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Angepasste Pressemitteilung: HAM ohne Vertrauen für Werner

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Trainingsgelände TSV 1860 München Stein Winter 2

Der neue Geschäftsführer Sport erwischt beim TSV 1860 München einen denkbar schwierigen Start. Nachdem zunächst in der Pressemitteilung davon die Rede war, dass sowohl HAM als auch die Vereinsvertreter Christian Werner ihr Vertrauen aussprechen, wurde eben diese Passage noch am Freitagabend entfernt. Zu den Hintergründen hat die Süddeutsche Zeitung nun einen Artikel veröffentlicht.

Christian Werner per 50+1 zum Geschäftsführer ernannt – HAM gegen Einstellung

Am Freitagabend zu einer ungewöhnlichen Uhrzeit war es endlich soweit. Der TSV 1860 München verkündete mit einer Pressemitteilung, dass Christian Werner zum Geschäftsführer Sport ernannt wurde. Folgende Passage fiel dabei vielen direkt ins Auge:

Beide Gesellschafter des Klubs, sowohl der Verein wie auch die Vertreter von HAM International aus Dubai, sprechen der neuen sportlichen Leitung ihr persönliches Vertrauen aus.

Einige deuteten diese Passage so, als sei man schlussendlich doch einvernehmlich zu der Entscheidung gekommen, Werner einzustellen. sechzger.de berichtete hingegen kurze Zeit später zu den Hintergründen und stellte klar, dass der neue Geschäftsführer mittels 50+1 beschlossen wurde. Bestätigt wurde das – wenn auch indirekt – noch am Freitagabend von den Löwen selber. Es wurde eine aktualisierte Pressemitteilung verschickt – die zitierte Passage war darin nicht mehr zu finden.

Frank Koch mahnt Heinz Schmidt ab

Was im Hintergrund am Freitagabend passierte, berichtete nun die Süddeutsche Zeitung am Samstagmittag unter dem Titel “E-Mail Ärger in der Nacht zum Feiertag“. Demnach sollte die Einstellung von Werner als Geschäftsführer Sport ursprünglich erst Anfang kommender Woche verkündet werden. Doch eine E-Mail von Andrew Livingston an den ehemaligen Chefscout von Waldhof Mannheim mit der Bitte um ein zeitnahes Treffen zwang das Präsidium zum vorzeitigem Handeln. Der Text der wenig später veröffentlichten Pressemitteilung stammte von Vize-Präsident Heinz Schmidt – inklusive der Erwähnung, dass beide Gesellschafter ihr Vertrauen aussprechen – dies sollte unmittelbare Folgen haben.

Heinz Schmidt bekam noch am Freitag Post – eine Abmahnung von HAM-Anwalt Frank Koch. Die SZ zitiert das Schreiben wie folgt:

Wie Sie wissen, ist die Aussage unwahr. Mittlerweile wurde Ihre Falschbehauptung auch bereits von der Presse aufgegriffen. Sie bekommen hiermit Gelegenheit bis morgen, 12 Uhr, Stellung zu nehmen, warum Sie diese Falschmeldung publik gemacht haben. In gleicher Frist haben Sie den hierdurch in der Öffentlichkeit entstandenen faschen Eindruck (…) zu beseitigen.

Schmidt reagierte darauf am Samstagvormittag. Sein Stand der Dinge sei gewesen, dass die drei HAM-Vertreter Saki Stimoniaris, Anthony Power und Yahya Ismaik dem neuen Geschäftsführer Christian Werner ihre Unterstützung im Falle einer Einstellung zugesagt hätten. Zudem sollte die Passage dafür sorgen, dass die Bestellung des 42-Jährigen nicht unmittelbar als 50+1-Entscheidung wahrgenommen wird. Es sollte so der Eindruck von Gemeinsamkeit entstehen – was aber offensichtlich nicht im Interesse der HAM war. Das stellt auch Schmidt in seiner Antwort fest wie die SZ zitiert.

Ich weiß jetzt wieder mal, dass das nicht gewollt ist, werde aber an meiner blauäugigen Illusion festhalten.

 

Erik Tallig wechselt zu Jahn Regensburg

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Der zuletzt vertragslose Erik Tallig wechselt mit sofortiger Wirkung zu Drittliga-Tabellenführer Jahn Regensburg.

