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TSV 1860 auswärts: Zuschauer in Dortmund, Geisterspiel in Würzburg?

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Corona Geisterspiel
Titelbild: Groundhopping Franken

Nach dem Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg am Samstag muss der TSV 1860 vor der Winterpause noch zweimal auswärts antreten. Anhand der Entwicklungen der vergangenen Tage ist zu erwarten, dass man nur noch bei der Partie in Dortmund (11.12.) die Möglichkeit hat, als Fan live dabei zu sein.

Geisterspiele in Giesing und Würzburg?

Es ist kein Geheimnis, dass der bayerische Ministerpräsident Markus Söder lieber heute als morgen zu Geisterspielen zurückkehren möchte. Dabei würde er gar in Kauf nehmen, diese Entscheidung entgegen einer bundesweiten Regelung durchzusetzen. In Sachsen werden Zuschauer bereits ausgeschlossen, auch Baden-Württemberg wird in Kürze wohl Geisterspiele ausgetragen.

Neben dem Heimspiel gegen den Tabellenführer 1. FC Magdeburg wäre auch das Match der Löwen in Würzburg (20.12.) betroffen.

TSV 1860 auswärts in Dortmund vor Zuschauern?

Etwas anders stellt sich die Situation in Nordrhein-Westfalen dar. Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister von NRW, äußerte sich gestern wie folgt:

“Wir haben uns in der Regierung darauf verständigt, dass wir jetzt erst einmal die Kapazität der Stadien auf ein Drittel beschränken werden. Keine Stehplätze mehr, alles auf Sitzplätze, und dann halten wir das für vertretbar.”

Dementsprechend wäre es also möglich, das Spiel des TSV 1860 auswärts bei Borussia Dortmund II (11.12.) zu besuchen.

Seitens des BVB heißt es diesbezüglich auf Nachfrage von sechzger.de:

“Bei unserem letzten Heimspiel galt die 2G-Regelung. Seitens der Landesregierung wird gerade sehr viel geplant und angedacht, ohne dass bislang neue Regelungen beschlossen wurden (auch hinsichtlich der zugelassenen Auslastung). Danach richtet sich natürlich auch, wann und in welcher Stückzahl die Gästetickets nach München geschickt werden. Sobald uns die entsprechenden Informationen vorliegen, werden wir sie umgehend nach München weiterleiten und auch auf unserer Homepage kommunizieren.”

Hoffen wir das Beste, dass wir die Löwen bis zur Winterpause nochmal zu drei wichtigen Punkten schreien können! Wie ist denn Eure Meinung dazu?

Titelbild: Groundhopping Franken

sechzger.de Talk, Folge 37: Havelse, Mannheim, Magdeburg

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Moderator Christian begrüßt in der letzten Englischen Woche des Jahres 2021 natürlich Bernd, die TAKTIKTAFEL und diesmal den Manne aus dem erweiterten Redaktionskreis von sechzger.de.

Im Talk ein neues, aber durchaus bekanntes Gesicht: Manne

Löwenfan seit deutlich über 40 Jahren, betreiber der Facebook-Seite Groundhoppers 1860 und der Mann hinter der AUBING-Fahne, die man in normalen Zeiten bei Heim- & Auswärtsspielen des TSV 1860 hängen sieht: Das ist unser heutiger Talkgast Manne. Wie er sich bei unserem kleinen aber feinen Online-Projekt sechzger.de einbringt, erfahrt Ihr gleich zu Beginn des Talks.

Erster Auswärtserfolg nach 217 Tagen

Als Allesfahrer war unser Gast natürlich auch in Hannover dabei, als die Löwen sich zwar beim Ligaschlusslicht nicht mit Ruhm bekleckerten, aber wenigstens die geforderten und von allen erwarteten drei Punkte mit nach Hause brachten. Manne berichtet von seinen Eindrücken aus dem Gästeblock. Und unsere TAKTIKTAFEL hat natürlich auch zu diesem Spiel noch etwas zu sagen.

Heimniederlage gegen Waldhof Mannheim

Drei Tage nach dem ersehnten ersten Auswärtssieg seit April ging es mit dem Nachholspiel vom 12. Spieltag weiter. Den Rückenwind vom Erfolg in Niedersachsen wollte Sechzig mitnehmen und den SV Waldhof bezwingen. Der Wind spielte am Dienstag Abend auf Giesings Höhen durchaus eine Rolle – allerdings leider jedoch in einer ganz anderen Richtung. Über die ernüchternde erste Halbzeit, warum Spielabschnitt zwei Hoffnung macht und natürlich über den verschossenen Elfmeter sprechen unsere drei Protagonisten. Den notwendigen Respekt gegenüber allen Beteiligten lassen sie – bei aller Enttäuschung über die Niederlage – nicht vermissen.

Den Spitzenreiter vor der Brust.

Der große Vorteil einer Englischen Woche: Es bleibt nicht viel Zeit, über eine Pleite zu jammern, denn das nächste Spiel steht unmittelbar bevor: Am Samstag Nachmittag empfangen die Löwen den Tabellenführer aus Magdeburg. Mit Fans im Stadion oder vor einer Geisterkulisse? Gibt es eine Trotzreaktion von Michael Köllners Mannen? Oder haben wir gegen den starken FCM eigentlich gar keine Chance? Fragen, auf die Manne, Bernd und Christian noch keine sicheren Antworten haben. Darüber sprechen können sie dennoch.

Der sechzger.de Talk Nummer 37 als Video und Podcast

Ob Video oder Audio – den sechzger.de Talk gibts für Auge und/oder Ohr. Um keine Folge zu verpassen, könnt Ihr uns natürlich gerne auf YouTube bzw. diversen Podcast-Plattformen abonnieren:

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Sechzig um sieben: Nach Mannheim ist vor Magdeburg

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Sechzig um Sieben mit den News rund um den TSV 1860 München zum Start in den Tag Löwen

Auch nach zwei Mal drüber schlafen bleibt die Leistung des TSV 1860 München von Dienstag Abend sehr mysteriös. Wie konnten die Löwen eine derart grottige erste Hälfte nach zwei siegreichen Spielen bieten? Gezeter hilft jetzt nicht, denn nach Mannheim ist vor Magdeburg in dieser englischen Woche.

1860 – Waldhof in der Rückschau

Die 3.200 Zuschauer im Sechzgerstadion und die zwangsweise vor die heimischen Bildschirme verbannten restlichen Löwenfans trauten in Durchgang eins kaum ihren Augen. Konnten die Löwen in den ersten 13 Minuten das Spiel noch einigermaßen offen gestalten, brachen nach dem 0:1 bei den Löwen alle Dämme. Sechzig hatte zugegebenermaßen etwas Pech, dass Salger nach einer Ecke den Ball nicht ins Tor stochern konnte und direkt im Gegenzug das 0:1 fiel. Aber was dann bis zur Halbzeit folgte, bezeichnete Michi Köllner als schlechteste Leistung der Saison. Dem kann man schwer widersprechen, auch wenn man  das Spiel gegen Türkgücü im August gesehen hat. Die Löwen konnten froh sein, nur mit zwei Toren im Rückstand zu liegen.

