Der 2. Spieltag steht vor der Tür und der Fokus bei sechzger.de hat sich heute natürlich bereits auf die morgige Partie des TSV 1860 beim SV Wehen Wiesbaden gerichtet.
TAKTIKTAFEL & WWW
Bernd Winninger hat die Stärken und Schwächen des morgigen Gegners analysiert. Ausführlich (und wieder sehr lesenswert) findet Ihr seine Erkenntnisse in der TAKTIKTAFEL. Komprimiert und zum Anhören könnt Ihr Euch das Ganze in Winningers Wirtshaus Weisheiten reinziehen. Mal schauen, ob der TSV 1860 am 2. Spieltag etwas Zählbares aus Wiesbaden mitnehmen kann…
Interview Rüdiger Rehm
Nachdem die Löwenrunde vor dem Spiel beim SV Wehen Wiesbaden bereits am gestrigen Donnerstag stattfand, kommt nun auch SVWW-Trainer Rüdiger Rehm zu Wort. Wir haben die wichtigsten Aussagen für Euch zusammengefasst.
SV Wehen Wiesbaden – TSV 1860: Zuschauerhinweis
Über 1.000 Löwenfans werden beim morgigen Gastspiel von Münchens großer Liebe in Hessen erwartet. Aufgrund behördlicher Regelungen zur Einhaltung der Mindestabstände gibt der SVWW genau definierte Einlasszeiten je Sektor vor.
Ergebnistipp Noel Niemann
Mit Noel Niemann konnten wir auch diesmal wieder einen ehemaligen Spieler der Löwen für den Ergebnistipp gewinnen. Ob er dem TSV 1860 am 2. Spieltag einen Sieg in Wiesbaden zutraut, erfahrt Ihr hier!
Weitere Themen des Tages
Zudem haben wir heute zu folgenden Themen ausführlicher informiert:
Nach der Auflösung seines Vertrags hat Aaron Berzel einen neuen Verein gefunden. Er unterschrieb heute bei Viktoria Köln, wo er bereits seit geraumer Zeit mittrainiert hatte.
Von 570 bis 149 Euro: diese Preisspanne liegt zwischen dem höchsten und niedrigsten Preis für Dauerkarten in der 3.Liga.
Für die Spielzeit 2021/22 in der 3.Liga konnten beim TSV 1860 München wieder mehrere tausend Dauerkarten abgesetzt werden. Mehr noch: Mit 11.572 verkauften Abonnements konnten die Löwen einen neuen Rekord aufstellen. Seit dem Abstieg aus der 2.Bundesliga waren es noch nie so viele Saisonkarten, die von den Löwenfans gekauft wurden. Damit ist ein Großteil des Grünwalder Stadions bei einer vollen Auslastung bereits besetzt. Bedenkt man noch die 1.500 Gästekarten, die für die Auswärtsfahrer des Gegners zur Verfügung gestellt werden, bleiben nicht mehr viele Tageskarten übrig.
Trauriger Spitzenreiter bei den Dauerkarten für die 3.Liga
Angesichts dieser Zahlen verwundert es wenig, dass der TSV 1860 bei den Preisen für Dauerkarten in der 3.Liga ganz weit vorne zu finden ist. Für Sitzplätze werden zwischen 419 und 550 Euro fällig, alle Stehplätze kosten einheitlich 245 Euro. liga3-online hat eine Übersicht erstellt, die die Preise aller Dauerkarten der Vereine in der 3.Liga betrachtet. Spitzenreiter beim Durchschnittspreis ist ausgerechnet ein Aufsteiger. Beim TSV Havelse werden pro Ticket 360 – 450€ fällig. Diese hohen Preise haben vor allem zwei Gründe. Der Aufsteiger bietet (wie ürbigens auch Viktoria Berlin) keine Stehplätze an und muss außerdem aufgrund der Regularien für Spielstätten in einem Ausweichstadion spielen. Da in der Nähe nur die Heimat vom Zweitligisten Hannover 96 infrage kommt, sind die Betriebskosten entsprechend hoch.
Obwohl Türkgücü den Großteil seiner Spiele im gleichen Stadion wie der TSV 1860 München austrägt, sind die Dauerkarten in der 3.Liga bei den Perlachern im Durchschnitt fast 100 Euro günstiger. Mit den marktüblichen Gegebenheiten (Angebot und Nachfrage) lässt sich diese Diskrepanz erklären.