Erik Tallig zu Jahn Regensburg

Der Offensivspieler, der zumeist auf dem rechten Flügel zum Einsatz kam, unterschrieb in der Oberpfalz einen Vertrag bis zum 30. Juni 2024.

Im Probetraining im Dezember überzeugte Tallig die Verantwortlichen. Sport-Geschäftsführer Achim Beierlorzer:

“Mit Erik gewinnen wir einen wendigen und technisch versierten Spieler für unsere Offensive hinzu, der eine gewisse Entscheidungsqualität am Ball mit sich bringt. Trotz seiner erst 23 Jahren bringt er bereits Drittliga-Erfahrung mit nach Regensburg.”

Bonga wechselt nach Halle

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Bonga wechselt nach Halle
Bonga wechselt nach Halle

Wie berichtet hatte sich der TSV 1860 München am Freitagabend von Taris Bonga getrennt. Einen Tag später gab der Hallesche FC den Offensiv-Spieler als Neuzugang bekannt. Die Hallenser sind ein Konkurrent der Löwen im Kampf um den Klassenerhalt. Bonga war im Sommer aus Braunschweig nach München gekommen, fügte sich menschlich sofort ins Löwen-Rudel ein. Sportlich konnte der Bruder des Basketball-Weltmeisters Isaac Bonga aber zu keinem Zeitpunkt überzeugen. Ganze 37 Spielminuten standen am Ende für ihn zu Buche und selbst diese blieben eher in negativer Erinnerung, als er bei Rückständen eingewechselt wurde und keinerlei Impulse setzen konnte.

Offensivspieler mit Präsenz und Vielseitigkeit

In Halle hofft man dennoch auf den Durchbruch des 1,97 Meter großen Offensiv-Manns. Mit Taris Bonga “gewinnt der Hallesche Fußballclub einen offensiven Flügelspieler, der sowohl durch seine Präsenz auf dem Platz, als auch durch seine Vielseitigkeit überzeugt” heißt des auf der Webseite des HFC.
Die Löwen bedankten sich in ihrer Pressemitteilung für den Einsatz und wünschen Bonga nur das Beste. Dem können wir uns nur anschließen.

Präsidium ernennt Dr. Christian Werner einstimmig zum Geschäftsführer

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Präsidium MV 2022 1860 reisinger schmidt sitzberger zukunft
Das frisch im Amt bestätigte Präsidium

Das Präsidium des TSV München von 1860 e.V. hat heute nach der Blockade der HAM Ltd um die Bestellung des Geschäftsführer Sport die Reißleine gezogen und einstimmig Dr. Christian Werner ins Amt berufen.

Der zuständige Beirat war handlungsunfähig

Grundsätzlich ist der Beirat der Geschäftsführungs GmbH des TSV 1860 für die Ernennung von Geschäftsführern zuständig.

Aufgrund einer Blockadehaltung der HAM Ltd. (zunächst erschienen die Beiratsmitglieder nicht zu einer virtuellen Sitzung, dann verweigerten sie einen Umlaufbeschluss und stellten letztlich den Vorsitz von Präsident Reisinger in Frage) war dieses Gremium jedoch nicht in der Lage, sich zu einer Sitzung zusammen zu finden und über die Installation eines Geschäftsführers Sport abzustimmen.

Präsidium kann Beirat entmachten

Laut Satzung der Geschäftsführungs GmbH kann die Gesellschafterversammlung (sprich der TSV München von 1860 e.V., vertreten durch das Präsidium) den Beirat entmachten und selbst entsprechende Kompetenzen ausüben. Beschlüsse der Gesellschafterversammlung obliegen dem Präsidium, da der e.V. als Alleingesellschafter 100% der Anteile an der GmbH hält.

Genau dies ist jetzt geschehen: das Präsidium des TSV München von 1860 e.V. hat einstimmig Dr. Christian Werner zum neuen Geschäftsführer Sport berufen. Dessen Vertrag wurde wie berichtet bereits unterzeichnet. 

KGaA bleibt in jedem Fall handlungsfähig

Durch die Berufung von Dr. Christian Werner ist die KGaA auch im Bereich Sport nun wieder mit den notwendigen Kompetenzen ausgestattet und damit auch praktisch unmittelbar handlungsfähig.