Semi Belkahia blieb nach sehr ausbaufähiger Leistung in der Kabine. Nach der Pause, in der wohl der Orkan Michi durch die Kabine der Sechzger gefegt hatte, kamen die Löwen zunächst wie verwandelt aus der Kabine. Mölders scheiterte direkt nach Wiederanpfiff an Königsmann. In der Folge spielte nur 1860, womöglich weil man den Wind im Rücken hatte. Leider gelang außer einem Glückstreffer von Neudecker nach Torwartfehler von Königsmann kein weiterer Treffer. Die Riesenchance zum Ausgleich bot sich dann in der 74. Minute. Doch Keanu Staude rutschte das Herz am Elfmeterpunkt in die Hose und er brachte nur einen unplatzierten Kullerball auf Königsmann, der wohl selten so wenig Mühe hatte, einen Elfer zu parieren. Dass Staude als Schütze nicht vorgesehen war und trotzdem geschossen hat, wirft nicht nur bei Stefan Kranzberg einige Fragen auf.

Danach ging dann nix mehr und die Löwen fingen sich noch einen Konter zum 1:3 ein. Die Gründe für die Niederlage hat Bernd Winninger wie immer in der TAKTIKTAFEL analysiert. Danke Bernd, dass Du dieses Spiel freiwillig nochmal geschaut hast!

Nach Mannheim ist vor Magdeburg

Zu allem Überfluss befinden wir uns in einer englischen Woche und es geht übermorgen schon weiter. Und zwar gegen den Tabellenführer. Das Leben ist halt kein Wunschkonzert. In Giesing schon gar nicht. Vielleicht ist es auch gut, dass zum Lamentieren nach Mannheim nicht groß Zeit bleibt und man sich sofort auf den nächsten großen Brocken aus Magdeburg konzentrieren muss. Michi Köllner muss sich auf jeden Fall Gedanken machen, wer den gelb-gesperrten Phillipp Steinhart auf der linken Position der Viererkette ersetzen soll. In der Pole Position steht wohl Fabi Greilinger. Wir sind auch gespannt, ob der Coach vielleicht nun doch mal Marius Willsch auf rechts in der Viererkette starten lässt und Yannick Deichman weiter nach vorne rutscht. Ob das Spiel vor Zuschauern stattfinden kann, ist trotz laufenden Vorverkaufs wohl mehr als fraglich. Dazu weiter unten mehr.

Wieder (bundeseinheitliche) Zuschauerbeschränkungen im Profifußball?

Während die Jahreskartenbesitzer des TSV 1860 also noch Karten für das Spiel am Samstag erwerben können, wird in der Politik angeregt über (weitere, bundeseinheitliche) Zuschauerbeschränkungen diskutiert. In der Telefonkonferenz der Ministerpräsidenten heute Nachmittag steht das Thema auf der Agenda. Markus Söder ist mal wieder vorgeprescht und kündigt an, im Falle einer Nicht-Einigung in Bayern kurzfristig Geisterspiele zu verfügen. Die Beschlussvorlage der MPK sieht dagegen Beschränkungen von 10.000 Zuschauern für Outdoor-Großveranstaltungen vor. Einen aktuellen Überblick über die aktuelle Lage in der einzelnen Bundesländern findet Ihr hier.

Für die nächsten Löwenspiele gilt aktuell:

  • 04.12. gegen Magdeburg: wie gegen Mannheim sind noch 25% der Kapität erlaubt dazu 2G-plus und FFP-Maskenpflicht auch am Platz. Es ist allerdings von einem Geisterspiel auszugehen, da Söder Geisterspiele fordert.
  • 11.12. in Dortmund: “In NRW sollen Zuschauer in den Stadien vorerst erlaubt bleiben – allerdings mit deutlich reduzierter Kapazität. Im Gespräch ist eine maximale Auslastung von bis zu 33 Prozent.” schreibt liga3-online. Dies würde bedeuten, dass im Stadion Rote Erde vor 3.300 Zuschauern gespielt werden könnte. Ob Auswärtsfans zugelassen sind und wie viele Karten nach München geschickt werden, steht aktuell in den Sternen. Derzeit gilt bei den Profis des BVB die 3G-Regel . Wir gehen davon aus, dass dies auch auf den BVB II zutrifft.
  • 20.12. in Würzburg: Prinzipiell gilt dieselbe Regelung wie für unser Spiel gegen Magdeburg. Also 25% (das wären in Würzburg ca. 3.270 Zuschauer), aber es ist wohl auch hier von einem Geisterspiel auszugehen.

Den Fußballfans bleibt nur Michi Köllners Motto zu beherzigen: “Wir denken von Spiel zu Spiel”. Wir sind sicher, dass es heute Abend neue Regelungen geben wird. Bei sechzger.de werden wir Euch zeitnah informieren.

News aus der dritten Liga

Prominenter Trainingsgast in Höhenberg

Der derzeit vereinslose ehemalige Nationalspieler Gonzalo Castro trainiert ab sofort als Gast bei Viktoria Köln. Castro brachte es insgesamt auf 409 Bundesligaspiele und hofft durch das Training auf hohem Level “schnell einen neuen Verein zu finden”.

Gouras weiter in Quarantäne

Der 23-jährige Stürmer des FC Saarbrücken wurde erneut positiv getestet und muss in Quarantäne verbleiben. Damit wird er auch das Spiel in Zwickau am Freitag verpassen.

Vorstand des SV Meppen wiedergewählt

Am Dienstag Abend wählten die 93 (!) anwesenden Mitglieder des SV Meppen den bestehenden Vorstand Andreas Kremer (Vorstandssprecher), Stefan Gette (Finanzvorstand) und Heiner Beckmann (Sportvorstand) erneut für drei Jahre. Grund zum Klagen gibt’s ja im Emsland aktuell nicht.

Damit geht Ihr wenigstens gut informiert in einen zur Stimmungslage bei den Löwen passenden grauen Dezembertag. Alles rund um den TSV 1860 München und die dritte Liga erfahrt Ihr bei uns. BLAU BLEIBEN! Die Löwen bringen bald wieder Farbe in unser Leben!

TAKTIKTAFEL, die Analyse: TSV 1860 – Waldhof Mannheim (12.Spieltag)

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich Willkommen zur TAKTIKTAFEL-Analyse des Spiels TSV 1860 München – SV Waldhof Mannheim.

Dem flexiblen 4-1-4-1, das Michael Köllner für den TSV 1860 gewählt hatte, stellte Coach Patrick Glöckner vom SV Waldhof Mannheim ein 4-2-3-1 entgegen. Soweit so gut. Personell und systematisch war bei beiden Teams alles wie vor dem Spiel erwartet.

