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Die Niederlage des TSV 1860 gegen Duisburg in der TAKTIKTAFEL

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen zur TAKTIKTAFEL Analyse des Spiels von unserem TSV 1860 München beim MSV Duisburg.

Wie erwartet spielten der TSV 1860 im altbewährten flexiblen 4-1-4-1 gegen das defensiv kompakte 4-2-3-1 System vom MSV Duisburg. Greilinger nahm für den gelbgesperrten Neudecker die offensivere Position im zentralen Mittelfeld ein. Für Tallig war wieder die ihm mittlerweile immer besser zu Gesicht stehende Box-to-Box Rolle vorgesehen und Dressel ersetzte wie schon gegen Unterhaching Wein auf der Sechserposition.

Offensiv verschoben die Löwen jeweils situationsabhängig auf 4-3-3 oder über pendelnde offensive Flügelverteidiger asymmetrisch auf 3-5-2 oder auch 3-4-3.

Die statistischen Werte im Spiele

  • Ballbesitz: TSV 1860 46%; MSV Duisburg 54%
  • Passgenauigkeit: TSV 1860 80% MSV Duisburg 81%
  • Defensive Zweikampfquote: TSV 1860 62% MSV Duisburg 55%
  • Schüsse (davon aufs Tor): TSV 1860 10 (3); MSV Duisburg 9 (4)
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) TSV 1860 16,68; MSV Duisburg 10,46

Mit situationsabhängig wechselnder Höhe beim Angriffspressing und gutem Stellungsspiel im Mittelfeld vermochte die Mannschaft des TSV 1860 München gegen den Ball während der ersten Halbzeit, die gegnerischen Positionsangriffe weitestgehend im Mittelfeld zu stoppen.

TSV 1860 hat gegen Duisburg alles im Griff

Trotz leichter Ballbesitzvorteile für den MSV Duisburg hatten die Löwen das Spiel auf des Gegners Platz gut unter Kontrolle. Wie schon in vielen Spielen der Löwen zuvor war der Grund für die Ballbesitzvorteile des Gegners Rück- und Querpässe. Die Angriffssteuerung über das raumorientierte Pressing lief wieder sehr gut. Der TSV 1860 München ließ dem Gegner an bestimmten Stellen Räume zum Agieren und erkämpfte sich in den entscheidenden Positionen meist mühelos, angeführt von einem sehr engagiert im defensiven Mittelfeld agierenden Dennis Dressel, die Bälle oft im Zentrum weit vor der eigenen Strafraumgrenze. Nach der ersten halben Stunde hatte Duisburg noch nicht einen Ballkontakt im Strafraum der Löwen verzeichnen können.

Die Löwen hingegen konnten bis vor das letzte Drittel ihre Positionsangriffe meist gut ausspielen. Einzig die Strafraumszenen, die sich ergaben, hätten besser ausgespielt werden müssen. Da gehören aber immer zwei dazu. Wenn die Stürmer es nicht schaffen im Fünfer präsent zu sein, können die nach innen ziehenden Außenspieler nicht in die kleine Box passen. Diagonale Pässe in Richtung Punkt sind bei starkem Verkehr im Strafraum kein gutes Mittel wie wir gestern gesehen haben. Flache Pässe in den Fünfer haben da mehr Potential. Selbst wenn der Stürmer den Ball nicht bekommt ist sowohl die Chance auf einen Eckball, einen guten Rebound (Abpraller) als auch die Chance auf ein Eigentor etwas höher. Leider waren in diesen Situationen die Stürmer der Löwen nicht im Torraum präsent.

Duisburg kommt besser in die Partie

In der letzten Viertelstunde gelang es den Gastgebern dann zwingender im letzten Drittel der Löwen aufzutauchen. Das Angriffsspiel der Duisburger wurde variabler und dann und wann eingestreute lange Bälle änderten den Rhythmus der Partie. Auch die Duisburger kamen daher zu Strafraumszenen. Die Angriffssteuerung gegen den Ball funtionierte beim MSV nun auch effektiv.

Die größten Chancen für die Löwen in Halbzeit eins möchte ich ebenfalls noch kurz erwähnen. Da war einerseits Talligs Schuss in der 11.Minute, den Sauer mit seinem Kopf blocken konnte, woraufhin er einige Zeit am Boden liegen blieb, und andererseits eine wunderbar von Biankadi über rechts heraus gespielte Situation in der Lex leider – wieder einmal – den sehr schweren Abschluss vermasselte, indem er das Leder über das Gebälk setzte.

Nach Wiederanpfiff: ein Pfiff ändert alles

In den ersten fünf Minuten der zweiten Hälfte bot sich ein ähnliches Bild wie zu Beginn der ersten. Duisburg kämpfte mit dem Voranbringen der eigenen Angriffsbemühungen. Dann folgte der Knackpunkt der Partie: Elfmeter für Duisburg und Rot für den Innenverteidiger Dennis Erdmann, der seinen Gegenspieler auf einer Strecke von etwa fünf Meter umklammerte und festhielt, bis dieser sich dann etwa zehn Meter vor dem Tor in sein Schicksal ergab und niedersank. Höchsten Respekt hier vor Bouhaddouz. Viele andere Stürmer wären schon nach dem Überqueren der Strafraumgrenze in die Knie gegangen. Die Nummer 39 der Duisburger zeigte den Willen auf den Beinen zu bleiben anstatt sich fallen zu lassen aber in mehreren Szenen. So etwas sieht man nicht mehr häufig im Fußball.

Wie aber kam es überhaupt zu dieser Szene? Warum konnte Bouhaddouz so angespielt werden?

Sehen wir uns das doch einmal an: Direkt vor dem entscheidenden langen Ball gibt es Abstoß vom Tor der Duisburger, weil eine Szene auf der rechten Angriffsseite der Löwen, die mit einem Einwurf begann, ein wenig schlampig ausgespielt wurde und somit der Ballbesitz zu den Meiderichern wechselt. Anstatt diesen Abstoß hoch zu pressen, ziehen sich die Löwen kollektiv in Richtung Mittellinie zurück.

Damit hat Duisburg über die komplette Breite des eigenen letzten Drittels Anspielmöglichkeiten. (Da die Fernsehbilder leider nicht das komplette Spielfeld zeigen muss ich nun bei der genauen Höhe der Viererkette der Löwen ein wenig spekulieren) Es schiebt die Viererkette der Löwen, wie es aussieht, bis an den Mittelkreis hoch, um das Mittelfeld möglichst eng zu machen. Leider ist Erdmann hier nicht ganz auf der Höhe des Geschehens. So kann Boudhaddouz etwas tiefer stehen als drei der vier Verteidiger des TSV 1860 München. Gembalies, der zu spät von Tallig angelaufen wird, erkennt das und schlägt im richtigen Moment den langen Ball in Richtung Bouhaddouz. Erdmann hebt offensichtlich das Abseits auf, verschätzt sich bei der Flugkurve des Balles, und wird somit auch noch auf dem falschen Fuß erwischt. Bouhaddouz wäre ihm hier leicht entkommen, hätte allerdings noch Hiller vor sich gehabt, der im eins gegen eins eine deutlich bessere Chance gehabt hätte den Treffer zu vereiteln als beim nun fälligen Strafstoß.

