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Sechzig um sieben: Ismaiks HAM verzögert 50+1 Abstimmung

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Sechzig um Sieben: Spielbetriebs-GmbH macht Nägel mit Köpfen

Gestern war mal wieder einer der Tage, an dem der TSV 1860 München bundesweit Schlagzeilen machte. Allerdings wie so oft keine positiven und nicht auf dem grünen Rasen. Es wurde bekannt, dass Hasan Ismaiks Firma HAM für eine Verzögerung der 50+1 Abstimmung der DFL sorgt.

Ismaiks HAM stellt Befangenheitsantrag und verzögert 50+1 Abstimmung der DFL

Obwohl 1860 seit dem Doppelabstieg 2017 kein Mitgleid der DFL mehr ist, ist Hasan Ismaiks Firma HAM International Limited “Beigeladene” im Verfahren um eine Anpassung der 50+1 Regel. Das Verfahren stand durch eine Einigung zwischen DFL und Bundeskartellamt kurz vor dem Abschluss. Nun stellte Ismaiks HAM einen Befangenheitsantrag gegen den berichterstattenden Beisitzenden der Beschlussabteilung. Die Gründe dafür sind ebenso unklar wie die Auswirkungen. Ob sich Ismaiks HAM so Freunde innerhalb der DFL macht?

Futsal-Derby am Samstag

Zur Wiesnzeit spielen die Münchner Futsaler ihr Derby aus. Der TSV 1860 empfängt die Beton Boys aus München am Samstag in der Sporthalle des Gymnasium München Nord in der Knorrstr. 173. Beide Teams konnten ihr erstes Saisonspiel gewinnen. Für Spannung ist also gesorgt.

News aus der dritten Liga

Dortmund II schlägt Duisburg

Wegen eines Championsleague-Spiels der BVB-Profis musste das Spiel Dortmund II – MSV Duisburg um eine Woche nach vorne gelegt werden. Durch ein Tor von Besong in der 14. Minute setzten sich die kleinen Borussen mit 1:0 durch und konnten so den dritten Sieg in Folge feiern. Der MSV bleibt weiter sieglos und muss noch eine gelb-rote Karte gegen Abwehrrecke Sebastian Mai hinnehmen.

RW Essen erreicht dritte Runde im Niederrheinpokal

Der RWE besiegte den Oberligisten SC Tönis mit 5:0. Die Tore schossen Manu, Vonic (2), Obuz und Brune.

Jahn Regensburg: Profivertrag für Wurm

Der 17-jährige Leopold Wurm erhält einen Vertrag beim SSV Jahn. Der Verteidiger trainiert seit Sommer bei den Profis mit und verdiente sich nun seinen ersten Profivertrag.

Damit wünschen wir Euch einen schönen Donnerstag!

HAM stellt Befangenheitsantrag: DFL verschiebt 50+1 Abstimmung

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Grundsatzurteil - Hannover Kind
Choreographie der Münchner Löwen - 50+1 unverhandelbar! Quelle: muenchnerloewen.de

Die DFL und das Bundeskartellamt hatten sich im Grunde in Sachen 50+1 geeinigt. Die für Montag, den 9. Oktober geplante Abstimmung kann jedoch nicht stattfinden. Der Grund: HAM International Limited, also die Firma des jordanischen Unternehmers Hasan Ismaik, stellte einen Befangenheitsantrag.

HAM stellt Befangenheitsantrag

Was bedeutet das?

Aus einem Schreiben der DFL an die 36 Klubs der Bundesliga und 2. Liga, das dem kicker vorliegt, geht hervor:

“Der Vorsitzende der zuständigen 11. Beschlussabteilung hat die DFL gestern mündlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass ein Beigeladener zum Verfahren (HAM International Ltd.) in seiner fristgerecht in dieser Woche eingereichten Stellungnahme zu dem Zusagenentscheidungsentwurf vom 13. Juli 2023 Befangenheitsvorwürfe gegen den berichterstattenden Beisitzenden der Beschlussabteilung erhoben hat. Diese Vorwürfe werden u.a. mit vermeintlichen Versäumnissen bei der Verfahrens- und Aktenführung begründet. Der Sachverhalt wird nun von der Prozessabteilung des Bundeskartellamts geprüft, was mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann.”

DFL-Präsidium und Kartellamt hatten sich nach langen Verhandlungen kürzlich auf eine (vermeintlich) wettbewerbsrechtlich unbedenkliche Version geeinigt.

Welche Ziele verfolgt die HAM International Ltd. mit ihrem Antrag?

Titelbild: muenchnerloewen.de

Samstag: TSV 1860 Futsal empfängt Beton Boys zum Wiesn-Derby

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Futsal Fahne 1860 Löwen München champions league regionalliga

Der Saisonauftakt der Löwen-Futsaler verlief absolut nach Plan: Bei Futsal Allgäu gewann der TSV 1860 mit 4:3 und freut sich nun auf das Wiesn-Derby gegen die Beton Boys München.

Wiesn-Derby: TSV 1860 Futsal – Beton Boys München

Beim letztjährigen Regionalliga-Dritten gerieten die Löwen schnell in Rückstand, doch Trainer Josip Crnoja fand in der Kabine offenbar die richtigen Worte. Das 0:1 zur Halbzeit drehte sein Team nach der Pause durch Tore von Milicevic, Rizvanovic, Juric und Pticar in einen 4:3-Auswärtssieg bei Futsal Allgäu. Bereits am ersten Spieltag ein wichtiger Sieg in Hinblick auf das Ziel, die Saison unter den Top 4 abzuschließen.