Die absolut verdiente Niederlage im Heimspiel für den TSV 1860 hat vor allem einen Grund: Mannheim spielte genau so, wie ich es von Mannheim erwartet habe. Aggressiv mit aktivem Pressing, hoher Intensität bei den Zweikämpfen und vor allem mit hoher Erfolgsquote im Zweikampfbereich – defensiv wie auch offensiv.

Die Sechzger hingegen hatten sich zwar offensichtlich viel vorgenommen, konnten aber aufgrund verschiedener Umstände in der ersten Halbzeit bis auf etwa zehn Minuten zu Beginn der Partie, als das Spiel noch in der Abtastphase war, nie wirklich ins Spiel finden.

Die statistischen Werte

  • Ballbesitz TSV 1860 51% SV Waldhof 49%
  • Passgenauigkeit TSV 1860 72% SV Waldhof 74%
  • Defensive Zweikampfquote TSV 1860 45% SV Waldhof 63%
  • Schüsse/aufs Tor TSV 1860 11/4 SV Waldhof 14/7
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) TSV 1860 5,16 SV Waldhof 9,16

Was fällt auf?

Bei den statistischen Werten sieht man eines sofort: Noch nie in dieser Saison war der PPDA-Wert über das ganze Spiel beim TSV 1860 derart niedrig. Niedriger Wert der PPDA bedeutet hohe Pressingintensität. Theoretisch.
Als nächstes schauen wir auf die Zweikampfbilanz defensiv. Mehr als jeder zweite defensive Zweikampf ging bei den Sechzgern verloren. Aktionen gegen den Ball zu setzen ist zwar gut, aber wenn diese zu keinem Ballgewinn führen, ergibt sich daraus meistens eine Unterzahl, weil mindestens ein Spieler (nämlich der Spieler, der gerade den Zweikampf verloren hat) überspielt wurde.

In den pressingrelevanten Zonen gingen 56% der defensiven Zweikämpfe in die Binsen. Nicht aus jedem verlorenen Zweikampf muss gleich eine Torchance entstehen, das ist klar. Manche Zweikämpfe stören den Ballführenden, der den Zweikampf gewinnt so, dass der nächste Spieler des Gegners den Ball erobern kann – nicht so aber beim gestrigen Spiel. Viel zu oft waren diese Duelle entscheidend dafür, ob der Gast einen Vorstoß ins letzte Drittel vor dem Löwentor schafft oder nicht. Dann war oft auch Platz vorhanden, den die Gäste meist gut nutzen konnten. Dass Waldhof Mannheim nur drei Tore in diesem Spiel schießt, ist noch glücklich für den TSV 1860 München.

Es ist nicht der Einsatzwille, der ist klar vorhanden. Sonst würde man nicht diese Menge an defensiven Zweikämpfen führen. Das Problem war klar die Zweikampfführung. Und somit indirekt auch das Stellungsspiel. Wer schlecht zum Gegner steht, verliert den Zweikampf eher als ein gut gestellter Spieler.

Im defensiven Zentrum war das gezeigte über weite Strecken nicht das, was die Spieler eigentlich können. Die Defensivabteilung hat bis auf Erdmann, der letzte Saison nicht viel Spielzeit auf der Innenverteidiger Position bekam, ihr Gesicht behalten. Die Spieler können es definitiv besser. Warum sie es vor allem in der Innenverteidigung nicht auf den Platz bringen, verstehe ich langsam nicht mehr.

Dressel, Neudecker und Biankadi waren die Spieler mit der besten defensiven Zweikampfbilanz am Dienstagabend. Alle anderen, die von Beginn an ran durften, haben 50% oder weniger defensive Zweikämpfe gewonnen. Nur diese drei kommen auf Werte über 60%, Dressel sogar über 70%.

Der zweite Wert, der signifikant für die Einschätzung des gestrigen Qualitätsunterschieds ist, ist die Zielgenauigkeit bei den Schüssen. 50% aller Schüsse der Mannheimer verschafften Marco Hiller Arbeit.

Die Löwen hatten eine Zielgenauigkeit von rund 36%. Zudem schossen sie auch noch weniger oft auf das Tor des Gegners. Wer häufig gut schießt trifft öfter. Klingt nach einer hohlen Phrase, ist aber leider eine Tatsache.

Die Kombination einer desolaten Zweikampfbilanz mit einer ebenso unerklärlichen Ungenauigkeit beim Abschluss ergibt dann am Ende eine 3:1 Heimniederlage bei zugegebenermaßen widrigen Bedingungen. Die waren für die Gästevon Waldhof Mannheim jedoch ebenso widrig wie für den TSV 1860.

Das Spiel TSV 1860 – Waldhof Mannheim

Die erste Halbzeit

Nach einer Abtastphase von etwa zwölf Minuten, in denen der TSV zwei Chancen durch Salger verzeichnete, aber die Mannheimer nach bereits 30 Sekunden einmal aufblitzen ließen, womit heute von ihnen zu rechnen war, nahmen die Gäste dem TSV 1860 die Partie bis zum Pausentee komplett aus der Hand. Keiner hätte sich beschweren dürfen hätte es, als der gute, teilweise großzügige Schiedsrichter Erbst zur Pause pfiff, bereits 5 mal hinter Hiller eingeschlagen.

Aus dem 4-2-3-1 verschob Mannheim gegen den Ball zu einem 4-5-1 und bei eigenem Ballbesitz im letzten Drittel der Löwen auf 4-1-2-3.

Aggressivität im Pressing, Risikofreude im Spiel nach vorn, der unbedingte Wille an den Ball zu kommen: all das hat Mannheim nach diesem Zeitpunkt gezeigt.

Beim TSV 1860 war von diesen Tugenden nur ansatzweise bei einigen Spielern etwas zu erahnen, leider aber nicht bei allen.

Schnatterer, Martinovic 2x, Costly und Seegert hätten mit ihren Chancen bzw. Toren in den ersten 45 Minuten für absolute Klarheit sorgen können was den Ausgang der Partie anbelangt. Vom TSV war nach den ersten zwölf Minuten nicht mehr viel bis zur Pause zu sehen.

In allen Belangen lief der TSV 1860 München, der aus dem 4-1-4-1 im Spiel nach vorn ein 4-1-3-2 zu formen versuchte und gegen den Ball mit Neudecker als Box to Box Spieler auf 4-2-3-1 verschob, dem Spiel hinterher. Die Abwehr wurde von Mannheim in mehreren Situationen derart durcheinandergewirbelt, dass es reiner Zufall war, dass Mannheim nicht noch höher führte als es in die Kabinen ging. Im Pressing wurden die Löwen ein ums andere Mal von den Mannheimern überspielt, sodass diese Aktionen verpufften und den Mannheimern Räume zur Verfügung standen, die sich so nicht hätten auftun können, wenn das Pressing funktioniert hätte.