Vier Vereine ohne Dauerkarten-Verkauf
Die teuerste Karte überhaupt hat der MSV Duisburg aufzuweisen. 570€ kosten Sitzplätze teilweise. Folglich finden sich die Zebras mit dem TSV 1860 und dem TSV Havelse auf den Plätzen 1 – 3. Am günstigsten sind die Preise bei Viktoria Köln. Hier sind im Durchschnitt lediglich 224 Euro fällig.
Die aufgestellte Übersicht beinhaltet allerdings lediglich 16 Vereine. Das liegt daran, dass die beiden Aufsteiger Freiburg II und Dortmund II sowie der SC Verl und der kommende Gegner der Löwen, der SV Wehen Wiesbaden, keine Dauerkarten für ihre Spiele in der 3.Liga anbieten. Auch andere Clubs rechnen das Geld erst ab, wenn es wieder zu einer Vollauslastung der Tribünen kommen sollte.
Es gibt schlechtere Debüts… Mit einem 2:0-Auswärtssieg bei Rapid Wien startete Noel Niemann, ausgebildet u.a. beim TSV 1860, in seine Leihe zum österreichischen Erstligisten TSV Hartberg. Heute tippt er für uns die Partie der Löwen beim SV Wehen Wiesbaden.
Optimistischer Tipp von Noel Niemann
Obwohl er Sechzig im Sommer 2020 den Rücken kehrte, fühlt Niemann sich dem TSV 1860 noch verbunden und pflegt Kontakte zu einigen seiner ehemaligen Mannschaftskameraden. Entsprechend optimistisch fällt auch sein Tipp für morgen Nachmittag aus.
“Ich glaube, die Jungs gewinnen mit 2:1!”
Wir drücken die Daumen, dass er Recht behält…
In der vergangenen Saison bei Türkgücü
Zur Saison 2020/21 war der jetzt 21-jährige Niemann vom TSV 1860 zu Bundesligaaufsteiger Arminia Bielefeld gewechselt. Dort kam er jedoch nicht wie gewünscht zum Zug und wurde in der Rückrunde zurück in die Heimat verliehen. Ziel war jedoch nicht die Grünwalder Straße, sondern Türkgücü München, wo er zwei Tore in der 3. Liga erzielen konnte.
Niemann wurde beim TSV 1860 zum Profi
Der Offensivspieler war 2017 vom FC Memmingen ins NLZ der Löwen gewechselt und kam in der Folge in 24 Partien der U21 zum Einsatz, in denen ihm fünf Treffer gelangen. Sein Debüt bei den Profis des TSV 1860 feierte Niemann ausgerechnet im Derby gegen den FC Bayern II (das erste Spiel mit Michael Köllner als Löwen-Trainer), als er für Stefan Lex eingewechselt wurde. Im Februar 2020 traf der Offensivspieler mit dem Tor zum 1:1 im Spiel gegen Waldhof Mannheim erstmals in der 3. Liga.
Niemann war damals eines der Gesichter des sportlichen Höhenflugs der Löwen unter Michael Köllner. Er wirbelte ab Herbst 2019 – meist an der Seite von Oldie Sascha Mölders – die Abwehrreihen der Drittligisten, die ihm gerade im Weg standen, kräftig durcheinander. Dies weckte Begehrlichkeiten der Konkurrenz und so schnappte sich Arminia Bielefeld den talentierten Linksfuß, der ablösefrei auf die Alm wechselte. Nach Türkgücü ist der TSV Hartberg nun seine zweite Station als Leihspieler. Viel Glück und Erfolg, Noel!
Postkarten TSV 1860 e.V. - Design: Michael Wiethaus
Neuzugang im Onlineshop des Hauptvereins. Ab heute sind zwei verschieden Sets 1860-Postkarten von Michael Wiethaus erhältlich. Schnell sein lohnt sich, denn die Sets sind limitiert.
TSV 1860: Postkarten im Onlineshop
Zwei verschiedene Sets im stadtbekannten #derbutter-Design von Künstler Michael Wiethaus sind ab sofort im Onlineshop des Vereins verfügbar.
Die Postkarten sind in Sets zu jeweils fünf Stück erhältlich und kosten 5 Euro zzgl. Versandkosten.