Am Samstag nun folgt direkt das nächste Highlight: Der TSV 1860 Futsal empfängt die Beton Boys zum Wiesn-Derby. Der Gegner ist dabei gespickt mit Ex-Löwen, denn neben Franjo Ereiz, der dort nun als sportlicher Leiter die Fäden zieht, haben auch einige Spieler innerhalb der Stadtgrenzen die Farben gewechselt.

Die Beton Boys haben ihr erstes Saisonspiel mit 9:3 gegen die Futsal Panthers Ingolstadt gewonnen und treten somit als Tabellenführer zum Derby an. Anpfiff ist am Samstag (30.09.) um 18.00 Uhr in der Sporthalle Gymnasium Nord in der Knorrstraße 173.

sechzger.de-Tippspiel: Nicht vergessen! Heute BVB-MSV tippen!

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Noch vor dem ersten Anpfiff des 8. Spieltags (am Freitag Abend auf der Bielefelder Alm gegen den 1. FC Saarbrücken) steigt heute schon die Auftaktpartie des 9. Spieltags, der regulär dann erst am kommenden Dienstag mit einer Englischen Woche fortgesetzt wird. Die kleinen Borussen aus Dortmund empfangen schon heute Abend den Tabellenletzten MSV Duisburg zu einem kleinen Revierderby. Für alle Teilnehmer am sechzger.de-Tippspiel heißt das also: Heute noch den richtigen Spielausgang für diese Partie vorhersagen!

Championsleague sorgt für Verschiebung

Grund für das Vorziehen dieses Spiels um eine Woche ist die Tatsache, dass im großen Westfalenstadion, in das Borussia Dortmund II aktuell mal wieder umziehen muss, am Mittwoch Abend kommender Woche (4. Oktober) die Profis des BVB den AC Mailand in der Championsleague empfangen – und da darf am Vorabend kein schnödes Drittligaspiel ausgetragen werden.

Verlässt der MSV den letzten Platz?

Schon heute Abend um 18.60 Uhr empfängt also an gleicher Stelle das zuletzt zweimal siegreiche Team von Jan Zimmermann den kriselnden MSV Duisburg, der mit einem Auswärtssieg – dem ersten Dreier in der laufenden Saison überhaupt – die Rote Laterne erstmal an die andere zweite Mannschaft in der Liga, nach Freiburg abgeben könnte.

Bis heute Abend im Tippspiel tippen

Bis eine Minute vor 18:60 Uhr können die Teilnehmer an unserem Tippspiel hier ihre Tipps abgeben. Die Löwen reisen am 9. Spieltag bekanntermaßen dienstags nach Ulm – vorher hat Maurizio Jacobaccis Team allerdings noch den SC Verl vor der Brust (Samstag, 14.00 Uhr – im sechzger.de-Liveticker). Interessante Einblicke in das Umfeld des nächsten Gegners gab uns im aktuellen sechzger.de Talk 124 Mario Lüke, einer der Vorstände beim SCV.

Noch zum Tippspiel anmelden?

Gleichwohl schon sieben Spieltage der Saison 2023/24 absolviert sind, können sich Tippwillige weiterhin noch zu unserem Tippspiel anmelden. Und zwar hier. Es fehlen zwar dann schon einige Punkte, die die Konkurrenz bereits eingefahren hat, aber ein Aufrollen des Teilnehmerfeldes von hinten kann ja auch Freude bereiten.  Und gerne dürfen auch die Teilnehmer aus der vergangenen Saison, die in dieser Saison bislang noch keine Tipps abgegeben haben, noch einsteigen. Die Zugangsdaten haben sich nicht geändert.

 

Löwinnen heute Abend bei SpVgg Markt Schwabener Au II

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Tsv 1860 Frauen Löwinnen Fasanerie

Zwei Spiele, zwei 3:0-Siege – dies ist die bisherige Bilanz der Löwinnen in der Kreisklasse vor dem heutigen Duell mit der SpVgg Markt Schwabener Au II. Die Partie wird um 19.30 Uhr im Sportpark Markt Schwaben angepfiffen.

Löwinnen bei SpVgg Markt Schwabener Au II

Die Löwinnen sind sicher als einer der Favoriten in die neue Spielzeit gestartet und halten sich bislang schadlos. Einem 3:0 bei der SV DJK Taufkirchen folgte am Wochenende ein 3:0 beim TSV Eintracht Karlsfeld. Auch das dritte Saisonspiel bestreitet die Elf von Trainer Mariano Frate auswärts und trifft dabei auf die Zweitvertretung der SpVgg Markt Schwabener Au.

Diese hat bislang lediglich ein Match absolviert und dieses am Sonntag mit 0:3 beim FC Stern München III verloren. Bleibt zu hoffen, dass die Löwinnen um Kira Winter, Stefanie Stepberger und Sofia Endrizzi auch ihr drittes Saisonspiel gewinnen werden, um sich direkt oben in der Tabelle festzusetzen.

Titelbild: Löwenmagazin

Sechzig um Sieben: die Neuzugänge des TSV 1860 in der Analyse

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Sechzig um Sieben: Ohne Vier gegen Havelse

Vergleichsweise ruhig ist es derzeit beim TSV 1860 München, wobei in den Kommentarbereichen weiter fleißig diskutiert wird. Das gilt auch für die Analyse der Neuzugänge am gestrigen Tag. Darüber hinaus gab es noch weitere Artikel wie einen Blick über den Tellerrand in Richtung des kommenden Gegners oder eine erfreuliche Meldung vom Herrenfußball des e.V.