Konsternierte Löwen konnten nach dem frühen Gegentor gegen die gut eingestellten und konzentriert spielenden Gäste zunächst keine Akzente mehr setzen. Zwölf Minuten ließen die Sechzger keinen Schuss des Gegners zu. Dann traf Schnatterer. Gegentore passieren und Schnatterers Sonntagsschuss am Dienstagabend war absolut kein Grund plötzlich Angst vor dem SVW zu bekommen.

Dennoch passierte offensichtlich genau das. Angst sowie Verunsicherung bei einigen Spielern und daraus resultierendes Unvermögen sich zu konzentrieren führten in der Defensive und im Aufbauspiel zu einem Fehler nach dem Anderen. Ob die Fehler nun Kopfsache waren wie z.B. eine falsche Entscheidung beim Abspiel zu treffen oder praktischer Natur, indem man einen Zweikampf falsch angeht bzw. defensiv falsch steht oder verschiebt, ist letztlich egal. Die Burschen müssen ihren Kopf frei bekommen.

Zum Ende der ersten Halbzeit waren die Löwen jedenfalls mit dem 2:0 gut bedient.

Die zweite Halbzeit

Ein gänzlich anderes Gesicht hatte die zweite Halbzeit des Spiels. Moll kam für Belkahia, dem an diesem Abend einfach nichts glücken wollte. Und die Mannschaft des TSV 1860 München kam mit Schaum vor dem Mund zurück auf den Platz.

Alles funktionierte nun besser. Die defensiven Zweikämpfe wurden nun häufiger gewonnen als verloren, die Schussgenauigkeit verbesserte sich; Konzentration, Glaube und Wille waren wieder da. Vor Neudeckers Treffer hatten Mölders, Salger und Biankadi schon Chancen auf den Anschlusstreffer. Staude, der Gott weiß warum sich zum Elferschützen berufen fühlte, hatte sogar den Ausgleich auf dem Fuß und vergab den Elfmeter kläglich. Bis zu diesem Zeitpunkt war abgesehen von einem Schuss durch Höger in der 72. Minute nur der TSV 1860 am Drücker und hätte der Qualität der Chancen nach ebenfalls gut und gerne drei Tore machen können.

Nach Staudes vergebenem Elfmeter, der mehr Rückgabe als Schuss war, wurde von beiden Mannschaften mit offenem Visier gespielt. Mit dem besseren Ende für den SV Waldhof. Das 3:1 zum Ende der Partie fällt nicht mehr wirklich ins Gewicht. Liegt man hinten, muss man aufmachen und fängt sich in logischer Konsequenz den ein oder anderen Konter ein. So wie Mannheim am Dienstag Abend drauf war, war das 3:1 die logische Folge einer nicht geglückten Aufholjagd.

Aber diese zweite Halbzeit macht bis zum abermaligen Bruch nach Staudes Versagen vom Punkt grundsätzlich hoffnungsvoll, dass man es auch gegen Gegner kann, die in der Tabelle besser platziert sind.

Die Tore

Das 0:1

Mannheims Boyamba bekommt bei einem Einwurf der Löwen auf der linken Seite tief in der eigenen Hälfte das Bein an den Ball, den er dann zu Verlaat weiterleiten konnte. Verlaat in halbrechter Position aus Sicht der Mannheimer chipte den Ball leicht diagonal an die Strafraumkante zu Martinovic, der dem einlaufenden Schnatterer den Ball in den Lauf spielt, sodass dieser nur noch abziehen muss. Hiller ist bei diesem Schuss absolut machtlos. Ein Sonntagsschuss am Dienstagabend bringt Mannheim das 0:1.

Was hat hier nicht funktioniert?
Nach dem Einwurf kam zunächst Biankadi mit dem Kopf an den Ball, um Mölders anzuspielen. Boyamba ging dazwischen. Gutes Stellungsspiel von Boyamba begünstigt den Ballgewinn. Der genaue Chippass kann nicht verhindert werden. Aber spätestens bei der folgenden Ballannahme muss Martinovic gestört werden. Dass Martinovic den Ball sowohl annehmen als auch verarbeiten kann, darf hier nicht passieren. Spätestens bei der Verarbeitung muss man dem am Boden liegenden Spieler den Passweg ins Zentrum zustellen.

Das 0:2

Bei einer Ecke der Mannheimer von rechts in der 20. Minute kam zunächst Sascha Mölders mit dem Kopf an den Ball. Der Abwehrversuch landete am linken Fünfereck bei Costly. Der spielte weiter zu Höger an die Grundlinie. Mit der Hacke gibt Höger den Ball ins Zentrum, wo im vielbeinigen Gewühl zunächst Verlaat scheitert, dann aber Martinovic zum 2:0 vollendet.

Chaos pur, nachdem Mannheim – mit ungewollter Mithilfe von Mölders wegen dessen eher unglücklichem Kopfball – den Ball nochmal scharf macht. Aber auch hier gilt wie bei anderen Standardgegentoren: Sowas kann immer mal passieren. Tatsache ist leider, dass diese Art Gegentore mittlerweile immer häufiger auftreten.

Das 1:2

Am Ende einer längeren Druckphase der Löwen erzielt Neudecker mit mehr Glück als Verstand den 1:2-Anschlusstreffer für die Löwen. Drei Angriffswellen prallen in dieser Druckphase am Mannheimer Abwehrriegel ab, bevor Neudecker trifft.

Nachdem Mannheim einen dieser Angriffe vereitelte, kam Moll halbrechts an den Ball und schlug ihn lang diagonal zu Staude links etwa zehn Meter vor der Mannheimer Box. Staude spielt den Ball zu Neudecker. Der geht zwei Schritte, lässt Saghiri und Höger hinter sich und zieht aus 18 m ab. Sein Schuss geht durch Königsmanns Arme und Beine ins Tor.

Das 1:3

Einen Pass von Willsch auf Deichmann konnte Donkor knapp vor dem eigenen Sechzehner abfangen. Er spielte sofort auf den startenden Costly. Sechzig, wegen der versuchten Aufholjagd hinten nun offen wie ein Scheunentor, musste in Persona Willsch den drei gegen eins Konter geschehen lassen. Willsch bleibt mittig beim mit nach vorn gelaufenen Donkor. Der ließ den von Costly gepielten Ball passieren und so konnte Martinovic aus etwa elf Metern halbrechts in der Box den dritten Scorerpunkt an diesem Abend verbuchen.

Zwei Tore und eine Vorlage für den Mannheimer Mittelstürmer, der nun bei vierzehn Scorerpunkten aus 17 Spielen steht. Hut ab vor dieser Leistung.

Fazit zur Niederlage des TSV 1860 gegen Waldhof Mannheim

Die erste Halbzeit war ab dem ersten Gegentor eine einzige Katastrophe. So bitte nicht mehr.