Michael Wiethaus unterstützt die Löwen
Nicht zum ersten unterstützt der Münchner Künstler Michael Wiethaus den TSV 1860. Bereits in der Vergangenheit hat er dem Verein seine Designs unentgeltlich zur Verfügung gestellt, um Fanartikel zu gestalten und Einnahmen zu generieren.
Am 08.08. werden die Frauen des TSV 1860 ein Freundschaftsspiel bei Borussia Dortmund absolvieren. Vorher testen die Löwinnen am kommenden Sonntag noch einmal in Ingolstadt.
TSV 1860 Frauen testen in Ingolstadt
Bevor es ins Stadion Rote Erde geht, um sich mit mit dem BVB zu messen, reisen die TSV 1860 Frauen am Sonntag erstmal nach Ingolstadt. Am Sonntag (01.08.) um 17.00 Uhr messen sich die Löwinnen mit der SG DJK Ingolstadt / SV Wettstetten. Spielort ist die Bezirkssportanlage Ingolstadt Süd-West (Lindberghstr. 73, 85051 Ingolstadt). Selbstverständlich würde sich die Mannschaft über zahlreiche und lautstarke Unterstützung sehr freuen.
Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL vor dem ersten Auswärtsspiel unseres TSV 1860 München in der Saison 2021/22. Gegner ist der SV Wehen Wiesbaden.
In der Brita Arena empfängt die Mannschaft aus der hessischen Hauptstadt unsere Löwen. Rüdiger Rehm, Trainer des SVWW, hat seine Mannschaft am vergangenen Montag gegen den Aufsteiger SC Freiburg II in einem theoretisch sehr offensiven System antreten lassen. Bei Ballbesitz war das System durchaus bei den Wiesbadenern als 3-4-3 erkennbar. Gegen den Ball verschob sich das Ganze aber zu einem kompakten 5-3-2 oder 4-4-2 flach. Wie man genau verschob, war von zwei Faktoren abhängig. Erstens: kommt der Angriff über einen der Flügel oder durch die Mitte? Und zweitens: wie viele Gegner gehen mit nach vorne?
Meist konnte Wehen Wiesbaden den Freiburgern mit dieser Kompaktheit gegen den Ball schon vor dem letzten Drittel den Zahn ziehen und die Kugel – wenn auch meist nur kurzzeitig – wieder abnehmen.
Verschiedene Systeme des Gegners denkbar
Die Frage, die sich also stellt, ist: Lässt Rehm seine Elf mit einer Dreier- oder doch eher mit einer Viererkette in der letzten Reihe auf die Löwen los?
Fakt ist, dass in der Vorbereitung drei Systeme getestet wurden. 4-3-1-2, 3-4-3 und das letztes Jahr beim SVWW hauptsächlich gespielte 4-4-2 flach. Allesamt waren in der taktischen Ausrichtung eher defensiv auf Konterfußball und vertikales Spiel angelegt.
Die mit zwölf, wenn man den nach Leihe weiterverpflichteten Lankford dazuzählt dreizehn externen Neuzugängen bestückte, quasi rundumerneuerte Mannschaft vom Rhein ist also was die systematische Ausrichtung betrifft schon mal sehr flexibel aufgestellt. Speziell für die Defensive und das Mittelfeld wurde kräftig aufgerüstet. Hier könnt ihr den Kader des SVWW ansehen.
Die Leistung von Wehen Wiesbaden im ersten Saisonspiel
Im letzten Spiel gegen den SC Freiburg II war die fehlende Abstimmung zwischen Mittelfeld und Sturm noch deutlich sichtbar. Nur 58% aller Vorwärtspasse der Wiesbadener kamen an. Wenn es allerdings mal bis ins letzte Drittel funktionierte, konnten die Hessen durchaus zeigen, dass sie vorne gefährlich sein können. Bei dreizehn in die Box gespielten Bällen gab es zwölf Ballkontakte, die zu sage und schreibe elf Schüssen führten. Zwei weitere Schüsse der Wiesbadener in diesem Spiel kamen von außerhalb des Strafraums.
Ein besonderes Augenmerk muss den Eckstößen des SVWW zukommen. Sechs von zehn Ecken führten zu einem Torschuss.