Künftige Rolle des Beirats ist fraglich

Abzuwarten bleibt, wie sich die verfahrene Situation im Beirat auf künftige Entscheidungen auswirkt.

Aufgrund geübter Praxis nahm bislang Robert Reisinger in gegenseitigem Einvernehmen die Rolle des Vorsitzenden ein. Dies ist nachvollziehbar, da die HAM Ltd. keinerlei Anteile an der Geschäftsführungs-GmbH hält. Zudem stellt HAM bereits den Vorsitzenden des Aufsichtsrates des KGaA. Hinzu kommt, dass der Vorsitz im Beirat – anders als im Aufsichtsrat – nicht mit einer entscheidenden Stimme bei einem Patt verbunden ist, sodass es hier bislang auch nie zu einer “Kampfabstimmung” über den Vorsitz kam.

Im Zuge der Diskussionen um die Einstellung von Dr. Christian Werner fuhr die HAM-Seite wohl eine Verzögerungstaktik, indem sie sich nach Informationen der Süddeutschen Zeitung auf die fehlende Wahl des Vorsitzenden berief und damit die geübte Praxis zu Fall brachte. Daraufhin initiierte Beiratsmitglied Nicolai Walch eine Abstimmung über den Vorsitz, die wenig überraschend zu einem Patt führte.

Hat sich HAM ins eigene Fleisch geschnitten?

Spätestens jetzt dürfte der Beirat ohne Vorsitzenden sein, sodass, wie von der HAM-Seite bereits zuvor gerügt, niemand wirksam zu Sitzungen laden oder Beschlüsse initiieren kann, während das Präsidium über die Gesellschafterversammlung als Alleingesellschafter der Geschäftsführungs- GmbH stets beschlussfähig ist.

Daher stellt sich die Frage, ob sich die HAM-Seite mit ihrem Vorgehen in das eigene Fleisch geschnitten hat und welche Rolle der Beirat ohne gewählten Vorsitzenden künftig überhaupt noch spielen wird.



Vollzug: Dr. Christian Werner neuer Geschäftsführer Sport

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Trainingsgelände TSV 1860 München Gebäude Übersicht Geschäftsführer Ismaik

Lange hats gedauert, jetzt meldete der TSV 1860 Vollzug: Dr. Christian Werner ist neuer Geschäftsführer Sport der Löwen!

Dr. Christian Werner neuer Geschäftsführer Sport

Am Freitagabend vermeldete der TSV 1860, dass der Vertrag mit Dr. Christian Werner endlich unter Dach und Fach gebracht werden konnte. Die offizielle Pressemitteilung im Wortlaut:

Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA hat wieder einen Sport-Geschäftsführer. Dr. Christian Werner übernimmt die Verantwortung für die Entwicklung des Profifußballs bei den Löwen. Sein Tätigkeitsfeld umfasst insbesondere die Führung der Lizenzmannschaft und die damit verbundene Personalplanung.

Der 42-Jährige verfügt über Berufserfahrung aus Engagements beim SC Austria Lustenau und beim Regionalligisten SGV Freiberg. Promoviert hat Werner 2017 an der Philipps-Universität in Marburg im Fach Sportwissenschaft.

“Christian Werner konnte die Vereinsvertreter im persönlichen Kontakt mit intensiven und detaillierten Analysen zur sportlichen Situation und mit sportwissenschaftlichen und organisationsspezifischen Kenntnissen von seiner Qualifikation für die geforderten Aufgaben überzeugen”, sagt Präsident Robert Reisinger.

Beide Gesellschafter des Klubs, sowohl der Verein wie auch die Vertreter von HAM International aus Dubai, sprechen der neuen sportlichen Leitung ihr persönliches Vertrauen aus.

Sport-Geschäftsführer Christian Werner erklärt: “Ich verfolge den TSV 1860 München schon länger mit großem Interesse und freue mich sehr, jetzt für diesen Traditionsverein in verantwortlicher Position tätig zu sein.”

Zuletzt Blockadehaltung der HAM

Aufgrund einer Blockadehaltung der HAM Ltd. (zunächst erschienen die Beiratsmitglieder nicht zu einer virtuellen Sitzung, dann verweigerten sie einen Umlaufbeschluss und stellten letztlich den Vorsitz von Präsident Reisinger in Frage) hatte sich die Bestellung Werners zuletzt unnötig in die Länge gezogen.