In der zweiten Halbzeit hab ich persönlich mehr Licht als Schatten gesehen, was das Geschehen im Spiel betrifft. Nach dem von Staude kläglich vergebenen Elfmeter gab es für den TSV 1860 auch keinen Bruch im Spiel gegen Waldhof Mannheim. Der misslungene Schuss vom Punkt war aber eine Initialzündung für die Gäste, um wieder am Spiel teilzunehmen.

Hätte der Schütze getroffen, wäre ein Punkt oder mehr möglich gewesen. In der zweiten Halbzeit waren die Löwen zunächst das überlegene Team und ab der 74. Minute bis zum Ende hin mindestens ebenbürtig. Den Kontertreffer kassierst halt, wennst den Ausgleich erzwingen willst. Aber ob man dieses Spiel schlussendlich 2:1 oder 3:1 verliert, interessiert am Ende der Saison keinen.

So schlecht wie alle möglichen Sofatrainer diese Partie in den Kommentarspalten der sozialen Netzwerke nun wieder machen, war es sicher nicht.

Die zweite Halbzeit gibt durchaus Hoffnung auf bessere Zeiten. Belkahias Kopf muss wieder frei werden, damit der Bursche wieder so klasse spielt wie letztes Jahr.

Datenquelle: wyscout

Giesinger Gedanken nach Waldhof Mannheim: Fragen über Fragen

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Grünwalder Stadion gegen Waldhof Mannheim TSV 1860

Eine Nacht darüber geschlafen und noch immer ratlos. Warum ging die erste Halbzeit so dermaßen in die Hose? Weshalb lief es nach der Pause plötzlich so viel besser? Wieso hat es am Ende trotzdem nicht gereicht? Die Niederlage gegen Mannheim wirft in den Giesinger Gedanken mehr Fragen auf, als dass sie Antworten liefert.

Es braucht keine Sündenböcke

Natürlich könnte man es sich jetzt leicht machen und auf Semi Belkahia und/oder Keanu Staude einprügeln. Aber wem wäre damit geholfen? Dass der Verteidiger nicht erst seit dem gestrigen Abend seiner Form aus der Vorsaison nachläuft, ist bekannt. Auch wenn sich 1860 und Belkahia nichts davon kaufen können, aber da werden auch wieder andere Zeiten kommen. Aktuell wirkt der Junge von A bis Z verunsichert, geradezu verängstigt.

Und ja, man kann einen Elfmeter veschießen. Das ist auch den Besten der Welt schon passiert – auch ähnlich kläglich und überheblich. Die Frage ist doch eher: Warum durfte Staude überhaupt zum Strafstoß antreten? Wo waren denn die etablierten Spieler, als es darum ging, Verantwortung zu übernehmen? Die gestrige Situation erinnerte fatal an der Kioyo-Elfmeter, als sich auch keiner der vermeintlichen Führungsspieler darum gerissen hat, den Strafstoß auszuführen.

Giesinger Gedanken gegen Mannheim: Viele Fragen

Klar, der Wind war gestern ein spielbestimmender Faktor. Nichtsdestotrotz hätte mich interessiert, ob es zur Pause in der Kabine seitens des Trainers einen Orkan gegeben hat, um das laue Löwen-Lüftchen etwas anzuregen. Wie dem auch sei: Die 2. Hälfte war mehr als ordentlich und ein Punkt absolut im Bereich des Möglichen. Chancen gab es ja zuhauf – aber halt eigentlich nur bis zum Elfmeter. Danach kam nicht mehr arg viel, Mannheim stand wieder kompakter und wurde nicht mehr so arg gefordert. Warum eigentlich?

Ich gehe jetzt seit mehr als 30 Jahren zu den Löwen, aber so vorgeführt wie gestern vor der Pause wurden sie in dieser Zeit selten. Wer weiß, wie es gelaufen wäre, wenn Stephan Salger den Ball kurz vor dem 0:1 über die Linie gestolpert hätte und Sechzig in Führung gebracht hätte… Hättewärewenn. Fragen über Fragen. Keine Antworten. Das ist das eigentlich Schwierige.

Wie gehts weiter?

Was zieht mann denn nun für Erkenntnisse aus diesem Spiel? Müssen Hierarchien überdacht werden, damit auch wirklich diejenigen die Aufgaben übernehmen, für die sie bestimmt sind? Michael Köllner hat auf der Pressekonferenz ja bereits angedeutet, dass er selbst dezent überrascht war, als Staude die Verantwortung beim Elfmeter übernahm.

Am Samstag kommt Magdeburg. A gmahde Wiesn schaut anders aus. Allerdings dürfte bereits klar sein, dass die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen wird. Vielleicht weniger personell, auch wenn Steinhart gesperrt sein wird, sondern vielmehr von der Einstellung her. Dafür wird der Trainer sorgen, sorgen müssen. Fragen wurden nun genug gestellt, es ist Zeit für Antworten.

Toto-Pokal Halbfinale: Gegner des TSV 1860 München steht fest

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Matchball TSV Buchbach Toto Pokal - TSV 1860 München Viertelfinale

Soeben wurde das Halbfinale im bayerischen Toto-Pokal durch den BFV ausgelost, an dem auch der TSV 1860 München teilnimmt.

TSV 1860 trifft im Halbfinale auf den TSV Aubstadt

Parallel zum Anpfiff der Partie TSV 1860 – Waldhof Mannheim begann um 18:60 Uhr die Auslosung vom Halbfinale im Toto-Pokal. Sie wurde live auf YouTube übertragen. Seit kurzem steht der Gegner der Löwen fest: der TSV 1860 München trifft im Halbfinale auf den TSV Aubstadt. Ein Spieltermin steht noch nicht fest, die Partie findet entweder Ende März oder Ende April 2022 statt. Zuvor muss im Nachholspiel noch der letzte Halbfinalteilnehmer zwischen Schweinfurt und Würzburg ermittelt werden.

Der Weg des TSV 1860 München ins Halbfinale des Toto-Pokals

In der ersten Runde führte der Weg der Löwen zum SV Birkenfeld. Der Kreisligist schlug sich wacker, verlor aber am Ende mit 0:3. Immerhin führen die Unterfranken die Kreisliga aktuell mit 48 Punkten aus 17 Spielen an und dürfen vom Aufstieg träumen.

Das gleiche Ergebnis gab es in Runde 2 gegen den Bezirksligisten BSC Saas-Bayreuth. Durch Tore von Knöferl und Linsbichler (2) gewannen die Löwen nach Startschwierigkeiten im Hans-Walter-Wild-Stadion in Bayreuth. Es gibt darüber hinaus noch eine Parallele: auch der BSC Saas-Bayreuth liegt im Ligabetrieb auf dem ersten Platz.

Im Achtelfinale konnte sich der TSV 1860 erst im Elfmeterschießen gegen Wacker Burghausen (Regionalliga Bayern) durchsetzen. Eine doppelte Führung durch Bär und Lex reichte nicht aus, da die Gastgeber zunächst den Anschluss- und wenig später den Ausgleichstreffer erzielen konnten. Die besseren Nerven hatten dann die Löwen, Marcel Bär schoss Sechzig ins Viertelfinale. Zuvor konnte sich auch Tom Kretzschmar auszeichnen und hielt einen Elfmeter.