Gegen die mit viel Ballbesitz agierenden Freiburger fiel zudem auf, dass die Mannschaft von Rüdiger Rehm bei Ballgewinn nicht lange fackelt und schnell auf totale Offensive umschalten kann. Wenn die Wehener die ungenauen Vorwärtspässe in den Griff bekommen, wird es schwer, deren vertikales Spiel und die Konterattacken in den Griff zu bekommen.
Welche Taktik können wir vom Gegner erwarten?
Welches der in der Vorbereitung getesteten Systeme der Trainer der Hessen für das Spiel gegen den TSV 1860 München aus dem Köcher zieht, ist schwer vorherzusagen. Aber mit dem 3-4-3 rechne ich persönlich am wenigsten. Wenn es doch so kommen sollte, dann gilt diese Formation sowieso nur bei eigenem Ballbesitz.
Gegen den Ball werden wir beim SVWW wie gegen Freiburg, die spielerisch sehr gut waren und unserem kommenden Gegner durch gute Kombinationen im Aufbau auch das Pressing schwer machten, eine kompakte Hintermannschaft sehen, die in der Defensive mit bis zu acht Spielern die Räume für die Löwen im letzten Drittel sehr eng gestalten wird. Ob diese letztlich mit Vierer oder Fünferkette agiert oder ob das wieder flexibel gestaltet wird, werden wir sehen. Ich rechne mit Letzterem.
Die Löwen haben gegen den SVWW die Chance, wenn sie das Spiel mit Hilfe der schnellen Leute in der Offensive und präzisen Pässen breit machen können, die Kompaktheit der tiefen Ketten aufzulösen und die Wiesbadener damit vor große Probleme zu stellen.
5-3-2 oder 3-5-2 – kaum ein Unterschied
Vermutlich werden wir es also mit einem kompakten 5-3-2 zu tun bekommen, das bei Ballbesitz zuerst zum 3-4-1-2 und im letzten Drittel vor dem Tor zum 3-4-3 wird.
Sollten die Löwen über die Flügel angreifen, werden die Wiesbadener vermutlich leicht asymmetrisch verschieben, sodass es wie ein 4-4-2 wirken wird. Damit wäre der zu verteidigende Flügel doppelt besetzt.
Der Spieler auf der rechten Seite wird sich dann nicht ganz bis in die Abwehrkette zurückfallen lassen und somit bei Ballgewinn eine zusätzliche Option für das schnelle Umschalten der Hausherren darstellen. Warum ausgerechnet der Spieler rechts? Auf der linken Seite verteidigt mit Nico Rieble (#27) ein echter Außenverteidiger. Rechts dagegen spielen entweder Goppel oder Fechner. Auf der Position des rechten Innenverteidigers spielt in der Dreier-Innenverteidigung mit Mockenhaupt ein Spieler, der auch als rechter Außenverteidiger eine gute Figur macht. Deshalb ist Wiesbaden dort sehr viel flexibler in der Wahl der Mittel gegen den Ball und kann gut variieren.
5-3-2 oder 3-5-2 – nennt es so, wie es euch besser gefällt. Im Prinzip ist es dasselbe System mit einer kleinen Nuance. Diese ist alleine der grundsätzlichen taktischen Ausrichtung der Außenspieler geschuldet. Eher offensiv oder defensiv ist da die Frage. Ansonsten sind die Systeme deckungsgleich und damit auch die Stärken und Schwächen. Es ändert sich somit systematisch beim Gegner bis auf eine Kleinigkeit nicht viel zum vergangenen Samstag.
Stärken und Schwächen des Systems von Wehen Wiesbaden
Stärken
Das System ermöglicht bei Ballbesitz eine gute Staffelung in der Breite und Tiefe. Dadurch kann eine für Passkombinationen gute Raumaufteilung entstehen.
Zwei Stürmer in der Spitze bringen starke Präsenz im Zentrum des gegnerischen Abwehrdrittels. Durch ein kompaktes Mittelfeldzentrum lässt man dem Gegner gegen den Ball wenig Raum.
Wenn im speziellen Fall bei Wiesbaden der offensive Mittelfeldspieler im letzten Drittel noch mit in die Sturmreihe vorschiebt, entsteht ein schwer zu verteidigendes Übergewicht auf der kompletten Breite des Platzes.