Die Folgen der Roten Karte

Der Ausschluss von Erdmann führte zur Einwechslung Belkahias für Greilinger, und zu einer systematischen Umstellung auf 4-4-1 (4-1-3-1). Zumindest defensiv müssen sich die Löwen von Niemandem Vorwürfe machen lassen. Dass das Spiel in der Offensive in Unterzahl gegen gut gestaffelte Duisburger nun kein Zuckerschlecken werden würde ist auch nicht verwunderlich. Dennoch kam der TSV 1860 München durch Standards noch zweimal gefährlich vors Duisburger Tor. Und die Zebras können sich glücklich schätzen, dass Weinkauf ihnen mit seiner Parade gegen Belkahias Kopfball in der 59. Minute nach einem von Lex getretenen Freistoß den Sieg gerettet hat.

Die optische Überlegenheit des MSV war natürlich nach der Roten Karte für Erdmann unübersehbar. Effektiv spielte Duisburg aber in der Offensive beileibe nicht. Nach dem Platzverweis schlossen die Duisburger noch genau dreimal ab. Der einzig wirklich gefährliche Schuss war dabei von Palacios in der 69. Minute. Defensiv kann man also über neunzig Minuten abgesehen von Erdmanns Blackout den Löwen wieder einmal keinen Vorwurf machen.

Abgezockte Gastgeber

Dass die Offensive der Sechzger sich in Unterzahl im Positionsspiel gegen einen Gegner, der seit der Entlassung von Trainer Lettieri deutlich im Aufwind ist und bis auf elf katastrophale Minuten gegen Saarbrücken in den letzten fünf Spielen grandiose Defensivleistungen zeigt nicht mit Ruhm bekleckert, liegt auf der Hand. Zudem haben es die Duisburger clever angestellt. Wenn sie gefoult haben, geschah das weit von der Gefahrenzone entfernt, sodass Standards für den TSV 1860 München wenig effektiv werden konnten.

Man hat also trotz vielversprechenden Situationen in der ersten Halbzeit den Punkt in der Offensive liegen gelassen. Stichwort Effektivität vor dem Tor. Hat das gegen Unterhaching mit freundlicher Hilfe des Torwarts noch recht gut geklappt, war gegen Duisburg nicht nur der Abschluss mangelhaft, sondern auch einige Entscheidungen in der direkten Vorbereitung von möglichen Chancen. Das wiederum ist bei einer so jungen Mannschaft nicht wirklich verwunderlich. Nehmen wir mal die alten Haudegen Lex und Mölders aus der Gleichung heraus, hatten wir in der Offensive ein Durchschnittsalter von 22 Jahren auf dem Platz. Da kann einfach nicht jede Entscheidung die optimal Mögliche sein.

Fazit zum Sieg von Duisburg gegen den TSV 1860 München

Wir haben nun einen Punkt wegen eines Fehlers verschenkt. Mit mehr als einem Punkt habe ich schon vor der Partie nicht wirklich gerechnet, das habe ich auch in der Vorberichterstattung am Freitag kundgetan. Offensichtlich fragen sich einige: Hätte man nach dem Platzverweis etwas anders machen können, um vielleicht doch einen Punkt zu retten?

Die Antwort darauf kann nie eindeutig sein. Denn welche taktischen und systematischen Möglichkeiten hätte man denn realistisch gehabt? Richtig war auf jeden Fall die Hereinnahme von Belkahia. Wenn man allerdings, wie ich von einigen gelesen habe, mit Dreierkette weiterspielen will, dann muss ich auch Lang bringen. Denn die “Dreierkette” wird gegen den Ball im letzten Drittel immer eine Fünferkette mit drei Innenverteidigern und pendelnden Flügeln aus dem Mittelfeld. Das heißt man hätte für Lang entweder Biankadi oder Willsch opfern müssen. Biankadi ist ein Spieler, der immer mal wieder einen genialen Moment haben kann und sicherlich einer der körperlich stärksten Offensivspieler ist, die wir haben. Daher stellt sich die Frage nicht, ob man diesen Spieler auswechseln würde. Folglich müsste man Willsch für Lang auswechseln. Dann hab ich in einer Dreierkette, wo Erfahrung sehr wichtig ist, obwohl Salger schon 31 Jahre alt ist, ein Durchschnittsalter von 23,6 Jahren. Das ist ein Risiko, das man sicherlich eingehen kann. Ob aber dadurch das Offensivspiel im dann 3-4-2 oder 3-5-1 zwingend besser wird, kann niemand sagen, der nicht über die Gabe der Hellsicht verfügt. Soviel von mir zur fundierten Kritik, die ich gelesen habe.

Schluss mit Träumereien

Der Fraktion der unsachlichen Kritiker hingegen möchte ich wieder einmal ans Herz legen mit den Träumereien aufzuhören. Es ist schlichtweg ein Irrglaube, dass man Duisburg – oder wen auch immer – in dieser Liga im Vorbeigehen weghaut. Unsere Mannschaft steht erst am Anfang einer langfristigen Entwicklung und ist deshalb klarerweise Schwankungen unterworfen. In dieser Liga haut keiner jemanden im Vorbeigehen einfach so weg. Ich habe in dieser Saison pro Woche ca. fünf Spiele der jeweiligen Gegner plus unser eigenes gesehen und davon waren 90%, auch bei manchmal deutlichen Ergebnissen so dermaßen eng, dass es für mich einfach unverständlich ist, wie man als Fan auch nur einen einzigen der Gegner unterschätzen kann.

 

Datenquelle: www.wyscout.com

Clickbaiting und reißerische Schlagzeilen beim TSV 1860

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1860 Meppen

Über Clickbaiting und reißerische Schlagzeilen beim TSV 1860 München

Mit Clickbaiting und reißerischen Schlagzeilen – auch rund um den TSV 1860 – generiert man Klicks und Aufmerksamkeit. Sechzger.de möchte sich an dieser Stelle entschuldigen.

Wir haben´s getan – echt jetzt?

“Wir haben´s getan, zum allerersten Mal…” sang die Band „Echt“ im Jahre 1998. Selbsterklärend ging es in diesem Lied nicht um Schlagzeilen oder gar Clickbaiting. Letzteres gab es damals noch gar nicht. Für die unter uns, die mit dem Begriff „Clickbaiting“ nichts anfangen können:

Was ist eigentlich Clickbaiting?

Mit Clickbaiting wird medienkritisch ein Prozess bezeichnet, Inhalte im www mit einem Clickbait anzupreisen. Darunter versteht man eine reißerische Überschrift, oftmals versehen mit einer sog. Neugierlücke, die zum Anklicken des Artikels verführt. Dadurch werden mehr Zugriffe und somit mehr Werbeeinnahmen generiert. Ausführlicher erklärt wird das auf Wikipedia.