Auf dem Weg in das Finale stellte sich Anfang Oktober dann der TSV Buchbach (ebenfalls Regionalligist) dem TSV 1860 im Viertelfinale in den Weg. Nach einer ganz schwachen ersten Hälfte bekamen die Löwen im zweiten Durchgang noch einmal die Kurve und siegten am Ende nach zweifachem Rückstand mit 3:2.

 

Liveticker: TSV 1860 München – Waldhof Mannheim (12.Spieltag)

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Liveticker von sechzger.de bei der Partie TSV 1860 München - SV Waldhof Mannheim am 12.Spieltag der 3.Liga 2021/22 mit FFP2-Maske

Herzlich willkommen zu unserem Liveticker am 12.Spieltag der Saison 2021/22 mit dem Duell zwischen dem TSV 1860 München und Waldhof Mannheim!

Im Nachholspiel des 12.Spieltags kommt es am Dienstag, den 30. November zum Duell zwischen dem TSV 1860 und Waldhof Mannheim. sechzger.de begleitet die Partie im Liveticker für euch mit Bildern und allen Ereignissen rund um das Spiel live aus dem Grünwalder Stadion sowie aus Giesing.

 

Aufstellung:
1 Hiller – 36 Steinhart, 6 Salger, 27 Belkahia (46. 5 Moll), 20 Deichmann – 14 Dressel, 31 Neudecker – 19 Biankadi (81. 22 Linsbichler), 15 Bär (87. 25 Willsch), 7 Lex (64. 23 Staude) – 9 Mölders (C)

Bank: 40 Kretzschmar, 11 Greilinger, 16 Goden, 30 Cocic, 34 Freitag

Tore:0:1 Schnatterer (13.), 0:2 Martinovic (20.), 1:2 Neudecker (66.), 1:3 Martinovic (90.+4)

Besonderes Vorkommnis: Staude verschießt Elfmeter (75.)

Die Personalsituation

Niklas Lang befindet sich nach seiner Knieverletzung zwar bereits wieder im Lauftraining, ein Einsatz heute kommt allerdings noch zu früh. Auch Daniel Wein fällt heute Abend noch aus. Des Weiteren fehlen Marco Mannhardt, Johann Djayo, Nathan Wicht und der zuletzt an Covid-19 erkrankte Erik Tallig, der mittlerweile wieder ins Training eingestiegen ist.

Diesen Löwen droht eine Sperre

Die meisten gelben Karten haben bisher Sascha Mölders, Phillipp Steinhart und Richard Neudecker vorzuweisen (jeweils vier). Bei der nächsten Verwarnung droht daher ein Spiel Pause. Außerdem muss auch Michael Köllner aufpassen. Er hat bereits drei Gelbe gesehen und müsste bei einer vierten ebenfalls ein Spiel von der Tribüne aus verfolgen.

Wo könnt ihr das Spiel TSV 1860 München – Waldhof Mannheim außer im Liveticker noch verfolgen?

Das heutige Spiel wird leider nicht im Free-TV übertragen. Erst das Aufeinandertreffen mit dem Tabellenführer Magdeburg wird wieder kostenlos für alle übertragen.

Außerdem besteht für Abonnenten von MagentaSport wie gewohnt die Möglichkeit, das Spiel zu verfolgen (Fernsehen und Online-Stream). Aber auch 3.200 Zuschauer im Grünwalder Stadion freuen sich auf den Anpfiff.

Seit dieser Spielzeit können alle Spiele der 3.Liga bei onefootball abgerufen werden. In der App des Anbieters kann das Spiel für nur 2,99€ gekauft werden.

Außerdem ist das Löwen-Radio vor Ort und geht für euch live auf Sendung. Die Moderatoren Gilbert Kalb und Jan Mauersberger führen euch durch die 90 Minuten, an dessen Ende hoffentlich unsere Löwen als Sieger feststehen.

DAS SECHZGER-SPIEL DES MONATS: Real Madrid gegen TSV 1860

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Historie TSV 1860 München Giesing vor 111 jahren

1860 scheitert nach großem Spiel an Real Madrid

30.11.1966. Europapokal der Landesmeister. Achtelfinale. Rückspiel. 55.000 Zuschauer. Der TSV 1860 ist30 zu Gast auf dem heiligen Rasen des Estadio Santiago Bernabeu, beim großen Favoriten Real Madrid.  Zwar hatte das Real der Sechziger-Jahre nicht mehr die absolute Dominanz vergangener Tage, als das „Weiße Ballett“ von 1956 bis 1960 die europäische Konkurrenz nach Belieben beherrschte und fünfmal hintereinander den Europapokal der Landesmeister abstauben konnte, aber die Königlichen hatten nach einer europäischen Durststrecke als Sieger dieses Wettbewerbs im Mai 1966 wieder zu alter Stärke zurückgefunden.

Mit einem knappen Hinspielsieg nach Spanien

Real Madrid, ein übermächtiger Gegner? Nicht für die Löwen. Bravourös hatten sich die Münchner 14 Tage vorher im Hinspiel zu Hause vor 45 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Grünwalder Straße geschlagen: 1:0 hieß es nach 90 Minuten, in denen die Sechzger die bessere Mannschaft waren und durch ein Tor von Hennes Küppers verdient gewannen. Aber man wusste um die legendäre Auswärtsschwäche und die enorme Heimstärke der Madrilenen. Und so fragten sich bange Beobachter, ob dieses knappe Resultat fürs Weiterkommen reichen würde. Zudem mussten die Löwen – wie schon im Hinspiel – ohne drei wichtige Stammkräfte auskommen. So fehlte Torgarant Timo Konietzka ebenso wie Flügelflitzer Fredi Heiß. Besonders das Fehlen von Abwehrspieler Manni Wagner sollte sich jedoch höchst negativ bemerkbar machen.

Rudi Brunnenmeier nährt die Hoffnung

Das Spiel begann – um 21:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit angepfiffen – mit einem Sturmlauf der Königlichen in ihren makellos weißen Trikots. Aber 1860 konterte. 15. Minute: Hennes Küppers passt auf Rudi Brunnenmeier, der den Ball zentral 16 Meter vor dem Tor aus der Drehung volley mit rechts unhaltbar in den Torwinkel hämmert. Ein Traumtor. Der damals 9jährige, leicht löwenfanatische Autor, dem seine Mutter eine halbe Stunde längeres Aufbleiben gewährt hatte, hing wie gebannt am Radiogerät. Nach dem Führungstor für die Löwen entschlummerte er ins Land der Träume, siegessicher und glücklich. Zwei Tore Vorsprung, das würde reichen.

