitfenster für sportpsychologische Arbeit ganz oft nicht gegeben. Und die ist dann ganz oft auch sehr problembehaftet. Dann heißt es: “Es gibt ein Problem, Psychologe klär das mal.”

Aber wir haben zwei wichtige Felder und das sind Gesunderhaltung aber auch Leistungsoptimierung. Wenn ich aber nicht frühzeitig präventiv arbeite, kann ich auch nicht nachhaltig auf der Hirnebene irgendwas verändern. Und da sehe ich ganz oft Kritik. Und wenn man das große Ganze ansieht – nämlich die ersten drei Ligen – vergessen wir, dass nur ein Drittel von den ersten drei Ligen einen angestellten Sportpsychologen haben. Und das zum Teil aber auch nur in Kooperation. Konkret sieht das so aus, dass da irgendwo eine Visitenkarte liegt. “Du kannst den ja mal anrufen, wenn du Probleme hast”. Aber der Psychologe ist nicht in den Teamprozess mit eingebunden und da sieht man ja auch, dass jeder Verein, jeder Profilverein, immer noch selbst entscheiden kann, ob man einen Sportpsychologen ins Boot holt oder nicht.

Aber sehr wohl haben wir heute mindestens zwei oder drei Trainer, wir haben vier, fünf Spielanalysten, wir haben Physiotherapeuten. Aber wo ist denn der Mensch, der mit dem wichtigsten Teil arbeitet, nämlich mit diesen hundert Milliarden von Neuronen, also mit dem Kopf? Da sehe ich im Fußball oft noch sehr altertümliche Herangehensweisen, was dieses Thema angeht.

Welcher Mensch steckt hinter dem Profi?

Bemerkt man eine Veränderung in der Haltung der Funktionäre?

Insbesondere merkt man natürlich, dass die jüngere Trainergeneration anders damit arbeitet. Da wird schon eher erkannt, dass nicht nur die Taktik, die Athletik oder die menschliche Nähe sich auf die Teamentwicklung auswirken, sondern dass man auch den Menschen dahinter verstehen muss. Als Trainer muss ich richtig kommunizieren, muss wissen, wie ich den Spieler anspreche. Wie kann ich das Potential des Einzelnen entfachen und vor allem, wie kann ich diese verschiedenen Charaktere zusammenbringen? Da sind Teamentwicklungsprozesse gefragt. Wir sehen immer wieder, dass es eben heute nicht mehr ausreicht, Spieler nur nach ihren sportlichen Möglichkeiten zu kaufen. Die müssen auch zum Verein passen. Da kommt es durchaus vor, dass man als Dienstleister gerufen wird: “Pass mal auf, René, gib doch mal eine psychologische Expertise zu einem bestimmen Spieler.”

Das erste, was ich mache: Ich schaue mir kein Spiel an, sondern ich beobachte ihn im Training. Da liegt auch der Schlüssel: Wie geht er zum Training, wie spricht er mit seinen Mitspielern, was macht er, wenn er mal einen Fehler macht? Also alles, was eigentlichen einen Fußballer ausmacht, würde ich interessant finden und nicht nur das, was ich im Wettkampf sehe. Natürlich ist in diesem Kontext auch wichtig zu wissen, welche Philosophie der Verein verfolgt. Was braucht der Verein und passt dieser Charakter zum Verein?

Diese Vielschichtigkeit würde ich mir viel öfter wünschen und eben nicht nur, sich Statistiken anzuschauen. Am Ende des Tages sind Menschen doch nicht festzumachen an irgendwelchen Werten. Viel wichtiger ist: Wie ist der Kontext, wie ist der Rahmen, wie der Verein und kann der Spieler mit diesem Verein auch umgehen und kann er sich mit diesem Verein identifizieren? Andernfalls werden wir vermutlich eben nicht diese Potentialentfaltung und diese mannschaftliche Entwicklung sehen, die wir uns wünschen.

“Ich richte dich auf, ich bin bei Dir, ich begleite dich.”

