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Mölders’ Trauma. Ein Erklärungsversuch.

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Sascha Mölders deutet auf das Wappen des TSV 1860 München

Obwohl das Thema, das die vorletzte Woche noch die Berichterstattung rund um den TSV 1860 dominierte, inzwischen aus den Schlagzeilen verschwunden ist (oder gerade deshalb), wagen wir uns mit den nachfolgenden Zeilen an einen Erklärungsversuch, der mit der Geschichte und der Persönlichkeit von Sascha Mölders zu tun hat. Ohne Schuldzuweisungen und ohne Polemik.

Ob Essen, Frankfurt oder München – immer 100%

Sascha Mölders ist ein ehrgeiziger Sportler. Unabhängig von seinem körperlichen Zustand der letzten Jahre, den er – nicht ganz ungeschickt – medial und kommerziell zu nutzen wusste, war er stets einer, der sich auf dem Fußballplatz voll reinhaut. Ob im Trikot von Rot-Weiß Essen, dem FSV Frankfurt, dem FC Augsburg oder eben bei unseren Löwen.

Saschas Mission: Mit Sechzig zurück in die 2. Liga

Einen solchen Charakter schmerzt es ganz besonders, wenn er (vermeintlich) das Vertrauen seines Trainers verliert und keine Berücksichtigung mehr für die Startelf findet. Wenn ihm droht, „ins zweite Glied“ zu müssen. Wie man aus dem Umfeld der Löwen zuletzt hört, drohte ihm aber genau dieses Schicksal. Für einen 36jährigen eigentlich nichts ungewöhnliches. Klar, in der vergangenen Saison war Mölders Torschützenkönig der 3. Liga und mehrfach ausgezeichneter Spieler der Saison. Und er schoss seinen Verein beinahe zurück in die 2. Bundesliga, aus der man gemeinsam vier Jahre zuvor abgestiegen war. Mölders war beseelt davon, die „Schande von 2017“ noch vor dem nahenden Ende seiner Karriere auszumerzen. Er hatte schon kurz nach dem Desaster in einem hochemotionalen facebook-Posting versprochen, beim Wiederaufbau zu helfen. Was 2018 nach einem Jahr in der Regionalliga Bayern mit dem Aufstieg in die 3. Liga ja auch verheißungsvoll begann. Der finale Schritt in Mölders’ Ziel scheiterte dann allerdings bekanntermaßen im Sommer 2020 und auch 2021.

Langsamer Abschied?

Und trotz der 22 Tore in der vergangenen Saison war klar, dass die Karriere von Mölders schon sehr kurz vor der Ziellinie angekommen ist. Eine ähnliche Trefferausbeute konnte für diese Saison keiner erwarten. Die Löwenfans hofften vielmehr, dass der Verein einen Nachfolger aufbauen könne, der in die Fußstapfen des „Fußballgottes“ treten solle.

Rückblende in den Herbst 2015

Um vielleicht zumindest ansatzweise verstehen zu können, warum Sascha Mölders im Laufe der aktuellen Saison offensichtlich nicht akzeptieren wollte, ein wenig kürzer zu treten, auch einmal ein Spiel zu pausieren bzw. zunächst von der Bank zu beginnen, muss man in der persönlichen Biografie des Stürmers ein wenig zurückgehen. Konkret in den Herbst 2015. Zu diesem Zeitpunkt spielt er seine fünfte Saison beim FC Augsburg in der 1. Bundesliga. Im Sommer 2011 war er nach eineinhalb Jahren beim damals zweiklassigen FSV Frankfurt im besten Fußballeralter von 26 Jahren für 175.000 EURO zum frisch gebackenen Bundesligisten in die Fuggerstadt gewechselt.

Auswärts in Europa – Traum eines jeden Fußballers

Es folgten drei sehr gute und erfolgreiche Spielzeiten mit jeweils deutlich über 20 Einsätzen und bis zu zehn Toren (2012/13). In der Saison 2014/15 beginnt Mölders’ Stern in Augsburg aber langsam zu sinken: Nur zwölfmal darf er noch für den FCA in der ersten Liga gegen den Ball treten, meist wird er spät eingewechselt. Eine Entwicklung, die sich in der Folgesaison – seiner letzten in Augsburg – fortsetzt. An den ersten drei Spieltagen wird er jeweils nach der 80. Minute eingewechselt. Als sich der FCA Anfang September 2015 auf den Weg zum Europaleague-Auswärtsspiel bei Athletic Bilbao macht, ist der gebürtige Essener nicht mehr im Kader. Für einen, der Fußballkultur liebt und lebt, ein harter Schlag. Die Mannschaftskameraden dürfen die große internationale Fußballbühne betreten – und Mölders sitzt daheim in Mering vor dem Fernseher. Nur noch einmal kommt er danach für den FCA zum Einsatz: Für zehn Minuten bei einem 2:4 in Mönchengladbach. Am 1. Januar 2016 lässt er sich in die 2. Liga verleihen – zum TSV 1860.