Dr. Christian Werner wird direkt in stürmische Fluten geworfen. Zum einen ist nach wie vor kein Cheftrainer für die Profimannschaft vorhanden, der die nötige UEFA-Pro-Lizenz vorweisen kann. Einen solchen hat der zuständige Finanzgeschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer bislang nicht eingestellt. Auch laufen reihenweise Spielerverträge aus und junge Talente müssen an den Verein gebunden werden. Auch eine bessere Zusammenarbeit mit dem Nachwuchsleistungszentrum ist dringend geboten.

Sechzger.de wünscht Dr. Christian Werner viel Erfolg und ein gutes Händchen für die bevorstehenden Aufgaben!

Vertragsauflösung – Tarsis Bonga verlässt die Löwen

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1860 Tarsis Bonga

Ganze 37 Minuten kam Tarsis Bonga in der Liga in dieser Spielzeit zum Einsatz, nun folgt die einvernehmliche Vertragsauflösung zwischen dem Angreifer und dem TSV 1860 München.

Vertragsauflösung – Tarsis Bonga verlässt die Löwen

Sieben Partien in der 3. Liga, dazu vier Einsätze im Toto-Pokal – dabei wird es auch bleiben. Am heutigen Freitag hat Tarsis Bonga seinen Vertrag bei den Löwen aufgelöst. Somit bleiben die vier Tore beim 8:0 der Löwen bei der DJK Hain seine einzigen Pflichtspieltreffer im Trikot von Münchens großer Liebe.

Bonga war in der letzten Winterpause vom VfL Bochum zu Eintracht Braunschweig gewechselt. In Braunschweig konnte sich der Deutsch-Kongolese allerdings nicht durchsetzen und blieb in 13 Einsätzen ohne jeden Scorerpunkt. Vor seiner Station an der Hamburger Straße hatte der 1,97m große Stürmer zweieinhalb Jahre die Stiefel für den VfL Bochum geschnürt. Dort brachte er es auf drei Einsätze in der Bundesliga und deren elf in der 2. Bundesliga. In der 3. Liga war Bonga für den Chemnitzer FC und den FSV Zwickau aktiv. Insgesamt konnte er in 69 Spielen sieben Tore erzielen und zehn Assists beisteuern. In der Jugend war Bonga für Bayer Leverkusen und Fortuna Düsseldorf aktiv.

Wohin es den Bruder von Basketball-Weltmeister Issac Bonga verschlägt, ist noch nicht bekannt.

Groundhopping Kosovo & Nordmazedonien

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Groundhopping Kosovo Titelbild

Eigentlich war der Trip ja bereits für den Februar 2023 geplant, doch leider verhinderte eine schwere Erkrankung damals die Reise. So musste ich das Kapitel Groundhopping in Nordmazedonien und im Kosovo um einige Monate verschieben. Anfang Dezember – das Spiel des TSV 1860 gegen RW Essen war ohnehin abgesagt – war es dann aber endlich so weit und ich konnte den Flieger gen Balkan besteigen.

Freudige Überraschung: Kurzfristige Planänderung

Die Aussichten bezüglich möglicher Spielbesuche waren bis kurz vor Antritt der Reise eher trüb. In Nordmazedonien waren nur noch die beiden oberen Ligen im Spielbetrieb, zudem war ein Testspiel bekannt, das aber blöderweise parallel zur 1. Liga terminiert war. Für den Kosovo waren keinerlei Spiele bekannt, der Verband antwortete auf Anfragen nicht und auch der Blick auf den Spielplan der Vorsaison ließ wenig Hoffnung aufkeimen. Auch das Kontrastprogramm in Form anderer Sportarten war ernüchternd, denn lediglich ein Zweitligist aus Skopje würde an diesem Wochenende zuhause ein Basketballmatch austragen. Der Handball pausierte an diesem Wochenende in Skopje komplett.

Zwei Tage vor der Abreise kam dann jedoch die erfreuliche Wende: Rein zufällig (oder aus Gewohnheit?) checkte ich nochmal den Spielplan der höchsten kosovarischen Spielklasse und siehe da: Der Verband hatte kurzfristig doch noch einen Spieltag angesetzt und mir damit eine Option für einen weiteren Länderpunkt beschert. Damit wurden zwar die eigentlich abgeschlossenen Planungen für Skopje etwas torpediert, aber was macht man nicht alles?