Neuzugänge in der Analyse

Die Neuzugänge des TSV 1860 München in der Analyse ist derzeit eines der Themen in der bunten, weiten Medienlandschaft. Eigentlich wollte Taktikfuchs Bernd damit noch ein paar Wochen warten, doch nun gab er ebenfalls seine Einschätzungen zu den neuen Spielern bei den Löwen ab. Doch nicht alle können vernünftig bewertet werden – aber lest selbst.

Mael Corboz – der etwas andere Profi

Samstag empfangen die Löwen den SC Verl, bereits im sechzger.de Talk Folge 124 wurde dies ausführlich behandelt. Mit einem weiteren Thema bzw. einem weiteren Spieler befasste sich Stefan Kranzberg gestern: Mael Corboz, Kapitän der Gegner des TSV 1860 München. In seinem Leben spielt der Umweltschutz eine zentrale Rolle. Mit diversen Maßnahmen möchte er seinen Beitrag dazu leisten.

Groundhopping in Gambia

Ein weiterer Stefan, nämlich ein treuer Leser von sechzger.de, berichtet von seinen Erfahrungen aus dem afrikanischen Land Gambia. Dabei hat er – natürlich – auch ein Fußballspiel besucht. Mit Bildern wird der lesenswerte Bericht abgerundent.

Vierte erobert Tabellenführung

Schöne Nachrichten in sportlicher Hinsicht vom TSV 1860 IV. Durch einen Auswärtssieg gegen den TSV Neuried II am gestrigen Abend ist die Vierte der Löwen nun Tabellenführer in der Kreisklasse. Von den ersten sechs Spielen konnten fünf gewonnen werden. Weiter so!

Schröter zum Spieler des Spieltags gewählt

Ein Tor und eine Vorlage – Morris Schröter war ohne Zweifel der “Man of the match” am vergangenen Samstag im Duell mit dem Halleschen FC. Auch Fans von anderen Vereinen blieb die Leistung des Neuzugangs nicht unverborgen und so kann sich Schröter über die Auszeichnung “Spieler des Spieltags” freuen. Die Leser von liga3-online haben entsprechend abgestimmt.

News aus der 3.Liga

Preußen Münster scheidet aus dem DFB-Pokal aus

Eine Partie mit Beteiligung eines Drittligisten stand in der ersten Runde des DFB-Pokals noch aus. Preußen Münster verpasste dabei am gestrigen Abend die Sensation und schied nach einem 0:4 gegen einen anderen Münchner Verein aus dem Wettbewerb aus. Sonntagabend wird die nächste Runde ausgelost, dort nehmen dann fünf Vereine aus der 3.Liga teil.

Neuer Zuschauerrekord in Dresden

31.834 Fans durfte Dynamo Dresden im Duell mit Erzgebirge Aue im neuen Rudolf-Harbig-Stadion begrüßen, das die SGD schlussendlich mit 2:1 für sich entscheiden konnte und damit an der Tabellenspitze liegt. Seit dem Umbau des Stadions waren bislang nie mehr Zuschauer bei einem Spiel dabei – neuer Rekord also. Im Schnitt besuchten in der laufenden Saison über 29.000 Zuschauer die Heimspiele der Dresdner.

Spitzenreiter in der Kreisklasse: TSV 1860 IV siegt in Neuried

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Tsv Neuried Ii Tsv 1860 Iv

Mit dem fünften Sieg im sechsten Saisonspiel übernahm der TSV 1860 IV am Abend in Neuried die Tabellenführung in der Kreisklasse Gruppe 3. Mit 2:0 setzte sich die Elf von Trainer Christian Ranhart nach 90 Minuten durch.

TSV 1860 IV siegt beim TSV Neuried II

Zunächst stand das Spiel auf der Kippe, da der eingeteilte Schiedsrichter nicht erschien. Letzlich einigte man sich jedoch auf einen Neurieder als Unparteiischen und es konnte losgehen. Nach umkämpften ersten 45 Minuten führten die Löwen durch ein Eigentor mit 1:0. Nach dem Seitenwechsel ließ Gregor Römer den zweiten Treffer für den TSV 1860 IV folgen und sorgte somit für den Endstand.

Mit 15 Punkten führt die Vierte die Kreisklassen-Tabelle nunmehr vor der SpVgg Thalkirchen und dem FC Croatia München (beide 13 Zähler) an. Am Sonntag (12.30 Uhr) gastiert die 4. Mannschaft des TSV 1860 beim SV Untermenzing II, der mit bislang acht Punkten im Mittelfeld des Klassements platziert ist.

Die Löwen bejubeln das 0:2 durch Gregor Römer

Die Neuzugänge des TSV 1860: Eine Zwischenbilanz

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Nach sieben absolvierten Spieltagen ist es eigentlich noch zu früh für eine wirklich umfassende Bewertung der Neuzugänge des TSV 1860 München im diesjährigen Transfersommer. Nachdem sich aber viele Medien in dieser Woche um dieses Thema kümmern, hat sich auch Bernd Winninger, unsere sechzger.de-TAKTIKTAFEL die Performance der neuen Spieler im Team von Trainer Jacobacci einmal genau angeschaut. Hier seine Analyse.