Schwächen
Es ergeben sich bei Ballverlust teilweise weite Abstände, die der Gegner bei schnellem Spiel gut ausnutzen kann.
Die für die Flügelspieler langen Laufwege können in einem dynamischen Spiel mit viel Ballbesitzwechsel zu verfrühtem Kraftverlust der Außenspieler und damit zum Erlahmen des Drucks führen, der über die Flügel aufgebaut werden soll.
Die Flügel sind nur einfach besetzt. Deshalb können entweder Defensive oder Offensive dort schwächeln.
Gegen Systeme, in denen mit zwei oder mehr Stürmern agiert wird, kann es bei Kontern des Gegners oder zügigen Positionsangriffen leicht zu einer Unterzahl in der Hintermannschaft kommen.
Das starke Vorschieben des offensiven Mittelfeldspielers bei Wiesbaden ermöglicht bei Umschaltmomenten noch mehr Raum für den Gegner.
Schlüsselspieler beim SV Wehen Wiesbaden
Tor
Florian Stritzel (#16): Der Neuzugang von Darmstadt 98 hat überraschenderweise Tim Boss als Nummer eins verdrängt. Das sagt einiges aus. Boss war ein starker Rückhalt der Wiesbadener in der letzten Saison. Wie gut Stritzel tatsächlich ist, kann man bis dato aus der Ferne schwer beurteilen. Sein Arbeitsprotokoll gegen Freiburg II ist mangels Chancen für Freiburg sehr dünn. Wenn ich richtig gezählt habe, musste Stritzel genau eine Parade zeigen, um den Punkt für Wiesbaden zu sichern. Sein letztes Pflichtspiel davor für den SV Darmstadt absolvierte Stritzel am 4. Oktober 2019. Insgesamt kam der 27-jährige Deutsch-Österreicher auf 86 Pflichtspieleinsätze in neun Spielzeiten vor seinem Wechsel in die hessische Landeshauptstadt.
Abwehr
Sascha Mockenhaupt (#4): Der Kapitän und Abwehrchef sowie seine beiden Kollegen in der Innenverteidigung Florian Carstens (#17) und Ahmet Gürleyen (#3) sind aufgrund ihrer Größe wahrscheinlich eher auf dem Boden zu bezwingen als in der Luft über hohe Bälle. Ob Wiesbaden die größte Innenverteidigung der Liga hat weiß ich nicht. Aber mit 1,87 m, 1,92 m und 1,93 m sind die Jungs schon gutes Gardemaß. Zusätzlich haben alle drei beeindruckende defensive Zweikampfwerte. Tore zu schießen wird eine schwere Aufgabe am Samstag.
Mittelfeld
Der Defensivere der beiden Achter, Mehmet Kurt (#11), kam aus Verl an den Rhein. Er ist aufgrund seiner Passgenauigkeit der optimale Spieleröffner. Auch gegen den Ball ist Kurt grundsätzlich ein sehr stabiler Spieler. Nur in direkten Kopfballduellen zeigt er bisweilen Schwächen.
Der von Sandhausen nach Wiesbaden gekommene Neuzugang und Ex-Löwe Emanuel Taffertshofer (#5) gibt bei den beiden zentralen Mittelfeldspielern eher den offensiveren Part. Passgenauigkeit und Durchsetzungsvermögen in eins gegen eins Situationen sind bei ihm sehr gut ausgeprägt.
Sturm
Beim SVWW stehen gerade nur zwei echte Stürmer im Kader. Sowohl Johannes Wurtz (#8) als auch Gustaf Nilsson (#29) sehe ich noch nicht wirklich als Schlüsselspieler in dieser Position. Auch die gegen Freiburg als Außenstürmer agierenden Maximilian Thiel (#22) und Thijmen Goppel (#9) haben noch keine echte Torgefahr ausgestrahlt. Aber es ist ja auch erst ein Spiel gespielt. Der oft als Joker eingesetzte Nilsson ist aufgrund seiner Größe von 1,96 m, vor allem, weil Semi Belkahia den Löwen fehlen wird, durchaus eine Option für die Startaufstellung.
Fazit: was ist drin für die Löwen?