Die Königlichen schlagen zurück

Über dem Bernabeu-Stadion funkelten die Sterne, zum Greifen nah und sie leuchteten für die Münchner Löwen. Sollte dieser Traum wirklich in Erfüllung gehen? Noch nie hatte eine deutsche Mannschaft im Bernabeu gewinnen können. Aber ein Unentschieden hätte ja auch schon fürs Erreichen der nächsten Runde im Europapokal genügt. Eine 1:2 Niederlage allerdings nicht, da es damals die Auswärtstor-Regel noch nicht gab. Immerhin hätte der TSV 1860 dann noch die Chance auf ein Entscheidungsspiel gehabt. Alles schien jetzt möglich, die Tür zu einem ganz großen internationalen Erfolg stand einen Spalt offen, wenn auch nur für einen kurzen Moment. Denn dann schlug Real durch Tore von Grosso in der 25. Minute und Veloso in der 38. Minute gegen die ersatzgeschwächte Löwen-Abwehr erbarmungslos zu. Pirri brachte die Madrilenen in der 52. Minute mit seinem noch abgefälschten Torschuss zum 3:1 endgültig auf die Siegesstraße. Dabei blieb es bis zum Schluss.

Max Merkel als Schuldiger?

Zeitzeuge Manni Graf führt das Ausscheiden der Sechzger aus dem Europapokal vor allem auf Fehler von Trainer Max Merkel zurück, der die Löwenabwehr auf den Madrider Sturmlauf nicht gut eingestellt habe. Dennoch zeigte der ersatzgeschwächte TSV 1860 gegen die Stars aus der spanischen Hauptstadt eine beachtliche Leistung.

Nach der Niederlage in Madrid, die mit einer besseren Taktik durchaus vermeidbar gewesen wäre, war die Zeit des Diktators und Löwendompteurs Max Merkel als Trainer des TSV 1860 München vorbei. Seinen von verbalen Entgleisungen, Rücksichtslosigkeit und Rechthaberei geprägten Umgang mit den Spielern ließen sich charakter- und meinungsstarke Persönlichkeiten wie Petar Radenkovic und Peter Grosser nicht länger gefallen. Es kam zum endgültigen Zerwürfnis. Die Mannschaft stimmte ganz einfach demokratisch über den Verbleib ihres Trainers ab. Nur wenige Spieler hielten noch zu Merkel. Wenn schon nicht gegen Real Madrid, so hatte die Mannschaft am Ende doch wenigstens über Max Merkel gesiegt. Ergebnis: 12:3. Präsident Adalbert Wetzel blieb nichts anders übrig, als den vormaligen Meistertrainer zu entlassen.

Das Sechzger-Spiel des Monats

Einmal im Monat entführt Euch Thomas Bohlender in die Vergangenheit des TSV 1860 München und stellt ein – aus seiner Sicht – besonderes Spiel näher vor. Der Autor ist Mitglied der Abteilung Vereinsgeschichte des TSV 1860 München e.V.!

TAKTIKTAFEL: TSV 1860 München – Waldhof Mannheim (12.Spieltag)

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Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Ein herzliches Grüß Gott zur TAKTIKTAFEL vor dem Heimspiel unseres TSV 1860 München gegen den SV Waldhof Mannheim.

Die von Patrick Glöckner trainierten Mannheimer haben bisher nur drei Spiele verloren und stehen momentan auf dem vierten Tabellenplatz. Dort stehen sie durchaus zurecht. Das 4-2-3-1, welches Waldhof Mannheim in den meisten Partien bisher spielt, ist vor allem gegen den Ball im Mittelfeld schwer zu überwinden. Die Mannheimer liegen in allen defensiv relevanten Statistiken in den Top Fünf der Liga.

Bei eigenem Ballbesitz verschiebt die Mannschaft von Trainer Glöckner im letzten Drittel meist auf 4-3-3 oder asymmetrisch auf 3-4-3. Dann und wann spielt Waldhof auch im 4-4-2 mit Doppelsechs. Heute rechne ich allerdings nicht damit.

Die wichtigsten statistischen Werte des SV Waldhof

  • Ballbesitz 50%
  • Passgenauigkeit 79%
  • Defensive Zweikampfquote 65% (zweitbester Wert)
  • Flankengenauigkeit 27%
  • PPDA (Zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 7,91

Wie spielt Waldhof Mannheim?

Das Spiel der Waldhöfer ist darauf ausgelegt, bei Ballbesitz des Gegners das Spielgerät möglichst früh wieder selbst unter Kontrolle zu bringen. Somit wird hoher Druck auf die Defensive ihrer Kontrahenten ausgeübt und dieser aufrecht erhalten.

Die hohe Pressingintensität, mit der der Waldhof agiert, zusammen mit den guten Zweikampfwerten zeigt uns, dass dieser Plan nicht nur aufgeht, sondern exzellent umgesetzt wird.

Vor allem die rechte Offensiv-Seite ist für die Gegner schwer unter Kontrolle zu behalten. Das bedeutet aber nicht, dass die Mannschaft von Patrick Glöckner nur über die rechte Seite gefährlich wäre. Mannheim strahlt über die gesamte Spielfeldbreite Gefahr aus.

Gegen den Ball ist die Aggressivität, das Stellungsspiel und die Angriffssteuerung der Waldhöfer in dieser Saison derart gut, dass wenn man sich im Spiel nach vorne entweder zu viel Zeit lässt oder Fehler macht, der Ball sofort wieder weg ist.

Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich Waldhof Mannheim bei der Art und Weise und vor allem beim Zeitpunkt der Balleroberung sehr stark verbessert. Das begünstigt natürlich das eigene Offensivspiel, denn die sich in ihre Offensivposition begebenden gegnerischen Spieler laufen dem Geschehen oft hinterher, weil durch einen Fehler oder eine gute Defensivaktion der Mannheimer das Leder schon wieder in die entgegengesetzte Richtung unterwegs ist.

Bezeichnend dafür ist, dass nur vier der, bisher zwanzig, eingesetzten Feldspieler des SV Waldhof Mannheim eine defensive Zweikampfquote unter 60% haben.

Die Stärken und Schwächen des 4-2-3-1

Die Stärken

Gegen den Ball ist das 4-2-3-1 in der Zentrale und Richtung eigener Box sehr kompakt. Es gibt den Gegnern kaum Raum, um dort vernünftiges Passkombinationsspiel aufzuziehen. Auch gegen zwei oder drei Stürmer ist man durch die beiden defensiven Mittelfeldspieler gut abgesichert.

Nach Balleroberung kann das Spiel über die beiden Sechser relativ Variabel gestaltet werden. Sowohl über die Flügel als auch über das Zentrum sind schnelle Angriffe möglich, wenn man die Lücken im Raum schnell erfasst und alle Offensivspieler ihre Laufwege situationsbedingt richtig anlegen. Oft schaltet sich einer der beiden Sechser auch aktiv und nicht nur als Ballverteiler in das Offensivspiel mit ein. Dadurch wird die Offensive als Ganzes schwerer auszurechnen.