Für Redaktionen, egal ob in den großen Verlagshäusern oder bei kleinen Blogs ist Clickbaiting ein zweischneidiges Schwert. Einerseits generiert es höhere Werbeeinnahmen, auf die sie dringend angewiesen sind. Andererseits verärgert es auch viele Kunden, weil es zu immer reißerischen (und dümmeren) Schlagzeilen verführt bzw. fast schon nötigt, um im Wettbewerb zu bestehen.

Clickbaiting funktioniert

Wer z.B. am heutigen Tage „München“ bei Google eingibt, sieht in den plakativen News deutlich, dass ein Clickbait-Suchtreffer ganz weit vorne platziert ist.

Wir haben´s getan, zum allerersten mal… eine reißerische Schlagzeile über den TSV 1860

Am 27. Februar haben wir es getan, unserer Meinung nach zum ersten Mal. Wir haben den Bericht aus dem Landtag mit der Überschrift „Benny Lauth! Ausgebautes Grünwalder Stadion wäre Ideallösung für 1860!“ überschrieben. Im Artikel stand bzw. steht immer noch, dass Benny eine deutlich größere Lösung als die jetzt anvisierten 18 000 meint und diese Lösung sehr kritisch sieht, aber das ging dann leider etwas unter.

Ist es wichtig oder unwichtig?

„Ist es wichtig oder unwichtig“ fragen Echt in ihrem 1998er-Hit weiter – und haben damit eine schöne Steilvorlage gegeben, für die Kritik, die wir uns dafür eingefangen haben.

Unwichtig:

Was selbsternannte 1860-Experten, die in den letzten Jahren kaum einem Löwen-Spiel live gefolgt sind, in einem Youtube-Blog über uns von sich geben, ist ganz klar in die Kategorie „unwichtig“ einzuordnen. Wie ernst soll man auch einen „Journalisten“ nehmen, der auf Facebook Beiträge liked und wohlwollend kommentiert, in denen steht, „KHW hätte Backpfeifen verteilt für diese Ruinenfreunde“?

Wichtig:

Wichtiger ist für uns da schon die Kritik, die von der Basis der Löwenfans kam. Dass diese Art der Berichterstattung viele – gelinde gesagt – „nicht gut“ finden würden, ist bei uns angekommen.

Zu harte Kritik?

Natürlich könnte man dem entgegenhalten, dass im Artikel ja die komplette Aussage drinnen steht und nichts weggelassen wurde. Oder dass das ein einmaliger und nicht beabsichtigter Ausrutscher war. Auf inzwischen fast 1300 Artikel innerhalb etwas mehr als eines Jahres.

Oder dass etwas mehr positives Feedback bei gelungenen Artikeln schön wäre, aber da verhält es sich wohl wie meist in Bayern: „Ned gschimpft is globt gnua“.

Wir betrachten die Kritik als Ansporn, denn sie zeigt deutlich, welchen Anspruch unsere Leser an sechzger.de haben. Wenn man die letzten Tage Revue passieren lässt, dann vermutlich auch zurecht. Zwei Beispiele an dieser Stelle:

Peter Grosser:

Wo andere aus dem Tod einer Löwen-Ikone über 20 (!) Artikel gemacht haben, gab es bei uns genau drei.
1. Die Meldung über den Tod. Übrigens als erstes, obwohl wir davor sogar noch den TSV 1860 informieren wollten, damit der Verein die Meldung als erstes bringen kann. Leider war die Presseabteilung gerade in einer Besprechung.
2. Den Nachruf.
3. Den Ort für die Kränze und zum Gedenken

Gerhard Schnell und sein Rücktritt:

Aus unseren persönlichen Erfahrungen könnten wir locker ein Dutzend Artikel über den bei der ARGE zurückgetretenen Gerhard Schnell machen und somit die Woche füllen. Aber wem hilft das? Dem TSV 1860 sicher nicht.

„Du trägst keine Liebe in Dir“ war der nächste Hit von „Echt“ nach „Wir haben´s getan“. Das wollen wir uns dann wirklich nicht vorwerfen lassen. Deshalb den Blick nach vorne.

Die Löwen starten in eine neue Woche. Widmen wir uns der Analyse in der Rückschau des Duisburg-Spieles Mittags in der Taktiktafel um 11:45 Uhr – und dann weiter vorwärts, es geht nach Halle.

Update: Die TAKTIKTAFEL:

Die Niederlage des TSV 1860 gegen Duisburg in der TAKTIKTAFEL

Sechzig um Sieben: Weltfrauentag, TAKTIKTAFEL und die 3.Liga

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Sechzig um Sieben 1860
Sechzig um Sieben: Erfolgsrezept

Guten Morgen, Löwenfans! Am 08.03. wird jedes Jahr der Weltfrauentag gefeiert. Bei sechzger.de gibt es zu diesem Anlass heute Nachmittag einen Artikel. Außerdem steht die Analyse der Niederlage in Duisburg auf unserem Programm. Der Montag in der Übersicht – jetzt bei Sechzig um Sieben.

TAKTIKTAFEL

Eine gute Halbzeit, dann eine rote Karte und am Ende keine Punkte. Das ist die Bilanz vom Samstag. Klingt frustrierend, ist es auch. Wie es dazu kommen konnte und wie die Niederlage vermeidbar gewesen wäre, erklärt euch heute Vormittag in gewohnter Art und Weise Bernd Winninger.

Weltfrauentag

Den heutigen Weltfrauentag nutzt sechzger.de und klärt euch in Sachen Frauenfußball auf. Unter anderem blicken wir auf die Historie, sprechen über Frauen auf den Rängen und in wichtigen Ämtern bei Fußballvereinen. Unser Text geht am Nachmittag online. Allen Frauen wünschen wir aber schon jetzt einen schönen Weltfrauentag! 🙂

Löwe des Spiels

Trotz Niederlage ist unser Hauptsponsor natürlich wieder auf der Suche nach dem Löwen des Spiels. Noch bis 12:00 Uhr könnt ihr eure Stimme abgeben und habt dabei die Chance auf ein Heimtrikot sowie einen von der Mannschaft signierten Bierkrug.

Historische Spiele

Den gestrigen Sonntag nutzten wir für gleich zwei historische Spiele. Zum einen ging es 51 Jahre zurück und wir blicken auf einen erfreulichen Derbysieg. Am Saisonende gab es dann hingegen nichts mehr für zu feiern für den TSV 1860… Zum anderen erinnerten wir an das letzte Gastspiel mit einem randvoll gefüllten Gästeblock, bevor Corona kam und solche Szenen vorerst verhindert.

Die ARGE im Fokus

Gestern erreichte uns die Nachricht, dass Gerhard Schnell bei dem Fanclubdachverband ARGE von seinem Amt als Vorstand zurückgetreten sein soll. Was es damit auf sich hat und wieso er das getan hat, haben wir euch hier zusammengefasst.