Eiskalte Unterkunft in Skopje

So ging es also freitags ab Memmingen in die nordmazedonische Hauptstadt, der unser Leser Stefan bereits vor Jahren einen Besuch abgestattet hatte. Dort angekommen wurde ich von einem Fahrer meiner Airbnb-Unterkunft am Flughafen abgeholt und ins Zentrum von Skopje gebracht, wo ich am Alten Bazar untergebracht war. Das Zimmer war schnuckelig, aber eiskalt, das Bad viel zu klein, die Dusche ohne Vorhang und der Schimmel bahnte sich seinen Weg. Aber ich wollte da ja ohnehin so wenig Zeit wie möglich verbringen…

Nach einem Bummel über den verwaisten Alten Bazar (es war Feiertag in Nordmazedonien) kehrte ich in ein Restaurant und später in eine Bar, die zur Unterkunft gehörte, ein, bevor ich todmüde (und frierend) ins Bett sank. Der nächste Tag sollte lang und ereignisreich werden.

Die Stadt der tausend Denkmäler

Die Kälte trieb mich schon früh aus den Federn, aber das war okay, da ich ohnehin einige Sehenswürdigkeiten besuchen wollte, ehe ich zum Busbahnhof und in Richtung Kosovo aufbrechen wollte. So sah ich mir den Alten Bazar nochmal im Hellen an, besichtigte die Kliment-von-Ohrid-Kirche und ließ gefühlt tausend Statuen und Denkmäler auf mich wirken. Man bekam fast das Gefühl, die seien eine nordmazedonische Erfindung.

Schließlich landete ich bei der Toše-Proeski-Arena, dem Nationalstadion Nordmazedoniens, das relativ zentral direkt am Fluss Vardar liegt. Leider ergab sich keine Möglichkeit, das Stadion von innen zu besichtigen, aber auch von außen ist es recht imposant. Beim Fotografieren fiel mir auf, dass ich nicht der einzige war, der diese Idee hatte, aber dazu später mehr…

Busfahrt nach Pristina

Dann aber marschierte ich quer durch die Stadt zum Busbahnhof und kaufte mir für 9 Euro ein Busticket nach Pristina, der Hauptstadt des Kosovo. Bis zur nahen Grenze waren die Straßenverhältnisse ziemlich bescheiden, im Kosovo hingegen glitt der Minibus nur so über den neuen und subventionierten Asphalt. Dennoch, um es vorwegzunehmen, machte Nordmazedonien auf mich den deutlich angenehmeren, aufgeräumteren und saubereren Eindruck.

In Pristina angekommen ließ ich mich per Taxi direkt zum Stadiumi Fadil Vokrri fahren, wo das Match stattfinden sollte. Das dachte nicht nur ich, sondern auch die eingeteilten Balljungen, die aber ebenso vor verschlossenen Türen standen. Ein paar Telefonate später war klar: Das Spiel wurde kurzfristig nach Lipjan (20 km außerhalb) verlegt. Also wieder ein Taxi suchen und los ging es.

Groundhopping Kosovo

Kurz nach dem Anpfiff federte ich also dort ein und sah somit auch das 1:0 des FC Prishtina gegen KF Fushe Kosova. Da der Eintritt ohnehin frei war, ging ich zur Pause nochmal kurz raus, um das Stadiumi Sami Kelmendi auch von außen zu fotografieren. Der notwendige Toilettengang führte mich in den Innenraum und sogar in den Spielertunnel – in Deutschland undenkbar. Auf den Rängen sorgte lediglich ein Dutzend Fans der Gäste für Stimmung, vom Heimpublikum war nichts zu hören. Ein Jugendlicher aus dem Gästeblock hatte zudem meine 1860-Mütze entdeckt und bettelte mich an. Diese wollte ich jedoch nicht hergeben, überreichte ich ihm jedoch feierlich den extra für solche Zwecke mitgebrachten Schal. Freude pur!

Nach dem Match ging es per Taxi zurück nach Pristina. Eigentlich war das Zentrum ja das Ziel, aber plötzlich sah ich rechts eine kleine Tribüne, einen Ball und ein paar Leute im Trikot. Stop, stehenbleiben, ich muss raus! Tatsächlich trafen die U17 und die U16 des FK Ramiz Sadiku in einem Testspiel aufeinander, wobei der ältere Jahrgang sich mit 5:2 durchsetzte. Ein Tag, zwei Spiele, ein neuer Länderpunkt – was will man mehr?