Die Abwehr des SVWW zu knacken, wird ein hartes Stück Arbeit für unseren TSV 1860 München. Bei Standardsituationen der Hausherren herrscht obendrein wegen der vielen Türme von um die 1,90m Größe (oder sogar darüber) ebenfalls höchste Gefahr. Im Positionsspiel sehe ich die Löwen sowohl bei eigenem Ballbesitz als auch gegen den Ball im Vorteil.
Es könnte ein ähnliches Spiel wie gegen die Kickers aus Würzburg werden. Auf der einen Seite eine eingespielte Truppe, die den Gegner spätestens ab dem Sechzehner kontrollieren kann. Auf der anderen Seite eine Mannschaft, der aufgrund der vielen Neuzugänge im Kader noch ein wenig die Feinabstimmung bezüglich Laufwegen und Raumdeckung fehlt.
Drei Punkte halte ich für durchaus möglich. Ich wäre aber hinsichtlich der Lufthoheit, die Wehen Wiesbaden wahrscheinlich haben wird, nicht überrascht, wenn wir einer Punkteteilung mit Toren auf beiden Seiten entgegensehen.
Falls es Wiesbaden gelingen sollte ähnlich viele Standards wie Würzburg herauszuholen, wird es schwer sein, alles zu verteidigen.
Wenn sich die Sechzger, so wie es Freiburg im Ansatz gegen Wiesbaden gezeigt hat, im Aufbau gut über die erste Pressinglinie hinwegsetzen können, ist aufgrund der spielerischen Klasse der Löwenoffensive nach vorne einiges möglich.
Meine Prognose ist, dass wir punkten. Ob es ein oder drei Punkte werden, wissen wir am Samstagnachmittag.
Wiesbaden im 5-3-2Wehen Wiesbaden im 3-4-3 asymmetrisch
Kompakt auf unserem Youtube-Kanal zusammengefasst findet Ihr seit dieser Saison die Gegnervorstellung der TAKTIKTAFEL in Winningers Wirtshaus Weisheiten. In weniger als sieben Minuten hört Ihr das Wichtigste über den morgigen Gegner Wehen Wiesbaden über diesen Link.
Am vergangenen Samstag verlief der Einlass der 3.736 zugelassenen Zuschauer im Grünwalder Stadion reibungslos. Auch der SV Wehen Wiesbaden hat für die Partie gegen den TSV 1860 ein entsprechendes Konzept mit klar definierten Einlasszeiten je Sektor erarbeitet. Diese sind laut SVWW strikt einzuhalten.
Vorgegebene Einlasszeiten in Wiesbaden
Für manche Fans bedeutet das, dass sie bereits im Zeitfenster 12.00 – 12.15 Uhr in er BRITA-Arena erscheinen müssen. Zur Erinnerung: Die Partie wird um 14.00 Uhr angepfiffen. Fanfreundlich sind die Einlasszeiten in Wiesbaden also nur bedingt, aber immerhin kann man die Löwen endlich wieder auswärts begleiten!
Benjamin Lauth (TSV 1860) nach dem Spiel bei BATE Borisov
Im Jahr 2008 kehrte Benjamin Lauth nach einigen Zwischenstationen zum TSV 1860 München zurück, nun schnürt er für seinen Heimatverein SF Fischbachau erneut die Fußballstiefel.
Lauth kehrt nach Fischbachau zurück
Prominenter Neuzugang in der A-Klasse 3 Zugspitze: Benjamin Lauth wird laut Merkur in der kommenden Saison für die Sportfreunde Fischbachau auflaufen. Der 39-Jährige kehrt somit zu dem Verein zurück, bei dem er einst als kleiner Junge mit dem Fußballspielen begann.
Bereits 2002 wechselte Lauth zum TSV 1860, durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften und kam über die Amateure in den Profikader von Werner Lorant. Dort reifte er zum Nationalspieler und wechselte nach dem Abstieg der Löwen zum Hamburger SV. Zahlreiche Verletzungen warfen den Stürmer immer wieder zurück. Dennoch konnte er 2007 mit dem VfB Stuttgart die Deutsche Meisterschaft feiern.
Rekordtorschütze des TSV 1860
Nach einem Abstecher zu Hannover 96 kehrte Lauth im Sommer 2008 zu Münchens großer Liebe zurück. Mit seinem 81. Tor für den TSV 1860 am 5. Mai 2013 gegen Union Berlin zog er an Bernhard Winkler vorbei und ist nun der erfolgreichste Torschütze der TSV 1860 München im Profifußball. Ab 2014 ließ der gebürtige Haushamer seine Karriere bei Ferencváros ausklingen und durfte mit der ungarischen Spitzenmannschaft nochmal Europacupluft schnuppern.