News aus der 3.Liga

Am gestrigen Sonntag standen zwei Partien in der 3.Liga auf dem Programm. Unterhaching konnte dabei gegen unseren nächsten Gegner, den Halleschen FC, ganz wichtige drei Punkte im Abstiegskampf einfahren und siegte klar mit 3:0. Im zweiten Spiel stoppte der FC Bayern II den Lauf des SV Wehen Wiesbaden und siegte im Sechzgerstadion mit 2:0. Zuvor hatten die Hessen 10 Spiele in Folge nicht verloren.

Heute Abend steht dann eine weitere spannende Partie auf dem Programm. Im letzten Spiel des 27.Spieltags empfängt der Tabellendritte Ingolstadt den Tabellensiebten Türkgücü München. Anstoß ist um 18:60 Uhr.

 

Gerhard Schnell bei der ARGE des TSV 1860 zurückgetreten

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Gerhard Schnell bei der ARGE zurückgetreten – Meldung bestätigt

In den letzten Tagen rumort es ordentlich hinter den Kulissen.

Gestern Abend stellte das Löwenmagazin kurzzeitig einen Artikel mit brisantem Inhalt online.

Laut diesem sollen aus Reihen der ARGE gefakte Beschwerden über Mitarbeiter des Vereines an den TSV 1860 gesendet worden sein. Der Artikel wurde kurz danach wieder aus dem Netz genommen, ist jedoch über die App Löwengrube noch auffindbar. Der Wahrheitsgehalt lässt sich für uns nicht überprüfen.

Heute haben wir mehrfach die Meldung erhalten, dass Gerhard Schnell zurückgetreten sein soll. Diese Meldungen sind inzwischen bestätigt worden. Allerdings erfolgte der Rücktritt offiziell aus gesundheitlichen Gründen.

Es ginge auch um die gesundheitlichen Gründe seiner Frau Jutta Schnell. Auch diese ist beim TSV 1860 keine Unbekannte. Viele Jahre war sie die offizielle Fanbeauftragte des TSV 1860 München und erst vor kurzem in den Ruhestand entlassen worden. Es gab sogar Spekulationen über eine Rückkehr. Diese dürften damit vom Tisch sein.

Rücktritt von Gerhard Schnell stand schon öfter im Raum

Der Rücktritt von Schnell stand jedoch schon öfters im Raum. Zuletzt medialen Wirbel um ihn gab es im Oktober.

Mehrere Vorsitzende der ARGE klüngelten per Mail darüber wie man die Beitrittserklärung eines Fanclubs hinauszögern könnte.

Zitat Schnell damals:

“und jetzt wollen sie in die ARGE …… Wahlvolk vom Oskar.”

Schlauerweise hatten sie jedoch den betroffenen Fanclub im Verteiler gelassen.

Ebenfalls damals im E-Mail-Verteiler: Ein bekannter Blogger aus dem Umfeld des TSV 1860

Ebenfalls damals im Verteiler, ein bekannter Blogger aus dem Umfeld des TSV 1860. Einen Artikel über diese Spielchen in der ARGE sucht man bis heute in seinem Blog vergeblich.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass aus den Reihen Beschwerden gefaked wurden, dürfte das auch den Kommentarbereich des bekannten Blogs in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Schon lange vermuten Insider, dass hier wenige Personen unter vielen Namen gezielt Stimmung gegen das Präsidium und einzelne Personen beim TSV 1860 machen.

Wie groß ist die ARGE beim TSV 1860?

Das hatten wir bereits in einem anderen Artikel thematisiert.

Es liegt einiges im argen bei der ARGE des TSV 1860

Vor einem Jahr: der TSV 1860 gewinnt vor Zuschauern in Jena

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Jena TSV 1860 München Gästeblock

07.03.2020 – vor genau einem Jahr war es den Löwenfans das letzte Mal offiziell möglich, unsere Jungs auswärts anzufeuern. Ein paar Wenige hatten bei den Spielen in Zwickau und Rostock in dieser Saison immerhin das Glück und konnten bei dem gastgebenden Verein eines der verfügbaren Tickets ergattern.
Beim 3:0-Sieg bei Carl-Zeiss Jena konnte der TSV 1860 München am Ende sogar drei Punkte aus der Fremde entführen.

Jena – TSV 1860: Pflichtpunkte für die Löwen

Die Vorzeichen waren dabei klar. Eine Woche nach dem furiosen Sieg gegen Chemnitz reiste der Tabellenachte Sechzig München zum abgeschlagenen Tabellenletzten nach Jena. 12 Spieltage vor Schluss trennten die Thüringer bereits 15 Punkte vom rettenden Ufer. Der Abstieg war damit quasi schon besiegelt. Der TSV 1860 hingegen durfte sich zurecht noch Hoffnungen im Aufstiegskampf machen. 5 Punkte auf Platz 2 und 4 Punkte auf Platz 3 waren kein Ding der Unmöglichkeit.

Spieltag im Zeichen des Protests

Das gesamte Wochenende im deutschen Fußball stand dabei im Zeichen der Proteste, welche durch die beleidigenden Spruchbänder gegen Dietmar Hopp aufkamen. Fans eines Münchner Vereins hatten sich unflätig gegenüber dem Mäzen der TSG Hoffenheim geäußert. In der Folge wurde beim Stand von 0:6 der Ball nur noch hin und hergeschoben. Im Nachhinein wurde dies als “bemerkenswert” betitelt und als “Spiel, das in die Geschichte eingeht”. Ob sich diese Spielszenen bei einem engeren Spielverlauf ebenso abgespielt hätten, darf zumindest bezweifelt werden.

Die gesamte Presse Deutschlands übertraf sich danach gegenseitig im Schlagzeilen-Battle. Dabei verstand keiner, dass die Person Hopp nicht Kern der Kritik war, sondern lediglich benutzt wurde, um Solidarität mit den Anhänger der Dortmunder Borussia zu signalisieren und gegen Strafen des DFB zu protestieren.

Infolge von erneuten Schmähgesängen beim Auswärtsspiel der Dortmunder sprach der DFB nämlich ein komplettes Gästeverbot für Fans des BVB in den kommenden zwei Spielzeiten in Hoffenheim aus. Das Problem dabei: Zuvor wurde bereits versprochen, dass sogenannte Kollektivstrafen der Vergangenheit angehören. Im vorliegenden Fall berief sich der Verband dann auf eine laufende Bewährung, die mit den erneuten Beleidigungen widerrufen wurde. Den folgenden Gästeausschluss nahm sich ganz Fußball-Deutschland zu Herzen und protestierte gegen den DFB.

Beteiligung auch von Jena und den Fans des TSV 1860

Auch bei der Partie am 07.03.2020 waren entsprechende Banner und Spruchbänder zu sehen, die ihren Unmut über die Entscheidung des DFB deutlich kund taten. Die Heimkurve begann das Spiel zunächst mit einer Choreo, unter der minutenlang gewerkelt wurde. Nach wenigen Spielminuten wurde dann das Ergebnis, ein übergroßes Spruchband, präsentiert.