“Das passiert mir nicht nochmal!”

Hat Sascha Mölders die Enttäuschung seiner Nichtnominierung für die internationalen Highlightspiele womöglich nie überwunden? Der schleichenden Prozess, in dem er sich unter Trainer Weinzierl in Augsburg immer mehr in Richtung Abstellgleis bewegte, hat ihn gewiss sehr getroffen. Und wahrscheinlich hat er sich damals geschworen: Ich lasse mich nicht mehr ausbooten, egal wo und egal von wem.

Keine andere Rolle für den Leader

So konnte und wollte er nun in der laufenden Saison nicht akzeptieren, langsam aus der Rolle des Alphatiers und Leaders bei den Löwen herauszuwachsen. Vielleicht hätte eine Rückkehr des TSV 1860 in die 2. Bundesliga am Ende der letzten Saison möglich gemacht, dass Sascha an der Seite von Trainer Michael Köllner langsam eine andere Rolle findet. Welche auch immer. Aber das ist viel „hätte“ und „würde“ – bekanntermaßen kam es nun ganz anders.

Auch ein “Fußballgott” muss sich unterordnen

Niemand ist größer, als der Verein und persönliche Befindlichkeiten müssen stets hinter das große Ganze zurücktreten. Das ist eine Tatsache, die auch – und insbesondere – beim TSV 1860 gilt, auch für einen, den die Fans als „Fußballgott“ bezeichnen. Deswegen sind die letzten knapp zwei Wochen so gelaufen, wie sie gelaufen sind. Und dennoch kann die Betrachtung von Sascha Mölders’ Trauma aus dem Herbst 2015 vielleicht dazu beitragen, ihn ein wenig zu verstehen. An der Tatsache, dass es zwischen 1860 und Mölders wohl keine gedeihliche Zusammenarbeit mehr geben wird, ändert die Berücksichtigung dieses Traumas freilich gar nichts.

EM vs Sechzgerstadion: Geht´s dir eigentlich noch gut, Stadt München?

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Grünwalder Stadion gegen Waldhof Mannheim TSV 1860

Wochen-, sogar monatelang warten die Löwenfans und der TSV 1860 München nun schon auf Signale der Stadt, dass das Sechzgerstadion wie angekündigt zweitligatauglich umgebaut wird. Immer wieder wird man vertröstet, zuletzt fehlte eine Beschlussvorlage, die nun im März 2022 kommen sollen. Nun der Hammer: für wenige Spiele bei der EM 2024 stellt die Stadt binnen kürzester Zeit mal eben die halbe Summe zur Verfügung, die es für einen Umbau des Grünwalder Stadions bräuchte. Ein Kommentar.

Sechzgerstadion: kaum ein Fortschritt…

Ich bin sauer. Nein, stimmt nicht. Ich bin stinksauer! Ich habe langsam wirklich keine Lust mehr. Immer und immer wieder werden wir hingehalten. Dies fehlt noch, jenes wurde noch nicht vorgelegt. Man spielt sich gegenseitig die Bälle über die Münchner Presse zu. Zuletzt folgte ein trauriger Höhepunkt, den man tatsächlich nur noch als dreist bezeichnen kann.
Die CSU legte der Stadt München eine Anfrage mit Frist bis Ende November vor. Darin enthalten waren mehrere Fragen zum Stand in Sachen Sechzgerstadion. Cool, dachte ich, endlich erfahren wir mal ein paar mehr Details. Und dann das: der Großteil der Antworten verweist auf die fehlende Beschlussvorlage. Das kann´s nicht sein, dachte ich mir damals schon. Doch kann es – und es wird noch viel besser!

…doch ruft die UEFA, ist der Geldbeutel weit geöffnet!