Die Schwächen

Gegen den Ball ist ein Gegner, der gern über die Flügel angreift, schwer zu kontrollieren, da die Wege um einen Spieler zu doppeln relativ weit sind und die Doppelung vom Angreifer oft schon erkannt wird, wenn sich der doppelnde Gegner aus seiner taktischen Grundposition löst. Das führt bei guter Spielübersicht und genauem Passspiel zu viel Raum für die angreifende Mannschaft.

Die Mittelfeldspieler auf den Außenpositionen müssen außerdem ein extrem hohes Laufpensum bewältigen, wenn sie die gegnerischen Flügel unter Kontrolle halten wollen. Im Spiel nach vorn ist vor allem das Fehlen eines zweiten Stürmers ein großes Manko, da sich durch dessen Fehlen für den Spieler in der Sturmzentrale nur wenig Raum zur Entfaltung seiner Fähigkeiten bietet. Deshalb sind torgefährliche Mittelfeldspieler, die mit aufrücken, zwingend erforderlich, um im 4-2-3-1 erfolgreich zu sein.

Die Schlüsselspieler

Der Keeper

Keeper Timo Königsmann (#1) hat letztes Jahr den Platz im Tor vom vorherigen Stammkeeper Behrens übernommen und macht seine Sache sehr gut. Viermal konnte er bisher die Null halten. Seine leichten Schwächen im eins gegen eins fallen dank der Topdefensive momentan nicht auf.

Die Abwehr

Marcel Seegert (#5), Innenverteidiger, Abwehrchef und Kapitän der Waldhöfer, ist sehr zweikampfstark sowie kopfballstark und hat obendrein ein gutes Stellungsspiel. Auch sein Kollege in der Innenverteidigung Jesper Verlaat (#4) ist definitiv ein Schlüsselspieler. Statistisch hat er ähnlich gute Werte in den für diese Position wichtigen Kategorien.

Der Waldhof im Mittelfeld

Eigentlich auf der rechten Außenbahn beheimatet, ist der robuste und technisch starke Joseph Boyamba(#9), in den letzten Spielen hinter Martinovic, als Schattenstürmer im offensiven Mittelfeld, agierend, wirbelt er zusammen mit ihm die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander.

Marco Höger (#37) zieht die Fäden im defensiven Mittelfeld. Über den Bundesligaprofi, der vom 1. FC Köln in die Quadratestadt wechselte, muss man nicht viele Worte verlieren. 159 Bundesliga- und 69 Zweitligaeinsätze hat er auf dem Kerbholz. Zusammen mit dem defensiv noch etwas stärkeren Hamza Saghiri (#35) hält er den Laden vor der Viererkette dicht. Im Aufbauspiel ist er der Mittelfeldspieler, der die häufigsten Ballkontakte hat.

Die beiden Topscorer

Marc Schnatterer (#13), Neuzugang vom Zweitligisten Heidenheim, sorgt auf der linken Seite für viel Alarm. Mit der Erfahrung von 224 Spielen in der zweiten Liga, 48 Toren und 65 Vorlagen hat er beste Voraussetzungen den Mannheimer Topscorer des letzten Jahres abzulösen. Mit bereits acht Scorerpunkten ist er auf dem besten Wege dahin.

Nicht vergessen darf man natürlich Acht-Tore-Mann Dominik Martinovic (#11). Ein kompletter Stürmer, der auch ein Auge für den Nebenmann hat. Elf Scorerpunkte hat der gefährlichste Offensivmann des SV Waldhof bis jetzt auf dem Kerbholz.

Fazit

Der bisher wohl härteste Brocken kommt am Abend auf den TSV 1860 München zu. Mit Waldhof Mannheim kommt der Tabellenvierte, der mit einem Sieg auf Platz zwei klettern könnte.

Natürlich wird Michael Köllner einen Matchplan in der Tasche haben, mit dem man Mannheim schlagen kann. Das A und O in der Offensive wird Tempo und Passgenauigkeit im Spiel sein. Gegen den Ball werden die Löwen vor allem bei den defensiven Verschiebungen gefordert sein. Wie weiter oben schon geschrieben können die Waldhöfer vor allem über rechts den Abwehrverbund gehörig durcheinander wirbeln.

Wenn die Mannschaft auftritt wie gegen Duisburg und Havelse sowie die Leichtsinnsfehler unterlässt, dann kann das auch gegen Mannheim was werden. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir an einem guten Tag alle schlagen können. Und am Dienstag Abend unter Flutlicht auf Giesings Höhen im Sechzgerstadion kann auch mal ein Tabellenvierter Punkte in Giesing lassen.

Wollen wir uns in der Tabelle bewegen, muss man drei Punkte holen. Ich hoffe auf hungrige Löwen, die gierig auf einen Sieg sind.

So könnte Waldhof Mannheim heute Abend beginnen

Datenquelle: wyscout

TSV 1860 – Waldhof Mannheim (Spieltag 12): Ergebnistipp Xavier Darcy

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Xavier Darcy Grünwalder Stadion Stehhalle

Was haben Patrick Lindner, Roger Rekless, Tom Fock, Lef Dutti (dicht & ergreifend) und Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys gemeinsam? Richtig, alle sind Musiker, Löwenfans und haben bereits ihre Ergebnistipps auf sechzger.de abgegeben. Heute gesellt sich Xavier Darcy zu dieser illustren Runde und gibt seine Einschätzung hinsichtlich der Partie des TSV 1860 gegen den SV Waldhof Mannheim ab.

Xavier Darcy tippt auf Heimsieg für 1860

Zum ursprünglich angesetzten Spieltermin hatten wir Ex-Löwenspieler und Rapid-Legende Marcus Pürk um seinen Tipp gebeten. Leider wurde die Partie damals coronabedingt kurzfristig abgesagt. Nun darf sich also Sänger Xavier Darcy versuchen und auch er ist zuversichtlich, dass der TSV 1860 drei Punkte einfährt.

“Ich tippe auf einen Heimsieg für die Löwen. Es wird hoffentlich wieder ein besonderer Abend unter Flutlicht im Sechzgerstadion. 2:1, Tore von Bär und Biankadi!”

Der Künstler weiß übrigens, wovon er spricht. Vor seinem Umzug nach Frankfurt (und vor Corona) war der Sänger Stammgast in Block O in der Stehhalle. In dieser Saison hat er die Löwen auswärts zum Spiel in Halle (1:1) begleitet.

Major Label und ESC 2018

Xavier Darcy wurde in Inverness (Schottland) geboren, hat britisch-französische Wurzeln und lebte lange Zeit in München. Seine Durchbruchsingle “Cape Of No Hope” wurde landesweit im Radio gespielt und brachte Xavier Darcy zum ersten Mal in die Top 200 der deutschen Airplay-Charts. Mit der Single “Jonah” unterzeichnete er seinen ersten Major-Label-Vertrag und belegte beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2018 Platz 2.

Foto: Marco Tarara