Die Karriere nach der Karriere
Neben seiner Kommentatorentätigkeit bei DAZN kickte der Stürmer in den vergangenen Jahren in der Traditionsmannschaft der Löwen und im Team Bananenflanke. Nun kehrt Benny Lauth bei seinem Jugendverein SF Fischbachau in den Ligabetrieb zurück. Und wer weiß? Vielleicht gastiert der TSV 1860 bald mal wieder im Landkreis Miesbach. Die Sportfreunde haben mit den Löwen noch eine Rechnung offen…
Er ist der Mann hinter der jetzt schon legendären Taktiktafel auf sechzger.de mit den ausführlichen Gegner-Analysen: Bernd Winninger
Für alle, denen die Taktiktafel zu ausführlich und zuviel Text ist, aber die im Wirtshaus trotzdem mit ihrem Fachwissen glänzen wollen:
“Winningers Wirtshaus Weisheiten”. Die wichtigsten Informationen zum Gegner des TSV 1860 München. Das ist diesmal Wehen Wiesbaden – und die Informationen gibt es auch diesmal wieder kompakt zusammengefasst und zum Anhören.
Wer das Ganze in ausführlich haben möchte, dem sei an dieser Stelle die Taktiktafel ans Herz gelegt, die um 11:30 Uhr erscheint.
Am kommenden Samstag tritt der TSV 1860 München beim SV Wehen Wiesbaden zum ersten Auswärtsspiel der Saison an. Ob es für die Löwen wirklich ein Auswärtsspiel wird, muss sich zeigen, denn die Wiesbadener stellten den Löwen ein beachtliches Gästekontingent zur Verfügung, welches im Nachgang sogar nochmals vergrößert wurde.
Rüdiger Rehm im Interview vor Wiesbaden – TSV 1860
Wie bei den Hessen üblich, stand Heimcoach und SVWW-Urgestein Rüdiger Rehm auf dem Youtube-Kanal Studio 26 im Spieltagsinterview Rede und Antwort.
Rehm äußert sich zum Saisonauftakt und dem 0:0-Unentschieden beim SC Freiburg II: “Es war ein intensives Spiel, in dem wir die klar besseren Chancen hatten. Wir haben defensiv hervorragend gearbeitet und nichts zugelassen. Ich denke wir hätten das Spiel gewinnen müssen.“
Zum TSV 1860 sagt er: „Die Sechziger waren schon im letzten Jahr weit oben in der Tabelle und haben den Aufstieg nur knapp verpasst. Auch dieses Jahr haben sie das klare Ziel, aufzusteigen. Sie sind eine eingespielte Truppe und auch für mich ein absoluter Kandidat für den Aufstieg. Eine ihrer größten Stärken ist das Offensivspiel. Mit Sascha Mölders haben sie einen enorm torgefährlichen Spieler in ihren Reihen, den wir vor allem bei Flanken immer wieder unter Kontrolle bekommen müssen. Außerdem besitzen sie eine gute Mischung aus jungen Wilden und erfahrenen Spielern, die die Mannschaft führen. Diese Mischung zeichnet sie aus und macht sie zu einem schweren Gegner, gegen den wir uns Defensiv wieder stark präsentieren müssen.“
Über die Vorfreude auf das erste Heimspiel in der Brita-Arena: „Vor Zuschauern zu spielen bringt mehr Intensität und Emotionen ins Spiel. Das zu erleben ist einfach toll und zeichnet den Fußball aus. Wenn die zugelassene Anzahl an Fans kommt, dann wäre die Atmosphäre (…) hervorragend für einen erfolgreichen Saisonauftakt.“
Freuen dürfen sich die Fans, welche ins Stadion gehen, vor allem auf die neue Tribüne. Das Stadion der Hessen wird aktuell umgebaut und eine Tribüne des Neubaus ist bereits fertiggestellt. Und auch die Fußballer selbst haben Grund zur Freude: In der Sommerpause hat die Brita-Arena einen neuen Rasen bekommen.
Das gesamte Interview, das knapp fünf Minuten dauert, kann man hier anschauen.