Im Jahr 2024 findet die Fußball-Europameisterschaft wieder in Deutschland statt, insgesamt sechs Spiele sollen dabei in einem Schlauchboot (oder einer Kloschüssel; nennt es, wie ihr wollt) stattfinden. Hierfür sind Investitionen in Höhe von ca. 28 Millionen Euro fällig. Und man mag es kaum glauben: diese wurden einfach mal so genehmigt. Die Freunde des Sechz´ger Stadions rechnen es vor: wir sprechen hier von 4,6 Mio. € pro (!) Spiel. Wahnsinn. Als ob das noch nicht reichen würde, werden auch sämtliche Fahrtkosten für Zuschauer und freiwillige Helfer übernommen. Ach halt – dieser Forderung hat man widersprochen. Da bleibt Aleksander Ceferin vor Lachen der Champagner im Halse stecken. Also nochmal 2,6 Mio. € oben drauf. Der Stadt scheint es wirklich wahnsinnig schlecht zu gehen.

Zum Vergleich: einer der größten Streitpunkte bei der Rückkehr ins Sechzgerstadion nach Giesing war die verpflichtende Nutzung des ÖPNV. Die Löwen stimmten irgendwann zähneknirschend zu und seitdem gehen pro verkaufter Eintrittskarte zwei Euro an die Münchner Verkehrsgesellschaft. Ein Entgegenkommen der Stadt oder gar eine Übernahme aller Kosten? Ne ne, liebe Löwen, das können sie nicht machen. Sind ja 575.000€ und der rote Rivale wäre dann beleidigt, weil er nie von Geldern der Stadt profi… ach halt. Da wären wir wieder bei diesem Schlauchboot.

Die FdS gehen in ihrem Facebook-Post noch einen Schritt weiter und rechnen die genehmigten Gelder für die EM 2021 sowie das CL-Finale 2023 dazu. Mit dann 11 Spielen kommt man auf eine Summe von über 50 Millionen Euro. Puh. Das muss ich erst einmal sacken lassen.

Neubau vs. Sechzgerstadion: ernsthaft?

Es soll ja Löwenfans und Personen im Umfeld des TSV 1860 geben, die weiterhin auf eine andere Lösung pochen als ein Geschenk der Stadt München anzunehmen. Das ist ihr gutes Recht und natürlich sind auch bei den Löwen stets andere Meinungen zugelassen. Man kann immer super gegen etwas sein und das auch bei jeder Gelegenheit kundtun, aber ich wäre dann schon mal auf die möglichen Alternativen gespannt. Ich nehme es mal vorweg: es wird keine realistische geben.
Für die nächste Saison hoffen die Verantwortlichen, das Budget im Vergleich zur aktuellen Spielzeit nicht allzu sehr absacken zu lassen. Das Löwenmagazin berichtete bereits im Sommer von maximal drei Millionen Euro für die Saison 2022/23. Das entspricht im besten (!) Fall 64% des Budget 2021/22 (4,7 Mio.). Und es wird weiter munter über Alternativen zum Sechzgerstadion geredet. Ich glaub das langsam alles wirklich nicht mehr.

Ich gebe an dieser Stelle gerne zu: die kolpoltierten Kosten für den Umbau des Sechzgerstadions erscheinen auch mir sehr hoch. Ich habe es aber vor ziemlich genau zwei Monaten schon einmal geschrieben und frage bei dieser Gelegenheit erneut: wieso diskutieren wir über das Stadion? Wir kriegen es mit massivem Sponsoring gerade so hin, einen konkurrenzfähigen Kader zu haben und dann gibt es Personen, die das Stadion wechseln wollen? Für einen Neubau?! Ich versteh es nicht, wirklich nicht!

Baut das Sechzger aus!

Was ich auch nicht mehr verstehe, ist die Stadt München. Gerne betiteln sie sich als “Sportstadt”, die Sportbürgermeisterin saß lange im Verwaltungsrat des TSV 1860 und Oberbürgermeister Dieter Reiter versprach vor der Wahl einen Ausbau des Grünwalder Stadions. Beste Voraussetzungen also für eine Zukunft in Giesing könnte man meinen. Wenn da nur diese Beschlussvorlage nicht wäre…

Ich muss zum Schluss wirklich deutlich werden und hoffe, dass es bei den richtigen Personen in der Stadt, Verwaltung oder sonst wo ankommt: Hört auf, uns Löwen hinzuhalten, zu verarschen und bringt den Umbau vom Sechzgerstadion endlich auf den Weg! Lasst den Worten endlich Taten folgen und gebt uns das Zuhause, das uns zusteht!