Jena TSV 1860 Spruchband
Protest mittels Spruchband bei den Fans des TSV 1860 München
Jena TSV 1860 Choreo
Bei Jena erst eine große Blockfahne…
Jena TSV 1860 07.03.2020
…und anschließend eine lange Unterbrechung nach Enthüllung des Spruchbandes

Auf Spruchbänder wie diese hatte sich der DFB bereits vorbereitet und seine Schiedsrichter angewiesen, einen 3-Stufen-Plan durchzuführen. Dabei galt eine Stadiondurchsage als Stufe 1, welche natürlich keinerlei Effekt hatte. Kurz darauf wurden die Mannschaften durch den Unparteiischen dann in die Kabinen gebeten. Die Heimfans blieben weiterhin standhaft und aufgrund der sportlichen Situation (siehe oben) machten Gerüchte über eine Provokation von Stufe 3 (Spielabbruch) im Gästeblock die Runde. Irgendwann wurde das Spruchband dann aber doch entfernt und es konnte weiter gehen.

Mit Wiederanpfiff erzielt der TSV 1860 das 0:1 gegen Jena

Während der langen Unterbrechung wartete das runde Leder geduldig, als Ecke in den Strafraum der Thüringer befördert zu werden. Lex trat an, Berzel verlängerte und Gebhart am zweiten Pfosten musste nur noch den Fuß hinhalten. Was für ein Nackenschlag für die Gastgeber! Der Gästeblock tobte nun und nutzte die kurze Distanz zum Heimbereich für einige Liebesbotschaften. Zahlreich vertreten waren nämlich auch Anhänger aus der Seitenstraße, die mit den Ultras aus Jena seit Jahren eine Freundschaft pflegen.

Jena TSV 1860 Südkurve und Gästekurve
Ungewöhnlicher Anblick: Heim- und Gästebereich direkt nebeneinander

Eine knappe Viertelstunde später konnte 1860 gegen Jena den nächsten Treffer markieren. Nach einer Flanke von Lex war es Bekiroglu, der die Löwenfans im ausverkauften Gästeblock glücklich machte und das 2:0 erzielte. Jena fand in der Offensive weiter nicht statt, sodass es mit diesem Ergebnis auch folgerichtig in die Halbzeit ging.

0:3 – Deckel drauf

Was in Halbzeit 1 als sicherer Sieg aussieht, endet bei Sechzig ja auch gerne mal in einem Unentschieden oder gar einer Niederlage. Doch am heutigen Tag zog der überragende Stefan Lex nach zwei Vorlagen mit einem weiteren Treffer in der 55.Minute den Gastgebern endgültig den Zahn. Jena 0, TSV 1860 3. Resignation in der Südkurve, vollkommene Partystimmung dagegen im Gästeblock. Der Sieg hätte durchaus noch höher ausfallen können, aber die Partie plätscherte dem Ende entgegen und endete mit völlig verdienten drei Punkten für Sechzig München.

Am Ende der Saison 2019/20 fand sich der TSV 1860 München auf einem grundsoliden 8.Platz wieder. Der FC Carl Zeiss Jena hingegen stieg sang und klanglos in die Regionalliga ab. Aktuell liegt man dort nach 12 absolvierten Spielen auf Rang 4, hat aber bereits 12 Punkte auf den Tabellenführer Viktoria 1889, der bisher jedes seiner Spiele gewinnen konnte.

Stadionumbau

Jahrelang zur Diskussion stand der Umbau des Ernst-Abbe-Sportfelds. Trotz Corona begann man in Jena im November 2020 dann aber mit der Umsetzung des 50 (!) Millionen Euro teuren Projekts. Herauskommen soll im Sommer 2023 ein modernes Fußballstadion mit 15.000 Plätzen. So soll das Ganze einmal aussehen. Ob das Projekt, welches man ohnehin schon als amnbitioniert bezeichnen kann, in Zeiten einer Pandemie auch wie geplant zu Ende geführt werden kann, wird mit Sicherheit spannend zu beobachten sein. Aufhören sollte man aktuell zumindest nicht. Wie Bilder von Ende Januar zeigen, wurde die gesamte Nordkurve bereits abgerissen.

Gästefans in weiter Ferne

“Der TSV 1860 gewinnt vor Zuschauern”. Wenn man einen Bericht schon so beginnen muss, schmerzt das einfach. Aktuell steht fest, dass es bis mindestens Ende März keine Zuschauer in den deutschen Stadien geben wird. Hansa Rostock will zwar bald mithilfe der App “Luca” und Schnelltests Zuschauer bei Heimspielen ermöglichen, aber ob dieser Plan genehmigt wird, steht in den Sternen. Deutlich weiter in der Zukunft dürfte die Zulassung von Gästefans liegen.

Bis wir einem Auswärtssieg unseres TSV 1860 wie beispielsweise in Jena wieder beiwohnen dürfen, wird noch viel Zeit vergehen. Grund genug, um sich mit einem Lächeln an den 07.03.2020 zu erinnnern.

Heute vor 51 Jahren: Derbysieger TSV 1860 – Abstieg am Saisonende

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1860 Fans Historie

Neun Niederlagen am Stück kassierte die Löwen in der Saison 1969/70 vom 5. bis zum 13. Spieltag. Vom Glanz vergangener Tage war wenig übrig, obwohl die Meisterschaft ja noch gar nicht so lange zurücklag. Schon früh war klar, dass sich Sechzig in der Tabelle diesmal nach unten würde orientieren müssen. Am Ende stand tatsächlich der Abstieg des TSV 1860 München in die Regionalliga Süd – und das als amtierender Derbysieger!

Falsche Personalentscheidungen

Nachdem 1968 bereits mit Rudi Brunnenmeier, Hans Küppers und Bubi Bründl drei Leistungsträger den TSV 1860 verlassen hatten, folgten nun sechs weitere Meisterlöwen. Ohne Fredi Heiß, Hans Rebele, Bernd Patzke, Hans Reich, Peter Grosser und Rudi Steiner fehlte sichtlich die Struktur, aber auch die spielerische Klasse bei den Löwen. Von der Meistermannschaft waren nur noch Petar “Radi” Radenkovic, Zeljko “Peru” Perusic, Manni Wagner und Rudi Zeiser übriggeblieben und die Neuzugänge ließen zu weiten Teilen die Qualität vermissen, die es in der Bundesliga gebraucht hätte. Heiß und Kohlars wurden zwar nach der vorhin angesprochenen Niederlagenserie reaktiviert, die Abwärtsspirale konnten sie jedoch auf lange Sicht auch nicht aufhalten.

Gleich drei Trainer veschliss der Verein innerhalb kürzester Zeit: Fritz Langner und Hans Pilz konnten der Mannschaft keine entscheidenden Impulse verleihen und auch Rapid-Legende Franz „Bimbo“ Binder konnte trotz einer zwischenzeitlichen Hoch-Phase das Unvermeidliche nicht abwenden.