Tatsächlich sehen wir auch, dass es Spieler gibt, die nur bei einem Verein oder bei einem Trainer auch wirklich performen und ihre Leistung abrufen. Wenn er dann wechselt, fällt er in ein Loch. Wie kommt es zu so etwas?

Es liegt oft daran, was wir suchen. Wir sind Suchende. Wir sind auf der Suche nach Anerkennung, nach Wertschätzung. Wir wollen gelobt werden. Gerade das Thema Selbstvertrauen, wird ganz oft vernachlässigt. Wir definieren uns über soziale Kanäle, wir definieren uns über gute Medienberichterstattung und und und. Allerdings machen wir uns dadurch auch abhängig. Was ist, wenn das alles nicht stattfindet? Kenn ich mich dann wirklich? Kenn ich meine Möglichkeiten? Kenn ich meine Stärken? Und da müssen wir halt ansetzen und das ist ein Prozess, den ein Trainer möglich machen kann. Also ein Trainer, der mit mir diesen Weg geht, der mich auf Augenhöhe abholt, der mich wertschätzt, der sagt, “Wenn Du Fehler machst, ist das nicht schlimm, mach weiter. Ich richte dich auf, ich bin bei Dir, ich begleite dich.” Bei so einem Trainer entwickle ich mich. Und nach solchen Trainern suchen wir auch. Wenn wir erfolgreiche Trainer sehen, dann ist es oft eben nicht das Taktische, das den Trainer erfolgreich macht, sondern so zwischenmenschlicher Zauber.

Es geht darum, vom Trainer das Gefühl zu bekommen, gesehen zu werden und Anerkennung zu bekommen. Ich glaube, dass dieser Zauber in den letzten 10-15 Jahren einfach extrem vernachlässigt worden ist. Man hat sich ganz viel mit Taktik auseinandergesetzt, mit Spielanalyse. Wir können heute wirklich alles im kleinsten Detail darstellen.

“Wer nicht liefert, der fliegt.”

Wir haben uns mit psychologischen Parametern auseinandergesetzt. Aber am Ende des Tages ist es eben nicht der Körper, sondern der wird gesteuert vom Kopf. Wenn ich den nicht mit trainiere und wenn ich den Mensch dahinter nicht berücksichtige, dann kann ich zwar Vorgaben machen, darf aber nicht erwarten, dass diese vom Gegenüber erfüllt werden können. Die durchschnittliche Zeit eines Trainers in der Bundesliga ist ungefähr 1,2 Jahre – und warum? Weil man nur an Ergebnissen und Tabellenständen interessiert ist. Noch viel schlimmer: Wir haben heute richtig große Funktionsteams nicht, um Menschen zu entwickeln oder Potential zu entfalten, sondern um Spielergebnisse zu liefern. Punkt. Und wer nicht liefert, der fliegt.

Eine Kontinuität wie in Heidenheim, das wünsch ich mir einfach viel mehr. Lasst den Trainer doch wachsen, lasst den Trainer auch Fehler machen, gebt ihm Zeit und Raum. Und gebt auch den Spielern die Möglichkeiten, denn sie sind ja keine Maschinen.

Der Verlust von Vorbildspielern

Für welche Art Spieler werden solche Gutachten von Vereinen angefordert? Sind das Bundesligavereine oder auch niederklassige Vertreter, die so etwas anfragen?

Selbst im Amateursport gibt es sehr ambitionierte Clubs, die sich sehr viele Gedanken machen. Man sieht ja auch, dass gerade Trainer niederklassiger Vereine sehr ambitioniert sind und weiterkommen wollen. Die interessieren sich ganz besonders dafür, weil ihnen ja mittlerweile auch aufgefallen ist, dass es eben nicht nur das Training ist, das einer Mannschaft Möglichkeiten bietet zu wachsen. Je mehr ich über einen Spieler weiß, desto passgenauer kann ich ihn begleiten und deswegen suchen wir ja auch nach Charakteren, die zum Verein passen. Wir suchen nach Menschen, die bereit sind, sich für diesen Verein wirklich auch extrem einzusetzen und das nicht nur auf dem Platz, sondern bitte auch darüber hinaus. Denn sie haben ja auch eine repräsentative Aufgabe. Es gibt junge Menschen, die sich danach sehnen, solche Vorbilder zu haben. Genau das ist etwas, was wir so ein bisschen im Fußball verlieren. Wo sind denn diese Kinder, die unbedingt so sein wollen wie Spieler XYZ? Wir haben zum Teil diese Spieler gar nicht mehr, weil sie einfach diese Rolle nicht mehr spielen. Sie sind in ihrer eigene Blase, das hat sicherlich auch etwas mit Druck und Stress zu tun, keine Frage. Aber dieser Vorbildspieler, dieser Charakter, das ist etwas, was sich ein bisschen verliert, weil man eben halt ganz oft nur noch guckt, wie man selbst zurechtkommt in diesem System.