 

Viktoria gegen Viktoria: Köln unterliegt Berlin am Freitag Abend

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Mannschaftsbus Viktoria Berlin
Der Mannschaftsbus von Viktoria Berlin vor dem Grünwalder Stadion

Zum Rückrundenauftakt der 3. Liga empfing am Freitag Abend Viktoria Köln den Namensvetter aus Berlin. Auf Seiten der Gastgeber sah Trainer Olaf Janßen noch vor der Pause Gelb-Rot, auf dem Platz setzten sich die Gäste mit 1:4 durch.

Falcao köpft zum 0:1 ein

Berlin hatte zuletzt fünf Spiele nicht gewonnen, Köln drei der letzten vier Spiele verloren. Beide Teams strotzten vor der Partie also nicht unbedingt vor Selbstvertrauen. Dennoch entwickelte sich von Beginn an eine sehr interessante Begegnung mit Chancen hüben wie drüben. Erst nach einer Viertelstunde wurde es etwas ruhiger, doch schon bald legten die Akteure wieder einen Zahn zu.

Nachdem Viktoria Köln in der 26. Minute die Möglichkeit zur Führung fahrlässig liegen ließ, schlug Berlin auf der Gegenseite zu. Flanke Cigerci, Kopfball Falcao0:1 (31.)! So einfach kanns gehen.

Die Gäste treffen in beide Tore

Lange hielt die Führung der Gäste jedoch nicht und doch zeichneten sie auch für das zweite Tor des Abends verantwortlich. May brachte den Ball von links scharf vor den Kasten, Yamada rutschte in die Hereingabe und traf per Eigentor zum 1:1 ins Tor (35.).

Nur drei Minuten später jubelten die Rheinländer erneut – aber vergeblich. Handle hatte zur vermeintlichen Kölner Führung getroffen, stand dabei jedoch im Abseits. Im direkten Gegenzug dann die kalte Dusche, denn Theisen schloss den Konter aus abseitsverdächtiger Position zum 1:2 ab (38.). Kölns Trainer Olaf Janßen zeigte sich in der Folge wenig einverstanden mit einigen Entscheidungen der Unparteiischen und sah noch vor der Pause Gelb-Rot. Was es nicht alles gibt…

Viktoria – Viktoria: Köln unterliegt Berlin

Bei Köln kam zur Pause Ex-Löwe Aaron Berzel, doch auch er konnte das schnelle 1:3 von Viktoria Berlin nicht verhindern. Yamada setzte sich in der 49. Minute auf rechts durch, spielte nach innen und dort staubte erneut Theisen zum dritten Treffer der Gäste ab.

Auch in der Folge blieb die Hauptstädter effizient und legten in der 76. Minute noch einmal nach. Cigerci schlug eine Ecke von links in den Strafraum, dort stieg Lewald hoch und schädelte zum 1:4 ein. Mit dem Auswärtssieg zog Viktoria Berlin in der Tabelle vorläufig am TSV 1860 vorbei und rangiert nun auf Platz 10.

“Aufmerksamkeit ist gegeben!” Michael Köllner lobt Yannick Deichmann

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Dass Yannick Deichmann nach seinem Wechsel aus Lübeck zum TSV 1860 vom Start weg in München richtig gut ankam und sich auf und neben dem Platz viele Sympathien verdiente, ist kein Geheimnis. Am Freitag Vormittag stimmte Trainer Michael Köllner in der LÖWENRUNDE vor dem Rückrundenauftakt und Jahresfinale in Würzburg eine ganz besondere Lobeshymne auf den gebürtigen Hamburger an.

Kann Deichmann womöglich auch Torwart?

Christoph Leischwitz von der Süddeutschen Zeitung wollte in der Zoom-Pressekonferenz vom Löwendompteur wissen, welche Rolle auf dem Spielfeld er dem flexiblen Allrounder Deichmann eigentlich nicht zutraue. “Ich hab ihn noch nie im Tor gesehen, deswegen kann ich nicht beurteilen, ob er ein guter Torwart ist,” entgegnete Köllner lächelnd. “Ansonsten würde ich ihn überall spielen lassen. Der kann alles spielen.”