Die formalen Transfermodalitäten und die sportliche Qualität der Neuzugänge beim TSV 1860 bewerten wir als Fanportal übrigens komplett unabhängig voneinander!
Ich hätte mir die Bewertung gerne für nach dem zehnten Spieltag aufgehoben. Das wäre meiner Meinung nach der beste Zeitpunkt, eine erste Analyse vorzunehmen. Aber wenn der Großteil der Medien jetzt schon ein Fazit ziehen will, stehe ich da natürlich nicht nach und erläutere, wie ich die externen Neuzugänge im einzelnen bewerte.

Die Volltreffer

Joël Zwarts

Der junge Niederländer, der vom SSV Jahn Regensburg zu den Löwen wechselte, ist eine absolute Granate. Mit bisher drei Treffern liegt seine Torquote knapp unter seinem xG Wert. Da das nur eine Momentaufnahme ist und sich die Quote, wenn ein zu eigensinniger Mannschaftskamerad öfter mal ein Auge für den Nebenmann hätte, vermutlich besser darstellen würde, legen wir hier mal die Messlatte nicht zu hoch. Pro neunzig Minuten Spielzeit liegt seine Ausbeute bei 0,48 Treffern.

Seine Passquote ist für einen Stürmer außerordentlich gut, die Schussgenauigkeit liegt statistisch ebenso auf einem überdurchschnittlichen Wert.

Mit knapp über drei Schüssen pro Spiel liegt er in der Kategorie Schüsse pro Spiel etwas unter dem Wert, den ein Mittelstürmer dort erreichen sollte. Aber auch das hat mit dem oben schon angesprochenen Eigensinn von Mannschaftskameraden zu tun.

Morris Schröter

Der Flügelflitzer wird derzeit als bester Mittelfeldaußen der Liga vom hier verwendeten Statistikportal geführt. Er spielt im offensiven Mittelfeld mit den linken Verteidigern der Gegner bisher Katz und Maus. Meistens weiß dann die Maus in Person des gegnerischen Außenverteidigers nach spätestens einer Viertel Stunde nicht mehr wo vorne und hinten, links und rechts oder oben und unten ist. Schröter spielt mit einer sagenhaften Quote von knapp zwei Dritteln gewonnener Dribblings jede linke Abwehrseite nach Belieben derart schwindelig, dass die Gegenspieler vermutlich noch zwei Tage nach dem Aufeinandertreffen mit Schröter ihre Gräten sortieren.

Mit seinen lediglich 56% Prozent angekommenen Pässen könnte man meinen, dieser Wert wäre schlecht. Sieht man sich aber an, wo diese Pässe bisher hauptsächlich gespielt wurden, und welche Art Pässe das waren, ändert sich das Bild wieder. In der Zone, in der Schröter den Ball eher nicht zum Adressaten bringt (nämlich dem letzten Drittel vor dem gegnerischen Tor) herrscht in der Regel viel gegnerischer Verkehr und die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Zuspiels sinkt dort dramatisch. Vergleichen wir Schröters Quote mit der des zweitbesten offensiven rechten Außenspielers der Liga, der mehr als die Hälfte der Spiele auch auf dieser Position absolviert hat, liegt Schröter in der Bewertung des Passspiels in Abhängigkeit zur offensiven Positionierung weit vor seiner Konkurrenz. Einfach kann jeder. Schröter spielt offensiv auf der rechten Außenbahn momentan in einer anderen Liga – verglichen mit der Konkurrenz.

Auch gegen den Ball hat Schröter ein gehöriges Wörtchen mitzureden. Seine Quote gewonnener Defensivzweikämpfe liegt sogar noch einen Prozentpunkt höher, als bei den Dribblings. Das macht ihn besonders wertvoll.

Julian Guttau

Wie Schröter ist auch Guttau auf seiner Position im Moment den Statistiken nach der beste Spieler der Liga. Das allerdings aus gänzlich anderen Gründen.

Als erstes fällt bei Guttau die hohe Passsicherheit für seine Position ins Auge. 75% seiner Pässe finden ihr Ziel.

Mit drei Toren bisher ist er zusammen mit Zwarts der beste Torschütze in Reihen der Sechzger. Guttaus Dribbelstärke ist zwar durchaus vorhanden und seine Erfolgsquote dabei auch überdurchschnittlich hoch. Er geht jedoch nicht so oft, wie Schröter in den direkten Zweikampf und löst seine Aufgaben eher über Zusammenspiel als über Individualität.

Gegen den Ball bringt sich Guttau im Rahmen seiner Position ebenfalls gut ein. So hat er auch in Zweikämpfen gegen dem Ball eine gute Quote, die jedoch nicht an das heranreicht was Kollege Schröter an den Tag legt.

Niklas Tarnat

Mit einer Erfolgsquote bei allen Aktionen von über 76% ist eigentlich schon alles gesagt, was man über Niklas Tarnat sagen muss. Er ist ein absoluter Stabilitätsfaktor im defensiven Mittelfeld und interpretiert seine Rolle als tiefer Sechser gut. Einerseits ist die konservative Herangehensweise an die Sechserposition heutzutage von vielen Trainern nicht mehr gerne gesehen, andererseits steht und fällt die Stabilität des Defensivverbunds mit dem Stellungsspiel auf dieser Position. Der tiefe Sechser ist meiner Meinung nach – auch wenn er meistens eher unauffällig spielt – eine der Herzkammern einer jeden Mannschaft.

Noch taucht er in der Liste der besten Spieler der Liga auf seiner Position nicht auf einer Topposition auf. Das wird sich noch ein paar Spieltage lang hinziehen. Bis Weihnachten wird er sich aber, wenn der Trainer ihn berücksichtigt und spielen lässt, in seiner Kategorie auf einer Topposition zu finden sein.