Abstieg in die Regionalliga Süd

Nach 34 Spieltagen hatte der TSV lediglich 25:43 Punkte gesammelt – zu wenig für den Klassenerhalt! Zusammen mit dem Tabellenletzten Alemmania Aachen stieg das Gründungsmitglied der Bundesliga in die Zweitklassigkeit ab. Trainer Binder kommentierte die Situation mit seinem Wiener Schmäh süffisant:

„Wann da Herrgott ned wui, geht gor nix.“

Meister wurde übrigens Borussia Mönchengladbach vor dem Verein aus der Seitenstraße, Hertha BSC und dem 1. FC Köln.

Derbysieger TSV 1860 München

Vier Punkte fehlten dem Lokalrivalen also am Ende auf die Meisterschaft, zwei davon ließen sie heute vor 51 Jahren im Derby liegen. Gegen den kriselnden Nachbarn sahen viele Spieler der Roten wohl “a gmahde Wiesn” – und das rächte sich! Der reaktivierte Routinier Wilfried Kohlars brachte den TSV 1860 in der 12. Minute mit 1:0 in Führung, ehe “Mr. Fallrückzieher” Klaus Fischer in der 22. Minute den zweiten Treffer folgen ließ. Der junge Stürmer aus dem Bayerischen Wald war ohnehin der Spieler der Saison: Als einziger Akteur stand er bei allen 34 Partien auf dem Platz und erzielte dabei 19 Tore. Nach dem Abstieg wechselte Fischer zum FC Schalke 04.

Obwohl Ohlhauser kurz nach dem Seitenwechsel noch für die Seitenstraßler verkürzte, hieß der Derbysieger am 07.03.1970 TSV 1860 München. 44.000 Zuschauer im restlos ausverkauften Grünwalder Stadion boten einen würdigen Rahmen für den prestigeträchtigen Sieg, für den sich die Löwen am Ende der Saison jedoch nichts kaufen konnten.

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Franz Binder schenkte im Derby folgender Mannschaft sein Vertrauen:

Radenkovic – Kroth, Perusic, Blankenburg, Zeiser – Schmidt, Kohlars, Berg, Heiß – Hiller, Fischer

Tore:
1:0 Kohlars (12.), 2:0 Fischer (22.), 2:1 Ohlhauser (49.)

Giesinger Gedanken nach der Niederlage beim MSV Duisburg

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„Der englische Sammelbegriff Blackout hat mehrere fachspezifische Bedeutungen“ erfährt man bei Wikipedia. Es werden insgesamt neun verschiedene Arten von Blackouts vorgestellt. Der wohl geläufigste ist der flächendeckende Stromausfall von Stromnetzen, der den Ausfall weiterer Infrastruktur (durch das Fehlen von Strom) zur Folge hat. Der einzelne Ausfall eines Kraftwerks wird durchaus auch als Blackout bezeichnet. Liest man den Eintrag weiter, erfährt man, dass es auch Blackouts durch Blutmangel im Gehirn von Piloten bei extremen Flugmanövern gibt. Ein Ausfall der Funkverbindung beim Wiedereintritt eines Raumflugkörpers in die Erdatmosphäre wird ebenfalls als Blackout bezeichnet. Selbst beim Streckentauchen im Schwimmbad kann es zu einem Blackout kommen, der nicht selten mit dem Tod des Tauchers endet.

Blackout bei Dennis Erdmann

Den Blackout, den Dennis Erdmann in der 51. Minute des gestrigen Spiels erlitt, subsummiert man wohl am Besten in der Kategorie „vorübergehender Gedächtnisverlust“. Es kam ein langer, langer Ball aus der Tiefe der Duisburger Hälfte in Richtung des Duisburger Stürmer Bouhaddouz, der von Erdmann bewacht wurde. Erdmann verschätzt sich beim Aufspringen des Balles, so dass Bouhaddouz den Ball gewinnen kann und ihn an der Strafraumlinie an Erdmann vorbei Richtung Tor legt. Nun greift Erdmann zu einer Ringereinlage, die Bouhaddouz, der wahrlich nicht leicht gefallen ist, etwa am Elfmeterpunkt zu Fall bringt.

Eine bis dahin ordentliche Leistung wird wertlos

Der Rest ist bekannt, Erdmann sieht zu Recht rot (mehr Notbremse geht kaum) und Ex-Löwe Stoppelkamp verwandelt den fälligen Elfmeter sicher. Danach riss der Faden im Spiel der Löwen komplett und eine wirklich ansehnliche erste Hälfte war wertlos geworden. Durch Unaufmerksamkeit im Bruchteil einer Sekunde. Sechzig kam nur noch zu einer Torchance, als Belkahia nach einer schönen Freistoßflanke von Lex den Ball nicht im Tor unterbringen konnte (59. Minute). Den Rest des Spiels ließen die Meidericher nichts anbrennen und hielten die Gäste aus München ohne großen Aufwand weit von ihrem Tor weg.

Keine Tore trotz Überlegenheit in der ersten Hälfte

Ärgerlich ist, dass erneut aus der Überlegenheit der ersten Halbzeit kein Kapital geschlagen wurde. Als Auswärtsmannschaft kann man kaum couragierter auftreten, als es die Löwen in Durchgang eins zeigten. Sie ließen die Duisburger kaum aus Ihrer eigenen Hälfte kommen, spielten zielstrebig nach vorne und konnten sich auch gute Chancen herausarbeiten. Zwei Freistöße verfehlten knapp das Gehäuse (Steinhart und Lex) und Lex konnte eine schöne Hereingabe von Biankadi nicht verwerten.

Goldene Ananas statt Aufstiegskampf

So kommt eins zum anderen und realistisch gesehen haben wir uns für den Rest der Saison mit dem Kampf um die goldene Ananas zu beschäftigen. Das ist schade, weil aus meiner Sicht schon einige Punkte verschenkt wurden oder wie ein Redaktionskollege schrieb: die Mannschaft „die guten Leistungen nicht konsequent in Punkte umgewandelt“ hat.

Dabei ist der Blackout von gestern ärgerlich, aber sowas kann selbst einem erfahrenen Spieler wie Dennis Erdmann passieren. Gegen Haching schoss er noch das Führungstor mit einem sehr überlegten Schuss in die freie Ecke des von Coppens verlassenen Tores. Mehr ärgern mich da schon die liegen gelassenen Punkte der Spiele gegen Meppen, Zwickau und Rostock.

In den genannten Spielen konnte man die Überlegenheit einfach nicht in Tore ummünzen und die eigentlich verdienten Punkte einfahren. Unter dem Strich fehlen jetzt doch einige Punkte, um noch im Aufstiegskampf mitzumischen. Schade, denn eigentlich spielt die Mannschaft guten Fußball mit einer sehr schön anzusehenden Offensivausrichtung. Es fehlen einfach die Tore…

Wer ganz oben mitspielen will, braucht mehr Konstanz

Alles in allem sind wir tabellarisch etwa da, wo die Mannschaft hingehört. Nach der starken Phase im Dezember und Anfang Januar, dachte ich aber schon, dass es für etwas mehr langen könnte. Neben der schon angesprochenen Effektivität vor dem Tor, fehlt es für mich an der nötigen Konstanz. Wir hatten diese Saison zu Beginn eine wunderbare Serie und dann die Phase Dezember/Januar. Dazwischen lag der recht erfolglose November und nun geht es seit Mitte Januar auf und ab. Natürlich fehlt auch unsere Heimstärke.