Ohne Trainingsfleiß kein Preis

Bei der ergänzenden Frage nach dem möglichen Mehraufwand im Training, um seine Nummer 20 auf neue Rollen im Löwenspiel vorzubereiten, holte der Oberpfälzer etwas aus: “Es sind zwei Dinge entscheidend: Charakter, Mentalität eines Spielers und vor allem Aufmerksamkeit und die ist bei Yannik gegeben. Er ist gundsätzlich jedem Thema gegenüber aufgeschlossen. Und der nächste Schritt ist natürlich die Trainingsarbeit. Wir haben die letzten Tage fleissig an seiner Position gefeilt. Wir versuchen schon im Einzeltraining den Spieler auf seiner Position hinzubekommen. Das ist harte Arbeit und nicht so, dass wir rausgehen, den Ball reinschmeissen, ‘Spuit’s a bißerl’ und dann gehen wir wieder heim. (…) Mich freut es sehr, dass Yannick in Dortmund ein richtig starkes Spiel gemacht hat.”

Deichmanns Wesenszug

Was Köllner von Deichmann im Fortlauf der Saison erwartet, verriet er den Zuhörern auch noch: “Ich glaube, dass da in den kommenden Wochen noch mehr kommt, wenn er auch athletisch besser einsteuern kann, was die Position verlangt. Da freu ich mich drauf.” Köllner bezeichnet es, als Deichmanns Wesenzug, dass er eine hohe Aufgeschlossenheit hat, auf verschiedensten Positionen zu spielen.
Es gibt schlechtere Zeugnisse, die einem der Trainer ausstellen kann.

Mögliche Aufsteiger aus den Regionalligen: Bayreuth ist Herbstmeister

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Hans Walter Wild Stadion Bayreuth
Das Hans Walter Wild Stadion in Bayreuth beim Toto Pokal Spiel des TSV 1860 München, Blick aus dem Gästeblock

Auch in der laufenden Saison werden in der 3.Liga vier Absteiger bestimmt, die 2022/23 in der Regionalliga antreten müssen. Gleichzeitig dürfen natürlich auch wieder vier Teams feiern, denn sie werden in die Drittklassigkeit und damit in den Profifußball aufsteigen. Kurz vor der Winterpause werfen wir einen Blick auf die fünf Wettbewerbe. Unter anderem darf sich in Bayern etwas überraschend die SpVgg Bayreuth als Herbstmeister feiern lassen.

Regionalliga Nord

Im Norden wird weiterhin in einem Playoff-Modus gespielt (siehe Wikipedia-Artikel unter “Platzierungsrunden”). Dieser ermöglichte in der letzten Spielzeit dem TSV Havelse den Aufstieg. Auch dieses Jahr wird es also eine Aufstiegsrunde geben, wodurch aktuell überhaupt nicht absehbar ist, wer an der Relegation zur 3.Liga teilnehmen wird. Zehn Vereine werden die Teilnahme an den beiden Spielen unter sich ausmachen. Zurzeit in der besten Form befinden sich unter anderem der VfB Oldenburg, Weiche Flensburg, Kiel II sowie Bremen II. Es könnte also eine weite Auswärtsfahrt für den TSV 1860 München werden.

Regionalliga Nordost

In der Relegation wird der Nord-Vertreter auf einen Verein aus der Regionalliga Nordost treffen. Hier sieht das Ganze schon etwas klarer aus, auch wenn ebenso freilich noch nichts entschieden ist. Es könnte nach der Hertha, Union und der Viktoria ein weiterer Verein aus der Bundeshauptstadt den Schritt in den Profifußball schaffen. Dafür kommen aktuell gleich drei Vereine in Frage. Während die VSG Altglienicke schon etwas Rückstand auf die Tabellenspitze aufweist, haben der Berliner AK (Platz 3) und vor allem der BFC Dynamo als Ligaprimus beste Chancen, in die Relegation einzuziehen. Aber auch Carl Zeiss Jena, Energie Cottbus und Lok Leipzig wollen noch ein Wörtchen mitreden.

Regionalliga West

Den Auftakt zu einer Liga mit einem festen Aufstiegsplatz macht die Regionalliga West. Bekanntlich ist die Konkurrenz hier besonders stark. Viele bekannte Mannschaften tummeln sich in der Viertklassigkeit im Westen. Zurzeit grüßt Rot-Weiss Essen von der Tabellenspitze, doch die Konkurrenz in Namen von Münster, Wuppertal, Oberhausen und Fortuna Köln ist dem ehemaligen Verein von Sascha Mölders dicht auf den Fersen.
In der Abstiegszone findet sich neben Alemannia Aachen auch der KFC Uerdingen. Sollte der Abzug von neun Punkten durch den Westdeutschen Fußballverband rechtskräftig sein, hätten die Krefelder nach 20 absolvierten Spielen ein schier unglaubliches Punktekonto von -1 vorzuweisen.