Immer wieder: Fußball verbindet!

Am nächsten Morgen besichtigte ich zunächst die Festung, die Mustafa-Pascha-Moschee und das Mutter-Teresa-Gedächtnishaus, bevor ich mich mit Ljubomir, einem Bekannten aus Skopje, und Peter aus Southend (England) traf. Löwenfan Michael Stoffl war aufgefallen, dass sowohl Peter als auch ich an diesem Wochenende in Skopje sein würden und brachte uns in Kontakt. Natürlich war er derjenige, der tags zuvor zur selben Zeit wie ich Fotos von der Toše-Proeski-Arena gemacht hatte…

Ljubomirs Vater fuhr uns mit dem Auto zum Stadion Boris Trajkovski, wo der Tabellenletzte Vardar Skopje in der 1. nordmazedonischen Liga auf GFK Tikvesh traf. Der Rasen hat sicher auch schon bessere Tage erlebt, das Stadion selber steht seit Jahren unvollendet in der Gegend rum und ist alles andere als eine Perle. Aber hey, Fußball ist Fußball!

Länderpunkt Nordmazedonien

Vor rund 1000 Zuschauern setzte sich Vardar verdient mit 2:0 durch und sieht im Abstiegskampf wieder Licht am Ende des Tunnels. Die Stimmung war top, Choreo und Pyro äußerst gelungen und die Ultras, die eine Freundschaft mit Schalke 04 verbindet, standen einem Aufklebertausch sehr offen gegenüber.

Im Anschluss gingen wir zu dritt im Zentrum noch zum Essen und wurden kulinarisch so richtig verwöhnt. In Deutschland wäre man vermutlich ein halbes Vermögen losgeworden, so aber war jeder mit 15 Euro inklusive Getränken und glühendem Ranzen dabei. Nach einem letzten Abstecher auf den Alten Bazar und in eine Craft Beer Kneipe sank ich todmüde ins Bett und am nächsten Morgen klingelte um 4.30 Uhr der Wecker. Schön wars!

Groundhopping auf sechzger.de

In den letzten Monaten erschienen bereits einige Groundhopping-Artikel auf sechzger.de. Hier eine kurze Übersicht:

Groundhopping Rumänien
Groundhopping Mazedonien bzw. Nordmazedonien
Groundhopping Armenien
Groundhopping Thailand
Groundhopping Ukraine
Groundhopping Kuba
Groundhopping Montenegro
Groundhopping Indien
Groundhopping Kirgisistan
Groundhopping Saudi-Arabien
Groundhopping Antarktis (Südgeorgien)
Groundhopping Kolumbien
Groundhopping Indonesien
Groundhopping Laos
Groundhopping Georgien
Groundhopping Sansibar
Groundhopping Moldawien/Transnistrien
Groundhopping Nordkorea
Groundhopping Bulgarien
Groundhopping Senegal
Groundhopping Gambia
Groundhopping Guinea-Bissau
Groundhopping Frankreich

Fotos Pyro & Choreo: Komiti Skopje

HAM zweifelt Vorsitz im Beirat an – Weg frei für 50+1?

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Trainingsgelände TSV 1860 München Grünwalder Straße Winter

Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung enthüllt neue Details im Streit zwischen den beiden Gesellschaftern beim TSV 1860 München. Der Beirat ist demnach aktuell handlungsunfähig, außerdem geht es um die Scheinkandidaten-Debatte. Die gute Nachricht: eine Einstellung von Christian Werner mittels 50+1 könnte nun bevor stehen.

HAM-Vertreter zweifeln Vorsitzenden des Beirats an

Auch am Donnerstag leitete Frank Schmöller die Einheiten an der Grünwalder Straße 114. Der Interimstrainer bleibt bis auf Weiteres im Amt, ein Ende ist nicht in Sicht. Weder einen Trainer noch einen Geschäftsführer Sport konnte der TSV 1860 München bislang offiziell präsentieren. Die Süddeutsche Zeitung hat nun in einem Artikel weitere Details im Streit zwischen dem e.V. und der Investorenseite um Hasan Ismaik veröffentlicht. Demnach gehe es HAM aktuell darum “den komplizierten Prozess, an dessen Ende der e.V. Werner mittels 50+1 ins Amt hieven könnte, maximal zu verlangsamen“.