Vorteil Planungssicherheit?

Möglicherweise ist es sogar gut, jetzt schon so eine Art Planungssicherheit für die kommende Saison zu haben. Die sportliche Leitung kann nun das Thema zweigleisige Planung ad acta legen und gezielt nach punktuellen Verstärkungen für die dritte Liga schauen. Wobei ja die jungen Spieler in unserem Kader immer stärker werden. Sie können die Arrivierten jetzt schon problemlos in einzelnen Spielen ersetzen. Wenn Michael Köllner diese Spieler so weiterentwickelt, sollte ein Konkurrenzkampf um die Plätze in der Startaufstellung entstehen, der die Spieler sicher nochmals beflügelt. Vielleicht bietet sich jetzt auch die Möglichkeit, den Eigengewächsen mehr Einsatzzeiten zu gewähren und so das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: Nämlich Spielpraxis für die Jungen und über Einsatzminuten einen größeren Betrag aus dem Nachwuchsfördertopf des DFB. Da ist jede Einsatzminute eines Eigengewächses bares Geld wert.

Aber eigentlich hätte ich schon gerne bis zum Schluss oben mitgespielt… Ich hör jetzt erstmal die Scorpions und zwar ein Lied, das lange vor „Wind of Change“ entstanden ist, als die Scorpions noch cool waren.

Kurzzusammenfassung MSV Duisburg – TSV 1860 München

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MSV Duisburg - TSV 1860

Beim Spiel MSV Duisburg – TSV 1860 München mussten die Löwen eine 0:1 Niederlage hinnehmen. Dennis Erdmann erwies den Gästen mit seinem Foul in der 52. Minute einen Bärendienst.

Die Löwen begannen mit drei neuen Spielern gegenüber dem Spiel gegen Haching. Salger und Willsch kehrten nach ihren Sperren zurück in die Startelf. Dafür blieben Belkahia und Lang auf der Bank. Greilinger ersetzte den gelb-gesperrten Neudecker.

In der ersten Hälfte konnten die Löwen ihr spielerisches Übergewicht nicht in Tore ummünzen. Trotz weitgehender Kontrolle über das Spielgeschehen wurden letztlich zu wenige Torchancen generiert, die beste hatte noch Stefan Lex in der 37. Minute, als sein Heber jedoch ca. einen Meter am Gehäuse vorbeiflog. Gegen Ende des ersten Durchgangs wurden die Duisburger etwas offensiver, jedoch ohne sich erwähnenswerte Torchancen zu erspielen.

Die zweite Halbzeit begann ähnlich und verlief größtenteils ereignislos, bis Erdmann in einem nicht sehr lichten Moment Bouhaddouz in der 52. Minute so lange und fest ohne Aussicht auf den Ball im 16er umklammerte, dass dieser zu Boden ging und es folglich Elfmeter für Duisburg und Rot für Erde gab. Stoppelkamp brachte die Hausherren per Elfmeter mit 1:0 in Führung.

Die Löwen schafften es in Unterzahl nicht mehr, merklich gefährlich vor das Tor der Zebras zu kommen, sodass das Spiel MSV Duisburg – TSV 1860 München folgerichtig mit einer 0:1 Niederlage für die Gäste endete. In der Tabelle liegen die Löwen nun auf Platz 6.

Der sechzger.de-Liveticker: MSV Duisburg – TSV 1860 München

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Liveticker TSV 1860 München von sechzger.de

Herzlich willkommen zum Liveticker bei der Partie MSV Duisburg – TSV 1860 München!

Platz 14 gegen Platz 6

Am 27.Spieltag der Saison 2020/21 trifft der TSV 1860 München auswärts in der MSV Arena auf den MSV Duisburg, sechzger.de begleitet das Spiel wie gewohnt im Liveticker für euch. Neben allen Spielereignissen gibt es auch Bilder aus Duisburg.

Saarbrücken TSV 1860 1:0

 

Aufstellung: 1 Hiller – 36 Steinhart (84. gelb), 13 Erdmann (51. rot), 6 Salger, 25 Willsch – 14 Dressel, 8 Tallig (89. 26 Durrans), 11 Greilinger (52. 27 Belkahia) , 19 Biankadi (73. 23 Staude) – 7 Lex – 9 Mölders

Bank: 40 Kretzschmar (Tor), 3 Lang, 18 Knöferl, 23 Staude, 26 Durrans, 27 Belkahia, 32 Gresler

Tore: 1:0 Stoppelkamp (52. Foulelfmeter)

Veränderungen in der Startelf

Michael Köllner wird in jedem Falle Veränderungen im Vergleich zum Spiel gegen Unterhaching vornehmen müssen. Richard Neudecker sah seine fünfte gelbe Karte und Daniel Wein fällt weiterhin mit Adduktorenbeschwerden aus. Nach absolvierter Sperre kehren Stephan Salger und Marius Willsch voraussichtlich in den Kader zurück.

Wo könnt ihr neben unserem Liveticker das Spiel MSV Duisburg gegen den den TSV 1860 München live verfolgen?

Die Löwenfans dürfen sich freuen. Wie wir euch bereits berichtet haben, wird das Spiel live im Free-TV und im Stream vom BR übertragen.
Magenta Sport zeigt die Partie außerdem wie gewohnt ebenfalls im Fernsehen und im Stream für ihre Kunden.

Sechzig um Sieben: MSV Duisburg – TSV 1860 München

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MSV Duisburg Wedaustadion Blick auf die Gegengerade

Der Vorbericht zum Spiel der Löwen bei den Meiderichern

Heute gibt es für unsere Löwen, etwas gut zu machen… Nein, der heroisch erkämpfte Sieg gegen Unterhaching am letzten Freitag ist nicht schon wieder vergessen! Der Blick geht etwas weiter zurück. Und zwar auf den 31. Oktober des letzten Jahres. Am 8. Spieltag der laufenden Saison brachte der MSV Duisburg dem TSV 1860 nämlich die zweite Heimniederlage in Serie bei. Waren wir aber zehn Tage zuvor noch gegen das damalige Spitzenteam aus Saarbrücken knapp unterlegen, bedeutete die ernüchternde 0:2-Schlappe gegen die Zebras einen überhaupt nicht erwarteten Punktverlust gegen einen damals extrem angeschlagenen Gegner. Eine ganz bittere Pleite an einem sonnigen Herbstnachmittag vor – natürlich – leeren Giesinger Rängen.