Regionalliga Südwest

Auch der Südwesten erhält wie die Regionalliga West in jeder Saison einen Aufstiegsplatz. Dieser ist mindestens genauso umkämpft, aktuell führen die Kickers aus Offenbach die Tabelle an. Direkt dahinter haben sich der SSV Ulm und der die zweite Mannschaft des Bundesligisten aus Mainz positioniert. Auch Steinbach und Elversberg sollte man im Aufstiegsrennen noch nicht abschreiben.

Regionalliga Bayern: Herbstmeister ist die SpVgg Bayreuth

Gleich zwei Besonderheiten entfallen aktuell auf die bayerische Regionalliga. Während sie in dieser Spielzeit den festen Aufstiegsplatz inne hat, der jährlich zwischen dem Norden, Nordwesten und Bayern rotiert, ist sie auch die einzige viertklassige Liga, die sich bereits in der (Zwangs-)Winterpause befindet. Bereits seit Anfang Dezember pausiert der Spielbetrieb, wodurch bisher maximal 24 Spiele absolviert wurden. Dadurch durfte sich die SpVgg Bayreuth über den Titel Herbstmeister freuen.

Vor Saisonbeginn hatten viele die “Amateuren” eines Vereins aus der Seitenstraße als Kandidat Nummer 1 für den Aufstieg gehandelt. In den letzten Wochen vor der Einstellung des Spielbetriebs nahmen die Punkteausbeuten allerdings merklich ab und so wurde Bayreuth mit vier Punkten Vorsprung und einem Spiel weniger Herbstmeister. Überhaupt ist es die einzige 4.Liga, in der eigentlich nur noch zwei Teams für den ersten Platz in Frage kommen. Schweinfurt als drittplatzierte Mannschaft hat (mit einem Spiel weniger) bereits 13 Punkte Rückstand auf die Altstädter, bei denen sich mit Felix Weber, Nicolas Andermatt, Ivan Knezevic oder auch Markus Ziereis (bereits 12 Saisontore) zahlreiche ehemalige Spieler des TSV 1860 München tummeln.

Winterturnier: Leo Morgalla gewinnt mit der DFB-U18 gegen die VAE

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Leandro Leo Morgalla 1860

Erfolgreicher Turnierabschluss für die U18-Nationalmannschaft des DFB! Beim Winterturnier in Israel schlug das Team von Trainer Guido Streichsbier mit Leandro Morgalla (TSV 1860) in der Startelf die Vereinigten Arabischen Emirate mit 3:1.

Leo Morgalla beim Winterturnier in Israel

Nach der Auftaktniederlage gegen Russland (1:3), bei der Morgalla sein Debüt gefeiert hatte, und dem deutlichen Sieg über die Gastgeber, beendete die DFB-Elf mit sechs Punkten auf Platz 2. Zum Abschluss gewann Deutschland gegen die VAE trotz zwischenzeitlichen Rückstands mit 3:1. Die Tore für die deutsche Mannschaft erzielte Sanne, Zehntner und Niehoff.

Bild: TSV 1860 NLZ

Stefan Lex: Kapitänsamt ist “absolute Ehre für mich”

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Stefan Lex, TSV 1860

Stefan Lex ist der neue Kapitän beim TSV 1860 München. Mit dem DFB sprach der 32-Jährige über den wichtigen Sieg bei Borussia Dortmund II und das letzte Spiel vor der Winterpause in Würzburg.

Wichtiger Sieg nach turbulenter Woche

Es war eine besondere, aber sicher nicht leichte Woche, um sich auf ein Auswärtsspiel vorzubereiten. Nicht nur aufgrund der Causa Mölders war die Mannschaft gefordert, ein anderes Gesicht zu zeigen. Vor allem die indiskutable Leistung in der ersten Halbzeit gegen Tabellenführer ließ vielen Löwenfans die Zornesröte ins Gesicht steigen. Auch für die Spieler auf dem Platz war der Halbzeitstand durchaus etwas besonderes.

Eine Halbzeit wie gegen Magdeburg, als wir schon zur Pause 0:5 zurücklagen, hatte noch keiner von uns erlebt.

Während nicht nur von außen hoher Druck auf der Mannschaft lastete, hätte man sich auch gerne selbst auf Augenhöhen mit Teams wie aus Magdeburg gesehen, gibt Lex gegenüber dem DFB im Interview zu. Doch davon war man beim Aufeinandertreffen “weit entfernt“, analysierte der Neu-Kapitän des TSV 1860.