Das sieht konkret wie folgt aus: zunächst platzte wie von sechzger.de berichtet Ende Dezember ein geplanter Termin für eine Online-Sitzung des Beirats, da beide Mitglieder der HAM-Seite nicht anwesend waren. Ein Umlaufverfahren wurde ebenfalls abgelehnt, was den Prozess deutlich hätte beschleunigen können. Ende des Jahres kam dann laut der SZ der nächste Paukenschlag: Robert Reisinger wurde als Beiratsvorsitzender nicht mehr akzeptiert. Eine mögliche Sitzung des Gremiums wäre somit nichtig gewesen teilte HAM-Anwalt Frank Koch mit, da Reisinger nicht hätte laden dürfen.

Kommt Werner per 50+1?

Für den e.V. antwortete daraufhin Guido Kambli (ebenfalls Anwalt). Das aktuelle Vorgehen mit Reisinger als Vorsitzendem sei seit Bestehen des Gremiums “praktische und juristische Handhabung” – der Präsident hätte bis zu Neuwahlen die entsprechende Legitimation. Um die Zweifel der HAM-Vertreter dennoch zu beseitigen, wurde Anfang des Jahres durch Nicolai Walch, dem zweiten Vertreter für den e.V. im Beirat, eine Abstimmung per E-Mail zur Wahl des Vorsitzenden initiiert. Das nicht gerade überraschende Ergebnis: zwei Stimmen gab es für Reisinger, zwei gegen ihn. Während Andrew Livingston seine Entscheidung mit den angeblichen Scheinkandidaten rund um die mögliche Einstellung von Horst Heldt begründete, hielt sich Saki Stimoniaris dagegen kurz.

Sehr geehrte Herren, ich stimme gegen Herrn Reisinger als Vorsitzenden. Mit freundlichen Grüßen, Saki

Von Wahl-Initiator Walch wurde gemäß der SZ dann die Handlungsunfähigkeit des Beirats festgestellt, was Livingston wiederum so nicht stehen lassen wollte. Doch der Weg für eine Einstellung von Christian Werner mittels 50+1 könnte unter diesen Umständen nun frei sein. Bislang war eigentlich noch eine weitere Beiratssitzung nötig, um diese Karte ausspielen zu können. Die angesprochene Handlungsunfähigkeit könnte diesen Punkt nun ad acta legen.

Scheinkandidaten-Debatte geht weiter

Die möglichen Scheinkandidaten, die Robert Reisinger gegenüber Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer vorgeschlagen haben soll, beschäftigen die Löwen derweil noch immer. Pfeifers Anwalt teilte mit, dass sein Mandant diesen Vorwurf so nie getätigt habe. Es sei stattdessen um zwei Kandidaten aus dem Netzwerk Reisingers gegangen, die nach Einschätzung des 59-Jährigen nicht die gleiche Eignung wie Heldt hätten. Zu dem öffentlich bekannt gewordenen Begriff “Scheinkandidaten” passt diese Schilderung nicht – wobei es darüber (wie sollte es beim TSV 1860 auch anders sein) erneut zwei unterschiedliche Auffassungen gibt. Für Nicolai Walch stehen die beiden Optionen im Raum, dass “entweder bei der Untersuchung falsch ausgesagt oder dass unlauter falsch protokolliert wurde“. Protokollführer Frank Koch wies den Vorwurf zurück – es dürfte weiterhin spannend bleiben an der Grünwalder Straße.

sechzger.de Talk 138: Groundhopping und Tennis-Borussia Berlin

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sechzger.de Talk Folge 138 Groundhopping in Berlin Tennis-Borussia Berlin Vereinspolitik TSV 1860 München

Berlin-Liebhaber kommen in der ersten Ausgabe des sechzger.de Talks im Jahr 2024 voll auf ihre Kosten. Michael und Daniel sind bei Jan zu Gast und berichten von ihren vielen Geschichten aus der Bundeshauptstadt. Im Talk 138 geht es nur wenig um den TSV 1860 München, sondern viel mehr um Tennis-Borussia Berlin und Groundhopping auf diversen Sportplätzen.