Die Bilanz zwischen zwei Bundesligagründunsgmitgliedern

Da das Hinspiel gegen die Meidericher am letzten Tag im Oktober 2020 also in die Hose ging, warten wir weiterhin auf den insgesamt 25. Triumph über den MSV in der Löwenhistorie. Im Vorbericht zum Heimspiel wurde die verschiedenen Optionen vorgestellt und leider entschied sich das Schicksal dann für die 15. Niederlage gegen diesen Gegner. Ihr stehen 14 Punkteteilungen und – wie erwähnt – bereits stolze 24 Siege gegenüber. Zum 54. Mal stehen sich die beiden Bundesliga-Gründungsmitglieder heute also gegenüber. Zum 24. Mal an der Wedau, von wo 1860 neun Mal einen Sieg mit nach Hause bringen konnte.

Löwenfans in Duisburg: Gestern (und zwar am 5. Mai 1995 nach einem 1:1)…
…und Heute (am 19. September 2019 bei einer 1:2-Niederlage)

Aktueller Saisonverlauf

Die vor und auch noch nach dem Hinspiel dramatische sportliche Lage der Zebras hat sich mittlerweile deutlich verbessert. Nach dem Sieg im Sechzgerstadion wartete man in Duisburg sechs Wochen und acht Drittligaspiele auf den nächsten Dreier. Im Frühling 2021 hat sich das Team allerdings gefangen. Mit einer breiten Brust durch drei in Serie eingefahrene Siege ging der MSV in das Nachholspiel in Saarbrücken am Mittwoch dieser Woche. Dort trafen die zwei „Mannschaften der Stunde“ aufeinander. Für die Zebras endete allerdings der Lauf und sie kamen mit 1:4 unter die Räder. Vielleicht – aus unserer Sicht – zum genau richtigen Zeitpunkt?

Viele Trainerwechsel

Auf der Duisburger Trainerbank hat sich in dieser Saison schon einiges getan. Nachdem am 10. November 2020 Torsten Lieberknecht seinen Hut nehmen musste (der Sieg bei uns hatte ihm den Arbeitsplatz nur für weitere elf Tage retten können) übernahm für eine Niederlage gegen Türk Gücü im Olympiastadion Co-Trainer Marvin Compper interimsmäßig. Tags darauf wurde Ex-Löwe Gino Lettieri präsentiert. Ihm gelangen jedoch in gut zwei Monaten und zwölf Spielen nur magere zwei Siege und vier Unentschieden, sodass die Verantwortlichen sich erneut zum Handeln gezwungen sahen. Nach einer 1:3-Pleite in Zwickau Ende Januar übernahm erneut eine Interimslösung: NLZ-Leiter Uwe Schubert führte die Zebras zum wichtigen Sieg im Kellerduell gegen den VfB Lübeck.

Am 2. Februar wurde dann ein großer Name auf der Trainerbank präsentiert: Pavel Dotchev, der selbst wiederum erst am 24. Januar bei Viktoria Köln entlassen worden war. Wildes Trainerkarussel in der 3. Liga. Dem neuen Mann an der Seitenlinie kam dann der Winter sehr entgegen: Stattliche 18 Tage lang konnte er seine neue Mannschaft auf das nächste Spiel vorbereiten. Die Reisen nach Saarbrücken und nach Halle fielen dem Wetter zum Opfer. Als es für Dotchev endlich ernst wurde, fuhr er gleich die oben schon angesprochenen zwei Siege ein, ehe man am Mittwoch in Saarbrücken erstmals unter den Fittichen des Bulgaren den Kürzeren zog.

Wirtschaftliche Probleme

Mit finanziellen Problemen kennt man sich dort, wo die Ruhr in den Rhein fließt gut aus: Schon im Sommer 2013 ging es den Zebras ähnlich, wie unserem Verein 31 Jahre zuvor und man erhielt keine Lizenz für die folgende Saison in der 2. Bundesliga. “Noch ernster als die Lage 2013,” bezeichnete Präsident Ingo Wald die finanzielle Situation des MSV im Mai letzten Jahres. Sportlich stand der Verein damals noch auf dem Spitzenplatz der 3. Liga, verspielte aber nach der Wiederaufnahme des Betriebs bekanntlich den Aufstieg. Anfang Dezember wurde dann über eine Finanzlücke zur Finanzierung der aktuell laufenden Saison berichtet. Bis 21. Januar hieß es, müsse diese Lücke geschlossen sein.

Und das gelang: Einen Tag vor Ablauf der Frist wurde vermeldet, dass man mit Hilfe eines Vereinspartners eine Nachlizensierung beim DFB erreicht habe und die aktuelle Saison gesichert sei. Mit geholfen hatten dabei auch die leidgeprüften Fans: 4.000 virtuelle Dauerkarten waren von diesen erworben worden. Eine Insolvenz nach der laufenden Saison wird aber weiterhin nicht ausgeschlossen. Aktuell will man allerdings wohl erstmal die sportlichen Probleme in Form des drohenden Abstiegs in die Regionalliga so schnell wie möglich beseitigen.

Hupkonzerte vor dem Stadion

Die Unterstützung seiner Fans ist dem MSV Duisburg auch dabei gewiss. Bei den Meiderichern gibt es neuerdings eine besondere, Corona-bedingte Form des Supports: Was am 27. Januar, am Tag nach der schon erwähnten Niederlage in Zwickau noch als Ausdruck wütender Proteste der Fans zum Wachrütteln von Mannschaft und Verantwortlichen begann, wandelte sich vier Tage später zur Unterstützung des Teams: Ein Hupkonzert vor dem Stadion. Beim extrem wichtigen Abstiegsduell gegen Lübeck fanden sich erneut rund 400 Fans in ihren PKWs auf dem Parkplatz vor der “Schauinsland-Reisen”-Arena ein – und hupten ihr Team drinnen zum Sieg.

Auch beim nächsten Kellerduell gegen die Münchner Vorstädter fand sich die gleiche beachtliche Anzahl an Fans ein und behupte einen allerdings reichlich glücklichen 2:1-Erfolg. Mal sehen, ob auch heute wieder gehupt wird. Michael Köllner würde derlei Aktivitäten durchaus positiv bewerten. In der LÖWENRUNDE am Donnerstag meinte er auf sechzger.de-Nachfrage augenzwinkernd: „Das feuert uns ja vielleicht auch an. Wenn welche draußen hupen, dann sind das ja keine Zebras, die rumspringen, sondern das kann ja am Ende auch den Löwen zu großen Taten befähigen.“

Hier werden sie sich wohl einfinden, die hupenden Fans

Der gewohnte Liveticker heute vielleicht ein wenig anders als sonst

Erstmalig in dieser Saison haben wir leider keinen Vertreter von sechzger.de bei einem Gastspiel der Löwen im Stadion. Unseren gewohnten Service in Form des Livetickers mit Infos und Fotos von vor Ort können und wollen wir Euch dennoch anbieten. Klickt Euch heute Nachmittag einfach mal rein und schaut, was unser Mann in Duisburg aus der Situation macht, dass er sich womöglich unter hupende Fans mischen muss.