Bei allen, seine Position betreffenden wichtigen statischen Werten hat Tarnat gute bis hohe Werte vorzuweisen, auch wenn man hier noch keine auf Statistiken fußende umfassende Bewertung abgeben kann. Dazu ist die Saison einfach noch nicht alt genug.

Besonders sein Passspiel ist mit knapp 91% angekommener Pässe überdurchschnittlich gut.

Die Werte gegen den Ball – Zweikämpfe, Kopfballduelle und abgefangene Pässe – kann man noch relativ schlecht bewerten, da der Gegner, wenn er durchs Zentrum kommt, offensichtlich versucht, Tarnat zu meiden und die Bälle eher auf den Flügel oder in den anderen Halbraum, dort wo sich der Box-to-Box Spieler des TSV 1860 zum Verteidigen befindet, spielt. Wenn Tarnat auf dem Feld ist, werden er bzw. die Räume die er abdecken soll, von der gegnerischen Mannschaft eher gemieden. Auch das ist allerdings ein Zeichen, für seine Qualität.

Die guten Griffe

Manfred Starke

Der nun – wegen seiner Roten Karte am vergangenen Samstag – gesperrte Manfred Starke konnte noch nicht vollends überzeugen und wird für mindestens ein Spiel auch keine Gelegenheit dazu bekommen, aber dennoch muss man den Nationalspieler Namibias für seine bisherigen Einsätze ein durchauspositives Zeugnis ausstellen.

Mit Platz elf in der Bewertung der zentralen Mittelfeldspieler auf unserem Statistikportal schafft er es nur knapp nicht in die Top Ten. Mit starken Werten gegen den Ball, aber in der offensiven Performance etwas schwächelnd, würde ich Platz elf in der ligaweiten Wertung als durchaus gerechtfertigt ansetzen.

Stark im direkten eins gegen eins zieht er aber bei offensiven Laufduellen leider öfter den kürzeren. Sein Passspiel ist auf einem für seine Position durchschnittlichem Niveau was die Genauigkeit anbelangt. Ein bevorzugtes Ziel bei Vorwärtspässen die nicht ankommen ist ein leider etwas bewegungsfauler, offensiver Mitspieler, der schon seit letztem Jahr immer wieder zeigt, dass er von der Spielauffassung eigentlich eher für eine Individualsportart wie Tennis oder Golf prädestiniert wäre und nicht für einen Mannschaftssport.

Starke wird sich im Ranking seiner Kategorie, das er im vergangenen Jahr am Saisonende deutlich anführte, noch verbessern und dort, sollte er sich nicht verletzten, meiner Meinung nach am Ende einen Platz unter den Top Fünf belegen.

Erol Zejnullahu

In jedem seiner bisher leider spärlich gesäten Einsätze hat Zejnullahu gezeigt, wie wertvoll ein mannschaftsdienlicher zentraler offensiver Spieler sein kann.

Er kommt leider bisher auf zu wenig Spielminuten insgesamt, um eine umfassende, fundierte Analyse zu erstellen. Aber wenn wir die drei Spiele, in denen er über 60 Minuten auf dem Platz stehen durfte, als Grundlage nehmen, sehen wir bei Zejnullahu knapp 60% gelungene Aktionen mit einer Passquote von 85%. Er hat insgesamt eine Ballverlustquote die um 33% besser ist, als die seines Konkurrenten auf dieser Position.

Vergangene Saison (damals noch für Absteiger Bayreuth am Ball) war er vor Nazarov (Aue) und Starke (damals noch Oldenburg) als bester offensiver Mittelfeldspieler der Liga gelistet, wenn man der letztjährigen Rangliste auf unserem Datenportal Glauben schenken darf.

Leroy Kwadwo

Der Prototyp eines Innenverteidigers. Zweikampf- und kopfballstark, mit relativ gutem Stellungsspiel ausgestattet. Alle Werte, die statistisch gesehen hier zum tragen kommen, liegen über dem Durchschnitt.

Sein Manko ist, dass er dann und wann nicht so die Position hält, wie es wünschenswert wäre. In manchen Momenten lässt er sich vom Gegenspieler aus der Position ziehen und öffnet so einen Raum, den dann ein nachrückender gegnerischer Mittelfeldspieler besetzt, was immer zu gefährlichen Momenten führen kann.

Der Durchschnitt

Kaan Kurt

Wenn es einen Spieler gibt, auf den bisher in dieser Saison das Wort Durchschnitt zutrifft, so ist das Kaan Kurt. Kaum ein Wert, der auf seiner Position als wichtig erachtet wird, sticht positiv hervor, kaum ein Wert ist derart negativ, dass man ihn als schlecht einstufen müsste.

Die Werte, die positiv auffallen sind a) die Pässe ins letzte Drittel. Dort zeigt Kurt eine gute Quote von knapp unter 75% Erfolgsquote. Und b) Laufduelle um freie Bälle wo er 60% Erfolgsquote vorweisen kann.

Der Wert, der negativ hervorsticht, ist leider seine Zweikampfbilanz in direkten Duellen gegen den Ball. Mit lediglich 50% ist er da noch verbesserungsfähig. Auch bei Kopfballduellen muss Kurt noch besser werden. Mit unter 30% ist er hier deutlich ausbaufähig.