Fokus auf Tennis Borussia Berlin

Es ist noch gar nicht allzu lange her, da machten sich die Fans von Tennis Borussia Berlin bundesweit einen Namen. Zunächst lief eine Mitgliederversammlung etwas aus dem Ruder, bei der zahlreiche Neumitglieder anzutreffen waren. Es folgte ein kreativer Protest unter dem Namen “Caravan of Love”. Andere Mannschaften wurden von den TeBe-Fans als Zeichen des Protests angefeuert und unterstützt. Darüber und über viele weitere Aspekte berichtet Daniel nach einem kurzen Intro, in dem es um die Löwen geht. Als Ersteller der Fußball-Fibel kennt sich der Berliner bestens mit seinem Verein aus.

Groundhopping in Berlin

Abschließend geht es um mögliche Tipps, die fernab von Union und Hertha BSC beim Fußball interessant sein könnten. Dabei geht es vor allem um die Stadien beziehungsweise Sportstätten an sich und weniger um das Geschehen auf dem Platz. Daniel und Michael haben als Hausaufgabe vor Talk Nummer 138 ihre jeweiligen Top Ten herausgesucht. Untermalt wird das Ganze von zahlreichen Hintergrundinformationen zur Geschichte oder Kuriositäten. Nicht zu kurz darf dabei natürlich auch die Kulinarik nicht kommen.

Der sechzger.de Talk 138 als Video und Podcast

Ob Video oder Audio – den sechzger.de Talk gibts für Auge und/oder Ohr. Um keine Folge zu verpassen, könnt Ihr uns natürlich gerne auf YouTube bzw. diversen Podcast-Plattformen abonnieren:

Selbstverständlich freuen wir uns auch über jede positive Bewertung, über Kommentare und über Eure Verbesserungsvorschläge.

Testspiel! Schwarz Weiß Bregenz -TSV 1860 München am 13.01.

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Schwarz Weiss Bregenz TSV 1860 Neu Amerika

Das zweite Testspiel der Vorbereitung im Winter findet in Vorarlberg statt. Der TSV 1860 München testet bei Schwarz Weiß Bregenz.

Am Samstag den 13.01.2024 spielen die Löwen in der Trainingsanlage Neu Amerika auf Kunstrasen ein Testspiel gegen die Hausherren von Schwarz Weiß Bregenz. Man darf gespannt sein, wie die Sechzger sich in diesem Spiel gegen den Drittplatzierten der zweiten Liga Österreichs schlagen werden. Ein Testspiel gegen eine ambitionierte Mannschaft wie der aus Bregenz bringt sicherlich gute Erkenntnisse vor dem Start ins Ligageschehen.

Wie der TSV 1860 München waren auch die Bregenzer auf Trainersuche. In Vorarlberg wurde man allerdings schneller fündig als in München. Mit Markus Mader und Martin Schneider als Trainer und Co. Trainer, konnten die Bregenzer nach kurzer Suche schnell neues Personal auf den, durch den Abgang von Andi Heraf nach Lustenau, vakanten Posten finden.

Für die Zeit nach der Winterpause könnte es für die Kontrahenten nicht unterschiedlicher aussehen. Bregenz kämpft um den Aufstieg in die Bundesliga unseres Nachbarlandes. Der TSV 1860 München muss sich im Abstiegskampf der dritten Liga mit dem Absturz in die Regionalliga Bayern beschäftigen. Beide Teams wollen Ihre bevorstehenden Aufgaben erfolgreich meistern.

Das Ergebnis des Spiels wird, wie meistens in solchen Spielen, eher zweitrangig einzuordnen sein. Das Augenmerk werden die Verantwortlichen beider Mannschaften sicherlich auf die jeweilige Performance einzelner Schützlinge legen und darauf wie sie sich in der Mannschaft einordnen.

Ob der TSV 1860 München bei den anderen Aufgaben die er hat, nämlich bis zum Testspiel schon einen Sportchef in Form eines Geschäftsführers Sport zu präsentieren erfolgreich sein wird, oder auch ob Interimscoach Frank Schmöller dann noch an der Seitenlinie als Löwendompteur stehen oder für diese Position bis dahin auch ein neuer Mann gefunden sein wird, steht in den Sternen. Zumindest die Planung von Testspielen zur Vorbereitung auf die restliche Saison scheint momentan nicht beeinträchtigt zu sein.