Mit einer angepassten Spielweise trat man im Spiel danach in Dortmund an. Mit einer sehr kompakten Herangehensweise sorgte man für mehr Stabilität innerhalb der eigenen Mannschaft. Die Führung zum 0:1 erzielte der Eittinger dann höchstpersönlich per Kopf. Im Fallen brachte er den Ball im Tor des Gegners unter.

Ich war selbst ein wenig überrascht, dass der Ball noch reingegangen ist.

Im vierten Versuch wird Stefan Lex ein Löwe

Am Ende siegte der TSV 1860 mit 2:0 und konnte einen ganz wichtigen Sieg für die Moral verbuchen. Ziel müsse es nun laut Stefan Lex sein “noch konstanter zu werden“. Angesprochen auf sein neues Amt als Kapitän der Mannschaft äußerte der 32-Jährige sich wie folgt:

Das ist eine absolute Ehre für mich. Schon als ich klein war, hatte mich mein Papa mit den zu den Heimspielen von 1860 genommen. An Weihnachten habe ich fast jedes Jahr das neueste Trikot der “Löwen” geschenkt bekommen. Ich würde aber nicht sagen, dass ich mich durch die Kapitänsbinde jetzt anders verhalte. Ich habe auch vorher schon versucht, Verantwortung im und für das Team zu übernehmen.

Bis der Offensivspieler bei seinem Herzensverein landete, benötigte es allerdings mehrere Anläufe. Während die Eltern in der E-Jugend zunächst noch ihr Veto einlegten, folgte mit dem TSV Buchbach eine Entscheidung der Vernunft. Statt in der Regionalliga beim TSV 1860 II wohlmöglich auf der Bank Platz nehmen zu müssen, entschied sich Stefan Lex für den TSV Buchbach. Als nächste Station folgte die Spielvereinigung Greuther Fürth, bevor der Eittinger schlussendlich dann doch noch zum TSV 1860 München wechselte.

Während Kevin Volland sich durchaus vorstellen kann, seine fußballerische Karriere bei den Löwen ausklingen zu lassen, würden die Verantwortlichen beim FC Eitting Stefan Lex mit Kusshänden empfangen. Auch der Kapitän spielt durchaus mit dem “Gedanken, nach meiner Profilaufbahn noch einmal in den Amateurbereich zurückzukehren“. Bis es soweit ist, stehen aber erst einmal noch diverse Partien mit dem TSV 1860 an. Das nächste wartet auf den neuen Spielführer bereits am Montag, wenn die Löwen gegen die Würzburger Kickers gefordert sind. Um sich selbst und den Fans das Weihnachtsfest zu veredeln, werden die elf Löwen auf dem Platz geben, um das dritte Auswärtsspiel in Folge siegreich gestalten zu können.

Auch in Würzburg müssen wir kompromisslos mit großem Einsatz und Leidenschaft dagegenhalten. Wenn wir dort nachlegen können, wäre es definitiv eine schöne Art und Weise, sich in die Weihnachtspause zu verabschieden.

LÖWENRUNDE: Ohne Biankadi und Neudecker in Würzburg?

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Michael Köllner Löwenrunde 1860 Magdeburg 03.12.2021

Wie Michael Köllner soeben in der LÖWENRUNDE bekanntgab, wird der TSV 1860 am Montag in Würzburg womöglich ohne Richard Neudecker und Merveille Biankadi auskommen müssen.

Ohne Biankadi und Neudecker in Würzburg?

Während Biankadi wie schon zuletzt in Dortmund aufgrund von muskulären Problemen sicher ausfallen wird, ist es bei der Nummer 31 der Löwen noch unklar, inwiefern er einsatzbereit sein wird.

Derzeit plagen Neudecker starke Halsschmerzen (Mandeln), die einen Einsatz in Würzburg unwahrscheinlich erscheinen lassen. Nach der überragenden Leistung zuletzt in Dortmund wäre ein Ausfall Neudeckers natürlich eine herbe Schwächung für die Löwen.

die Bayerische: Martin Gräfer kündigt Verlängerung des Sponsorings an

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die Bayerische

die Bayerische und der TSV 1860 – das passt! Das sehen die Löwen so, ebenso die Fans und auch das Versicherungsunternehmen ist gewillt, sein Engagement bei Münchens großer Liebe fortzusetzen. Martin Gräfer, Vorstand bei die Bayerische, kündigte nun in den sozialen Medien an, dass der Vertrag noch vor Weihnachten verlängert werde.