Unterdurchschnittlich

Marlon Frey

Nach anfänglicher Sperre aus der Vorsaison in bisher fünf Spielen zum Einsatz gekommen, war Frey in jeder Partie ein Unsicherheitsfaktor. Ich will ihn hier nicht anhand seiner statistischen Werte bloßstellen. Nur soviel sei gesagt: In manchen für seine Position wichtigen Werten hat er ein Steigerungspotential das dem der Funktion y=eˣ bei der Koordinate 0 entspricht.

Als gut ist lediglich seine Performance im Passspiel zu bezeichnen. Das sollte im Normalfall auf dieser Position schon zum Durchschnitt reichen.

Bei Frey ist es aber so, dass sein Verhalten im Passspiel eher Alibifunktion hat und nicht das bringt, was man sich von einem Spieler, der hauptsächlich in der Rolle des Box-to-Box-Spielers agiert, erwarten kann. 70% seiner Pässe waren Pässe ohne Intention zum Raumgewinn. Von diesen Passen kam zwar ein Großteil an, jedoch meist ohne Mehrwert für die Mannschaft.

Nicht bewertbar

David Richter

Kilian Ludewig

Valmir Sulejmani

Tarsis Bonga

Alle vier Neuzugänge haben noch viel zu wenig Einsatzzeit, um sie bewerten zu können. Von daher lass ich das bei ihnen bleiben. Auch über Potential und mögliche Aussichten auf Einsätze der Spieler möchte ich mich hier nicht äußern. Es wäre einfach unfair, ins Blaue hinein zu spekulieren.

Einen Gedanken habe ich trotzdem: Mit seiner Größe von 1,97 m kann man Bonga meiner Meinung nach nicht auf der Außenposition einplanen. Der Junge gehört im Training ans Kopfballpendel, bis ihm der Schädel brummt und dann irgendwann im offensiven Zentrum als Brechstande eingebaut. Ein gutes Beispiel für überdurchschnittlich große Mittelstürmer wäre z.B. Jan Koller (2,02 m). Wer erinnert sich nicht an diese wuchtige Kampfmaschine in Diensten des BVB?

Datenquelle: Wyscout

Groundhopping Gambia: Es bleibt ein Mysterium!

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Groundhopping Gambia

Nachdem unser Leser Stefan zuletzt bereits über seine Reise nach Senegal, führte ihn sein Hobby Groundhopping als nächstes in den Nachbarstaat Gambia. Auch dort besuchte er ein Match und lernte Land und Leute kennen. Viel Spaß beim Lesen und mit den Fotos, die er uns dankenswerterweise zur Verfügung stellte.

Entspannung auf Coconut Island

Nächstes Ziel der Reise ist das Mini-Land Gambia. Gerüchten nach wurden die Grenzen in Zeiten der Kolonisierung dadurch gezogen, indem die Briten Kanonenkugeln von ihren Schiffen auf dem Fluss aus abgefeuert haben. Und soweit wie sie schießen konnten, soweit gehörte ihnen das Land mitten im ansonsten französisch kolonisierten Senegal. Während auf der südlichen Seite des Flusses die Touri-Hotspots liegen, ist der nördliche Teil teilweise unbewohnt. Da wir noch nicht viel vorhatten und der Spielplan sowieso noch nichts hergab, zogen wir uns drei Tage auf die weitestgehend unbewohnte Coconut Island zurück: Zwei Stunden Strom am Tag, ausreichend Bier und Essen, keine anderen Touristen und wenn man die spärliche Lodge mit Hängematte verlässt, steht man mutterseelenallein an einem fünf Kilometer langen Sandstrand. Könnte verdammt nochmal schlimmer kommen.

Insgesamt fällt uns die Kommunikation auch wieder leichter, da wir nun nicht mehr im französischsprachigen, muslimischen Senegal, sondern im englischsprachigen, muslimischen Gambia sind. Die Ethnie der Wolof ist hier jedoch vorherrschend, sodass den Bewohnern egal ist, welche Sprache ihre Regierung vorgibt. Nach drei Tagen voll Verzehr vieler lokaler Kräuter hatten wir dann aber schon wieder genug Entspannung und verließen die Insel per Schiff in Richtung Touri-Region Banjul/Bakau/Serekunda.

Groundhopping Gambia

Falls sich irgendwer die Frage stellt, ob schonmal ein Spieler aus Gambia bei 1860 spielte: Wir konnten keinen identifizieren. Die regelmäßigen Pub-Quiz-Teilnehmer wissen aber bereits, dass wir eine ganz andere Mission hatten. Im Jahr 1980 hat Sechzig München eine Testspielreise mit zwei Spielen nach Gambia unternommen, von der heute aber nicht viel mehr als die Aufstellungen und die Torschützen bekannt sind. Da in keiner alten Vereins- oder Stadionzeitung die Testspielreise erwähnt wird und auch die mittlerweile ergrauten Allesfahrer damals nicht dabei waren, gibt es über diese Auftritte nahezu keine Infos. Wir versuchen das zu ändern und – nehmen die Antwort vorweg – scheitern! Unser Vorhaben “Groundhopping Gambia” verlief hingegen deutlich erfolgreicher…

Gambia Armed Forces FC – Greater Tomorrow FC 2:1
Gambia Football League, 25.03.2023, Bakau Mini Stadium