Ein Beispiel: Es kann passieren, dass ein Spieler mit mir arbeiten möchte. Das heißt aber nicht, dass ich mit ihm arbeiten darf! Da muss ich dann erstmal den Spielerberater fragen, vielleicht auch noch den Papa und wenn alle mich dann auch gut und nett finden, dann sehe ich mir den Spieler an. So komplex ist das geworden, solche Ich-AGs haben wir mittlerweile zum Teil. Aber das funktioniert nicht, weil es gewinnt eben nicht der Einzelne. Es gewinnt auch nicht nur die erste Elf, die auf dem Platz steht. Vielmehr gewinnen 23, 24, 25 Spieler plus Reinigungskraft plus alle, die dazugehören. Alle sind extrem wichtig für so einen Erfolg. Das vergessen ganz viele. Deswegen meine Meinung: Wenn wir uns mehr gemeinsam und auf dem Weg machen würden, wären wir auch erfolgreicher.

Oftmals schlechter Einfluss von Spielerberatern

Haben die Spielerberater so einen Einfluss, dass diese den Spieler tatsächlich auch vor Ihnen als Psychologen abschirmen?  Denen also sagen “mach das lieber nicht”?

Genau, in erster Linie ist es ja auch ein Haifischbecken und Spielerberater sind daran interessiert, Spieler zu verkaufen oder eben daran zu partizipieren. Alles, was möglicherweise zu Unsicherheit führt oder ein anderes Bild über den Spieler darstellen könnte, könnte das ja gefährden. Also sichern die sich erst einmal ab. Mit wem möchte man arbeiten? Kann man dem vertrauen? Würde der wirklich auch das Potenzial beim Spieler entfalten? Natürlich bearbeiten die ihre Spieler auch so, dass sie begeistert sind und weiter bei den Beratern bleiben. Aber die Erfahrungen, die ich mache, besagen: Begeisterung entsteht ganz oft nicht nur im Verkauf, sondern auch in der Pflege. Ich habe vor kurzem mal einen Spielerberater gefragt: Ja was machst du denn? Bist du Psychologe? Bist Du Pädagoge? Was machst du? Bist du Mentor oder was ist für dich deine sogenannte “ganzheitliche Pflege”? Er konnte mir darauf keine Antwort geben. Dabei meinte ich diese Frage nicht mal böse.

Am Ende des Tages ist es das Geschäft. Aber wenn ich einen Spieler auch wirklich als Menschen sehe, dann geht es nicht primär darum, einen Spieler an einen anderen Verein zu verkaufen, sondern ich bin für ihn da, geh mit ihm durch schlechte Zeiten. Ich kenne seine Familie. Ich kenne seinen Hintergrund. Also wirkliches Interesse an jemand zu haben, das würde ich mir wünschen. Solche Agenturen gibt es durchaus, aber es gibt leider auch ganz viele Spielerberater, die möchte man einfach nicht persönlich kennen.

Was erwartet Euch in Teil II?

Im morgigen zweiten Teil geht es um (medialen) Druck, Stress, Teambuilding und eine Einschätzung bezüglich des Löwen-Trainers Michael Köllner.

Hier findet Ihr sämtliche Teile des Interviews

Teil I (dieser Artikel)
Teil II
Teil III
Teil IV
Teil V
Teil VI

Vielen Dank an unseren freien Mitarbeiter “Kassenwart”, der das Gespräch mit Prof. Dr. Paasch führte.