Gräfer: die Bayerische bleibt 1860 treu

Vor einigen Wochen hatte der Versicherer sich mit einer Umfrage an die Fans der Löwen gewendet und gefragt, wie das Stimmungsbild hinsichtlich einer Verlängerung des Sponsorings sei. Das Ergebnis war eindeutig!

Nun wurde Vorstand Martin Gräfer auf Facebook von einem Löwenfan gefragt, wann denn die Zusage komme, dass die Bayerische ihr Sponsoring in voller Höhe fortsetze.

Gräfers Antwort ließ nicht lange auf sich warten und dürfte für Freude beim TSV 1860 sorgen:

“Noch vor Weihnachten.”

Das wäre doch ein sehr gelungenes vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, oder?

Sechzig um Sieben: Grünspitz-Zukunft gesichert!

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Sechzig um Sieben: Terminierungen bis zur Wiesn
Sechzig um Sieben: Wer wird die Nummer eins im Tor?

Zukunft des Grünspitz gesichert!

Knapp 5.000 Leute hatten die zugehörige Petition unterschrieben. Seit gestern steht nun fest, dass der Grünspitz offen bleiben wird und der Treffpunkt auch in Zukunft genutzt werden kann. Im Rahmen einer Sitzung des Bezirksausschusses 17 (Zuständigkeitsbereich Obergiesing-Fasangarten) wurden die gesammelten Unterschriften der Petition zum Erhalt vom Grünspitz übergeben.

2023 soll dann ein Teil des Platzes bebaut werden. Der Rest soll endgültig zu einer öffentlichen Fläche erklärt und in der Folge umgestaltet werden. Damit wäre der Erhalt dann final geklärt.

Volland liebäugelt mit 1860-Rückkehr

Von Giesing nach Hoffenheim, dann über Leverkusen nach Monaco. Ex-Löwe und Eigengewächs Kevin Volland hat eine beachtliche Karriere hingelegt. Nun äußerte sich der Nationalspieler zu seinem “Karriereherbst” – und bringt die Löwen ins Spiel.

Zum Tod von Hennes Küppers: ein Nachruf

Mit den Löwen qualifizierte sich Küppers für die Bundesliga, wurde 1964 erneut Pokalsieger, erreichte 1965 das Finale des Europapokals und wurde 1966 Deutscher Meister. Nun ist der Meisterlöwe im Alter von 82 Jahren gestorben. Wir haben einen Nachruf verfasst.

Folge 39 des Sechzger.de-Talks online!

Taktiktafel-Bernd, Jan und Thomas thematisieren in Folge 39 des Sechzger.de-Talks gemeinsam mit Moderator Christian den Auswärtssieg in Dortmund, unterziehen die Hinrunde der Löwen einer Bilanz und richten die Augen auf das letzte Spiel in diesem Kalenderjahr gegen Würzburg.

Ob Video oder Audio – den sechzger.de Talk gibts für Auge und/oder Ohr. Um keine Folge zu verpassen, könnt Ihr uns natürlich gerne auf YouTube bzw. diversen Podcast-Plattformen abonnieren:

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Google Podcasts

5:0 – Morgalla feiert Kantersieg mit der U18-Nationalmannschaft

Beim traditionellen Weihnachtsturnier in Israel gewann der Innenverteidiger der Löwen mit der U18-Nationalmannschaft deutlich mit 5:0 gegen den Gastgeber. Gegen Russland hatte er kürzlich bei der 1:3-Niederlage als Einwechselspieler sein Debüt gefeiert.

Rückerstattung für Löwenkopf-Dauerkarten

Der TSV 1860 München hat gestern erste Informationen zur Rückerstattung der Dauerkarten in der Löwenkopf-Variante bekannt gegeben. Diese startet am 12.Januar des kommenden Jahres. Alle weiteren Informationen findet ihr auf der Homepage der Löwen.

News aus der Dritten Liga

Kaiserslautern e.V. trotz Gewinn weiter hochverschuldet

Der TSV München von 1860 e.V. ist finanziell gesund. Das kann der FC Kaiserslautern e.V. nicht von sich behaupten . Trotz eines Gewinns von 441.000 Euro in diesem Jahr plagen den Verein Altlasten in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro. Verursacht wurden diese beachtliche Summe durch die Insolvenz der ausgegliederten Fußball-Gesellschaft.