Erste Liga in Gambia klingt nach einem wahren Traum. Und schon der erste Blick ins weite Rund verrät: Es ist ein Traum. Nämlich ein Traum, der mit allem zu tun hat, aber definitiv nichts mit der Hochglanzwelt der deutschen ersten Liga, von dem hier so viele träumen. Bei einem Eintrittspreis von umgerechnet 20 Cent bekommen wir präsentiert: nichts! Außer einem kleinen Verhau, in dem man sich für umgerechnet 50 Cent mehr einen eigenen Stuhl mieten kann. Den Stuhl kann man sich dann an den Spielfeldrand stellen oder ihn auf das Dach des nicht fertig gestellten (und wahrscheinlich auch in ferner Zukunft nicht fertiggestellten) Funktionsgebäudes tragen. Spieler und Schiedsrichter ziehen sich in dieser heruntergekommenen Ruine um, während vier Bleichgesichter ihre Samt-Sessel über zwölf wacklige, bröckelnde Betonstufen in die pralle Mittagshitze schleppen. Nachdem wir unseren Platz auf dem Dach der Spieler eingenommen haben, können wir auch durch die Löcher hindurch ihre Mannschaftsansprachen anhören – und natürlich kein Wort verstehen.

Gambia Armed Forces, der Militärsportverein, ist klarer Favorit und tritt äußerst herrisch und dominant mit einem klaren Spielsystem auf. Der Trainer wirkt wie ein General. Greater Tomorrow hingegen lässt den Ball auf dem Sandplatz laufen, entwickelt viel Spaß am Spiel und schießt überraschend in Halbzeit 1 auch den Führungstreffer, was den Herrn General zu einer üblen Schimpftirade bewegt. Durch Intervention der anwesenden drei Polizisten (bei insgesamt etwa 20 Zuschauern, davor wir 4 Weißgesichter) lässt er sich jedoch beruhigen. Die Halbzeitansprache ist dafür mehr als deutlich und seeeeehr laut. Der General scheißt seine Spieler regelrecht zusammen. Es ist nicht schwer, das mitzubekommen, denn der einzige Schattenplatz am ganzen Ground ist der einen Meter vor der Heimkabine. Die Gäste hingegen nutzen die Spielpause für ihr notwendiges Gebet Richtung Mekka und wirken deutlich entspannter, als ich Spieler beider Mannschaften wenig später am einzigen Plumpsklo des Stadions antreffe.

Dennoch hat die Halbzeitansprache etwas bewirkt, denn die GAF drehen das Spiel und gehen mit 2:1 als Sieger vom Platz. Ich habe etwas viel Respekt vor dem General, sodass ich mich entscheide, ihn nicht auf die Testspielreise von 1860 München im Jahr 1980 anzusprechen. Er hätte es vielleicht wissen können, alle anderen Anwesenden, die ich ansprach, hatten jedenfalls keinen blassen Schimmer, was ich von ihnen wollte. Ein Highlight war natürlich auch noch die Ziegenkolonie, die während des Spiel dachte, sie könnte etwa von den spärlichen Resten des Rasens haben.

Es bleibt ein Mysterium!

Wir verbringen noch einen weiteren Tag in der Region und besuchen dabei eine Farm, in der man Krokodile streicheln kann, und das Nationalstadion. Dieses ist aufgrund von “Renovierungsarbeiten” derzeit gesperrt. Deshalb wird uns auch das Fotografieren verboten, da die Bewacher Angst davor haben, die FIFA könnte erfahren, dass ihr Geld gar nicht für Renovierungsarbeiten verwendet wird. Wobei mir das ja egal ist, ich habe eine andere Mission und ernte erneut inhaltslose Blicke. Auch im Landesmuseum, wo ich zumindest erfahre, dass das Nationalstadion erst 1982 erbaut wurde, erfahre ich nichts über die Spielorte der Testspielreise von 1860 München. Es bleibt ein Mysterium! Aber wir hatten unseren Spaß.

Groundhopping auf sechzger.de

In den letzten Monaten erschienen bereits einige Groundhopping-Artikel auf sechzger.de. Hier eine kurze Übersicht:

Groundhopping Rumänien
Groundhopping Mazedonien bzw. Nordmazedonien
Groundhopping Armenien
Groundhopping Thailand
Groundhopping Ukraine
Groundhopping Kuba
Groundhopping Montenegro
Groundhopping Indien
Groundhopping Kirgisistan
Groundhopping Saudi-Arabien
Groundhopping Antarktis (Südgeorgien)
Groundhopping Kolumbien
Groundhopping Indonesien
Groundhopping Laos
Groundhopping Georgien
Groundhopping Sansibar
Groundhopping Moldawien/Transnistrien
Groundhopping Nordkorea
Groundhopping Bulgarien
Groundhopping Senegal

Der etwas andere Profi: Mael Corboz vom SC Verl

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Mael Corboz Sc Verl

Unser Herz schlägt ganz klar für den TSV 1860, keine Frage. Dennoch gelingt es immer wieder einzelnen Vereinen oder Spielern, uns positiv zu überraschen und unsere Sympathien zu gewinnen. Was der SC Verl beispielswiese in den vergangenen Jahren mit bescheidenen Mitteln aufgezogen hat und wie der Club sich öffentlich präsentiert, verdient unseren allerhöchsten Respekt. Mael Corboz geht voran – nicht nur als Kapitän auf dem Spielfeld, sondern auch fernab des Platzes. Als Geschäftsführer der ElevenGreen UG setzt er sich aktiv für Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein.