Sechzig um Sieben: Alle Vereine der 3.Liga erhalten die Lizenz

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Sechzig um Sieben: Stefan Lex
Sechzig um Sieben: Löwen heute in Rostock

Weiterhin gibt es nur wenige Schlagzeilen rund um die Löwen in der aktuellen Sommerpause. Doch schon am Ende dieser Woche dürfte sich das wieder ändern, die Mannschaft kehrt auf den Rasen zurück. Seit Freitag können sich auch die anderen 19 Vereine der 3.Liga auf den Saisonstart vorbereiten, denn sie haben – wie auch die Löwen – die Lizenz erhalten.

Trainingsauftakt und erstes Testspiel

Die fußballfreie Zeit neigt sich dem Ende entgegen. Am Samstag ist um 14 Uhr Trainingsauftakt an der Grünwalder Straße. Das Löwenstüberl öffnet seine Pforten und hat unter anderem Livemusik zu bieten. Insgesamt acht Neuzugänge werden das erste Mal auf dem Platz stehen. Sonntag steigt dann direkt das erste Testspiel. Gegner ist der TSV Waldkirchen, los geht es um 16:00 Uhr.

LöwenTV überträgt Testspiele

Auch in der Vorbereitung auf die nächste Spielzeit werden die Testspiele des TSV 1860 München live bei Youtube zu verfolgen sein. LöwenTV überträgt mindestens die Partien gegen Waldkirchen, Schönau, Aschau, Karlsruhe, Ried und den LASK. Weitere Termine sollen folgen. Nebenbei bekommt das Moderatorenteam Zuwachs: Rainer Kmeth und Felix Hiller werden zukünftig von Jan Mauersberger und Christoph Baumer unterstützt.

Happy Birthday, Niki Lang!

Ebenfalls bei den Testspielen dabei sein wird das heutige Geburtstagskind Niki Lang. Kürzlich verlängerte der nun 20-Jährige seinen Vertrag bei den Löwen und wird sich mit Jesper Verlaat, Semi Belkahia und Leo Morgalla um die beiden Plätze in der Innenverteidigung kappeln.

Ois Guade, Niki!

Ganz ohne Fußball: ein Besuch in Südgeorgien

Statt vom Groundhopping berichtete Thomas Enn gestern wohl eher vom Groundspotting. Einem Spiel zweier Mannschaften konnte er nämlich nicht beiwohnen, doch der zufällig entdeckte Fußballplatz war trotzdem besonders. Ganz nebenbei gibt es Bilder und Eindrücke von einem Ort der Welt, den wohl die wenigsten einmal selber bereisen werden: Südgeorgien.

News aus der 3.Liga

20 Mal Lizenz: Teilnehmerfeld der 3.Liga komplett

Einige Vereine mussten noch etwas nachbessern, am Freitag hat der DFB dann grünes Licht erteilt. Alle 20 Mannschaften erhalten die Lizenz für die 3.Liga in der Saison 2022/23 und gehen ab Ende Juli auf Punktejagd. Neben finanziellen Aspekten war beim VfB Oldenburg das Stadion ein Manko. Der Aufsteiger muss für die Abendspiele an Freitagen und Montagen nach Hannover ausweichen. Auch der SC Verl spielt vorerst weiter in Paderborn. Die geplanten Arbeiten am Sportpark wie beispielsweise das Flutlicht oder die Rasenheizung sollen demnächst genehmigt werden und dann starten. Bis Februar werden sich die Maßnahmen hinziehen. Erst dann ist ein Umzug für die Verler möglich.

Risse verlängert in Köln

Der ehemalige Bundesligaspieler Marcel Risse hat sich bei der Kölner Viktoria zu einer festen Größe innerhalb der Mannschaft entwickelt. Daher sind die Verantwortlichen sehr erfreut, dass der 32-jährige Kapitän seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat. Trainer Olaf Janßen ist voll des Lobes und glaubt, dass der Klassenerhalt ohne Risse nicht machbar gewesen wäre. Auch U19-Kapitän Altuntas wird in der kommenden Saison für die Viktoria auflaufen.