Mael Corboz – der etwas andere Profi

Nachdem er 2015 an der University of Maryland College Park einen Abschluss in Maschinenbau mit Schwerpunkt Energiesysteme erlangte, zog es Mael Corboz nach Europa, wo er seine Fußball-Karriere vorantreiben wollte. Im Zuge dessen fiel ihm auf, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit in vielen Vereinen nicht die Beachtung finden, die sie verdienen. Oft klafft eine Lücke zwischen den Nachhaltigkeitszielen eines Vereins und den tatsächlichen Investitionen in Zeit und Energie.

Diese Erkenntnis führte Corboz dazu, sich intensiver mit den Schnittstellen zwischen Fußball und Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund gründete er das Unternehmen ElevenGreen mit dem Ziel, die Kluft zwischen dem Streben der Vereine nach Nachhaltigkeit und den Möglichkeiten zur Umsetzung zu überbrücken. Sein Unternehmen ist also die Verknüpfung seiner Leidenschaft für den Fußball und seinem Engagement für eine nachhaltigere Zukunft im Sport.

Entlarvender CO2-Fußabdruck

Der Sportler geht dabei mit gutem Beispiel voran und reflektiert sein eigenes Verhalten ganz genau. So hat Mael Corboz beispielsweise Online-Tool vom Umweltbundesamt seinen individuellen CO2-Fußabdruck gemessen und war erstaunt:

Ein großes Ergebnis und eine Überraschung für mich war, dass mein CO2-Ausstoß höher ist als der Durchschnitt der Deutschen. Dabei ernähre ich mich zu 100% vegetarisch, habe schon vor zwei Jahren auf Ökostrom umgestellt, fahre ein Elektroauto, kaufe kaum neue Klamotten usw. Aber irgendwie ist mein Fußabdruck immer noch viel zu groß!

Woran liegt es? Mobilität…

Durch meine Familiensituation fliege ich einfach zu oft. Im Jahr 2022 bin ich einmal von Paris nach New York hin und zurück geflogen und zweimal von Düsseldorf nach Lyon geflogen. Und ich bin auch viel zu viel Auto gefahren… ungefähr 25.000 Kilometer im Jahr 2022.

Zur Erklärung: Mael Corboz lebt als Amerikaner in Deutschland, seine Eltern jedoch weiterhin in den USA. Maels Schwestern Daphne und Rachel stehen als Profi-Fußballerinnen in Frankreich unter Vertrag – daher die aufgeführten Flugreisen.

Ehrgeizige Ziele des Profis

Statt es darauf beruhen zu lassen, setzte Mael Corboz sich nun jedoch ehrgeizige Ziele, um umweltschonender und nachhaltiger zu leben. Sein konkretes Ziel: den eigenen CO2-Fußabdruck um 20 % zu reduzieren! Wie das funktionieren kann? Der Sportler hat sich Folgendes überlegt und auf seinem LinkedIn-Profil veröffentlicht:

  • Ernährung: von vegetarisch auf 100 % vegan umstellen und verstärkt auf regionales und saisonales Obst und Gemüse achten; Einsparungen von 0,13 t CO2
  • Transport: jährliche Fahrleistung von ca. 25.000 km auf 15.000 km reduzieren (-40 %); Maßnahmenplan: Deutschland Ticket (49 €/Monat) 3-mal pro Woche für den Weg zum Training öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrgemeinschaften nutzen, weniger Fahrten nach Frankreich; Einsparungen von 0,67 t CO2
  • Flugreisen: Flugstunden innerhalb Europas von 8 auf 3 reduzieren; Einsparungen von 0,4 t CO2
  • Konsumverhalten: keine neuen Kleidungsstücke kaufen, Ausgaben pro Monat für Freizeit, Inneneinrichtung usw. reduzieren; Einsparungen von 0,42 t CO2

Durch diese Veränderungen würde es Corboz gelingen, immerhin 13,1 % seines CO2-Abdrucks zu reduzieren. Aus seiner Sicht noch zu wenig, weswegen er sich weiterführende Gedanken machte.

Es ist derzeit schwierig, konkrete Verhaltensänderungen in Bezug auf Heizungs-/Stromverbrauchszahlen zu nennen. Faktoren außerhalb meiner Kontrolle wie Wetter und Temperatur spielen eine große Rolle. Dennoch werde ich versuchen, kleine Veränderungen in meinem täglichen Verhalten vorzunehmen, um hier ebenfalls eine positive Veränderung zu sehen. Bis ich die offiziellen Daten am Ende des Jahres habe, gehe ich davon aus, dass diese Zahlen gleichbleiben. (…)

Zusätzlich überlege ich, die fehlenden 7 % durch Kompensation des gesamten Fußabdrucks auszugleichen, was mir vielleicht ermöglichen würde, angesichts dieses weniger als erwarteten Reduktionsplans mein Gesicht zu wahren. Mir ist bewusst, dass die Kompensation ihre Nachteile hat und missbraucht werden kann. Es ist jedoch besser als nichts, besonders wenn die Absichten aufrichtig sind.

Unterstützung auch für #GoalsForTomorrow

Doch damit nicht genug: Neben ElevenGreen unterstützt der 29-Jährige auch die Kampagne #GoalsForTomorrow. Dort hat sich Mael Corboz verpflichtet, für jedes Tor des SC Verl 20 Euro und für jeden eigenen Treffer 100 Euro zu spenden. Auch bei diesem Projekt steht das Thema Umweltschutz im Fokus.

In diesem Sinne wünschen wir uns für Samstag einen 7:6-Sieg der Löwen mit zwei Corboz-Hattricks für die Gäste…

Titelbild: SC Verl (Marina Brüning)